Kommt jetzt noch ein Monat des Grauens? Oder haben wir es bald überstanden?

Kalenderblatt Oktober 2022
4.5
(53)

Mein Ausblick für den September traf es auf den Punkt: „Anschnallen – es könnte weiterhin etwas turbulenter werden.“ hatte ich vor einem Monat geschrieben.

Und genauso kam es dann auch. Wir erleben aktuell eines der schlechtesten Börsenjahre aller Zeiten. Nur 1931, 1974 und 2002 waren noch etwas negativer.

Und das alles nach den ersten 9 Monaten und vor dem Start in den Crash-Monat Oktober.

Schmeißen wir jetzt die Flinte ins Korn oder kommt doch noch eine Erholungsphase?

In diesem Beitrag schaue ich auf den September zurück, berichte über meine Geldanlagen und gebe Dir einen Ausblick, wie ich die nächsten Wochen einschätze.

Der September war eine Katastrophe – jedenfalls wenn man voll investiert ist. So wie ich. Mein Motto lautet dabei: Wer nicht im Abschwung dabei ist, ist auch im Aufschwung nicht dabei! Die Frage aller Fragen ist nur im Moment: Wann ist Licht am Ende des Tunnels? Und sehen wir überhaupt in absehbarer Zeit einen Aufschwung?

Stand Wertpapierdepots

Details zu den einzelnen Depots gibt es – wie immer – ausführlich in diesem Bericht. Für den schnellen Überblick hilft die folgende Tabelle:

Depotwert 30.09.22Monatsperformance
Dividendendepot385.906 €-4,5%
Optionsdepot38.060 €-7,2%
Anti-Depot2.478 €-0,8%
Zitronen-Depot37.882 €-4,0%
Summe:464.326 €-5,0%
Veränderung 2022:-76.054 €
abzgl. Einlagen:-6.583 €
Nettoveränderung 2022:-82.638 €

Seit Anfang des Jahres liege ich damit bei einem Minus von gut 83.000 €. Allein im September ging es 25.000 € abwärts.

Aktienkäufe

Im September habe ich einen Aktienkauf im Dividendendepot getätigt und dabei 502,50 € investiert:

3 Aktien Texas Instruments für 502,50 €

Für zukünftige Käufe habe ich meine Watchlist veröffentlicht.

Aktienverkäufe

Im September habe ich nichts verkauft.

Dividendenerträge

Im September erhielt ich insgesamt 660,30 € als Netto-Dividenden. Gegenüber dem Vorjahres-September ist das keine Veränderung.

Ich erhielt im September die folgenden Dividenden:

Pennon Group: 45,56 €

Johnson & Johnson: 125,96 €

Microsoft: 50,73 €

Civitas Social Housing: 91,48 €

3M: 93,89 €

McDonald’s: 15,38 €

BlackRock: 91,19 €

PepsiCo: 106,08 €

Fortescue Metals Group: 40,03 €

Mein Dividendenziel für 2022 habe ich in diesem Beitrag erläutert.

P2P-Kredite

Im September erzielte ich Erträge aus P2P-Krediten in Höhe von 0,77 €. Ich bin mittlerweile nur noch bei viainvest und Mintos investiert. Bei Mintos ist dabei mein Bestand von 384,22 € im Status „In Rückforderung“ und bringt keine laufenden Zinserträge. Bei viainvest warte ich noch auf die Fälligkeiten und lasse mir dann mein Guthaben auszahlen.

Mein Gesamt-Bestand in P2P-Krediten beträgt damit jetzt noch 488 €. Bezogen auf die einzelnen Plattformen bin ich aktuell so investiert:

Plattformaktueller Standinvestierte P2P-Krediteeröffnet
Mintos384 €0 (in Rückforderung)08/2018
viainvest81 €711/2018

Eine Übersicht zu den einzelnen Plattformen und meine ursprünglichen Intentionen zum P2P-Investment findest Du hier. Ich gehe davon aus, dass ich bis zum Jahresende auch bei viainvest alle Fälligkeiten erhalten haben sollte und werde dann die monatliche Berichterstattung über die P2P-Kredite einstellen.

Crowdinvesting

Über meine bisherigen Erfahrungen mit Crowdinvesting hatte ich 2020 ausführlich berichtet. Im September erhielt ich 10,62 € Zinsen aus meinem Crowd-Portfolio.

