Gewinnen die Optimisten schon wieder die Oberhand? Mai 2022

Kalenderblatt Juni 2022
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Es gibt sie, die ersten Anzeichen, dass es wieder besser wird. So spricht zum Beispiel die Tendenz dafür, dass die Inflation in Deutschland in der 2. Jahreshälfte unter 6% sinken könnte und die über 7% Geschichte sind.

Und ähnlich wie diese Nachricht entwickelte sich auch die Börse im Mai. Am 20. Mai erreichte der US-Leitindex S&P 500 offiziell das Bärenmarktterritorium. Er notierte 20% unter seinem vorherigen Hoch.

Kurz danach war der Bärenmarkt dann schon wieder vorbei und zum Monatsende hin kam es zu einer breiten Erholung.

Wie negativ die Stimmung war, zeigte sich auch am Dow Jones, der 8 Wochen in Folge mit Verlusten schloss. Das hatte es zuletzt 1932 während der großen Depression gegeben.

Jetzt stellt sich natürlich die Frage, ob die Optimisten jetzt die Oberhand gewonnen haben und wir in den nächsten Wochen und Monaten eine weitere Erholung erleben. Manche Banken halten sogar an ihren optimistischen Jahresendzielen mit zweitstelligen Zuwächsen fest.

Wie ich mich nun positioniere, haben wir im Mai engagiert diskutiert. Wie sich meine Geldanlagen im letzten Monat entwickelt haben, erfährst Du in diesem Beitrag. Und ich gebe Dir einen Ausblick auf das, was ich im Juni plane.

Der Beitrag mit der größten Aufmerksamkeit und den angeregtesten Kommentaren befasste sich damit, wie ich die aktuelle Börsenlage einschätze und warum ich einzelne Titel meines Depots kritisch bewerte („Ben, was ist bloß los mit Dir in den letzten Wochen?„).

Stand Wertpapierdepots

Details zu den einzelnen Depots gibt es – wie immer – ausführlich in diesem Bericht. Für den schnellen Überblick hilft die folgende Tabelle:

Depotwert 31.05.22Monatsperformance
Dividendendepot420.076 €-0,5%
Optionsdepot45.063 €-4,8%
Anti-Depot2.965 €-11,2%
Zitronen-Depot46.022 €-0,7%
Summe:514.126 €-2,7%
Veränderung 2022:-26.254 €
abzgl. Einlagen:-17.419 €
Nettoveränderung 2022:-43.673 €

Seit Anfang des Jahres liege ich damit bei einem Minus von gut 40.000 €.

Aktienkäufe

Im Mai habe ich Aktienkäufe im Dividendendepot und im Zitronendepot getätigt. Insgesamt habe ich 11.596,85 € investiert.

Im Dividendendepot habe ich

15 Aktien Cisco Systems für 599,48 €

gekauft. Im Zitronendepot habe ich

50 Aktien KUKA für 4.130,30 €

400 Aktien SinnerSchrader für 6.867,07 €

gekauft.

Für zukünftige Käufe habe ich meine Watchlist veröffentlicht.

Aktienverkäufe

Im Mai habe ich lediglich Verkäufe im Anti-Depot getätigt und damit 1.814,94 € erlöst:

2 Aktien Adobe für 722,60 €

10 Aktien Dropbox für 196,54 €

2 Aktien BioNTech für 257,40 €

10 Aktien Box für 271,40 €

20 Aktien KATEK für 367 €

Dividendenerträge

Im Mai erhielt ich insgesamt 3.226,27 € als Netto-Dividenden. Gegenüber dem Vorjahres-Mai ist das eine Veränderung von -22,0%.

