Geht es eigentlich noch geiziger?

Der Eingang zu IBM
4.5
(34)

Okay, eigentlich müsste ich jetzt gratulieren. Eine weitere Aktie aus meinem Depot hat es in den erlauchten Kreis der Dividendenaristokraten geschafft. Dafür sind 25 Jahre Dividendenerhöhungen am Stück erforderlich.

Wirklich zu feiern gibt es aber nichts. Die letzte Erhöhung hat die Aktie nur mit Ach und Krach geschafft. Eigentlich wäre sie kaum erwähnenswert. Da die Dividende in den letzten Jahren aber das einzig Positive bei dem Wert war, ist die minimale Erhöhung nun besonders enttäuschend.

Welche Konsequenzen ich daraus ziehe und wie die Dividendenabrechnung ausgefallen ist, erfährst Du in diesem Beitrag.

IBM ist einer von drei Techwerten in meinem Dividendendepot und gleichzeitig derjenige mit der höchsten Dividendenrendite. Was in diesem Sektor nicht unbedingt ein Qualitätsmerkmal ist…

Dividendenzahlung

Als neu gebackener Dividendenaristokrat erhöht IBM auch in diesem Jahr wieder die Dividende. 25 Jahre in Folge sind es jetzt. Die Quartalsdividende beträgt nun 1,63 US$ pro Aktie. Das ist gegenüber dem Vorquartal eine Erhöhung um 0,6% oder exakt 1 Cent. Für die 25 Aktien in meinem Depot bedeutet das eine Brutto-Dividende von 40,75 US$. Sie wurde von Trade Republic (hier alle Infos zum Depot *) zum Kurs von 1,131 in Euro umgerechnet. Nach Abzug der Steuern verbleibt eine Brutto-Dividende von 26,82 €. Sie wurde mit Wertstellung 10.06.2020 überwiesen.

Dividendengutschrift IBM im Juni 2020

Perspektiven

Wirklich glänzen konnte IBM seit der Aufnahme in mein Depot nicht. Immerhin: die Dividenden fließen!

2018 wurde Red Hat für 34 Mrd. US$ übernommen und sollte den Umsatz ankurbeln. In seinem Teilbereich ist das auch gelungen, der Einfluss auf den Gesamtkonzern ist aber (noch) zu klein.

Seit April ist nun Arvind Krishna neuer CEO von IBM und soll im Cloud-Bereich und bei Künstlicher Intelligenz für mehr Wachstum sorgen.

IBM konnte Ende 2019 aber auch im globalen Servermarkt gegenüber den Konkurrenten Dell und Hewlett Packard aufholen und kommt nun auf einen Marktanteil von etwa 10%.

Im ersten Quartal musste insgesamt ein Umsatzrückgang von 3,4% auf 17,6 Mrd. US$ ausgewiesen werden. Dabei legte das Cloudgeschäft immerhin um 19% auf 5,4 Mrd. US$ zu. Der bereinigte Gewinn je Aktie sank um 18% auf 1,84 US$.

Im Ergebnis ist es also tatsächlich nur die Dividende, die ein Engagement in IBM-Aktien halbwegs erträglich macht. Ich wünsche mir weiter, dass sich das in absehbarer Zeit ändert und auch das operative Geschäft Lust auf ein Investment macht. Mit einer Dividendenerhöhung von lediglich 0,6% geizt IBM nun leider ziemlich mit einer Erhöhung. Die Erhöhung liegt unterhalb der langjährigen Inflationsrate und ist wohl nur pro-forma erfolgt, um den Status des Dividendenaristokraten zu schaffen. Aufgrund des leicht veränderten Dollarkurses ist die Quartalsdividende in Euro exakt identisch mit der letzten.

Wenn IBM operativ endlich nachhaltig wächst, dann kaufe ich auch gerne weitere Aktien in mein Depot. Bis dahin bleibt IBM eine Halteposition bei mir.

Auf einen Blick:

Unternehmen:IBM
ISIN:US4592001014
Im Divantis-Depot seit:04.12.2017
Letzter Nachkauf am:18.04.2018
Stückzahl im Divantis-Depot:25
Durchschnittskaufkurs inkl. Gebühren:125,66 €
Gesamtkaufpreis:3.141,45 €
Bisher erhaltene Netto-Dividenden:244,99 €
Aktuelle Strategie:Halten und Dividende kassieren

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10 Gedanken zu „Geht es eigentlich noch geiziger?“

  1. Hallo Ben,
    bin erstaunt, dass sie die Dividende erhöhen.
    Die Schulden bei IBM sind enorm.
    Mr. Buffett ist ja schon entnervt ausgestiegen.
    Schöne Grüße
    Uwe

  2. Naja wenn man sich die Dividendenkürzungen von anderen Konzernen anschaut kann man ja eigentlich ganz froh sein, wenn sie Dividende konstant bleibt oder so leicht steigt … :)

  3. Tja, IBM da ist sie wieder.

    Schlechte Firma – schlechte Aktie – schlechte News, wohin man schaut warum sollte man seinem Depot sowas freiwillig antun?

