Das spannendste Halbjahr liegt hinter uns – wie geht es weiter?

Monatswechsel Juli 2020
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Was war das für ein aufregendes 1. Halbjahr? Langweilig war es an keiner Stelle. Erst ging es von Hoch zu Hoch, dann kamen ab Mitte Februar die ersten Meldungen über das Corona-Virus. Und im März ging es dann rasant abwärts. Der DAX krachte in der Spitze fast 40% in die Tiefe.

Und nun, Anfang Juli, hat er von seinem Jahrestief wieder über 50% zugelegt. Das ist wahrlich nichts für schwache Nerven!

In diesem Beitrag fasse ich die Entwicklung meines Depots und weiterer Finanzanlagen im Juni zusammen und ziehe eine Halbjahresbilanz. Und zum Schluss blicke ich voraus auf den Juli und das zweite Halbjahr und meine Anlagestrategie in den nächsten Wochen.

Aktienkäufe

Im Juni war ich zweimal mit Käufen in Aktien aktiv und investierte 1.257,26 €:

10 Aktien Novartis für 760,78 €

5 Aktien Symrise für 496,48 €

Außerdem startete ich für 25 € monatlich einen Sparplan auf den Nasdaq-100-Index.

Aktienverkäufe

Aktienverkäufe habe ich erneut keine vorgenommen.

Dividendenerträge

Endlich mal ein wieder ein Monat mit höheren Dividendenerträgen als im Vorjahr! Im Juni erhielt ich netto 1.049,80 € – das entspricht einem Plus gegenüber 2019 von 80%. Das Plus ist das Ergebnis der verspäteten Hauptversammlung und wiegt die unterdurchschnittlichen Monate April und Mai auf. Ich erhielt Dividenden von:

Unilever: 30,56 €

Johnson & Johnson: 98,96 €

IBM: 26,82 €

Microsoft: 33,47 €

3M: 67,20 €

Kellogg: 18,59 €

McDonald’s: 12,32 €

Civitas Social Housing: 20,50 €

Paul Hartmann: 15,47 €

BASF: 242,97 €

BlackRock: 59,98 €

Terna: 209,77 €

Metsä Board: 107,21 €

PepsiCo: 81,02 €

Im ersten Halbjahr 2020 erhielt ich damit insgesamt 6.973,95 € Netto-Dividenden. Gegenüber dem ersten Halbjahr 2019 ist das ein Plus von 5,5% bzw 363,51 €.

P2P-Kredite

Im Juni erzielte ich Erträge aus P2P-Krediten in Höhe von 37,12 €. Meine größte Plattform ist weiterhin Mintos. Mein Bestand in P2P-Krediten beträgt derzeit 3.785,77 €. Verteilt auf die einzelnen Plattformen bin ich aktuell so investiert:

PlattformZins durchschnittlichInvestitionaktueller Standinvestierte P2P-Krediteeröffnet
Mintos10,64%1.700 €2.034 €19008/2018
Estateguru11,42%683 €846 €1709/2018
viainvest11,55%600 €705 €6911/2018
PeerBerry11,23%0 €144 €1411/2018
Debitum Network10,08%49 €54 €509/2019

Nachdem der Corona-Crash am Aktienmarkt vorbei ist, scheinen sich auch die P2P-Plattformen stabilisiert zu haben. Ich habe meine Zurückhaltung ebenfalls wieder gelockert und habe bei Mintos, viainvest und Peerberry die Auto-Invest-Schalter wieder eingeschaltet. Ich ziehe also keine Gelder mehr ab, sondern bleibe auf dem aktuellen Niveau investiert. P2p-Neuanlagen tätige ich aber ausschließlich im kurzfristigen Bereich. So kann ich zügig wieder an das Geld kommen, wenn ich es benötigen sollte.

Einkünfte aus Renten-ETFs

In diesem Beitrag hatte ich mein Rentenfonds-Portfolio dargestellt, ein Update hatte ich im April hier veröffentlicht. Die Erträge aus diesem Portfolio beliefen sich im Juni auf 161,51 € netto. Der Betrag ist außergewöhnlich hoch, da der China-Bonds ETF seine halbjährliche Ausschüttung hatte. Käufe oder Verkäufe habe ich keine getätigt.

Depotperformance

Im Juni legte mein Depot weiter zu, die Performance lag bei +2,2%. Der Gesamtdepotwert liegt nun bei 392.256 €. Das Kursdepot schwächelte weiter und lag bei -3,8%.