Ich erhielt im Mai die folgenden Dividenden:

General Mills: 59,24 €

Verizon: 90,12 €

Munich Re: 1.012,35 €

BASF: 250,33 €

Symrise: 7,51 €

Allianz: 993,94 €

Talanx: 353,40 €

Taylor Wimpey: 114,44 €

Procter & Gamble: 64,39 €

Omega Healthcare Investors: 104,45 €

Protector Forsikring: 28,46 €

Texas Instruments: 16,40 €

SAP: 18,04 €

Greencoat UK Wind: 14,31 €

BayWa: 77,31 €

MSCI Inc.: 21,58 €

Mein Dividendenziel für 2022 habe ich in diesem Beitrag erläutert.

P2P-Kredite

Im Mai erzielte ich Erträge aus P2P-Krediten in Höhe von 3,26 €. Ich befinde mich weiterhin auf dem Rückzug und habe im Mai weiteres Guthaben abziehen können. Bei den verbliebenen drei Plattformen warte ich nur noch auf die Fälligkeiten und lasse mir dann dort auch mein Guthaben auszahlen.

Die Entwicklungen in Russland und der Ukraine sind für mich nicht abschätzbar, die Verbindungen und Abhängigkeiten der Plattformen dorthin auch nicht. Hinzu kommt, dass bei steigenden Zinsen in klassischen Anlagen die P2P-Kredite nicht mehr so attraktiv sind.

Mein Gesamt-Bestand in P2P-Krediten beträgt jetzt noch 833 €. Bezogen auf die einzelnen Plattformen bin ich aktuell so investiert:

Plattformaktueller Standinvestierte P2P-Krediteeröffnet
Mintos397 €108/2018
viainvest117 €1211/2018

Eine Übersicht zu den einzelnen Plattformen und meine ursprünglichen Intentionen zum P2P-Investment findest Du hier.

Crowdinvesting

Über meine bisherigen Erfahrungen mit Crowdinvesting hatte ich 2020 ausführlich berichtet. Im Mai erhielt ich keine Zinsen aus meinem Crowd-Portfolio.

Im Mai habe ich 400 € neu in das Projekt „Sapa Aluminium“ bei ecoligo investiert und mir dort einen 2% Cashback-Bonus zur Feier der Weltumweltwoche gesichert. Mit dem Projekt wird eine Solaranlage in Vietnam finanziert. Ich erhalte für 4 Jahre Laufzeit 5% Zinsen.

Portfolio bei ecoligo
Mein Portfolio bei ecoligo

Mein Portfolio ist jetzt 5.911,53 € groß: Ich habe nun 500 € bei Bergfürst, 1.000 € bei Engel & Völkers Digital Invest und 4.600 € bei ecoligo investiert. Davon wurden in diesem Jahr 88,47 € seitens ecoligo und 100 € bei Bergfürst getilgt.

Depotperformance

Mein Dividendendepot hat sich im Mai leicht abwärts entwickelt. Per Ende Mai beträgt der Depotwert nun 420.076 €. Im Monatsverlauf steht für mein Dividendendepot ein Minus von 0,5%.

Top-Werte im Dividendendepot waren Omega Healthcare Investors (+16,9%), Siemens Healthineers (+12,9%) und Lam Research (+12,1%).

Schwächste Werte waren Vantage Towers (-9,9%), Givaudan (-9,3%) und Pennon Group (-9,1%).

Die Volatilität meines Dividendendepots lag im Mai bei 4,7%.

Anti-Depot

Mit dem Anti-Depot teste ich mit Echtgeld eine abweichende Anlagestrategie. Ich habe es zu Beginn des letzten Jahres aufgesetzt und im Jahresverlauf eine Performance von 40,8% erzielt.

In diesem Jahr liegt das Depot bisher mit -23,9% deutlich im Minus. Im Mai ging es 11,2% abwärts.

Um mich selbst wieder mehr auf meine Hauptinvestment-Themen zu fokussieren, habe ich am 9. Mai meinen gesamten Depotbestand außer meiner Bitcoins verkauft.

Zu meiner weiteren Strategie mit dem Bitcoin habe ich einen eigenen Beitrag veröffentlicht.