    Haben nicht mal ihre Cloud im Griff:
    https://www.golem.de/news/routing-zu-viel-traffic-verantwortlich-fuer-ibm-cloud-ausfall-2006-149025.html

    Man stellt die Arbeit an der Gesichtserkennung ein:
    https://www.golem.de/news/blacklivesmatter-ibm-stellt-arbeit-an-gesichtserkennung-ein-2006-148970.html

    Mit der Begründung… ok passt halt grad gut rein. Die Wahrheit dürfte sein, dass IBM einfach nicht mehr konkurrenzfähig ist und absolut null Chancen im Wettbewerb mit “richtigen” KI Firmen hat. Nur noch eine Frage der Zeit bis man Watson komplett einstellt und das war es dann mit der KI bei IBM. Natürlich wegen “blacklivesmatter” und nicht weil man erfolglos war/ist ;-) das würde man ja niemals zugeben.

    Tja und zu guter Letzt trennt man sich im großen Stil von Mitarbeitern. Alles um die Dividende noch ingendwie halten zu können: https://www.golem.de/news/corona-ibm-entlaesst-offenbar-tausende-mitarbeiter-2005-148671.html

    Sorry aber IBM hat sowas von fertig. Die RedHat Übernahme wird den Laden nicht retten können, sie stirbt nur langsamer. Noch weitere solche Übernahmen wird sich IBM, bei den Schulden, kaum noch leisten können. Ein paar Jahre wird es die Firma noch geben. Aber ich sage im Jahr 2035 wird man sich an IBM nur noch wage erinnern.

    Bis dahin mein persönliches Kursziel für die Aktie auf 12 Monate sind 90 USD und auf 36 Monate der Bereich um 40 – 60 USD. Die Dividende wird dann nicht mehr zu halten sein. IBM ist “das Nokia” der IT Branche.

    Die Warscheinlichkeit eines Turnaround halte ich für recht gering aber auch nicht für vollkommen unmöglich. Es müssten komplett neue Produkte her, keine Ahnung woher die kommen sollen. Man bräuchte einen harter Schnitt und einen kompletten Konzernumbau. Dafür bräuche es einen CEO der alles auf den Kopf stellt und es bräuchte zusätzlich einen Kulturwandel innerhalb der Firma. Beides sehe ich derzeit nicht. Arvind Krishna hat mehr Ahnung von Software und Cloud Technologie als die “Zahlenschieber Bürokraten” vor Ihm, aber eine Dynamik und so klare Vision wie sie z.B. bei Microsoft, nach der Übergabe des CEO Posten an Satya Nadella entstanden, ist sehe ich nicht.

    VG Tom

  4. @Tom J.
    Das ist ja ein vernichtendes Urteil von dir. Aber im Prinzip muss ich da zustimmen. Mir kam die Red Hat Übernahme damals vor wie eine hektische Aktion in Torschlusspanik – und völlig überteuert.

  5. Hallo Ben,

    ich verstehe deine Enttäuschung über die Geschäftsentwicklung bei IBM, aber auf welchen Betrag sollte die Dividende bei $1.84 Gewinn pro Aktie erhöht werden? Die Ausschüttungsquote ist doch eh schon sehr hoch.
    Da würde ich eher von vernünftig sprechen, nur die Minierhöhung zur Vermeidung der negativen Schlagzeile (doch kein Aristokrat) vorzunehmen. Noch vernünftiger wäre es eigentlich, mal über eine Anpassung der Ausschüttung an die Geschäftsentwicklung nachzudenken.
    Generell abschreiben würde ich IBM nicht, aber ich gebe zu, dass es langsam Zeit wird für innovative Geschäftsideen. Und trotz der Geschäftsentwicklung scheint sich der Aktienkurs immer wieder zu erholen. Es gibt wohl doch Hoffnung am Markt.

    Gruß
    Sven

  6. nachfolgend mal ein paar Zahlen

    IBM Annual Revenue
    (Millions of US $)
    2019 $77,147
    2018 $79,591
    2017 $79,139
    2016 $79,919
    2015 $81,741
    2014 $92,793
    2013 $98,367
    2012 $102,874
    2011 $106,916
    2010 $99,870
    2009 $95,758
    2008 $103,630
    2007 $98,786
    2006 $91,424
    2005 $91,134
    Fazit: Umsatz schrumpft seit Jahren

