Dieser Börsenmonat lässt sich nicht rational erklären – geht es so weiter?

Monatswechsel Mai 2020
4.9
(64)

Überraschend, unverständlich, nicht nachvollziehbar – mir fallen einige Begriffe für den gerade beendeten Börsenmonat April ein. Mitten im weltweiten Corona-Lockdown schiebt die Börse alle Sorgen beiseite und legt einen sensationellen Spurt ein.

Wer im März ausgestiegen war, ist auf dem falschen Fuß erwischt worden und wartet nun auf einen erneuten Absturz. Mein Depotminus seit Jahresbeginn ist nur noch einstellig und wird von Tag zu Tag kleiner.

Was alles in meinem Depot und den anderen Finanzen passiert ist, liste ich in diesem Beitrag auf. Außerdem erhältst Du meinen Ausblick auf den Mai.

Aktienkäufe

Ich habe im April weitere Aktienkäufe getätigt und in 2 verschiedene Positionen insgesamt 3.084,37 € investiert:

2.000 Aktien Civitas Social Housing für 2.354,97 €

10 Aktien Swiss Re für 729,40 €

Aktienverkäufe

Auch im April habe ich keine Aktien verkauft.

Dividendenerträge

Im April waren die ersten Corona-bedingten Dividendenverschiebungen zu beklagen und so erhielt ich mit 470,96 € netto deutlich weniger Dividendenzahlungen als für diesen Monat eingeplant. Gegenüber dem April 2019 ist das ein Minus von 24,7%. Dividenden erhielt ich im April von:

Coca-Cola: 35,10 €

Novo Nordisk: 44,53 €

Kimberly-Clark: 90,00 €

Pennon Group: 68,62 €

Medtronic: 24,12 €

Swiss Re: 182,49 €

Sekisui House: 26,10 €

VINCI, L’Oréal und Metsä Board hätten eigentlich im April ihre Generalversammlungen gehabt und dann Dividende gezahlt. Aufgrund der Corona-Pandemie haben sie ihre Versammlungen in den Juni verschoben. Bisher haben sie ihre Dividendenvorschläge nicht widerrufen, so dass die Hoffnung und auch Erwartung meinerseits besteht, dass es sich lediglich um eine Verschiebung der Dividenden handelt.

P2P-Kredite

P2P-Kredite nehmen sich aktuell eine gewisse Auszeit bei mir. Bei Bondora Grow & Go hatte ich mein Guthaben noch problemlos auszahlen lassen können, inzwischen werden dort Teilzahlungen geleistet. Das kann ich zwar aufgrund mangelnder Plattformliquidität nachvollziehen, empfinde den Zinssatz von 6,75% dann aber doch als zu niedrig. Ich habe mich deshalb bis auf Weiteres von Bondora verabschiedet und empfehle auch keine Kontoeröffnung mehr.

Eine Enttäuschung ist Grupeer, die jegliche Auszahlung gestoppt haben und auf Kundenanfragen nicht mehr reagieren. Ich habe dort zwar keine anstehenden Fälligkeiten, gehe aber davon aus, dass meine Investitionen nicht mehr zur Rückzahlung kommen. Damit schreibe ich Investments von 325 € ab. Zum Glück war es nicht mehr!

Die Entwicklung im P2P-Markt wird definitiv zu einer Marktbereinigung und einer Regulierung führen. In einigen Monaten werden die seriösen Anbieter deutlicher vom Rest unterscheidbar sein. Jüngst hat Debitum Network eine Lizenzierung als Investmentunternehmen beantragt. Ebenso haben es Mintos, Twino und Viventor getan. Wenn der Antrag in Lettland bewilligt ist, dann wird Debitum Network der lettischen Einlagensicherung unterliegen. Damit sind dann 90% der Einlagen (bis max. 20.000 €) abgesichert. Das gilt natürlich nicht für die einzelnen P2P-Kredite, aber für alle freien Gelder auf der Plattform.

Und dann wird das für mich auch wieder ein Investment-Case. So etwas wie bei Grupeer möchte ich nicht noch einmal erleben.

Genug der Vorrede, im April erzielte ich Erträge aus den P2P-Krediten in Höhe von 41,12 €. Meine größte Plattform ist jetzt Mintos. Mein Bestand in P2P-Krediten beträgt 4.254 €. Bei Peerberry habe ich meine Zinserträge stehen gelassen und Auto-Invest wieder aktiviert. Mein Risiko reduziert sich damit auf die Erträge der Vergangenheit, aber ich habe (zumindest übergangsweise) kein eigenes Kapital mehr auf der Plattform.

Kontostand Mintos P2P April 2020
Mein Kontostand bei Mintos zum Ende des April 2020

Verteilt auf die einzelnen Plattformen bin ich aktuell so investiert:

PlattformZins durchschnittlichInvestitionaktueller Standinvestierte P2P-Krediteeröffnet
Mintos10,52%700 €1.092 €6708/2018
Estateguru11,38%700 €894 €1809/2018
viainvest11,63%600 €732 €7211/2018
PeerBerry11,23%0 €146 €1411/2018
Debitum9,80%69 €76 €109/2019

Detaillierte Infos zu meiner Strategie mit P2P-Krediten findest Du auf der Extra-Seite dazu.

Einkünfte aus Renten-ETFs

In diesem Beitrag hatte ich mein Rentenfonds-Portfolio dargestellt, ein Update habe ich im April hier veröffentlicht. Die Erträge aus diesem Portfolio beliefen sich im April auf 75,73 € netto. Käufe oder Verkäufe habe ich keine getätigt.

Depotperformance

Wer hätte das für möglich gehalten? Der April ist ein positiver Börsenmonat für mein Depot geworden. Es steht eine Performance von 9,2% auf der Haben-Seite! Der Depotwert stieg auf 378.343 €. Seit Jahresbeginn ist die Entwicklung mit -9,5% allerdings noch negativ.

Top-Aktien waren Taylor Wimpey (+36,8%), Atlantia (+30,0%) und Metsä Board (+28,0%). Alle drei haben in diesem Jahr ihre Dividenden entweder gestrichen oder gekürzt und konnten vom Rebound im April stark profitieren!

Die schwächsten Titel waren Red Eléctrica (-1,9%), VINCI (-0,9%) und Terna (-0,9%).

Die Volatilität meines Depots lag bei 8,1%.

Immobilie

Bei meiner Wohnung in Leipzig gab es im April den zweiten Mieteingang. Nach Abzug der Gebühr für die Sondereigentumsverwaltung erhielt ich eine Mieteinnahme von 864,25 € (inkl. Nebenkosten). Das Hausgeld wurde erstmals abgebucht, es beträgt 246,00 €. Meine Nettomieteinnahme liegt also bei 618,25 €. Der Immobilienkredit ist nun vollständig ausgezahlt, so dass ich im April letztmals Bereitstellungszinsen zahlen musste. Mein Zinsaufwand lag im April bei 296,30 €.

Dividendenerhöhungen

In für Dividendeninvestoren nicht leichten Zeiten gab es immerhin einige Lichtblicke. Drei US-Titel kündigten – wie jedes Jahr im April – erhöhte Dividenden an:

Johnson & Johnson: Quartalsdividende von 0,95 US$ auf 1,01 US$ (+6,3%)

Procter & Gamble: Quartalsdividende von 0,7459 US$ auf 0,7907 US$ (+6,0%)

IBM: Quartalsdividende von 1,62 US$ auf 1,63 US$ (+0,6%)

Anders als in den Vorjahren hat Kellogg bei seiner jüngsten Dividendenankündigung keinen Ausblick auf eine Dividendenerhöhung mitgeliefert. Ich hoffe, dass das nur der Corona-Unsicherheit geschuldet ist und es trotzdem zur September-Dividende eine Erhöhung geben wird.

Eigentlich wäre auch Unilever mit einer Dividendenerhöhung dran gewesen. Die Quartalsdividende bleibt aber unverändert. Ich bin gespannt, ob in diesem Jahr gänzlich auf eine Dividendenerhöhung verzichtet wird oder in einem der nächsten Quartale die Serie aufrecht erhalten bleibt.

Dividendenkürzungen und -streichungen

Natürlich ist nicht alles rosig in diesen Zeiten. Und so haben einige Depottitel ihre Dividendenankündigungen zurückgenommen und/oder komplette Streichungen angekündigt:

Taylor Wimpey: Die Dividendenzahlungen im Mai und Juli fallen aus.

Veolia Environnement: Die Dividende wird auf 0,50 € reduziert (ursprünglicher Vorschlag: 1,00 €).

Atlantia: Keine Dividende in diesem Jahr für 2019.

Sydney Airport: Die August-Dividende fällt dieses Jahr aus.

Hamborner REIT: Die Dividende wird ausdrücklich unter Vorbehalt gestellt.

