Sehr guter Start – jetzt muss geliefert werden

Mobilfunkmast
4.7
(27)

Nach der gelungenen Neuemission von Siemens Healthineers vor 3 Jahren hatte ich mich im März wieder einmal an eine Neuemission herangetraut.

Allein dieser Abstand zeigt schon, dass ich da sehr zurückhaltend bin und lieber eine Aktie erst einmal einige Zeit beobachte, bevor sie den Weg in mein Depot findet.

Nun folgte aber schon die erste Dividendenzahlung nach der kurzen Börsennotiz und es ist Zeit für ein erstes Resümee. Und das fällt durchweg positiv aus. Der Start war sehr gut und die Richtung stimmt.

Welche Ziele das Management nun erreichen will und wie ich die Perspektiven der Aktie einschätze, erfährst Du in diesem Beitrag.

Das Geschäftsmodell von Vantage Towers, der Mobilfunkmastentochter von Vodafone, hatte ich bereits ausführlich vorgestellt. Und dort auch die Vor- und Nachteile der Neuemission diskutiert.

Ich habe nach der Zuteilung der Neuemission 200 Aktien von Vantage Towers dauerhaft in mein Dividendendepot genommen. Der Emissionskurs lag bei 24 €.

Dividendenzahlung

Vantage Towers zahlt erstmals eine Dividende, je Aktie werden 0,56 € ausgeschüttet. Für die 200 Aktien in meinem Depot ergibt das eine Brutto-Dividende von 112 €. Da die Dividende laut der Dividendenbekanntmachung (weder in der Einladung zur Hauptversammlung noch im Geschäftsbereich gab es vorab eine Info dazu) in vollem Umfang aus dem steuerlichen Einlagenkonto gemäß § 27 Körperschaftssteuergesetz gezahlt wurde, erfolgt kein Steuerabzug und die Netto-Dividende ist ebenfalls 112,00 €. Sie wurde mit Wertstellung 02.08.2021 überwiesen.

Dividendengutschrift Vantage Towers im August 2021

Steuerlich habe ich dadurch allerdings nur einen Liquiditätsvorteil. Mein Einstandskurs der Aktien wird nämlich in Höhe der Ausschüttung reduziert und ich muss dann bei einem Verkauf eine höhere Kapitalertragsteuer auf den Veräußerungserlös zahlen. Sollte ich die Aktien aber bis an mein Lebensende behalten, dann müssen sich meine Erben um die Versteuerung kümmern.

Perspektiven

Die Performance der Aktie war zunächst einige Wochen lang dürftig. Wer wollte, konnte ganz entspannt einsteigen. Es sah sogar so aus, als hätten die Konsortialbanken anfangs einige Mühe gehabt, den Aktienkurs über den 24 € zu halten.

Ich hatte keine Sorgen, dass die Aktie nachhaltig unter den Emissionskurs sinken würde. Denn klar war und ist ja, dass Vodafone als größter Anteilseigner weitere Aktien von Vantage Towers platzieren will. Schließlich sollen die Schulden der Mutter reduziert werden und der Emissionserlös war nicht so hoch wie ursprünglich erhofft.

Nach dem schleppenden Börsenstart ging es dann aber plötzlich in größeren Schritten aufwärts. Und auf einmal wurde die 30 €-Marke geknackt. Da waren einige Investoren auf den Zug aufgesprungen und wollten die Aktie noch vor der Hauptversammlung und Dividendenzahlung ins Depot nehmen.

Diese 6 € Kurszuwachs entsprechen dann auch schon 25% Gewinn auf den Emissionskurs. Innerhalb von 4 Monaten ist das eine ansehnliche Performance!

Nun muss Vantage Towers aber auch liefern. Das A und O ist die Vermietung der Masten an andere Mobilfunkanbieter außer Vodafone. Die Mietquote liegt bisher deutlich unter den Wettbewerbern wie American Towers oder Crown Castle, die im Schnitt 2,0 bis 2,5 Mieter pro Standort haben. Vantage Towers kommt nach der jüngsten Quartalsmitteilung gerade einmal auf 1,41.

Mittelfristiges Ziel ist eine Quote von 1,5. Der entscheidende Hebel liegt dabei in Deutschland mit 19.400 Makrostandorten und einer Vermietungsquote von nur 1,21.

Die Mietquote ist auch entscheidend für ein Wachstum des Umsatzes. Denn Mieterhöhungen sind nur schwerlich durchzusetzen, in der Regel sind die Mietverträge indexiert und mehr als ein Inflationsausgleich ist deshalb nicht realistisch. Im 1. Quartal des Geschäftsjahres (April bis Juni 2021) wuchs der Umsatz deshalb auch nur um 2,1%. Im gesamten Geschäftsjahr wird ein Wachstum im mittleren einstelligen Bereich (also 4-6%) angestrebt.

Der Aktienkurs hat auf der einen Seite bereits eine gute Performance hingelegt. Da liegt der Verdacht nahe, dass schon einiges an zukünftigem Wachstum eingepreist ist. Andererseits sollte man nicht vergessen, dass die Bookbuildingspanne bei 22,50 € bis 29,00 € je Aktie lag. Und die Aktie damit jetzt gerade mal am oberen Ende dieser Spanne notiert.

Die aktuelle Bewertung bewegt sich in der Region eines Kurs-Gewinn-Verhältnisses von 30. Das ist auf den ersten Blick nicht günstig. Von Analysten wird jedoch in den nächsten Jahren ein weiteres Umsatzwachstum erwartet, bis 2025 soll er um fast 50% steigen. Und aufgrund der sicheren Cash-Flows aus den Mieterlösen wird der Aktie generell ein höheres KGV zugebilligt.

Ich fühle mich mit meinen 200 Aktien sehr wohl. Zukäufe plane ich nicht, dafür ist mir zu wenig Dynamik im Geschäft. Eine weitere Kurssteigerung sehe ich ohne Erfolgsmeldungen von Vertragsabschlüssen über größere Vermietungen nicht. Die Aktie ist aus meiner Sicht derzeit eine Halteposition.

Auf einen Blick:

Unternehmen:Vantage Towers AG
ISIN:DE000A3H3LL2
Im Divantis-Depot seit:18.03.2021
Letzter Nachkauf am:--
Stückzahl im Divantis-Depot:200
Durchschnittskaufkurs inkl. Gebühren:24,21 €
Gesamtkaufpreis:4.841,60 €
Bisher erhaltene Netto-Dividenden:112,00 €
Aktuelle Strategie:Halten und Dividende kassieren

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