Was Dich hier erwartet:
Der Monatswechsel ist für mich immer Gelegenheit, Zwischenbilanz zu ziehen und mir die Positionierung für den neuen Monat klarzumachen.
Nach den ersten zehn Monaten des Jahres ist die Bilanz schon sehr positiv. Aber es gibt viele Gründe, dass nun noch einmal Vollgas gegeben wird und wir eine wirkliche Jahresendrallye erleben werden.
Was mich so positiv stimmt und wie ich mich darauf einstelle, erfährst Du in diesem Beitrag. Und natürlich zeige ich Dir auch wieder, wie sich meine Geldanlagen im Oktober im Detail entwickelt haben.
Nachdem ich in den letzten Monaten immer zur Vorsicht gemahnt habe und eine kurzfristige Korrektur für möglich hielt, hat mich der Oktober erneut überrascht. Klar, nicht jeder Börsentag war grün. Aber unterm Strich war der Oktober wieder ein positiver Monat. Vom einstigen Crashmonat war jedenfalls nichts zu spüren.
Und es gab wieder keinen Handelstag mit einem Abverkauf des S&P 500 von mindestens 5%. Damit verlängert sich die Rekordzeit weiter. Und ein anderer Rekord wackelt auch bereits: die Anzahl der Tage mit einem All-Time-High im S&P 500 innerhalb eines Jahres. Bisher liegt der Rekord bei 77 Handelstagen im Jahr 1995, an denen ein neuer Rekordstand erreicht wurde. Dahinter folgt 1964 mit 65 Tagen und 2017 mit 62 Tagen. Und in diesem Jahr sind wir schon bei 59 Tagen. Damit ist Platz 4 bereits sicher und zwei Handelsmonate stehen ja noch aus.
Starten wir aber mit dem Rückblick auf den Oktober 2021:
Stand Wertpapierdepots
Details zu den einzelnen Depots gibt es – wie immer – ausführlich in diesem Bericht. Für den schnellen Überblick hilft die folgende Tabelle:
| Depotwert 31.10.21 | Monatsperformance | |
| Dividendendepot | 470.529 € | +4,0% |
| Optionsdepot | 58.107 € | +4,6% |
| Anti-Depot | 10.466 € | +21,6% |
| Summe: | 539.102 € | +4,1% (+21.209 €) |
| Veränderung 2021: | +127.795 € | |
| abzgl. Einlagen: | -48.580 € | |
| Nettozuwachs 2021: | +79.215 € |
Damit hat der Oktober wieder richtig gut abgeliefert und ich bewege mich insgesamt auf dem Niveau eines All-Time-Highs. Besonders erfreulich fand ich die Entwicklung des Anti-Depots, das erstmals in den fünfstelligen Bereich gewachsen ist. Zugegebenermaßen mit einem Anschub durch eine Einlage, aber das hat nur einen kleinen Teil des Monatszuwachses ausgemacht.
Aktienkäufe
Im Oktober habe ich für mein Dividendendepot 5 Aktienkäufe getätigt und dabei 3.583,97 € investiert:
40 Aktien Veolia Environnement für 934,93 €
66 Aktien Transurban Group für 558,54 €
20 Aktien Omega Healthcare Investors für 519 €
5 Aktien Texas Instruments für 821,50 €
Im Anti-Depot habe ich 1 Aktienkauf getätigt und 573 € investiert:
20 Aktien KATEK für 573 €
Im Optionsdepot habe ich 5 Aktienkäufe getätigt und 21.155,88 € investiert:
200 Aktien TeamViewer für 2.723,90 €
300 Aktien B2Gold für 1.096,28 €
100 Aktien Apple für 12.422,00 €
100 Aktien PetMed Express für 2.439,32 €
100 Aktien Riot Blockchain für 2.454,38 €
Für zukünftige Käufe habe ich mittlerweile meine Watchlist veröffentlicht. Ich werde sie regelmäßig pflegen und noch weiter ergänzen.
Aktienverkäufe
Im Oktober habe ich aus dem Dividendendepot 1 Verkauf getätigt:
100 Aktien Kimberly-Clark für 10.866,75 €.
Dividendenerträge
Im Oktober erhielt ich insgesamt 193,11 € als Netto-Dividenden. Gegenüber dem Vorjahres-Oktober ist das eine Veränderung von +21,2%.
