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Ostern zum Durchatmen – die turbulenten Wochen hören nicht auf

Extrudierte 3D‑Illustration zu Ostern 2026 mit Rückblick auf März und Ausblick auf April: links ein Kalenderblatt März 2026 mit fallendem Kurs und geöffnetem Osterei voller Goldmünzen, rechts ein Kalenderblatt April mit bunten Ostereiern und aufsteigendem grünen Aktienpfeil im Hintergrund, Symbol für steigende Börsenkurse und positiven Ausblick.
4.7
(62)

Endlich ist Ostern. Mehrere Tage am Stück ohne Börsenhandel tun richtig gut. Denn ich persönlich muss feststellen, dass mich der März ganz schön durchgeschüttelt hat. Es war nicht direkt der prozentuale Kursrückgang, der mich beschäftigt hat. Sondern die Unsicherheit – gepaart mit ständig neuen Nachrichten und Ausblicken.

Die Angriffe auf den Iran und die Gegenreaktionen, insbesondere die Schließung der Straße von Hormus, hatte ich in dieser Intensität und Dauer nicht erwartet. Und ein wirkliches Ende ist auch jetzt noch nicht in Sicht.

Und trotzdem versuche ich ruhig zu bleiben und mich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Um meine innere Balance als Börsenanleger nicht zu verlieren, habe ich einige Teilverkäufe durchgeführt.

Welche das waren und was sonst noch bei meinen Geldanlagen im letzten Monat passiert ist, erfährst Du in diesem Beitrag.

Du hast es ja wahrscheinlich gemerkt. Im März hatte ich weniger Muße über Dividendeneinnahmen zu schreiben als sonst. Stattdessen bestimmten Beiträge über mein Anlageverhalten gegenüber Verteidigungsaktien und den Umgang mit dem Irankrieg den Divantis-Blog.

Ich danke Euch allen sehr für die intensiven Diskussionen und spannenden Kommentare, die sicher auch vielen Lesern im Hintergrund geholfen haben.

Das negative Bild an den Börsen spiegelt sich auch in meinen Depots wider. Wie sollte es auch anders sein? Schließlich will ich auch in positiven Phasen profitieren und bin deshalb üblicherweise voll investiert. Im März habe ich jedoch etwas Geld vom Tisch genommen. Weil es sich besser anfühlt für mich.

Ich bin ja bekanntlich in meinen Handlungen nicht mit festen Regeln unterwegs. Ich habe keine Stop-Loss-Marken definiert oder feste Nachkaufgrenzen. Für mich bleibt das richtige Gefühl zu einem Unternehmen das A und O. Wenn das nicht mehr passt, steige ich aus.

Und jetzt habe ich festgestellt, dass meine Cash-Quote für diese Börsenphase zu niedrig war. Nicht etwa deshalb, weil ich nicht nachkaufen konnte. Das kenne ich ja von anderen Phasen. Sonden weil ich nicht entspannt war. Ich hatte tatsächlich Gedanken in der Art: „Wie lange kann ich das so aushalten?“. Da wurde mir klar, dass ich etwas tun muss. Da ich zu „meinen“ Unternehmen aber weiterhin positiv eingestellt bin, blieben nur Teilverkäufe. Das Ergebnis ist zwar schade – schließlich war ich teilweise schon fast ein Jahrzehnt investiert. Aber nun fühlt es sich wieder stimmig an. Und so kann ich den Fortgang der Krise hoffentlich gelassener erleben.

Stand Wertpapierdepots

Details zu den einzelnen Depots gibt es – wie immer – ausführlich in diesem Bericht. Hier ist der schnelle Überblick:

Dividendendepot: 526.656 € (-5,8% im März, -1,8% YTD)

Anti-Depot: 13.339 € (-3,2% im März, +1,6% YTD)

Zitronen-Depot: 2.300 € (-2,4% im März, -3,6% YTD)

Summe: 542.295 € (-5,4% im März)

Veränderung 2026: -52.703 €

zzgl. Entnahmen: +43.953 €

Nettoveränderung 2026: -8.749 €

In den letzten drei Jahren habe ich jeweils rund 60.000 € Vermögenszuwachs aus den Wertpapierdepots verbuchen können. Der März brachte nun mit einem Minus von 32.800 € einen heftigen Einschlag. Die Jahresperformance 2026 ist zwar jetzt auch negativ, aber es besteht noch Hoffnung, dass sich die Vorzeichen wieder ändern.

Benchmark

Im Juli 2023 hatte ich einen monatlichen Sparplan über 25 € beim Robo-Advisor von quirion aufgelegt, den ich als Benchmark für meine eigene Depotperformance nehme. Seit April 2025 habe ich die Sparrate nun auf 50 € verdoppelt, um dann nach einem Jahr eine 13. Sparrate geschenkt zu bekommen. Insgesamt habe ich jetzt 1.350 € auf mein quirion-Konto einbezahlt und zusätzlich 100 € Aktionsprämie erhalten. Zum Monatsende beträgt die zeitgewichtete Performance +37,46% (Stand: 1.633,47 €). Zum Vergleich dazu: Die Performance meines Dividendendepots vom 05.07.2023 (Start des quirion-Benchmarks) bis zum 31.03.2026 liegt bei +32,23%.

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quirion ist regelmäßig Testsieger in Robo-Advisor-Vergleichen. Und kann sich in der Performance durchaus sehen lassen. Das überzeugt mich und ist auch der Grund, warum ich den Sparplan fortsetze und quirion auch Neukunden empfehle. Ich selbst sehe das als sinnvolle Ergänzung zu meinen Investments in Einzelaktien. Und für das Alter bietet quirion dann auf Wunsch auch eine automatisierte und gestaffelte Veränderung der Asset Klassen mit einer Verschiebung von Aktien zu Anleihen an, um die Schwankungsbreite zu reduzieren. Über diesen Link kannst Du Dich informieren und ebenfalls ein Depot eröffnen.

Aktienkäufe

Im März habe ich Käufe in Höhe von 8.429,50 € im Dividendendepot durchgeführt:

1.111 Aktien VIB Vermögen für 8.411,50 €

Sparplan McDonald’s für 18,00 €

Mit dem Kauf der Aktien der VIB Vermögen habe ich in ein Unternehmen investiert, dass ab diesem Jahr mit einem Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag ausgestattet ist. Ich habe 7,57 € je Aktie bezahlt. Ab 2027 wird es dann eine jährlich eine Ausgleichszahlung von 0,77 € geben, die aufgrund der Körperschaftsteuerreform jährlich um 0,01 € bis auf 0,82 € im Jahr 2032 steigen wird. Ich starte also mit einer Dividendenrendite auf meinen Einstand von 10,2%, die auf 10,8% steigen wird. Der Markt preist aktuell jedoch ein hohes Risiko, da die Ausgleichszahlung mittelbar vom Mehrheitsaktionär Branicks zu zahlen ist und dieser sehr schwach aufgestellt ist. Ich halte das Risiko jedoch für kalkulierbar, da die Gewinnabführung der VIB Vermögen für die Ausgleichszahlung verwendet werden wird.

Aktienverkäufe

Im März habe ich Verkäufe im Dividendendepot in Höhe von 26.137,84 € durchgeführt:

200 Aktien General Mills für 7.552,10 €

50 Aktien Sekisui House für 952,10 € (Bestand nun: 50 Aktien)

75 Aktien Sompo Holdings für 2.207,24 € (Bestand nun: 25 Aktien)

10 Aktien MSCI Inc. für 3.605,20 € (Bestand nun: 20 Aktien)

10 Aktien BlackRock für 7.149,16 € (Bestand nun: 15 Aktien)

15 Aktien Microsoft für 4.672,04 € (Bestand nun: 85 Aktien)

Bei General Mills habe ich in der ersten Woche des Irankriegs die Reißleine gezogen und die Aktien in den fallenden Kurs für 37,80 € je Aktie verkauft. Ich sicherte mir zudem eine Steuererstattung aufgrund realisierter Aktienverluste. Ich hatte aber den Plan, die Aktien wieder zurückzukaufen. Die ersten 100 Stück habe ich Anfang April auch schon zu 32,50 € zurückerworben. Ich sehe bei General Mills zwar keine kurzfristige Erholung, aber einen verlässlichen Dividendenzahler mit einer aktuellen Dividendenrendite von 6,5%.

Die anderen Verkäufe waren durchweg Teilverkäufe, mit denen ich mein eingesetztes Kapital wieder herausgezogen habe. Die jeweils verbliebene Depotposition ist nun zwar kleiner, besteht aber nur noch aus „stehen gelassenen Gewinnen“. Das geht zwar zu Lasten meiner laufenden Dividendenerträge. Angesichts der geopolitischen Gesamtlage haben mich diese Transaktionen aber sehr entspannt.

Dividendenerträge

Im März erhielt ich insgesamt 817,00 € als Netto-Dividenden. Gegenüber dem März 2025 ist das eine Veränderung von -9,51 € (-1,2%).

Dividenden erhielt ich im März von:

Unicharm: 8,33 €

Johnson & Johnson: 124,71 €

Novartis: 223,08 €

Badger Meter: 1,19 €

Realty Income: 38,86 €

Microsoft: 58,36 €

McDonald’s: 18,73 €

BlackRock: 91,98 €

Fortescue: 60,74 €

PepsiCo: 115,13 €

Oxford Lane Capital Corp: 25,90 €

Canadian National Railway: 50,00 €

Mein Dividendenziel für 2026 habe ich hier veröffentlicht und auch alle Dividenden des Jahres 2025 analysiert.

Crowdinvesting

Über meine bisherigen Erfahrungen mit Crowdinvesting hatte ich 2020 ausführlich berichtet. Im März erhielt ich keine Zinsen aus meinem Crowd-Portfolio.

Mein Portfolio ist aktuell noch 2.122,48 € groß: Ich habe ursprünglich 500 € bei Bergfürst, 1.100 € bei Engel & Völkers Digital Invest und 4.600 € bei ecoligo investiert. Davon wurden seit 2022 1.000 € bei Engel & Völkers Digital Invest (davon 45 € Ausfall), 2.777,52 € seitens ecoligo und 300 € bei Bergfürst (davon 10 € Ausfall) getilgt.

Ich bin hier nur noch auf Rückzahlungen aus und tätige schon seit längerer Zeit keine Neuinvestments mehr.

Depotperformance

Mein Dividendendepot hat sich im März mit -5,8% deutlich negativ entwickelt und die positive Performance der ersten beiden Monate wieder komplett abgegeben. Für das 1. Quartal 2026 steht nun ein Minus von 1,8%. Der Depotwert per Ende März beträgt 526.566 €.

Die Top-Werte im Dividendendepot im März waren mit Oxford Lane Capital (+24,6%), Deutsche Börse (+8,1%) und Oracle (+3,9%) leider alles nur kleinere Depotpositionen, die zuvor auch schon ordentlich verloren hatten.

Schwächste Werte im März waren Siemens (-16,9%), Itochu (-12,7%) und Unicharm (-11,8%).

Die Volatilität meines Dividendendepots lag im März bei 3,9%.

Anti-Depot

Mit dem Anti-Depot verfolge ich mit Echtgeld eine abweichende Anlagestrategie. Nach starken Schwankungen (2021: +40,8%, 2022: -58,8%, 2023: +16,4%) habe ich das Depot in den letzten beiden Jahren stabilisiert (2024: +8,3%, 2025: +5,2%).

Im März erzielte das Anti-Depot ein Minus von 3,2%, befindet sich seit Jahresbeginn mit +1,6% aber weiter im grünen Bereich..

Die Volatilität des Anti-Depots lag im März bei 3,6%.

Zitronen-Depot

Das Zitronen-Depot und seine besondere Strategie habe ich hier ausführlich vorgestellt. Dort findest Du auch die aktuelle Zusammensetzung. Ich baue mir langfristig ein Portfolio von Nachbesserungsrechten auf und erhoffe mir durch die Spruchverfahren eine risikoarme Zusatzrendite in einigen Jahren.