Bei Engel & Völkers Digital Invest habe ich mich im September nach längerer Pause wieder bei einer Emission beteiligt. In das Projekt „OVUM Neue Mitte Braunsfeld“ in Köln investierte ich 100 € bei einer überschaubaren Laufzeit von 13 Monaten und 5,7% Verzinsung.

Mein Portfolio ist aktuell 5.887,97 € groß: Ich habe nun 500 € bei Bergfürst, 1.100 € bei Engel & Völkers Digital Invest und 4.600 € bei ecoligo investiert. Davon wurden in diesem Jahr 112,03 € seitens ecoligo und je 100 € bei Bergfürst und Engel & Völkers Digital Invest getilgt.

Depotperformance

Mein Dividendendepot hat sich im September erneut negativ entwickelt. Per Ende September beträgt der Depotwert nun 385.906 €. Im Monatsverlauf steht für mein Dividendendepot ein Minus von 4,5%. Seit Jahresbeginn liegt das Dividendendepot damit 13,4% im Minus.

Top-Werte im Dividendendepot im September waren Johnson & Johnson (+6,6%), General Mills (+4,3%) und Munich Re (+3,9%).

Schwächste Werte im September waren Taylor Wimpey (-24,4%), Deutsche Beteiligung AG (-24,2%) und Pennon Group (-16,6%).

Die Volatilität meines Dividendendepots lag im September bei 3,1%.

Anti-Depot

Mit dem Anti-Depot teste ich mit Echtgeld eine abweichende Anlagestrategie. Ich habe es zu Beginn des letzten Jahres aufgesetzt und im Jahresverlauf eine Performance von 40,8% erzielt.

In diesem Jahr liegt das Depot bisher mit -48,2% deutlich im Minus. Der September war dabei mit -0,8% zwar erneut negativ, jedoch überraschenderweise nicht mehr so stark wie die anderen Depots.

Derzeit enthält das Anti-Depot ausschließlich Bitcoins. Zu meiner weiteren Strategie mit dem Bitcoin habe ich einen eigenen Beitrag veröffentlicht.

Das Anti-Depot führe ich bei justTRADE. Die Volatilität des Anti-Depots lag im September mit 13,4% erneut deutlich über meinem Dividendendepot.

Optionsdepot

Mit dem Optionsdepot verfolge ich eine – als risikoarm konzipierte – Optionsstrategie, die ich in meiner Serie zum Optionshandel ausführlich beschrieben habe. Damit habe ich ein kleines Nebenportfolio aufgebaut, das durch Optionsverkäufe (Puts und Calls) laufende Erträge erzielen soll.

Im September musste ich einen seit Jahresanfang in die falsche Richtung gelaufenen Short Put auf BASF bereinigen und hatte deshalb negative Einnahmen im Optionsdepot von 1.390,23 € brutto. Die Performance war im September mit -7,2% negativ.

In den Einnahmen enthalten sind Dividendenzahlungen von Viatris (48,22 €) und B2Gold (103,03 €).

Alle Transaktionen im Optionsdepot dokumentiere ich mit Screenshots auf einer eigenen Seite.

Zitronen-Depot

Das Zitronen-Depot und seine besondere Strategie habe ich hier ausführlich vorgestellt. Dort findest Du auch die aktuelle Zusammensetzung. Ich baue mir langfristig ein Portfolio von Nachbesserungsrechten auf und erhoffe mir durch die Spruchverfahren eine risikoarme Zusatzrendite in einigen Jahren.

Im September kam es zur Ausbuchung der Aktien von GxP German Properties.

Das Volumen meiner Nachbesserungsrechte ist dadurch auf 38.936,40 € gestiegen.

Das Depot erzielte eine Monatsperformance von -4,0%.

Immobilie

Über meine Wohnung in Leipzig habe ich zuletzt mit einem Update berichtet. Im September erhielt ich nun nach dem Mieterwechsel regulär die normale Miete in Höhe von 902,73 €. Das Hausgeld beträgt 246,00 €. Für den Immobilienkredit zahlte ich Zinsen in Höhe von 264,19 €. Ich hatte damit in diesem Monat einen Nettoerlös von 392,54 €.

Aufgrund der hohen vereinbarten Tilgung des Kredits habe ich aber einen negativen monatlichen Cash-Flow. Die monatliche Annuität liegt bei 1.216,80 € (Zins & Tilgung) und ist bis 30.09.2028 fest vereinbart (Zinssatz: 1,24%).