Jahresziele 2020

Für das Jahr 2020 habe ich mir verschiedene Ziele gesetzt, über deren Erreichung ich jeweils monatlich berichte:

StatusTrend
Netto-Dividendenerträge von 11.000 €2.907 €negativ
Aktienkäufe für 18.000 €19.800 €übertroffen
Depot wächst auf mindestens 52 Titel51positiv
Bestand von 20.000 € in P2P-Krediten4.254 €negativ
Transaktionsgebühren unter 100 € p.a.64 €positiv

Der April ist gerade rum und eigentlich könnte ich schon wieder komplett neue Jahresziele aufstellen. Denn ich habe schon mehr in Aktienkäufe gesteckt als ich das für das ganze Jahr vor hatte. Finanziert habe ich das im Wesentlichen mit meinen P2P-Krediten. Dass ich dort vom Jahresziel meilenweit entfernt bin, ist deshalb logisch. Spannend wird es bei den Dividendenerträgen. Hier hängt es noch von möglichen weiteren Dividendenkürzungen und der Entwicklung des US-Dollars ab, ob ich mein Nettoertragsziel schaffe.

Ausblick auf Mai 2020

“Sell in May and Go away” – dieses Jahr wäre das bisher im Februar sinnvoll gewesen. Und Ende März hätte man dann wieder einsteigen müssen. Keine Börsenweisheit dieser Welt hat aber so ein Market-Timing im Programm.

Vielleicht wäre es deshalb auch dieses Jahr ratsam, im Mai auszusteigen und dann im Herbst zurückzukommen. Denn klar ist, dass nun die Quartalsergebnisse kommen, die den ersten Teil des weltweiten Lockdowns enthalten.

Wir werden sicherlich staunend vor vielen Zahlen sitzen: Es ist das Eine, zu wissen, dass es böse aussieht. Etwas anderes ist die Gewissheit, es schwarz auf weiß zu lesen.

Der Mai ist traditionell mein bester Dividendenmonat. Das wird wohl auch dieses Jahr trotz einiger Verschiebungen so sein. So werden meine großen Versicherungspositionen Munich Re, Allianz und Talanx ihre Hauptversammlungen abhalten bzw. erhöhte Dividenden auszahlen. Allein aus diesen drei Aktien erwarte ich Nettozuflüsse von etwa 2.300 €.

Da ich mir noch einmal einen Rückschlag an den Börsen vorstellen kann, werde ich die Dividenden nicht sofort wieder investieren. Aber ob ich den Mai ohne Aktienkauf schaffe? Ich glaube es eher nicht. Dafür investiere ich zu gerne regelmäßig. Ich nehme mir aber vor, von den Dividendenerträgen etwas zur Seite zu legen, um dann auch in den Folgemonaten noch etwas “Munition” zu haben.

Wenn Du bis hierhin gelesen hast, dann habe ich noch eine Überraschung für Dich: Viele Leser waren enttäuscht, dass der Tag der Aktie im März nicht stattgefunden hat. Ich habe die Deutsche Börse daraufhin angeschrieben und folgende erfreuliche Antwort erhalten: “Wir sind aktuell in Austausch mit den Brokern. Der Tag der Aktie wird voraussichtlich im Herbst stattfinden.

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42 Gedanken zu „Dieser Börsenmonat lässt sich nicht rational erklären – geht es so weiter?“

  1. Hallo,

    Tja, so ist das mit den Hochdividendenaktien : Läuft‘s gut, dann schütten sie Dividenden aus, läuft‘s mal schlecht oder nur mäßig langt auch schon, dann knicken die gleich ein ( Taylor Wimpey, Sydney Airport….etc. ).
    Vielleicht ist es besser auf hochkapitalisierte Aktien mit einer seit Jahrzehnten stabilen / erhöhten Dividendenzahlung zu setzen, die wahrscheinlich am Anfang gering, dafür aber stetig ( steigend ) ist ?
    Ich habe z.B. Iron Mountain und warte eigentlich sehnsüchtig nur noch auf eine Dividendenkürzung resp. gänzliche Streichung bei diesem Schuldenkackladen. Das muß man beim Kauf solcher Hochdividendenaktien immer einkalkulieren. Jammern hilft da nicht. Schwach auf der Brust, aber die dicke Dividende ausschütten zu wollen, klappt bei solchen Unternehmen meistens nicht, ob nun Reit oder auch nicht.
    Bei rauer See lernt man mehr über das Segeln als bei Windstille.
    Deswegen lieber sturmerprobte Aktien mit geringerer Dividende, dafür aber stetig, als die Möchtegernauschütter Aktien, die bei kleinstem Wellenschlag schon ins Trudeln oder Abtauchen geraten.

    In P2P Kredite investieren ? Das klingt für mich immer wie eine unverständliche Wette auf irgendetwas mit irgendwelchen für mich ominösen „Start up“ Unternehmen einzugehen, die, wenn‘s schlecht läuft und Rückzahlungen angefordert werden, gleich auf Tauchgang gehen.
    Das sind Wetten, die ich nicht verstehe und nie eingehen würde mit solchen Internetbuden. Aus wie viel Personen besteht so eine Wettfirma ? 5 oder 10 ? Nur einer ? Keine Ahnung. 100 werden es bestimmt nicht sein. Kennt man die Bonität der vermeintlichen Schuldner, wo die ( Bonität ) womöglich noch Online auf einem Ankreuzzettelchen ermittelt wird ? Kennt man die dahinter stehenden Vermittler und deren Bonität, damit deren Rückzahlungspflicht an die „Ausleiher“ im Falle eines Ausfalls der Schuldner in höheren Prozentbeträgen gewährleistet ist ?
    Aber ich habe mich mit solchen Plattformfirmen nie beschäftigt ( werde ich auch nie tun ) und somit ist alles nur Mutmaßung von mir und keine Kritik.
    Ich hinterfrage lediglich das von solchen InternetgeldversprechenPommesbuden oft hohe Verzinsungversprechen mit den Gefahren des völligen Untergangs eines gewährten Kredites im Falle von Rückzahlungsausfällen seitens der Schuldner.
    Da können die Onlineverträge doch gestaltet sein wie sie wollen : Wenn die Titanic damals am Bug ein riesiges Loch hatte, dann bewahren auch die SOS Rufe des Funkers das Schiff nicht mehr vor dem Untergang. Wie soll da eine solche Internet- Start Up Bude mit geliehenem Ek von 20 K irgendwelchen Verpflichtungen nachkommen wollen ? ( Ist überzogen dargestellt, I know ).
    Siehe Grupeer und Konsorten.
    Aber naja, ihr wißt ja alle, was für euer Wohl das Beste ist.
    In diesem Sinne…..
    Michael

    1. Hallo Michael, dieser Artikel hätte von mir sein können. Da gebe ich Dir in allen Punkten absolut Recht. Eine hohe Dividendenrendite ist selten ein Ausdruck von Stärke sondern:

      1. Aufgrund teilweise sehr hoher Ausschüttungsquoten, teilweise aus der Substanz und auf Kredit. Das ist nicht nachhaltig.

      2. Die Aktienkurse sind gesunken und deshalb gibt es eine theoretisch hohe Dividende. Die wird es teilweise aber nie geben oder nicht sehr lange, da jetzt die Gewinnerwartungen und in Folge dessen auch die Dividende gekürzt wird.

      3. stagnierende Geschäftsmodelle, kaum Wachstum, keine oder geringe Gewinnsteigerungen (siehe IBM und Konsorten) im schlimmsten Fall schrumpfen auch noch die Umsätze und Gewinne.

      4. Hohe Dividendenrenditen kommen nur durch niedrige Aktienkurse zustande. Die Anleger sind aber nicht bereit, höhere Kurse zu bezahlen, da einfach ein gewisses Risiko in dem Unternehmen liegt. Grundsätzlich kann es vereinzelt immer wieder zu Fehleinschätzungen kommen, insbesondere im Überschwang oder wenn gerade alles crasht. Alles wird nicht schlecht sein.

      5. P2P Kredite sind für mich ein Buch mit 7 Siegel. Meine Meinung ist hier auch: Hände weg. In Zeiten von 0 Zins Politik der EZB muss doch jedem klar sein, dass es keine 6,75% Rendite mit wenig Risiko geben kann. Meine Meinung, am Ende ist das Geld fort. Da gab es schon Ende der 90er Jahre eine Firma Amro. Die hatten zwischen 1-2% Rendite bezahlt. Pro Monat. Das ging auch jahrelang gut, bis das Ganze implodiert ist. Es war ein Schneeballsystem. Aber bitte wer gerne russisches Roulette spielt. Es ist ja definitiv nicht in jeder Kammer eine Kugel. Man kann auch Glück haben.

      Jetzt machen wir mal eine Rechnung: Wer vor ca. 5 Jahren eine Microsoft gekauft hat, hier nehmen wir als absolut ungünstigstes Kaufdatum den 02.12.2015, da war die Microsoft auf einem absoluten Verlaufshoch seit 2000 und knapp unter dem Alle Time High vom 24.03.2000 mit EUR 52,78. Als Dividende konnte man 4 x 0,36 US$ erwarten. Also pro Jahr 1,44 US$ umgerechnet bei einem damaligen Wechselkurs von ca. 1,06 ergab das ca. 1,36 EUR. Das war eine Dividendenrendite von 2,57%. Deutlich höher wie heute, aber auch damals nichts, mit welchem man Dividendenritter hinter dem Ofen vorlocken konnte.

      Da war doch z.b eine Royal Dutch Shell viel interessanter. Die konnte man am 02.12.2015 mit EUR 23,55 kaufen und bot eine Dividende mit 4×0,47 US$. Das war damals 7,53%. Wow!!!!!!!!!