Das Anti-Depot ist derzeit damit ein Bitcoin-Depot. Mal schauen, ob das so bleibt oder ob ich es wieder mit Tech-Aktien anreichere. Derzeit fühlt es sich für mich besser an, nicht mehr so riskant und ohne laufende Erträge investiert zu sein.

Das Anti-Depot führe ich bei justTRADE. Die Volatilität des Anti-Depots lag im Mai mit 17,3% erneut deutlich über meinem Dividendendepot.

Optionsdepot

Mit dem Optionsdepot verfolge ich eine risikoarme Optionsstrategie, die ich in meiner Serie zum Optionshandel ausführlich beschrieben habe. Damit habe ich ein kleines Nebenportfolio aufgebaut, das durch Optionsverkäufe (Puts und Calls) laufende Erträge erzielen soll.

Im Mai erzielte ich durch verkaufte Optionen und Dividenden Einnahmen im Optionsdepot von 99,13 € brutto. Die Performance war im Mai mit -4,8% ebenfalls negativ. Auch hier waren vor allem die Kryptominer für den Rückgang verantwortlich.

In dem Betrag ist einerseits die Dividende von AT&T enthalten. Für meine 100 Aktien erhielt ich 26,37 € brutto. Andererseits ist auch für meine 200 Aktien von PetMedExpress eine Dividende in Höhe von 55,96 € brutto gezahlt worden.

Alle Transaktionen im Optionsdepot dokumentiere ich mit Screenshots auf einer eigenen Seite.

Zitronen-Depot

Das Zitronen-Depot und seine besondere Strategie habe ich hier ausführlich vorgestellt. Dort findest Du auch die aktuelle Zusammensetzung. Ich baue mir langfristig ein Portfolio von Nachbesserungsrechten auf und erhoffe mir durch die Spruchverfahren eine risikoarme Zusatzrendite in einigen Jahren.

Im Mai habe ich noch mal meine Positionen bei KUKA und SinnerSchrader aufgestockt. Von KUKA erhielt ich sogar noch eine kleine Dividendenzahlung (16,20 € netto), die ich aber nicht zu meinen ordentlichen Dividendenerträgen zähle.

Bei SinnerSchrader steht die Durchführung des Squeeze-Outs unmittelbar bevor, bei ihr selbst ist sie bereits im Handelsregister eingetragen. Es bedarf noch der Eintragung bei der übernehmenden Gesellschaft. Damit erhalte ich in den nächsten Tagen einen Rückfluss von 14.787 €.

Das Volumen meiner Nachbesserungsrechte beläuft sich ohne diese Buchung weiterhin auf 12.109,40 €.

Das Depot erzielte eine Monatsperformance von -0,7%.

Immobilie

Über meine Wohnung in Leipzig habe ich zuletzt mit einem Update berichtet. Im Mai erhielt ich wieder eine Mietzahlung von 863,91 € (nach Abzug der Gebühr für die Sondereigentumsverwaltung). Das Hausgeld beträgt 246,00 €. Meine Nettomieteinnahme lag damit bei 617,91 €. Für den Immobilienkredit zahlte ich Zinsen in Höhe von 267,67 €. Außerdem musste ich für die Neuvermietung (ab Juli) eine Maklerprovision von 1.701,77 € bezahlen. Ich hatte somit in diesem Monat einen Nettoaufwand von 1.351,53 €.

Aufgrund der hohen vereinbarten Tilgung des Kredits habe ich ohnehin einen negativen monatlichen Cash-Flow. Die monatliche Annuität liegt bei 1.216,80 € (Zins & Tilgung).

Dafür sinkt die Verschuldung der Wohnung stetig, sie liegt zum Ende Mai bei 257.963,84 €.

