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Teuer, aber definitiv mit Qualität – nachkaufen?

3D‑Illustration des Kosmetikkonzerns L’Oréal mit extrudiertem Logo in glänzendem Weiß und Gold, umgeben von Make‑up‑Produkten wie Lippenstift, Creme und Parfümflakon. Im Hintergrund steigt ein grüner Aktienkurs‑Pfeil über blaue und goldene Balkendiagramme, flankiert von digitalen Börsendaten und einem goldenen Bullen – Symbol für Wachstum und Erfolg.
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Kann eine Aktie zu teuer sein? So lang es eine Nachfrage nach ihr gibt, eigentlich nicht. Kann sie für mich zu teuer? Na klar. Aber auch da gibt es Abstufungen: zu teuer für einen Nachkauf oder zu teuer, um im Depot zu bleiben.

Bei weltweit führenden Kosmetikunternehmen bin ich schon bei meinem Einstieg vor 6 Jahren der Meinung gewesen, dass die Aktie zu teuer ist. Habe dann aber selbst zur Nachfrage beigetragen. Seitdem ist die Aktie nun aber auch nicht wesentlich günstiger geworden. Und in der letzten Zeit ist auch noch das Wachstum unter Druck geraten.

Aber nun gibt es erste Anzeichen, dass 2026 ein erfolgreicheres Jahr werden könnte.

Wie ich die Perspektiven nun einschätze und ob ich zu einem weiteren Nachkauf schreite, erfährst Du in diesem Beitrag.

Seit ich die Aktie von L’Oréal verfolge, ist sie hoch bewertet. Ausführlich vorgestellt habe ich sie hier. Nach langem Zögern, eben aufgrund des hohen Preises, bin ich dann 2020 doch eine erste Position eingegangen. Seitdem habe ich vier Nachkäufe getätigt – den letzten allerdings Anfang 2025. Das Chartbild zeigt seit inzwischen eine deutliche Seitwärtsbewegung in einer Spanne zwischen 350 € und 400 €:

10-Jahres-Chart der L'Oréal-Aktie
10-Jahres-Chart der L’Oréal-Aktie

Dividendenzahlung

L’Oréal zahlt in diesem Jahr eine Dividende von 7,20 € je Aktie. Gegenüber dem Vorjahr (7,00 €) ist das eine Erhöhung um 2,9%.

Für 7 Aktien in meinem Depot erhalte ich deshalb eine Brutto-Dividende von 50,40 €. Für die anderen 10 Aktien, die ich jedoch schon einige Jahre halte, habe ich mich seinerzeit für das Treueprogramm für langjährige Aktionäre registriert. Wie das genau funktioniert, habe ich hier beschrieben (Im Artikel ging ich noch davon aus, dass die notwendige Umbuchung zu Gebühren führen würde, was aber bei der DKB nicht der Fall war). Und mit diesem Treueprogramm erhält man ab dem dritten Jahr nach der Umbuchung eine um 10% höhere Dividende als die normale Dividende.

Ich erhalte deshalb für diese 10 Aktien die höhere Dividende von in diesem Jahr 7,92 €. Das ergibt einen Bruttobetrag von 79,20 €.

Insgesamt erhalte ich damit für meine 17 Aktien eine Bruttodividende von 129,60 € oder 7,62 € je Aktie.

Meine Aktien liegen inzwischen bei der 1822direkt, die genau wie der DKB-Broker in bewährter Art und Weise bei französischen Aktien die Quellensteuer voll auf die deutsche Kapitalertragsteuer anrechnet – wenn man denn einen Antrag gestellt hat. Allerdings gibt es hier wohl die Einschränkung, dass die für das Treueprogramm registrierten Aktien nicht von der Vorabbefreiung profitieren. Es ist deshalb sinnvoller, französische Aktien über Trade Republic zu kaufen. Dort gibt es auch ohne Antrag die Quellensteuerbefreiung. Bei Neukäufen werde ich das jedenfalls dort machen. Aber an meinem Bestand der L’Oréal-Aktien ändere ich nichts. Dafür sind es zu wenig Aktien und die 10% Bonus machen den Quellensteuernachteil ja ungefähr auch wett.

Übrig bleibt für mich jedenfalls in diesem Jahr bei L’Oréal eine Netto-Dividende von 80,53 €. Sie wurde mit Wertstellung 04.05.2026 überwiesen.

L'Oréal Dividendenabrechnung im Mai 2026 mit Treuebonus
Dividendenabrechnung für 10 Aktien mit Treuebonus

Meine noch nicht für den Treuebonus qualifizierten 7 Aktien sind in 2 verschiedenen Positionen umgebucht und warten auf die Erfüllung für die Treuefrist. Für 2 Aktien werde ich 2027 erstmals die erhöhte Dividende erhalten, für die restlichen 5 Aktien wird es 2028 so weit sein. Bis dahin erhalte ich separate Dividendenabrechnungen für sie:

L'Oréal Dividendenabrechnung im Mai 2026 für Treuebonus ab 2027 registriert
Dividendenabrechnung für 2 Aktien, die für den zukünftigen Treuebonus ab 2027 registriert sind
L'Oréal Dividendenabrechnung im Mai 2026 für Treuebonus ab 2028 registriert
Dividendenabrechnung für 2 Aktien, die für den zukünftigen Treuebonus ab 2028 registriert sind

Bei einem aktuellen Aktienkurs von 360,60 € (Kurs am Dividendenzahltag) liegt die Dividendenrendite von L’Oréal ohne Treuebonus damit bei 2,0%. Aufgrund der regelmäßigen Dividendenerhöhungen ist die Chance aber groß, dass es bei einem heutigen Kauf im nächsten Jahr erneut eine höhere Dividende gibt und damit die tatsächliche Dividendenrendite etwas höher liegt.

Meine persönliche Rendite auf meinen Einstand (Yield on Cost) ist durch meine Nachkäufe und die Teilnahme am Treueprogramm für die älteren Aktien beeinflusst. Für meine 17 Aktien habe ich insgesamt 5.737,12 € bezahlt. Die 129,60 € Brutto-Dividende ergeben darauf einen YoC von 2,3%. Das ist noch nicht viel, aber ich setze hier auf den Langfristeffekt. Spätestens wenn auch die nachgekauften Aktien für das Treueprogramm berechtigt sind, erhalte ich für den Gesamtbestand eine um 10% höhere Dividende als die übliche Dividende. Und weitere Dividendenerhöhungen sollten ja noch drin sein.