Dafür sinkt die Verschuldung der Wohnung stetig, sie liegt zum Ende September bei 254.158,62 €.

Dividendenveränderungen

Im September wurden bei meinen Depottiteln folgende Dividendenveränderungen verkündet:

Microsoft: Erhöhung der Quartalsdividende von 0,62 auf 0,68 US$ (+9,7%)

Texas Instruments: Erhöhung der Quartalsdividende von 1,15 auf 1,24 US$ (+7,8%)

Verizon: Erhöhung der Quartalsdividende von 0,64 auf 0,6525 US$ (+2%)

Ausblick auf den Oktober

Um es direkt auf den Punkt zu bringen: Für den Oktober erwarte ich keine Verbesserung der Aktienmärkte. Es ist immer noch viel Angst vorhanden und es fehlen positive Impulse.

Solche könnten vereinzelt von überraschend positiven Quartalszahlen ausgehen. Nur kann ich mir das derzeit eher nicht vorstellen. Denn viele Unternehmen werden eher damit zu kämpfen haben, ihre Prognosen zu erreichen. Die international aufgestellten US-Unternehmen werden die Stärke des US-Dollars erheblich negativ in ihren Bilanzen spüren. Da helfen auch die jüngsten Preiserhöhungen wenig, geben sie doch meist die höheren Kosten weiter.

Und die europäischen Unternehmen werden unter den hohen Energiekosten leiden, jedoch vom schwachen Euro profitieren. Allein: das wird den Markt nicht interessieren. Europa ist für globale Impulse nicht bedeutend genug.

Ich bin aber trotzdem für den Rest des Jahres halbwegs positiv eingestellt. November und Dezember könnten wieder grüne Vorzeichen bringen. Denn dann geht der Blick nach 2023 und womöglich haben wir dann auch bei den Zinserhöhungen und beim konjunkturellen Abschwung das Schlimmste hinter uns.

Die Stimmung ist derzeit so schlecht, dass es immer schon ein gutes Anzeichen war, dass die Börsen bald wieder drehen. Das wird aber diesmal kein steiler Anstieg, sondern eher ein stetiges langsames Zurückklettern. Ich gehe davon aus, dass die Verluste von 2022 erst in einigen Jahren wett gemacht sein werden. Trotzdem ist das für mich der wichtigste Grund, weiterhin investiert zu bleiben.

Noch ein Update zu dem potentiellen Neuzugang aus dem letzten Monat, dem australischen Infrastrukturwert Atlas Arteria. Hier hatte ich Glück! Durch den Kommentar eines Bloglesers, dass der Rostocker Warnow Tunnel nicht so gut läuft, wollte ich mich noch mal intensiver mit der Aktie beschäftigen. Und bevor ich das geschafft hatte, kam eine Unternehmensmeldung, die mich nun von einem Investment abhält. Atlas Arteria kündigte die Übernahme einer Mehrheitsbeteiligung an dem Projekt „Chicago Skyway“ an, verbunden mit einer Kapitalerhöhung. Der vereinbarte Übernahmepreis ist aus meiner Sicht völlig überzogen und als Poison Pill gegen die eigene Übernahme zu sehen. Denn in den Übernahmebedingungen befindet sich auch noch die Klausel, dass Atlas Arteria bei einer eigenen Übernahme die restlichen Anteile an Chicago Skyway zu einem noch höheren Preis übernehmen muss.

Der Aktienkurs von Atlas Arteria gab nach der Ankündigung deutlich nach (-20%). Zwar liegt jetzt die Dividendenrendite für das nächste Jahr bei 6,4%, aber die Fantasie einer feindlichen Übernahme ist verflogen. Und ob die Dividende dauerhaft in dieser Höhe gezahlt werden kann, ist für mich auch zweifelhaft. Ergo: Atlas Arteria kommt nun nicht ins Dividendendepot.

Gut möglich, dass ich im Oktober keine Käufe tätigen werde. Es ist der schwächste Dividendenmonat und ich sehe derzeit keine Eile. Interessant bleiben für mich aufgrund des schwachen Yens aber japanische Titel. Und da denke ich tendenziell hier über einen Nachkauf nach und liege bei Tokyo Electron, einem Wettbewerber von Lam Research, auf der Lauer.

