Was Dich hier erwartet:
Phänomenal dieses Börsenjahr: es geht einfach aufwärts. Da kann auch der September nicht dran rütteln. Und das, obwohl er statistisch gesehen tatsächlich im Durchschnitt ein negativer Monat ist.
Ich hatte deshalb nicht viel erwartet. Um so zufriedener blicke ich auf ihn zurück. Positive Entwicklungen in all meinen Depots. Das kommt auch nicht oft vor!
Aber viel spannender ist jetzt natürlich die Frage, ob auch der Oktober so ruhig bleibt. Er ist als der Crash-Monat bekannt. Und hat zwar bessere Werte als der September, ist aber auch nur der Auftakt zum Schlussquartal.
Möglichkeiten für Überraschungen – in beide Richtungen – gibt es jedenfalls genug. Die US-Wahl rückt näher, die Inflation lässt weiter nach und im Nahen Osten droht eine weitere Eskalation.
In diesem Beitrag blicke ich auf meine Geldanlagen und ihre Entwicklung im September zurück und gebe einen Ausblick auf meine Pläne für den Oktober.
Wohin man auch schaut, fast alles positiv im September: der DAX legte 2,2% zu. Der S&P500 schaffte 1,3% und der Nasdaq 100 1,7%. Und auch die Nebenwerte erholten sich – der MDAX war 4,5% im Plus, der MSCI Emerging Markets sogar 5,8%. Schwäche zeigte lediglich der Nikkei 225 mit einem Minus von 0,6%.
Insgesamt also ein außergewöhnlicher September, der aber auch irgendwie zu diesem Börsenjahr passt.
Das wirtschaftspolitische Highlight war dabei sicherlich die Zinssenkung der US-Notenbank um 50 Basispunkte. Das war in der Höhe dann doch eine Überraschung und spricht dafür, dass es nun weitere Zinssenkungen geben wird.
Niedrigere Zinsen sind vor allem für die Bewertung von Unternehmen hilfreich, deren Gewinne in der Zukunft liegen. Klassischerweise sind das Technologie- oder Biotech-Aktien. Mit niedrigeren Zinsen ist eine Alternativanlage nicht so attraktiv und es gibt Rückenwind für die Aktienkurse.
Trotzdem an dieser Stelle meine schon fast traditionelle Warnung – auch für mich selbst: Euphorie ist an der Börse nie gut. In der Regel gibt es genau dann eine Korrektur, wenn die meisten nicht damit rechnen. Deshalb freue ich mich über die gute Performance, rechne aber weiterhin auch mit Gegenwind. Und investiere auch weiterhin in defensive Bereiche.
Und da ist es mir dann auch egal, wenn meine persönliche Performance mal in dem ein oder anderen Monat hinter dem Markt zurückbleibt. Wichtig ist mir, dass ich ruhig schlafen kann und von meiner Aktienauswahl weiterhin überzeugt bin. Und so lange das so ist, ist für mich auch alles in Ordnung. Eine positive Entwicklung kommt dann von allein.
Stand Wertpapierdepots
Details zu den einzelnen Depots gibt es – wie immer – ausführlich in diesem Bericht. Für den schnellen Überblick hilft die folgende Tabelle:
| Depotwert 30.09.24 | Monatsperformance | |
| Dividendendepot | 514.970 € | +0,3% |
| Optionsdepot | 10.337 € | +11,4% |
| Anti-Depot | 28.851 € | +0,4% |
| Zitronen-Depot | 36.111 € | +0,9% |
| Summe: | 590.269 € | +0,5% |
| Veränderung 2024: | +76.495 € | |
| zzgl. Entnahmen: | -6.330 € | |
| Nettoveränderung 2024: | +70.164 € |
Ein Hinweis an dieser Stelle zu den Angaben zur Monatsperformance: bei den Einzeldepots handelt es sich um die zeitgewichtete Monatsrendite. Bei der Gesamtsumme ist es die absolute Veränderung.
3.000 € Plus sind es dann im September geworden. Damit liege ich seit Jahresbeginn bei 70.000 € Plus und bin damit weiterhin sehr zufrieden. Das entspricht einem Plus von 13,7% YTD.
Benchmark
Im Juli letzten Jahres hatte ich einen monatlichen Sparplan über 25 € beim Robo-Advisor von quirion aufgelegt, den ich als Benchmark für meine eigene Depotperformance nehme. Im September wurde die nächste Sparplanrate abgebucht (insgesamt also jetzt 375 €) und zum Monatsende beträgt die zeitgewichtete Performance +22,37% (Stand: 420,43 €). Zum Vergleich dazu: Die Performance meines Dividendendepots vom 05.07.2023 (Start des quirion-Benchmarks) bis zum 30.09.2024 liegt bei +22,89%.
