Was Dich hier erwartet:
Mein Ausblick für den September traf es auf den Punkt: „Anschnallen – es könnte weiterhin etwas turbulenter werden.“ hatte ich vor einem Monat geschrieben.
Und genauso kam es dann auch. Wir erleben aktuell eines der schlechtesten Börsenjahre aller Zeiten. Nur 1931, 1974 und 2002 waren noch etwas negativer.
Und das alles nach den ersten 9 Monaten und vor dem Start in den Crash-Monat Oktober.
Schmeißen wir jetzt die Flinte ins Korn oder kommt doch noch eine Erholungsphase?
In diesem Beitrag schaue ich auf den September zurück, berichte über meine Geldanlagen und gebe Dir einen Ausblick, wie ich die nächsten Wochen einschätze.
Der September war eine Katastrophe – jedenfalls wenn man voll investiert ist. So wie ich. Mein Motto lautet dabei: Wer nicht im Abschwung dabei ist, ist auch im Aufschwung nicht dabei! Die Frage aller Fragen ist nur im Moment: Wann ist Licht am Ende des Tunnels? Und sehen wir überhaupt in absehbarer Zeit einen Aufschwung?
Stand Wertpapierdepots
Details zu den einzelnen Depots gibt es – wie immer – ausführlich in diesem Bericht. Für den schnellen Überblick hilft die folgende Tabelle:
| Depotwert 30.09.22 | Monatsperformance | |
| Dividendendepot | 385.906 € | -4,5% |
| Optionsdepot | 38.060 € | -7,2% |
| Anti-Depot | 2.478 € | -0,8% |
| Zitronen-Depot | 37.882 € | -4,0% |
| Summe: | 464.326 € | -5,0% |
| Veränderung 2022: | -76.054 € | |
| abzgl. Einlagen: | -6.583 € | |
| Nettoveränderung 2022: | -82.638 € |
Seit Anfang des Jahres liege ich damit bei einem Minus von gut 83.000 €. Allein im September ging es 25.000 € abwärts.
Aktienkäufe
Im September habe ich einen Aktienkauf im Dividendendepot getätigt und dabei 502,50 € investiert:
3 Aktien Texas Instruments für 502,50 €
Für zukünftige Käufe habe ich meine Watchlist veröffentlicht.
Aktienverkäufe
Im September habe ich nichts verkauft.
Dividendenerträge
Im September erhielt ich insgesamt 660,30 € als Netto-Dividenden. Gegenüber dem Vorjahres-September ist das keine Veränderung.
Ich erhielt im September die folgenden Dividenden:
Civitas Social Housing: 91,48 €
Fortescue Metals Group: 40,03 €
Mein Dividendenziel für 2022 habe ich in diesem Beitrag erläutert.
P2P-Kredite
Im September erzielte ich Erträge aus P2P-Krediten in Höhe von 0,77 €. Ich bin mittlerweile nur noch bei viainvest und Mintos investiert. Bei Mintos ist dabei mein Bestand von 384,22 € im Status „In Rückforderung“ und bringt keine laufenden Zinserträge. Bei viainvest warte ich noch auf die Fälligkeiten und lasse mir dann mein Guthaben auszahlen.
Mein Gesamt-Bestand in P2P-Krediten beträgt damit jetzt noch 488 €. Bezogen auf die einzelnen Plattformen bin ich aktuell so investiert:
| Plattform | aktueller Stand | investierte P2P-Kredite | eröffnet |
|---|---|---|---|
| Mintos | 384 € | 0 (in Rückforderung) | 08/2018 |
| viainvest | 81 € | 7 | 11/2018 |
Eine Übersicht zu den einzelnen Plattformen und meine ursprünglichen Intentionen zum P2P-Investment findest Du hier. Ich gehe davon aus, dass ich bis zum Jahresende auch bei viainvest alle Fälligkeiten erhalten haben sollte und werde dann die monatliche Berichterstattung über die P2P-Kredite einstellen.
Crowdinvesting
Über meine bisherigen Erfahrungen mit Crowdinvesting hatte ich 2020 ausführlich berichtet. Im September erhielt ich 10,62 € Zinsen aus meinem Crowd-Portfolio.
Bei Engel & Völkers Digital Invest habe ich mich im September nach längerer Pause wieder bei einer Emission beteiligt. In das Projekt „OVUM Neue Mitte Braunsfeld“ in Köln investierte ich 100 € bei einer überschaubaren Laufzeit von 13 Monaten und 5,7% Verzinsung.
Mein Portfolio ist aktuell 5.887,97 € groß: Ich habe nun 500 € bei Bergfürst, 1.100 € bei Engel & Völkers Digital Invest und 4.600 € bei ecoligo investiert. Davon wurden in diesem Jahr 112,03 € seitens ecoligo und je 100 € bei Bergfürst und Engel & Völkers Digital Invest getilgt.