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19 Gedanken zu „Kommt jetzt noch ein Monat des Grauens? Oder haben wir es bald überstanden?“

  1. Guten Morgen,

    Bin etwas erstaunt, wenn du 1100€ bei EV investiert hast und nur 2.17€ Zinsen erhalten hast.
    IdR zahlt EV im September aus, OVUM Neue Mitte Braunsfeld ist noch in der Angebotsphase. Ich habe teilweise schon am 23. die ersten Buchungen erhalten.

    1. Hallo André,

      Super Hinweis! Ich wollte Dir eigentlich gerade erklären, dass ich nur über meine tatsächlich erhaltenen Buchungen schreibe und weitere Gutschriften in den nächsten Tagen erwarte, die dann in den Oktober kommen. Habe aber vorsichtshalber noch mal in meine Kontoumsätze geschaut und bis zum 23. zurückgescrollt. Und da waren tatsächlich ganz viele Buchungen von Engel & Völkers Digital Invest! Insgesamt habe ich deshalb schon 10,62 € der September-Zinsen erhalten. Eine Buchung ist noch offen. Ich korrigiere meinen Text sofort.

      Sorry für die Verwirrung und noch mal Danke für den Hinweis.

      Viele Grüße und einen schönen Sonntag noch!
      Ben

  2. Hallo Ben und alle anderen Leser und einen schönen Sonntag.
    Ich wieder mal. Drei Punkte zur meiner Sicht der näheren Zukunft am Aktienmarkt.
    England. Bei der Betrachtung der Vorgänge rund um die Aktienmärkte gehört immer die Betrachtung
    der Bondmärkte global dazu, da das Volumen der Bondmarkets global immer noch größer ist das Volumen der Stockmarkets global.
    Wenn die Zinsen steigen, fallen die Kurse der bereits existierenden Anleihen und davon gibt es so viele wie Nordseesand und das emittierte Volumen wird in den letzten Jahren auch exponentiell zugenommen haben. Die Banken haben zwar allerhand Techniken, um das zu verschleiern, nicht oder anders zu bilanzieren oder sonstwie zu verstecken, aber unter dem Strich sind es Verluste. .
    Massive Verluste. Da fliegen ganz andere Summen zum Fenster raus als wir es aus dem Blick auf unsere Depots erahnen können.
    Das bemerkenswerteste Ereignis der letzten Woche war der Umfaller der Bank of England, die eigentlich wie alle anderen Notenbanken Zinsen steigen lassen wollte, die Bilanz reduzieren und
    Gilts auf den Markt schmeissen wollte. Dann kam noch das unglückliche oder bewußt disruptive Agieren von Liz Truss und ihrem neuen Finanzminister dazu mit der Folge von Panikverkäufen von institutionellen Anlegern. Die BoE muß jetzt doch wieder Anleihen kaufen und damit die Geldmenge doch wieder erweitern. Trotz Inflation. Zwar will sie es nur zeitlich begrenzt machen, aber wer einmal umgefallen ist, fällt auch ein zweites Mal um.
    Die Problematik ist bei der EZB und bei der Federal Reserve die gleiche, nur ist bei der BoE das Eis am ersten eingebrochen.
    Daher die schwache Performance aller britischen Aktien quer Beet siehe auch Pfund vs Euro oder Dollar. Bei mir sehen alle britischen Aktien genauso traurig aus.
    Das heisst aber auch, das die BoE bei der Bekämpfung der britischen Inflation schwach bleiben wird.
    Ausblick alles britische weiter schwach. Leider.
    In Japan würde ich btw. auch vorerst nicht weiter investieren. Die hatten lange keine Inflation und da geht es jetzt gerade erst los. Da sind wir hier schon weiter im Prozedere.
    Zu Deutschland. Energieproblematik ist soweit klar.
    Die Gaspreisbremse wird die Verbraucher dazu verleiten, zu wenig Energie zu sparen. Was ich so in meinem privaten und beruflichen Umfeld beobachte, ist ein weitestgehend unverändertes Heiz- und Energieverbrauchsverhalten.
    Wenn Olaf Scholz aus den Vereinigten Emiraten weniger LNG als eine Tagesproduktion Erdgas von Nordstream eins aus 2021 mitbringt, dann spricht das doch Bände.
    Die Möglichkeit eines mittel bis sehr kalten Winters ist real und ich rechne mit 50 zu 50% Wahrscheinlichkeit mit echten Stromausfällen, vor allem , wenn dazu noch verstärkt elektrische Heizgeräte verwendet werden.
    Dann geht hier sehr viel Porzellan kaputt.
    Für den Euro bin ich hier weiter bärisch. Inflationsbekämpfung EZB weiter schwach. Die 10% gemeldete waren noch nicht das letzte was kommt.
    Bei Putin kann es sein, das er weitestgehend sein Minimalziel Donbass erreicht hat und es jetzt ruhiger von dort wird, aber Energie kriegen wir von dort nicht mehr.
    meine Meinung zu Russland bitte OHNE Wertung.
    Bleiben noch die USA als Hoffnung, aber die haben die gleichen Sorgen wie BoE. Wenn jetzt noch die Earnings Seasons seitwärts bis nach unten zeigen und es auch noch zu Dividendenkürzungen in Ausmaßen kommen sollte, dann wird es grau. . Aber die Konjunktur dort ist robust. Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sind unerwartet niedrig, d.h. es gibt weniger Arbeitskräfte vs Jobangebote und es drohen Lohnzweitrundeneffekte durch starke Position der AN. Und so könnte es sein, das es noch schlechter wird. Vielleicht haben wir zwei bis drei schlechte Jahre vorraus.
    Ich sehe aber den regelmäßigen Dividendenfluß und will weiter dann günstiger zukaufen. Aber erstmal nur US Aktien.
    Deutschland / Europa frühestens Anfang 2023.
    Warum ich so viel schreibe? Es hilft mir selber, meine Gedanken zu sortieren.
    Grüße.

