Hast Du Dich getraut?

Klebeband von 3M
4.9
(32)

Alle drei Monate zahlen die US-Aktien in meinem Depot ihre Quartalsdividende aus. Heute ist es bei einem Dickschiff meines Depots wieder so weit. Bei der letzten Zahlung vor drei Monaten hatte ich ein Kursziel für einen Nachkauf ausgegeben.

Ich habe beim Schreiben nicht damit gerechnet, dass es so bald erreicht sein würde. Und es kam, wie es kommen musste, ich hatte kein Kauflimit im Markt und meinen eigenen Wunschkurs leider verpasst.

Mich interessiert heute, ob es in unserer Community jemanden gibt, der diesen Kurs zum Nachkauf genutzt hat? Im Nachhinein war es der absolute Tiefstpunkt in diesem Jahr und eine richtig gute Kaufchance.

Also, wenn Du 3M zum Tiefstkurs gekauft hast, dann melde Dich mit einem Kommentar. Mein Glückwunsch ist Dir sicher!

Dividendenzahlung

Erstmals sind nun alle 70 3M-Aktien in meinem Depot dividendenberechtigt. Die Quartalsdividende beträgt erneut 1,47 US$ pro Aktie. Das ergibt eine Brutto-Dividende von 102,90 US$. Die Dreistelligkeit ist also zumindest im Brutto und auf Dollarbasis geknackt. Die Aktien habe ich mittlerweile in mein Depot beim Smartbroker übertragen. Die Dividende wurde zum Kurs von 1,14 in Euro umgerechnet. Nach Abzug der Steuern verbleibt eine Netto-Dividende von 67,20 €. Sie wird mit Wertstellung 12.06.2020 überwiesen.

Dividendengutschrift 3M im Juni 2020

Perspektiven

Am 14. März schrieb ich “Bei diesem Kurs werde ich 3M nachkaufen” und nannte 117,50 US$ als Zielkurs für einen Nachkauf. Bei diesem Kurs lag die Dividendenrendite von 3M bei exakt 5,0%.

Eine Qualitätsaktie wie 3M zu einer solchen Dividendenrendite zu erwerben, ist eigentlich ein Traum. Für mich ist es auch ein Traum geblieben, da ich den Kurs leider verpasst habe. Am 23. März war es so weit und tatsächlich konnte man die Aktie sogar für 114,04 US$ erwerben.

Inzwischen notiert sie wieder satte 40 US$ höher. Und damit immerhin auch 10 US$ höher als bei meinem Nachkauf im Februar. Also kein wirklicher Grund zum Ärgern. Obwohl es schade ist, die Chance nicht ergriffen zu haben.

Aber lassen wir den Blick in den Rückspiegel! Zum 1. Juli tritt ein neuer CFO bei 3M sein Amt an. Monish Patolawala war bisher CFO von GE Healthcare (das ist der einzige Teil von General Electric, der durchgängig ordentliche Ergebnisse lieferte) und folgt bei 3M auf Nick Gangestad.

Ein neuer CFO bedeutet auch immer wieder mögliche Veränderungen in der Bilanzstruktur. Er setzt eigene Schwerpunkte in der Refinanzierung, hinterfragt die Profitabilität von Unternehmensbereichen und kratzt womöglich auch an der Dividende.

Zu tun gibt es bei 3M jedenfalls genug: Nachdem im April die Umsätze um 11% eingebrochen sind, wurde die Jahresprognose zurückgezogen. Corona sei Dank.

Die eigentlichen Probleme von 3M, nämlich fehlendes Wachstum, sind durch Corona nicht kleiner geworden. Ich hätte deshalb nicht damit gerechnet, dass sich der Aktienkurs so schnell wieder in diese Regionen bewegt. Und – offen gesagt – halte ich das auch für verfrüht. Ein Nachkauf ist 3M deshalb auf diesem Niveau für mich nicht.