Perspektiven

L’Oréal leidet unter dem weltweit mäßigen Konsumklima. Hinzu kommt das aktuell hohe Zinsniveau, dass die Dividendenrendite schwach erscheinen lässt. Und wenn es dann nur eine Erhöhung knapp über der Inflationsrate gibt, dann löst auch das keinen Ansturm auf die Aktie aus.

Und so kann man als Investor durchaus von einem verlorenen Jahr sprechen. Der Aktienkurs bewegt sich nun sogar schon zwei Jahre in einer Range zwischen 350 und 400 €. Die Hochs aus dem ersten Halbjahr 2024 bei 450 € sind aktuell weit entfernt.

Trotzdem ist das für mich kein Grund, an meinem Investment zu zweifeln. Denn wenn ich mir so eine Entwicklung anschaue, dann rufe ich mir in Erinnerung, warum ich mich an einem Unternehmen beteiligt habe. Mir ging es darum, Qualität und keinen Hype zu kaufen. Und mich am weltweiten Kosmetikmarkt zu engagieren. Mit L’Oréal, denen es Jahr für Jahr gelingt, den eigenen Marktanteil auszubauen. In der Regel wachsen sie stärker als der Markt. Und selbst in schwachen Jahren wächst ihr Gewicht.

2025 kann man dabei durchaus zu den schwächeren Jahren zählen. Mit einem Umsatz von 44,05 Mrd. € konnte trotzdem ein Zuwachs von 1,3% erzielt werden. Wachstumstreiber waren Europa (+4,6%) und die Region Südasien, Pazifik, Naher Osten und Afrika (+6,5%).

Bei den Produktkategorien stachen die Friseurprodukte hervor: Diese Sparte erlebte ein herausragendes Jahr 2025 und wuchs organisch um +7,5% (Umsatz erstmals über 5 Mrd. €). In diesem spezifischen Teilmarkt (Professional Beauty) sicherte sich L’Oréal einen Rekord-Marktanteil von 27%.

Ebenfalls zulegen konnte die Apothekenkosmetik: Mit einem Wachstum von +5,5% (getrieben durch Marken wie CeraVe und La Roche-Posay) konnte L’Oréal auch hier Marktanteile im stark wachsenden Segment der medizinischen Hautpflege hinzugewinnen.

Übergreifend digitalisierte sich L’Oréal weiter und konnte seinen Marktanteil im Online-Handel (E-Commerce) weiter ausbauen. Inzwischen macht dieser Vertriebsweg mehr als 30% des gesamten Konzernumsatzes aus.

Das hört sich zwar alles gut an, aber in den beiden größten Märkten USA (-0,7%) und China (-2,2%) schwächelt L’Oréal weiter. Zwar war das 2. Halbjahr angabegemäß stärker, aber ob das mehr als ein Strohfeuer war, muss sich noch zeigen.

2025 wurde ein Gewinn je Aktie von 12,71 € (2024: 12,66 €) erzielt. Das ist ein marginales Wachstum um 0,4%. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt damit aktuell bei 28,4. Und das erklärt auch, warum der Aktienkurs nicht höher steht. Die L’Oréal-Aktie ist auch so schon ordentlich bewertet. Die Bewertungen im mittleren 30er Bereich sind erst bei einem höheren Wachstum wieder realistisch.

Positiv zu werten ist allerdings, dass der Start in das Jahr 2026 offenbar gelungen ist. Das Management spricht sogar von einem „großartigen Start“ bei den Verkaufszahlen zum 1. Quartal. Und tatsächlich wuchsen alle Geschäftsbereiche und alle Regionen. Im Gesamtunternehmen wurde ein Umsatzwachstum von 3,6% erzielt, organisch waren es sogar 6,7%.

Sollte diese Entwicklung trotz des schwierigen Konsumklimas beibehalten werden können, dann wird L’Oréal auch wieder Investoren anziehen.

Ich selbst hatte ja eigentlich 30 Aktien als meine Zielposition definiert. Das habe ich inzwischen etwas aus den Augen verloren. Es gab in den letzten 16 Monaten einfach keinen Impuls, zu meinen 17 Aktien noch weitere hinzuzufügen. Mit 1,1% Depotgewicht ist die Position aber tatsächlich nicht vollständig. So lang ich aber das Gefühl habe, dass sich an der Seitwärtsbewegung nichts ändert, werde ich kein frisches Geld in die Aktie investieren. Anders wäre es aber, wenn ich meinen durchschnittlichen Einstand vergünstigen könnte.

Auf einen Blick:

Unternehmen:L’Oréal S.A.
ISIN:FR0000120321
Im Divantis-Depot seit:10.02.2020
Letzter Nachkauf am:27.01.2025
Stückzahl im Divantis-Depot:17
Durchschnittskaufkurs inkl. Gebühren:337,48 €
Gesamtkaufpreis:5.737,12 €
Bisher erhaltene Netto-Dividenden:320,89 €
Aktuelle Strategie:Bei Kursschwäche nachkaufen


für diesen Beitrag verwendete Quellen:
2025 Annual Results
First quarter 2026 sales

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Kommentare

28 Kommentare zu „Teuer, aber definitiv mit Qualität – nachkaufen?“

  1. Avatar von Theodor
    Theodor

    Für mich zum mitschreiben: bei Dividenden von französischen Aktien werden nur die 12,8% Quellensteuer einbehalten? Ohne einen Antrag wie bei der DKB zu stellen?
    Hast Du (oder ein Mitleser) schon praktische Erfahrung damit gemacht.

    1. Avatar von Martin
      Martin

      Ja, das gilt bei Trade Republic. Vorsicht: wenn du franz. Aktien zu TR überträgst kann die erste Dividendenzahlung noch höher besteuert werden, da die interne Umlagerung Zeit kostet

    2. Avatar von ggman
      ggman

      Kann ich auch bestätigen, dass bei TR alles klappt ohne extra-Kosten bei französischen Aktien.

    3. Avatar von Volker Mühlhausen
      Volker Mühlhausen

      Yep, habe die Erfahrung bei TR nun mit dort erworbenen Aktien von Total, Sanofi und Axa gemacht, Coface steht die 1. Dividende noch aus.

      M.E. bietet der französische Kurszettel viele interessante Aktien, neben den o.a. genannten habe ich LVMH, L`Oreal, Danone, Vinci und Scor öfter mal im Blick.

