Was Dich hier erwartet:
In meinem Dividendenkalender lässt sich die Verteilung der Dividenden jedes Jahr gut sehen: der Schwerpunkt liegt im Mai, weil dann die meisten deutschen und europäischen Unternehmen ihre Jahresdividenden ausschütten. Die Quartalszahler aus den USA verteilen sich dann schön übers Jahr, aber können den Mai nicht toppen.
In diesem Jahr ist es allerdings etwas gleichmäßiger, da mit BASF und der Münchener Rück gleich zwei große, traditionelle Dividendenzahler bereits Ende April ausgeschüttet haben.
In meiner Monatsstatistik führt das zu einigen Verschiebungen, aber das ist nicht wirklich relevant. Spannender ist vielmehr der Ausblick auf den Mai und die Frage, ob es im Juni tatsächlich zur ersten Zinssenkung der EZB kommen wird.
Den Einfluss dieser Fragen auf das Börsengeschehen und meine Gedanken dazu, stelle ich – neben der dokumentarischen Darstellung des April – in diesem Beitrag dar.
Meine längerfristige Anlagestrategie für das komplette Jahr 2024 habe ich hier veröffentlicht. Dort gehe ich von einer Performance der großen Aktienindizes in diesem Jahr von 8 bis 10% aus. Mein Dividendendepot, das dieser Entwicklung von seiner Strategie her am ehesten vergleichbar ist, lag nach drei Monaten mit +9,6% bereits am oberen Ende meiner Erwartung. Der April hat es nun aber wieder „geerdet“ und so befinde ich mich insgesamt zwar noch auf gutem Weg, aber mit +6,1% YTD nicht mehr so euphorisch im Plus.
Stand Wertpapierdepots
Details zu den einzelnen Depots gibt es – wie immer – ausführlich in diesem Bericht. Für den schnellen Überblick hilft die folgende Tabelle:
| Depotwert 30.04.24 | Monatsperformance | |
| Dividendendepot | 483.232 € | -3,2% |
| Optionsdepot | 8.638 € | -1,0% |
| Anti-Depot | 25.662 € | -2,3% |
| Zitronen-Depot | 7.507 € | -2,9% |
| Summe: | 525.039 € | -2,1% |
| Veränderung 2024: | +11.265 € | |
| zzgl. Entnahmen: | +23.328 € | |
| Nettoveränderung 2024: | +34.593 € |
Ein Hinweis an dieser Stelle zu den Angaben zur Monatsperformance: bei den Einzeldepots handelt es sich um die zeitgewichtete Monatsrendite. Bei der Gesamtsumme ist es die absolute Veränderung.
Der April war damit in absoluten Zahlen kein schöner Monat. Während mein Nettoplus Ende März noch bei 46.281 € gelegen hatte, ist es nun um rund 11.700 € abgesackt.
Benchmark
Im Juli letzten Jahres hatte ich einen monatlichen Sparplan über 25 € beim Robo-Advisor von quirion aufgelegt, den ich als Benchmark für meine eigene Depotperformance nehme. Im April wurde die nächste Sparplanrate abgebucht (insgesamt also jetzt 250 €) und zum Monatsende beträgt die zeitgewichtete Performance nun +8,56 % (Stand: 271,41 €). Zum Vergleich dazu: Die Performance meines Dividendendepots vom 05.07.2023 (Start des quirion-Benchmarks) bis zum 30.04.2024 liegt bei +14,48%. Damit liege ich nach zehn Monaten rund 6%-Punkte besser.
Aktienkäufe
Im April habe ich im Dividendendepot 3 Aktienkäufe getätigt und dafür 1.504,99 € investiert:
10 Aktien Realty Income für 490,95 €
3 Aktien Kenvue für 54,19 €
50 Aktien Protector Forsikring für 959,85 €
Für zukünftige Käufe habe ich meine Watchlist veröffentlicht.
Aktienverkäufe
Verkäufe gab es im April keine.
Dividendenerträge
Im April erhielt ich insgesamt 2.378,96 € als Netto-Dividenden. Gegenüber dem Vorjahres-April ist das ein Plus von 334,3% – vor allem durch die Verschiebung der BASF- und der Munich Re-Dividende vom Mai in den April.
