Was Dich hier erwartet:
Dezember, wir müssen reden! Alle Welt – und auch ich – hatten mit einer Jahresendrallye gerechnet. Und dann sowas! Auf einmal gibt es eine Negativrekordserie von ununterbrochenen Verlusttagen im Dow Jones. Und eigentlich jeden Tag schrumpft die Jahresperformance.
Und dann staucht es mit Novo Nordisk auch noch meinen bis dato drittgrößten Depotwert zusammen. Minus 20% an einem Tag schmerzen dann schon.
Und so hat mich der letzte Monat des Jahres dann einen Kleinwagen gekostet. Oder mehr als meine gesamten Dividendeneinkünfte des Jahres.
Warum mich das aber nicht wirklich beunruhigt, sondern eher zuversichtlich in den Januar schauen lässt und wie sich meine Geldanlagen insgesamt entwickelt haben, erfährst Du in diesem Beitrag.
„Einen Kleinwagen gekostet“ hört sich für einen Nichtbörsianer dramatisch an. Und es ist auch nur etwas, was ich hier schreibe, aber nicht unbedingt bei einer Familienfeier erzähle. Denn natürlich rechne ich so nicht. Es ist der aggregierte Rückgang des Depotwerts. Nicht mehr und nicht weniger. Realisiert habe ich davon nichts. Aber trotzdem ist mein Vermögen geschmälert.
Ich hoffe, das kommt nicht arrogant oder abgebrüht rüber: aber an solche Schwankungen habe ich mich mit den Jahren gewöhnt. Es gibt Tage, da wächst mein Depot um 5.000 € und an anderen Tagen verliert es auch mal 8.000 €.
Das sind Dimensionen, über die ich so nicht nachdenke und deren absolute Beträge mir immer noch ungeheuerlich vorkommen. Was ich mit 5.000 € alles kaufen kann und wie lange ich überlege, ob ich es das wert ist. Und dann ist dieser Betrag an einem Tag weg oder dazugekommen. Denn bezogen auf mein Gesamtdepot ist das ja „nur“ 1%. Und damit die Schwankung eines fast normalen Börsentages.
Was nun im Dezember passiert ist, hat mich auch nur wenig gestört. Denn die vorherigen Monate waren so gut, dass ein ordentlicher Puffer aufgebaut wurde und so ja nur der Jahresgewinn kleiner wurde. Aber es war trotzdem noch ein sehr gutes Jahr.
Stand Wertpapierdepots
Details zu den einzelnen Depots gibt es – wie immer – ausführlich in diesem Bericht. Für den schnellen Überblick hilft die folgende Tabelle:
| Depotwert 30.12.24 | Monatsperformance | |
| Dividendendepot | 501.889 € | -2,6% |
| Optionsdepot | 7.742 € | -21,5% |
| Anti-Depot | 31.751 € | -2,5% |
| Zitronen-Depot | 22.759 € | -3,9% |
| Summe: | 564.141 € | -3,0% |
| Veränderung 2024: | +50.367 € | |
| zzgl. Entnahmen: | -7.375 € | |
| Nettoveränderung 2024: | +57.742 € |
Ein Hinweis an dieser Stelle zu den Angaben zur Monatsperformance: bei den Einzeldepots handelt es sich um die zeitgewichtete Monatsrendite. Bei der Gesamtsumme ist es die absolute Veränderung.
Ende November lag ich noch bei einem Plus von 75.000 € auf Jahressicht. Nun, nach einem Verlust von 17.000 € im Dezember, sind es am Ende 57.700 € geworden. Das ist zwar deutlich weniger, aber immer noch ein stolzer Betrag. Und es entspricht einem Plus von 11,2% YTD.
5.000 € vom Minus im Dezember gehen übrigens allein auf das Konto von Novo Nordisk.
Benchmark
Im Juli letzten Jahres hatte ich einen monatlichen Sparplan über 25 € beim Robo-Advisor von quirion aufgelegt, den ich als Benchmark für meine eigene Depotperformance nehme. Im Dezember wurde die nächste Sparplanrate abgebucht (insgesamt also jetzt 425 €) und ich habe einen Geschenkgutschein über 50 € auf mein quirion-Konto einbezahlt (insgesamt habe ich damit jetzt 500 € investiert und zusätzlich 100 € Aktionsprämie erhalten). Zum Jahresende beträgt die zeitgewichtete Performance +27,48% (Stand: 664,29 €). Zum Vergleich dazu: Die Performance meines Dividendendepots vom 05.07.2023 (Start des quirion-Benchmarks) bis zum 30.12.2024 liegt bei +21,59%.
Aktienkäufe
Im Dezember habe ich im Dividendendepot nur meinen Sparplan zur Reinvestition der Dividende von McDonald’s über 20,00 € ausgeführt.
Aktienverkäufe
Im Dezember habe ich keine Aktienverkäufe vorgenommen.
Dividendenerträge
Im Dezember erhielt ich insgesamt 555,76 € als Netto-Dividenden. Gegenüber dem Vorjahres-Dezember ist das eine Veränderung von -5,7%. Hier macht sich das Fehlen der Dividende von 3M bemerkbar.