    1. Hallo Thomas,

      vielen Dank für Deine Ausführungen zu Deinen Gedanken. In vielen Punkte stimme ich Dir zu bzw. teile ich die gleiche Einschätzung wie Du.

      Ich habe in der Vergangenheit überwiegend in USD investiert und dementsprechend auch EUR in USD getauscht. Aufgrund des starken Dollars tut es nun natürlich „mehr weh“ die Euros in USD zu tauschen und damit US-Aktien zu kaufen. Wie gehst Du/geht Ihr damit um? Tauscht Ihr einfach munter weiter zum aktuellen Tageskurs?

      Aufgrund des noch schwächeren GBP überlege ich zumindest mal einen Teil meiner EUR in GBP zu tauschen, um dann in den nächsten Wochen evtl. ein paar Schnäppchen auf dem britischen Aktienmarkt einsammeln zu können. Wenn ich Deine Gedanken dazu lese, denkst Du allerdings, dass es bei den Briten in naher Zukunft erstmal noch schlechter aussehen wird und wir voraussichtlich noch weiter fallende Kurse sehen werden. Das würde dann eher für ein weiteres Abwarten sprechen.

      Außerdem habe ich mir den Umrechnungskurs des EUR mit NOK und SEK angeschaut. Auch hier gibt es aktuell einen ganz ordentlichen Wechselkurs historisch gesehen (und vorallem im Vergleich zum USD). Außerdem gibt es auch bei den skandinavischen Ländern einige Dividententitel, die ich grundsätzlich interessant finde (z.B. Investor AB, Castellum AB, Sweco AB, Axfood AB, Telenor AS, etc.). Die Quellensteuer bzw. die Rückforderung der Quellensteuer ist dort auch relativ einfach möglich. Daher plane ich aktuell einen Teil meines Portfolios in nächster Zeit eher dort aufzubauen (und weniger in USD/CAD).
      Wie seht Ihr das? Denkt Ihr das ist zu kurz gedacht („der schlechte EUR-USD-Umrechnungskurs spielt auf lange Sicht keine Rolle“; „die US-Wirtschaft ist robuster als die europäische/skandiavische“)?

      Wünsche allen einen schönen, verregneten Sonntag :)