Ich erhielt im April die folgenden Dividenden:
Coca-Cola: 38,15 €
Realty Income: 31,73 €
Calida: 7,89 €
Cisco Systems: 30,29 €
Conduit Holdings: 24,52 €
LVMH: 5,57 €
VINCI: 359,01 €
L’Oréal: 49,06 €
Sekisui House: 28,17 €
Munich Re: 1.380,47 €
BASF: 125,17 €
Alle meine Dividenden des Jahres 2023 habe ich in diesem Beitrag analysiert und auch mein neues Dividendenziel für 2024 definiert.
Crowdinvesting
Über meine bisherigen Erfahrungen mit Crowdinvesting hatte ich 2020 ausführlich berichtet. Im April erhielt ich 25,00 € Zinsen aus meinem Crowd-Portfolio. Vorzeitig (2 Monate vor Endfälligkeit) und vollständig wurde das Projekt „Jena/Dornburger Straße II“ bei Bergfürst zurückgeführt. Von ecoligo gab es Regeltilgungen für 2 Projekte.
Mein Portfolio ist aktuell noch 3.467,37 € groß: Ich habe ursprünglich 500 € bei Bergfürst, 1.100 € bei Engel & Völkers Digital Invest und 4.600 € bei ecoligo investiert. Davon wurden seit 2022 900 € bei Engel & Völkers Digital Invest, 1.511,21 € seitens ecoligo und 300 € bei Bergfürst (davon 10 € Ausfall) getilgt.
Depotperformance
Mein Dividendendepot hat sich im April mit dem Markt negativ entwickelt. Der Depotwert per Ende April beträgt nun 483.232 €. Im Monatsverlauf steht für mein Dividendendepot ein Minus von 3,2%.
Top-Werte im Dividendendepot im April waren Sandoz (+14,4%), USU Software (+10,9%) und Itochu (+7,6%).
Schwächste Werte im April waren MSCI Inc. (-16,2%), Kenvue (-11,6%) und BB Biotech (-10,0%).
Die Volatilität meines Dividendendepots lag im April bei 2,4%.
Anti-Depot
Mit dem Anti-Depot teste ich mit Echtgeld eine abweichende Anlagestrategie. Ich habe es zu Beginn des Jahres 2021 aufgesetzt und sehr unterschiedliche Ergebnisse erzielt. Dem ersten Jahr mit einem Plus von 40,8% folgte das zweite Jahr mit einem Minus von 58,8%. 2023 gab es dann wieder ein Plus von 16,4%.
2024 will ich die positive Entwicklung ausbauen. Nach dem April liegt das Depot bei +3,9%. Im April gab es keine Veränderungen und auch keine Zins- oder Dividendeneinnahmen.
Im Anti-Depot verbucht ist auch ein Investment in das von mir betreute wikifolio „Ausgewogen sorgenfrei leben„. Es entwickelte sich im April leicht negativ und entsprechend reduzierten sich die verwalteten Mittel auch etwas.
Die Volatilität des Anti-Depots lag im April mit 2,9% erstmals nur marginal über der meines Dividendendepots.
Optionsdepot
Mit dem Optionsdepot verfolge ich eine – als risikoarm konzipierte – Optionsstrategie, die ich in meiner Serie zum Optionshandel ausführlich beschrieben habe. Damit habe ich ein kleines Nebenportfolio aufgebaut, das durch Optionsverkäufe (Puts und Calls) laufende Erträge erzielen soll.
Im April hatte ich Erträge im Optionsdepot von 52,85 € brutto. Die Performance lag im April bei -1,0%.
Alle Transaktionen im Optionsdepot dokumentiere ich mit Screenshots auf einer eigenen Seite.
Zitronen-Depot
Das Zitronen-Depot und seine besondere Strategie habe ich hier ausführlich vorgestellt. Dort findest Du auch die aktuelle Zusammensetzung. Ich baue mir langfristig ein Portfolio von Nachbesserungsrechten auf und erhoffe mir durch die Spruchverfahren eine risikoarme Zusatzrendite in einigen Jahren.