    IBM Annual Long Term Debt
    (Millions of US $)
    2019 $54,102
    2018 $35,605
    2017 $39,837
    2016 $34,655
    2015 $33,428
    2014 $34,991
    2013 $32,856
    2012 $24,088
    2011 $22,857
    2010 $21,846
    2009 $21,932
    2008 $22,689
    2007 $23,039
    2006 $13,780
    2005 $15,425
    Fazit: Verschuldung steigt seit Jahren

    IBM Annual Shares Outstanding
    (Millions of Shares)
    2019 893
    2018 916
    2017 937
    2016 959
    2015 983
    2014 1,010
    2013 1,103
    2012 1,155
    2011 1,214
    2010 1,287
    2009 1,341
    2008 1,388
    2007 1,457
    2006 1,554
    2005 1,628
    Fazit: Agressiver Aktienrückkauf, letzendlich nur auf Pump. Man hat zwar in 14 Jahren die Anzahl der ausstehenden Aktien halbiert, aber dafür die Kredite 3,5 erhöht.
    Letztendlich werden Aktienrückkäufe und Dividende aus dem Kredit bezahlt. Deshalb kann ja auch der Kurs nicht steigen. Die Firma wird unter dem Strich nicht mehr Wert.

    IBM Annual EPS
    2019 $10.56
    2018 $9.52
    2017 $6.14
    2016 $12.38
    2015 $13.42
    2014 $11.90
    2013 $14.94
    2012 $14.37
    2011 $13.06
    2010 $11.52
    2009 $10.01
    2008 $8.89
    2007 $7.15
    2006 $6.11
    2005 $4.87
    Fazit: Der Gewinn je hat sich in 14 Jahren verdoppelt, aber nur weil sich die Anzahl der Aktien halbiert hat. Letztendlich tritt der Gewinn seit 14 Jahren auf der Stelle.

    Der eine oder andere mag sich an der Dividende ergötzen, vielleicht wird es nach 14 Jahrem Stagnation ja auch irgenwann einmal besser. Die Hoffnung stirbt zum Schluß. Für mich absolut kein “Must have”. Ich werde weiterhin einen großen Bogen um IBM mchen solange es auch noch andere Aktien gibt. Ich wünsche jedem viel Glück und Erfolg mit IBM. Nur der Glaube daran fehlt mir.

      1. Ich bilde mir ein, es diesmal doch klingeln gehört zu haben da war doch so ein bimmelbimmelton in der Luft ! Bin ich denn der einzige, der dies gehört hat ?

        Ich bin zwar kein Trader mehr, ( Gott sei Dank ! ) , aber ich stelle mir das Scenario für die naechsten 3-4 Wochen so vor :
        es wird runter gehen !
        Aber nicht mehr so wie vor 2 Monaten. Die Umsätze werden geringer sein. Das gibt den Profis , die mit ihrem Geld bisher grummelnd auf der Seitenlinie verharrten, die Möglichkeit, die Fallgeschwindigkeit zu manipulieren. Die Profis brauchen ein LANGSAMES Fallen. ( Ein Warren Buffet kann sich keinen Elefanten fangen, falls es wieder mal zu einer scharfen V Korrektur kommt !) Ein langsames Fallen ist aber sehr nervend für die Kleinanleger ( vor allem fuer die, die jetzt neu an der Boerse eingestiegen sind. Und die werden dann ganz zum Schluss entnervt aussteigen.

        Um das tief auszuloten, muss man sich selbst beobachten. Dann, wenn es einem selbst am schlechtesten geht, wenn man eigentlich so weit ist, dass man jetzt doch verkaufen will, aus einer Art Ohnmacht heraus, ( oder, Ben, wenn man sagt : “ich hab schon mal bessere Laune gehabt !” 🙂 ) , dann ist man recht nahe am Tiefpunkt !!!!! Und die Profis wissen ganz genau, wie sich der Otto-Normal-Boersianer fühlt.

        Sollte ich Recht haben, wird sich also der neigungswinkel im Chart recht bald abschwaechen und diesmal langsam, aber stetig die nächsten Wochen nach unten driften. Holprig ! Und es werden dann wieder jede Menge schlechter Nachrichten verbreitet werden. Taktik der Marktmanipulatoren ! Das steigen an der Boerse ist jetzt, so denke ich, jetzt erst mal vorbei. Aber langfristig, also auf 10- 15 Jahren, sehr ich sehr rosige Zeiten für uns kommen. Deshalb : wir sollten dann die Chance nutzen. Wir werden
        jede Menge schöner Einkaufsmöglichkeiten bekommen. Ich werde dann meine bodenständigen werte weiter aufstocken : JnJ , Coca , realty income, Red Electrica , S&P – ETF, China-Werte, etc.

        PS : wenn es jetzt abwärts geht, und unten bleibt, hat das auch einen weiteren Vorteil : es verringert die Chancen für Trump, wieder gewählt zu werden. Naja, für so manches muss man halt mal Opfer bringen !

        Macht das Beste draus !

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