Ich erhielt im Oktober die folgenden Dividenden:
Cisco Systems: 10,59 €
P2P-Kredite
Im Oktober erzielte ich keine Erträge aus P2P-Krediten, sondern zahlte 6,09 €. Das liegt daran, dass ich bei Estateguru meine notleidenden Kredite verkauft habe und dabei einen deutlichen Abschlag in Kauf genommen habe. Verrechnet mit den Zinserträgen des Monats ergibt sich dadurch ein negativer Wert. Den Verkaufserlös konnte ich aber direkt neu anlegen und gehe davon aus, dass ich nun wieder positive Zinsen generiere. Meine Erfahrungen der ersten zwei Jahre P2P-Kredite habe ich hier dargestellt. Meine größte Plattform ist weiterhin Estateguru. Dahinter folgen Mintos und viainvest.
Mein Gesamt-Bestand in P2P-Krediten beträgt derzeit 1.837 €. Bezogen auf die einzelnen Plattformen bin ich aktuell so investiert:
| Plattform | aktueller Stand | investierte P2P-Kredite | eröffnet |
|---|---|---|---|
| Mintos | 384 € | 0 (in Rückforderung) | 08/2018 |
| viainvest | 81 € | 7 | 11/2018 |
Eine Übersicht zu den einzelnen Plattformen und meine Intentionen zum P2P-Investment findest Du hier. 60 € habe ich im Oktober von viainvest abgezogen und bei ecoligo (Crowdinvesting) angelegt.
Crowdinvesting
Über meine bisherigen Erfahrungen mit Crowdinvesting hatte ich im letzten Jahr ausführlich berichtet. Im Oktober erhielt ich 34,51 € Zinsen aus meinem Crowd-Portfolio.
Ich habe im Oktober 200 € neu in mein Portfolio investiert, es ist jetzt 4.700 € groß: 500 € bei Bergfürst *, 900 € bei Engel & Völkers Digital Invest * und 3.300 € bei ecoligo.
Die 200 € gingen in das Projekt „Fan Milk II“ bei ecoligo. Es hat eine Laufzeit von 2 Jahren und ich erhalte einen Zinssatz von 5,5%. Die letzten neuen Projekte bei ecoligo hatten ein kleineres Volumen und waren deshalb auch innerhalb weniger Stunden voll platziert. Als registrierter Anleger erhältst Du einen Newsletter und kannst Dir dann entspannt die neuen Projekte anschauen und überlegen, ob Du investieren willst. Mittlerweile habe ich mir ein schön diversifiziertes Portfolio mit 12 aktiven Beteiligungen aufgebaut:

Depotperformance
Mein Dividendendepot hat sich im Oktober weiter positiv entwickelt. Per Ende Oktober beträgt der Depotwert nun 470.529 €. Darin enthalten ist ein Cash-Bestand von 10.112 €. Im Monatsverlauf steht für mein Dividendendepot ein Plus von 4,0%.
Top-Werte im Dividendendepot waren Microsoft (+17,0%), Swiss Re (+12,9%) und Talanx (+12,8%).
Schwächste Werte waren IBM (-10,5%), AT&T (-7,0%) und ENAV (-6,4%).
Die Volatilität meines Dividendendepots lag im Oktober bei 2,1%.
Anti-Depot
Mit dem Anti-Depot teste ich mit Echtgeld eine abweichende Anlagestrategie. Nach einem Raketenstart mit einem zweistelligen Plus in der ersten Januar-Woche hat sich das Anti-Depot im ersten Halbjahr sehr gut entwickelt (+26,5%). Und es ging genauso weiter.
Die Depotperformance im Oktober lag bei +21,6%. Damit liegt es auf Jahressicht nun bei +75,1%.
Das Anti-Depot führe ich bei justTRADE, hier der aktuelle Stand:

Größter Treiber der positiven Entwicklung ist der Bitcoin. Der Kauf von 0,1 BTC zum Jahresbeginn hat sich als goldrichtig erwiesen, die Position hat sich mittlerweile im Kurs verdoppelt und es fehlen jetzt nur noch 2 Monate, bis ich den Gewinn steuerfrei mitnehmen könnte.