Aktienkäufe
Im September habe ich im Dividendendepot keine Aktienkäufe getätigt. Ausgeführt wurde lediglich mein Sparplan zum Reinvest der Dividende von McDonald’s über 17,00 €. Mein Fokus lag mehr auf Käufen in das Zitronen-Depot.
Meine Sparpläne in Anleihen-Produkte laufen auch weiter.
Aktienverkäufe
Aktienverkäufe habe ich im September nicht vorgenommen.
Dividendenerträge
Im September erhielt ich insgesamt 605,17 € als Netto-Dividenden. Gegenüber dem Vorjahres-September ist das eine Veränderung von -8,6%. Das Minus lässt sich an der fehlenden Dividende von 3M festmachen. Vor einem Jahr erhielt ich im September noch 100,59 € Netto-Dividende. Ohne sie liege ich nun 56,93 € unterhalb des Vorjahres-September.
Nach 9 Monaten liege ich gleichwohl 1.366,23 € über den ersten 9 Monaten des Jahres 2023. Dieser Vorsprung wird nach meinem Plan im Schlussquartal zwar noch deutlich sinken. Aber ich werde mein Jahresziel erreichen und auf ein erfolgreiches Dividendenjahr 2024 zurückblicken können.
Ich erhielt im September die folgenden Dividenden:
Realty Income: 32,66 €
Fortescue Metals Group: 90,11 €
PepsiCo: 112,64 €
Crowdinvesting
Über meine bisherigen Erfahrungen mit Crowdinvesting hatte ich 2020 ausführlich berichtet. Im September erhielt ich keine Zinsen aus meinem Crowd-Portfolio.
Mein Portfolio ist aktuell noch 2.854,83 € groß: Ich habe ursprünglich 500 € bei Bergfürst, 1.100 € bei Engel & Völkers Digital Invest und 4.600 € bei ecoligo investiert. Davon wurden seit 2022 900 € bei Engel & Völkers Digital Invest, 2.123,75 € seitens ecoligo und 300 € bei Bergfürst (davon 10 € Ausfall) getilgt.
Depotperformance
Mein Dividendendepot hat sich im September positiv (+0,3%) entwickelt. Der Depotwert per Ende September beträgt nun 514.970 €.
Top-Werte im Dividendendepot im September waren Fortescue Metals Group (+19,0%), USU Software (+9,5%) und Sekisui House (+7,8%).
Schwächste Werte im September waren Novo Nordisk (-15,0%), Prestige International (-9,1%) und – wie schon im August – BB Biotech (-5,7%).
Die Volatilität meines Dividendendepots lag im September bei 7,5%.
Anti-Depot
Mit dem Anti-Depot teste ich mit Echtgeld eine abweichende Anlagestrategie. Ich habe es zu Beginn des Jahres 2021 aufgesetzt und sehr unterschiedliche Ergebnisse erzielt. Dem ersten Jahr mit einem Plus von 40,8% folgte das zweite Jahr mit einem Minus von 58,8%. 2023 gab es dann wieder ein Plus von 16,4%.
2024 will ich die positive Entwicklung ausbauen. Seit Jahresbeginn liegt das Anti-Depot aktuell bei +8,7%. Im September habe ich keine Transaktionen getätigt. Zinsen in Höhe von 42,00 € erhielt ich von der Republik Österreich für eine 100-jährige Anleihe.
Im Anti-Depot verbucht ist auch ein Investment in das von mir betreute wikifolio „Ausgewogen sorgenfrei leben„.
Die Volatilität des Anti-Depots lag im September mit 1,4% erstmals erheblich unter der meines Dividendendepots.
Optionsdepot
Mit dem Optionsdepot verfolge ich eine – als risikoarm konzipierte – Optionsstrategie, die ich in meiner Serie zum Optionshandel ausführlich beschrieben habe. Damit habe ich ein kleines Nebenportfolio aufgebaut, das durch Optionsverkäufe (Puts und Calls) laufende Erträge erzielen soll.
Im September hatte ich Erträge im Optionsdepot von 268,30 € brutto. Die Performance lag im September bei +11,4% und spiegelt die Kurserholung von B2Gold wider. Derzeit habe ich Short Puts auf Nike (Laufzeit bis Oktober), B2Gold (Oktober) und Celsius Holdings (Oktober) sowie Covered Calls auf Kenvue (November) offen. Zudem habe ich einen Long Put auf Varta mit Laufzeit bis Oktober gekauft.
Alle Transaktionen im Optionsdepot dokumentiere ich mit Screenshots auf einer eigenen Seite.
Zitronen-Depot
Das Zitronen-Depot und seine besondere Strategie habe ich hier ausführlich vorgestellt. Dort findest Du auch die aktuelle Zusammensetzung. Ich baue mir langfristig ein Portfolio von Nachbesserungsrechten auf und erhoffe mir durch die Spruchverfahren eine risikoarme Zusatzrendite in einigen Jahren.