Dividendenveränderungen

Im Mai wurden bei meinen Depottiteln folgende Dividendenveränderungen verkündet:

Vantage Towers: Jahresdividende von 0,56 € auf 0,63 € (+12,5%)

Pennon Group: Schlussdividende von 0,2446p auf 26,83p (+9,6%)

Medtronic: Quartalsdividende von 0,63 US$ auf 0,68 US$ erhöht (+7,9%)

Ausblick auf Juni 2022

Jetzt ist der schönste Dividendenmonat des Jahres bereits vorbei. Schade eigentlich! Nach nun 5 Monaten habe ich bereits 55% meines Jahresziels erreicht.

Im Juni werde ich mich weiter auf den Ausbau dieser Erträge konzentrieren. Ich habe derzeit eine Kauforder bei diesem Depotwert offen und würde mit einer Ausführung immerhin noch 2 Quartalsdividenden mit einer Dividendenrendite von rund 4,8% erhalten.

Mein bestimmender Investmentfokus bleiben Klimawandel und Inflation. Die offene Kauforder zahlt bereits auf den Klimawandel ein und einen weiteren Titel habe ich ebenfalls in den Blick genommen. Er stammt aus Australien und ist deshalb in Deutschland nur mit vergleichsweise hohem Spread handelbar. Deshalb werde ich ihn erst ausführlich vorstellen, damit Du Dir ein Bild machen kannst, ob die Aktie auch für Dich interessant ist.

Zum Thema Inflation meldete dieser Depottitel, der sich auch weiter auf meiner Nachkaufliste befindet, bei seinen jüngsten Quartalszahlen Entwarnung. Danach seien 89% der gesamten Mieterträge durch Wertsicherungsklauseln geschützt und entsprechend in jüngster Zeit viele Mieterhöhungen durchgeführt worden.

Das ist genau so ein Beispiel eines Unternehmens, das in dieser konjunkturellen Phase in ein diversifiziertes Depot gehört. In meiner Analyse ist das derzeit der wichtigste Punkt: Welche Auswirkungen hat eine hohe Inflationsrate? Wenn ich dahinter einen Haken machen kann, dann beschäftige ich mit den anderen Fundamentaldaten. Die sind natürlich auch immer noch sehr wichtig. Denn nur weil ein Unternehmen inflationsresistent ist, sind seine Zukunftsaussichten ja nicht per se gegeben.

Du siehst, ich schmeiße die Flinte nicht ins Korn! Der Juni wird voraussichtlich zu Zugängen im Dividendendepot führen. Unabhängig davon werde ich eine weitere Erholung dann auch zum Verkauf eines Wackelkandidaten nutzen. Aber das muss nicht zwingend im Juni passieren, sondern kommt einfach auf die weitere Entwicklung der Märkte und der Aktie an.

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Im Text habe ich einige Geldanlagen erwähnt, die Dich vielleicht inspirieren, selbst in eine ähnliche Richtung zu investieren. Besonders leicht geht das mit den folgenden Partner-Links, die Dich nichts kosten, aber den Divantis-Blog unterstützen:

justTRADE als mein Online-Broker für Wertpapiere und Kryptowerte aus einem Depot heraus – für 0,-€ Orderprovision und in diesem Jahr für Guthaben bis 5.000 € ohne Negativzinsen.

ecoligo für nachhaltige Crowdfinanzierungen – bei Registrierung über den Link erhältst Du einen einmaligen Willkommensbonus in Höhe von 1,00 % bezogen auf den Betrag Deines Erstinvestments. Außerdem kannst Du bei der Registrierung noch den Bonuscode NEU25 eingeben und erhältst zusätzlich einen Neukunden-Bonus in Höhe von 25 €.

Bergfürst bietet Crowdinvestments für Immobilien ab 10 € Anlagesumme. Bei Registrierung erhältst Du 10 € Startguthaben und kannst das Investieren einfach mal ausprobieren.

