Bei der letzten Quartalszahlung hatte ich noch einen Silberstreif am Horizont gesehen und die Vision einer Turnaroundstory für die Aktie gehabt.
Was danach folgte war eine böse Überraschung: Das Management gab eine Aufspaltung des Konzerns bekannt, verbunden mit einer baldigen Dividendenreduzierung. Und das zarte Pflänzchen namens Aktienkurs verlor komplett seine Erholungsdynamik und rund 15% an Kurswert.
Beim Blick auf die neuesten Quartalszahlen bin ich immer noch ratlos über die Aufspaltung, zeigt sich doch gerade jetzt eine positive Entwicklung im abzuspaltenden Bereich.
Warum das für mich als Aktionär auf lange Sicht aber trotzdem eine Erfolgsstory werden könnte und wie ich mich jetzt positioniere, erfährst Du in diesem Beitrag.
Für die Überraschung sorgte AT&T (hier vorgestellt) und wir haben darüber auch direkt in den Kommentaren diskutiert. Inzwischen ist die Sicht für mich klarer. Ich bleibe voll investiert und kassiere zunächst einmal bis zur Abspaltung die satten Dividenden.
Dividendenzahlung
AT&T zahlt erneut eine Quartalsdividende von 0,52 US$ je Aktie. Für meine meine 300 Aktien im Dividendendepot ergibt das eine Brutto-Dividende von 156 US$. Sie wurde vom Smartbroker zum Kurs von 1,1917 in Euro umgerechnet. Nach Abzug der Steuern verbleibt eine Netto-Dividende von 97,46 €. Sie wurde mit Wertstellung 02.08.2021 überwiesen.

In meinem Optionsdepot habe ich übrigens weitere 100 AT&T-Aktien und dafür dort 52 US$ Brutto-Dividende erhalten. Das aber nur am Rande der Vollständigkeit halber.
Perspektiven
Bei AT&T zeigt sich leider, wie schlecht ein Management sein kann. Erst kauft man im Jahr 2017 – völlig überteuert – das Medienunternehmen TimeWarner und verschuldet sich dafür erheblich. Und jahrelang wird das als besonderer strategischer Schritt deklariert. Hin zu einem integrierten Telemedienkonzern. Mit exklusiven Inhalten und dem direkten Kundenzugriff auf den Endgeräten.
Dann wird groß in das TV-Streaming investiert und auf einmal, nur 4 Jahre nach dem Kauf, wird der Verkauf der Mediensparte bekannt gegeben. Übrig bleibt ein erheblicher Abschreibungsbedarf und vernichtete Milliarden Dollar.
Und als Aktionär blicke ich fassungslos auf das Geschehen. Im Nachhinein ist man immer schlauer und ich hätte früh die Reißleine ziehen sollen. Stattdessen habe ich an die Zukunftsaussichten geglaubt und mich natürlich auch von der hohen Dividendenrendite beeinflussen lassen.
Gut, ich habe wenigstens bis heute kein Geld verloren. Dafür haben die hohen Dividenden gesorgt. Aber AT&T hat leider auch keinen positiven Beitrag zur Wertentwicklung meines Depots geleistet. Und so sind es nun mal verschenkte Jahre gewesen.
Warum ich jetzt trotzdem investiert bleibe?
Weil ich die Hoffnung habe, dass es nach der Abspaltung tatsächlich besser wird. Bei den letzten Quartalszahlen zeigte sich, dass AT&T im Telekommunikationsbereich wächst und auch das Streaming-Geschäft mit HBOMax Zuwächse generiert. Offenbar ist man sogar in den USA in der Lage, Abonnenten von Netflix herüberzuziehen.
Und wenn alles nach Plan läuft, dann werden die AT&T-Aktionäre Mitte des nächsten Jahres zusätzlich zu ihren AT&T-Aktien neue Aktien des fusionierten Mediengeschäfts von TimeWarner und Discovery erhalten (im Verhältnis 71% zu 29% gegenüber den Discovery-Aktionären). Geleitet wird das neue Unternehmen vom bisherigen Discovery-Chef.
Und dieses Medienunternehmen wird einer der größten Player weltweit sein. Der Umsatz im Jahr 2023 wird auf rund 52 Mrd. US$ geschätzt, mit einem EBITDA von 14 Mrd. US$ und einem freien Cash-Flow von rund 60%.
AT&T selbst wird sich dann auf das Kerngeschäft Telekommunikation konzentrieren und erwartet zukünftig ein Umsatzwachstum im niedrigen einstelligen Bereich. EBITDA und der Gewinn je Aktie sollen durchschnittlich im mittleren einstelligen Bereich wachsen. Die Verschuldungsquote soll trotz der erheblichen Investitionen in das 5G-Netz auf komfortablere 2,5 (NetDebt ./. EBITDA) sinken.
Mit dem Vollzug der Transaktion wird AT&T seine Ausschüttungen anpassen. Es sollen dann 40 bis 43% des freien Cash-Flows als Dividende ausgeschüttet werden. Derzeit liegt die Quote noch bei 55-60% und der freie Cash-Flow ist natürlich deutlich höher.
Es ist müßig, jetzt schon eine Dividendenrendite zu errechnen. Fest steht allerdings:
- bis Mitte nächsten Jahres (also voraussichtlich noch 3 Quartalsdividenden) bleibt die Dividende von AT&T auf dem aktuellen Niveau
- auch danach wird AT&T noch eine attraktive Dividende zahlen
- das abgespaltene Medienunternehmen ist ebenfalls dividendenfähig, wird aber vermutlich eher in Wachstum investieren.
Für das gesamte Jahr 2021 hat AT&T übrigens seine Guidance erhöht: Der Umsatz soll nun um 2-3% wachsen (zuvor: +1%) und der Gewinn je Aktie ebenfalls leicht wachsen (vorher: stabil bleiben).
Bewegt sich der Aktienkurs nicht wesentlich nach Oben, dann bleibe ich mit meinen 300 Aktien unverändert investiert und nehme an der Aufspaltung teil. Bei Kursen ab 33 US$ würde ich aber vermutlich Gewinne mitnehmen und dann nach dem Spin-Off neu entscheiden, ob und wie ich in die beiden Aktien investiere.
Auf einen Blick:
| Unternehmen: | AT&T Inc. |
| ISIN: | US00206R1023 |
| Im Divantis-Depot seit: | 25.06.2013 |
| Letzter Nachkauf am: | 20.03.2020 |
| Stückzahl im Divantis-Depot: | 300 |
| Durchschnittskaufkurs inkl. Gebühren: | 30,26 € |
| Gesamtkaufpreis: | 9.079,00 € |
| Bisher erhaltene Netto-Dividenden: | 2.130,56 € |
| Aktuelle Strategie: | Halten und Dividende kassieren |

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