      Grüße aus Stuttgart

      1. noch drei kleine Gedanken.
        a) Wenn die Kurse von US Dividendenaktien prozentual schneller/stärker fallen als der Euro, kriege ich auch aktuell noch eine höhere Dividendenrendite als vorher.
        b) 100 MRD Euro Sondervermögen Bundeswehr.
        200 MRD Sondervermögen Gaspreisbremse
        300 MRD Sondervermögen ( noch nicht nominiert, kommt aber bestimmt,) usw.
        was die Italiener, Franzosen, Griechen so machen verfolgen wir gar nicht so detailliert, aber der Stabiltätsanker D für den € kommt ganz schön ins rutschen
        c) die Rezession in USA will ich erst sehen. Bis jetzt ist keine da. Und wenn es ganz ernst wird dann hilft die FED auch wieder und dann steigen die Kurse von allen Aktien, die wir bis dahin eingesammelt haben.
        China ist mit der KP für mich ein NoGo, weil unberechenbar und sie nehmen mit einem Federstrich alles weg, wenn es denen einfällt. Skandinavien ist ok. Japan weiß ich nicht soviel, um ehrlich zu sein.
        Der Nikkei ist von der Spitze von rd 30 tsd auf 25 tsd runtergekommen der Dow von 35 auf 28 tsd, das ist ähnlich, aber der Yen hat m.E. vs Dollar noch stärker abgewertet als der Euro, also zum Werterhalt in Euro auch nicht soo gut geeignet.
        Natürlich kann sich der Wind bezgl USA auch wieder drehen. Dann muss ich umdenken. Aber soweit ist es noch nicht.

      2. Hallo Volker,

        was meinst Du mit „EUR in USD“ umwechseln? Cash vom Konto auf ein Währungskonto? Warum tust Du das?
        So wie Du schreibst tust Du es, um US-Titel zu kaufen. Das halte ich für „zuviel des Guten“. Die Inflation in den USA und in CH deutlich geringer als un der EU. Dennoch lassen etliche Aktien Federn, da niemand weiß, wie es mit der Geldpolitik weitergeht.
        Die EU-Länder haben (meine Sicht) keinen Plan (weder Zins, noch Energie, noch Schulden), was ein Invest für mich auf wenige Aktien im EU-Raum beschränkt. Die Castellum AB hat wie alle Immobilienaktien mal eben 35% verloren, wegen fehlender qualifizierter Zinspolitik. Die Planlosigkeit in der EU ist ein Grund, warum das Invest in den letzten 1-1,5 Jahren in der EU verlustbehaftet ist.
        Strikte Kaufkurse sollten sehr genau eingehalten und beobachtet werden. Ein stabiles Unternehmenskonzept wird häufig durch die Rahmenbedingungen torpediert.

        Ich persönlich halte den US-Markt als deutlich stabiler als den EU-Markt. Das heisst nicht, dass nur US-Aktien interessant sind. Aber die Auswahl in der EU sind deutlich stringenter für mich. Munich Re und LVMH gehören dazu. Aktien aus GB wäre ich sehr vorsichtig.

        1. aus Immobilien (außer meiner eigenen und den US Reits, die man eben schon hat,) halte ich mich auch komplett raus zur Zeit.
          Da sind mir zu viele Wolken am Himmel.

        2. Hi Ben,

          vielen Dank für die Info! Zum Glück hatte ich noch nicht zugeschlagen… :)
          Hatte aber bei der Recherche schon nicht das beste Gefühl bei den Daten…. Ergo: öfters aufs Bauchgefühl hören.
          Danke und bis denne
          Volker

    2. Hallo zusammen,

      (fast) alles schön und gut. Nur die Idee mit preiswert in USA zukaufen überzeugt mich nicht so. Im Moment sieht es alles noch rosig aus, die Zinsen ziehen den Dollar hoch, die auch dort kommende Rezession (so will es die FED), mindestens Stagnation, drückt die Kurse runter.

      Aber man erinnere sich an Budgetkrisen….Demnächst kommen auch wieder Wahlen, die inmitten einer Rezession vielleicht auch nicht so lustig werden. Wenn dann der Dollar nur dahin fällt,wo er vor kurzem noch war, ist die Dividende von Jahren weg. Und plötzlich wollen dann auch viele keine amerikanischen Aktien mehr haben und dann kommen noch Kursverluste dazu.

      Ich kümmere mich tatsächlich verstärkt um Asien, speziell Japan. Die mögen uns in den Zinsen hinterher sein. Bei der alternden Gesellschaft sind sie aber schon weiter, vielversprechende Konzepte erwartete ich eher von dort als aus USA, die eher Einwanderungsland sind. Und ohne Pipelines aus Russland haben die schon lange eine international aktive Industrie (unter anderem), die natürlich nicht alles in Japan produziert, aber so einiges eben doch.

      Mal sehen

  3. Es wird noch in den nächsten Monaten ein Blutbad geben.Erst kam das Unglück und dann kommt noch das Pech hinzu!
    Ich mache nur meine Sparpläne auf Aktien und ETF’s und halte mein Pulver trocken.
    Beste Grüße Marco

  4. Hallo,

    ich vermute auch, dass wir noch günstigere (Kauf-)Kurse sehen werden.