Im März wurden die Aktien von OTRS ausgebucht und Katek ausgebucht. Ich warte weiter auf die Mitteilung der Barabfindung bei Tele Columbus und centrotherm international, habe das Risiko einer Abfindung unter dem aktuellen Kurswert aber erst mal herausgenommen.

Das Volumen meiner Nachbesserungsrechte liegt nun bei 230.963,14 €.

Die Entwicklung des Nachbesserungsvolumens dokumentiere ich auf einer eigenen Seite.

Das Depot erzielte im März eine Monatsperformance von -2,4%.

Divantis-Community-Depot

Mit dem Preisgeld des finanzblog awards 2024 haben wir das Divantis-Community-Depot aufgesetzt. Über die Entwicklung des ersten Jahres hatte ich hier ausführlich berichtet. Das Depot schloss den März mit -5,6% ab und liegt damit seit Jahresbeginn nun bei +1,7%. Der Cash-Anteil liegt bei 0,5% (=15,32 €).

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Das Divantis-Community-Depot kannst Du direkt über diesen Link aufrufen und Dir alle Details anschauen. Es ist in die Depotverwaltungs-Software Parqet eingepflegt. Auch Du kannst Deine Wertpapierpositionen dort tracken und hast dann einen Überblick über Deine individuelle Performance.

Parqet kannst Du mit vielen Grundfunktionen kostenlos nutzen. Für Premium-Funktionen gibt es die Möglichkeit, ein kostenpflichtiges Abo abzuschließen. Wenn das für Dich interessant ist, dann erhältst Du mit dem Code BENWARJE einen Rabatt von 10% für die ersten 12 Monate.

Die komplette Vermittlungsprovision für einen solchen Abschluss fließt in das Divantis-Community-Depot.

Immobilie

Über meine Wohnung in Leipzig habe ich zuletzt mit einem Update berichtet. Nach Abzug der Gebühr für die Sondereigentumsverwaltung erzielte ich im März Mieteinnahmen von 977,37 €. Für die Neuvermietung leistete ich eine Zahlung an den Makler in Höhe von 1.885,75 €. Das Hausgeld beträgt 284,00 €. Für den Immobilienkredit zahlte ich Zinsen in Höhe von 226,92 €. Ich hatte damit in diesem Monat einen Nettoaufwand von 1.419,30 €.

Aufgrund der hohen vereinbarten Tilgung des Kredits habe ich ohnehin einen negativen monatlichen Cash-Flow. Die monatliche Annuität liegt bei 1.216,80 € (Zins & Tilgung) und ist bis 30.09.2028 fest vereinbart (Zinssatz: 1,24%).

Dafür sinkt die Verschuldung der Wohnung stetig, sie liegt zum Ende März bei 213.353,24 € (bei einer Wohnungsgröße von 77,3 qm und zusätzlich einem Stellplatz). Das entspricht einer Verschuldung je qm-Wohnfläche von 2.760,07 €.

Um mich auf die voraussichtlich deutlich höheren Zinsen gegenüber meiner bisherigen Finanzierung ab 2028 vorzubereiten, habe ich einen Sparplan in das iBonds-Produkt mit Fälligkeit im Dezember 2027 angelegt, den ich mit monatlich 100 € bespare. Darüber habe ich hier ausführlich berichtet. Bei bisher eingezahlten 3.000 € liegt der Depotwert dieses Sparplans zu Ende März bei 3.107,05 €.

Dividendenveränderungen

Im März wurden bei meinen Depottiteln folgende Dividendenveränderungen verkündet:

Talanx: Erhöhung der Dividende von 2,70 € auf 3,60 € (+33,3%)

Kurzer Ausblick auf den April 2026

Erstmal wird es sicherlich so weitergehen wie im März. Jede Hoffnung auf ein Kriegsende im Iran wird die Kurse steigen lassen. Und jede Enttäuschung wird den Ölpreis steigen lassen.

Das sind für mich keine Themen, die ich mitspiele. Für kurzfristige Spekulationen bin ich nicht der Typ. Aber natürlich sind die Berichte ernst zu nehmen, dass die Energieversorgung auf absehbare Zeit teurer werden wird.

Mein Branchenschwerpunkt im Depot liegt weiterhin bei Versicherungen. Sie dürften weiterhin ihren Weg gehen und von den Problemen des produzierenden Gewerbes unbeeindruckt bleiben. Und sie werden in den nächsten Wochen für einen warmen Dividendenregen bei mir sorgen.

Im April plane ich den Rückkauf von General Mills und einen weiteren Kauf bei der DFV Deutsche Familienversicherung. Bei diesem Titel bin ich besonders gespannt auf die Einladung zur diesjährigen Hauptversammlung, die gegen Ende April erfolgen müsste. Mit ihr wird dann der Geschäftsbericht und der Dividendenvorschlag veröffentlicht. Genau wie bei USU Ventures sind das die wichtigsten Informationsquellen bei Delistingtiteln. Apropos USU – die Hauptversammlung soll am 9. Juli in Möglingen stattfinden. Wer Lust hast, kann mich dort treffen!

Meine Mission für die nächsten Wochen liegt aber vor allem darin, entspannt zu bleiben. Auch diese Krise wird im Rückblick nur eine Episode gewesen sein. Es ist jetzt erneut wichtig, investiert zu bleiben. Sitzfleisch ist das beste Rezept für eine langfristig positive Performance.

Und in diesem Sinne wünsche ich Euch allen Frohe Ostern und eine entspannte Zeit. Und gute Nerven für die nächsten Wochen.

Wie hast Du den März erlebt? Und welche Pläne hast Du für den April? Lass uns in den Kommentaren miteinander diskutieren!

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Kommentare

63 Kommentare zu „Ostern zum Durchatmen – die turbulenten Wochen hören nicht auf“

  1. Avatar von Thomas
    Thomas

    Hi Ben, Danke für den Beitrag.
    Natürlich schießen mir wieder tausend Gedanken durch den Kopf, mal sehen, ob ich es für alle gewinnbringend sortieren kann.

    FIRST,
    der teuerste Satz an der Börse ist: Diesmal ist alles anders.
    Dabei bleibe ich und darum stelle ihn vorne an.
    Nein.
    Es ist anders und gleichzeitig ist es doch
    nicht anders als wie bei allen vorangegangen Krisen an der Börse, ob es zwanzig oder hundert waren. Es wird sich wieder aufhellen, nur wissen wir nicht, wann das sein wird.
    Buffet sagt, wer die Aktien nicht hat, wenn sie fallen, hat sie auch nicht, wenn sie steigen.
    siehe zum Beispiel hier
    https://paretoinvestor.substack.com/p/msci-world-vs-ftse-global-all-cap-best-global-etf
    solche Graphiken gibt es zuhauf und eigentlich wissen wir es auch.
    Ich kaufe weiter.

    SECOND,
    Ben hat sich der Nachhaltigkeit verschrieben und daraus resultierend Öl, Rüstung, Tabak, z.Tl. Rohstoffe für sich ausgeschlossen.
    Dies erweist sich nun als Nachteil. Man muß es sich leisten können. Wenn man es sich nicht mehr leisten kann, weil man Kapital verliert, muß man umdenken, reflektieren oder resignieren.
    Resignieren ist am Kapitalmarkt nie eine Option.
    Was ist jetzt anders? die Zeiten haben sich geändert.
    Die Friedensdividende ist aufgebraucht. Europa hatte billiges Gas aus Russland und billige Verteidigung aus USA und fertig.
    Das gibt es nicht mehr.
    Alle Aktienhalter, die Öl und Rüstung, Tabak, Rohstoffe nie für sich ausgeschlossen hatten, laufen jetzt vermutlich besser bzw stabiler.
    Ich sehe es bei mir selbst.
    Aber jetzt braucht man gerade keine Ölaktien zu kaufen.
    (trotzdem Respekt @Ben)

    Wir akzeptieren in dem Moment, wo wir auch nur eine einzige Aktie kaufen, das Eiserne Gesetz des Kapitalmarktes, das sich die stärksten Unternehmen durchsetzen und die schwächsten vom Markt verschwinden.
    Nur in der Politik wollen wir das nicht wahrhaben?
    Die stärksten werden sich durchsetzen. Auch in der Politik. Auch in der Welt. Ende aus. Das ist leider der Normalzustand, zu dem über kurz oder lang alles wieder zurückkehrt. Alles andere ist Lametta.

    THIRD,
    Es gibt im Iran doch nur drei Szenarien.
    USA gewinnt, Öl fließt wieder.
    Iran gewinnt, USA resigniert, Öl fließt wieder ( mit saftiger Maut) alles wird drastisch teurer
    Patt, das wäre die schlechteste aller Optionen, es dauert ewig mit der Blockade von Hormus.

    Die Chancen, das bald wieder Öl fließt, liegt also bei 66%
    Außerdem werden, wenn die Tanker ausbleiben, der gesellschaftliche Druck auf die handelnden Akteure so groß, das man sich einigen wird.

    Klar habe ich bei allen derzeitigen Nachrichten genau das gleiche mulmige Gefühl wie alle, Europa steht so beschämend teilnahmslos mit sich selbst beschäftigt da,
    aber wir können es nicht ändern. Es droht saftige Rezession und saftige Inflation.
    Der beste Schutz sind aber Aktien.

    Ja, SWAN (Sleep well at night) ist wichtig, aber man darf sich nicht ängstigen lassen.

    Ein Gedanke noch zu LVMH:
    die ich nie hatte und auch nicht plane zu kaufen, der nahe Osten, 2025 erst von LVMH zum Coremarkt geadelt worden, wird wohl länger ausfallen. Daher vermute ich, das es LVMH wohl noch billiger zu kaufen gibt als derzeit.

    Darum zum Schluss noch mal eine ähnliche Graphik wie oben schon.

    https://www.covenantwealthadvisors.com/post/understanding-stock-market-corrections-and-crashes

    schöne Ostern der geschätzten Community und Ben.

  2. Avatar von Andreas P.
    Andreas P.

    Frohes Osterfest für alle Leserinnen und Leser!

    Für das 1. Quartal 2026 steht bei mir ein Minus von 1,60% zu Buche. Angesichts der dramatischen Ereignisse auf der Welt also nicht der Rede wert.

    Meine Cashposition von etwa 15% habe ich bisher nicht eingesetzt. Den Zeitpunkt dafür halte ich persönlich noch nicht gekommen. Sie ist weiterhin sicher, z.B. bei 3,20% Tagesgeld, angelegt.

    Von den vereinnahmten Dividenden und Zinsen habe ich im 1. Quartal u.a. folgende Anlagen getätigt:
    – Adidas
    – Admiral Group
    – DWS Group
    – NN Group
    – Talanx
    – Unilever.

    Nach sehr langer Zeit habe ich erstmals wieder einen Verkauf getätigt: Johnson & Johnson. Hat nichts mit der augenblicklichen Krise zu tun. Der Kursanstieg ging mir einfach zu schnell.
    Auf meiner Verkaufs-Watchlist stehen nach den starken Kursgewinnen BP plc, da ich mit erheblichen Kursverlusten nach Ende der internationalen Ölkrise rechne.

    Meine vorläufige Strategie für das zweite Quartal:
    – Laufende Wiederanlage vereinnahmter Dividenden und Zinsen in ausgesuchten Aktien.
    – Cashposition weiter vorhalten.
    – Die Kriege RUS/UKR und Naher Osten auf Entspannungssignale (= möglicherweise Einstiegszeitpunkte) hin aufmerksam verfolgen.
    – Gedanklich darauf einstellen, dass es an den Börsen noch schlimmer kommen kann. Aber das Durchhalten belohnt wird.
    – Demut und Mitgefühl für viele Unbeteiligte angesichts des verursachten Leids.

    Alles keine Anlageempfehlungen!

