Satte Dividendenerhöhung – Aktienkurs trotzdem günstig

4.4
(39)

Letztes Jahr hatte ich mich bei der Dividendenzahlung dieser deutschen Tech-Aktie geärgert, dass ich die Aktie nicht nachgekauft hatte.

Jetzt ist ein Jahr vergangen und ich stehe immer noch bei der gleichen Aktienanzahl.

Und das trotz einer deutlichen Dividendenerhöhung und eines erneut günstigen Aktienkurses.

Was mich von einer Erhöhung des Investments abhält und ob sich das noch einmal ändert, erfährst Du in diesem Beitrag. Außerdem natürlich alle Details zur Dividendenzahlung.

Der deutsche Techwert SAP ist erst im Mai 2020 ins Dividendendepot gekommen. Hier kannst Du meine Kaufmotive nachlesen. Bezahlt habe ich damals 106,92 € pro Aktie. Und wollte günstiger nachkaufen, habe das aber bisher nicht getan. Und so ist die Aktie derzeit – abgesehen vom IBM-Spin-Off Kyndryl – meine kleinste Depotposition.

Der Chart zeigt eine schwache Entwicklung vor allem in diesem Jahr:

3-Jahres-Chart der SAP-Aktie
3-Jahres-Chart der SAP-Aktie
SAP-Logo an einem Haus

Dividendenzahlung

SAP zahlt eine Dividende von 2,45 € pro Aktie. Das ist gegenüber dem Vorjahr (1,85 €) eine Erhöhung um 32,4%. Für die 10 Aktien in meinem Dividendendepot ergibt das eine Brutto-Dividende von 24,50 €. Nach Abzug von Kapitalertragsteuer und Solidaritätszuschlag erhalte ich eine Netto-Dividende von 18,04 €. Sie wurde mit Wertstellung 23.05.2022 überwiesen.

Dividendengutschrift SAP im Mai 2022
Dividendengutschrift SAP im Mai 2022 Steuer

Perspektiven

Letztes Jahr hatte SAP die Dividende um 17,1% von 1,58 € auf 1,85 € erhöht. Nun also der nächste Schritt auf 2,45 €. Ich kann also, was die Ausschüttung angeht, wirklich nicht klagen. Netto hatte ich im ersten Jahr 11,64 € erhalten, jetzt 18,04 €. Ein Zuwachs um 55% innerhalb von 2 Jahren.

0,50 € der diesjährigen Dividende sind allerdings als Sonderdividende anlässlich des 50-jährigen Firmenjubiläums der SAP deklariert worden. Mal sehen, wie im nächsten Jahr damit umgegangen wird.

Mit einem Minus von 25% gehört die Aktie aber leider in diesem Jahr zu den schlechtesten Performern meines Depots.

Anders als meine übrigen Tech-Titel konnte sie damit keine relative Stärke gegenüber der Nasdaq aufbauen, sondern korreliert sehr stark mit dessen Entwicklung.

Das hängt vermutlich vor allem damit zusammen, dass SAP den Fokus in der Berichterstattung ausschließlich auf das Cloudgeschäft gelegt hat. Und damit wiederkehrende Umsätze einfahren will.

Hinsichtlich des Umsatzes ist SAP mittlerweile so groß, dass dort kaum mehr Wachstum möglich ist. 2020 ging er 1% zurück, 2021 stieg er dann wieder um 2%. Die Clouderlöse stiegen aber in beiden Jahren jeweils um 17% und machen inzwischen 34% des Umsatzes aus.

Im 1. Quartal des laufenden Jahres stiegen die Clouderlöse um 31%. Und auch der Anteil der „besser planbaren Umsätze“ stieg weiter auf nun 81%.

Neben den Dividendenerhöhungen lässt SAP seine Aktionären auch durch Aktienrückkäufe vom Cash-Flow profitieren. Trotz eines deutlich niedrigeren Betriebsergebnisses 2021 stieg der Gewinn je Aktie nach IFRS auf 4,46 €.

Damit ergibt sich bei einem Aktienkurs am Tag der Hauptversammlung von 93 € ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 20,8 bei einer Dividendenrendite von 2,6%.

Das sind an sich solide Werte, für einen Tech-Titel aber wiederum eher ungewöhnlich. Davon scheint das Management jedenfalls nicht ausgegangen zu sein. Beim Blick auf die Aktienrückkäufe in diesem Jahr fällt nämlich auf, dass das Budget von 1 Mrd. € schon nahezu erschöpft ist. Und bezahlt wurden deutlich höhere Aktienkurse – das Programm startete im Februar bei 112 €, insgesamt betrug der Durchschnittspreis 99,63 € je Aktie.

Von den reinen Zahlen her, müsste ich SAP jetzt eigentlich aufstocken. Mich hält davon ab die schwache Entwicklung des Aktienkurses ab. Denn was ich mag, sind Aktien, die sich von der Entwicklung des Aktienmarktes ein wenig abkoppeln. Das ist bei SAP nicht der Fall.

Und ich bin auch nicht davon überzeugt, dass sich das in Zukunft ändern wird. Deshalb kaufe ich nun nicht antizyklisch nach. Sondern lasse die Aktien in meinem Depot liegen, freue mich über die Dividende und warte darauf, dass sich womöglich die Gesamtsituation für Tech-Werte wieder aufhellt. Dann sollte auch SAP wieder profitieren und dann kann ich immer noch über einen Nachkauf entscheiden.