      Ansonsten:

      L’Oreal habe ich unter Beobachtung. Noch sind sie mir etwas zu teuer. Kaufen würde ich bei rd. 310 € oder darunter.

      Grüße
      Volker

  2. Avatar von Thomas
    Thomas

    L’Oréal, ein europäischer Gigant, den es auch in zwanzig Jahren noch geben wird und der auch dann nicht billig sein wird. Bin bestimmt schon zehnmal drumrum geschlichen, bin aber immer wieder woanders hängengeblieben.

    Warum?

    Der „große“ King of short Michael Burry hat sich etwa Q4/24 zu etwa 66USD beim Trauerspiel Estee Lauder in der Hoffnung auf einen Turnaround zu etwa 66 USD groß eingekauft. Er hatte hier sicher Expertise und Insights zum Beauty und Kosmetikmarkt aus erster Hand. Trotzdem hat sich Burry bereits in Q3/25 wieder vollständig zwischen etwa 80 und 90 USD von Estee Lauder verabschiedet. Sie haben es noch bis etwa 120 USD Anfang 26 geschafft, nur um dann beispiellos wieder zurückzufallen. Der stärkste Kurssturz bei Estée Lauder erfolgte Anfang Februar 2026 – mit einem Einbruch von ca. 20–23 % an einem Tag.
    Sie hatten auch nur eine ganz normale Guidance präsentiert aus ihrer Situation heraus und das hat dem Markt nicht gereicht. Es gibt keine Wachstumsphantasie in der Beautybranche.
    Auch L’Oréal kann keine bessere globale Guidance vorweisen.

    zufälligerweise hatte ich gerade erst am Flughafen Iraklion im Duty free shop gesehen, Parfums teilweise über 400 € von Tom Ford (Estee Lauder) guckt sich kein Mensch an.
    gut, es war eine Momentaufnahme, aber der ganze Duty free war voll wie der ganze Airport.

    Ich unterteile den Markt grob in drei Segmente:
    Dinge, die sein müssen (Strom Gas Wasser Rohstoffe Essen Öl real estate usw usf)
    Dinge, die passieren sowieso (technischer Fortschritt, der grundsätzlich nicht aufzuhalten ist) grob IT etc.
    und Dinge, die sein können.
    Das gehört für mich Beauty/Luxus dazu. Das ist nicht zwingend essentiell.

    Abgesehen vom Post COVID Nachholbedarf entwickelt sich der Luxusmarkt allgemein schwächer als der Gesamtmarkt. 2021 bis 2026 Gesamtbranche (z. B. S&P Global Luxury oder vergleichbare Indizes): Deutlich unter dem breiten Markt (S&P 500 ca. +78 % in 5 Jahren, Luxus eher +20 % oder darunter) Auch Spitzenfirmen wie Hermes gibt es schon 1000€ billiger als zu ihren Hochzeiten Anfang 2025.

    Ich nehme an, das im Fall einer Repression die Beauty und Luxusbranche am ehesten abrauscht.
    Sehe hier eher seitwärts bis leichte Abwärtstendenzen im Beauty/Luxusmarkt.
    Bleibe also weiter vorläufig bei L’Oréal draußen.

    Ben macht es aber schon richtig so.

    Whats next:
    mark on your calendar 12.06.2026 IPO SpaceX Stocksymbol SPCX
    Musk verkauft ja hier Grok auch mit.

    erwarte es als einen Markstein für die Richtungsentwicklung der IT Branche überhaupt, möglicherweise mit stärkerer Volatilität
    mit höherer Wahrscheinlichkeit eher nach unten als nach oben in dem selben Tempo wie bisher.
    Die angepeilte Bewertung ist wahnsinnig ambitioniert.

    Wir haben jetzt noch mit Kevin Warsh wieder einen neuen FED Chairman.
    die 30 yrs Treasury Yield in USA ist schon über 5% (exakt 5,122%)
    meisten hat das die Märkte sehr nervös gemacht.
    gute Zusammenfassung seiner Hausaufgaben hier
    https://themarket.ch/makro-maerkte/kevin-warsh-steht-als-neuer-fed-chef-vor-grossen-herausforderungen-ld.16755
    meistens gibt es einen freien Artikel im Monat zu lesen ;-)

    Finanzbranche wird vorläufig nicht unter Warsh leiden, glaube ich,

    So reicht erstmal,
    schönen Sonntag

  3. Avatar von Tobs
    Tobs

    @Broker / Kein Quellensteuereinbehalt bei französischen Aktien:

    Tradegate Direct – (Hatte schon mal an anderer Stelle den Hinweis getätigt) will wohl auskunftsgemäß ebenfalls an der Organisation der Lagerstellen arbeitet, um die vollständige Anrechnung der französischen Quellensteuer ermöglichen zu können (Exakter Status ist mir unbekannt). Tradegate Direct hatte hierzu Auskunft gegeben, und – wie immer (!) – sind das von echten Menschen geschriebene und fundierte Antworten. Daher glaube ich, dass sie das bald tatsächlich auch anbieten können.

    By the way: Gestern konnte man die App aktualisieren und das Sparplan Feature ist damit aktiviert. Vermutlich wird das aber gerade erst oder in den kommenden Tagen richtig ausgerollt, weil bislang noch viele klassische Blue Chip nicht bespar sind.

    Für mich ein kleines Luxu-Dilemma, weil ich eigentlich nahezu alles ausschließlich in einem Depot bei meiner Bank machen wollte. Allerdings finde ich die App ziemlich gut (tausend mal ansprechender als TR oder Scalable, die ich mir auch mal angeschaut hatte)…

    @Thomas: Für mich wäre eine L’Oreal nur sehr eingeschränkt ein Proxy der (reinen) Beauty/Luxus-Branche. Im Kern ist L’Oreal ein nicht-zyklischer Bedarfsgüter-Anbieter (Verbrauchsgüter). Da die Marken natürlich im absoluten Premium-Segment angesiedelt sind, bestehen zwar zugebenermaßen Eigenschaften von Luxury, aber die Produkte bleiben a) im Kern (überwiegend) Verbrauchsgüter und b) konsumpsychologisch der Luxus des kleinen Mannes/der kleinen Frau/viel wichtiger: all derer, die sich eben nicht dafür halten, es aber gerade trotzdem deswegen sind, die sich auch mal was leisten möchten bzw. ihren Status gerne geupgradet sehen möchten. Ich denke, sowas wie teure und stinkende Shampoos der mittelmäßig attraktiven Frau in einem Industrieland ist wesentlich robuster als echter, tatsächlich zyklischer Luxus wie Handtäschen ab 5.000 Euro aufwärts oder Schühchen für 1.000 Euro aufwärts….