    Viele Grüße

    Andreas P.

    1. Avatar von BörsenHai
      BörsenHai

      Hallo Andreas P.,

      kannst Du erläutern, warum Du in Admiral, NN Group, DWS und Talanx investiert hast?
      Welche Gründe bewegten Dich dazu?
      z.B. Wieso nicht in Hannover Re statt in Talanx?
      Warum nicht in Zurich Insurance statt DWS?

      By the way: Hat jemand den Weg gefunden, statt die „aktuelle“ Kurs-Dividende in PP auch die Dividende auf den Invest anzuzeigen?

    2. Avatar von BörsenHai
      BörsenHai

      Ich vergaß: keine Anlageempfehlung!!!

    3. Avatar von Andreas P.
      Andreas P.

      Lieber BörsenHai,

      Admiral Group, DWS und Talanx sind Nachkäufe. NN Group ist ausnahmsweise ein Erstkauf.

      Wesentliche Gründe für die Käufe sind (mehr auf den Unternehmensseiten):
      Derzeit bevorzuge ich angesichts der erratischen Wirtschaftspolitik der USA eher europäische Aktien und versuche dadurch mein Übergewicht an amerikanischen Aktien und das Währungsrisiko USD/EUR etwas zu reduzieren. Die britische Währung läuft zum EUR besser als der USD.
      Die vier Unternehmen sind in ihren Märkten stabil positioniert, zeigen seit Jahren nachhaltige, steigende Ertragslagen, sind von den KGVs her nicht überteuert, zahlen alle verlässlich hohe Dividenden und betreiben insgesamt eine sehr aktionärsfreundliche (Ausschüttungs-)Politik.
      Die drei Versicherungsunternehmen Admiral, Talanx und NN Group generieren ständig fließende Cashflows.

      Versicherer Admiral Group ist ein langjährig gut geführtes Unternehmen und hat einen beständigen Cashflow. Statt Sonderdividenden („special dividend“) sind in 2026 (optional) erstmals Aktienrückkäufe angekündigt.

      Auch die DWS Group wird meiner Ansicht nach v.a. mit ihrer Palette an ETF nicht unerheblich von der Einführung der staatlich geförderten Altersvorsorgedepots profitieren. Bei den schweizer Aktien scheue ich den zusätzlichen Aufwand zur Quellensteuererstattung. Sorry, aber ich bin einfach zu bequem dafür.

      Talanx meldet für die nächsten Jahre erneut ambitionierte Geschäftsziele, die bisher stets übertroffen worden sind und hebt die Dividende für das GJ 2025 stark an (+33 %). Hannover Rück (wie auch Münchener Rück und Allianz) befinden sich bereits ausreichend im Depot.

      Der Versicherer NN Group hat erneut starke Geschäftsergebnisse und positive Aussichten (u.a. in Osteuropa) gemeldet.

      Wie immer keine Werbung und Anlageempfehlungen!

      Viele Grüße

      Andreas P.

    4. Avatar von BörsenHai
      BörsenHai

      Lieber Andreas P.,

      da habe ich nicht gut genug gelesen, ich dachte es sind alles Neuanschaffungen. ;)
      Und wenn die anderen bereits genügend repräsentiert sind, ist doch Alles gut.
      Für eine Neuanlage hätte ich Hannover Re der Talanx vorgezogen, da Kurs und Div-Steigerung mehr Konstanz aufweisen (Warnung: das sind Alles Rückblicke! – Keine Anlageempfehlung!!!).
      Talanx war vor 4 oder 5 Jahren „zu billig“. Ihr Marktwert bestand aus dem 50%-Anteil an der Hannover Re plus für alle anderen Versicherungen ca. 15% Aufschlag. Das war der Zeitpunkt meines Einstiegs. Denn alle Teile der Talanx lieferten solide Ergebnisse.

      Auch ich investiere lieber in vorhandene Aktien als in neue Aktien und versuche die Anzahl der Titel nicht explodieren zu lassen – eher reduzieren.
      Andere Mitforisten leben halt gerne mit 150 oder mehr Aktien; jeder nach seinem Geschmack. Es gibt da kein richtig oder falsch.

      Danke für die Einsicht in Deine Gedanken.

  3. Avatar von Tim
    Tim

    Hallo Ben,
    auf die Gefahr hin, dass ich etwas falsch verstehe eine Rückfrage zu deinen Verkäufen.
    Du schreibst u.a.

    10 Aktien MSCI Inc. für 3.605,20 €
    10 Aktien BlackRock für 7.149,16 €

    Das bedeutet doch du hast zu Kursen von 360,52€ und 714,92€ verkauft.

    Wann haben wir denn diese Kurse bei den beiden gesehen?

    Liebe Grüße und entspannte Ostern.
    Tim

    1. Avatar von Ben Warje

      Hallo Tim,

      Sorry, das habe ich nicht erläutert: es sind die Nettoerlöse nach Abzug der Kapitalertragsteuer. MSCI Inc. habe ich zu 456,45 € verkauft, BlackRock zu 842,00 €.

      Viele Grüße Ben

  4. Avatar von Thomas
    Thomas

    @Andreas P
    Verkaufsgedanken BP kann ich nachvollziehen, denke auch so, aber von welchem Preis an verkauft man?
    BP kann noch 7 oder 8 oder 9 Euro erreichen. Wer weiß das schon.
    Letzten Meldungen zufolge legen in den nächsten 48 h die letzten Kerosintanker in GB an und danach kommt nichts mehr …
    https://www.gbnews.com/news/world/iran-last-oil-tanker-uk
    Sehe die Gedanken zur vorläufigen Strategie für das nächste Quartal genauso.

    1. Avatar von Andreas P.
      Andreas P.

      Lieber Thomas,
      der Verkauf meiner BP plc erfolgt vermutlich in mehreren Tranchen. Den absoluten Höchstkurs erwische ich sowieso nicht. Auf die letzten 10 – 15% Kurssteigerung verzichte ich von vornherein. Das war bei Johnson & Johnson auch so. Man muss sich dann mit dem zufrieden geben, was man hat und nicht nachtrauern.

      Der Zeitpunkt für einen Verkauf ist aus meiner persönlichen Sicht noch nicht gekommen. Erst wenn sich die Lage am Ölmarkt beginnt, einigermaßen verlässlich zu entspannen. Wann das sein könnte, darüber muss jeder selbst informieren und dann prognostisch entscheiden.

      Viele Grüße

      Andreas P.

  5. Avatar von finanzjongleurblog
    finanzjongleurblog

    Danke dir für deinen Einblicke, Ben.
    Schöne Ostern und weiterhin richtige Entscheidung!

  6. Avatar von BG
    BG

    Hallo zusammen und frohe Ostern,

    meine Depotperformance für das erste Quartal beträgt ca. +/- 0%.

    Verkauft habe ich Anfang März Sartorius und Weichai, um etwas Cash aufzubauen. Ende des Monats habe ich, vielleicht vorschnell, Unilever, die seit Jahren bei mir im Depot rumdümpeln aus dem Depot geworfen. Ich wollte nicht schon wieder wie bei Magnum ein paar Aktien in London eingebucht bekommen, die dann nur zu hohen Kosten zu verkaufen sind.

    Da ich dann noch einige Aktien gekauft habe, hat das mit dem Cash-Aufbau nicht so ganz funktioniert ;). Dabei waren
    – Synektik
    – Benefit Systems
    – Sixt
    – Deutsche Familienversicherung (danke Ben)

    @Ben: Wie kommst du immer nur auf so interessante Werte, bei denen immer wieder Konstellationen vorhanden sind, mit denen ich mich in all den Jahren noch nie beschäftigt habe? So habe ich zu VIB gleich die KI ordentlich befragt. Zitat Gemini: „Branicks hat am 31. März 2026 Stillhaltevereinbarungen mit Gläubigern für Schuldscheindarlehen (87 Mio. €) bis Juni 2026 erreicht. Dies verschafft kurzfristig Luft, ist aber ein Symptom für erhebliche Liquiditätsengpässe. Am 22. September 2026 wird eine Anleihe über 400 Mio. € fällig. Branicks arbeitet aktuell an einem „Gesamtfinanzierungskonzept.“ Obwohl ich diese Info anschließend auf der Website von Branicks bestätigen konnte, komme ich an dieser Stelle gedanklich nicht weiter. Was genau führt dich zu der Annahme eines vertretbaren Risikos, wenn ich dies fragen darf?

    VG
    BG

  7. Avatar von BörsenHai
    BörsenHai

    Hallo Ben,

    so ganz habe ich Dein „Gefühl ist schlechter“ und „zu wenig Cash“ in dieser Situation nicht deuten können, da Du ja von den Unternehmen überzeugt bist.

    Die Gewinnmitnahme bei MSCI verstehe ich, Verkäufe bei fallenden Kursen für eine Cashgenerierung (!) verstehe ich allerdings nicht, außer man hat andere Investments im Auge. Und da tue ich mir derzeit echt schwer.
    Bin gespannt, was demnächst auf Deiner Einkaufsliste steht. ;)

    Allen ein entspanntes Ostereiersuchen.

  8. Avatar von Max
    Max

    Hallo Ben,

    danke für den Einblick in deine Depots. Ich bin noch ein recht junger Anleger (22 Jahre alt).
    Deine Updates inspirieren mich und zeigen mir, was man im Laufe der Jahre erreichen kann💪🏻.

    Zu deinem Blog-Beitrag:
    Mir geht es auch so, dass mich die aktuelle weltpolitische Lage beschäftigt. Ich mache dann Nachrichten-Diät, aber man kann den Krieg in Iran ja doch nicht komplett ausblenden. Zumindestens nicht wenn man zur Tankstelle muss.
    Ich fühle mich da mit ein bisschen extra Cash auch wohler.
    Das es da bei dif keine starre Cash-Quote gibt, verstehe ich. Es geht ja nicht darum die optimale Cash-Quote zu finden, sondern darum beständig weiter zu investieren.
    Und deshalb finde ich das Ziel einer „entspannten“ Geldanlage bzw. eine mit der man sich wohlfühlt sehr passend👍🏻.

  9. Avatar von Tobs
    Tobs

    Hm…

    #Marktschwankungen: Gehören zur Aktienanlage dazu, sind nichts ungewöhnliches und wir haben bislang nun wirklich keine sonderlich beachtenswerte Vola erlebt. Frei nach WB: Die kleine Delle (bezogen auf einen breiteren Index) ist rein gar nichts.

    #Wieso irritieren diese Marktschwankungen denn nun so? Was ist denn der Anlagestil? Sofern es darum geht, sich unternehmerisch an Unternehmen langfristig zu beteiligen und hierbei am Nektar steigender Kapitalrückführungen zu lutschen, interessieren mich doch eigentlich Cash-Flow und Unternehmensentwicklung mehr als Kursbewegungen. Vola ist der Preis für den höheren Aktien-Return, das weiß man einfach. Was schmerzen denn hier eine paar – vorläufig (!) – abgegebene Buchgewinne auf KM 4, 6 oder 12 auf wem Weg des Ultramarathons?

    #Tanker: Wieso sollte man dann gerade die von Ben verkauften großen Tanker (teil-) abstoßen, wenn man Sorgen vor Marktbewegungen hat? Gerade diese Unternehmen trotzen doch jedem Sturm, rollen auch auf schwerster See mit jeder Welle ohne unterzugehen. Im Gegenteil, solche schwere Seen lassen die kleinen Nußschalen absaufen, nicht die Tanker. Die Tanker haben Cash Flow und endlose Refi-Optionen, nicht die von Ben in letzter Zeit stark angesammelten Micro-Caps.

    #Nussschalen: Und das führt mich zum nächsten Punkt. Eine Sorge vor Marktverwerfungen würde mich persönlich weniger dazu bringen, in kleinkapitalisierte, spezifische Story Aktien zu investieren. Ich könnte es eher nachvollziehen, wenn das eine ergänzende Teil-Strategie sein soll (jeder nach seiner Fasson), aber als Hedge oder Ausflucht vor Marktsorgen? Schließe mich hier Börsenhai an, dass ich die „Deutung“ nicht vollziehen kann.

