Was Dich hier erwartet:
Die Aktie des größten Vermögensverwalters der Welt ist für mich stets ein Barometer des Aktienmarktes. Da ich langfristig an steigende Märkte glaube, ist die Aktie auch in meinem Depot gelandet.
Dabei ist sie weniger ein Indikator für einzelne Branchen, sondern ein Spiegelbild für die globale Liquidität und das allgemeine Vertrauen der Investoren in den Kapitalmarkt.
Aktuell ist die Aktie hin- und hergerissen – genau wie der Markt. Auf der einen Seite profitiert sie massiv durch Investitionen in Infrastruktur und Technologie stark vom KI-Boom. Andererseits gab es zuletzt Volatilität durch Rücknahmebegrenzungen bei speziellen Kreditfonds. Der „Seismograph“ zeigt damit aktuell leichte Ausschläge bei der globalen Liquidität an.
Als Investor sollte mir das alles vertraut sein. Aber trotzdem beschäftigt es mich und hat mich nun auch zu einer Reaktion veranlasst. Wie ich mit der Situation umgegangen bin und wie hoch die diesjährige Dividendenerhöhung ausgefallen ist, erfährst Du in diesem Beitrag.
BlackRock positioniert sich als One-Stop-Lösung in der Vermögensverwaltung. Es gibt kaum einen Bereich, in dem die weltweite Nr. 1 nicht vertreten ist. Ich habe ursprünglich wegen des Unternehmensteils iShares investiert. Seitdem partizipiere ich am ETF-Boom, ohne selbst einen ETF kaufen zu müssen. Das Unternehmen habe ich hier ausführlich vorgestellt.
BlackRock ist seit dem Kauf von Global Infrastructure Partners aber auch im Private Equity-Bereich in einer Führungsposition vertreten.
Mein Investment
Meine Käufe von BlackRock in 2017 und 2020 erfolgten im Durchschnitt deutlich unter der Hälfte des aktuellen Kursniveaus – gerechnet in US$. Für meine ersten 5 Aktien zahlte ich vor ziemlich genau 9 Jahren je 380,47 US$. Meine „teuersten“ Stücke sammelte ich im Januar 2020 für 529,45 US$ ein. Auch sie haben sich bis heute im Kurs ungefähr verdoppelt. Zusätzlich habe ich über die Zeit stetig steigende Dividenden kassiert.
Gewinnrealisierung
Am 25.03.2026 verkaufte ich 10 meiner 25 BlackRock-Aktien außerbörslich über Société Générale. Zu diesem Zeitpunkt gab es dort den besten Geldkurs. Ich erhielt 842,00 € je Aktie. Vom Verkaufserlös wurden 1.262,94 € Steuern einbehalten, so dass der Nettoerlös 7.149,16 € betrug.

Für die verkauften Aktien hatte ich nach der FIFO-Methode (First in, First out) 3.623,70 € bezahlt. Außerdem hatte ich für sie 925,01 € an Nettodividenden erhalten. Das ergibt dann einen Total Return nach Steuern von 4.477,47 € oder 123,6%. Mein für BlackRock eingesetztes Kapital liegt nach diesem Teilverkauf noch bei 364,40 €.
Die Aktie von BlackRock
Die Entwicklung der Aktie von BlackRock in den letzten 10 Jahren ist weiterhin imposant. Sie zeigt tendenziell eine Entwicklung von links unten nach rechts oben. Aber als Investor muss man immer Rückschläge aushalten: Nach einem Zwischenhoch in 2021 ging es in den folgenden Jahren erst mal abwärts und dann seitwärts. Ende 2024 wurde dann wieder ein Hoch erreicht, bevor es bis April 2025 um etwa 20% runter ging. Es folgte ein erneuter Anstieg, der im Oktober 2025 seinen Höhepunkt bei 1.202,59 US$ fand. Und Ende Februar 2026 notierte die Aktie – direkt vor dem Angriff auf den Iran – noch bei 1.093 US$. Aktuell notiert die Aktie knapp unter der Tausendermarke:

Dividende
BlackRock zahlt erstmals eine Quartalsdividende von 5,73 US$ je Aktie (zuvor: 5,21 US$). Das ist eine Erhöhung um 10,0%.
