Warum ein sehr gutes Jahr noch nicht ausreicht

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Oft habe ich mehrere Aktien aus einer Branche in meinem Depot. Nämlich dann, wenn ich die Branche als sehr attraktiv einschätze. Die Stromnetzbetreiber gehören zu einer solchen Branche.

Ihre Erträge sind stabil und damit kalkulierbar. Sie verfügen über eine Monopolstellung und bieten neben attraktiven Dividenden auch noch einen Inflationsschutz.

Kein Wunder, dass die Börse sie in den letzten Monaten entdeckt hat und ihre Aktienkurse getrieben hat. Mir ist aber der langjährige Vergleich wichtig. Und da reicht manchmal ein sehr gutes Jahr für eine Aktie noch nicht aus, um dem Branchenkonkurrenten näher zu kommen.

Wie sich der Unterschied des spanischen mit dem italienischen Stromnetzbetreibers genau entwickelt hat, wie die letzte Dividendenzahlung ausgefallen ist und welche Perspektiven ich nun sehe, erfährst Du in diesem Beitrag.

Die Dividendenzahlung kommt aus Spanien von Red Eléctrica. Die Aktie habe ich hier ausführlich vorgestellt.

Red Eléctrica 5-Jahres-Chart
Red Eléctrica im 5-Jahres-Chart

Vergleich mit TERNA

Im letzten Jahr habe ich Red Eléctrica mit TERNA aus Italien verglichen und will das gerne fortschreiben. Denn beide Unternehmen verfügen über ein vergleichbares Geschäftsmodell, indem sie die Stromnetze in Spanien und Italien zur Verfügung stellen. Red Eléctrica ist darüber hinaus allerdings auch noch in Südamerika aktiv.

Die Depotpositionen waren zum Start des Divantis-Blogs nahezu gleich groß (Red Electrica war 150 € größer bei knapp 9.000 € Kurswert). Die Performance der Aktien einschließlich Dividenden ist aber deutlich unterschiedlich:

Red EléctricaTERNA
2017+9,4%+15,8%
2018+9,6%+7,3%
2019-2,8%+25,2%
2020-0,5%+9,4%
2021+20,6%+18,8%
2017-2021+39,7%+102,4%

Trotz der besseren Performance im letzten Jahr hat sich der Renditeunterschied weiter vergrößert. Während der Performance-Abstand vor einem Jahr noch bei 54,4-Prozentpunkten (15,9% zu 70,3%) lag, liegt er nun bereits bei 62,7-Prozentpunkten. TERNA konnte sich innerhalb der 5 Jahre glatt verdoppeln!

Und so kommen die TERNA-Aktien zum Jahresende 2021 auf einen Marktwert von 14.228 €, während Red Eléctrica bei 9.512 € steht.

Dividendenzahlung

Red Eléctrica zahlt wie schon in den letzten Jahren keine erhöhte Dividende im Januar, sondern behält den Vorjahreswert bei. Gezahlt werden 0,2727 € je Aktie. Für die 500 Aktien in meinem Depot ergibt das eine Bruttodividende von 135,35 €. Sie befinden sich in meinem Depot bei maxblue. Nach Abzug der Steuern verbleibt eine Netto-Dividende von 96,05 €. Sie wurde mit Wertstellung 07.01.2021 überwiesen.

Dividendengutschrift Red Electric im Januar 2022

Perspektiven

Wie schon bei der Dividende von Kimberly-Clark wenige Tage zuvor, habe ich nun erneut eine geringere Dividendenzahlung als im letzten Januar erhalten. Der Grund war auch hier ein Teilverkauf von 100 Aktien. Aber anders als bei Kimberly-Clark machten bei Red Eléctrica 100 Aktien lediglich 16,7% und nicht 80% meines Bestandes aus.

Und aufgrund der stetigen Kurserholung im letzten Jahr kommt Red Eléctrica aktuell auch trotz des Teilverkaufs auf einen Depotanteil von 1,9%. Damit zählt die Aktie weiterhin zu meinen größeren Positionen und ist aktuell rund 9.000 € wert.

Und erst mal ist es erfreulich, dass Red Eléctrica so ein gutes Performancejahr hingelegt hat. Es ist das beste Jahr seit ich den Blog betreibe. Und mit +39,7% in 5 Jahren ist die Aktie nun auch wieder im Bereich meiner Renditeerwartung von 8% p.a. – ganz erreicht ist sie nicht, denn aufgrund des Zinseszinseffektes müssten dafür 46,9% in 5 Jahren erzielt werden.

Ich bin gespannt, wie sich die Aktie nun in 2022 entwickelt. Die Geschäftszahlen von Red Eléctrica für die ersten 9 Monate des letzten Jahres waren positiv, erreichten aber noch nicht das Vor-Corona-Niveau. Der durchgeleitete Strom stieg zwar um 3,4% gegenüber 2020, lag damit aber noch 3,2% unter 2019.

Der Umsatz blieb gegenüber dem Vorjahr nahezu unverändert. Gleichwohl konnte Red Eléctrica den operativen Gewinn leicht verbessern. Der Nachsteuergewinn stieg sogar um 8,6%.

Bei der näheren Analyse der Zahlen ist auffällig, dass sich innerhalb des Umsatzes von Red Eléctrica eine Verschiebung der Gewichte nach Spanien ergeben hat. Im Heimatmarkt ist Red Eléctrica gewachsen, während der internationale Bereich rückläufig war. Diese Verschiebung zieht sich durch die Zahlen bis zum Nachsteuergewinn. Offenbar gibt es vor allem in Chile negative Entwicklungen. Teilweise konnten sie durch positive Effekte in Brasilien ausgeglichen werden.

Übrigens profitiert Red Eléctrica nicht von den hohen Strompreisen. Wir alle haben vermutlich in diesen Tagen und Wochen Post von unserem Stromversorger bekommen und sind mit Preiserhöhungen in das Jahr gestartet. In Spanien ist das nicht anders. Da die Netzdurchleitungspreise aber staatlich reguliert sind, ist das für Red Eléctrica nicht von Vorteil.

Unabhängig vom Vergleich mit TERNA sehe ich Red Eléctrica weiterhin als Halteposition in meinem Depot. Als Monopolist wird die Aktie von einer anziehenden Konjunktur und damit verbundenem höherem Stromverbrauch profitieren. Zudem sollte durch die Regulierung der Netzpreise ein gewisser Inflationsschutz vorhanden sein. Im Hinblick auf die zunehmende Elektromobilität sind jedoch auch teure Investitionen notwendig.

Auf einen Blick:

Unternehmen:Red Eléctrica Corporación, S.A.
ISIN:ES0173093024
Im Divantis-Depot seit:17.08.2016
Letzter Nachkauf am:08.07.2019
Stückzahl im Divantis-Depot:500
Durchschnittskaufkurs inkl. Gebühren:18,55 €
Gesamtkaufpreis:9.273,69 €
Bisher erhaltene Netto-Dividenden:1.778,53 €
Aktuelle Strategie:Halten und Dividende kassieren

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