      5 Jahre später ist die Situation wie folgt. Eine Microsoft schütett aktuell 4×0,51 US$ aus.Dividende vermutlich weiter steigend. Das macht bei dem damaligen Kaufkurs und dem heutigen Umrechnungskurs eine Dividende von 3,52%. O.k. ist für einen richtigen Dividendenjäger immer noch nicht das absolute Highlight, aber doch ganz akzeptabel.

      Eine Royal Dutch Shell kürzt auf 0,16 US$. Somit kann man wenn es keine weiteren Kürzungen oder für die Optimisten, doch keine kurzfristige Erhöhung geben sollte, mit 4×0,16 US$ pro Jahr rechnen. Das macht beim damaligen Kaufkurs und dem heutigen Umrechnungskurs eine Rendite mit 2,47%. Uups das scheint ja weniger zu sein, als bei der verdammt teuren Microsoft. Verdammt wo ist denn meine schöne Dividende geblieben?

      Bei einer Microsoft hat man ohne Dividende jetzt noch ein Kursplus von 200% und bei einer Royal Dutch Shell ein Kursminus von ca. 35%. Nein auch die Dividende welche man seither erhalten hat, bügelt das Minus nicht mehr aus.

      Also wer immer noch an die hohe Dividendenrendite glaubt, ist entweder ein unverbesserlicher Optimist, kann nicht rechnen, oder will die Wahrheit nicht akzeptieren.

      Selbstverständlich konnte im Jahr 2015 weder die Microsoft noch die Royal Dutch Shell Kursentwicklung und das weitere Marktgeschehen vorausgesagt werden. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass ein Unternehmen, welches zwar eine niedrige Dividendenrendite hat, eine höhere Bewertung, sich aber jetzt in der Krise ganz gut schlägt, die Gewinne stabil hält oder sogar steigern kann, auch zukünftig eine bessere Entwicklung nehmen wird, als Unternehmen, welche schon vor der Krise dahingedümpelt sind und jetzt vollends dahinsiechen, dürfte doch klar sein.

      Deshalb wirklich mein Tipp: Schaut nicht auf die Höhe der Dividende. Im besten Fall merkt ihr es nicht, dass ihr permanent dem Markt hinterherhinkt. Dann lebt es sich wenigstens unbeschwert. Wer aber irgendwann einmal nachrechnet, der muss doch entäuscht sein.

      Die von mir genannte Microsoft ist nur ein Beispiel. Die Aktie könnten wir durch eine Unmenge von Aktien ersetzen. Die Royal Durch Shell können wir auch durch IBM, Taylor Wimpey, Sidney Airport, Lufthansa, TUI, Daimler, Deutsche Telekom usw. ersetzten. Sehr schwer vorstellbar, dass man hier auf Dauer glücklich wird. Nur wer das glückliche Händchen hat und das Markettiming durch Zufall erwischt, ja der wird tatsächlich überdimensionale Renditen erwirtschaften. Das ist aber nur Theorie.

      Übrigens habe ich mir gerade die Zahlen von Resmed angeschaut. Astronimisch teure Aktie, Minidividende aber die Zahlen sind wie folgt:

      All comparisons are to the prior-year period

      Revenue increased 16% to $769.5 million; up 17% on a constant currency basis
      GAAP gross margin of 58.4%; non-GAAP gross margin expanded 70 bps to 60.0%
      Net operating profit increased 39%; non-GAAP operating profit up 31%
      GAAP diluted earnings per share of $1.12; non-GAAP diluted earnings per share of $1.29

      Dividendenhistorie war wie folgt:

      Feb 12, 2020 $0.390
      Nov 06, 2019 $0.390
      Aug 14, 2019 $0.390
      May 08, 2019 $0.370
      Feb 06, 2019 $0.370
      Nov 07, 2018 $0.370
      Aug 15, 2018 $0.370
      May 09, 2018 $0.350
      Feb 07, 2018 $0.350
      Nov 08, 2017 $0.350
      Aug 15, 2017 $0.350
      May 09, 2017 $0.330
      Feb 07, 2017 $0.330
      Nov 08, 2016 $0.330
      Aug 16, 2016 $0.330
      May 17, 2016 $0.300
      Feb 09, 2016 $0.300
      Nov 17, 2015 $0.300
      Aug 18, 2015 $0.300
      May 19, 2015 $0.280
      Feb 10, 2015 $0.280
      Nov 18, 2014 $0.280
      Aug 19, 2014 $0.280
      May 16, 2014 $0.250
      Feb 14, 2014 $0.250
      Nov 15, 2013 $0.250
      Aug 16, 2013 $0.250
      May 17, 2013 $0.170
      Feb 14, 2013 $0.170
      Nov 16, 2012 $0.170
      Sep 05, 2012 $0.170

      Und das schon seit Jahren. Deshalb ist die Kursentwicklung so wie sie ist. Sehr schwer vorstellbar, dass im nächsten Quartal alles einbricht. Aber wer weiß. Ob die Aktie natürlich ein Kauf ist oder nicht, das muss jeder selbst beurteilen. Billig ist die Aktie nie.

      Übrigens mal eine interessante Seite:

      https://www.macrotrends.net/stocks/high-dividend/top-100-high-dividend-yield-stocks
      https://dividata.com/

      Da kann man amerikanische Werte analysieren. Aber bitte sorgfältig analysieren und nicht alles glauben, was man auf den ersten Blick sieht. Insbesondere bei Aktiensplits ist teilweise Vorsicht geboten, da können die Daten nicht stimmen.

      Wie geht es weiter an der Börse? Keiner weiß es.
      Sehen wir nochmals neue Tiefkurse. Kann sein oder auch nicht. Nach Möglichkeit etwas Pulver trocken halten. Obwohl ich persönlich mächtig verfeuert habe.

      Aber die Erde wird sich weiterdrehen und gute Unternhemen mit einem guten Geschäftsmodell, werden die Krise überleben. Schaut jetzt gut hin, welche Branchen und Firmen das sind? Und meidet die Looser mit vermeintlich hohen aber nicht sicheren Dividenden.

      Es ist natürlich schon schön eine hohe Dividendenrendite zu erhalten. Da braucht man nicht viel Investitionsvolumen um 500-1000 EUR/Jahr zu bekommen. Bei einer Microsoft, Apple, Bechtle, Accenture, Coloplast usw. ist die vorläufige Dividendenausbeute natürlich deutlich geringer. Aber auf lange Sicht hat man meistens deutlich mehr und selbst wenn ein Flop oder zwei dabei waren.

      1. Hallo,

        @Michael und @Star, volle Zustimmung zu euren Kommentaren. Ich sehe es exakt wie ihr. Das sind beides sehr gute Beiträge.

        Man könnte es auch kurz zusammenfassen mit “There is no free lunch!” oder auch wenn etwas zu gut aussieht um wahr zu sein, so ist es meist auch nicht wahr. Es gibt eben leider viel zu viele Aktionäre welche nur auf die Kennzahlen KGV und Divi-Rendite schauen und dann kaufen sie irgendein zweit,. – oder drittklassiges Unternehmen wie IBM, Taylor Wimpey und wie sie alle heißen. (Für meinen Geschmack ist auch Ben nicht völlig frei von dieser Verhaltenweise.)

        Einige Zeit später merken sie dann was sie da gekauft haben… Von REITS oder gar P2P Krediten halte ich mich ebenfalls aus Prinzip komplett fern. Man muss eben nicht nur wissen in was man investieren will sondern vorallem auch in was man nicht investieren will.

        Ich wünsche allen einen schönen Feiertag und ein schönes Wochenende!

        VG Tom

      2. Hallo Star!

        Du erwähnst in Deinem Artikel die Aktie von ResMed. Ich habe mal danach gesucht und finde eine US und eine australische Aktie:

        US7611521078
        AU000000RMD6

        Über die letzten 5 Jahre laufen beide nahezu deckungsgleich, beziehen sich also wohl auf die gleiche Firma.

        Weißt Du, warum es diese beiden Aktien gibt? Welche würdest Du nehmen?

        Ansonsten: Interessante Darstellung, bin insgesamt auch Deiner Meinung.

        Michael

  2. Guten Morgen,
    Ben hat es treffend beschrieben: Einfach nichts unüberlegtes tun und abwarten. Danke für die Information der Deutschen Börse, dass der TdA im Herbst nachgeholt wird.
    Schönen Feiertag und Gruß
    Sebastian

  3. Hallo Ben,

    TX fürs die Einblicke in dein Depot und deine Strategie!

    März und April 2020 haben eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass die Börse eben doch kein rein rationales Barometer der wirtschaftlichen Entwicklung von Unternehmen ist. – War es Mitte März vielleicht etwas zu viel Panik, so ist im April meiner Meinung nach zu viel Euphorie im Markt.
    Die Börse nimmt sicherlich Einiges vorweg und im April war das die Hoffnung auf eine Ende des Lockdowns und wirkungsvolle Medikamente wie zB. Remdesivir von Gilead. Aber ist ein Rebound von diesem Ausmaß gerechtfertigt??