Sollte es noch einmal eine zweite Corona-Welle und einen zweiten Börsencrash geben, dann versuche ich noch mal mein Glück bei Kursen um 117 US$. Wer weiß, nach dem gestrigen Ausverkauf an der Wall Street, ist alles möglich. Aber wahrscheinlich bleibt das für mich ein Traum…

Auf einen Blick:

Unternehmen:3M
ISIN:US88579Y1010
Im Divantis-Depot seit:12.01.2017
Letzter Nachkauf am:25.02.2020
Stückzahl im Divantis-Depot:70
Durchschnittskaufkurs inkl. Gebühren:163,44 €
Gesamtkaufpreis:11.440,50 €
Bisher erhaltene Netto-Dividenden:674,73 €
Aktuelle Strategie:Bei Kursschwäche nachkaufen

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12 Gedanken zu „Hast Du Dich getraut?“

  1. Den Tiefpunkt hab ich nicht erwischt, aber mit einer Einstiegsposition zu einem Preis von 116,22€ bin ich zufrieden. Leider sind es nur 15 Stück geworden, in dem Glauben es geht vielleicht noch ein Stück tiefer.
    Cash ist noch ausreichend vorhanden, um bei 3M und anderen titeln nachlegen zu können.

    Von daher versuche ich entspannt zu bleiben, was mal besser und schlechter funktioniert :D

  2. Ich habe erst am 30.03.2020 zu EUR 120,- gekauft, als ich das Gefühl hatte, es könnte jetzt aufwärts gehen. Vorläufig betrachtet, war mein Gefühl in Ordnung. War allerdings nur ein kleiner Nachkauf. Da hätte man auch mehr kaufen können.
    Naja mal abwarten

    Ben Du bist ein guter Indikator oder Frühwarnsystem für meine Dividende. Du hast die immer 1-2 Tage früher als ich. Sowohl von den Aktien bei der Comdirekt als auch bei der Diba. Da kann ich micht jetzt auf die Dividende der 65 Stück 3M Aktein freuen.

    Mein Sparplan läuft weiter.

  3. Für mich ist Omega Health Care kein Kauf. Das will aber nichts heißen. Ich mag einfach diese Art von Unternehmen nicht.

    1. Die Unternehmen stehen nicht so im Fokus. Die Informationslage ist schwieriger. Die Unternehmensberichte, welche das Unternehmen veröffentlicht, werden immer possitiv dargestellt sein. Bis Du merkst, das hier etwas im Argen liegt, ist der Kurs schon total abgeschmiert. und die Firma Konkurs.

    2. Ich kenne mich bei dieser Art von Unternehmen zu wenig aus.

    Du hättest mich das aber auch am 30.04.2001 fragen können und ich hätte die gleiche Meinung gehabt. Schau Dir den Kursverlauf seitdem an und Du siehst was Dir entgangen ist. Oder am 18.03.2020. Da wäre meine Meinung gleich gewesen. Der Kurs hat sich aber seitdem verdoppelt.
    Also höre nicht auf andere. Analysiere die Firma und wenn Du überzeugt bist, dann investiere oder lasse es sein. Ich lasse es sein.
    Ich verstehe die Geschätsmodelle nicht richtig bzw. habe keine Lust mich damit auseinanderzusetzen. Das Risiko ist mir zu hoch. Ich lebe nach dem Grundsatz, lieber eine kleine Dividende als irgendwann mal keine Dividende. Ich versuche deshalb in Firmen zu investieren, welche ich besser verstehe und auch die Produkte besser verstehe.

    Aber eines ist sicher, Unternehemn welche eine so hohe Dividende bezahlen sind immer risikobehafteter. Ansonsten, wenn das eine narrensichere Sache wäre, würde der Kurs höher stehen und die Dividendenrendite wäre deutlich niedriger. Die hohe Dividende spiegelt immer eine gewisse Risikoaversion der Investoren wieder, bzw.beeinhaltet die hohe Dividende einen gewissen Risikozuschlag.

