Was Dich hier erwartet:
Dieser Börsenmonat ist seinem Ruf gerecht geworden. Zwar gab es keinen Crash, aber es ging deutlich gen Süden. Und das, nachdem es zu Monatsbeginn noch alles halbwegs rosig aussah. Umso heftiger dann der Rückschlag in der zweiten Monatshälfte.
Als regelmäßiger Leser von Divantis hatte ich ja bereits auf die Unsicherheiten vor der US-Präsidentenwahl und die Saisonalität hingewiesen. Ich selbst hatte mir vorgenommen, mich bis dahin auch zurückzuhalten.
Was daraus geworden ist, wie meine anderen Anlagen im Oktober gelaufen sind und wie mein Plan für den November aussieht, erfährst Du in diesem Beitrag.
Aktienkäufe
Im Oktober habe ich erstmals seit langer Zeit, genau genommen seit Dezember 2018, keine Aktien gekauft. Halt, ganz stimmt das nicht, denn mein Sparplan auf den Nasdaq 100 über 25 € wurde natürlich wieder ausgeführt.
Ich hatte mir vorgenommen, vor den US-Präsidentschaftswahlen etwas vorsichtiger zu agieren. Und das habe ich mit der Kaufzurückhaltung umgesetzt. Am letzten Handelstag des Oktober habe ich dann doch noch ernsthaft überlegt, ob ich nicht doch kaufen sollte. Denn es war der Tag der Aktie. Ich habe aber keinen DAX-Konzern gefunden, bei dem ich zu diesen Kursen unbedingt kaufen muss. Dazu aber mehr beim Ausblick am Ende des Beitrags!
Aktienverkäufe
Auch im Oktober habe ich keine Aktien verkauft. Mein letzter Verkauf waren diese Aktien im August 2019.
Dividendenerträge
Der Oktober ist traditionell mein dividendenschwächster Monat. Meine Dividendenerträge lagen deshalb nur bei netto 159,30 €. Das ist ein Plus gegenüber dem Vorjahres-Oktober von 13,7%. Ich erhielt die folgenden Dividenden:
Nach 10 Monaten liege ich bei den Dividendenerträgen nun gegenüber dem Vorjahreszeitraum bei einem Plus von 2,9%.
P2P-Kredite
Im Oktober erzielte ich Erträge aus P2P-Krediten in Höhe von 20,92 €. Meine Erfahrungen der ersten zwei Jahre P2P-Kredite habe ich hier dargestellt. Meine größte Plattform ist weiterhin Mintos. Mein Bestand in P2P-Krediten beträgt derzeit 2.941 €. Verteilt auf die einzelnen Plattformen bin ich aktuell so investiert:
| Plattform | aktueller Stand | investierte P2P-Kredite | eröffnet |
|---|---|---|---|
| Mintos | 384 € | 0 (in Rückforderung) | 08/2018 |
| viainvest | 81 € | 7 | 11/2018 |
Eine Übersicht zu den einzelnen Plattformen und meine Intentionen zum P2P-Investment findest Du hier.
Crowdinvesting
Im Oktober habe ich erstmals über meine bisherigen Erfahrungen mit Crowdinvesting berichtet und auch in neue Projekte investiert. Insgesamt habe ich im Oktober 1.300 € neu investiert. Zusätzlich zu den im Beitrag bereits genannten Projekten, habe ich auch noch in das neue Projekt „Atelierwohnungen an der Burg“ von Engel & Völkers Digital Invest * investiert. Das Projekt ist so gut angenommen worden, dass es innerhalb eines Tages vollständig finanziert war. Die ersten Zinsen erwarte ich nun zum 31.12.2020. Als registrierter Anleger von Engel & Völkers Digital Invest erhältst Du auf Wunsch auch einen Newsletter und erfährst so rechtzeitig von neuen Projekten. Und oft heißt es dann schnell sein!
Einkünfte aus Renten-ETFs
In diesem Beitrag hatte ich mein Rentenfonds-Portfolio dargestellt, ein Update hatte ich im April hier veröffentlicht. Die Erträge aus diesem Portfolio beliefen sich im Oktober auf 20,01 € netto.
Depotperformance
Im Monatsverlauf sank mein Depot wieder deutlicher, obwohl es zeitweise sogar die 400k-Marke überschritten hatte. Der Depotwert liegt nun bei 369.107 €. Im Monatsverlauf steht ein Ergebnis von -5,0%. Das Kursdepot war erneut besser – wenn auch nicht viel – und lag bei -4,5%.
Top-Werte waren BlackRock (+6,4%), Lam Research (+3,6%) und Metsä Board (+2,3%).
Schwächste Werte waren SAP (-31,1%), Siemens Energy (-18,7%) und Danone (-14,2%).
Die Volatilität meines Depots lag im Oktober bei 3,6%.
Immobilie
Über meine Wohnung in Leipzig habe ich zuletzt mit einem Update berichtet. Nach Abzug der Gebühr für die Sondereigentumsverwaltung erhielt ich erneut eine Mieteinnahme von 864,25 € (inkl. Nebenkosten). Das Hausgeld beträgt 246,00 €. Meine Nettomieteinnahme liegt also bei 618,25 €. Für den Immobilienkredit zahlte ich Zinsen in Höhe von 283,94 €. Ich erzielte somit einen Überschuss von 334,31 €.
Da inzwischen die tilgungsfreie Zeit bei den KFW-Mitteln vorbei ist, habe ich jedoch einen negativen monatlichen Cash-Flow. Die monatliche Annuität liegt bei 1.216,80 € (Zins & Tilgung).