    Bei den Q1 Zahlen ist ja nur ein kleiner Zeitraum Corona mit eingeflossen, ich denke, dass erst die Q2 Zahlen ein realistisches Bild zum Zustand vieler Firmen abbilden werden. Und dann rechne ich mit teilweise wirklich negativen Überraschungen. 30 Millionen Arbeitslose in den USA innerhalb von ein paar Wochen, von der wirtschaftlichen Situation in Italien und Spanien mal ganz zu schweigen. Können diese Menschen Kredite bedienen, konsumieren wie vorher? – Auch nach Ende des Lockdowns wird es wahrscheinlich noch eine längere Zeit geben, in der die Konsumenten ihr Geld eher zusammen halten und Firmen weniger Investitionen tätigen weil sie das Risiko in dieser Lage nicht eingehen wollen. Die Folge sind sinkende Umsätze bei vielen Firmen. All dies sehe ich derzeit nicht ausreichend eingepreist, wobei die Maßnahmen der Zentralbanken natürlich dazu beitragen einige Effekte abzumildern und sicherlich auch Geld an die Börse fließt.

    Ist das alles zu pessimistisch? – Eigentlich nicht. Für mich folgt daraus nur, dass ich jetzt nicht meine komplette Cash Reserve in den Markt investiere, sondern Munition für Rückschläge aufhebe. Den Marktverlauf vorherzusagen kann ich nicht und ich bin ein eher schlechter MarketTimer. Also regelmäßig weiter investieren. Denn langfristig erwarte ich eine positive Entwicklung der Börse und der Qualitätsunternehmen, wie man es auch aus der Historie zumindest in Teilen ableiten kann.

    Mein Portfolio Update zum April erscheint auch noch heute, vielleicht hast du ja mal Zeit vorbeizuschauen :-)

    Viele Grüße,
    Susanne

  4. Hallo alle zusammen.. Moin Ben. Sag mal gibt es zeitnah einen weiteres Lederdepot? Es macht riesig Spaß es mit seinen eigenen zu vergleichen und dazu Überlegungen anzusetzen , welcher Titel passt auch bei mir.. Danke und allen glückliches Händchen für 2020

  5. Ja, Wahnsinn, wie die Kurse bereits wieder zurückgekommen sind. Blackrock usw. Scheint auf breiter Front übertrieben. Da hofft man schon fast auf den 2. Rücksetzer. Zumindest halte ich auch noch etwas Cash.
    (Hatte spekulativ Store Capital ganz oben auf der Watch List, der Kurs ist aber auch schon wieder weggelaufen.)

    VG
    1Steven1

    1. Hallo Steven,

      warum siehst du Blackrock übertrieben ?

      Der aktuelle Kurs liegt beim KGVe von 18-19.

      Der Q1 Bericht fiel ja doch positiver aus als gedacht und die AUM ist fast identisch geblieben zum Q1-2019.

      Der Umsatz konnte sogar um 11 % zulegen.

      Die Dividende wurde ja auch bereits Februar um 10 % erhöht.

      Bin trotzdem froh dass ich bei 350 € eingestiegen bin aber denke nicht dass der Kurs aktuell sehr übertrieben ist.

      Zu den ersten beiden Kommentaren hier möchte ich sagen, dass es mir persönlich auf eine gute gesunde Mischung im Depot ankommt, jedes Unternehmen übernimmt eine wichtige Rolle.

      Ich besitze z.B. defensive Titel wie Red Electrica oder Tabakunternehmen wie BAT/MO/PM, obwohl ich weiss dass es dort keine Kurssteigerungen wie z.B. bei Amazon, Microsoft, Carlisle Companies, Datagroup, Fabasoft, Defama oder deutsche Konsumreit geben wird, welche ebenso im Depot liegen.

      Dann gibts bei mir noch “Ankerpositionen” wie Pepsi, Johnson&Johnson (größte Position), Blackrock, McDonalds, Unilever und/oder Berkshire, welche für Stabilität sorgen sollen.

      Ich habe bisher im Bereich P2P seit 2015 nur positive Erfahrungen gemacht, bin aber selber nur bei den 3 großen Plattformen investiert.

      Bondora, Mintos und Estateguru. (natürlich auch nur max. 3-5 % vom Risikokapital investiert)

      Bevor man hier vorschnell ein Urteil fällt sollte man vielleicht doch erstmal “Skin in the Game” haben.

      Siehe Bens Kommentar bzgl. Regulierungsbemühungen und Banklizenzen bei Mintos.

      So etwas wie bei Grupeer kann einem Investor auch im Bereich Wertpapiere passieren, siehe Kraft Heinz oder Luckin Coffee.

      Wünsche allen einen entspannten Feiertag!

      Sebastian (2, da es hier noch einen anderen Sebastian gibt)

  6. @Michael und @star: Lustig wie einige Menschen meinen, die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben.
    Das insbesonder von Michael verwendete Vokabular (“Schuldenkackladen”, “Pommesbuden”, …) lässt jedoch nicht wirklich auf Expertise schließen.

    Fakt ist, dass die momentanen Entwicklungen noch vor einem Vierteljahr von niemandem vorauszusehen waren. Eine ähnliche Situation gab es noch nie zuvor. Selbst in Kriegszeiten gab es kein gleichzeitiges Erliegen der Angebots- und Nachfrageseite.
    Ob ein Unternehmen mit dem künstliches Abwürgen der Wirtschaft aus dem Nichts umgehen kann oder nicht, ist rein dem Zufall überlassen.
    Unternehmen, die sich in einem Transformationsprozess befinden und daher geringe Liquidität aufweisen, kann es kalt erwischen.
    Andere Unternehmen, die aus nachvollziehbaren Gründen die Eigenkapitalquote zurück gefahren haben, kann es ebenfalls erwischen.
    Die spannende Frage wird vielmehr sein, was Unternehmen für die Zukunft aus dieser Situation lernen werden.

    Es ist recht billig, sich jetzt hinzustellen und zu behaupten man habe das immer gewusst und das vor allem die Hochdividendenwerte betroffen seien.
    Das ist sicher nicht zutreffend.

    @Ben: Mein Eindruck ist, das überraschend viele Unternehmen gerade Ergebnisse über den Erwartungen vermelden. Insofern gratuliere ich zum April-Ergebnis und bin optimistisch gestimmt, was den restlichen Jahresverlauf betrifft.

    Viele Grüße und ein schönes Wochenende.

    1. Danke, endlich mal jemand der den Nagel auf den Kopf trifft. Genau wie Sebastian denke ich jeder sollte sich seine eigene Meinung bilden und zu einer guten Diversifikation gehören für mich halt auch Werte wie At&T oder eben auch nen Öl oder Gaswert mit rein. Es liegt halt alles an einer gewissen Gewichtung. Wenn man die solide wählt und nicht eine übergewichtet , so hat man auch nicht soviel zu klagen. Ich sehe aber auch viele Depots die z.B. AT&T oder Shell oder auch Tabak oder oder übergewichten. Das kann mitunter gutgehen, aber sobald es gerade die Branche trifft, oder eben das Unternehmen – siehe auch Kraft Heinz, dann gehts halt rapide bergab – mit Dividenden und mit Depotwert, und selbst ein Warren Buffet wie man sieht kann dem nicht ausweichen. Ich für meinen Teil denke es steht und fällt mir der Gewichtung. Ich selbst habe auch 3-4 Hochdividendenwerte im Depot , aber durch die geringe Gewichtung dann, konnte ich auch günstig aufstocken und die Gewichtung ist immer noch passabel.

      Aber jeder hat ja seine eigene Meinung. Die einen halten 20 Werte für zuviel, die anderen 50 für zuwenig. Gibt es Pauschalaussagen was das Beste ist? Jeder wie er sich wohl fühlt, würde ich sagen, denn es ist jedem sein Geld mit dem er wirtschaftet.
      Ich bin aktuell bei 35 Werten und einen ETF und möchte auch langfristig wie Alexander(RentemitDivi..) auf 50 aufstocken, sodass ich maximal 2% eines jeden Wertes halte. Für mich überschaubar, gerade, wenn es dann in Rente geht und man eh mehr Zeit hat und es einem noch Spaß macht.
      Für andere zuviel Aufwand und man geht in 3-4 Dividenden ETF´s , Klar wird die Rendite nicht so hoch sein wie mit einem normalen ETF eventuell, dafür hat man aber auch kontinuierlichere Dividenden und ist nicht gezwungen Anteile zu einem ungünstigen Zeitpunkt eventuell zu verkaufen. Aber auch hier gilt halt – Jeder ist für sein Handeln selbst verantwortlich.

      Manche Aktien die z.B. Member @star aufzeigt finde ich gut, andere wieder nicht – und manche würden den Weg in mein Depot bzgl “meiner” Kriterien nie finden.
      Nun wünsche ich allen noch einen schönen Feiertag.