    Letztendlich ist das nichts anderes als bei Anleihen. Wenn Du Argentinien momentan Geld leihst, bekommst Du 26% Zinsen wenn Du bist zur Endfälligkeit durchhälst und Argentinien seine Anleihen zurück bezahlt. Auch hier spiegelt sich ja die hohe Angst der Investoren wieder, das Geld nicht mehr zurückzuerhalten. Ansonsten wäre die Rendite ja nicht so hoch.
    In den meisten Zeiten hat das auch für Aktien Gültigkeit, wie man ja an Royal Durch Shell und Taylor Wimpey usw. sehen konnnte. Hatten alle hohe Dividendenrenditen, solange die Dividende bezahlt wurde. Jetzt sitzt man auf Kursverlusten. Entweder es wurde gekürzt oder die Dividende ist ganz ausgefallen. Das muss natürlich nicht zwingend sein.
    Aber in den meisten Fällen, desto höher die Rendite, umso höher das Risiko.

    Nachfolgend ein paar Zahlen:

    Omega Healthcare Investors Annual Revenue
    (Millions of US $)
    2019 $929
    2018 $882
    2017 $908
    2016 $901
    2015 $744
    2014 $505
    2013 $419
    2012 $350
    2011 $292
    2010 $258
    2009 $197
    2008 $194
    2007 $160
    2006 $136
    2005 $110
    Das sieht eigentlich auf den ersten Blick ganz ordentlich aus.

    Omega Healthcare Investors Annual Long Term Debt
    (Millions of US $)
    2019 $5,136
    2018 $4,541
    2017 $4,572
    2016 $4,367
    2015 $3,540
    2014 $2,379
    2013 $2,024
    2012 $1,825
    2011 $1,551
    2010 $1,177
    2009 $738
    2008 $548
    2007 $533
    2006 $635
    2005 $563
    Dafür hat sich das “Long Term Debt” in 14 Jahren auch verzehntfacht.

    Omega Healthcare Investors Annual EPS
    2019 $1.58
    2018 $1.40
    2017 $0.51
    2016 $1.90
    2015 $1.29
    2014 $1.74
    2013 $1.46
    2012 $1.12
    2011 $0.46
    2010 $0.52
    2009 $0.87
    2008 $0.94
    2007 $0.90
    2006 $0.78
    2005 $0.49

    Omega Healthcare Investors Annual Shares Outstanding
    (Millions of Shares)
    2019 222
    2018 210
    2017 207
    2016 202
    2015 181
    2014 127
    2013 118
    2012 108
    2011 102
    2010 94
    2009 84
    2008 75
    2007 66
    2006 59
    2005 52

    Die Anzahl der Aktien hat sich vervierfacht. Somit steigt die absolute Zahl der Summe, die für die Dividendenzahlung aufgebracht werden muss. Ganz anders als die Firmen, welche Aktien zurückkaufen. Wenn man sich die Münchner Rück anschaut, da gibt es Jahre in welchen die absolute Ausschüttungssumme gleich geblieben ist , obwohl die Dividende erhöht worden ist oder die Ausschüttungssumme ist gesunken, wenn die Dividende stagnierte. Münich Re ist nur ein Beispiel. Wenn man sich Swedish Match anschaut, welche die letzten Jahre 2/3 der ausstehenden Aktien zurückgekauft hat, dann wird das noch deutlicher.

    Ich mag Firmen nicht, welche permanent die Anzahl der ausstehenden Aktien erhöht. Das können entweder Wandelschuldverschreibungen gewesen sein oder Kapitalerhöhungen oder weiß der Teufel was hier der Grund ist. Alles nichts für mich.

    Das heißt aber nicht, dass Omega Healthcare ein schlechtes Investment sein muss. Wie gesagt muss Du selber wissen.

    Aber schau doch mal bei Ben im Depot nach. Der hat Omega im Depot und hat diese analysiert. Da gibt es auch interessante Kommentare dazu.

    1. Ein sehr interessanter Kommentar. Einziger Einwand: Wer günstig kauft, hat auch irgendwann eine hohe Dividende. Aber der Zusammenhang des Risikos mit hoher Dividende passt schon meist.

      Ich bin auch eher am Überlegen, in Unternehmen mit stabilerer, moderater Dividende zu investieren. Also ähnlich wie du oder auch Ben.
      Gib uns doch mal einen groben Überblick über deine 10-20 größten Positionen.