Die Verschuldung der Wohnung liegt zum Ende Oktober bei 275.850,50 €.
Dividendenveränderungen
McDonald’s: Erhöhung der Quartalsdividende von 1,25 US$ auf 1,29 US$ (+3,2%)
Jahresziele 2020
Für das Jahr 2020 habe ich mir verschiedene Ziele gesetzt, über deren Erreichung ich jeweils monatlich berichte:
| Status | Trend | |
| Netto-Dividendenerträge von 11.000 € | 9.054 € | negativ |
| Aktienkäufe für 18.000 € | 28.121 € | übertroffen |
| Depot wächst auf mindestens 52 Titel | 59 | übertroffen |
| Bestand von 20.000 € in P2P-Krediten | 2.941 € | negativ |
| Transaktionsgebühren unter 100 € p.a. | 90,45 € | negativ |
Gegenüber dem Vormonat gab es wenig Bewegung bei den Jahreszielen. Logisch, da ich ja keine Aktien ge- oder verkauft habe. Mit Sicherheit werde ich auch das Ziel für die Aktienkäufe und das Titelwachstum erreichen.
Um das Ziel der Transaktionsgebühren zu erreichen, „darf“ ich in den letzten zwei Monaten nur noch wenig Gebühren zahlen. Ich werde deshalb erneut das Angebot beim Smartbroker nutzen und dort ab 500 € gebührenfrei über gettex kaufen. Und auch bei Trade Republic mit 1 € Gebühren pro Aktienkauf habe ich noch etwas Luft!
Ausblick auf November 2020
Jetzt sind es nur noch wenige Tage, bis die US-Präsidentenwahl stattfindet. Und hoffentlich sind es auch nur noch wenige Tage, bis das Ergebnis feststeht. Und hoffentlich wird es dann auch von Donald Trump und Joe Biden anerkannt. Egal, wer der Sieger sein wird. Die Börse mag keine Unsicherheit!
Und wir alle haben nun lange genug gewartet. Jetzt wollen wir auch endlich wissen, mit wem wir es in den nächsten vier Jahren zu tun haben werden.
Für die Zeit nach den Wahlen wird von vielen Analysten nun ein Rückschlag an den Börsen erwartet. Ich glaube an das Gegenteil. Denn den Rückschlag hatten wir ja schon im Oktober und damit ist eigentlich auch schon jedes Wahlergebnis irgendwie eingepreist. Ich stelle mich deshalb eher auf eine kleine Rallye ein.
Vorausgesetzt natürlich, es gibt ein klares Wahlergebnis. Wenn das vorliegt, dann wird sich die Börse das Ergebnis schön reden. Entweder heißt es bei einem Trump-Sieg, dass er ja der wirtschaftsfreundliche Kandidat sein und man eben mit den Unsicherheiten (Twitter etc.) leben müsse. Oder bei einem Biden-Sieg freut man sich auf eine neue Verlässlichkeit und sieht endlich konsequente Maßnahmen gegen Corona. Und dann werden Statistiken aus der Tasche gezogen, dass unter demokratischen Präsidenten die Börse besser lief.
Ich selbst plane, im November wieder zu den Käufern von Aktien zurückzukehren. Der Oktober war eine Besonderheit und es hat sich gut angefühlt, auch einmal den eigenen Vorsatz umzusetzen. Jetzt will ich aber wieder mindestens einen Kauf tätigen. Da der November auch wieder ein stärkerer Dividendenmonat für mich ist, steht dann auch wieder frisches Geld zum Investieren zur Verfügung.
In Europa werden wir sicherlich noch weiterhin schlechte Stimmung haben. Die Corona-Fallzahlen steigen weiter an und die Lockdown-Maßnahmen lassen uns das auch nicht ausblenden.
Auf meiner persönlichen Watchlist haben sich in den letzten Tagen nach den Kursverlusten meine Depotwerte SAP, Danone, Novartis und Talanx nach Vorne geschoben. Allerdings habe ich die drei ersten Werte dieses Jahr bereits gekauft und von Talanx habe ich eigentlich genug Aktien im Depot.
Ich liebäugele deshalb immer noch mit einem kleineren Nachkauf bei Coca-Cola. Einfach deshalb, weil ich meine Position perspektivisch aufstocken will und die Aktie vom Jahreshoch gute 20% entfernt ist. Außerdem würde ich dann die Dividendenzahlung im Dezember direkt noch ein bißchen pushen, auch wenn die 0,41 US$ Quartalsdividende natürlich nicht mehr das Jahresziel meiner Dividendenerträge retten können. Die Aktie notiert ab 30.11. exDividende.
Und etwas ungewöhnlich für mich, steht auch eine Aktie im Depot auf meiner Verkaufs-Beobachtungsliste. Sie notiert seit Jahresbeginn über 20% im Plus, ohne das dies durch Geschäftszahlen oder verbesserte Aussichten gerechtfertigt wäre. Wenn sie im November die 70 €-Marke wieder deutlich übertrifft, dann werde ich mich voraussichtlich von der Hälfte meiner Position trennen. Leider habe ich die Aktie im Depot bei Maxblue, so dass beim Verkauf doch relativ hohe Gebühren anfallen.
Wie sind Deine Pläne für den November? Wartest Du auch gespannt auf das Ergebnis der US-Wahl? Und glaubst Du an eine Jahresendrallye? Schreib gerne einen Kommentar – lass uns diskutieren!


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