      PS. Tolles Forum und Tolle Beiträge von Ben :) Lese ich immer gerne und schaue täglich nach :)

  7. Hallo Ben,

    Mintos hat doch vor einigen Tage angekündigt, dass die Zinsen von ausstehenden Zahlungen voraussichtlich im Sommer nachgeholt werden sollen. Damit soll den betreffenden Firmen/Kreditnehmern/Zwischenbanken über die Krise geholfen werden. Ich als Anleger finde das in dieser Situation ok, wenn ich so anderen über die Krise helfen kann und dieses Jahr eben evtl. etwas weniger an Zinsen verdiene. Wichtig ist mir die Kommunikation von Mintos.
    Der Staat wird sich ja auch noch etwas übelegen müssen, wie die Coronamilliarden langfristig finanziert werden sollen.

    Beste Grüße
    Arne

  8. Hallo,

    ja, mir geht es da ähnlich, wie auch zuletzt schon einmal geschrieben, jeder muss sich seine eigenen Gedanken machen und hat womöglich bestimmte plausible Gründe für seine Strategie. Die Kommentare wie “eine hohe Dividende ist nicht alles” finde ich persönlich etwas ermüdend, denn das ist ja selbstverständlich. Vielleicht hilft es ja aber einem Anfänger, der hier zufällig vorbei schaut. Ich suche hier nach weitergehenden Inhalten, die man auch immer wieder findet, und Erfahrungsaustausch bzw. Impulsen zur Reflexion. (Ich bin aber, wie vermutlich auch viele andere hier, auch kein völliger Anfänger am Aktienmarkt, sondern war auch bereits vor vielen Jahren, vor meinen Immobilieninvestments, mit einer ganz anderen Strategie als aktuell am Aktienmarkt erfolgreich unterwegs.)
    Alles in allem ein tolles Forum!

    @Sebastian II: Zu BLK: Ich bin auch investiert, mein Kaufkurs über alles liegt bei 360€. Ich wollte gerne aufstocken und BLK ist nun von 354$ (auf meiner Watch List, Chance gesehen, aber kein Cash bzw. andere Prio) auf über 500$ (mein Post) gestiegen. Aktuell gibt der Kurs etwas nach. Bei über 510$ hatten wir gestern also den Stand von Ende letzten Jahres/ Anfang diesen Jahres. Die ganzen wirtschaftlichen Probleme sind vermutlich in den ganzen Q1-Zahlen aus den US noch kaum enthalten. Ich habe z.B. gelesen, dass McKinsey schätzt, dass es bis 2028 dauert, bis Deutschland wieder so auf Kurs ist, wie es ohne Corona gewesen wäre. Zumindest ist die Unsicherheit doch sehr groß, und dafür erscheinen mir Kurse von über 500$ bei BLK zu hoch. (Ich habe BLK nur als Beispiel genannt, d.h. ich leite das nur von der allgemeinen Lage ab und habe ansonsten zu BLK keine konkrete schlechte Nachricht.)

    VG
    1Steven1

    1. Hi Steven,

      dann bin ich froh dass es keine Negativnachricht gegeben hat zu BLK.

      Ich kann das aktuell ehrlich gesagt nur schwer einschätzen, zuletzt war es so dass wieder vermehrt gekauft wurde, ansonsten hätten sich die Kurse ja nicht so schnell erholt, und darauf kommt es bei BLK an.

      Aber es stimmt dass der Kurs von BLK immer sehr extrem mit runter oder hoch geht, ab 380 € wirds für mich interessant.

      Was hälst du von TROWE ?

      Wäre für mich eine interessante Alternative.

      LG

  9. Hallo Star und Tom,
    dann sind wir ja einer Meinung. Es ist auch mal gut von fremden Leuten zu hören, wie die eigene Denkweise in diesem Aktienszenario wahrgenommen wird. Auch wenn hier, wie ich gerade gelesen habe, einige nicht der Meinung sind. Meinungsfreiheit ?! Und was heißt hier Expertise ( Kassenwart ) ? No comment, und mit der Weisheit gefressen : Ich glaube Star und ich haben nicht den Anspruch gehabt, jetzt im Nachhinein alles besser wissen zu wollen, sondern wir haben uns vorher darüber Gedanken gemacht ( siehe auch meinen letzten Absatz ), und das war davor auch schon unsere Meinung !!

    Bertrand Russell sagte einmal : Die meisten Menschen würden lieber sterben als nachdenken zu müssen. Auf viele Leute trifft das zu, und die sterben dann auch.
    Gerade im Aktienbereich, in den viele Leute viel Geld reinstecken, ist es unabdingbar, verschärft über die die Aktien betreffenden und bestimmenden Umgebungseinflüsse und Stimmungslagen zu beobachten, zu analysieren, ggf. für sich anzupassen und seine Schlüsse daraus zu ziehen.
    Ich denke aber, die meisten Menschen wenden mehr Zeit für die Planung des Urlaubs, für den Kauf eines neuen Autos und dergl. auf als für die sorgfältige Aktienauswahl. Es ist ihnen schlichtweg zwar nicht egal, aber das Desinteresse überwiegt.
    Das kann teuer werden. Der Autokauf natürlich auch.
    So huschi huschi mal eben eine Aktie zu kaufen, weil damit doch der Empfehlung eines sogenannten Experten Folge geleistet wird, ist wahrscheinlich keine effiziente Lösung für eine Mehrung des Geldbestandes. Kann natürlich klappen, aber man begibt sich in eine Abhängigkeit von anderen Ratgebern ohne eigenes Zutun.
    Aber genau das ist es : Es vereinfacht die Arbeit ungemein und befreit vom eigenen Nachdenken.
    Ich glaube, erfolgreich – unabhängig von irgendeinem speziellen Gebiet – wird nur derjenige sein, der für eine Sache brennt und im besten Fall mit ihr verschmilzt. Das Zauberwort jeglichen Erfolges beinhaltet nur ein Wort : FOKUS.
    Erfolg kommt nie schnell, und auch die Würgefeige braucht viele viele Jahre, bis sie den umschlungenden Baum für sich als Lebensraum erobert und zum Absterben gebracht hat.
    Mit genau der gleichen Geduld gehe ich in den Aktienmarkt, beobachte genau, bevor ich kaufe, hinterfrage, bevor ich verkaufe und bleibe meinen diversen nebeneinander laufenden Strategien stets treu. Und immer den Fokus auf alles Wichtige gerichtet, was diesen Geldhexenkessel irgendwie in die eine oder andere Richtung bewegen könnte.
    Alles andere, so denke ich zumindestens, führt nur partiell zum Erfolg, schlimmstenfalls zum Gegenteil.
    Aber mal ganz ehrlich : Wie viele Menschen brennen für Aktien, sind fokussiert und begeistert von diesem ganzen Treiben ?
    Ich weiß es natürlich nicht, aber sehr viele werden es in der vorherrschenden lausigen Aktienkultur in Deutschland wohl nicht sein.
    Gruß
    Michael I ( da ist ja ein zweiter aufgetaucht )

    1. Vielen Dank für deine inspirierenden Impulse, lieber Michael 1, sehr schön!
      Schnell zu sehen, wie du für die Sache brennst. Auch mir geht es seit einigen Monaten so…
      Ja, in D gibt es nur wenig Aktienkultur, leider. Deshalb hänge ich meine Aktivitäten auch nicht zu sehr an die große Glocke.
      Herzliche Grüße aus Berlin, Matthias

    2. Hallo Michael,

      natürlich sollte jeder seinen eigenen Investitionsstil finden und durchziehen.

      Im Grunde ging es Kassenwart und mir ja auch eher um deine gewählte Wortwahl.

      Ich finde man sollte nicht pauschal alle Unternehmen schlechtreden, welche eine hohe (ab wann ist eine Div-Rendite überhaupt hoch?) aufweisen.

      Es hat ja auch weder David, Kassenwart noch ich behauptet, dass unsere Depots nur aus Highyieldern bestehen.

      Ich habe mir z.B. vor 3-4 Jahren eine E.ON günstig ins Depot geholt für 6 € und bin heute froh über 50 % Kursgewinn und einer jährlichen Dividendenerhöhung im Schnitt von 30 %. (Anfangsdividendenrendite ca. 3,3 %, nun schon eine YoC bei fast 8%)

      Oder letztes Jahr eine AbbVie bei unter 60 €, nun auch knapp 30 % im Plus mit ordentlichen Dividendensteigerung und Anfangsrendite von über 7%.

      Ich finde nicht dass dies schlechte Investments sind nur wegen der hohen anfänglichen Dividendenrendite, aber wie auch du bin ich jemand, der für das Thema Aktien brennt und gerne alle Quartalsberichte/Jahresabschlussberichte lese/studiere, mir selbst Gedanken mache und auch gerne Hauptversammlungen, wenn möglich, besucht.

      Ich habe zwar keine Shell, sondern in diesem Bereich nur Fuchs Petrolub, finde die Kürzung aber nicht sonderlich schlimm wenn mit diesem Geld nun Wasserstoff und erneuerbare Energien durch günstige mögliche Übernahmen ausgebaut werden können.
      Zumal man nicht vergessen sollte das Shell 50 % vom Umsatz mit dem Gasgeschäft macht, und auf Gas setzen viele als umweltschonendere Alternative.

      Exxon, BP oder Chevron machen ja weiter mit der Dividende als wäre nichts geschehen, für mich wäre das der eigentliche Verkaufsgrund.

      Trotzdem freue ich mich aber wie geschrieben auch über tolle Kursraketen wie die genannten Unternehmen in meinem Depot.