Dividendenabrechnung
Für die zum Dividendenstichtag noch 25 Aktien in meinem Depot ergibt das eine Brutto-Dividende von 143,25 US$. Flatex rechnete zum Kurs von 1,1596 in Euro um. Das entspricht dem EZB-Referenzkurs am Tag vor dem Dividendenzahltag. Nach Abzug der Steuern verbleibt eine Netto-Dividende von 91,98 €. Sie wurde mit Wertstellung 24.03.2026 überwiesen.

Dividendenrendite
Annualisiere ich die Quartalsdividende, dann zahlt BlackRock eine Jahresdividende von 22,92 US$. Bei einem Aktienkurs von 976,06 US$ (Schlusskurs am Dividendenzahltag) ergibt das eine Dividendenrendite von 2,4%. Da BlackRock seine Dividende üblicherweise jährlich erhöht, dürfte bei einem heutigen Kauf die tatsächliche Jahresdividende höher liegen. Bleibt es beim bisherigen Turnus, dann wird die Quartalsdividende wieder mit der März-Zahlung 2027 höher sein.
Yield on Cost
Meine persönliche Dividendenrendite (Yield on Cost) berechne ich, indem ich die Brutto-Dividende der jetzigen Abrechnung vervierfache und damit einen Jahreswert mit unterstelltem gleichen Wechselkurs erhalte. Anders ist es nicht zu rechnen und daher auch nur eine Momentaufnahme. Die rechnerische Jahresdividende liegt demnach bei 494,14 €. Bezogen auf meinen Einstand von 9.893,58 € ergibt das einen YoC von 5,0%.
Durch die Gewinnrealisierung werden meine Dividendenerträge ab der nächsten Quartalsdividende natürlich zurückgehen. Aber das ist kein Beinbruch. Denn schon im Jahr 2028 werden dann die erhaltenen Nettodividenden und der realisierte Gewinn in der Addition meine Einstandskosten komplett abdecken. Ab dann erhalte ich die Dividenden, ohne dafür eigenes Geld eingesetzt zu haben. Natürlich ist das in gewisser Weise auch eine Milchmädchenrechnung, da ich die bisherigen Kapitalkosten unberücksichtigt lasse. Aber es ist ein Investitionsprinzip, mit dem ich gut leben kann und das mich entspannt die weitere Entwicklung verfolgen lässt.
Perspektiven von BlackRock
Für den Teilverkauf von immerhin 40% meiner Depotposition gab es mit dem Irankrieg und den täglichen Unwägbarkeiten vor allem globale Gründe. Ich wollte meine Cashquote erhöhen und habe auch bei MSCI Inc. und Microsoft solche Gewinnrealisierungen vorgenommen.
Aber es gab – zumindest im Hinterkopf – auch noch ein spezifisches Thema. In den letzten Wochen häuften sich die negativen Nachrichten zum Bereich „Private Credits“. Hier ist BlackRock als führender Vermögensverwalter auch stark engagiert. Und die konjunkturelle Lage in den USA ist nicht einfach. Entsprechend steigen die Kreditausfälle.
BlackRock ist mittlerweile mit rund 200 Mrd. US$ im Bereich Private Debt engagiert. Vor allem die Zukäufe von Global Infrastructure Partners (GIP) und insbesondere dem Private-Credit-Spezialisten HPS Investment Partners (Mitte 2025 abgeschlossen) führten zu einem massiven Anstieg der Assets Under Management von BlackRock in diesem Sektor.
BlackRock öffnet diesen früher exklusiven Markt zunehmend für qualifizierte Privatanleger durch Produkte wie den BlackRock Private Credit Fund (BDEBT). Das Problem dabei ist, dass solche Private-Credit-Fonds in langfristige, illiquide Kredite investieren. Gleichzeitig bieten sie Anlegern oft quartalsweise Rückgabemöglichkeiten an.
Hinzu kommt, dass in diesen Fonds auch Kredite für eigentlich insolvente Unternehmen enthalten sein können, aber die Bewertung noch auf einem alten Niveau erscheint. Und bei steigenden Zinsen, die durch den Inflationsschub aufgrund steigender Energiepreise nun wahrscheinlicher werden, kommen die schwachen Unternehmen erst recht unter Druck.
Alles in allem ist das keine gute Mischung. BlackRock betont zwar die Diversifikation und stabile Renditen. Und ich glaube auch nicht, dass die Situation für BlackRocj selbst bedrohlich werden könnte. Aber ein Gewinneinbruch bei einem deutlichen Einknicken der Konjunktur erscheint mir nicht ausgeschlossen.