Top-Werte waren drei Versicherungswerte: Munich Re (+13,1%), Swiss Re (+12,9%) und Allianz (+11,6%) profitierten deutlich von der Erholung der Kapitalmärkte.

Schwächste Werte waren Taylor Wimpey (-9,1%), Siemens Healthineers (-7,5%) und Medtronic (-7,5%).

Im ersten Halbjahr machte mein Depot ein Minus von 5,9%. Die Volatilität lag bei 24,8%.

Immobilie

Bei meiner Wohnung in Leipzig läuft inzwischen alles ruhig und ohne Aufwand für mich. Nach Abzug der Gebühr für die Sondereigentumsverwaltung erhielt ich eine Mieteinnahme von 864,25 € (inkl. Nebenkosten). Das Hausgeld beträgt 246,00 €. Meine Nettomieteinnahme liegt also bei 618,25 €. Für den Immobilienkredit zahlte ich Zinsen in Höhe von 294,31 €. Ich erzielte somit einen Überschuss von 323,94 €.

Dividendenveränderungen

Im Juni gab es in meinem Depot weder Dividendenerhöhungen noch Kürzungen oder Streichungen.

Jahresziele 2020

Für das Jahr 2020 habe ich mir verschiedene Ziele gesetzt, über deren Erreichung ich jeweils monatlich berichte:

StatusTrend
Netto-Dividendenerträge von 11.000 €6.974 €negativ
Aktienkäufe für 18.000 €22.875 €übertroffen
Depot wächst auf mindestens 52 Titel54übertroffen
Bestand von 20.000 € in P2P-Krediten3.785 €negativ
Transaktionsgebühren unter 100 € p.a.82,90 €positiv

Mit der Erreichung der Jahresziele kann ich nicht zufrieden sein. Nun zum Halbjahresende steht fest, dass mein wichtigstes Ziel, Netto-Dividendenerträge von 11.000 € nicht erreicht werden wird. Aber immerhin gehe ich davon aus, dass ich gegenüber 2019 eine Steigerung der Dividendenerträge schaffen werde. Nur das ambitionierte Ziel wird halt nicht erreicht.

Ausblick auf Juli 2020

Mit dem Juli startet schon das zweite Halbjahr und – so krass es auch klingt – das Jahresende rückt ein Stück näher. Gegen Ende des Juli werden wir die ersten Quartalsergebnisse des zweiten Quartals erhalten und damit erste Gewissheit über die Corona-Folgen bei vielen Unternehmen bekommen. Bis zum Jahresende wird sich das mit Sicherheit noch verfestigen.

Ich erwarte im Juli und August schwache Börsenumsätze, da doch viele Händler in die Sommerferien gehen. Umso leichter werden schlechte Unternehmenszahlen für Ausverkäufe sorgen und Kurstubulenzen verursachen können.

Die nächsten Monaten werden – davon gehe ich fest aus – alles andere als ruhig. Es ist zwar viel Geld da, das angelegt werden will. Es macht aber auch Sommerpause und so können schon vergleichsweise kleinere Verkaufsprogramme die Kurse massiv drücken.

Ich glaube zwar nicht, dass es noch mal so tief wie im März runter geht. Dazu wäre eine zweite Corona-Welle mit einem zweiten Lockdown nötig. Und die käme – wenn überhaupt – wohl erst im Herbst mit Beginn der Grippe-Saison.

Aber in den nächsten Wochen wird es sicherlich ziemlich volatil. Das bietet für langfristige Anleger immer wieder Chancen in ausgesuchten Titeln. Ich habe immer noch den Kaffee- und Teeproduzenten JDE Peet’s (vorgestellt im letzten Monatsausblick) im Visier. Vielleicht ergibt sich ja im Juli eine Kaufgelegenheit.

Ansonsten warte ich auf Rücksetzer bei einigen meiner Depotwerte. Im Blick habe ich insbesondere Microsoft und Novo Nordisk. Bei beiden Aktien würde ich gerne meine Positionen von jeweils 100 Aktien ausbauen. Die Dividendenrenditen liegen zwar nur im 1%-Bereich, dafür ist das Unternehmenswachstum aber spannend und weiter aussichtsreich.

Wie so oft denke ich mir, dass ich im neuen Monat weniger investieren und mehr zuschauen werde. Und dann kommt es doch anders. Einfach weil es immer wieder Entwicklungen gibt, die sich nicht vorhersehen lassen. Es bleibt aufregend und ich werde auch im Juli viel in diesem Blog zu berichten haben.