Engel & Völkers Digital Invest wähle ich für Immobilien-Crowdinvestments ab 100 € Anlagesumme. Die Angebote sind in der Regel innerhalb weniger Minuten platziert. Deshalb solltest Du Dich einfach registrieren und für den Newsletter anmelden. Du erhältst dann unverbindlich die neuen Angebote zugesandt und kannst Dich dann entscheiden, ob ein Investment für Dich attraktiv ist.

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10 Gedanken zu „Gewinnen die Optimisten schon wieder die Oberhand? Mai 2022“

  1. Hallo Ben,

    super Beitrag, wir immer! Mach bitte weiter so :-)

    Beim Abschnitt Aktienkäufe hast du April geschrieben. Es soll hier sicherleich auch Mai heißen, oder?

    Viele Grüße

  2. Schade eigentlich, dass der Beitrag mit dem dunklen Szenario hier am meisten Reichweite hat. Aber man konnte es ja erahnen.

    Ansonsten wieder viel hin und her. Mittlerweile habe ich nicht mehr die Hoffnung, dass die alte Souverenität zurückkehrt. Deine Analysen sind aber immer noch sehr lesenswert.

    Als Anregung fände ich es mal spannend einen umfassenderen Bericht zu deiner Immobilie zu lesen. Die ist ja aktuell schon Cashflow negativ. Wann muss hier refinanziert werden? Wie siehst du die Zins und Wertentwicklung? Zahlt der neue Mieter mehr? Hattest du Leerstand?

    1. Hallo Fred,

      zur Immobilie: die Zinsbindung läuft noch 6 Jahre, die Restschuld liegt dann bei 182k €. Die Refinanzierung wird dann sicherlich teurer sein als bisher. Aber das macht mir keine größeren Sorgen. Vielleicht refinanziere ich dann auch nur variabel und verkaufe die Wohnung dann entspannt. Das lasse ich erst mal auf mich zukommen. In 6 Jahren werden die Zinsen und das Kaufpreisniveau jedenfalls anders sein. Leerstand hatte ich nicht, der neue Mietvertrag startet zum 1.7., der bisherige Mieter hatte zum 31.7. oder früher gekündigt. Die Monatsmiete ist nun ca. 40 € höher. Nachteilig ist natürlich die Maklerprovision zur Neuvermietung gewesen, sie frisst die Mieterhöhung von 42 Monaten auf.

      Viele Grüße Ben

  3. Morgan Stanley hat einen weiteren rueckgang des s&p um etwa 20% auf 3300 angekuendigt. …. Und die liegen sehr oft richtig !

    1. @Manfred , Da hätte ich ja noch die Hoffnung, das mein Put zieht…
      @Ben, bei manchen Blogs kann man sehen, wieviele Views sie haben, könntest Du Dir vorstellen, das auch sichtbar zu machen ?
      Ansonsten, nur ein Leserfeedback, es ist manchmal monothematisch in dem Sinne, das sich Beiträge oft sehr ähneln bis auf die Zahlen. vlt könnte es man mal etwas auflockern wie es zum Beispiel bei „ Ben, was ist bloß los“ passiert ist.
      Wie gesagt, keine Kritik. Ich sehe die Arbeit, den Fleiß und die Disziplin, das hier zu machen, Disziplin ist bei Finanzen immer unerlässlich.
      Aber wenn man noch ein Depot und noch ein Depot startet, läuft man Gefahr sich zu verzetteln, wenn man es akribisch macht verbraucht man sehr viel Zeit damit und es frisst einen auf, wenn es noch dazu gerade mal schlecht läuft temporär. Einfach mal Urlaub machen oder eine Woche mal die Finanzen gar nicht anschauen und nur das Leben genießen.
      Aber sicher freust Du Dich auch über Feedback und manchmal kommen überhaupt keine Reaktionen.
      Ansonsten Danke und weiter so.

