Nachkaufgelegenheit verpasst – und nun?

4.4
(42)

Nachdem ich 11 Jahre keinen Nachkauf in einer meiner Aktienpositionen getätigt hatte, habe ich im letzten Jahr begonnen, in einem separaten Depot aufzustocken.

Separat deshalb, um die steuerfreien Aktien im Altbestand isoliert zu lassen. Um so bei einem etwaigen Verkauf keine Vermischung zu haben. Und ich hatte fest vor, in diesem Jahr noch einmal nachzulegen. Aber irgendwie habe ich das Gefühl, dass mir die Nachkaufkurse weggerannt sind.

Die Aktie notierte viele Monate deutlich unter ihrem Jahreshoch. Doch mittlerweile hat sie es wieder im Blick.

Warum ich den Nachkauf noch nicht ganz aus meinen Gedanken streiche und welche Dividende ich gerade erhalten habe, erfährst Du in diesem Beitrag.

Coca-Cola ist eine der drei Aktienpositionen, die ich noch vor Inkrafttreten der Abgeltungssteuer in mein Depot genommen habe. Hier habe ich das Unternehmen ausführlich vorgestellt. Die anderen beiden sind übrigens BASF und McDonald’s.

Dividendenzahlung

Coca-Cola zahlt erneut eine Quartalsdividende von 0,41 US$ je Aktie. Für die 125 Aktien in meinem Depot ergibt das eine Brutto-Dividende von 51,25 US$. Bei der Consorsbank * befinden sich meine steuerfreien 100 Stück im Depot, die Umrechnung der Dividende erfolgte zum Kurs von 1,1808. Die nachgekauften 25 Stück sind bei Trade Republic *, hier kriegte ich einen Umrechnungskurs von 1,16925. Bei Trade Republic kam die Dividendengutschrift allerdings auch 5 Tage früher. So lang hat es bei der Consorsbank noch nie gedauert! Und die Verzögerung ging diesmal auch zu Lasten meines Dollar-Umrechnungskurses. In der Addition erhielt ich nach Abzug aller Steuern eine Netto-Dividende von 32,38 €. Immerhin wurde sie bei beiden Brokern mit Wertstellung 01.10.2020 überwiesen.

Dividendengutschrift Coca-Cola bei der Consorsbank im Oktober 2020
Die Abrechnung der Consorsbank
Dividendengutschrift Coca-Cola bei Trade Republic im Oktober 2020
Die Abrechnung von Trade Republic

Perspektiven

Bei exakt 60,13 US$ liegt das Jahreshoch der Coca-Cola-Aktie. Es wurde vor dem Corona-Crash erreicht. Den gesamten Sommer war die Aktie gut im Bereich um 45 US$ zu erhalten. Leider habe ich da nicht nachgekauft. Im September kletterte die Aktie dann sogar über die 50 US$-Marke und bewegt sich seitdem um diesen Kurs.

Damit liegt die Aktie jetzt nur noch wenige Prozente unterhalb des Jahreshochs. Und da frage ich mich ernsthaft, ob das so gerechtfertigt ist.

Schließlich hat Coca-Cola massive Umsatzverluste durch die Corona-Pandemie erlitten. Die Absage nahezu aller Großveranstaltungen, seien es die Olympischen Spiele, die Fußball-Europameisterschaft oder die Musik-Festivals, haben den Außerhaus-Konsum einbrechen lassen. Und natürlich wird auch in der Gastronomie viel weniger Coca-Cola ausgeschenkt. Die Abstandsregeln führen halt zu einer deutlich geringeren Auslastung.

Im zweiten Quartal sanken die weltweiten Umsätze um 28%. Das führte zu einem Rückgang beim Gewinn je Aktie um 32% auf 0,41 US$. Also exakt dem Betrag, der als Quartalsdividende ausgeschüttet wurde. Der freie Cash-Flow ging sogar um 40% zurück.

Das Unternehmen hat aber leichte Zuversicht ausgestrahlt, dass das Schlimmste überstanden sei. So fielen die globalen Verkauseinheiten im April noch um 25% während sie im Juni nur noch um 10% zurückgingen. Im Juli lag der Rückgang gar nur noch bei einem mittleren einstelligen Wert.

Coca-Cola hat jüngst mit einem Stellenabbau und einer Reorganisation auf den erhöhten Kostendruck reagiert. Eine Jahresprognose wagt das Unternehmen weiterhin nicht.

Das alles zeigt für mich, dass der Kursrückgang gerechtfertigt war. Und für die alten Höchstkurse ist aus meiner Sicht auch noch kein Grund gegeben. Es geht eben noch nicht Aufwärts mit den Umsätzen, sondern nur nicht mehr so steil bergab.

Ich werde meine Nachkäufe daher erst einmal aufschieben. Entweder bis der Aktienkurs wieder deutlich unter 50 US$ notiert oder sich die Umsatzsituation wieder verbessert. Denn klar ist, dass Coca-Cola langfristig ein Top-Investment ist. Ich möchte weiter an meinem Ziel von 200 Aktien im Depot arbeiten. Aber ich möchte dafür keine Mondpreise zahlen. Dafür ist zu wenig Dynamik in dem defensiven Wert vorhanden.

Auf einen Blick:

Unternehmen:The Coca-Cola Company
ISIN:US1912161007
Im Divantis-Depot seit:17.07.2007
Letzter Nachkauf am:11.11.2019
Stückzahl im Divantis-Depot:125
Durchschnittskaufkurs inkl. Gebühren:24,63 €
Gesamtkaufpreis:3.079,12 €
Bisher erhaltene Netto-Dividenden:934,65 €
Aktuelle Strategie:Bei Kursschwäche nachkaufen

Hat Dir dieser Beitrag gefallen?

Dann bewerte ihn mit einem Klick!

Durchschnittliche Bewertung: 4.4 / 5. Anzahl der Stimmen: 42

Gib die erste Bewertung für diesen Beitrag ab!

Schade, dass Dir der Beitrag nicht gefallen hat!

Unterstütze die Qualitätsverbesserung!

Möchtest Du mir einen Hinweis geben, was ich besser machen kann?

2 Gedanken zu „Nachkaufgelegenheit verpasst – und nun?“

  1. Hallo Ben,
    ich habe Coca-Cola 2 x im Sommer nachgekauft – das ist so ein defensiver Player, da kommt es sehr selten zu Kursrückgängen wie während des Corona-Crash..

    Wahrscheinlich war es das aber an Nachläufen in 2020, ich habe jetzt Unilever oder CVS Health auf dem Radar. Ein kompletter Neueinstieg bei Pfizer ist geplant (aber erst nach dem Spin-Off von Upjohn) und im Dezember werde ich meine jährliche Tabakaufstockung vornehmen (B.A.T.)

    Glück Auf und weiter so !

  2. Naja in Euro sieht’s dann ein wenig anders aus bei Coca Cola. Die März Kurse als Anker sind auch schwierig, da bekommt man evtl. nur noch die Resterampe. Aus den bereits bekannten Gründen: Insolvenzwelle, Us-Wahl oder 2. Corona Welle wird es vielleicht nochmal einen Rücksetzer aber ich glaube keine große Panik mehr geben. Genauso oder eher wahrscheinlich ist auch ne Rallye.

    Pfizer finde ich spannend. Können die vielleicht mit der Biontech Kooparation ein wenig Aufwärtspotential haben? Scheinen ja in der Impfstoffentwicklung leicht vorne zu liegen. Ansonsten waren die letzten Jahre ja eher zäh.

Kommentar verfassen