Was Dich hier erwartet:
Für mich war der Juli ein ganz besonderer Monat. Der erste Monat ohne festes Gehalt seit guten zwei Jahrzehnten. Ich hatte ja darüber berichtet, dass ich mich komplett selbstständig gemacht habe.
Glücklicherweise sprudelten auch ohne festes Gehalt meine Einnahmen aus meinen verschiedenen Investitionen. Allen voran natürlich die Dividenden. In diesem Beitrag fasse ich alles in gewohnter Weise zusammen und werfe auch einen Blick auf die Depotperformance.
Richtig spannend wird es im August. Hier habe ich eine Statistik gefunden, die ein sehr guter Anhaltspunkt sein kann, wie Du in den nächsten Monaten an der Börse investierst.
Ich fange aber mit der Rückschau auf den Juli an:
Aktienkäufe
Im Juli war ich zweimal aktiv und investierte 1.281,50 €. Ich kaufte
5 Aktien Texas Instruments für 569,80 €
Aktienverkäufe
Auch im Juli habe ich keine Aktien verkauft.
Dividendenerträge
Meine Dividendenerträge lagen im Juli bei netto 784,74 €. Das ist ein Minus gegenüber dem Vorjahr von 7,2%. Durch die Verschiebungen der meisten Hauptversammlungen in diesem Jahr ist der Vorjahresvergleich aber sowieso nicht mehr so aussagekräftig. Ich erhielt die folgenden Dividenden:
Insgesamt liege ich nun bei Netto-Dividendeneinnahmen von 7.758,694 €. Letztes Jahr lag ich zu diesem Zeitpunkt bei 7.456,04 €. Also immerhin noch eine Steigerung um 300 €!
P2P-Kredite
Im Juli erzielte ich Erträge aus P2P-Krediten in Höhe von 32,26 €. Meine größte Plattform ist weiterhin Mintos. Mein Bestand in P2P-Krediten beträgt derzeit 3.438 €. Verteilt auf die einzelnen Plattformen bin ich aktuell so investiert:
| Plattform | aktueller Stand | investierte P2P-Kredite | eröffnet |
|---|---|---|---|
| Mintos | 384 € | 0 (in Rückforderung) | 08/2018 |
| viainvest | 81 € | 7 | 11/2018 |
Ich merke, dass die Plattformen stark an ihrer Transparenz arbeiten. Außerdem haben sie wohl ziemlichen Druck aus dem Geldwäschebereich bekommen und führen nun schrittweise neue Kontrollen ein. Für uns Anleger kann das nur gut sein, schließlich erhöht es die Seriosität der Anbieter.
Klar ist aber auch, dass Du nur Geld in P2P-Kredite investieren solltest, das Du nicht kurzfristig brauchst und bei dem Du auch einen Totalverlust verkraften könntest.
Im August bin 2 Jahre als P2P-Investor unterwegs. Über meine Erfahrungen werde ich in einem eigenen Beitrag berichten und auch etwas mehr zu den einzelnen Plattformen schreiben. Eine Übersicht findest Du hier.
Einkünfte aus Renten-ETFs
In diesem Beitrag hatte ich mein Rentenfonds-Portfolio dargestellt, ein Update hatte ich im April hier veröffentlicht. Die Erträge aus diesem Portfolio beliefen sich im Juli auf 52,83 € netto. Das war diesmal etwas weniger, weil die Vanguard-ETFs zwar schon ihren Dividendenstichtag hatten, aber erst Anfang August zahlen.
Verkauft habe ich im Juli meine Anteile am Vanguard USD Treasury Bond ETF. Mit dem Erlös werde ich meine Goldmünzen-Bestellung bezahlen. Ich habe mich für den Verkauf entschieden, da die Verschuldung der USA in astronomische Höhen gestiegen ist und der US-Dollar derzeit gegenüber dem Euro deutlich korrigiert. Insgesamt habe ich mit dem ETF eine zufriedenstellende Performance von 2,87% erreicht. Außerdem habe ich den Vanguard USD Corporate Bond ETF verkauft. Motiv war hier einzig und allein die aktuelle Dollar-Schwäche. Den Verkaufserlös parke ich erst mal als Tagesgeld. Da noch eine Ausschüttung kommt, ist die Performance mit 2,26% vorläufig.
Depotperformance
Im Monatsverlauf kletterte mein Depot zeitweise wieder über die 400.000-Euro-Marke. Zum Monatsende konnte das Niveau aber nicht gehalten werden und der Depotwert liegt nun bei 386.315 €. Im Monatsverlauf steht ein Ergebnis von -1,6%. Das Kursdepot schwächelte erneut stärker und lag bei -10,0%.
Top-Werte waren KONE (+10,0%), Deutsche Beteiligungs AG (+8,9%) und Metsä Board (+8,4%).