Im April meldete die nicht börsennotierte Instapro II (ehemals MyHammer) ein Squeeze-Out-Verlangen ihres Mehrheitsaktionärs. Bekannt gegeben wurde auch der Abfindungspreis bei der Software AG. Etwas ausgebaut habe ich meine Position bei der Aareal Bank.
Bei Tion Renewables wurde der Squeeze-Out nun vollzogen und meine Aktien ausgebucht.
Das Volumen meiner Nachbesserungsrechte erhöhte sich dadurch im April um 12.192,66 € auf 165.860,88 €.
Das Depot erzielte eine Monatsperformance von -2,9%.
Immobilie
Über meine Wohnung in Leipzig habe ich zuletzt mit einem Update berichtet. Nach Abzug der Gebühr für die Sondereigentumsverwaltung erzielte ich im April Mieteinnahmen von 902,73 €. Das Hausgeld beträgt 285,00 €. Für den Immobilienkredit zahlte ich Zinsen in Höhe von 247,53 €. Ich hatte damit in diesem Monat einen Nettoerlös von 370,20 €.
Aufgrund der hohen vereinbarten Tilgung des Kredits habe ich jedoch einen negativen monatlichen Cash-Flow. Die monatliche Annuität liegt bei 1.216,80 € (Zins & Tilgung) und ist bis 30.09.2028 fest vereinbart (Zinssatz: 1,24%).
Dafür sinkt die Verschuldung der Wohnung stetig, sie liegt zum Ende April bei 235.892,92 € (bei einer Wohnungsgröße von 77,3 qm und zusätzlich einem Stellplatz).
Um mich auf die voraussichtlich deutlich höheren Zinsen ab 2028 vorzubereiten, habe ich einen Sparplan in das iBonds-Produkt mit Fälligkeit im Dezember 2027 angelegt, den ich mit monatlich 100 € bespare. Darüber habe ich hier ausführlich berichtet. Bei bisher eingezahlten 700 € liegt der Depotwert dieses Sparplans zum Ende April bei 706,17 €.
Dividendenveränderungen
Im April wurden bei meinen Depottiteln folgende Dividendenveränderungen verkündet:
Procter & Gamble: Erhöhung der Quartalsdividende von 0,9407 US$ auf 1,0065 US$ (+7,0%)
Johnson & Johnson: Erhöhung der Quartalsdividende von 1,19 US$ auf 1,24 US$ (+4,2%)
Ausblick auf den Mai
Mit der zum April-Ultimo ausgezahlten Munich-Re-Dividende startet für mich nun der Dividenden-Monat schlechthin. Die zahlreichen deutschen Hauptversammlungen mit anschließenden Dividendenzahlungen werden durch diverse ausländische Zahlungen ergänzt und heraus kommt dann mein ertragreichster Monat.
Normalerweise nutze ich die hohen Ausschüttungen dann auch zur Wiederanlage. In diesem Jahr habe ich aber einige Käufe schon vorgezogen und deshalb keinen „Anlagedruck“.
So kann ich mir das Börsentreiben ganz entspannt anschauen auf das Sommerloch warten. Denn natürlich fällt mir zum Mai immer die Devise „Sell in May and go away“ ein. Ich habe mich aber noch nie daran gehalten!
Was aber klar ist: im langjährigen Durchschnitt ist der Mai noch ein vergleichsweise robuster Börsenmonat. Die folgenden Monate bis einschließlich September gelten dann aber als die schwachen Börsenmonate. Auch wenn es dafür keine Garantie gibt, lässt es sich statistisch belegen.
Für mich ist das immer wieder wichtig, mir das klarzumachen: Ich habe keine Eile und es rennt mir nichts weg! Ich kann mir die Entwicklungen anschauen und mir dann meine Strategie zurecht legen. Welchen Einstiegskurs sehe ich als günstig an? Und wo sehe ich womöglich sogar eine Übertragung nach Unten?
Im Großen und Ganzen lasse ich mein Depot einfach weiterlaufen und sich entsprechend entwickeln. Natürlich wird es mir keine Freudentränen bereiten, wenn ich in den nächsten Monaten jeweils von einem Monatsminus berichten müsste. Aber das gehört halt dazu!