Im September wurden die Aktien der EQS Group per Squeeze-Out ausgebucht. Die Aktien waren bereits delistet und auch nicht mehr in Hamburg notiert, so dass ich nicht mehr nachkaufen konnte. Mein Nachbesserungsvolumen hat sich deshalb nur um 920,00 € erhöht. Noch nie börsennotiert war sogar die Instapro II, die ebenfalls im September ausgebucht wurde. Sie war durch eine Verschmelzung mit MyHammer entstanden, von denen ich damals ein paar Aktien im Depot hatte. Jetzt erhielt eine Abfindung von 123,78 €.
Neu angekündigt wurde ein Squeeze-Out bei alstria office. In diesem Zuge wird das Unternehmen auch den REIT-Status verlieren. Ich habe mir zunächst eine kleine Position von 100 Aktien zu 519,90 € ins Depot gelegt.
Konkretisiert wurden die Abfindungen bei Medion (14,28 €) und der österreichischen S-Immo (22,05 €). Von der S-Immo habe ich im September insgesamt 350 Aktien für 7.828,60 € gekauft. Mir gefällt daran besonders, dass in Österreich die Barabfindung bereits ab dem Tag nach der Hauptversammlung verzinst wird und so die Wartezeit bis zur Ausbuchung kaum ins Gewicht fällt.
Das Volumen meiner Nachbesserungsrechte erhöhte sich im September auf 184.920,45 € (zuvor: 183.876,67 €).
Die Entwicklung des Nachbesserungsvolumens dokumentiere ich auf einer eigenen Seite.
Das Depot erzielte im September eine Monatsperformance von +0,9% und liegt damit nun seit Jahresbeginn 2,7% im Plus.
Immobilie
Über meine Wohnung in Leipzig habe ich zuletzt mit einem Update berichtet. Nach Abzug der Gebühr für die Sondereigentumsverwaltung erzielte ich im September Mieteinnahmen von 902,73 €. Das Hausgeld beträgt 285,00 €. Für den Immobilienkredit zahlte ich Zinsen in Höhe von 243,09 €. Ich hatte damit in diesem Monat einen Nettoerlös von 374,64 €.
Aufgrund der hohen vereinbarten Tilgung des Kredits habe ich jedoch einen negativen monatlichen Cash-Flow. Die monatliche Annuität liegt bei 1.216,80 € (Zins & Tilgung) und ist bis 30.09.2028 fest vereinbart (Zinssatz: 1,24%).
Dafür sinkt die Verschuldung der Wohnung stetig, sie liegt zum Ende September bei 231.033,25 € (bei einer Wohnungsgröße von 77,3 qm und zusätzlich einem Stellplatz). Das entspricht einer Verschuldung je qm-Wohnfläche von 2.988,79 €.
Um mich auf die voraussichtlich deutlich höheren Zinsen ab 2028 vorzubereiten, habe ich einen Sparplan in das iBonds-Produkt mit Fälligkeit im Dezember 2027 angelegt, den ich mit monatlich 100 € bespare. Darüber habe ich hier ausführlich berichtet. Bei bisher eingezahlten 1.200 € liegt der Depotwert dieses Sparplans zum Ende September bei 1.241,98 €.
Dividendenveränderungen
Im September wurden bei meinen Depottiteln folgende Dividendenveränderungen verkündet:
Microsoft: Erhöhung der Quartalsdividende von 0,75 US$ auf 0,83 US$ (+10,7%)
McDonald’s: Erhöhung der Quartalsdividende von 1,67 US$ auf 1,77 US$ (+6,0%)
Texas Instruments: Erhöhung der Quartalsdividende von 1,30 US$ auf 1,36 US$ (+4,6%)
Realty Income: Erhöhung der Monatsdividende von 0,263 US$ auf 0,2635 US$ (+0,2%)
BASF: Reduzierung der Dividende von 3,40 € auf mindestens 2,25 € (-33,8%)
Ausblick auf den Oktober
Realistisch betrachtet gibt es keine Anzeichen für einen Crash im Oktober. Und ich erwarte ihn auch nicht. Selbstverständlich ist auch mal wieder ein negativer Börsenmonat möglich. Aber insgesamt sollte der Blick auf die Rahmendaten dafür sorgen, dass wir keine besonderen Rückschläge erleben.
China hat Strukturmaßnahmen ergriffen, die dem dortigen Aktienmarkt erhebliche Impulse mitgegeben haben. Und so besteht die Hoffnung, dass sich Stimmung und Wachstum ebenfalls ins Positive drehen. Springen Konsumklima und Industrieproduktion in China wieder an, hat das auch für viele Unternehmen der westlichen Welt positive Impulse.