Schwächste Werte waren Taylor Wimpey (-17,2%), ENAV (-14,4%) und Sydney Airport (-10,1%).
Die Volatilität meines Depots lag im Juli bei 3,2%.
Immobilie
Über meine Wohnung in Leipzig habe ich jüngst mit einem Update berichtet. Nach Abzug der Gebühr für die Sondereigentumsverwaltung erhielt ich erneut eine Mieteinnahme von 864,25 € (inkl. Nebenkosten). Das Hausgeld beträgt 246,00 €. Meine Nettomieteinnahme liegt also bei 618,25 €. Für den Immobilienkredit zahlte ich Zinsen in Höhe von 293,88 €. Ich erzielte somit einen Überschuss von 324,37 €.
Dividendenveränderungen
MSCI Inc.: Erhöhung der Quartalsdividende von 0,68 US$ auf 0,78 US$ (+14,7%)
Jahresziele 2020
Für das Jahr 2020 habe ich mir verschiedene Ziele gesetzt, über deren Erreichung ich jeweils monatlich berichte:
| Status | Trend | |
| Netto-Dividendenerträge von 11.000 € | 7.758 € | negativ |
| Aktienkäufe für 18.000 € | 24.156 € | übertroffen |
| Depot wächst auf mindestens 52 Titel | 56 | übertroffen |
| Bestand von 20.000 € in P2P-Krediten | 3.438 € | negativ |
| Transaktionsgebühren unter 100 € p.a. | 82,90 € | positiv |
Wenn erstmal das wichtigste Jahresziel, nämlich die Dividendenerträge, nicht mehr erreichbar ist, dann konzentriere ich mich auf das kleinste Ziel, die Transaktionsgebühren. Hier habe ich in diesem Monat erstmals das Angebot vom Smartbroker genutzt und gebührenfrei die Aktien von Texas Instruments und BCE gekauft. Das will ich bis zum Jahresende auch bei anderen Aktienkäufen machen und dann hätte ich immerhin 3 der 5 Jahresziele erreicht.
Ausblick auf August 2020
Mit dem August beginnt nun die Hochphase der Sommerferien. Die meisten Investoren sind im Urlaub und die großen Unternehmen haben ihre Quartalsergebnisse bereits publiziert.
Das spricht für wenig Umsatz an der Börse. Und überraschende Meldungen können für größere Ausschläge sorgen als das sonst der Fall wäre.
Für dieses Jahr gibt es zudem eine spannende Statistik: Es ist schließlich Wahljahr in den USA. Auch wenn Trump so tut, als könne er die Wahlen verschieben. Sie werden im November stattfinden!
In US-Wahljahren ist es besser, von August bis Anfang November nicht zu investieren. Seit 1952 schaffte die Börse in diesem Zeitraum nur eine schwache annualisierte Rendite von 0,6%. Danach geht dann aber die Post ab: In mehr als 60% der Wahljahre setzte dann eine Jahresendrallye ein und sorgte für eine Rendite von 11,4%.
Es gibt also im August überhaupt keinen Grund, panisch zu investieren. Ich werde es genauso halten! Vielleicht lege ich mir bei einem noch schwächeren Dollar noch einige weitere Aktien von Coca-Cola ins Depot. Die haben sich noch nicht so stark vom Corona-Crash erholt und bieten langfristig weiterhin gutes Potenzial. Aber ich werde nichts überstürzen.
Geht der Kurs bei dieser Aktie noch ein bißchen zurück, dann kann sie auch ein Haben-Wollen bei mir auslösen. Schließlich steht sie schon seit langem auf meiner Nachkaufliste.
Die etwas ruhigere Börsenzeit ist eine gute Gelegenheit, sich mit grundlegenderen Themen zu beschäftigen. So schreibe ich gerade an einer mehrteiligen Artikelserie zum Optionshandel. Im August wird der erste Teil erscheinen, in dem ich beschreibe, warum der Optionshandel eine gute Ergänzung zu einem Dividendendepot sein kann. Und vor allem in welchem Maße er gesund und nicht riskanter als der Kauf einer Aktie ist.
Ich selbst mache übrigens keinen Sommerurlaub in diesem Jahr. Mir fehlt angesichts Corona die Lust dazu. Ich finde es so schon anstrengend genug, beim Einkaufen eine Maske zu tragen. Das brauche ich dann nicht auch noch im Urlaub. So genieße ich meine Freizeit aktuell im Garten oder bei Spaziergängen im Wald. Meine Tochter schläft dann im Kinderwagen und ich kann den ein oder anderen Podcast hören. Das entspannt mich unheimlich und meine Gedanken finden immer wieder neue Ideen.
Ich wünsche Dir weiterhin einen entspannten Sommer und eine gute Börsenzeit im August!


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