    @3U
    Nun ist es soweit, mein 3-U-Vorbild (Peter E Huber) hat auf seinem Blog gepostet, dass sie Cashflow wie KHC, GIS und Conagra kaufen…Nur zur Orientierung wer das ist: Ein Anti-Fondsmanager-Typ, bescheiden, schlägt dauernd den Markt, schließt seinen Fonds, wenn er zu voll ist statt den Anlegern Quatsch zu erzählen, er würde immer was finden können usw.

    Und wenn wir bei 3-U sind: Bin selber noch unschlüssig, aber überlege gerade, ob ich was in Western Union machen sollte. Die Börse scheint das Unternehmen gerade zu verachten. Natürlich ist die Genese des Geschäftsmodells sehr analog und es gibt im Hauptmarkt USA gerade weniger Migranten. Allerdings fließt der Cash Flow immer noch, sie investieren stark in Digitalisierung (auch erste Effekte erkennbar, aber die Margen sind niedriger!). Sie haben durch die Buy Backs den EPS trotzdem sinkender Unternehmensgewinne viele Jahre stabil gehalten. Der eigentliche Knaller: Shareholder Yield von 20% p.a.! 10% Divi und 10% Buy Backs, sehr gut gedeckt durch den FCF. Selbst wenn man annehmen wollte, dass das Geschäftsmodell in 15 Jahren nicht mehr trägt, hätte man bis dahin mehrfach sein Kapital wieder raus. Vermutlich werde ich Western Union und Paypal als Unternehmen des Zahlungsverkehrs aufsammeln, die kaum stärker 3 U sein könnten.

    Bei dem ganzen Tech Kram, der wie in einem Melt up Boom hochgeht, mache ich nicht mit.

    1. Avatar von Chrischaan
      Chrischaan

      @Tobs:
      Auch wenn ich nur noch wenige Einzeltitel habe ist es doch ganz interessant den Markt zu verfolgen. Danke für den Tip mit Peter E Huber. Freut mich, wenn ein erfolgreicher Konträr-Investor General Mills kauft. :-)

      Du nanntest Paypal und Western Union. Anknüpfend daran (im Sinne von wirklich runtergeprügelten Unternehmen mit äußerst hohem FCF-Yield): Ein weitere legendärer Investor (LI LU) hat sich im 1. Quartal bei H&R Block eingekauft. FCF-Yield bei fast 15%! Divi bei recihlich 4% bei nicht mal 30% Ausschüttungsquote. Bei knapp 5 Mrd. USD Market-Cap kaufen sie reichlich 0,4 Mrd. zurück, sind nochmal fast 10% steueroptimierte Ausschüttung.

    2. Avatar von Tobs
      Tobs

      Chrischaan,

      sehr interessant.

      Der Markt scheint hier wie bei Western Union sehr negativ zu extrapolieren. Na ja, mit einem KGV von 7 natürlich im Vergleich zu Western Union mit KGV von 5 schon überteuert… :-)

      Spaß beiseite. Beide Aktien scheinen unter Verdacht zu stehen, dass sie nur noch ein reiner AI Bear Case sind. Und beide haben wiederum gemein, dass sie für gewisse Komplexitäten stehen, die möglicherweise doch nicht einfach so weg disruptioniert werden können. Bei Western Union ist die Komplexität von Zahlungsverkehr in diverse Länder (KYC/DD – anspruchsvoll) und bei H&R Block ist die Komplexität des US-Steuersystems. Und beide Unternehmen stehen für Vertrauen in einem sensiblen Bereich. Western Union: Ich will als Gastarbeiter unbedingt haben, dass die Kohle bei der Familie ankommt. H&R Block: Ich möchte vertrauen, dass meine Steuer mir nicht auf den Schuh kippt. Und beide Unternehmen investieren übrigens in Digitalisierung….

      Wie immer: Ist es nur der Zigarren Stummel des WB, bevor er Munger kennen lernte und von ihm inspiriert wurde, so wie auch Terry Smith lieber Qualitätsunternehmen etwas teurer kauft und langfristig profitiert? Nur weil die Börse mal etwas abstraft, nicht unbedingt. Interessant in jedem Fall…Wo hast Du das denn eigentlich ausgebuddelt? Ich kannte die H&R Block bis dato gar nicht.

    3. Avatar von Chrischaan
      Chrischaan

      Hi Tobs,

      ich denke hier hast du den Finger in der Wunde. Das Narrativ „AI eats software“ scheint hier besonders hart zugeschlagen zu haben (wie bei Intuit übrigens ebenfalls, nur dass die von weiter oben kamen und noch nicht im einstelligem KGV-Bereich sind).

      Ich habe mir früher häufig die Trades der Superinvestoren angesehen. Und weil du Munger erwähnst: Der scheint ja ein Fan von Li Lu gewesen zu sein und das ist schon eine Hausnummer. Munger der kein Blatt vor den Mund nam und gern auch mal Lehrmeinungen hochgebildeder Menschen in der Luft zerriss. Na ja, dieser Li Lu hat zuletzt einen Basket an Aktien gekauft, die durch das AI-Narrativ runtergekommen sind (MSCI, S&P Global, Moody’s, Tencent Music und eben H&R Block). Er ist eigentlich unwahrscheinlich konzentriert (Alphabet knapp 45% des Portfolios) und langfristig unterwegs. Evtl. will er seine Chance, erfolgreich gegen den AI-Eats-Software-Trade zu wetten, doch etwas streuen. Aber das H&R Block es in diese erlauchte Auswahl geschafft hat, ist schon spannend.

      https://www.dataroma.com/m/holdings.php?m=HC

      Gleichwohl ist auch der Superinvestorindikator nicht gleich eine Erfolgsgarantie. Interessanterweise hat Bill Gates alle seine Microsoftaktien abgestoßen (-7,6 Mio. Stück)! Während Bill Ackmann sie wohl gekauft hat (+5,6 Mio. Stück).