Das Dividendenjahr 2024 ist aber trotzdem zu einem Rekordjahr für mich geworden. Eine komplette Auswertung zu 2024 mit meinem neuen Dividendenziel habe ich hier veröffentlicht.
Ich erhielt im Dezember die folgenden Dividenden:
Vantage Towers: 17,91 €
Marubeni: 24,23 €
Nippon Sanso: 11,23 €
LVMH: 4,09 €
Badger Meter: 0,27 €
Prestige International: 12,75 €
Realty Income: 36,05 €
Crowdinvesting
Über meine bisherigen Erfahrungen mit Crowdinvesting hatte ich 2020 ausführlich berichtet. Im Dezember erhielt ich keine Zinsen aus meinem Crowd-Portfolio.
Mein Portfolio ist aktuell noch 2.790,89 € groß: Ich habe ursprünglich 500 € bei Bergfürst, 1.100 € bei Engel & Völkers Digital Invest und 4.600 € bei ecoligo investiert. Davon wurden seit 2022 900 € bei Engel & Völkers Digital Invest, 2.059,81 € seitens ecoligo und 300 € bei Bergfürst (davon 10 € Ausfall) getilgt.
Depotperformance
Mein Dividendendepot hat sich im Dezember negativ entwickelt (-2,6%) entwickelt. Der Depotwert per Ende Dezember beträgt nun 501.889 €.
Top-Werte im Dividendendepot im Dezember waren LVMH (+7,2%), L’Oréal (+4,5%) und Marubeni (+4,3%).
Schwächste Werte im Dezember waren Novo Nordisk (-16,7%), BCE (-15,9%) und Kenvue (-10,6%).
Die Volatilität meines Dividendendepots lag im Dezember bei 2,6%.
Anti-Depot
Mit dem Anti-Depot verfolge ich mit Echtgeld eine abweichende Anlagestrategie. Ich habe es zu Beginn des Jahres 2021 aufgesetzt und sehr unterschiedliche Ergebnisse erzielt. Dem ersten Jahr mit einem Plus von 40,8% folgte das zweite Jahr mit einem Minus von 58,8%. 2023 gab es dann wieder ein Plus von 16,4%. Die Schwankungen sind also deutlich größer als im Dividendendepot.
2024 konnte ich die positive Entwicklung ausbauen. Das Anti-Depot schließt das Jahr mit +8,2%. Im Dezember habe ich nur einen kleinen Kauf von 300 Aktien Mainz Biomed für 58,84 € getätigt, um bei dem danach durchgeführten Reverse-Split im Verhältnis 1:40 eine passende Stückzahl zu haben.
Außerdem habe ich 585 Aktien von niiio finance in das Aktienrückkaufprogramm eingeliefert, die komplett abgenommen wurden (Erlös: 438,75 €). 15 Aktien aus meinem Bestand habe ich behalten, sie entsprechen dem Gewinn aus dem Verkauf der anderen Aktien.
Schließlich zahlte Weng Fine Arts eine eher symbolische Dividende von 0,05 € je Aktie, die zu einer Nettodividende von 2,07 € im Anti-Depot führte.
Die Volatilität des Anti-Depots lag im Dezember bei 2,1%.
Optionsdepot
Mit dem Optionsdepot verfolge ich eine – als risikoarm konzipierte – Optionsstrategie, die ich in meiner Serie zum Optionshandel ausführlich beschrieben habe. Damit habe ich ein kleines Nebenportfolio aufgebaut, das durch Optionsverkäufe (Puts und Calls) laufende Erträge erzielen soll.
Im Dezember hatte ich Aufwand im Optionsdepot von 484,84 € brutto. Die Performance lag im Dezember bei -21,5%. Der Aufwand steht im Zusammenhang mit meinen Short Puts auf Celsius Holdings. Die Option mit Strike 35 US$ habe ich zurückgekauft, während ich die Option mit Strike 27,50 US$ habe ausüben lassen. Damit habe ich zum Ende des Monats nun 100 Aktien Celsius Holdings neu im Bestand, für die ich 2.750 US$ bezahlt habe.
Ich habe nun einen kurz laufenden Covered Call darauf (fällig bereits am 3. Januar) verkauft und möchte die Position zunächst erst mal wieder loswerden, da mir die Celsius Holdings-Aktien auf Kredit eingebucht wurden.
Alle Transaktionen im Optionsdepot dokumentiere ich mit Screenshots auf einer eigenen Seite.
Zitronen-Depot
Das Zitronen-Depot und seine besondere Strategie habe ich hier ausführlich vorgestellt. Dort findest Du auch die aktuelle Zusammensetzung. Ich baue mir langfristig ein Portfolio von Nachbesserungsrechten auf und erhoffe mir durch die Spruchverfahren eine risikoarme Zusatzrendite in einigen Jahren.
Im Dezember wurde mit S-Immo mein dritter österreichischer Titel ausgebucht. Mein Nachbesserungsvolumen hat sich dadurch um 11.025 € erhöht.