    #VIB. Na ja, ich kenne nicht den Investment-Case, der Ben geleitet hat. Aber was soll man zu Branicks (vormals DIC) sagen, deren Ruf im institutionellen Bereich gelitten hat und die es wegen ihrer Refi-Probs bis in Bloomberg geschafft haben. Glaubt man hier eine für Minderheitsaktionäre vorteilhafte Kapitalallokation auf Grundlage des BGAV? Natürlich wird das ganze Kapital nach oben gezogen, weil Branicks Refi-Themen meines Wissens nach noch immer nicht abgeschlossen sind. Oder soll das eine Positionierung für eine potentielle Privatisierung sein? Bloß, wer bitte schön möchte allen Ernstes denn im Umtauschverhältnis 4,18 Aktien von diesem Unternehmen erhalten?:-) Autsch.

    1. Avatar von Hansi
      Hansi

      Kann Tobs in Sachen VIB nur zustimmen.

      Branicks Bonität ist nicht vertrauenserweckend.

      Ich als Laie verstehe den Sachverhalt wie folgt:

      VIB gehört zu ca. 69% DIC Rei und muß 100% des Gewinn abführen. Dic Rei hat 24 ca. 3,6 Mio EK und ca. 1 Mrd Schulden. VIB führt 100% Gewinn an DIC Rei ab und Dic Rei führt 100% Gewinn an Branicks ab und Dic Rei , die 0,3 %hat, ist verpflichted die Ausgleichszahlung an Minderheitsaktionäre der VIB zu zahlen. Erste Ausgleichszahlung in 27. Der Vertrag ist für mich ein Beispiel wie Kleinaktionäre benachteiligt werden.

      VIB hat lt. Bilanz bereits eine Forderung gegen Branicks in Höhe von ca.250 Mio als Vermögenswert auf der Aktivseite und angeblich nochmal Zinsforderung gegen Branicks von ca. 26 Mio stehen. Hat das Darlehen einen Zinssatz von > 10% oder sammeln sich dort schon Zinsforderungen vorheriger Zeiträume.

      Auch scheint mir die Bewertung der VIB -Aktiva sehr ambitioniert und wer garantiert, dass im Verbund nicht Immobilien zu ambitionierten Preise an Töchter verkauft werden. Wenn man vorm Absaufen steht, dann ist oft legale Kreativität bei der Bilanzerstellung gefragt.

      Als Kleinaktionär ist man immer im Nachteil und die Konzernherrscher haben Information- und Gestaltungsvorteile. Da will ich gar nicht mitspielen und insbesondere nicht in so einem Fall.

  10. Avatar von Volker Mühlhausen
    Volker Mühlhausen

    @ Tobs: Von den Kleininvestitionen habe ich mich aufgrund negativer Erfahrungen getrennt und halte mich fern. Die Nachrichtenlage ist mir zu schlecht und die Insider Gefahr zu hoch.

    Investiere deswegen nur noch in Werte mit Marktkapitalisierung >2 Mrd. €, bevorzugt > 10 Mrd. €.

    @ all: Habe mich von meinen Ölwerten Petrobras Vz, Petrobras St., Shell und Total getrennt und die Gewinne realisiert. Nur noch eine Kleinstposition VAR Energi im Depot. Grund: Als ich einstieg, waren sie günstig(er), jetzt sind für meine Haltezeit All-Time Highs erreicht worden. Wann soll man bei einem Zykliker denn sonst raus ? Und vor allem bei Öl. Da gibt es weltweit genug von und hohe Preise werden nur das Angebot befeuern und die Nachfrage bremsen. Überlegt mal, wenn nahezu gleichzeitig der Golfkrieg und der Ukrainekrieg – egal zu wessen Lasten/Gunsten – beendet würden, was dann mit dem Preis passieren würde ? Auf die Preise dürfen gerne die Spekulanten/Profis/Terminhändler wetten, ich Kleinanleger bin erstmal raus und gehe erst dann wieder rein, wenn für mich die Bewertungen/Dividendenrendite wieder stimmen (keine Empfehlungen/Anlageberatung).

    Stichwort Cash: Habe ich ne hohe Quote, – über 50% zurzeit – sehe ich aber gelassen, weil mir die Kurse in Relation zu den Bewertungen insgesamt relativ hoch erscheinen.
    Insofern tätige ich derzeit nur kleine Nachkäufe/Aufstockungen und kleine Erstinvestitionen.

    Gruß an alle
    Volker

  11. Avatar von Kleininvestor
    Kleininvestor

    Im Moment heisst es glaube ich einfach nur cool bleiben, nix überstürzen und einfach nur hoffen, dass auch diese Krise irgendwann vorbeigeht und wir wieder auf das Kursniveau kommen, das wir noch im Januar/Februar hatten.

    Im Moment ist man gar gewillt, seine eiserne Reserve zu investieren, da die Kurse derzeit so niedrig sind. Meiner Meinung nach wäre beispielsweise Adidas oder Nike aufgrund der bevorstehenden WM eine Option.

    Ich versuche jedoch eher Gewinne zu realisieren, der Verkauf von Johnson & Johnson wäre hierbei eine Option. Auch werde ich im Mai einen warmen Dividenden Segen bekommen.

    Da ich die meisten meiner Aktien in der Zeit der Corona Krise gekauft habe, bin ich mit meinem Depot immer noch gut im Plus, trotz knapp 10% Verlust. Es ist sogar meine erste größere Krise seitdem ich in Aktien investiere. Die letzten Jahre war ich doch sehr von Kursgewinnen verwöhnt und konnte es manchmal selbst nicht glauben, wie gut sich mein Depot entwickelt hat.
    Hoffen wir also einfach, das auch diese Krise vorbeigeht und wir gestärkt daraus hervorgehen.

    Wer allerdings die Diskussion gestern bei Markus Lanz verfolgt hat, dürfte weiter stark benunruhigt sein. Es wurde darüber gesprochen, was passieren würde, wenn die Chinesen Taiwan angreifen sollten, bzw. wie sich eine Blokade der „Straße von Taiwan“ auf die Weltwirtschaft auswirken würde. Dies würde die Weltwirtschaft stark belasten und größer als die letzten 3 Krisen (Ukraine / Corona / Finanzkrise) sein.
    Natürlich wird in solchen Sendungen immer massiv übertrieben und die Wahrheit wird irgendwo in der Mitte liegen, das Problem ist dennoch nicht vom Tisch zu wischen.

    Wir leben einfach in turbulenten Zeiten in der sich die Welt neu ordnet und alte Gesetze und Begebenheiten die uns jahrezentelang Sicherheit brachten, einfach nicht mehr gelten. USA / Russland / China teilen sich die Welt nach ihren Vorstellungen neu auf. Es gilt das Recht des stärkeren und Europa steht gelähmt am Seitenrand und schaut einfach zu – eben weil es seine eigenen Probleme hat die Interessen aller Mitgliedsstaaten unter einen Hut zu bringen und einig in der Uneinigkeit ist.
    Man darf nicht zu viel darüber nachdenken und einfach nur hoffen, dass man in 10 Jahren gelassen auf diese Zeit zurückblickt.

    1. Avatar von BörsenHai
      BörsenHai

      Hallo Kleininvestor,

      eine Weltmeisterschaft oder Olympiade hilft zwar den Sportunternehmen, aber bringen kein langfristiges Wachstum. Überlege Dir Deine Argumentation noch einmal.

      Adidas war in den 90er Jahren einmal ein Tenbagger. Das ist aber lange her. Diese Teilbranche ist nichts für mich und waren bei meiner Portfolioreinigung mit die ersten, die rausflogen – trotz Kursgewinn.

      Eine eindeutige Krise sehe ich nicht. Zumindest nicht in meinem Depot(be)stand. Das Depot ist volatil keine Frage; Q1 ist sanft im plus. Das ist aber auch kein Zeichen für Sorglosigkeit, es kann in Q2 oder Q3 ganz anders aussehen.
      Für mich als langfristig denkender Investor spielt das eh keine Rolle.

  12. Avatar von Hansi
    Hansi

    Frohe Ostern wünsche ich allen,
    spannender Monat und zum Glück noch ein halbwegs entspannte letzte Wochen im März. Wenn man den Run der Börse seit 2008/2008 sieht muß es irgendwann knallen. Es werden ne Billionen in über 1000 verschiende Krypto-Trash-Coins gehalten. Buffett warnt vor Risiken bei der Kreditvergaben von Banken & Co. Bei solche einer katastrophalen Überbewertung im Februar braucht es keine Ukraine, Iran oder Taiwan. Trotz der Marktüberbewertung gibt es zahlreiche günstige Titel.
    Es gibt nur ein China und es gibt keinen Friedensvertrag mit Taiwan. Taiwan ist nur eine rebellische Provinz Chinas, die von keinem serlösen Staat anerkannt. Taiwan kommt ohne Wenn und Aber.
    USA/Israel schreddert iranische Infrastruktur und Iran greift alle Golfstaaten/Israel mit Low-Budget-Drohnen an. Das iranische Volk leidet mehr, aber ist vermutlich wesentlich leidensfähiger wenn es gegen den Satan geht, als paar Wessis, die bei 2€ /L Tankpreisen kurz vorm Schlaganfall stehen.
    USA hat Stand heute 3 F18, 1F35,1F15, 1F16, 12 Reaper-Drohnen, 3 Tankflugzeuge, 1 Airwacs-Flugzeug verloren. Thaad Abwerhraketen reichen bis Ende Apri, RIM/ Patriot ggf bis August. In den ersten 4 Wochen wurde 800 Tomahawks verballert, die USA produziert keine 100 Stück im Jahr.
    Die Flugabwehr von Bahrain hat paar Tagen 45 Patriot ( 150 Mio) für 9 Shahed-Dronen (ca 0,25 Mio) verballert. Ukraine hatte für 5 Jahre Krieg ca. 1000 Patriot-Raketen. USA könnte irgendwann im April den Sieg erklären, dann aussteigen und der Rest kann sehen wie er klar kommt.
    Iran will selbst nach dem Krieg die Kontrolle über den Hormuz-Kanal halten und will für die Durchfahrt auf Yuan-Zahlung bestehen.
    Weltwirtschaftskrise für 2026 scheint unvermeidbar. Tatsächliche physische Brent-Käufe heute 140USD , 30 USD höher als die Zukunftskontrakte bei 110 USD.
    Europa ist selbst Schuld, wenn man auf Nordstream und russisches Gas freiwillig verzichtet.
    Bei mir im Depot sind auch die kleineren Gesellschaften mit weniger als 100 Mio Gewinn potentielle Abschusskandidaten.
    Im März habe ich doch keine weitere Cash-Reserve aufgebaut, sondern 1% Cash + Dividenden in den Markt gesteckt.
    Aufgestockt wurden
    Hikma, Sadafco,Saint Gobain,Pernod-Ricard, Hamborner,Diageo,Metlen,Ebos, Stellantis,Lanxess,General Mills, Husqvarna, Verallia und Check Point Software
    Neu hinzu kamen
    Beiersdorf, Teleperformance, Microsoft, Larsen& Toubro, Webuild
    Verkauft wurden
    Roger Communication, Petrobras, Saudi Aramco,Petronas Chemical, Sasol, Wilmar und Neste Oil.
    Der Monat war ein Verlust von 3,95% und seit Jahresbeginn steht noch ein Plus von ca. 6,45%.
    Meine Schwergewichte in Öl werde ich solange nicht verkaufen bis der Börsenwert mindestens den Umsatz entspricht. Diverse Anlagen im Nahen Osten sind beschädigt und die Reparatur wird locker 1 Jahr+ dauern. Kapazität wird längerfristig fehlen. Unsere Speicher in D sind straflich leer und IAEA spricht schon von Energierationierung. Das werden unsere Regierungsideologen sich nicht entgehen lassen. Krisen sind auch immer gut irgendeine Sauerei, wie Klarnamen-Pflicht, Digitaler Pass, Digitaler Euro und Vermögensverzeichnis langsam weiter voranzutreiben. Selbst dann führt kein Weg an Aktien vorbei und 2026 werde ich vermutlich langsam weiter aufstocken.