    2. Star,
      REITs kaufen Immobilien, und vermieten sie. Von der Miete allein , die dann auch noch zum groessten Teil an die aktionaere ausgezahlt werden, können die REIT s den Kaufpreis der Immobilien nicht stemmen. Sie müssen sich Geld besorgen : in Form von Schulden machen, und in dem sie neue Aktien ausgeben. Geht nicht anders. Die Frage ist dann eher, zu welchen Bedingungen sie sich Geld leihen. In Form von mortgages (riskanter) oder, je nach Ratings , Moodies, S&P, Fitch, auch in Form von ( unsecured ) Bonds. Mit diesem Geld arbeiten dann die REITs. Wichtig ist bei Reits die Qualität der Immobilien und die Qualität der Mieter .
      Und vor allem jetzt in der Virus Kriese ist es für REITs wichtig, so viel wie möglich Cash in der Hand zu haben, weil sie natürlich das reelle Risiko haben, dass ihnen die Mieter kündigen, bzw die Miete nicht bezahlen können, sie selber aber bei Banken und Gläubigern die Schulden und Zinsen bedienen müssen . ( Bei Shopping Mall s ist dieses Risiko am groessten, aroundtown ) Und hier ist dann Management Qualität gefragt. Store Capital zb haben sich weitsichtig im vorraus schon jede Menge Gelder durch Bonds gesichert, Realty Income haben bei Hoechstkursen neue Aktien ausgegeben.

      Earnings : bei REITS macht es wenig Sinn, den Gewinn zu betrachten, da im Gewinn all die vielen Immobilien über zig Jahre abgeschrieben werden. Diese BUCHVERLUSTE (!) drücken natürlich den Gewinn, und liefern ein falsches Bild von der finanziellen Situation der Firma. Die Dividende wird ja auch nicht aus dem Firmengewinn, sondern aus dem Freien Cash Flow bezahlt. Und hier wird bei Reits eine besondere Art des Cash Flows definiert, der FFO , Funds from operations, oder der aFFO, ein FFO abzüglich Sonderausgaben. Bei Reits gibt man dann kein Kurs/Gewinn-Verhaeltniss an, sondern ein Kurs/FFO-verhaeltnis. Und auch die Ausschüttung wird am FFO gemessen. Die ist normalerweise Recht hoch, wegen Steuervorteilen gesetzlich vorgeschrieben . Von 80-100%. Needless to stay : je niedriger, desto sicherer ist die Div.

  4. Also dieser 23.03. war schon ein toller Tag für einen langfristigen Anleger. Ich habe damals quasi meine ganze Cash-Position verpulvert. Zumindest mit Stand heute war dies auch genau richtig gewesen. Es war mein erster richtiger Crash. Ich hatte einfach Glück mit dem Timing.

    Obwohl 3M logischerweise immer ganz vorne in meinem Depot steht, kaufte ich die Aktien an diesem Tag aber erst am Ende und so wurden es nur noch 10 Stück zum Preis von 107,78€. Leider hatte ich nicht mehr Cash zur Verfügung.

    An dem Tag gab es halt auch eine Realty Income für 39,26€, Rio Tinto für 33,08€, McDonald’s für 132,38€, Johnson & Johnson für 106,29€ oder eine Siemens für 68,26€. Da ging zuvor schon ein Großteil meines Cashs drauf…;-)

    Ich denke, dass 3M ein guter Kauf war. Habe jetzt wieder einen kleinen Aktiensparplan drauf laufen. Bei Kursen unter 120€ würde ich aber wohl auch nochmals über einen Einzelkauf nachdenken.

    Mach bitte weiter so mit deiner Seite. Ich finde sie toll und freue mich immer wenn es neue Beiträge gibt!

  5. Danke. War aber, wie gesagt, Glück. An dem Nachmittag war meine Frau mit den zwei Kindern spazieren und ich konnte in Ruhe Aktien shoppen…

    Ich habe mein Depot bei der Consorsbank. Dort ist die Auswahl für Aktiensparpläne vor kurzem noch einmal vergrößert worden. Mittlerweile würde ich mich auch selbst als Aktiensparplansüchtig bezeichnen.
    Ich finde die Consorsbank ist dafür einfach super. Bei anderen Banken gibt es deutlich weniger sparplanfähige Aktien.

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