Der Aktienkurs ist ja auch schon von seinem Allzeithoch etwas zurückgekommen. Mir war es nun jedenfalls ein passender Zeitpunkt, etwas Geld vom Tisch zu nehmen. Und trotzdem bleibe ich ordentlich in BlackRock investiert. Die verbleibende Depotposition ist weiterhin fünfstellig.
Und so werde ich natürlich die Entwicklung von BlackRock genauso aufmerksam wie bisher verfolgen. Zuletzt wurde das Ergebnis für das Jahr 2025 berichtet. Die schiere Größe ist dabei erneut kaum zu begreifen. 698 Mrd. US$ frische Gelder wurden im letzten Jahr eingesammelt und insgesamt nun 14 Billionen US$ verwaltet (+22%). Das ist mehr als das Doppelte des Bruttoinlandsprodukts von Deutschland.
Der Umsatz legte im vergangenen Jahr um 19% zu. Der tatsächliche Gewinn sank jedoch aufgrund von Einmalaufwendungen um 16% je Aktie. Bereinigt gibt BlackRock jedoch einen Gewinnzuwachs von 10% je Aktie an. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Anzahl der Aktien durch die Zukäufe gestiegen ist.
BlackRock kauft jedoch traditionell auch Aktien zurück, im letzten Jahr für 1,6 Mrd. US$.
Abgesehen vom Risiko bei Private Credit hat BlackRock im Bereich der verwalteten Aktien und Anleihen weiterhin einen Margendruck. ETFs stehen im Wettbewerb und Investoren schauen auf die Verwaltungsgebühren.
BlackRock begegnet dem Druck durch neue Geschäftsfelder, insbesondere bei Private Equity und eben auch Private Credit. Zusätzlich sorgt das immense Volumenwachstum für einen gewissen Ausgleich.
Die Aktie von BlackRock ist seit jeher ein Spiegelbild der Märkte. Deshalb ist sie auch kein Mittel, die Volatilität im eigenen Depot zu reduzieren. Wer die Schwankungen aushält, wird jedoch auf lange Sicht mit Kurszuwächsen und Dividendensteigerungen belohnt. Wobei die diesjährige Dividendenerhöhung von 10% erstmals wieder so deutlich war. In den letzten Jahren waren es deutlich weniger.
Mit einem angepassten Jahresgewinn 2025 von 48,09 US$ ergibt sich ein aktuelles Kurs-Gewinn-Verhältnis von 20,8. Das ist – auch historisch gesehen – nicht überteuert. Die Frage ist aber, ob der Gewinn 2026 gehalten werden kann. Und da habe ich angesichts der aktuellen Situation meine Bedenken. Langfristig dürfte die Perspektive aber weiterhin positiv sein.
Bereits am 14. April berichtet BlackRock die Ergebnisse zum 1. Quartal 2026. Sie werden Aufschluss über die kurzfristige Entwicklung geben.
Mit meiner verkleinerten, aber immer noch großen Depotposition (2,4% Depotanteil jetzt) werde ich nun entspannt die Meldung lesen und insgesamt hoffen, dass es zu keinen größeren Ansteckungen des Finanzsystems durch den Private Credit-Markt kommt. Mit der vergrößerten Cash-Position bin ich aber nun für die kommenden Monate besser aufgestellt. Und langfristig glaube ich weiter an Wachstum und Erfolg von BlackRock.
Auf einen Blick:
| Unternehmen: | BlackRock |
| ISIN: | US09247X1019 |
| Im Divantis-Depot seit: | 04.04.2017 |
| Letzter Nachkauf am: | 15.01.2020 |
| Stückzahl im Divantis-Depot: | 15 |
| Durchschnittskaufkurs inkl. Gebühren: | 417,99 € |
| Gesamtkaufpreis: | 6.269,88 € |
| Bisher erhaltene Netto-Dividenden: | 1.428,01 € |
| durch Teilverkauf am 25.03.2026 realisierter Gewinn (Kurs und Nettodividenden): | 4.477,47 € |
| Aktuelle Strategie: | Halten und Dividende kassieren |
| für diesen Beitrag verwendete Quellen: |
| BlackRock Reports Full Year 2025 Diluted EPS of $35.31, or $48.09 as adjusted Fourth Quarter 2025 Diluted EPS of $7.16, or $13.16 as adjusted |


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