Die Aussichten für US-Unternehmen sind ohnehin positiv. 2025 wird ein Gewinnwachstum von 15% für die 500 größten Unternehmen erwartet, 2026 sollen es noch 13% werden. Flankiert wird das mit fallenden Inflationsraten, nahezu erreichter Vollbeschäftigung und Leitzinssenkungen der Fed.
Sicherlich hat der Aktienmarkt in diesem Jahr schon einiges von diesem positiven Umfeld antizipiert. Aber der Trend ist intakt und ich bin überzeugt davon, dass wir auch im nächsten Jahr eine positive Börse erleben werden. Und deshalb gibt es keinen wirklichen Grund, jetzt im Schlussquartal noch mal abzutauchen.
Ich selbst schaue mir in den nächsten Wochen meine Depots noch mal intensiver an und werde überlegen, ob ich überall richtig aufgestellt bin. Denn Unternehmen, die trotz sinkender Zinsen noch nicht mit besseren Zahlen begeistern konnten, werden das vermutlich auch in 2025 nicht schaffen. Und voraussichtlich werde ich mich nun vollständig von BASF trennen. Die – wirtschaftlich gesehen nachvollziehbare – Dividendenkürzung ist für mich in diesem Fall ein Trennungsgrund. Die Herausforderungen für das eigene Geschäft sind so immens, dass ich auf Jahre hinaus auch keine wirkliche Erholung sehe. Für mich ist BASF inzwischen ein Wert, bei dem ich keine positiven Vibes mehr erkenne und nicht Aktionär bleiben muss.
Den Erlös werde ich in schon bestehende Depotwerte investieren. Ich will mich zunächst auf meine eigenen Titel besinnen und nicht noch zusätzliche Komplexität in das Depot bringen. Gefühlt sind es inzwischen genug oder sogar schon zu viele Titel, in die ich investiert bin. Eine feste Zahl habe ich zwar nicht, auf die ich kommen will. Aber mehr sollen es nicht mehr werden. Treue Leser erinnern sich vielleicht, dass ich vor vier Jahren mir einmal grundsätzliche Gedanken zur Anzahl der Depotwerte gemacht hatte. Seitdem habe ich die Anzahl weiter erhöht.
Ich werde hier aber keinen radikale Umbruch vornehmen, sondern sukzessive bei entsprechenden Gelegenheiten oder Anlässen schauen, dass ich einzelne Positionen intensiviere. Der Oktober soll da der Auftakt zur Analyse werden. Und generell will ich voll investiert bleiben. Es geht also nur um ein Umschichten.
Hast Du konkrete Pläne für den Oktober? Bist Du mit der Anzahl Deiner Depotwerte zufrieden oder planst Du noch einen Ausbau? Schreib gerne einen Kommentar unter diesen Beitrag und lass uns diskutieren!
Im Text habe ich einige Geldanlagen erwähnt, die Dich vielleicht inspirieren, selbst in eine ähnliche Richtung zu investieren. Besonders leicht geht das mit den folgenden Partner-Links, die Dich nichts kosten, aber den Divantis-Blog unterstützen:
Aktuell sehr spannend finde ich das Depot der 1822direkt. Es bietet eine Quellensteuervorabreduzierung für Frankreich, Italien, Norwegen und wohl auch weitere Länder an. Und das Ganze ohne Gebühren und mit gut geleitetem Service. Ein echter Geheimtipp, um bei Dividenden aus diesen Ländern deutlich mehr Netto vom Brutto zu erhalten!
Wenn Du Dich bei wikifolio kostenlos registrierst, kannst Du mein investierbares Musterportfolio „Ausgewogen sorgenfrei leben“ beobachten und dort auf Deine Watchlist setzen. Du erhältst dann innerhalb der wikifolio-Plattform alle dortigen Kommentare von mir automatisch angezeigt.
ecoligo für nachhaltige Crowdfinanzierungen – bei Registrierung über den Link erhältst Du einen einmaligen Willkommensbonus in Höhe von 30 €, der Dir innerhalb von 35 Tagen nach Deiner Erstinvestition von 100 € als Cash-Back überwiesen wird.
Engel & Völkers Digital Invest habe ich in der Vergangenheit für Immobilien-Crowdinvestments ab 100 € Anlagesumme gewählt. Die Angebote empfinde ich aktuell aber aufgrund des gestiegenen Zinsniveaus nicht so attraktiv. Trotzdem schaue ich mir die neuen Angebote immer an und sehe auch, dass die angebotenen Zinssätze höher werden. Es kostet nichts, Dich einfach zu registrieren und für den Newsletter anzumelden. Du erhältst dann unverbindlich die neuen Angebote zugesandt und kannst Dich dann entscheiden, ob ein Investment für Dich attraktiv ist. Gerade, wenn es zur Zinswende kommt, können die Angebote sehr schnell auch wieder spannend werden.


Kommentar verfassen