Um noch eine zweite Kryptowährung ins Depot zu nehmen, habe ich im Oktober 17 Polkadot für 584 € gekauft. Diese Kryptowährung ist ebenfalls über justTRADE handelbar und besticht durch ihre Energieffizenz und Transaktionsgeschwindigkeit. Ich möchte die Position noch ausbauen und dann mindestens ein Jahr bis zur Steuerfreiheit möglicher Gewinne liegen lassen.
Außerdem habe ich 573 € in 20 Aktien von KATEK investiert. Das ist ein Elektronikspezialist, der an der gesamten Wertschöpfungskette zukunftsweisender Technologien mitwirkt (E-Mobilität, Solar, Smart Home). Das Unternehmen ist im Mai zum Preis von 23 € je Aktie an die Börse gegangen. Ich habe nun 28,65 € gezahlt. Der Umsatz wird in diesem Jahr bei knapp über einer halben Milliarde € erwartet, operativ soll ein Ergebnis von bis zu 33 Mio. € erzielt werden. Die Aktie zahlt keine Dividende und ist erfüllt die Größenkriterien für mein Dividendendepot nicht. Als spekulative Beimischung im Anti-Depot in einem dynamischen Geschäftsfeld finde ich sie aber attraktiv.
Die Volatilität des Anti-Depots lag mit 11,0% erneut deutlich über meinem Dividendendepot.
Optionsdepot
Mit dem Optionsdepot verfolge ich eine risikoarme Optionsstrategie, die ich in meiner Serie zum Optionshandel ausführlich beschrieben habe. Insgesamt habe ich im ersten Halbjahr 50.000 € Cash auf das Depotkonto eingezahlt.
Damit habe ich ein kleines Nebenportfolio aufgebaut, das nun durch Optionsverkäufe (Puts und Calls) durchaus mehr Bewegung als das Dividendendepot hat.
Im Oktober erzielte ich durch verkaufte Optionen Einnahmen im Optionsdepot von 2.289,86 € brutto. Die Performance seit Jahresanfang liegt nun bei 20,5%, das Jahresziel werde ich damit voraussichtlich erreichen. Da im Depot aber noch einige Aktienpositionen enthalten sind, kann sich die Performance in den nächsten zwei Monaten noch verschlechtern. Natürlich werde ich versuchen, weitere Optionseinnahmen zu generieren.
Kurz zu den Aktien, die ich im Oktober neu in das Optionsdepot gekauft habe:
Apple ist wieder ins Depot zurückgekehrt, hier konnte ich nach dem Verkauf im September wieder etwas günstiger einsteigen. Die Position ist wieder deutlich im Plus und womöglich wird im November der verkaufte Covered Call wieder ausgeübt.
Nach den Quartalszahlen aufgestockt habe ich die Position von PetMed Express, die sich nun mit neuem CEO von einer Online-Tierapotheke zu einem Online-Tierbedarfsshop entwickeln wollen. Ich bin gespannt, ob das gelingt. Für mich zählt, dass das Unternehmen weiterhin profitabel agiert und eine Dividendenrendite von über 4% hat. Im November erhalte ich erstmals eine Quartalsdividende.
TeamViewer hat einen beispiellosen Rückgang in den letzten Monaten erlebt. Ich habe versucht, in das fallende Messer zu greifen und so 200 Aktien gekauft. Durch die verkauften Optionen liegt mein durchschnittlicher Einstandskurs bei 12,57 €. Ich habe die Hoffnung, dass ich die Aktien im November durch die verkauften Call-Optionen wieder zu 14,00 € loswerde.
Längerfristig ist mein Engagement bei B2Gold und bei Riot Blockchain ausgerichtet. Beide Titel laufen unter dem Begriff „Inflationsschutz“ für mich. B2Gold ist dabei ein Goldminenbetreiber, der für seine Nachhaltigkeitsbestrebungen vielfach gelobt wird. Und Riot Blockchain schürft Bitcoins, nutzt dazu aber einen großen Anteil erneuerbarer Energien in den USA. Beide Titel sollen einen kleinen Hedge für mein Depot darstellen.
Alle Transaktionen im Optionsdepot dokumentiere ich mit Screenshots auf einer eigenen Seite.