      Vielleicht nur mal so als Beispiel eine Rollins, gestern Dividende gekürzt um 33 %, vormals Dividendenrendite immer um 1,0-1,6%.

      Also auch hier kommt es nun zu Kürzungen, je nachdem in welcher Branche die Unternehmen tätig sind. (davon hängt doch alles ab, bei der Krise 2000/2001 sind im Vergleich zu heute die Techunternehmen untergegangen)

      Deshalb halte ich es schlicht für falsch, alle Unternehmen mit “höheren” Dividendenrenditen über einen Kamm zu scheren.

      Wie gesagt, meiner Meinung machts die Mischung aus.

      Ich bin zum Beispiel star sehr dankbar für die vielen interessanten Tips, auf die ich vielleicht sonst nie gekommen wäre.

      Aber warum man nun die Keule “Meinungsfreiheit” schwingen muss, kann ich nicht ganz nachvollziehen.

      Trotzdem allen ein schönes Restwochenende.

  10. Der Bill Gates meint, dass es bis in 9 Monaten einen impstoff geben wird, der auf einer neuen Technik basiert : es werden DNAs injiziert, die dann im koerper erst einen harmlosen Teil des Virus produzieren, gegen die dann ein Immunsystem aufgebaut wird. Einer der Vorteile sei wohl, dass dieser RNA-Impstoff in grossem Stil sehr schnell hergestellt werden kann.

    Sollte dem so sein, wird die boerse wohl ein halbes Jahr vorher schon darauf reagieren. Das heisst, etwa in 3 Monaten wird die boerse wohl anfangen, sich zu stabilisieren, selbst wenn es mit der Wirtschaft noch fast ein Jahr bergab gehen könnte.

    Anders ausgedrückt : jeder eventuelle kurzfristge kursrueckschlag ist eine Kaufgelegenheit für gute werte !

    Am stärksten hat es wohl diesmal die Öl und REIT Werte erwischt. Gute werte davon gibt es immernoch im Sonderangebot. Wobei der Grossteil der reits vermutlich um einiges riskanter ist als gut eingesessene Ölwerte. ( Die geldverteilungsmechanismen in usa scheinen etwas zu langsam zu sein! , worauf kleine Firmen aber dringend angewiesen sind). Der Ölsektor ist meines Erachtens eine Jahrhundertchance. Nie waren die allgemeinen Einschätzungen so schlecht wie heute. Den Prozentsatz der Optimisten kann man an einer hand abzählen, (und vielleicht gibt’s ja auch noch negative Aktien Kurse, hehe. ). Das wird aber nicht immer so bleiben. Es wird auch in 20 Jahren noch Öl gebraucht, wenn unsere Kids fragen : “Corona, was war das? ” Und es ist relativ wahrscheinlich, dass wir bald eine Inflationsphase bekommen werden, die auch am Öl und Strommarkt nicht vorbeigeht. Zumal usa wohl bald wegen dutzender Schiefer-Insolvenzen weit weniger produzieren werden als heute.
    Star, sollte jetzt also Shell in den nächsten Tagen nochmal auf 12 oder niedriger gehen, ist das ein Ultra-Strong-Buy !!!! ( Und ich werde lächeln dabei !! )

    1. Was allerdings gegen eine kurz und mittelfristige Fortsetzung der Börsenrallye spricht, ist , dass der Buffet-Indikator immernoch Tiefrot ist. WB hat vor 2 Jahren Mal gesagt, dass Aktien einigermaßen fair bewertet wären, wenn sie in 10 Jahren ( von damals aus gesehen ) etwa 20% niedriger stünden.

      Auf eine Fortsetzung der Rallye zu setzen , etwa rein aus Chartgruenden, wäre demnach also etwas gewagt. Ich schätze wir werden eher eine eine jahrelange Schaukelbörse bekommen. Alle TheTendIsYourFriend-Fans sollten da vielleicht Mal drüber nachdenken.
      Vielleicht ist antizyklisches Dividenden u Value – Hunting doch die bessere Option.
      Was auch gegen eine Fortsetzung der Rallye in der jetzigen Form spricht, ist folgendes : mir ist aufgefallen, dass eine Menge der EnVogue-Aktienfirmen in den letzten 5 Jahren ihr Eigenkapital immer weiter verkleinert haben, ihre Schulden aber vergroessert. Dazu gehören zb JnJ, Nestlé, Unilever, und auch die beiden BraunSaftHersteller. Wie lange das noch gut geht ?

    2. Hallo Manfred, grundsätzlich bin ich auch der Meinung, dass Öl auch noch in 20 Jahren gebraucht wird. Allerdings ist meine persönliche Meinung, dass möglicherweise weniger Öl zukünftig gebraucht wird. Auf der anderen Seite, ist der Ölverbrauch von 1968 bis 2018, mit zwei kleinen Ausnahmen in den 70er Jahren, jedes Jahr gestiegen.

      Ob Royal Dutch ein gute Investement ist oder nicht, werden wir auch sehen. Mit einem guten Markttiming lässt sich bei jeder Aktie auch im Niedergang noch Geld verdienen. Fakt ist, dass wer eine RDS selbst 1997 gekauft hat, konnte bis jetzt außer der Dividende noch nichts verdienen und hinkt selbst inklusiv der gezahlten Dividende dem DAX hinterher. Nur wer immer im Tief gekauft und im Hoch verkauft hat und das Markettiming perfekt getroffen hat, konnte Kursgewinne erzielen und hat als Zugabe noch ab und zu Dividende erhalten. Das war der Blick zurück.

      Was bringt die Zukunft? Keiner weiß es. Aber eines ist sicher, Bedarf an Öl besteht weiterhin und wenn die Ölpreise niedrig bleiben, wird der eine oder andere pleite gehen. Aber sobald die Ölpreise steigen wird es wieder lukrativ und die aktiven Bohrlöcher in der USA steiegn wieder. Das drückt wieder auf den Preis. Preise von fast 150 US$ pro Barrel wie vor der Finanzkrise sind wohl für längere Zeit Vergangenheit.

      Grundsätzlich denke ich, dass auch RDS die Dividende wieder erhöhen wird. Ob auf das alte Niveau wird sich zeigen. Meine persönliche Meinung ist, dass man möglicherweise eher zu Aktienrückkäufen neigen könnte um so die Ausschüttungsquote nicht zu stark strapazieren und bei starkem Rückgang der Ölpreise nicht jedes mal wieder die Dividende kürzen muss. Das wäre auf jeden Fall sinnvoll.
      Royal Dutch hat vor dem Schnitt 4×0,47 US$ ausbezahlt. Jetzt nur 0,16US$. Dass schnell auf das alte Niveau erhöht werden kann, glaube ich nicht. Aber wenn man nur auf 65% der vorher gezahlten Summe kommt, was in den nächsten 2-3 Jahren durchaus vorstellbar ist, würde man 4×0,30US$ bekommen. Das wäre bei aktuellem Kurs immer noch ca. 7%. Bei 12,- EUR Kurswert dementsprechend noch attraktiver.

      Aber trotz allem täuscht das nicht darüber hinweg, dass die Ölindustrie möglicherweise zwar noch länger lebt als mancher denkt, aber trotzdem aussterbende Dinos sein werden. Es gibt bessere Werte. Wer sich damit zufrieden gibt, kann in eine RDS investieren. Aber ich würde die Gesamtsumme klein halten. So schön es vorher war mit den Dividendenzahlungen, werden doch die fehlenden Dividendeneinnahmen dem einen oder anderen ein gewaltiges Loch in die Dividendenplanung fressen.

      Übrigens auch ich habe selbst ein paar wenige RDS seit Jahren im Depot, aber nie mehr nachgekauft, weil ich irgendwann einmal erkannt habe, dass dies nicht die Zukunft ist und das es bessere Aktien gibt. Da ich das Geld nicht brauchte, habe ich auch nie verkauft und die Aktien im Depot behalten und eine kleine Dividende bekommen. Somit macht es mir momentan relativ wenig aus., was mir als absolute Dividende fehlt. Das ist jetzt der zweite Wert bei mir, welcher mit der Dividende Probleme macht.

      1. Star,
        1) ich habe Statistiken gelesen, nachdenen
        2050 noch mehr Öl verbraucht wird als heute. Etwas Zweifel mag angebracht sein.
        2) RDS wird sich wohl eher Richtung Gasproduzent entwickeln.
        3) RDS will ebenfalls bis in 10-15 Jahren der groesste Stromproduzent weltweit werden, grösstenteils grüner Strom. Und Strompreise sehr ich gigantisch steigen. Ölpreise/Gaspreise auch.
        4) die Amis werden im Öl jetzt erstmal abgeschuettelt. Es werden nur ein paar US- Ölfirmen ueberleben. Und Löcher, die einmal geschlossen werden, können nicht mehr geöffnet werden ( hab ich gelesen )
        5) von aktienrueckkaeufen halte ich überhaupt nichts. Das ist eine investoren- Dekadenz! Besser Anleihen zurueckkaufen.
        Deren koupons haben 4-6%. Oder wieder direkt investieren. Oder hinkelsteine kaufen !!
        6) ein Grund, warum der Kurs in den letzten Jahren nicht vom Fleck kam, war diese riesige erdgasfirmenuebernahme 2016. Da haben sie schulden und Aktienkapital aufgebläht. Einen Teil dieser Aktien wollten sie ja jetzt wieder zurueckkaufen, worauf ihnen JP Morgan den Ausbruch Richtung 35 prognostizierte. Wenn da denn nun dieser Virus nicht alle Vorsätze zunichte gemacht hätte.
        6) ich denke, die Dividenden von RDS werden auch so wieder steigen. Schon allein aus Konkurrenzgründen mit Exxon.