  13. Avatar von Helmuth
    Helmuth

    Ruhig bleiben…Investieren…Dividende.
    Klasse Blog und weiterhin viel Erfolg…

  14. Avatar von Manfred
    Manfred

    Hi all !
    Fuer mich sind das alles kaufkurse. Absolut !! Und wenn s noch weiter faelllt, dann noch absoluter !! Der Ben beruhigt sein gemuet mit cashreserve. Ich beruhige mein gemuet mit billig aufstocken. Da fuehl ich mich happy .Wenn s denn sein muss, auch etwas kredit. Eine groessere Dividendensumme ist eh im anmarsch… und wo hab ich zugelangt ? Bei mainstreet capital. Momentan 7%+ dividende. Alle sagen, finger weg von bdc s. Ich sage : “ dankeschoen“ und wenns noch weiter runtergeht, dann sag ich “ many many dankeschoen“. Ich fuehl mich gerade so euphorisch wie damals, als ich shell bei 13 gekauft habe, oder als ich ohi bei um die 10% dividende eingesammelt habe. Zur information ,: mainstreet capital ist fuer dbc s das, was realty income fuer die reits ist. Der tim schaefer war da noch mutiger als ich. Der hat kkr gekauft. Ich bin da lieber auf der etwas sicheren seite.

    Natuerlich keine kaufempfehlung !!!!
    :-)

    1. Avatar von Matthias von Mitzlaff

      Sehe ich sehr ähnlich, Manfred!
      Vor 2 Jahren habe ich mir BDCs näher angeschaut, seitdem CSWC, ARCC und HTGC ins Depot geholt. MAIN bespare ich aktuell weiter.
      Tolle Geschäftsidee dieser Unternehmen.
      Und ähnlich zu REITs wie OHI oder O kann man hier mit überschaubarem Einsatz auch mal substanzielle Dividende per Quartal oder Monat erzielen.
      Eine wohltuende Ergänzung zu Tech-Titeln, die aufgrund starker Kursentwicklung mit Dividenden geizen.
      Mir ist übrigens kürzlich aufgefallen, dass ein Großteil meiner Tech-Titel Dividende zahlt: MSFT, TXN, AVGO, CSCO vor allem. Kursentwicklung ist mir schon wichtig, aber Dividende als Ü50er auch ;-).
      Frohe Ostern @all!
      Eure Ostereier findet Ihr etwas verspätet, in Form von Frühjahrsdividenden ;-))

  15. Avatar von Hedi
    Hedi

    Hi Ben, kannst Du was zu den Gründen der (Teil-)Verkäufe schreiben (speziell zu MSCI, Blackrock und Microsoft)?
    Würde mich sehr interessieren.

    Grüße
    Hedi

    1. Avatar von Ben Warje

      Hallo Hedi,

      die Gründe lagen eher weniger in den Unternehmen selbst. Sondern darin, dass ich gerade auf diesen Titel hohe Gewinne stehen habe und deshalb nur einen kleineren Teil meines Bestands verkaufen musste.

      Viele Grüße Ben

  16. Avatar von BörsenHai
    BörsenHai

    Ben,

    Danke für den Einblick. Ich denke ich verstehe, was Du meinst. „Überflieger“ reduzieren und die Verluste ausgleichen.

    Volker schrieb ja weiter oben, dass er die ÖlAktien verkauft hat. Würde ich verstehen, wenn ich Verluste dagegen rechnen kann, ansonsten nicht.

    In volatilen Zeiten schaue ich sehr genau auf die Dividendenausschüttungpolitik. Und da ist tatsächlich Home Depot auffällig. 1% Div-Erhöhung ist sehr mager (davor in 10 Jahren vervierfacht – in etwa!). Im Gegenteil zu Nestle und Roche, die ich schon sehr lange halte, war Home Depot nicht als „Sicherheit“ gekauft worden, sondern Div-Anstieg plus Kurs. Und Home Depot steht auf der „Verkaufsoptionsseite“ (zumindest Teile davon). Das kleine plus aus 2023 passt perfekt. ;)

    Nicht vergessen: Meine Situation, mein Geld, meine Altersvorsorge. :)
    Und wohin mit der Kohle steht auch schon fest.

    Nur suche ich noch Invests in Asien … am liebsten im Sektor Industrie.

  17. Avatar von Oeste
    Oeste

    Frohe Ostern Ben – um mal etwas schönes hier zu schreiben neben all dem Rauschen – ATH bei Omega Healthcare – es lohnt sich also dabei zu bleiben! ;-)

  18. Avatar von Chaosqueen
    Chaosqueen

    Frohe Ostern an Alle! Ich schaue diese Tage etwas weniger oft ins Depot und wenn dann nur um potentielle Nachkäufe auszuloten. Man muss sich mit seinem Depot wohl fühlen und wenn möglich nicht aus der Bahn werfen lassen. Öl halte ich auf jeden Fall weiter, die Dividenden sind seit Jahren gut. Irgendwann gehts bei den Anderen auch wieder aufwärts!

  19. Avatar von Florian
    Florian

    Hallo liebe Schreiberlinge!

    Bin ja nerdy und sicherlich mit diskutablen Ansichten wie bereits mehrfach an anderer Stelle beleuchtet – hoffe nun aber, ein echtes Juwel gefunden zu haben:

    Werde übermorgen eine große Tranche kaufen von…

    3i

    Die sitzen in GB, also keine Quellensteuer, denen gehören 2/3 von „Action“, Expansion ist gen Osteuropa geplant. Sind herrlich runtergekommen. Gute Dividende.

    Was meint ihr?

    Hoffnungsvoll, mal richtig zu liegen und allen dicke Eier wünschend

    Florian

    1. Avatar von BörsenHai
      BörsenHai

      Hallo Florian,

      3i hatte ich irgendwann mal auf meiner Beobachtungsliste, ist aber länger her (> 5 Jahre).

      Dividende ist jetzt weder gut noch schlecht, die Steigerungen aber beachtenswert.
      Privat Equity bin ich voll, also nichts für mich.
      Ich drücke Dir mal die Daumen. ;)

      Übrigens: Keine Quellensteuer ist für deutsche Anleger schlechter, da die 5,5% Ostgebietssteuer bei uns ja noch dazu kommt.
      Bei 100€ Div, zahlst Du eben die 5,5% auf die volle Summe. Sollten aber 15% bereits abgezogen werden eben nur auf die restlichen 85%. ;)
      Das sollte aber niemanden dazu verführen, nicht in Aktien aus GB (oder andere Länder) zu investieren.

    2. Avatar von Tobs
      Tobs

      Hallo Florian,

      ich finde das interessant, aber eher wegen Action als Portfolio-Unternehmen. PE-Buden wie 3i wiederum als Investment behagen mir weniger als jemanden, der in seiner Eigenschaft als Anleger eher Compounder sucht.

      Sofern Dich insbesondere Action getriggert hat, dann nur mal interessenhalber Mr Price aus Südafrika gedroppt, die ich seit einigen wenigen Jahren habe. Kurs nach Kauf erst verdoppelt, nun wieder zurückgekommen, aber die Ausschüttung steigt. Und das ist fein.

      Mr Price ist Fashion und Value Retailer insbesondere in Südafrika. Top Execution. Allerdings übernehmen sie NKD gerade für rund 500 Mio. Euro. Das hat der Kapitalmarkt nicht goutiert, Mr Price sah sich sogar genötigt, nach dem Announcement im Rahmen der Earnings einen eigenen Kapitalmarkt Tag nachzuschieben, um den Anlegern besser den Investment Case nahe zu bringen. Hat aber auch nix gebracht, die Story hat bislang keiner der größeren institutionellen Anleger kaufen wollen…

      NKD ist ja in Deutschland und Osteuropa aktiv, so wie Action auch – darauf wollte ich eigentlich hinaus. Insbesondere Osteuropa soll der Wachstumsmotor der Zukunft sein. Aber Action ist ganz klar das bessere Unternehmen bislang. Extrem fokussiertes Sortiment, mit dem sie quasi Osteuropa überrannt haben. Sie haben auch double digit Margen, während die von NKD nur bei 4% liegt (EBIT).

      Allerdings ist das auch eine Chance für NKD, wenn Mr Price übernimmt, dass sie mit einer Vereinfachung des Sortiments den Margin uplift + Skalierung hinbekommen. Dann wäre der Kaufpreis von rd. 500 Mio. Euro vielleicht gar nicht so überteuert gewesen, wie gerade der Kapitalmarkt zu unterstellen scheint.

      Wie auch immer, es stecken bei Mr Price doch einige Risiken drin, das die sich damit vertun, zumal Mr Price insbesondere einen Fokus auf Fashion hat. Das ist ein execution Playbook, das erst mal sauber gespielt werden muss. Und es gibt genug andere Beispiele, wo auch andere erfolgreich geführte Süd-Afrika Unternehmen mit dem Versuch von Wachstum in Europa böse gegen die Wand gefahren waren. Europa ist der Wettbewerb härtet und fieser als in Afrika, wenn ich dort ein Geschäftsmodell gefunden habe, dass sich dort gut exekutieren lässt.

      Daher will ich Mr Price Dir nicht an die Backe schreiben, dachte aber, es könnte interessieren wegen NKD, sofern Du Dich für 3i insbesondere wegen Action interessieren solltest. Wie gesagt, mit Action kaufst Du über 3i das derzeit definitiv bessere Unternehmen. Aber Du hältst es eben über eine PE-Bude, die hat ja typischerweise eine gewisse Exit-Logik bei solchen Investments. Das fände ich schon wieder doof.

    3. Avatar von Karl
      Karl

      Hallo Florian,
      sieh Dir vor Deinem geplanten Kauf noch Jumbo (GR) an.
      Jonathan Neuscheler hat die kürzlich ausführlich analysiert:

      https://abilitato.de/jumbo-aktie-alles-discounter-mit-hohem-wachstum-und-33-prozent-ebit-marge-zu-einem-kgv-von-unter-10/

      An dieser Stelle mal ein ein herzliches Dankeschön an Ben für Deinen klasse Blog von einem bisher nur stillen Mitleser.

    4. Avatar von Hansi
      Hansi

      Hallo Karl,

      sehr lesenswerte aufschlussreiche Analyse. Da konnte ich nicht anders und hab mir trotz des hohen KUV paar Jumbos gegönnt. Hoffentlich bleibt der Gründer noch fit.

    5. Avatar von Tobs
      Tobs

      Hallo Florian,

      heute in der FT ein Artikel zu 3i/Action…

      https://www.ft.com/content/b981c7c7-04ee-41c9-8b6d-0e6281a52a1a?syn-25a6b1a6=1

      Action macht 74% des 3i-Portfolios aus!

      Das Action weiter wachsen wird, ist vermutlich sicher, allerdings ist die Frage, wie stark und daher ist das Risiko einer Multiple Compression nicht gerade gering. Daher würde ich mir das mit einem Kauf gerade zumindest mal überlegen.

      Die Multiples werden angesetzt wie folgt:

      3i intern: ~18.5x EBITDA → ~€49bn EV
      Markt aktuell: ~13x EBITDA → ~€40bn EV
      EU-Peers: ~5x EBITDA (!!)

      Risiko: In Europa hat sich das Wachstum normalisiert: LfL-Growth 4-5%. Und Frankreich war richtig schlecht. Ausweg soll nun Offensive in den USA sein (Start Süd-Osten). Das ist aber risikobehaftet, weil der Markt der Value Retailer da ziemlich eng und Costco / Dollar General usw. sehr stark sind.