    Mit meinem Depot fahre ich jetzt einmal durch den Keller – wie mit dem Paternoster – bis es wieder besser geht. D.h. verkauft wird nichts.
    Käufe sind aber zunächst gestoppt. Ich erfreue mich an den regelmäßigen Dividenden und warte ruhig ab.

    Viele Grüße

    Andreas P.

  5. Hallo,

    sehr werthaltige Beiträge.

    @Ben: Bei den Einkäufen passt es noch nicht 3.016,10 € für 3 TXN-Aktien (?).

    Thomas hat in einer Art Rundumschlag die Lage oben ja sehr schön beschrieben.

    Schaut man sich den Depot-Stand an, so kommt zweifelsohne eine Unzufriedenheit auf. Ich habe bisher in 2022 überdurchschnittlich viel investiert, das Depot ist aber weniger Wert als zu Jahresbeginn. Dafür gibt es Rekord-Dividendenzahlungen und man steigert die Anteile am Unternehmen erheblich.

    Ich gehe auch davon aus, dass wir noch weitere Tiefststände sehen können und dass es noch Jahre dauern kann, bis wir wieder einen deutlichen Aufschwung sehen. Auch die außerordentlich ungünstige globale politische Lage spricht m.E. gegen einen globalen Aufschwung der entwickelten Länder in absehbarer Zeit.

    Ich werde weiterhin sukzessive zu kaufen, mit Fokus auf US-Werten und evt. EU. Dabei werde ich aber nicht ‚all-in‘ gehen. Ich werde noch mehr versuchen, auf Value zu achten. Auch ist mir Information und Transparenz / Verständnis der Unternehmen besonders wichtig. Ich werden entsprechend hervorragende Unternehmen weiterhin höher gewichten und das Ziel „Diversifikation“ nicht überbewerten.

    VG
    1Steven1

  6. Hallo,

    ich denke, dass jeder seine eigene Strategie hat, mit der momentanen Börsenentwicklung und den – wie Eiswürfel in der Sonne – schwindenden Depotständen umzugehen.

    In den aktuellen Zeiten mit einer Mischung aus depressiver Verzweiflung und zwanghaft selbst auferlegter Zuversicht bei manchem Anleger, lese ich persönlich in den Büchern von Altmeister André Kostolany. Das beruhigt mich – auch nach über 40 Jahren Börsenerfahrung. Man ist eben auch nur Mensch, mit Gefühlen. Von Verlustängsten ist, so glaube ich, niemand gänzlich frei.

    Die jüngeren Leser können es wahrscheinlich nicht mehr hören. Aber: Die Annahme, „Diesmal ist alles anders.“, ist der größte und teuerste Irrtum für langfristig erfolgreiches Anlegen an der Börse. Börsengeschichte wiederholt sich.

    Langfristiges Denken und Handeln führen zum Erfolg.

    Viele Grüße

    Andreas P.

  7. Hi Andreas !

    Zitat : “ Dieses mal ist alles anders “
    Mal meine meinung zu diesem Spruch. Zu sagen, dieser satz ist ein irrtum, das trifft den nagel nicht so ganz auf den kopf. Boerse wird getrieben aus einer mischung von psychologie, markttechnik, geld und wirtschaft. Im einzelnen :
    Psychologie, das wiederholt sich in alle ewigkeit. Neid, gier, wunschdenken, hoffnung und panik. Zittrige und hartgesottene Haende.
    Markttechnik : bleibt auch immer die selbe : glaube an die charts, kauf auf kredit , computer trading, und dann der marging call.
    Geld : muss man aus der situation abschaetzen : wer hat die aktien, wer hat das geld, verhalten der notenbanken.
    Soweit unterstreichen die obigen punkte den unsinn, zu glauben , dass diesesmal alles anders ist.
    Aber : was sich aendert ist die wirtschaft. Diese wiederholt sich nicht, da man aus frueheren situationen lernt, und entsprechend anders gegensteuert. Ein 1929 wiederholt sich nicht mehr. Der wirtschaftliche sprengstoff von 2008ff zb war schlimmer als in den 1929ern, trotzdem kam es zu keiner wiederholung von 1929ff. Auch muss man in betracht ziehen, wer die notenbanken steuert. Ist es ein hardliner (powell), oder ist es ein softie ( greenspan, lagard) . All dies fliesst in die betrachtung von “ diesesmal ist alles anders“ mit ein.