Immobilie
Über meine Wohnung in Leipzig habe ich zuletzt mit einem Update berichtet. Nach Abzug der Gebühr für die Sondereigentumsverwaltung erhielt ich auch im Oktober eine Mieteinnahme von 863,91 € (inkl. Nebenkosten). Das Hausgeld beträgt 246,00 €. Meine Nettomieteinnahme liegt also bei 617,91 €. Für den Immobilienkredit zahlte ich Zinsen in Höhe von 273,69 €. Ich erzielte somit einen Überschuss von 344,19 €.
Aufgrund der hohen vereinbarten Tilgung des Kredits habe ich jedoch einen negativen monatlichen Cash-Flow. Die monatliche Annuität liegt bei 1.216,80 € (Zins & Tilgung).
Dafür sinkt die Verschuldung der Wohnung stetig, sie liegt zum Ende Oktober bei 264.589,71 €.
Dividendenveränderungen
Im Oktober wurde bei meinen Depottiteln keine Dividendenkürzungen und -erhöhungen verkündet.
Jahresziele 2021
Für das Jahr 2021 habe ich mir verschiedene Ziele gesetzt, über deren Erreichung ich jeweils monatlich berichte:
| Status | Tendenz | |
| Netto-Dividendenerträge von 10.000 € | 10.716 € | positiv |
| Depot wächst auf mindestens 62 Titel | 56 | negativ |
| Optionsstrategie mit 14% p.a. Performance | +20,5% | positiv |
| Transaktionsgebühren unter 100 € p.a. | 319,81 € | negativ |
Ausblick auf November 2021
Meine wesentlichen Ziele für das Jahr 2021 habe ich bereits erreicht: Meine Wertpapierdepots sind stark gestiegen und auch die Netto-Dividendenerträge haben bereits die Zielmarke überschritten.
Aber 2 Monate kommen ja noch! Und da erwarte ich nun tatsächlich eine Jahresendrallye. Nicht, weil das Jahr zu Ende geht. Sondern weil die Aussichten so positiv sind.
Wie das auf einmal?
Es ist nun einmal so, dass die Börse auf künftig erwartete Ereignisse mit einer Vorlaufzeit von rund einem halben Jahr reagiert. Und wenn wir ein halbes Jahr in die Zukunft schauen, dann befinden wir uns schon im Mai 2022.
Und da sieht die Welt schon rosiger aus als aktuell. Die epidemische Notlage rund um Covid-19 dürfte dann der Geschichte angehören. Und die Lieferengpässe in der Chipindustrie sollten sich dann auch dem Ende zuneigen. Und damit einhergehend wird die Wirtschaft, u.a. im Bereich Automotive, wieder wachsen. Und die Inflationsrate dürfte auch sinken, da dann die höheren Raten des aktuellen Jahres zum Basiseffekt führen. An eine Stagflation glaube ich nicht.
Wenn ich noch nicht an der Börse investiert wäre oder auf einem Haufen Cash sitzen würde, dann würde ich nun einsteigen. Vielleicht nicht alles auf einmal, aber Schritt für Schritt in den nächsten Wochen.
Natürlich wird es auch schwächere Tage geben. In der letzten Woche haben die Quartalsergebnisse von Amazon und Apple gezeigt, dass die Bäume nicht in die Luft wachsen. Andererseits sind sie immer noch beeindruckend, konnten nur die noch höheren Erwartungen nicht übertreffen. Microsoft und Alphabet wiederum ist das gelungen. Und so gab es auch keinen breiten Ausverkauf bei den Technologiewerten.
Ich selbst habe durch den Teilverkauf von Kimberly-Clark einen größeren Cashbestand als üblich. Und ich habe vor, ihn auch wieder zu investieren! Aktuell plane ich, meine Depotpositionen bei BCE, BB Biotech, Cisco und Lam Research noch einmal aufzustocken.
Ich werde mir aber auch mein Depot noch mal anschauen und mir überlegen, ob die Sorgenkinder IBM, AT&T und Kellogg wirklich weiter durchschleppen will. Oder ob es nicht besser ist, einen Cut zu machen und zum Jahreswechsel mit frischer Energie und ohne Altlasten zu starten.
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