      Wenn diese Expansion misslingt, wird Action nicht untergehen, aber eher weiter in Europa langsamer wachsen. Dann ist aber ein Re-Rating des Multiple auf 5-8x EBITDA/EV wahrscheinlich, wie bei den anderen europäischen Peers eben auch. Das würde für den Kurs eine Downside von 30-50 Prozent bedeuten.

      Letztlich: 3i ist eine PE-Bude und rd. 75% des Portfolio sind Action. Es ist der Klassiker, hohe Bewertungen und vergoldete Exits gelingen nur bei schnellem Wachstum. Darum meine ich persönlich, dass 3i zu dem USA-Versuch verdammt ist, ohne dass man wüsste, wie stark sie wirklich an den Erfolg glauben. Mich holt das daher überhaupt nicht ab.

      Action ist ein Knaller-Unternehmen, gar keine Frage, aber ähnlich wie Dollarama, auf die ich auch ein wenig hot bin, zur Perfektion gepreist. Bedeutet: Down side Risiko! Ich würde daher im Moment eher nicht in 3i einsteigen.

      Wie schreiben hier die geschätzten Mitforisten regelmäßig? Alles nur meine Meinung und keine Anlageempfehlung! :-)

  20. Avatar von Thomas
    Thomas

    Hallo Florian,
    nur meine persönliche Meinung zu 3i, dem Private Equity Mantel der „Action Märkte“
    Bin selbst im Einzelhandel und daher eine etwas subjektiv gefärbte Meinung.
    Sie fallen für mich klar unter die Billigdiscounter wie TEDi, Wreesmann, KIK, MäcGeiz, Pfennigpfeifer,Takko,NKD,Woolworth usw usf. Da ist ein ständiges Kommen und Gehen der Postenhändler.
    Da wird im großen Stil Postenware verramscht. Die Fotos der Websites sind natürlich gut ausgesuchte Bilder, in echt vor Ort sehen sie aber oft wie Ramschläden aus. (Sorry).
    Das Gros der Artikel unter 5 bis 10 €, entsprechend der Average Warenkorb pro Kunde. starke Tendenz 1 bis 2 Euroartikel.
    Wenn sie gut sind, haben sie etwa 10% Ebitda vom Gesamt-Revenue. Und die müssen Umsatz machen ohne Ende, damit sie nennenswerte Gewinne machen. Wenn die Umsätze mal einbrechen oder wegbrechen bei einer starren, filialbedingten Kostenstruktur sind sie dann auch schnell mal im roten Bereich.
    Der Turn von Weißware zu Eigenmarken fehlt auch.
    Die Bewertung von Action liegt mit einem hohen Ebitda Multiple (18-20 fach) und das war die Bewertung für hohes und schnelles Wachstum. Sobald das Wachstum nur etwas abflacht, zweifeln Anleger sofort an dieser Premium-Bewertung – und der Kurs von 3i bricht überproportional ein. Der Sprung in die USA ist sportlich und mit einem hohen Kostenrisiko verbunden. Die warten da nicht auf den nächsten Billigheimer.
    Die haben schon Dollar Tree, Dollar General, Family Dollar, Five Below, Walmart, Target – alle bereits sehr günstig und auf US-Markt optimiert.
    Tesco, Carrefour, Marks&Spencer, Sainsburys`s u.a. sind auch in den USA klar gescheitert. Das Wachstum von Action in Westeuropa stagniert, jetzt bleibt noch Osteuropa. vielleicht kommen noch ein zwei Jahre Wachstum und dann ist schon Ende.
    Private Equity könnte in der nächsten Zeit ohnehin unter Streß geraten.
    3i ist total von Action abhängig und sind ohne die nichts.

    Also Fazit für mich wären 3i gar nichts.

    Nur Meinung

    noch zum Ölpreis, auch wenn es zur Entspannung im Nahen Osten kommen sollte,
    (wenn nicht, sieht es sowieso grau aus)
    ist da unten schon sehr viel kaputtgegangen. Das dauert lange bis das alles wieder repariert ist, da es oft kritische Infrastrukturknotenpunkte sind.
    Eurobob-Kontrakte bis in den Juli/26 weit über normal.
    https://www.barchart.com/futures/quotes/J7HF16/futures-prices
    Weiß nicht vom Gefühl, ob wir dieses Jahr noch Benzinpreise unter zwei Euro sehen werden. 1,50 den Liter Benzin glaub ich ich für dieses Jahr nicht mehr dran.

    Von daher verkaufe ich meine Ölaktien auch bei fallenden Kursen erstmal nicht. Dividende kommt. Was ich hab, das hab ich.

    1. Avatar von Tobs
      Tobs

      Hallo Thomas,

      zu den Grabbel-Tisch-Läden: Hier muss man eigentlich, wenn man sich wirklich dafür interessieren möchte, stärker differenzieren. Ich möchte Dich nicht als Discount Fan missionieren, aber mal Dein Interesse wecken. Wenn man sie nämlich über einen Kamm schert nach dem Motto häßliches dunkles Loch, übersieht man die dahinter liegenden fundamentalen Unterschiede in den Geschäftsmodellen (Treasury Hunt wie zum Beispiel Action, Fashion lastig wie Mr Price, Eher Food wie Dollar General oder B&M usw. – man könnte das noch weiter aufziehen…).

      Grundsätzlich zu den Margen: Die sind in der Regel extrem stark, gerade für Retailer. Action soll eine EBITDA Marge von 18-20% verdienen, im Retail hallo?!!!! Vermutlich dürfte das ein EBIT von rund 15% sein. Und vor allen Dingen, das gilt wiederum für alle diese Unternehmen: Mit wenig Risiko! Das Wachstum ist cashflow gefundet. Die haben (nahezu) keine Schulden auf der Bilanz. So ein häßliches Loch ist oft nach 6 Monaten Break even auf EBIT-Ebene! Die wachsen so, wie es sonst bösartig wuchernder Krebs auch tut.

      Und die Burggräben sind nicht zu vernachlässigen: Schlankes Sortiment, falls hoher Non-Food-Anteile bestehen entsprechend höhere Margen (B&M zum Beispiel hat sehr wohl einen hohen Food Anteil und auch deswegen gerade einige Problemchen mit Tesco und Aldi), zentrale Beschaffung, sehr hohe Flächenproduktivität. Und wenn der Fashion Anteil gering ist (da sind die Geschäftsmodelle eben wieder sehr unterschiedlich): Kaum Fashion-Risiko (kein Saison-Overhang). Und ein hoher Schutz vor E-Commerce. Erwiesenermaßen kaufen die Leute diese Krimskrams nicht auf Amazon, sondern gehen lieber in diese häßliche Löcher, insbesondere bei den Geschäftsmodellen, die auf Treasury Hunt basieren (Treasury Hunt: Action=Ja; NKD=Eher nein). Und dann haben es einige Läden geschafft, das Stigma des Assitums abzulegen. Sprich, Konsorten wie Action usw. sind kultig, man geniert sich nicht mehr so vor einem Besuch. Andere haben das aber nicht vollbracht, wie NKD zum Beispiel.

      Wer diese kapitalrenditestarken Cashflow-Monster im Depot hatte, hat über die Jahre satt Geld verdient. Im Moment gibt es bei einigen Unternehmen Anpassungsprobleme, aber bitte nicht verwechseln: Die kämpfen nicht ums Überleben, der Cash FLow sprudelt nach wie vor, sondern eher um das Wachstum von morgen. Meine Dollar General, B&M kaufe ich wohl ein bisschen nach, Mr Price eventuell auch, aber da muss ich noch ein bisschen mehr prüfen. Meines Erachtens ist der Trend intakt, dass Value Retailer kein zyklisches Nischensegment, sondern struktureller Gewinner sind. Im Gegenteil, durch die multiplen Krisen die wir gerade erleben, performen sie bei dem Konsumenten Druck umso besser!

      Es gibt eben einen Unterschied, ob man selbst ein Geschäft nicht mag, aber es trotzdem rentabel ist. Auf anderem Gebiet bedeutet das für mich: Ich hatte mir zum Beispiel in UK neulich mal nen Wingstop angeschaut, was ich echt richtig eklig finde (wobei die Soßen schon echt lecker sind). Aber ich werde die Aktie nun wohl trotzdem kaufen… :-)

  21. Avatar von __Steven__
    __Steven__

    Frohe Ostern!

    Die aktuelle Lage mit den Kriegen in der Welt und ohne in naher Zukunft absehbare Lösungen ist leider dramatisch.
    Gleichwohl bin ich bezüglich meiner Investments / Depots bisher ganz ruhig geblieben. Bin da ganz bei Tobs, Helmuth und anderen.

    Wobei ich auch verstehe, dass man derzeit wenn man Zeit hat sicher ganz gut verbilligt einkaufen kann, also einmal durch den günstigen Einkauf von Qualitätsaktien, die zuletzt im Angebot waren, wie z.B. Siemens, Allianz und auch DWS. Zum anderen kann man in diesen Zeiten besonders gut verkaufen und günstiger wieder zurückkaufen (hatte ich für KO überlegt). Am einfachsten ist sicher Halten und weiter zukaufen.

    Mein Depot hat im 1. Quartal 3,3% verloren (übrigens nahezu ohne Rüstung, ohne Tabak, ohne Öl) – das kam mir bisher sehr wenig vor, im Vergleich zur Weltlage – und ist wie ich jetzt gesehen habe schlechter als ein Vanguard FTSE All-World ETF, der noch weniger verloren hat. Ich teile es gerne einmal, da ich seit 10 Jahren am Jahresende immer gerne berichte, dass ich die großen Indizes deutlich geschlagen habe :-)
    Besonders schlecht haben bei mir im Depot die folgenden Werte im 1. Quartal abgeschnitten: LVMH, Qualcomm, Microsoft. Bei allen 3 Positionen plane ich derzeit keine Veränderung.
    Also im Großen und Ganzen fast keine Kursrückgänge trotz dieser Weltlage. Das heißt für mich im Umkehrschluss darauf achten, dass Cash verfügbar ist.

    Finanziell mehr beeindruckt hat mich letzte Woche die Lage mit fehlenden bzw. schwer verfügbaren Handwerkern und offensichtlich stark gestiegenen Preisen.

    Viele Grüße
    __Steven__ (FKA 1Steven1)

  22. Avatar von Carsten
    Carsten

    Frohe Ostern und vielen Dank für die nimmermüden Mitstreiter.

    Eine grundsätzliche Frage zum Thema Watchlist hätte ich, die mich immer wieder beschäftigt, da ich einen bunten Strauß von für mich interessante Felder zusammengestellt habe, aus dem ich gerne mal pflücken würde, wenn einzelne Kurse um einen von mir erdachten Wert nachgeben – sagen wir mal 15% – und ich dann zuschlagen würde; aber wie es so ist im Leben, es fehlt die Zeit, immer auf dem Laufenden zu bleiben.
    OK, bei PP kann ich immer mal wieder reinschauen, aber da fehlt mir ein wenig der Überblick, bzw. ich monitore meine Depots viell. alle 4 Wochen und da bin ich wie immer zu spät.

    Gibt es vielleicht ein Modell, das einen per Push Nachricht o.ä. aufweckt / erinnert, wenn es interessant wird, oder muß ich einfach diszipliniert sein und darf nicht jammern?! Geht ja um mein Geld!

    Freue mich über einen Input, alle weiteren Kommentare und wünsche mit einem Dank an Ben einen sonnigen Ostermontag.

    1. Avatar von UrsprungsFrank
      UrsprungsFrank

      @ Carsten

      Was Du sucht ist die sogenannte Alarmfunktion. Diese Funktion haben viele Musterdepots. Ich nutze die von comdirect.