Ich wünsche Dir viel Erfolg im zweiten Halbjahr und weiterhin spannende Zeiten an der Börse!

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4 Gedanken zu „Das spannendste Halbjahr liegt hinter uns – wie geht es weiter?“

  1. Hallo Ben…
    Erst einmal vielen Dank für Deine tollen Berichte.
    Ich bin seit Monaten dabei und lese aufmerksam deine Zeilen.
    Ich hätte eine kleine Frage zu den p2p Krediten.
    Ich möchte gern die Plattform Mintos ausprobieren…und weiss nicht wie hoch die Überweisungskosten von der deutschen Bank werden.
    Mit kleinen Beträgen von 500 Euro, würden die Kosten der Überweisungen die geringfügigen Zinserträge auffressen.. oder?
    Vielen Dank für Deine Hilfe.
    Bis bald
    Maik

    1. Hallo Maik,
      Überweisungsgebühren fallen keine an. Die Überweisung erfolgt ja innerhalb des SEPA-Raumes der Europäischen Union. Und die sind immer gebührenfrei. Du kannst also beruhigt von einer deutschen Bank auch kleinere Beträge bei Mintos einzahlen. Dir entsteht dadurch kein Nachteil.
      Viele Grüße Ben

  2. Hallo,

    Glückwunsch zu deinen über 6.000€ an Dividenden fürs erste Halbjahr, auch wenn du im Trend schreibst, etwas unter deinen Zielen zu liegen ist das ein fantastisches Ergebnis. Wenn ich mir deine Zahler im Juni ansehe, fällt mir deutlich auf, dass mir Johnson&Johsnon und Microsoft im Portfolio fehlen… das muss sich ändern:-) … – Im Juni konnte ich für 2020 auch erstmals über 1k an Dividenden erreichen, für das Halbjahr liege ich allerdings erst bei ca 3.600€, wobei ich aufgrund der allgemeinen Lage damit wirklich zufrieden bin.

    Was den Ausblick für das zweite Halbjahr angeht, stimme ich dir voll und ganz zu. Wenn Unternehmen mit schlechter als erwarteten Zahlen Ende Juli und im August negativ überraschen, kann ich mir vorstellen, dass sie besonders hart abgestraft werden, nachdem aktuell ja ziemlich viel “Euphorie” an den Märkten zu spüren ist. Es ist u.a. durch die Zentralbanken und deren Anleihekäufe (auch Unternehmensanleihen!!) so viel Liquidität im Markt, dass in den letzten Wochen jede kurze Bewegung der Indizes nach unten sofort mit einer Gegenbewegung nach oben beantwortet wurde. Mal sehen wo die Kurse im September stehen. Auch aus diesem Grund werde ich meine Cash Reserve vorerst nicht antasten und auf die Zahlen warten. Sollten sich dann gute Gelegeheiten ergeben, kann ich mir etwas größere Nachkäufe vorstellen.

    Wünsche Dir für das zweite Halbjahr viel Erfolg!!

    Viele Grüße,
    Susanne

  3. Hallo zusammen,

    ich habe eine Frage bzgl. der Quellensteuer. Ich hatte im letzten Jahr bei meiner Hauptdepotbank einen Freistellungsauftrag von 600 euro eingerichtet.Nachdem der Freistellungsauftrag ausgeschöpft war, wurde der Quellensteuertopf “verbraucht”. So habe ich am Ende des Jahres nur noch einen sehr geringen Betrag im Quellensteuertopf gehabt. Dieses Jahr im Mai aber habe ich zu 90% mein Depot auf eine andere Bank übertragen. Nun habe ich auf dem “alten” Depot einen Betrag von ca. 30€ im Quellensteuertopf. Dieser kann aber leider nicht mehr verrechnet werden, da ja die ganzen Dividenden auf dem neuen Depotkonto eingehen. Wisst ihr wie ich das Problem lösen kann? Freistellungsbetrag ist noch nicht ausgeschöpft. Wäre es z.b denkbar eine Aktie mit einem Dividendenertrag von 100 euro wieder auf mein altes Depot zu übertragen (ohne die Einrichtung des FSA) und dann bei Auszahlung die Verrechnung mit dem Quellenateuertopf zu erreichen? So wäre meine gezahlte Quellensteuer nicht für die Katz.

    Ich hoffe ihr könnt mir helfen.

    VG

    Sonny

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