Kann eine Aktie zu teuer sein? So lang es eine Nachfrage nach ihr gibt, eigentlich nicht. Kann sie für mich zu teuer? Na klar. Aber auch da gibt es Abstufungen: zu teuer für einen Nachkauf oder zu teuer, um im Depot zu bleiben.
Bei weltweit führenden Kosmetikunternehmen bin ich schon bei meinem Einstieg vor 6 Jahren der Meinung gewesen, dass die Aktie zu teuer ist. Habe dann aber selbst zur Nachfrage beigetragen. Seitdem ist die Aktie nun aber auch nicht wesentlich günstiger geworden. Und in der letzten Zeit ist auch noch das Wachstum unter Druck geraten.
Aber nun gibt es erste Anzeichen, dass 2026 ein erfolgreicheres Jahr werden könnte.
Wie ich die Perspektiven nun einschätze und ob ich zu einem weiteren Nachkauf schreite, erfährst Du in diesem Beitrag.
Seit ich die Aktie von L’Oréal verfolge, ist sie hoch bewertet. Ausführlich vorgestellt habe ich sie hier. Nach langem Zögern, eben aufgrund des hohen Preises, bin ich dann 2020 doch eine erste Position eingegangen. Seitdem habe ich vier Nachkäufe getätigt – den letzten allerdings Anfang 2025. Das Chartbild zeigt seit inzwischen eine deutliche Seitwärtsbewegung in einer Spanne zwischen 350 € und 400 €:

Dividendenzahlung
L’Oréal zahlt in diesem Jahr eine Dividende von 7,20 € je Aktie. Gegenüber dem Vorjahr (7,00 €) ist das eine Erhöhung um 2,9%.
Für 7 Aktien in meinem Depot erhalte ich deshalb eine Brutto-Dividende von 50,40 €. Für die anderen 10 Aktien, die ich jedoch schon einige Jahre halte, habe ich mich seinerzeit für das Treueprogramm für langjährige Aktionäre registriert. Wie das genau funktioniert, habe ich hier beschrieben (Im Artikel ging ich noch davon aus, dass die notwendige Umbuchung zu Gebühren führen würde, was aber bei der DKB nicht der Fall war). Und mit diesem Treueprogramm erhält man ab dem dritten Jahr nach der Umbuchung eine um 10% höhere Dividende als die normale Dividende.
Ich erhalte deshalb für diese 10 Aktien die höhere Dividende von in diesem Jahr 7,92 €. Das ergibt einen Bruttobetrag von 79,20 €.
Insgesamt erhalte ich damit für meine 17 Aktien eine Bruttodividende von 129,60 € oder 7,62 € je Aktie.
Meine Aktien liegen inzwischen bei der 1822direkt, die genau wie der DKB-Broker in bewährter Art und Weise bei französischen Aktien die Quellensteuer voll auf die deutsche Kapitalertragsteuer anrechnet – wenn man denn einen Antrag gestellt hat. Allerdings gibt es hier wohl die Einschränkung, dass die für das Treueprogramm registrierten Aktien nicht von der Vorabbefreiung profitieren. Es ist deshalb sinnvoller, französische Aktien über Trade Republic zu kaufen. Dort gibt es auch ohne Antrag die Quellensteuerbefreiung. Bei Neukäufen werde ich das jedenfalls dort machen. Aber an meinem Bestand der L’Oréal-Aktien ändere ich nichts. Dafür sind es zu wenig Aktien und die 10% Bonus machen den Quellensteuernachteil ja ungefähr auch wett.
Übrig bleibt für mich jedenfalls in diesem Jahr bei L’Oréal eine Netto-Dividende von 80,53 €. Sie wurde mit Wertstellung 04.05.2026 überwiesen.

Meine noch nicht für den Treuebonus qualifizierten 7 Aktien sind in 2 verschiedenen Positionen umgebucht und warten auf die Erfüllung für die Treuefrist. Für 2 Aktien werde ich 2027 erstmals die erhöhte Dividende erhalten, für die restlichen 5 Aktien wird es 2028 so weit sein. Bis dahin erhalte ich separate Dividendenabrechnungen für sie:


Bei einem aktuellen Aktienkurs von 360,60 € (Kurs am Dividendenzahltag) liegt die Dividendenrendite von L’Oréal ohne Treuebonus damit bei 2,0%. Aufgrund der regelmäßigen Dividendenerhöhungen ist die Chance aber groß, dass es bei einem heutigen Kauf im nächsten Jahr erneut eine höhere Dividende gibt und damit die tatsächliche Dividendenrendite etwas höher liegt.
Meine persönliche Rendite auf meinen Einstand (Yield on Cost) ist durch meine Nachkäufe und die Teilnahme am Treueprogramm für die älteren Aktien beeinflusst. Für meine 17 Aktien habe ich insgesamt 5.737,12 € bezahlt. Die 129,60 € Brutto-Dividende ergeben darauf einen YoC von 2,3%. Das ist noch nicht viel, aber ich setze hier auf den Langfristeffekt. Spätestens wenn auch die nachgekauften Aktien für das Treueprogramm berechtigt sind, erhalte ich für den Gesamtbestand eine um 10% höhere Dividende als die übliche Dividende. Und weitere Dividendenerhöhungen sollten ja noch drin sein.
Perspektiven
L’Oréal leidet unter dem weltweit mäßigen Konsumklima. Hinzu kommt das aktuell hohe Zinsniveau, dass die Dividendenrendite schwach erscheinen lässt. Und wenn es dann nur eine Erhöhung knapp über der Inflationsrate gibt, dann löst auch das keinen Ansturm auf die Aktie aus.
Und so kann man als Investor durchaus von einem verlorenen Jahr sprechen. Der Aktienkurs bewegt sich nun sogar schon zwei Jahre in einer Range zwischen 350 und 400 €. Die Hochs aus dem ersten Halbjahr 2024 bei 450 € sind aktuell weit entfernt.
Trotzdem ist das für mich kein Grund, an meinem Investment zu zweifeln. Denn wenn ich mir so eine Entwicklung anschaue, dann rufe ich mir in Erinnerung, warum ich mich an einem Unternehmen beteiligt habe. Mir ging es darum, Qualität und keinen Hype zu kaufen. Und mich am weltweiten Kosmetikmarkt zu engagieren. Mit L’Oréal, denen es Jahr für Jahr gelingt, den eigenen Marktanteil auszubauen. In der Regel wachsen sie stärker als der Markt. Und selbst in schwachen Jahren wächst ihr Gewicht.
2025 kann man dabei durchaus zu den schwächeren Jahren zählen. Mit einem Umsatz von 44,05 Mrd. € konnte trotzdem ein Zuwachs von 1,3% erzielt werden. Wachstumstreiber waren Europa (+4,6%) und die Region Südasien, Pazifik, Naher Osten und Afrika (+6,5%).
Bei den Produktkategorien stachen die Friseurprodukte hervor: Diese Sparte erlebte ein herausragendes Jahr 2025 und wuchs organisch um +7,5% (Umsatz erstmals über 5 Mrd. €). In diesem spezifischen Teilmarkt (Professional Beauty) sicherte sich L’Oréal einen Rekord-Marktanteil von 27%.
Ebenfalls zulegen konnte die Apothekenkosmetik: Mit einem Wachstum von +5,5% (getrieben durch Marken wie CeraVe und La Roche-Posay) konnte L’Oréal auch hier Marktanteile im stark wachsenden Segment der medizinischen Hautpflege hinzugewinnen.
Übergreifend digitalisierte sich L’Oréal weiter und konnte seinen Marktanteil im Online-Handel (E-Commerce) weiter ausbauen. Inzwischen macht dieser Vertriebsweg mehr als 30% des gesamten Konzernumsatzes aus.
Das hört sich zwar alles gut an, aber in den beiden größten Märkten USA (-0,7%) und China (-2,2%) schwächelt L’Oréal weiter. Zwar war das 2. Halbjahr angabegemäß stärker, aber ob das mehr als ein Strohfeuer war, muss sich noch zeigen.
2025 wurde ein Gewinn je Aktie von 12,71 € (2024: 12,66 €) erzielt. Das ist ein marginales Wachstum um 0,4%. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt damit aktuell bei 28,4. Und das erklärt auch, warum der Aktienkurs nicht höher steht. Die L’Oréal-Aktie ist auch so schon ordentlich bewertet. Die Bewertungen im mittleren 30er Bereich sind erst bei einem höheren Wachstum wieder realistisch.
Positiv zu werten ist allerdings, dass der Start in das Jahr 2026 offenbar gelungen ist. Das Management spricht sogar von einem „großartigen Start“ bei den Verkaufszahlen zum 1. Quartal. Und tatsächlich wuchsen alle Geschäftsbereiche und alle Regionen. Im Gesamtunternehmen wurde ein Umsatzwachstum von 3,6% erzielt, organisch waren es sogar 6,7%.
Sollte diese Entwicklung trotz des schwierigen Konsumklimas beibehalten werden können, dann wird L’Oréal auch wieder Investoren anziehen.
Ich selbst hatte ja eigentlich 30 Aktien als meine Zielposition definiert. Das habe ich inzwischen etwas aus den Augen verloren. Es gab in den letzten 16 Monaten einfach keinen Impuls, zu meinen 17 Aktien noch weitere hinzuzufügen. Mit 1,1% Depotgewicht ist die Position aber tatsächlich nicht vollständig. So lang ich aber das Gefühl habe, dass sich an der Seitwärtsbewegung nichts ändert, werde ich kein frisches Geld in die Aktie investieren. Anders wäre es aber, wenn ich meinen durchschnittlichen Einstand vergünstigen könnte.
Auf einen Blick:
| Unternehmen: | L’Oréal S.A. |
| ISIN: | FR0000120321 |
| Im Divantis-Depot seit: | 10.02.2020 |
| Letzter Nachkauf am: | 27.01.2025 |
| Stückzahl im Divantis-Depot: | 17 |
| Durchschnittskaufkurs inkl. Gebühren: | 337,48 € |
| Gesamtkaufpreis: | 5.737,12 € |
| Bisher erhaltene Netto-Dividenden: | 320,89 € |
| Aktuelle Strategie: | Bei Kursschwäche nachkaufen |
| für diesen Beitrag verwendete Quellen: |
| 2025 Annual Results |
| First quarter 2026 sales |


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