Das Volumen meiner Nachbesserungsrechte schließt das Jahr 2024 ab mit 222.373,92 €.
Die Entwicklung des Nachbesserungsvolumens dokumentiere ich auf einer eigenen Seite.
Die nächsten Squeeze-Outs stehen aber auch schon in der Türe. Medion und home24 hatten bereits ihre Hauptversammlungen und werden hoffentlich bald ins Handelsregister eingetragen.
Im Dezember neu investiert habe ich in alstria office. Dort gibt es zunächst im Januar eine Ausschüttung von 2,81 € (als Entschädigung für den Verlust des REIT-Status) und im Februar wird dann der Squeeze-Out zu 5,11 € beschlossen werden. Anspruch auf die Ausschüttung haben die Aktionäre, die die Aktie zum Jahreswechsel halten. Die Aktie sollte also schon am 2. Januar mit Dividendenabschlag notieren.
Das Depot erzielte im Dezember eine Monatsperformance von -3,9% und hat damit das Jahr insgesamt im Minus (-6,2%) abgeschlossen. Das entspricht aber meinen Planungen und ist so konzeptionell angelegt.
Immobilie
Über meine Wohnung in Leipzig habe ich zuletzt mit einem Update berichtet. Nach Abzug der Gebühr für die Sondereigentumsverwaltung erzielte ich im Dezember Mieteinnahmen von 907,82 €. Das Hausgeld beträgt 285,00 €. Für den Immobilienkredit zahlte ich Zinsen in Höhe von 240,42 €. Ich hatte damit in diesem Monat einen Nettoerlös von 382,40 €.
Aufgrund der hohen vereinbarten Tilgung des Kredits habe ich jedoch einen negativen monatlichen Cash-Flow. Die monatliche Annuität liegt bei 1.216,80 € (Zins & Tilgung) und ist bis 30.09.2028 fest vereinbart (Zinssatz: 1,24%).
Dafür sinkt die Verschuldung der Wohnung stetig, sie liegt zum Ende Dezember bei 228.106,76 € (bei einer Wohnungsgröße von 77,3 qm und zusätzlich einem Stellplatz). Das entspricht einer Verschuldung je qm-Wohnfläche von 2.950,93 €.
Um mich auf die voraussichtlich deutlich höheren Zinsen gegenüber meiner bisherigen Finanzierung ab 2028 vorzubereiten, habe ich einen Sparplan in das iBonds-Produkt mit Fälligkeit im Dezember 2027 angelegt, den ich mit monatlich 100 € bespare. Darüber habe ich hier ausführlich berichtet. Bei bisher eingezahlten 1.500 € liegt der Depotwert dieses Sparplans zum Ende Dezember bei 1.550,62 €.
Dividendenveränderungen
Im Dezember wurden bei meinen Depottiteln die folgenden Dividendenveränderungen verkündet:
Talanx: Erhöhung der Jahresdividende von 2,35 € auf 2,70 € (+14,9%)
Realty Income: Erhöhung der Monatsdividende von 0,2635 auf 0,264 US$ (+0,2%)
Ausblick auf den Januar
Nachdem die Jahresendrallye nun ausgeblieben ist, ist das doch eigentlich eine gute Ausgangslage für einen guten Start ins neue Jahr.
Von Euphorie ist wenig zu spüren und auch der berühmte Fear-and-Greed-Index zeigt derzeit klare Ängste der Marktteilnehmer. Und das ist in der Regel ein guter Indikator für steigende Kurse.
Zu viel sollte man sich davon für den Januar nun aber auch nicht erwarten. Ich erwarte insgesamt eher einen gemächlichen Start. Also positiv, aber nicht überschäumend.
Am 20. Januar wird dann Donald Trump wieder die Amtsgeschäfte in den USA übernehmen. Ultrakurzfristige Impulse auf die Aktienmärkte erwarte ich da allerdings nicht.
Ich werde den Jahresbeginn zunächst von der Seitenlinie beobachten. Ich habe ja schon im Dezember nichts gehandelt im Dividendendepot und habe das jetzt auch nicht akut Anfang Januar vor. Aber ich plane weiterhin noch 5 Aktien von Siemens nachzukaufen. Und da dort schon im Februar der Dividendentermin ansteht, werde ich hoffentlich im Januar einen günstigen Nachkaufkurs finden.
Nachdem bei AGROB Immobilien am 20.12.2024 das Spruchverfahren durch einen Vergleich beendet wurde (Info dazu hier), endet in 2 Monaten auch die Verzinsung der Abfindung im Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag. Ich werde deshalb in den nächsten Wochen meine im Dividendendepot gehaltenen Aktien von AGROB Immobilien andienen. Ich warte nur noch auf die offizielle Mitteilung über den Vergleich im Bundesanzeiger.
Ich wünsche Dir einen guten Start ins Jahr 2025!
Hast Du konkrete Pläne für den Januar? Schreib gerne einen Kommentar unter diesen Beitrag und lass uns diskutieren!
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