Depotperformance
Mein Dividendendepot hat sich im September erneut negativ entwickelt. Per Ende September beträgt der Depotwert nun 385.906 €. Im Monatsverlauf steht für mein Dividendendepot ein Minus von 4,5%. Seit Jahresbeginn liegt das Dividendendepot damit 13,4% im Minus.
Top-Werte im Dividendendepot im September waren Johnson & Johnson (+6,6%), General Mills (+4,3%) und Munich Re (+3,9%).
Schwächste Werte im September waren Taylor Wimpey (-24,4%), Deutsche Beteiligung AG (-24,2%) und Pennon Group (-16,6%).
Die Volatilität meines Dividendendepots lag im September bei 3,1%.
Anti-Depot
Mit dem Anti-Depot teste ich mit Echtgeld eine abweichende Anlagestrategie. Ich habe es zu Beginn des letzten Jahres aufgesetzt und im Jahresverlauf eine Performance von 40,8% erzielt.
In diesem Jahr liegt das Depot bisher mit -48,2% deutlich im Minus. Der September war dabei mit -0,8% zwar erneut negativ, jedoch überraschenderweise nicht mehr so stark wie die anderen Depots.
Derzeit enthält das Anti-Depot ausschließlich Bitcoins. Zu meiner weiteren Strategie mit dem Bitcoin habe ich einen eigenen Beitrag veröffentlicht.
Das Anti-Depot führe ich bei justTRADE. Die Volatilität des Anti-Depots lag im September mit 13,4% erneut deutlich über meinem Dividendendepot.
Optionsdepot
Mit dem Optionsdepot verfolge ich eine – als risikoarm konzipierte – Optionsstrategie, die ich in meiner Serie zum Optionshandel ausführlich beschrieben habe. Damit habe ich ein kleines Nebenportfolio aufgebaut, das durch Optionsverkäufe (Puts und Calls) laufende Erträge erzielen soll.
Im September musste ich einen seit Jahresanfang in die falsche Richtung gelaufenen Short Put auf BASF bereinigen und hatte deshalb negative Einnahmen im Optionsdepot von 1.390,23 € brutto. Die Performance war im September mit -7,2% negativ.
In den Einnahmen enthalten sind Dividendenzahlungen von Viatris (48,22 €) und B2Gold (103,03 €).
Alle Transaktionen im Optionsdepot dokumentiere ich mit Screenshots auf einer eigenen Seite.
Zitronen-Depot
Das Zitronen-Depot und seine besondere Strategie habe ich hier ausführlich vorgestellt. Dort findest Du auch die aktuelle Zusammensetzung. Ich baue mir langfristig ein Portfolio von Nachbesserungsrechten auf und erhoffe mir durch die Spruchverfahren eine risikoarme Zusatzrendite in einigen Jahren.
Im September kam es zur Ausbuchung der Aktien von GxP German Properties.
Das Volumen meiner Nachbesserungsrechte ist dadurch auf 38.936,40 € gestiegen.
Das Depot erzielte eine Monatsperformance von -4,0%.
Immobilie
Über meine Wohnung in Leipzig habe ich zuletzt mit einem Update berichtet. Im September erhielt ich nun nach dem Mieterwechsel regulär die normale Miete in Höhe von 902,73 €. Das Hausgeld beträgt 246,00 €. Für den Immobilienkredit zahlte ich Zinsen in Höhe von 264,19 €. Ich hatte damit in diesem Monat einen Nettoerlös von 392,54 €.
Aufgrund der hohen vereinbarten Tilgung des Kredits habe ich aber einen negativen monatlichen Cash-Flow. Die monatliche Annuität liegt bei 1.216,80 € (Zins & Tilgung) und ist bis 30.09.2028 fest vereinbart (Zinssatz: 1,24%).
Dafür sinkt die Verschuldung der Wohnung stetig, sie liegt zum Ende September bei 254.158,62 €.
Dividendenveränderungen
Im September wurden bei meinen Depottiteln folgende Dividendenveränderungen verkündet:
Microsoft: Erhöhung der Quartalsdividende von 0,62 auf 0,68 US$ (+9,7%)
Texas Instruments: Erhöhung der Quartalsdividende von 1,15 auf 1,24 US$ (+7,8%)
Verizon: Erhöhung der Quartalsdividende von 0,64 auf 0,6525 US$ (+2%)
Ausblick auf den Oktober
Um es direkt auf den Punkt zu bringen: Für den Oktober erwarte ich keine Verbesserung der Aktienmärkte. Es ist immer noch viel Angst vorhanden und es fehlen positive Impulse.