    1. Hallo Manfred,

      danke für Deine Erläuterungen. Ich stimme Dir zu. Die Funktionsweise der Börse – das Modell – funktioniert meiner Ansicht nach aber langfristig auch unabhängig von handelnden Personen, wirtschaftlichen Einflüssen und anderen sich ändernden Rahmenbedingungen. Solange man nicht bestimmte grundsätzliche Mechanismen außer Kraft setzt, wie z.B. marktwirtschaftliche Prinzipien.

      Diese Einsicht sollte ja gerade dazu führen, dass man sein Anlageverhalten langfristig ausrichtet und sich unabhängig von derartigen temporären Bedingungen macht.

      Langfristig bedeutet für mich ein Sparplan ab der Geburt bis längstens zur Rente mit 67. Damit sollte Altersarmut eigentlich kein Thema sein.

      Viele Grüße

      Andreas P.

  8. Ich mag ja kein Öl ins Feuer geben und ich freue mich auch über beruhigende Signale. Heute habe ich mir aber mal den Börsen Bunch Podcast zu den Ereignissen im UK letzte Woche angehört. Besonders nach Teil 2 ist mir dann doch ein wenig anders geworden: https://www.podcast.de/podcast/2893056/boersen-bunch-podcast
    Da frage ich mich schon wie sowas bei aller Regulierung noch passieren kann. Ich hoffe die Situation löst sich dann noch in Wohlgefallen auf. Interessant in dem Zusammenhang fande ich heute auch einen Kommentar im Handelsblatt zu Liz Truss. Die ist nun (aus meiner Sicht zum Glück) umgefallen und hat sich eben nicht als Eiserne Lady 2.0 positionieren können. Das wird ihr wahrscheinlich noch auf die Füße fallen. Also ruhig wird es im UK auf absehbare Zeit sicherlich nicht.
    Richtung Japan und Skandinavien schau ich auch. Ich finde den Ansatz von Ben mal nach Australien zu schauen wirklich spannend. In der „Aktien fürs Leben“ Liste in der Captial taucht u.a. die Seven Group aus Australien auf. @Ben ist die in der Recherche zu Australien auch näher bei dir auf dem Radar gelandet bzw kennt die zufällig schon jemand von euch anderen näher?

  9. Hi @ everyone !

    Ich lese gerade, dass man evtl am devisenmarkt mit einer konzertierten aktion technen sollte, die zum ziel hat, die devisenspekulation einzudaemmen, und die wichtigsten weltwaehrungen wieder auf ein wirtschaftlich vernuenftiges niveau zu bringen . Sprich : USD runter, JPY hoch , EUR hoch, Renmimbi nix wiss. Die US export wirtschaft leidet derzeit unter dem hohen $.

    So etwas gab es schon einmal 1985. Damals trafen sich alle minister weltweit , die irgendwas mit finanzen u wirtschaft zu tun hatten, und beschlossen interventionen am Währungsmarkt. Das waren die zeiten, als jeder frueh morgens fragte : „was macht der Dollar ?“ . sogar Kostolany hat derzeit ein buch mit diesem Titel geschrieben.

    Ich erinnere mich da an ein sehr schmerzhaftes event : die notenbanken warteten auf eine situation am dollar, wo saemtliche chart regeln auf einen weiter steigenden dollar hindeuteten. Die leute sind an diesem tag massenweise dollar long gegangen. Und dann kam die hammer aktion der notenbanken: Innerhalb von 20 sekunden ist der dollar um 6% ( SECHS PROZENT !!!!) gefallen. Dass hat unzaehlige trader auf dem falschen fuss erwischt. Und die kamen aus ihren positionen nicht mehr raus. Man muss wissen dass der dollar damals im das 50 fache gehebelt wurde. Heisst : ein einsatz von 10000 $ bescherte denen einen verlust von einer halben million ! Autschi ! ….. und danach machte der dollar das, was die notenbanken und regierungen sich wuenschten.

    Sowas koennte sich wiederholen. Also esser finger weg ! Auch nehme ich jetzt meine prognose, dass der dollar auf p.85 steigt, zurueck,…. und behaupte das gegenteil : er wird wieder fallen. Irgendwann, wie wo was. In naeherer zukunft .

    Wuensche eine gute nacht !

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