      2. ja star, “Es gibt bessere Werte”. Da stimme ich dir zu.
        Vielleicht nicht im Öl-Bereich (Der Exxon-CEO spricht vollmundig von “Corona nur eine Delle!”, sie kürzen dort die Investitionen und BP will die Dividende sogar erhöhen. Da ist Shell schon wesentlich weiser unterwegs), doch anderswo.
        Ganz konkret habe ich etwas Geld über und wollte erst Shell nachkaufen. Dann habe ich jedoch gesehen, dass ich noch Amgen nachkaufen wollte, die Geschäftsmodelle verglichen und die Auswahl fiel leicht, zugunsten der Biotech-Aktie.
        Hinzu kommt: Ich halte bereits 200 Stück von Shell, das reicht mir vollkommen und bringt noch immer circa 20 EUR netto Dividende im Quartal bei 16 Cent. Ist doch erstmal völlig okay!
        Überhaupt investiere ich seit Corona viel stärker im virtuellen Bereich (IT, Pharma, Medizin, Kommunikation, Tele) ergänzt um kluge Energie-Firmen wie Brookfield Renewable oder Enel (ja, natürlich auch Gazprom, weil ich an dieser Märchenstory teilhaben möchte…;-).

    3. Hallo Manfred,

      ich bin bezüglich des vorgeschossenen Bonus hinsichtlich des Impfstoffes für COVID19, egal aus welcher Quelle eher skeptisch. Mein Hauptgrund: trotz einer Zeit von 13 Jahren bei SARS-1 und 7 Jahren bei MERS zwischen erstem Auftreten und heute gibt es hier auch keine Impfstoffe. Dies wird in der aktuellen Berichterstattung leider sehr wenig bis gar nicht berücksichtigt. Da kann dann die Börse auch wenig einpreisen.

      Liebe Grüße und viel Erfolg mit den Investments
      Matthiias

      1. Jow, hab ich auch schon gedacht . Am AIDS Impfstoff doktern die schon über 30 Jahre dran rum, und der Sanofi Vorstoss bei Dengue Fieber war ziemlich dürftig.

        Falls der Corona Virus nur langsam mutiert, hat man vielleicht eine Chance auf einen impstoff. Bill Gates jedenfalls ist zuversichtlich.

        Schön wäre es, wenn man schnell ein paar Medikamente zur Krankheitsbehandlung findet. Das dürfte sicher irgendwie machbar sein. Da wäre schön viel geholfen

  11. Hallo zusammen, ich oute mich jetzt als Sebastian I. BLK finde ich auch extrem interessant. Ich habe mir auch die Aktie von Blackstone angeschaut und werde auch dort mit einem überschaubaren Betrag einsteigen. Hat jemand schon Erfahrungen mit Blackstone gesammelt?
    Gruß Sebastian I

    1. Hallo Sebastian I

      Ich habe Blackstone Ende 2016 gekauft.Liege hier aktuell 110% im Plus und eine Dividende kommt noch dazu. Ende 2018 und auch jetzt hätte man nochmals nachkaufen können. Habe ich aber nicht gemacht. Warum?

      Auch wenn die Aktie bei mir schön im Plus liegt, stellt sich auch hier für mich die Frage, ob man eine Blackstone unbedingt haben muss. 2016 war ich wohl der Meinung. Das Problem bei diesen Aktien ist, die Nachrichtenlage. Wenn es hier steil bergab geht, dann ist es einfach schwieriger die entsprechenden Nachrichten zu bekommen, was hierfür der Grund ist. Liegt das in der Unternehmensentwicklung begründet oder ist das nur der allgemeine Markttrend. Seit die Gesellschaftsform auf INC. geändert wurde, scheint es wenigstens nur noch 2 Dividendenabrechnungen pro Quartal zu geben. Vorher als L.P. waren das bis zu 7 Abrechungen pro Quartal. Da wurden die Dividenden aus unterschiedlichen Einkommenstöpfe ausbezahlt.

      Was mich auch nervt sind die total unkalkukierbaren Dividenden. Ich bin da mehr für konstante Zahlungen. Jedes Quartal gibt es mal mehr und dann wieder weniger. Ich habe mein Engagement bei Partners Group aus der Schweiz als Alternative und bei Blackrock ausgebaut, auch wenn man das nicht 1:1 vergleichen kann.

      Wer sich vielleicht intensiver mit der Firma beschäftigt als ich, findet vielelicht mehr Gefallen daran oder auch nicht. Ich bleibe dabei, werde aber meine Position nicht erhöhen. Ist vielleicht langfristig ein Fehler oder auch nicht…………..

      Aber Du kannst ja mal recherchieren und Dein Ergebnis dazu mitteilen. Nachfolgend mal die Ausschüttungshistorie.

      May 01, 2020 $0.390
      Feb 07, 2020 $0.610
      Nov 01, 2019 $0.490
      Jul 26, 2019 $0.480
      Apr 26, 2019 $0.370
      Feb 08, 2019 $0.580
      Dec 28, 2018 $0.620
      Oct 26, 2018 $0.640
      Jul 27, 2018 $0.580
      Jun 28, 2018 $0.620
      Apr 27, 2018 $0.350
      Feb 09, 2018 $0.850
      Oct 27, 2017 $0.440
      Jul 27, 2017 $0.540
      Apr 27, 2017 $0.870
      Feb 02, 2017 $0.470
      Nov 03, 2016 $0.410
      Sep 28, 2016 $0.620
      Jul 28, 2016 $0.360
      Apr 28, 2016 $0.280
      Feb 04, 2016 $0.610
      Oct 22, 2015 $0.490
      Jul 23, 2015 $0.726
      Apr 23, 2015 $0.873
      Feb 05, 2015 $0.765
      Oct 23, 2014 $0.432
      Jul 24, 2014 $0.540
      Apr 24, 2014 $0.343
      Feb 06, 2014 $0.569
      Oct 24, 2013 $0.226
      Jul 25, 2013 $0.226
      Apr 25, 2013 $0.294
      Feb 07, 2013 $0.412
      Nov 13, 2012 $0.098
      Aug 13, 2012 $0.098
      May 11, 2012 $0.098
      Mar 13, 2012 $0.216
      Nov 10, 2011 $0.098
      Aug 11, 2011 $0.098
      May 12, 2011 $0.098
      Mar 11, 2011 $0.314
      Nov 10, 2010 $0.098
      Aug 11, 2010 $0.098
      May 12, 2010 $0.098
      Mar 11, 2010 $0.294
      Nov 25, 2009 $0.294
      Aug 27, 2009 $0.294
      May 27, 2009 $0.294
      Nov 25, 2008 $0.294
      Aug 27, 2008 $0.294
      May 28, 2008 $0.294
      Mar 27, 2008 $0.294
      Nov 28, 2007 $0.294

      1. Ich sehe die Märkte erstmal nicht mehr weiter steigen. Vielleicht die nächsten 5 Jahre lang. Dann machen auch Werte wie Blackstone erst mal Pause.

        Bei den wachstumswerten wird in dieser Periode wohl bei schaukelnder preisstagnation erst mal das hohe kgv abgebaut werden, so denn weiteres Wachstum bei einzelnen Aktien vorhanden ist, die anderen werden Federn lassen.

        Man hat an der boerse nun mal keine Garantie, dass die Kurse gefälligst ständig zu steigen haben. Diese Phase ist erst mal vorbei ! So etwa 4-7 Jahre lang. Es wird langweilig werden an der boerse.

  12. Guten Morgen,

    meiner Meinung nach konnte man hier mit Corona auch lernen, dass Börsenweisheiten zwar im statistischen Mittel sicher oft richtig sind, im Einzelfall aber auch nicht passen oder gar fehlleiten können. Das sollte man im Hinterkopf behalten.

    fallendes Messer – traf auf die Situation hier nicht zu aus meiner persönlichen Sicht, hier gibt es ein unterschiedliches Verständnis im Forum (persönlich wende ich das bei Betrachtung einzelner Aktien in einem definierten Marktumfeld an)

    die Börse ist der Zeit voraus – wie schon Anfang des Jahres geschrieben, hat die Börse aus meiner Sicht extrem zeitverzögert auf Corona in China reagiert. Obwohl z.B. man schon lange die Nachrichten aus China kannte, schon lange Geschäftsreisen ausgesetzt wurden, man die Bedeutung des Chin. Marktes kannte usw. ging es munter von Hoch zu Hoch.

    Technologieaktien – Value/Growth sind wohl (gehe von meinen Aktien aus, habe keinen Mittelwert berechnet) viel weniger betroffen als man gedacht hätte

    Es ist viel Geld im Umlauf, und das möchte investiert sein.
    Wie gesagt, viele Kurse erscheinen derzeit zu hoch.

