Was Dich hier erwartet:
Eigentlich ist Divantis ja als Blog über Dividendenaktien gestartet. Mittlerweile hat er sich zu einem umfassenden Finanzblog ausgedehnt. Immer noch mit dem Schwerpunkt auf Aktien, aber auch über Immobilien, P2P-Kredite, Gold und einiges mehr schreibe ich regelmäßig.
Im letzten Jahr habe ich auf vielfachen Wunsch mein Rentenfondsportfolio offen gelegt. Es war eine Abkehr von der Direktanlage in Einzelinstrumente hin zu ETF-Produkten.
Heute will ich darüber berichten, wie sich dieses Portfolio entwickelt hat und Dir einen Einblick geben, ob die Ziele in der Corona-Krise erreicht wurden. Außerdem zeige ich, in welche weiteren ETFs ich investiert habe.
Als Start empfehle ich Dir an dieser Stelle noch einmal einen Blick in den ursprünglichen Beitrag. Denn ich knüpfe an die dortige Situation nahtlos mit diesem Beitrag an.
Die „ursprünglichen“ Renten-ETFs
Ursprünglich hatte ich 10.000 € in vier Renten-ETFs investiert. Diese vier Renten-ETFs habe ich immer noch, aber die Investments deutlich erhöht. Mein jeweiliges Kaufvolumen sieht inzwischen so aus:
Vanguard USD Corporate Bond UCITS ETF: 18.500 €

Vanguard USD Treasury Bond UCITS ETF: 5.025 €

Vanguard USD Emerging Markets Government Bond UCITS ETF: 4.900 €

iShares J.P.Morgan EM Local Government Bond UCITS ETF: 3.000 €

Die „neuen“ Renten-ETFs
Außerdem sind drei weitere Renten-ETFs hinzugekommen. Sie stelle ich hier vor:
iShares China CNY Bond UCITS ETF
Der Fonds investiert ausschließlich in chinesische Anleihen, die vom chinesischen Finanzministerium oder chinesischen staatlichen Banken in der chinesischen Währung Renminbi (Yuan) emittiert wurden.
Der Fonds ermöglicht mir eine Direktanlage am chinesischen Anleihemarkt.
Der ETF ist halbjährlich ausschüttend und berechnet Kosten von 0,35% p.a. Bisher gab es eine Ausschüttung im Dezember 2019, da der Fonds erst im Juli 2019 aufgelegt wurde.
Es besteht ein Währungsrisiko, da in die chinesische Währung investiert wird.
Der ETF lässt sich bei der ING im Sparplan gebührenfrei ordern.
ISIN: IE00BYPC1H27

iShares J.P.Morgan ESG $ EM Bond UCITS ETF
Der Fonds investiert in Investment-Grade- und Non-Investment-Grade-Anleihen aus Schwellenländern, die durch quasi-staatliche Emittenten in US-Dollar begeben werden. Die Besonderheit des ETFs liegt darin, dass Emittenten mit höherem ESG-Rating höher als jene mit niedrigerem Rating gewichtet werden. Emittenten aus umstrittenen Branchen (Kraftwerkskohle, Tabak oder Waffen), welche die Grundsätze des Global Compact der Vereinten Nationen (UNGC) verletzen oder ein niedrigeres ESG-Rating haben, werden ausgeschlossen.
Der Fonds ist halbjährlich ausschüttend und berechnet Kosten von 0,45% p.a. Da sowohl Anleihen als auch ETF in US$ notieren, besteht ein Währungsrisiko.
Der ETF lässt sich bei der ING im Sparplan gebührenfrei ordern.
ISIN: IE00BDDRDW15

iShares J.P.Morgan $ EM Bond EUR Hedged UCITS ETF
Der ETF bietet ein diversifiziertes Engagement in auf US$ lautende Anleihen aus Schwellenländern und eine Nutzung monatlicher Devisenterminkontrakte. Das auf US$ lautende Engagement in Schwellenmarktanleihen wird monatlich in EUR abgesichert.
Der Fonds ist monatlich ausschüttend. Er berechnet Kosten in Höhe von 0,50% p.a.
Das Währungsrisiko des Fonds ist abgesichert.
ISIN: IE00B9M6RS56

Meine Motive für die einzelnen Fonds
Zunächst ist es mir wichtig, dass alle ETFs ausschüttend sind. Die Ausschüttungen sollen meine Dividendenerträge ergänzen und einen weiteren passiven Einkommensstrom schaffen. Ähnlich wie bei Aktien ist bei den Renten die Schwierigkeit, dass höhere Erträge auch mit höheren Risiken verbunden sind.
Ich habe daher bewusst in verschiedene Schwellenländerfonds (Emerging Markets) investiert, da diese eine höhere Rendite versprechen. Während des Corona-Crashs hat sich jedoch gezeigt, dass die Risiken deutlich überwiegen. Diese Fonds sind prozentual zweistellig ins Minus gerutscht.
Zu beobachten war eine deutliche Flucht in Qualität. Sie führte dazu, dass der Vanguard US$ Treasury ETF zulegen konnte und sich der China-ETF zumindest gehalten hat. Immerhin ist diese Diversifikation aufgegangen, denn diese beiden Fonds bieten die niedrigste Ausschüttungsrendite.
Bei den Emerging Markets bleibe ich investiert. Den ESG-Fonds habe ich erst spät entdeckt, sonst hätte ich wohl nur in ihn investiert. So kommt er für mich für Neuanlagen in Frage, die anderen EM-Fonds sind Haltepositionen. Denn das Konzept, nur in Anleihen von Staaten zu investieren, die sich den Klimazielen verpflichten und wenig kriegstreibend sind, finde ich sehr interessant. Es passt zu meinem Nachhaltigkeitsansatz bei Aktieninvestments.
Natürlich ist mir klar, dass der China-ETF der krasse Gegensatz dazu ist. Und die US-Staatsanleihen im Prinzip auch. Aber – wie schon gesagt – es geht mir auch um eine Risikoreduktion und deshalb muss ich diese Diversifikation vornehmen.
Mein Kaufvolumen in alle Fonds
Insgesamt habe ich nun 49.450 € in mein Rentenfonds-Portfolio investiert. In den letzten vier Monaten (Dezember 2019 bis März 2020) habe ich durchschnittlich 59,40 € netto Ausschüttungen daraus erhalten. Das entspricht hochgerechnet einer Netto-Ausschüttungsrendite von 1,44% p.a.
Insgesamt verteilen sich meine Käufe wie folgt auf das Portfolio:
Vanguard USD Corporate Bond UCITS ETF: 18.500 €
iShares China CNY Bond UCITS ETF: 7.500 €
iShares J.P.Morgan ESG $ EM Bond UCITS ETF: 7.500 €
Vanguard USD Treasury Bond UCITS ETF: 5.025 €
Vanguard USD Emerging Markets Government Bond UCITS ETF: 4.900 €
iShares J.P.Morgan $ EM Bond EUR Hedged UCITS ETF: 3.025 €
iShares J.P.Morgan EM Local Government Bond UCITS ETF: 3.000 €
Fazit
Im Corona-Crash hat das Portfolio aufgrund der hohen Emerging-Markets-Anteile gelitten. Eine Korrelation mit den Aktienmärkten war deutlich spürbar. Ich habe aber auch hier keine Verkäufe vorgenommen und setze auf eine langfristige Erholung.
Über die monatlichen Ausschüttungen berichte ich zukünftig auch in meiner Monatszusammenfassung, die immer zum Monatsersten erscheint.


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