      Beste Grüße,
      Chrischaan

    4. Avatar von Chrischaan
      Chrischaan

      PS: Der von dir ebenfalls erwähnte Terry Smith hat alle (!) seiner vielen Positionen reduziert oder gar vollständig verkauft. AUßER: Bens Badger Meter! Das ist das einzige Unternehmen welches er, zugegebenermaßen marginal, gekauft hat. Auch bemerkenswert. Da sie mittlerweile von Hoch auch 50% zurückgekommen sind. Spannend, spannend.

  4. Avatar von Maik Bettin
    Maik Bettin

    Hallo Ben… danke für Deine Gedanken.

    Ich würde das verfügbare Geld eher in die Munich RE oder in Mirosoft stecken.
    Auch wenn deine Positkonen bereits sehr groß sind, sind die aktuellen Kurse nun mal verlockender und definitiv gewinnbringender.

    Ach als Investor der Taylor Wimpey solltest Du wohl eher hier nachkaufen. ( aber nur meine Gedanken )

    Und mal ganz ehrlich… 1 Jahr ohne Gewinne… nix für mich… sonst kannst dein Geld auch bei der Sparkasse parken.

    Gruß Maik
    Wünsche einen schönen Sonntag

  5. Avatar von Thomas
    Thomas

    noch kleine Ergänzung,
    ich empfehle klar SpaceX nicht (weder noch), ich sehe es nur als Kilometerstein auf der Autobahn.

    Danke@ Tobs, normalerweise verpasse ich die neuesten Posts von Peter E Huber nicht:)

    ,würde eher in Hawala investieren als in Western Union,
    die entwickeln sich glaube ich schneller (Meinung :I)

    Greg Abel scheint sich stärker zu fokussieren zu wollen in der Hoffnung bessere Pace zu machen. Er mistet einiges an bewährten Invests aus, Visa, Mastercard u.a.
    schade eigentlich. Bei United Health hat er jedenfalls schon mal richtig danebengelegen. Höhere Fokussierung bedeutet aber ein Sendungsbewußtsein zu haben, besser als der allgemeine Markt sein zu wollen. Das hat selten jemand. Buffet war unbeirrbar gut, aber ob Abel das haben wird ?
    Bei Alphabet scheint er im Gegenzug aber richtig zu liegen , Greg Abel für mich eher noch ambivalent, wait and see.

    1. Avatar von Tobs
      Tobs

      Hallo Thomas,

      vermutlich bleibt es bei Western Union nur bei einer Befassung ohne das ich es dann kaufe; man muss sich die Karten legen. Das ist wahrscheinlich eine Cash Harvest Story, eher kein Compounding, auf das ich eigentlich abfahre.

      Trotzdem fand ich die Befassung mit Western Union aufschlussreich: Sie haben durchaus einen gewissen Burggraben, das muss man ihnen lassen: Globale Infrastruktur, regulatorische Lizenzen, riesiges Agentennetz,
      Compliance-Knowhow, Markenvertrauen. Und Cross-Border ist komplizierter als normales Payment, nicht zu unterschätzen sind Anforderungen an AML/KYC,
      und exotische Währungskorridore. Und selbst digitale Transfers enden bei den Arbeitsmigranten in der Regel in der Auszahlung, und auch hier ist Western Union mit physischen Auszahlungsnetzwerk reinen Digital Payment Plattformen überlegen. Noch einen Gedanken finde ich interessant: Die aufsteigenden Wettbewerber in Form der reinen Digital Payment Plattformen verdienen teilweise immer noch kaum Geld, versuchen so Marktanteile zu gewinnen, müssen also irgendwann an der Gebührenschraube drehen und sind dann weniger kompetetiv.

      Man könnte hier also locker noch viele Jahre laufend 20% Shareholder Yield mitnehmen, selbst wenn man nicht glaubt, dass es einen Dinosaurier wie Western Union in 20 Jahren noch bedarf (wobei, wie gesagt, die investieren viel in Digitales und machen viele, kleinere Akquis…). Und ich denke, in den USA, wo die 35% ihres Umsatzes machen, werden auch wieder mehr Migranten reinkommen, wenn die Inflation zu sehr anzieht und günstige Arbeitskräfte dringend gebraucht werden…

      Na ja, aber wenn man ein Unternehmen kauft, weil man sich vorstellen will, es 20 Jahre + zu behalten, kommt es dann vermutlich zu eher zu keinem Kauf bei mir… :-) Trotzdem, teilweise schon irre, wie Tech Kram mit höchstem Capex ohne Evidenz einer zukünftigen Monetarisierung absurd teuer bewertet wird mittlerweile, aber solches aus allen Ritzen quellendes Cash blindlings liegen gelassen wird…

  6. Avatar von Stefan
    Stefan

    Hallo.
    hat zufällig jemand Erfahrungen, ob man für das Treueprogramm registrierte Papiere auch weiter übertragen kann? (Also bspw. von der DKB/1822direkt zu TradeRepublic)
    Besten Dank
    Stefan

  7. Avatar von JanB
    JanB

    Hätte man z.B. im Frühjahr 2022 1 Stück L’Oréal FR0000120321 gekauft, wäre man zwischen 325,- und 370,-€ eingestiegen und hätte eine sanfte Berg- und Talfahrt mitgemacht. 440,- im April ’23, im Oktober dann 380,- und im Dezember wieder auf 447,-. ’24 auf dem Gipfel 455,- (Juni) und im September 366,-, ’25 und ’26 so ähnlich. Brutto gab es für „treulose“ Aktionäre in der Zeit in Summe 31,60€ Dividende. Heute knapp 360,-€ (wieder am Ausgangspunkt).

    10% Treuebonus von 31,60€ müßte man mal jemanden (oder die KI) ausrechnen lassen. Für die 10% Treuebonus hätte man die Aktie „zur Belohnung“ aber nicht handeln dürfen, bzw. kann sie in naher Zukunft nicht handeln. Diese 3,16€ Stillhalte-Prämie sind im Vergleich zum Delta zwischen 322,70€ (12.05.’22) und 455,40€ (07.06.’24) (auch da müßte mal jemand die Differenz ausrechnen) aber „sehr gering“.

    Nun treffe ich NIE Maximum und Minimum einer Kursbewegung, aber selbst wenn man nur 2-3 mal in der Zeit die Hälfte seines Bestandes zur Hälfte der maximalen Ausschwünge bewegt hätte (und nicht jedesmal völlig danebengreift), hätte man nicht nur viel mehr als die Stillhalteprämie verdient sondern auch viel mehr als die vergleichsweise geringe Dividende.