      Für mich sieht das alles nach einer zukünftigen Salami-Baisse aus. Da braucht’s schon a bisserle Nerven in den kommenden Monaten. Tja, und mit politischen Parteien die im Gegensatz zu Chinas Fünf-Jahres-Plänen keine Vision im großen Bogen haben, dürften wir in Deutschland bald richtig mau aussehen.

      Gruß Frank

    2. Avatar von Tobs
      Tobs

      Hallo Carsten,

      UF hat ja schon geantwortet.

      Was auch immer klappt: Das gute alte Excel!

      Und was ich ans Herz lege, einfach weil ich insgesamt extrem hinter dieser Anwendung stehe: DivvyDiary!! Da gibt es auch die Funktion von Benachrichtigungen bzw. Preisalarmen. Einfach sich die Aristrokatenmitgliedschaft gönnen, das ist bestens „angelegtes“ Geld!! Die beiden Gründer stehen übrigens – immer noch – bei Hinweisen binnen kürzester Zeit (von wenigen Minuten bis wenigen Stunden) zur Stelle, wenn es mal – was sehr selten vorkommt – irgendein kleines Ding zu beheben gibt. Und die Datenqualität ist übrigens allererste Sahne, sowohl Kurse wie Dividenden.

  23. Avatar von Nico
    Nico

    @Tobs,
    deine Antwort zu DivvyDiary bringt mich zu einer anderen Frage.

    Wie trackst Du bzw. trackt ihr eure Depot-Performance? Viele nutzen wahrscheinlich Portfolio Performance, oder? Ich habe schon viele verschiedene Tools ausprobiert: getquin, den Finanzfluss Copilot und Parqet. Was mich dabei immer stört, ist die relative Ungenauigkeit.
    Bei getquin wurden Dividenden zwar in der Performance berücksichtigt, aber nicht anhand der tatsächlichen Kontobewegungen, sondern anhand der vom Unternehmen bekanntgegebenen Dividende und meiner Anteile berechnet. Gerade bei Aktien, auf die ich einen Sparplan habe, funktioniert die Aktualisierung der Anteilsanzahl und des Einstandswerts nicht immer zuverlässig – entsprechend sind dann auch die Dividenden falsch.
    Ähnlich problematisch ist es beim Freistellungsauftrag oder bei steuerfreien Verkäufen aufgrund eines vorhandenen Verlusttopfs. Da können die Anwendungen nur falsch liegen, weil sie diese steuerlichen Details nicht korrekt abbilden.
    Dividenden machen bei mir zwar bisher nur einen kleinen, aber dennoch relevanten Anteil meiner Gesamtperformance aus. Trotzdem hat es bisher noch keine Anwendung geschafft, das alles sauber und korrekt zu berücksichtigen.
    Der Finanzfluss Copilot hat bei der automatischen Einpflege meiner Positionen ebenfalls regelmäßig Fehler gemacht – teilweise wurden Anzahl und Einstandswerte falsch übernommen oder sogar der aktuelle Kurs als Einstandswert gesetzt. Vergangene Dividenden müsste man theoretisch nachträglich manuell einpflegen, was teilweise sehr aufwendig ist.
    Wie handhabt ihr das? Generell finde ich es schwierig, eine saubere Gesamtperformance für eine bzw. alle Aktien zu berechnen, wenn sie per Sparplan läuft, vielleicht alle vier Monate oder einmal im Jahr Dividenden gezahlt werden und
    zusätzlich noch Kaufgebühren berücksichtigt werden müssen.

    Hat hier jemand bessere Erfahrungen gemacht oder Ideen, wie man das vereinfachen könnte?

    Bei PP ist es bei mir außerdem oft so, dass die automatische Aktualisierung und der Depotabgleich mit der ING und der Consorsbank nach ein paar Wochen nicht mehr funktionieren. Dann muss ich alles wieder neu einspielen …

    1. Avatar von BörsenHai
      BörsenHai

      Hallo Nico,

      als erstes meine grundsätzliche Abneigung meinen Bestand irgendeinem Tool im Netz anzuvertrauen. Egal wie die Namen heißen. Ich mag es nicht.

      Zum 2. Problem: Verkauf und Verlusttöpfe. Ich buche sowohl Dividenden als auch Kauf- und Verkaufswerte immer als netto in PP. Also das was auf dem Konto auch eingeht (unter Berücksichtigung der Orderkosten – die weise ich aus).
      Steuerdaten interessieren mich null.
      Wenn ich Aktiensparpläne würde ich sie auch wie bei den ETFs in PP handhaben.

      zum 3. Problem: Dividendenvorschau: Ich nehme den Vorjahreswert als Messlatte. Zusätzlich habe ich ein Excel, in dem ich alle Dividenden einpflege (Quartalsweise). Dort sehe ich wie ich in etwas bei Dividenden steige.
      Ein Problem habe ich: Schweizer Rückforderungen buche ich zwar in PP aber nicht in Excel. Dort wird lediglich ein (in etwa) Angleichsfaktor genutzt.
      Norweger und Finnen buche ich z.B. auch nicht rückwirkend; nur die Schweiz, da von dort doch eine maßgebliche Summe kommt.

      Ein 4. Problem: automatisches Reinvestieren von Dividenden im Sparplan: Das nutze ich nicht. Müsste aber jeweils in PP eingepflegt werden. Aufwand – Nutzen(?), denn hier kenne zumindest ich keinen Automatismus in PP und das Alles manuell oder als Beleg in PP aufzunehmen – ich weiß nicht.

      Problem 5 Sparpläne: Mir genügt die Performanz in PP zu messen (mit den Netto-Dividenden). Dass die exakte Anzahl ETFs bei den Sparplänen (z.B. 1,2748 Anteile in PP) nicht mit dem Konto übereinstimmt (z.B. 1,2751 im Depot), ist mir egal; Es sind ein paar Euro, die 0,00..3% am Portfolio ausmachen und das erst viel später ;).

      Da ich weniger Handel habe und meist nur Zukäufe ist die Vorhersage in PP für mich hinreichend. Ob ich 1000€ erhalte oder 1100 in dem Monat, ist – wiederum für mich! – völlig irrelevant in der Vorschau. Ich schaue nur auf Größenordnungen.
      Wenn ich weiß, wieviel aus den Dividendenerlösen wieder reinvestierbar werden, genügt mir das.
      Beispiel: Man investiert jeden Monat 500€ aus dem Lohn in Aktien und erhält 50€ pro Monat Dividende = 550€. Sollten die Dividenden durch den Sparplan 3€ höher ausfallen, sind das 0,0055% mehr Kapital fürs reinvestieren. Nur welche Aktie kann ich für 3€ kaufen? Und 3€ Zuwachs durch Sparpläne wären schon gewaltig – außer bei Jahresausschüttern!

      Mit PP kann ich zu mind 95% die Zahlen vorhersagen, mehr würde einen gewaltigen Aufwand erfordern, den ich keinesfalls dafür aufwenden würde.
      Auch PP mit direktem Zugang zum Depot würde ich niemals einrichten. Das ist mir Alles zu unsicher.

      Zusammenfassung: Performanz messe ich mit PP, Div-Wachstum mit Excel. Die Dividenden habe ich bis zu 14 Jahre zurück (weil ich damals angefangen habe) und es sind Zahlen, die aus den Belegen stammen und nicht die teilweise „Lügenzahlen“ aus etlichen Portalen. Monatszahler führe ich nicht in Excel -> zuviel Aufwand.

      Sehe es pragmatisch und versuche nicht bis auf den letzten € Alles voraus zu bestimmen oder bestimmen zu wollen. Das ist müßig und teuer.

    2. Avatar von BörsenHai
      BörsenHai

      Nico,

      typo: 0,55% nicht 0,0055%. ;) Ändert aber nichts an meiner Aussage.

    3. Avatar von Tobs
      Tobs

      @Nico: Um es auf den Punkt zu bringen: Es ist ein bisschen k..cke bei mir.

      Einerseits habe ich es sehr einfach, vermutlich viel einfacher als die meisten Mitforisten unter uns hier. Weil ich habe ja nahezu meinen gesamten Bestand in einem Depot bei meiner Bank liegen habe. Ausgenommen ist nur ein klitzekleiner kaum auswirkungsrelevanter Probiert-Teil (wenige Tausend Euro) bei Tradegate Direct. Den baue ich dort jedoch vermutlich nicht weiter aus, weil ich doch lieber die Gebühren bei meiner Bank in Kauf nehme und dafür die Vorzüge genieße, alles in einem großen Suppentopf rumschwimmen zu haben. Ich denke, auf Grundlage der leicht auszurechnenden Bank-Marge hat sich das bei meinen letzten Immo-Refis Ende letzten Jahres auch ein Stück weit bezahlt gemacht…

      Aber: Diese meine Bank, welche beharrlich versucht sich zu weigern, italienisch zu werden (recht so!), zeigt leider nicht den Total return an, wie er umfassend zu verstehen wäre: In die Performance Messung gehen nicht die Dividenden und nicht die Kursrealisationen ein. Angezeigt bekomme ich im Rahmen der Performance-Anzeige eine kapitalgewichtete Darstellung leider lediglich auf Basis Zu- und Abflüssen. Auf dieser Basis (also ohne Dividenden und Kursrealisationen) kann ich vermelden, dass ich YTD Stand heute bei plus 1,75% stehe, wobei der jeweilige Höchststand am 25.2. bei knapp 8% und der Tiefststand am 23.3. mit -1,75% erreicht waren. Auf Stand 1 Jahr zurück liege ich bei rd. +16,5%. Interessenhalber: Habe wegen Deines Posts das erste mal seit Jahren überhaupt danach gesucht… :-)

      Kursrealisationen hatte ich dieses Jahr aber ohnehin nicht und werde vermutlich auch im gesamten Jahr nicht eine einzige Aktie oder ETF-Anteil verkaufen. Die Divis müsste ich halt bei Vollständigkeitsanspruch noch mit reinrechnen, und zwar kapitalgewichtet, wenn der IRR wirklich sauber sein soll. Rechnerisch wäre das easy. Mit KI wie ChatGPT ist das gar kein Ding. Jedoch dann müsste ich jeden Zahltag rauskramen und eintragen. Keine Lust, bevor ich damit anfange, gehe ich lieber ein Eis bezahlt von meinen Dividenden essen, erst Recht bei diesem tollen Wetter gerade! Und so Sachen wie PP usw. kicken mich überhaupt nicht. Wichtiger ist mir eigentlich wie mein eingezahltes Eigenkapital, meine Marktwerte und meine Dividenden steigen und bezüglich letzterer insbesondere der Yield on Cost. Und ich habe bereits einfach nur gute Laune, wenn ich auf diese Zahlen schaue, wenn das hoffentlich nicht als zu keck und halbstark aufgetragen aufgefasst wird. :-)

  24. Avatar von UrsprungsFrank
    UrsprungsFrank

    Hallo Tobs,

    irgendwie schwabt DivvyDiary immer mal in meinen Frontallappen, dann wieder in die eigene Zwirbeldrüse. Ich danke Dir, dass Du mit Deinem engagierten Hinweis nun in meinem Gehirn hier und heute aufgeräumt hast😎 Auf zu Divvy…

    Gruß Frank

    1. Avatar von Tobs
      Tobs

      Hallo U-Frank,

      Divvy ist echte eine tolle Truppe.

      Was die an immer neuen Features raushauen, ist schon klasse. Mir ist es fast schon zu viel der neuen Features manchmal, wobei sie sehr gut austarieren zwischen Übersichtlichkeit behalten und wirklich sinnvollen neuen Gags.

