Momentum ist der Begriff dafür, wenn etwas gut läuft und es dann einfach so weitergeht. Es ist wie ein Schwungrad: einmal in Bewegung, ist es zunächst schwer zu stoppen.
Und genauso ist es aktuell mit meiner besten Aktie des letzten Jahres: 2023 legte sie wahnsinnige 82% Plus vor. Und steht nun – nach nur einem Quartal – schon wieder bei +27%.
Addiert ist das ein Anstieg seit Beginn des letzten Jahres um mehr als 130%. Und das Beste daran: es ist keine kleine Position in meinem Depot! Mittlerweile ohnehin schon nicht mehr, aber ich war auch schon vorher ordentlich investiert.
Und damit zeigt sich wieder einmal: die Streuung im Depot ist der Schlüssel für mich, eben auch solche Topperformer dabei zu haben. Sie sind dann am Ende ausschlaggebend dafür, dass die durchschnittliche Performance des Depots gut ausfällt.
Wie ich die Perspektiven des Unternehmens nun einschätze und ob es mit dem Kursanstieg noch weitergehen kann, erfährst Du in diesem Beitrag.
Erst im August 2020 – also vor nicht mal 4 Jahren – bin ich beim Zulieferer der Halbleiterindustrie Lam Research eingestiegen. Und seitdem habe ich sieben Mal nachgekauft. Hier habe ich über die Depotaufnahme ausführlich berichtet. Insgesamt habe ich 18 Aktien im Depot und mein Ziel ist eigentlich eine runde Stückzahl von 20. Allerdings hat mir der Höhenflug einen Strich durch die Rechnung gemacht.
Das Chartbild zeigt allerdings deutlich, dass die Aktie auch Schwächephasen hat. Das Halbleitergeschäft gilt als zyklisch und so ging es im Jahr 2022 auch ordentlich abwärts. Seit 2023 nun der steile Anstieg, die auch mit dem KI-Hype zu tun hat:

Dividendenzahlung
Lam Research zahlt erneut eine Quartalsdividende von 2,00 US$ je Aktie. Für meine 18 Aktien ergibt das eine Brutto-Dividende von 36,00 US$. Sie wurde von flatex zum EZB-Referenzkurs von 1,0783 in Euro umgerechnet. Nach Abzug der Quellensteuern (komischerweise ohne Kapitalertragsteuer) verbleibt eine Netto-Dividende von 28,38 €. Sie wurde mit Wertstellung 03.04.2024 überwiesen.