    VG
    1Steven1

  13. Hallo star, vielen Dank für deine Einschätzung zu Blackstone. Das ist ja eine ganz schöne Achterbahnfahrt mit den Dividenden, planbar sieht anders aus.
    Gruß Sebastian I

  14. Lieber und liebe Community,

    ich wollte euch mal um euren Rat bzw. eurer Einschätzung zu meinen Sparplänen hören, da ihr um einiges mehr Erfahrung habt und vielleicht den ein oder anderen Fehler sieht den ich nicht bedacht habe.

    Zu meinem Hintergrund :

    Ich bin gerade 20 Jahre geworden und studiere seit gut 2 Jahren in New York City. Ich habe noch 2 Jahre vor mir um meinen BBA in Economics und International Business abzuschliessen.

    Ich habe den Aktiensparplan erst einmal auf 2 Jahre angesetzt, weil ich ihn dann entweder erhöhen oder nur Einzelaktien kaufen werde. (kommt drauf an wie viel ich verdienen werde, was ja logischerweise noch ungewiss ist)

    Zu meinem Depot/Strategie :

    Ich habe mich bewusst aus verschiedenen Gründen fuer einen Aktiensparplan entschiede. Ich glaube jeder kennt die vor und Nachteile eines Aktiensparplans.

    Des weiteren bin ich noch jung und deshalb geht es mir eher ums langfristige anlegen in eher “sichere Aktien” , die Zukunft haben aber dementsprechend schon hoch bewertet sind, aber dennoch solides Wachstum haben.

    Mein Aktiensparplan sieht wie folgt aus :

    Texas Instrument –> 50 Euro
    J&J –> 50 Euro
    Mastercard –> 50 Euro
    Microsoft –> 40 Euro
    Blackrock –> 40 Euro
    Allianz –> 40 Euro
    Muench Rück –> 40 Euro
    Visa –> 35 Euro
    Fresenius –> 35 Euro
    Merck –> 35 Euro
    Datagroup –> 35 Euro
    Mensch & Maschine –> 35 Euro
    Skyworks –> 35 Euro
    Bechtle –> 30 Euro
    Bayer –> 30 Euro
    Pfizer –> 30 Euro
    Abott Labs –> 30 Euro
    Amgen –> 30 Euro
    Novo Nordirsk –> 30 Euro

    Sparsumme pro Monat 700 Euro

    Meint es sind zu viele Pharmaunternehmen?
    Zu wenig Techaktien?
    Welche Aktien würdet Ihr enternen/hinzufuegen/tauschen?

    Etf Sparpläne fuer Rente :

    MSCI World –> 50 Euro
    Core MSCI World –> 30 Euro
    Core MSCI EM IMI –> 30 Euro

    Sparsumme pro Monat 110 Euro

    Ich wünsche allen ein schönes Restwochenende und freue mich auf eure Antworten.

    Ps: Ben du machst einen großartigen Job! Toller Blog!

    1. Als Student in NEw York und dann noch ne Sparrate mit Ü800 Euro – da frag ich mich eher wie du das machst :P Ansonsten sieht es gut aus für die Zukunft bei den Unternehmen.

    2. Hey David,

      danke für deine Antwort. Ich habe das große Glück dank einen Sportstipendiums dort zu studieren. Und bezüglich der Sparrate – ich arbeite neben meinem Studium als Werkstudent und kann somit viel beiseite legen bzw. investieren

      Lg

      1. Hallo Hunter,

        finde die Einzelaktiensparpäne auch solide, ohne mich mit jedem einzelnen Unternehmen ausführlich beschäftigt zu haben.

        Wo genau liegt denn der Unterschied bei den beiden ETFs MSCI World und Core MSCI World ?

        Ich lasse nebenbei auch ETF-Sparpläne laufen und habe dabei eine Branche, MSCI World IT und MSCI World Communication Services übergewichtet.

        LG

    3. Hallo Hunter83!

      Fallen bei Deinem Broker keine zusätzlichen Gebühren für Namensaktien an? Das macht z.B. bei Comdirect, Consors u.ä. Sparpläne auf Allianz & Co. sehr unattraktiv.

      Ansonsten: Kann man so machen. Ich kenne allerdings aus dem Stand auch nicht alle Werte, und ich würde über Bayer nochmal nachdenken. Und warum 2x MSCI World?

      Michael II

    4. Hey Hunter83,
      bei deinem Anlagehorizont von mehreren Jahrzehnten ist es ziemlich egal, ob du Aktien direkt oder über Sparpläne kaufst, da – hoffentlich – die Rendite spätestens im dritten, vierten Anlagejahrzehnt so überwältigend sein wird, dass jegliche Kosteneinsparungen irrelevant werden.
      Deine Aktienauswahl: Ja, liest sich wirklich toll. Von meinen 26 Kandidaten haben wir beide Überschneidung bei:
      Amgen, MunichRe, J&J, VISA und Microsoft.
      Zwei Dinge fallen mir auf:
      a) Du hast mitunter zwei Kandidaten aus dem gleichen Feld (Warum Mastercard UND VISA? aktienfinder.net zeigt in einem Video gut auf, dass die sich sehr ähnlich sind. Oder auch: Allianz UND MunichRe bzw. Bayer, Merck, Pfizer UND Amgen).
      b) Du deckst einige Branchen noch nicht ab, z.B. das “schmutzige Geschäft” wie Öl oder Produktion (Warum nicht Gazprom?) und Energie. Was ist mit Gaming? Was ist mit internationalen Aktien wie Alibaba?
      Dir würde ich empfehlen, zu höchstens 50% auf eher defensive Werte wie die obigen zu setzen (was z.B. für mich als Endvierziger durchaus eher Sinn macht).
      Trau dich doch mal was! Setze auf unbedeutende, kleine Firmen, die noch sehr am Anfang stehen.
      Selbst ich werde ja demnächst Tencent kaufen, obwohl die noch viel Luft nach oben haben.
      Spekuliere mehr und riskiere etwas! ;-)

  15. Hallo Sebastian II,

    danke für den Hinweis, meine Wortwahl war in einigen wenigen Punkten durchaus verbesserungswürdig, werde das nächste Mal drauf achten.
    Grundsätzlich habe ich überhaupt nichts gegen Dividendenaktien, habe selber viele von denen im Depot und achte beim Kauf auch ganz gezielt auf die Dividende.
    Nachdenklich stimmen mich nur kleinere, eher ( für mich ) unbekannte Unternehmen, die mit einer hohen Dividendenquote aufwarten, wobei hoch schon ab 5 % bei mir beginnt.

    Von P2P Krediten habe ich, wie auch schon weiter oben geschrieben, keine Ahnung. Wer keine Ahnung über eine Sache hat, sollte dann lieber schweigen. Das nächste Mal halte ich mich aus solchen Themen besser raus. Allerdings habe ich nur anmerken wollen, dass ich solche P2P Transaktionen intuitiv als kritisch und riskant empfinde, da muß man dann keine große Hausarbeit drüber schreiben, um das wenigstens äußern zu dürfen.
    Also, in diesem Sinne nichts für ungut. Wir wollen den Blog hier ja von unschönen Kommentaren freihalten, daher war dein und die Einwände anderer mir gegenüber auch OK.

    Michael I

    1. Lieber Michael 1, dein Kommentar stimmt sehr versöhnlich. Es ist einer, den man nur selten in Webforen liest. Umso schöner ist es zu sehen, dass da ein Mitforist etwas einsieht und das auch noch zugibt. Tatsächlich sind Worte wie “Schuldenkackladen” höchst unschön und etwas, das mich sehr abstößt. Letztendlich fällt das auch auf Ben und seinen Blog zurück, was doch sehr schade wäre.
      Nebenbei: Ich habe mit Mintos und Estateguru im Januar mal angefangen, schnell jedoch gespürt, dass das riskant werden könnte (in einer Krise). Die aktuellen Vorgänge bestätigen mich sehr. Es war richtig, ausschließlich bei Aktien zu bleiben.

  16. Hallo Hunter83, schön von dir zu lesen. Ich denke, dass dein Depot recht ausgeglichen ist. Viel Zeit hast du ja noch, da müssen dich kleinere Rücksetzer nicht beunruhigen. Bei “Mensch und Maschine” musste ich schmunzeln. Ist das echt eine Aktie?
    Greetings to NYC. Sebastian I

  17. Hallo Matthias,

    ich danke auch dir für deinen Einwand. Entschuldigungen in Foren sind selten, da hast du recht. Die Anonymität läßt so manchen Zeitgenossen sämtliche Anstandsregeln über Bord werfen, die über Bord zu werfen er sich im realen Leben wahrscheinlich nicht trauen würde.
    Ich finde es immer sehr wichtig im realen – wie auch virtuellen Leben, kleinere oder größere Fauxpas zuzugeben und sich dafür zu entschuldigen, wenn der Fehler auf meiner Seite liegt.

    Ich bin auch der Meinung sich lieber mit 1 oder 2 Anlageklassen intensiv ( nebenberuflich ) zu beschäftigen, als mit 3 oder 4 nur halbherzig. Für mich sind daher Aktien die erste Wahl.

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