    In meinen Augen ist die „Stillhalte-Prämie“ von L’Oréal daher nicht attraktiv.

    Bei Berkshire Hathaway hätte man natürlich 0,00€ Dividende erhalten, der Kurs ging aber von Frühjahr ’22 bis heute als „Stillhalter“ von 313,- auf 413,-€ (und 100,-€ sind mehr als 31,60€ und ich decke mal den Mantel des Schweigens über 488,- Februar ’25 und 278,80€ März ’23). Wobei Berkshire seit „45-47“ arg gebeutelt wird und dazu der US$ auch arg unter „45-47“ leidet (spez. im Vergleich zu Gold, je nach Monat auch zum Euro, der aber auch unter der Weltlage leidet). US-Staatsanleihen zu 5% stehen Preissteigerungen von über 5% und Lohnsteigerungen unter 5% gegenüber (your mileage (Warenkorb und Gehalt) may vary).

    1. Avatar von BörsenHai
      BörsenHai

      Hallo JanB,

      so wie L’Oreal geht es auch bei Pepsi, P&G, McDonalds, Nestle, Home Depot, Gen Mills etc. zu.
      Ist also kein „Alleinstellungsmerkmal von L’Oreal. Auch langfristig sind Sie (je nach Einstieg; 5J = oje, 10 Jahre = ok) jetzt auch nicht überaus gut gelaufen.
      Es ist halt ein Sektor, der schlicht in ein Portfolio gehört und man muss schon Geduld haben für den Einstiegspreis, den man gewillt ist zu zahlen.

      In den letzten 5 Jahren hat Consumer (beide zusammen) bei mir von Indikator 40 auf Indikator 100 zugelegt, allerdings sind da die Zukäufe enthalten.
      Ich bin zu faul diese rauszurechnen, aber anhand der Kennzahlen sind es schätzungsweise (incl. Dividenden) 4-5% jährlicher Zuwachs. Also nicht berauschend. In dem Sektor ist fast nur der Handel stark.

      Ich möchte nur warnen, die letzten 5 Jahre sind keine Aussage zur Qualität einer Aktie.
      Wenn dann 2023 für den 5 Jahresrückblick genommen wird, wird es tiefrot, da in dem Zeitraum 2022/2023 das Hoppla Hopp der Kurse anfing, zumindest für den der zu dem Zeitpunkt gekauft hat.

    2. Avatar von JanB
      JanB

      Hallo BörsenHai,

      ich habe meine Kernaussage wohl hinter zuviel Kram verdschleiert. Sie sollte lauten: Gegen Warrens „Time in the market beats timing the market“ möchte ich mich nicht gegen L’Oréal im Depot aussprechen (ich habe auch ein paar) sondern gegen die Umwandlung in nichthandelbare Treueaktien (weil der Bonus vergleichsweise gering ist) und dafür, dann und wann eine Tranche L’Oréal zu „traden“ (bringt mehr als Dividende + Treuerdividende und „wir“ gucken ja sowieso öfter mal ins Depot und auf die Kurse, es muß ja nicht gleich intraday sein).

    3. Avatar von BörsenHai
      BörsenHai

      Hallo JanB,

      dann entschuldige ich mich. Das hatte ich missverstanden, dass LOreal im Bereich Konsum keine Investmentthese ist.

      Am Treueprogramm nehme ich nicht teil. Die 10 Jahre x 0,1% reißen es nicht raus. Wer weiß, was im Falle einer Erbschaft für die Kinder so Alles an Papierkram anfällt, wenn die Aktien im Treueprogramm sind. ;)

      Die Antwort auf meine Frage: Warum überhaupt in Konsum investieren (jetzt etwas überspitzt), beantwortete Tobs sehr wohl mit „Time in the Market“.
      Ich gebe ja auch zu, dass die 5 Jahre Rückblick durchaus gewählt wurden, um meiner Frage etwas „Pfeffer“ zu geben. Konsumer können nämlich durchaus 5 Jahre im Kurs mal nicht wachsen und Schwächen können Einstiegskurse sein (ein bisserl Markettiming ;) ).
      Ich habe Pepsi jetzt aufgestockt. Keine Investempfehlung!
      Mein Depot, meine Sektor-Verteilung, mein Risiko!

  8. Avatar von __Steven__
    __Steven__

    Ja, ich bin gespannt, ob bei der 1822direkt wieder Anträge angenommen werden, um bei französischen Aktien die Quellensteuer voll auf die deutsche Kapitalertragsteuer anrechnet zu bekommen – das ist ja nun schon länger nicht mehr der Fall. (!)
    Ebenso war ich bei Maxblue diesbezüglich bisher nicht erfolgreich (hatte es dort aber auch nur einmal ernsthafter versucht, und wurde an Filiale verwiesen…)

    Besonders erfreut bin ich heute über die Dividendensteigerung bei NVIDIA in Höhe von 2400%!

    VG
    Steven (FYA 1Steven1)

  9. Avatar von Thomas
    Thomas

    i) falls 1Steven1 schon länger bei Nvidia dabei ist, Glückwunsch

    ii) noch zu Oreal
    das gehört m.E. zum Lagebild dazu
    https://stock3.com/news/luxusguetersektor-paukenschlag-lvmh-und-hermes-17086453

    1. Avatar von __Steven__
      __Steven__

      Hallo Thomas,

      zu i) danke, ja, bei NVIDIA bin ich schon länger dabei. Gehörte damals zu den ersten bescheidenen Positionen die ich bewusst gekauft hatte mit dem Ziel, möglichst wenig zu Handeln – Umstellung meiner Vorgehensweise – und ich bin bis heute dabei. Das heißt ich war und bin vom Unternehmen sehr überzeugt, aber das dabeibleiben, das Denken weniger an kurzfristige Gewinne, sondern daran, dass ich unbedingt Anteile vom Unternehmen besitzen/ halten möchte, war ein Ergebnis von Lessons Learned nach den ersten Jahren an der Börse.

      zu ii) Ich habe im sehr niedrigen einstelligen %-Bereich LVMH im Depot, und seit einiger Zeit sind die Herausforderungen und Schwierigkeiten, Ergebnis siehe Link von Dir, ja bekannt. Noch überwiegt bei mir das Vertrauen in das Unternehmen, und ich bleibe dabei, selbst wenn die Aktie sich mittlerweile deutlich als Low Performer im Depot zeigt. Ich habe hier relativ großes Vertrauen in die Führung des Unternehmens (und ich sehe immer noch Schlangen vor den Läden, wenn ich selten einmal daran vorbeilaufe…)

      Bezüglich L’Oreal sehe ich es eher wie von Tobs beschrieben – nicht wirklich rein „Luxus“

      VG
      1Steven1

  10. Avatar von UrsprungsFrank
    UrsprungsFrank

    Heute kann man einen Artikel im Tagesspiegel, der sich auf einen in der Financial Time, beruft, lesen, der den rapiden Bevölkerungsrückgang weltweit thematisiert.