Annualisiere ich die Quartalsdividende, dann zahlt Lam Research eine Jahresdividende von 8,00 US$. Bei einem Aktienkurs von 957 US$ ergibt das eine Dividendenrendite von 0,8%. Da Lam Research seine Dividende üblicherweise jährlich erhöht, dürfte bei einem heutigen Kauf die tatsächliche Jahresdividende höher liegen. Bleibt es beim bisherigen Turnus, dann wird die Quartalsdividende mit der Oktober-Zahlung wieder höher sein.
Meine persönliche Dividendenrendite (Yield on Cost) profitiert von meinem Einstandskurs. Für die 18 Aktien habe ich insgesamt 6.802,20 € bezahlt. Rechne ich die Quartalsdividende mit identischem Wechselkurs auf eine Jahresdividende hoch, dann liegt diese bei 133,54 €. Das entspricht einem YoC von 2,0%. Das ist zwar auch noch nicht prickelnd, aber angesichts der historischen Steigerungsraten befindet sich meine persönliche Dividendenrendite auf gutem Weg.
Perspektiven
Es ist schon atemberaubend, wenn eine Aktie aus dem eigenen Depot eine solche Entwicklung hinlegt. Gefühl sind es ja oft gerade die Aktien, die man nicht hat, die steigen. Und die dann dafür sorgen, dass man das Gefühl hat, etwas zu verpassen.
Bei Lam Research hatte ich vergleichsweise früh auf die Entwicklung zu einem der wichtigsten Zulieferer der Halbleiterindustrie gesetzt. Ich war und bin überzeugt davon, dass das Wachstum in diesem Sektor zwangsläufig auch Lam Research nützt. Und so war ich auch im Juli 2022 mutig genug, bei 398 US$ meinen bisher letzten Nachkauf zu tätigen. Aus der Überzeugung heraus, dass langfristig kein Weg an Lam Research vorbei führt.
Nun kratzt die Aktie an der Marke von 1.000 US$. Dass es so schnell so aufwärts gehen würde, damit hatte ich ehrlicherweise auch nicht gerechnet. Noch vor drei Monaten bei meinem letzten Beitrag über Lam Research lag der Aktienkurs bei 736 US$. Und da hatte ich auf einen Rückgang gesetzt und geschrieben, dass ich mir unterhalb von 600 US$ die Aktie noch mal näher anschauen und unter 400 US$ sicher nachkaufen würde. Davon sind wir nun meilenweit entfernt!
Die Rallye startete mit den Quartalsergebnissen, die am 24. Januar veröffentlicht wurden. Danach erreichte Lam Research im Schlussquartal 2023 einen Umsatz von 3,76 Mrd. US$. Ein Plus von 7,9% gegenüber dem 3. Quartal 2023. Er führte zu einem Gewinn je Aktie von 7,22 US$ (US-Gaap). Das war ein Quartalsanstieg von 8,4%.
Damit übertraf Lam Research die Erwartungen, blieb aber innerhalb der eigenen Prognosespannbreite. Denn erwartet war ein Umsatz von 3,7 Mrd. US$ (+/- 300 Mio. USS) und ein Gewinn je Aktie von 6,78 US$ (+/-0,75 US$).
Das reichte aber zum weiteren Anstieg des Aktienkurses. Im Gesamtjahr 2023 erzielte Lam Research damit einen Umsatz von 14,3 Mrd. US$ (nach 19,0 Mrd. US$$ in 2022) und einen Gewinn je Aktie von 27,33 US$ (Vorjahr: 37,31 US$). Bei einem Aktienkurs von 957 US$ ergibt das ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 35. Das ist sehr deutlich über den Bewertungsniveaus, die ich in den letzten vier Jahren bei Lam Research gesehen habe.
Und diese Bewertung zeigt auch die Euphorie, die sich durch den KI-Hype im Aktienkurs abbildet. Schaut man sich die am meisten bewunderten Unternehmen der Halbleiterindustrie an, dann rankt Lam Research dort auf dem vierten Platz hinter Nvidia, AMD und TSMC. Und in dieser Gruppe sehen viele Investoren offenbar auch den Aktienkurs.
Ich hoffe nur, dass Lam Research die Erwartungen auch erfüllen kann. Die nächsten Quartalergebnisse sind bereits für den 24. April angekündigt. Und für das 1. Quartal 2024 erwartet das Unternehmen erneut einen Umsatz von 3,7 Mrd. US$ (+/- 300 Mio. USS) und einen Gewinn je Aktie von 6,90 US$ (+/-0,75 US$).
Sollte die Prognose deutlich übertroffen werden, kann das bedeuten, dass dann die 1.000 US$-Marke fällt. Wenn nicht, dann kann es aber auch ganz schnell um 100 oder 200 US$ runtergehen.
Ich selbst verstehe zu wenig von der Halbleiterindustrie, um endgültig beurteilen zu können, ob eine Neubewertung von Lam Research erforderlich ist. Was ich aber sehe ist, dass ein Unternehmen wie Nvidia deutlich höher bewertet ist und damit die überragende Marktstellung bei Hochleistungsprozessoren für KI-Rechenoperationen goutiert wird. Und ich weiß, dass Lam Research von diesem Wachstum ebenfalls profitiert.
Trotzdem steht für mich fest, dass ich auf diesem Kursniveau nicht nachkaufen werde. So wichtig ist es mir dann auch, von 18 auf 20 Aktien aufzustocken. Lieber freue ich mich weiter an meinen günstigen Einstiegskursen und begleite das Unternehmen mit einem entsprechenden Puffer auf den Aktienkurs in den nächsten Jahre. Denn KI-Hype hin oder her – das Geld muss erst mal verdient werden. Und deshalb kaufe ich die Aktie jetzt nicht auf dem absoluten Allzeithoch bei Gewinnen, die deutlich unterhalb bisheriger Rekordergebnisse liegen.
Der Depotanteil von Lam Research im Dividendendepot ist innerhalb der letzten drei Monate von 2,6% auf 3,3% gestiegen. Damit fühle ich mich auch – unabhängig vom Aktienkurs – ausreichend investiert.
Und vielleicht gibt es ja auch bald mal einen Aktiensplit, der meine Aktienposition sowieso verändert. Bei einem Verhältnis 1:5 hätte ich dann ja auch auf einmal 90 Aktien. Aber an der hohen Bewertung würde sich dadurch natürlich nichts ändern.
Auf einen Blick:
| Unternehmen: | Lam Research Corp. |
| ISIN: | US5128071082 |
| Im Divantis-Depot seit: | 28.08.2020 |
| Letzter Nachkauf am: | 13.07.2022 |
| Stückzahl im Divantis-Depot: | 180 |
| Durchschnittskaufkurs inkl. Gebühren: | 37,79 € |
| Gesamtkaufpreis: | 6.802,20 € |
| Bisher erhaltene Netto-Dividenden: | 433,41 € |
| Aktuelle Strategie: | Halten und Dividende kassieren |
| für diesen Beitrag verwendete Quellen: |
| Lam Research Corporation Reports Financial Results for the Quarter Ended December 24, 2023 |
| 2024 semiconductor industry rankings |


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