Auf einen Blick:

Unternehmen:SAP SE
ISIN:DE0007164600
Im Divantis-Depot seit:13.05.2020
Letzter Nachkauf am:--
Stückzahl im Divantis-Depot:10
Durchschnittskaufkurs inkl. Gebühren:107,81 €
Gesamtkaufpreis:1.078,10 €
Bisher erhaltene Netto-Dividenden:43,30 €
Aktuelle Strategie:Bei Kursschwäche nachkaufen

Hat Dir dieser Beitrag gefallen?

Dann bewerte ihn mit einem Klick!

Durchschnittliche Bewertung: 4.4 / 5. Anzahl der Stimmen: 39

Gib die erste Bewertung für diesen Beitrag ab!

Schade, dass Dir der Beitrag nicht gefallen hat!

Unterstütze die Qualitätsverbesserung!

Möchtest Du mir einen Hinweis geben, was ich besser machen kann?

6 Gedanken zu „Satte Dividendenerhöhung – Aktienkurs trotzdem günstig“

  1. Ich habe in letzter Zeit angefangen, eine „Hit“-Liste von Firmen aufzustellen, geordnet nach jaehrlichem Wachstum des freien Cashflows. ( Das ist die wichtigste Zahl fuer den Aktionär!) . SAP hat es leider nicht bis unter die Top-Ten geschafft. Sie hat „lediglich“ ein (holpriges) jährliches wachstum von 8.4% , und liegt damit in etwa in der groessenordnung der momentanen inflation. Angefuehrt wird die Liste uebrigens von LVMH, mit 50% jährlichen wachstums des FCF.

    1. Interessanter und sehr guter Ansatz! Aber nur diese Zahl zu betrachten wäre meiner Meinung nach etwas zu kurz gegriffen. Und ist es wirklich die wichtigste Zahl? Das hängt doch von den anderen „Zahlen“ ab… :-) Aber klar, man könnte eine Watch list zum Beispiel danach sortieren und sich dann die anderen Zahlen anschauen. Ich bin da noch nicht ganz überzeugt. Vielleicht über sehr lange Zeiträume gesehen… (Andersherum ist es evt. interessanter. Wenn der freie Cash Flow rückläufig ist, dann kann man es sich genauer anschauen, evt. ist es eine Einstiegsgelegenheit.)

      LVMH stocke ich derzeit auch immer wieder einmal noch etwas auf.

      VG
      1Steven1

      1. Hi steven,
        Natuerlich ist der FCF nicht die einzige Groesse, die ich anschaue, aber es ist die wichtigste. Der FCF ist letztlich das, was die Firma fuer uns aktionaere herausgewirtschaftet hat. Der FCF eines jahres ist dabei unerheblich, denn es konnten ja riesige Investitionen getätigt worden sein, die dann erst in spaeteren jahren fruechte bringen. Wichtig ist die dynamik des FCF. Die muss laengerfristig von links unten nach rechts oben gehen. Ausserdem muss man sich immer die marge FCF/ Umsatz anschauen, und ob der FCF organisch gewachsen ist, oder durch Hebelung ( sprich schulden machen) oder durch Aquisitionen. Deswegen auch die (zukuenftig ) zu bezahlenden Zinsen anschauen. gerade in der jetztigen inflationsperiode ist es wichtig, dass das business mindestens genausoschnell waechst wie die inflation. Und das machen die wenigsten, leider.

  2. Hallo,

    dieser Kursrückgang würde mich erst einmal nicht besonders negativ beeindrucken, wie geschrieben, sehen die Zahlen wohl solide aus. Ich bin aber nicht in SAP investiert und der Wert ist nicht auf meiner Watch list.

    Was mir aber auch schon häufiger aufgefallen ist, sind offensichtlich sehr ungeschickt durchgeführte Aktienrückkäufe. Ich glaube das war zuletzt bei der Allianz. Da wird wohl vom Unternehmen nur die gewünschte Gesamtanzahl der Aktien und eine obere Summe und ein Zeitraum festgelegt, und dann wird diese Aufgabe an eine Bank übertragen. Klar ist die Optimierung dann nicht trivial, aber gerade in der aktuellen volatilen Zeit könnte man im Sinne der Aktionäre deutlich mehr herausholen, als augenscheinlich gemacht wird.

    VG
    1Steven1

  3. Hallöchen….
    Wirklich tolle Zusammenstellung aller Fakten und Zahlen. Dankeschön Ben.
    Ich bin nicht der Große Kenner was Techaktien angeht, aber genauso wie bei Kelloggs habe ich bei der Deutschen goldenen Aktenperle ein super Bauchgefühl.

    Nur mal rein Charttechnisch gesehen, werden in Zukunft, lange Zeit keine Kurse unter 90 Euro mehr zu sehen sein.
    Ich werde jetzt zugreifen, da auf lange Haltedauer ( mindestens 5 Jahre) nur eines passiert…. der Kurse wird deutlich explodieren.

    Die Daten-Kraken werden kmmer Größer… und auch SAP bekommt ein Stück vom Kuchen 🎂.

    Aber jetzt wird erst mal Alphabet gekauft…
    Am 15.07. Steht der große Aktiensplit 1zu 20 an..

    In diesem Sinne

    Gruß Maik
    Der Kelloggs Fan

Kommentar verfassen