    Wo bitte schön also sollen die zukünftigen Consumer für Ketchup, Lippenstift und Co. herkommen? Ganz zu schweigen von Aktienkäufern, die einem im eigenen höheren Alter die eigenen Aktien abnehmen.

    Was nicht weiter verwundert ist die Erkenntnis, dass der Schwund durch den intensiven Nutzen von Smartphones über alle Bevölkerungsschichten beschleunigt wird. Das wird sich auch nicht mehr ändern. Die Smartphone-Sucht ist omnipräsent ;-)

    Welche Investmentschlüsse zieht man für sich selbst daraus? Die Inflation, also Geldentwertung und damit Werterhaltung durch Aktien wird meines Erachtens die Zurückhaltung durch weniger werdende Käuferschichten nicht kompensieren können.

    Gruß Frank

    1. Avatar von Tobs
      Tobs

      Frank, als Großaktionär von KHC fühle mich berufen Dir zu antworten, wer bald den klebrigen mit roter Farbe gefärbten Zucker unvernünftigerweise in seinen Gierschlund hinunter kippt.

      Es gibt viele Untersuchungen dazu, dass teilweise die Korrelation sogar schwach oder in einzelnen Zeiträumen gar nicht gegeben ist. Na gut, nun mal ein reiner Windel-Hersteller außen vor, der dürfte arg korrelieren, wenngleich wir uns alle einig sind, dass solche Consumer Staple das mit anderen Innovationen wie Pflegewindeln für Pflegebedürftige mehr als überkompensieren (zumal hier anders als in der Commodity Baby-Windel die Margen auch noch viel kackiger Entschuldingung knackiger sind).

      Aktienmärkte hängen zwar unbestreitbar auch, aber nicht primär an der Anzahl der Menschen, sondern an: Produktivität, technologischer Entwicklung, Vermögensbildung usw…

      Beispiel einer Gegenthese ungünstige Demografie gleich sinkende Aktienmärkte: Japan lief in den letzten Jahren sehr stark, insbesondere weil dort die institutionelle Qualität (Governance, Shareholder Value) gestiegen war.

      Oder China, auch wenn es bislang nur Evidenzen, aber noch nicht den finalen Beweis gibt (denn hätten wir dann gfs. in zwanzig, dreißig Jahren).

      Ein Land kann also sehr wohl stagnierende oder sogar sinkende Bevölkerung haben,
      aber trotzdem starkes Gewinnwachstum erleben. Ich China ist das bislang der Fall und, so prognostizieren es zumindest nicht wenige, auch in Zukunft, wegen Urbanisierung,
      Industrialisierung, Kapitalmarktentwicklung und Aufstieg der Mittelschicht.

      Frank: Flowers Foods: Hat gestern die Divi-Kürzung bekannt gegeben (knapp 50 Prozent). Ich hatte mir noch einige Stücke vor den Zahlen geschnappt, auch wenn ich die Möglichkeit vorhergesehen hatte. Meines Erachtens aber laufen die Akquis (insbesondere Simple Mills) laufen super und der Cash Flow bleibt stark. Ich finde es unter Allokationsgesichtspunkten sogar gut, dass sie nun einige Quartale die Bilanz stärken….

    2. Avatar von Hansi
      Hansi

      Hallo Frank,
      Tagesspiegel beruft sich auf X, X auf Y, Y s
      auf A, A auf T, usw.

      Menschheit und schrumpfende Bevölkerung?!?
      Also wer einen Put auf den Weltbevölkerungsgraphen setzten will oder gar Leerverkaufen möchte, scheint Geld zu hassen. Also der Graph ist für mich eine todsichere Call-Gewinn. Wenn da Optionen drauf möglich wäreb, würde keine Broker welche verkaufen. Wettbürö würde eine negative Quote ausgeben.
      Selbst im Gazastreifen oder Yemen wächst sie unverändert weiter.
      Menschen werden auch immer älter.

      Danke Tobs für Flower Foods, 10% hoch heute egal, mal in die Reihe der “ sterbenden Brands“ eingetütet.

    3. Avatar von Tobs
      Tobs

      Hansi, ich denke, Du hast Dir da die falsche Tüte ausgesucht.

      Das ist nicht die typische „wir kürzen die Dividende, weil alles implodiert“-Story.

      Sie entwickeln sich extrem weg vom Billig-Kohlenhydrat-Anbieter (einfaches Brot als substituierbares und margenschwaches Commodity) hin zu „Better-for-You“. Die Akqui von Simple Mills funktioniert sehr gut. Und „Nature’s Own“ als massenmarktfähiges besseres Qualitätsbrot läuft auch wie „geschnitten Brot“, sry, das Wortspiel musste sein. Eigentlich macht Flowers Foods gerade was die Tabakhersteller gemacht hatten: Mit dem massiven (Alt-Geschäft), dessen Volumina sinken, das aber trotzdem cashgenerativ ist, neues Geschäft ausbauen. Und daher finde ich aus Kapitalallokationsgesichtsgpunkten heraus die Stärkung der Bilanz (Schulden runter) und stärkere Investition in die Marken sehr gut. Und auf meine letzten Käufe gibt es immer noch 5-6% Prozent bei nun Ausschüttung von nur 50% des EPS.

      Es ist also keine reine Cash Harvest Story, sondern die Story ist, dass die Nummer 2 Amerikas (Nummer 1 ist im Markt die mexikanische Bimbo Group) ihre Marken stark weiterentwickelt. Sonst hätte ich nicht nachgekauft.