Und mir hilft es psychologisch schon, wenn ich mir das genau so klarmache. Ich entscheide mich bewusst zur langfristigen Beteiligung an – aus meiner Sicht – hervorragenden Unternehmen und nehme es in Kauf, dass der Aktienkurs dieser Unternehmen schwankt. Da ich nicht ans Verkaufen denke, hat das dann auch nur eine geringe Relevanz für mich.
Spannend zu beobachten wird aber vermutlich die Zinsentwicklung. Zum Jahreswechsel war der Markt ja noch davon ausgegangen, dass die amerikanische Fed in 2024 mehrfach die Zinsen senken und die EZB dann irgendwann nachziehen würde.
Mittlerweile hat sich das Blick komplett gedreht. In den USA wird nun nur noch von der ersten Zinssenkung gegen Jahresende ausgegangen und auch die wird immer unsicherer. Grund sind die weiterhin hohen Inflationsdaten.
Dem gegenüber erwartet der Markt inzwischen schon für den Juni die erste Zinssenkung der EZB. Ich selbst bin zwar weiterhin mit meinen langlaufenden Anleihen entsprechend auf eine Zinssenkung vorbereitet. Aber ich traue dem Braten nicht so ganz. Dass die EZB so voranpreschen wird? Ich kann es mir kaum vorstellen. Zumal ja auch nichts dagegen sprechen würde, im Juni erst mal deutlich Zinssenkungen anzukündigen, sie aber noch nicht zu vollziehen.
Die veränderten Erwartungen des Marktes, nämlich europäische vor amerikanischen Zinsschritten, haben bereits in den letzten Wochen den US-Dollar noch stärker werden lassen. Wenn sich die Erwartungen nicht verändern und womöglich dann auch durch EZB-Zinssenkungen gestärkt werden, wird der US-Dollar so stark bleiben.
Das wiederum ist für meine Dividendenerträge sehr positiv, da ich rund ein Drittel in US-Dollar beziehe und sie sich relativ gleichmäßig über das Jahr verteilen. Gleichzeitig verteuert es Neuinvestitionen in US-Aktien für uns Europäer.
Zum Abschluss noch ein paar Worte zum Divantis-Blog:
Der April war der aufrufstärkste Monat seit Bestehen! Das bisherige Hoch, erreicht zu Beginn der Corona-Pandemie, konnte nun vier Jahre später übertroffen werden. Am Ende sind es mehr als 190.000 Seitenaufrufe von mehr als 72.000 Besuchern geworden. Das ist wirklich Wahnsinn! Und für mich Motivation, weiterhin qualitätsvolle Inhalte zu liefern.
Im Text habe ich einige Geldanlagen erwähnt, die Dich vielleicht inspirieren, selbst in eine ähnliche Richtung zu investieren. Besonders leicht geht das mit den folgenden Partner-Links, die Dich nichts kosten, aber den Divantis-Blog unterstützen:
Wenn Du Dich bei wikifolio kostenlos registrierst, kannst Du mein investierbares Musterportfolio „Ausgewogen sorgenfrei leben“ beobachten und dort auf Deine Watchlist setzen. Du erhältst dann innerhalb der wikifolio-Plattform alle dortigen Kommentare von mir automatisch angezeigt.
ecoligo für nachhaltige Crowdfinanzierungen – bei Registrierung über den Link erhältst Du einen einmaligen Willkommensbonus in Höhe von 30 €, der Dir innerhalb von 35 Tagen nach Deiner Erstinvestition von 100 € als Cash-Back überwiesen wird.
Engel & Völkers Digital Invest habe ich in der Vergangenheit für Immobilien-Crowdinvestments ab 100 € Anlagesumme gewählt. Die Angebote empfinde ich aktuell aber aufgrund des gestiegenen Zinsniveaus nicht mehr attraktiv. Trotzdem schaue ich mir die neuen Angebote immer an und sehe auch, dass die angebotenen Zinssätze höher werden. Es kostet nichts, Dich einfach zu registrieren und für den Newsletter anzumelden. Du erhältst dann unverbindlich die neuen Angebote zugesandt und kannst Dich dann entscheiden, ob ein Investment für Dich attraktiv ist.


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