  4. Mein Depot steht derzeit (bei 30% ETFs und 70% Aktien) bei einer Performance von -1%.
    Tatsächlich bin ich über die derzeitige Situation insgesamt betrachtet recht froh. Ich glaube, das ist eine der Phasen, in denen vor allem die eigene mentale Einstellung (und idealerweise: Stärke) geprägt wird. Zwei Dinge möchte ich daraus vor allem mitnehmen
    a) Die Gewissheit, wirklich gute Unternehmen (und ETFs) ausgewählt zu haben, die Bestand haben und auch in Zukunft gefragt sind.
    b) Die Aussicht auf wieder sonnigere Tage an den Börsen und die Geduld, die schwierigen Zeiten durchgehalten zu haben.

    Für erfahrene Anleger liest sich das vielleicht wie eine Beschwichtigung, wie ein „Pfeifen im Walde“. Und tatsächlich ist es das auch ein wenig….;-)
    Ich denke auch an die vielen Junganleger, die wohl recht nervös sein dürften und denen die Vergleichswerte zu früheren Crashs fehlen. Diesen müssen wir Mut zusprechen und sie darin unterstützen, investiert zu bleiben. Im größeren Kontext haben wir damit auch eine gesellschaftliche Aufgabe: Ähnlich wie in Norwegen möglichst viele Menschen an Börsen investieren zu lassen, um der Altersarmut zu entfliehen.
    Ich richte mich mental darauf ein, dass der Sommer ggf. kein wesentliches Renditewachstum mit sich bringt, auch wenn ich glaube, dass nun doch sehr viel eingepreist sein dürfte.

    1. Hallo Matthias

      Jamie Dimon von JP Morgan, sieht einen Hurrikan auf die Wirtschaft zukommen, und der liegt relativ oft richtig! Ich sehe momentan auch kaum einen Parameter der für steigende Kurse herhalten könnte, die Gemengelage weltweit lässt aktuell auch wenig Positives erwarten! Mein Depot ist ähnlich deinem 1% im Minus, habe jedoch nur Einzelaktien, keine ETF, da jedoch ausschließlich Qualität. Mich lässt es relativ kalt, habe schon die Dotcom Krise mitgemacht 2000-2003 und die war heftig. Hoffen wir das Beste.

  5. Gibt es denn fundierte Zahlen wie oft die denn tatsächlich richtig liegen? Oder ist dad mehr so eibe Floskel?

    Und was macht Ihr jetzt aus dieser bitteren Prognose? Ich bleibe entspannt. Halte meine Anteile und kaufe hier und da dazu. Hat sich für mich über die Jahre bewehrt.

    1. Hallo Fred,

      ich kenne keine fundierten Auswertungen, in denen „Crash-Propheten“ richtig oder falsch liegen.Bei den deutschen Crash-Propheten würde ich gefühlt sagen: zu über 90% daneben.
      In den Aussagen von Jamie Dimon oder John Waldron sind aber auch Relativatoren enthalten. „wir wissen nicht, ob es ein kleiner (Wind) oder ein Supersturm wird.“
      Beide sagen: Inflation, steigende Zinsen (in den USA) und die Gemengelage auf der Welt sind sehr volatil und Sie sprechen von US-Aktien. Aus meiner Sicht sagen Sie nichts Neues für Investoren, die sich mit der Weltwirtschaft beschäftigen, denn die Unsicherheit besteht seit ca. 6 Monaten.
      Zittrige Hände führen bei diesen Konstellationen meist zu Verlusten.

      Um ein Analogon zu bemühen: Im Sturm sollte das Schiff auf einen ruhigen Kapitän bauen. Deswegen Ruhe bewahren!
      Solide und gewinnabwerfende Unternehmen lassen ruhiger schlafen. Und auch ich kaufe ab und an zu.

      Für Investoren, die auf Kredit in Aktien gegangen sind oder auf die Erlöse angewiesen sind (z.B. Abzahlung von (Auto-, Haus-)Krediten), ist die Situation ungleich gefährlicher. Wenn ihr Investmentcase schiefgeht, sind sie hochverschuldet und für Jahre aus dem Markt.

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