    4. Avatar von Hansi
      Hansi

      Hallo Tobs,
      als “ sterbende Brands“ sehen nur die Märkte viele langweilige Consumer.
      Ich glaube erst mal an alle meine Investments, sonst wären sie nicht in meinem Depot. Brot wird immer gehen und die machen auch private Label. Fokus USA und Halbierung Dividende sind richtige Entscheidungen. Schulden runter ist der richtige Weg bei den knappen Margen.
      Bin gespannt wo diese ganzen Brands in 5-10 Jahren stehen. Im Crash werden die den breiten Markt locker ausstechen.

    5. Avatar von Tobs
      Tobs

      Hansi, ich hoffe, der Link liegt vor der Paywall, ansonsten gibt es ja auch noch andere Fundstellen im Internet für die Transcripts der Earnings Calls.

      https://www.marketscreener.com/news/transcript-flowers-foods-inc-q1-2026-earnings-call-may-22-2026-ce7f5adfd188f72d

      Ansonsten eine kurze Zusammenfassung (teils KI basiert eingeordnet, in die ich gerne schon mal Transcripts reinkippe, wenn ich wenig Zeit zum vollständigen Lesen habe).

      Strategischen Shift bei Flowers Foods: weg vom reinen „Billig-Kohlenhydrat“-Brotgeschäft, hin zu „better for you“, Clean Label, Premiumisierung, stärkere Markenführung, und gleichzeitig brutale Kostendisziplin.

      Besonders interessant sind drei Punkte:
      „Stabilizing traditional loaf“
      Es wird erst gar nicht mehr der Versuch unternommen, klassisches Brot wieder zum Wachstumsmarkt zu machen. Hier ist vorrangiges Ziel vielmehr: Marktanteile halten,
      Kategorie stabilisieren, Cashflows sichern daneben neue Wachstumssegmente aufbauen (die Analogie zu den Tabakherstellern…).

      Daneben weiterer Ausbau, finanziert durch diesen reifen Core-Markt, neuer Premium- und Health-Nischen. Nature’s Own als „cleanest label at scale“.

      Statt Brot als ein komplett austauschbares Commodity-Produkt — soll durch Vertrauen + „gesünder“-Narrativ die Preissetzungsmacht zurückzugewonnen,
      sich von Handelsmarken abgegrenzt und nicht gleichzeitig in den Hardcore-Bio-Nischenmarkt abgedriftet werden (denn dort ist kein Scale!)

      Dividende gekürzt/reset,
      Cashflow Richtung Bilanz,
      Ziel: <3x Leverage bis 2027.
      Sie investieren gleichzeitig massiv in Marken, Marketing, Reformulierungen,
      Produktentwicklung, und Better-for-you-Expansion.

      Sie werden also wesentlich wealth-/wellness-affiner, aber bleiben weiterhin massenmarkttauglich, das ist wichtig! Simple Mills ist quasi schon die Zukunftslogik, in die Flowers hineintransformieren will.

      Bei weiterhin starkem Cash Flow müssen sie „nur“ ihre Marken behutsam weiterentwickeln. Das ist also keine OP am offenen Herzen mit offenem Ausgang. Es frohlocken auch bereits erste Investoren, ob Flowers, wenn sie bis 2027 den Leverage auf <3x reduziert haben, dann auch Aktien zurückkaufen, denn der Cash Flow ist ja weiterhin da und wird vermutlich mit dem Markenausbau eher stärker werden.

      Warten wir’s mal ab. Ich bin gerne Miteigentümer der zweitgrößten Brotkette in den USA. Fehlt mir eigentlich nur noch ne Reinigung (Cintas) und ne Müllkippe (Wastemanagement). Gambling und Erwachsenenunterhaltung fehlen eigentlich auch noch. Bei Lichte betrachtet, investiere ich gerne an der Börse in die Unternehmen, die in den 50-70ern Jahre vom Mob (Mafia) in den USA beherrschr wurden. Schlimm, wie einfältig ich eigentlich bin. Solche primitiven Geschäftsmodell entsprechen entwicklungsbiologisch wohl am ehesten meinen intellektuellen Kapazitäten. CPU und Chips sind war für die intelligenten Investoren, zu denen ich mich definitiv nicht zähle.

  11. Avatar von Thomas
    Thomas

    Hi Frank, da wäre ich nicht so pessimistisch,
    es geht um etwas anders.
    Ob die Bevölkerung weltweit schrumpft oder steigt, ist für den individuellen Betrachter
    (myself) zweitens. Wenn man Vermögenstechnisch die globale Weltbevölkerung in zwei Teile teilt, der eine Teil wird vermögender. Der andere Teil wird ärmer (oder bleibt einkommensschwach @lifetime.) Der Teil, der permanent vermögender wird, steigt ständig. Man muß aber klar trennen zwischen nominalem Vermögenszuwachs und Vermögenszuwachs nach Inflation. Wenn ich in alter italienischer Lira oder ÖsiSchilling exakt Millionär wäre und zwei Jahre später exakt exakt 1,1 Mio hätte, hätte ich zwar nominal mehr, mich aber in Wirklichkeit nicht von der Stelle bewegt in Kaufkraft gesehen. Man muß also zusehen, das man nach Inflation trotzdem Vermögenszuwachs hat. Dies kann z.Bsp. gelingen durch stetiges Zukaufen von Aktien (den richtigen HAHA :) ) Scherz.

    Das nominale globale Gesamt-Vermögen in x-beliebiger Landes-Währung gemessen kann weltweit steigen auch bei schrumpfender Bevölkerung qua Inflation und permanent steigenden Assetpreisen. Das tut es auch unaufhörlich. Wichtig ist nur der (mein) relative(r) Anteil daran.
    Die vermögende Gruppe der Weltbevölkerung weiß das und sichert sich durch ständige Zukäufe/Investitionen von/in Assets gegen Inflation ab.
    Es ist ganz wichtig zu sehen, das das keine statische Betrachtung, sondern immer eine dynamische permanente Bewegung im Fluß der Zeit ist. Wer stehen bleibt (aufhört zu investieren), fällt gegen die Inflation zurück.

    Das sich durch schrumpfende Bevölkerung mal weniger Abnehmer für Aktien findet, ist ein Märchen, da sich Vermögen von Natur aus von der Spitze her immer konzentriert.
    Entweder man will dabei sein oder nicht und gibt auf.
    Man muß nur zusehen, auf welcher Seite der Bevölkerung man sein will. Klingt leicht überheblich, ist aber so.
    Dies Betrachtung ist Mengen-unabhängig, sondern relativ.

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