Solche könnten vereinzelt von überraschend positiven Quartalszahlen ausgehen. Nur kann ich mir das derzeit eher nicht vorstellen. Denn viele Unternehmen werden eher damit zu kämpfen haben, ihre Prognosen zu erreichen. Die international aufgestellten US-Unternehmen werden die Stärke des US-Dollars erheblich negativ in ihren Bilanzen spüren. Da helfen auch die jüngsten Preiserhöhungen wenig, geben sie doch meist die höheren Kosten weiter.
Und die europäischen Unternehmen werden unter den hohen Energiekosten leiden, jedoch vom schwachen Euro profitieren. Allein: das wird den Markt nicht interessieren. Europa ist für globale Impulse nicht bedeutend genug.
Ich bin aber trotzdem für den Rest des Jahres halbwegs positiv eingestellt. November und Dezember könnten wieder grüne Vorzeichen bringen. Denn dann geht der Blick nach 2023 und womöglich haben wir dann auch bei den Zinserhöhungen und beim konjunkturellen Abschwung das Schlimmste hinter uns.
Die Stimmung ist derzeit so schlecht, dass es immer schon ein gutes Anzeichen war, dass die Börsen bald wieder drehen. Das wird aber diesmal kein steiler Anstieg, sondern eher ein stetiges langsames Zurückklettern. Ich gehe davon aus, dass die Verluste von 2022 erst in einigen Jahren wett gemacht sein werden. Trotzdem ist das für mich der wichtigste Grund, weiterhin investiert zu bleiben.
Noch ein Update zu dem potentiellen Neuzugang aus dem letzten Monat, dem australischen Infrastrukturwert Atlas Arteria. Hier hatte ich Glück! Durch den Kommentar eines Bloglesers, dass der Rostocker Warnow Tunnel nicht so gut läuft, wollte ich mich noch mal intensiver mit der Aktie beschäftigen. Und bevor ich das geschafft hatte, kam eine Unternehmensmeldung, die mich nun von einem Investment abhält. Atlas Arteria kündigte die Übernahme einer Mehrheitsbeteiligung an dem Projekt „Chicago Skyway“ an, verbunden mit einer Kapitalerhöhung. Der vereinbarte Übernahmepreis ist aus meiner Sicht völlig überzogen und als Poison Pill gegen die eigene Übernahme zu sehen. Denn in den Übernahmebedingungen befindet sich auch noch die Klausel, dass Atlas Arteria bei einer eigenen Übernahme die restlichen Anteile an Chicago Skyway zu einem noch höheren Preis übernehmen muss.
Der Aktienkurs von Atlas Arteria gab nach der Ankündigung deutlich nach (-20%). Zwar liegt jetzt die Dividendenrendite für das nächste Jahr bei 6,4%, aber die Fantasie einer feindlichen Übernahme ist verflogen. Und ob die Dividende dauerhaft in dieser Höhe gezahlt werden kann, ist für mich auch zweifelhaft. Ergo: Atlas Arteria kommt nun nicht ins Dividendendepot.
Gut möglich, dass ich im Oktober keine Käufe tätigen werde. Es ist der schwächste Dividendenmonat und ich sehe derzeit keine Eile. Interessant bleiben für mich aufgrund des schwachen Yens aber japanische Titel. Und da denke ich tendenziell hier über einen Nachkauf nach und liege bei Tokyo Electron, einem Wettbewerber von Lam Research, auf der Lauer.
Im Text habe ich einige Geldanlagen erwähnt, die Dich vielleicht inspirieren, selbst in eine ähnliche Richtung zu investieren. Besonders leicht geht das mit den folgenden Partner-Links, die Dich nichts kosten, aber den Divantis-Blog unterstützen:
justTRADE als mein Online-Broker für Wertpapiere und Kryptowerte aus einem Depot heraus – für 0,-€ Orderprovision und endlich auch ohne Negativzinsen.
ecoligo für nachhaltige Crowdfinanzierungen – bei Registrierung über den Link erhältst Du einen einmaligen Willkommensbonus in Höhe von 1,00 % bezogen auf den Betrag Deines Erstinvestments. Außerdem kannst Du bei der Registrierung noch den Bonuscode NEU25 eingeben und erhältst zusätzlich einen Neukunden-Bonus in Höhe von 25 €.
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Engel & Völkers Digital Invest wähle ich für Immobilien-Crowdinvestments ab 100 € Anlagesumme. Die Angebote sind in der Regel schnell platziert. Deshalb solltest Du Dich einfach registrieren und für den Newsletter anmelden. Du erhältst dann unverbindlich die neuen Angebote zugesandt und kannst Dich dann entscheiden, ob ein Investment für Dich attraktiv ist.


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