      Richtig cool finde ich zum Beispiel das vorletzte Release, dass in den Divi-Forecast nun neben den von den Unternehmen gemeldeten Divis auch die Prognosen der noch nicht gemeldeten Divis reingehen, wobei man dieses Feature wahlweise ein- und ausschalten kann. Trotzdem trage ich aber natürlich meine tatsächlich erhaltenen Dividenden nach wie vor in mein Excel ein, um meine inneren Zwangsstörungen auch gebührend abzuarbeiten… :-)

  25. Avatar von Thomas
    Thomas

    Ja, PP und Divvydiary, die man von PP aus direkt miteinander verbinden kann(Export/Import regelmäßige Aktualisierung) sind die Tools meiner Wahl. Für meine Anforderungen ausreichend genau. Bei vielen Buchungen, wo ich immer die PDFs importiere, habe ich im halben Jahr mal eine centdifferenz. Damit kann ich sehr gut leben. Grüsse

  26. Avatar von UrsprungsFrank
    UrsprungsFrank

    Hallo BörsenHai,

    Deine Kommentare haben bei mir Gewicht. Wieso aber scheust Du die Überlassung von Finanz-Daten an Finanzportale? Wenn Dir jemand an die Flicken wollte, wüsste er doch bereits jetzt, dass Du keine arme Kirchenmaus bist. Motivation, Dich zu schädigen, wäre also für Kriminelle bereits jetzt vorhanden. In einem Punkte kann ich Dir aber bereits jetzt folgen, ’ne API würde ich zwischen den Systemen auch nicht öffnen.

    Gruß Frank

    1. Avatar von BörsenHai
      BörsenHai

      Hallo UrsprungsFrank,

      gemeint war auch eine API, oder ein direkter Zugriff auf die Finanzdaten bei der Bank aus dem Portal heraus.

      Von einem PP in DivvyDiary würde ich wahrscheinlich auch nur einen kleinen Teil eingeben für einen Übertrag von PP an DivvyDiary – also z.B. nur Aktien.
      Vielleicht: Ich leide unter Verfolgungswahn? ;)

      Übrigens: eine Kirchenmaus ist von mir knapp geschlagen, aber ich bin auch knapp hinter Ratatouille. ;)
      Und meine Frau sagt, ich muss aufpassen, dass Sie beim Aldi mir nicht 20€ in die Hosentasche stecken wegen meiner Kleidung. :) :) :)
      Glaub es mir, das ist besser als Flaschensammeln!

  27. Avatar von UrsprungsFrank
    UrsprungsFrank

    Nachtrag: Thomas macht’s richtig, denn zwischen PP und DD eine Schnittstelle zuzulassen gibt keine sensiblen Daten weiter.

    Gruß Frank

    1. Avatar von Hansi
      Hansi

      Als armer Tagelöhner
      kann ich mir diesen Aristokratenschnickschnack nicht leisten. Divdiary Sparfuchs kennt meine bittere Wahrheit. Habe ich doch von jeder Aktie nur eine Einzige. Wie könnte ich mir auch sonst 150 Titel zusammenkaufen.

    2. Avatar von BörsenHai
      BörsenHai

      Hansi,

      Zeigefinger hebe! Von Deiner 24. Position solltest Du doch 2 Aktien halten!
      schimpf
      Und deine eine Lindt-Aktie … ach, ich sage jetzt mal nichts mehr … ;)

  28. Avatar von UrsprungsFrank
    UrsprungsFrank

    Hallo Börsenhai,

    habe ich doch letztes Jahr in Zürich richtig gesehen. Lief doch Hansi mit dem jährlich begehrten Koffer zum Hauptbahnhof 🤓

    Gruß Frank

  29. Avatar von Thomas
    Thomas

    Üblicherweise geht man mit dem Lindt-Koffer aber nicht zum Hauptbahnhof, sondern fährt zum Flughafen Zurich-Kloten
    :)

  30. Avatar von Hansi
    Hansi

    Also ich warte jedes Jahr hintern Kongresshaus mit einem alten Lindt-Koffer auf irgendeinen Börsenhai und luchs ihn den richtigen Koffer dann ab. Der Inhalt schafft es bei mir aber nicht über die Grenze.

    1. Avatar von BörsenHai
      BörsenHai

      Thomas,

      Hansi ist doch arm und spart sich die Taxikosten. Er sucht dort ja nur die Tram. ;)

      @Hansi: Du weißt doch: Der späte Wurm entkommt dem Vogel! :)

      Mal etwas zu so turbulenten Zeiten von mir gebe:
      1. Die gute Aktie 20 Jahre halten und dann 20% oder mehr Nettodividende kassieren.
      wenn es eine Ankerposition ist, macht das Spaß, heißt aber auch manchmal leidensfähig zu sein. Keine Aktie steigt stetig!
      2. Umschichten kann klappen, sollte aber auf Ausnahmesituationen beschränkt bleiben.
      3. Viele zögern Verluste zu realisieren. Und der DrawDown geht weiter… oder eben nicht. Nur 50% Kursverlust heißt man muss 100% aufholen.
      Nicht immer aber manchmal ist Realisierung des Verlustes die bessere Wahl
      (Hinweis: Ich rede hier nicht von Kursschwächen gegenüber anderen Titeln!).
      10% oder 20% sind noch kein maßgeblicher Verlust!!!!! Schaut Euch die Zahlen an und die Berichte zur Aktie. Kurse sind nicht Alles.
      4. Gewinne laufen lassen. Gern gesagt nur möchte ich hier auf die Gesamtaufstellung im Portfolio hinweisen. Ich hatte 24% im Sektor IT. Mir (!) war das zuviel. Und ja die Kurse stiegen danach teilweise noch weiter – das habe ich aber nicht mehr betrachtet. Man sollte sich Gedanken für die Balance machen, die man gewillt ist zu tragen. Damit meine ich allerdings nicht, dass man an den Zahlen festklebt, sondern, dass man sein Portfolio schlicht „neu bewertet“. Handeln ist nicht automatisch daraus abzuleiten.
      5. Führt eine Kandidatenliste(Beispieldepot)! Die Liste sollte für Euch übersichtlich sein und priorisiert sein.
      Nichts ist in Stein gemeiselt. Ich begleite die News zu den Kandaten-Aktien deutlich enger als die News von Aktien im Portfolio. Meine Größe sind 5-10 Titel. 10 in volatilen Zeiten ;)
      6. Gerade in volatilen Zeiten keine Schnellschüsse!
      Haltet Euch an Eure Beobachtungsliste.
      7. Meidet Informationen aus dem Internet. „Diese Aktien gehen hoch um x%“, „der Markt steht vor einer Katastrophe“. Das erzeugt Unsicherheit und Unsicherheit für zu schlechten Investments. Auch FOMO gehört dazu.
      Wenn dann lest nur Informationen, die auch erläutern, warum man der Meinung ist. Eure Meinung zählt.

  31. Avatar von Matthias von Mitzlaff

    AMEN.
    Stock-Sharkey has spoken!

    Ergänzen würde ich ein
    8. Priorisiert auch Nicht-Börsen-Themen in Eurem Leben hoch: Arbeit/Jobs, Familie, Hobbies etc. Darüber besteht die Chance, dass Ihr nicht Depot-Fetischismus betreibt und oft auch vom Depot fern bleibt.
    Meine Frau, die seit 20 Jahren stur ETFs monatlich kauft (und nie verkauft oder umschichtet), hat mittlerweile eine erstklassige Kursentwicklung im Depot!
    Nur soviel zum Thema „das eigene Depot aktiv bearbeiten“.

    1. Avatar von Kleinanleger
      Kleinanleger

      Ich würde noch ergänzen…
      9. Bei gutem Gefühl nicht lange zögern sondern machen !
      Ewigkeiten hin und her überlegt 100 Stück zu kaufen, als die Intel Aktie noch bei 16 Euro stand.
      Letzten Endes habe ich es gelassen, jetzt steht sie bei 48 !

  32. Avatar von Thomas
    Thomas

    bloß mal so spontan,
    wer nach der Informations-Achterbahn der letzten Tage und aktuell gedacht hat, das entweder Öl wieder gründlich fällt (und Ölaktien fallen) und alle anderen Sektoren steigen,
    der wird irgendwie auch auf dem falsche Fuß erwischt.
    Das Gegenteil passiert, Öl bleibt teuer und alle anderen Aktien sind auch gestiegen(erholt)

    Wer cash gehortet hatte mit dem Ziel, wieder mal so richtig günstig zum Zuge zu kommen,
    hatte nach der Feuerpause auch erst mal das Nachsehen.

    Irgendwie sieht es so aus, als wenn langfristig Aktien weiter steigen und Öl eben auch langfristig einfach nur grandios (ist auch nicht das richtige Wort) teurer wird. Der Iran wird sich irgendeine Art von Toll holen.

    Inflation steigt, Geldmenge steigt, das Karussell dreht sich wie immer.

    Die beste Verhaltensweise ist wahrscheinlich stoisch alles liegenlassen.

    Man kommt manchmal mit dem Geschehen gar nicht mehr so richtig mit, nicht dass man es intellektuell nicht erfasst, aber das solche Dinge wie im Iran möglich sind, sind mit unserem bisherigen Weltbild schwer zusammenzubringen.

    Allein der Markt kennt keinerlei Emotionen. Nur Mechanismen. Nothing else.

    Also der Haupttenor aus dem allgemeinen Noise der letzten Monate ist, das Öl eben nur teurer wird als bisher. Da Abhängigkeiten objektiv vorhanden sind und nicht aufzulösen sind, wird der Preis zu zahlen sein.

  33. Avatar von BörsenHai
    BörsenHai

    Dank Andreas P. wurde ich indirekt auf ein spannendes Thema aufmerksam gemacht.
    Danke hierfür

    Indien hat beschlossen den Geldmarkt etwas zu öffnen und auch ausländischen Versicherungen in 2025 ermöglicht direkt sich für den Markt zu bewerben.

    Nach kurzer Recherche sind die größte Versicherung der Welt (Allianz) und der größte Rückversicherer der Welt (Munich Re aka Ergo))seit Jahren in Zusammenarbeit mit indischen Unternehmen (geht/ging ja nicht anders) tätig.
    Laut Aussage will die Allianz ihre Anteile verkaufen und direkt anbieten.

    Das schöne ist, die privaten Versicherungen sind in Indien am Vormarsch.
    Konkurrenz ist natürlich da. Den beiden traue ich jedenfalls ein solides Wachstum in Indien zu.

    Alles nur eine Information und keine Anlageberatung.

    Als Ergänzung zu Matthias von Mitzlaff die Reihenfolge:
    Gesundheit
    Familie
    Job
    Hobby
    Das Spiel mit den Aktien kann man ja auch als Hobby sehen. ;)

    1. Avatar von Tobs
      Tobs

      Hallo Börsenhai,

      das stimmt, das ist nun zu Beginn von 2026 in Kraft getreten.

      Interessant, wenn Allianz das nun direkt in Indien machen möchte, aber auch nicht verwunderlich. Denn ihr JV ist recht unerfolgreich gewesen und war wohl von Spannungen mit dem JV Partner Bajaj geprägt. Allianz ist auch in anderen JV geübt, wie das zusammen mit Sanlam seit 2023, die ich auch habe, und bieten so in 27 afrikanischen Ländern an.

      Allerdings würde ich den direkten Markteintritt von Allianz nicht als unbedingt Greenfield easy sehen: Lokale Struktur und Lizenz erforderlich (das wird für die Allianz natürlich kein Problem sein), wobei die lokale Aufsicht jederzeit Anforderungen statuieren kann, die wir hier eher gewöhnungsbedürftig finden dürften (Gewinnthesaurierung usw.).

      Aber ob die Allianz direkt Direktanbieter dort im Markt direkt abgreifen kann? Verständlich, dass sie es probiert, zumal sie mit dem aufgegebenen JV nicht viel verloren hat, da es wenig erfolgreich gewesen war.

      Als Anleger, um Märkte wie Indien zu bespielen, setze ich lieber weiterhin ganz klar auf AIA, von denen ich üppig über die Jahre eine Position aufgebaut habe. Die haben bislang ein JV mit Tata und sind in Indien sehr erfolgreich. Und interessanterweise sind hier keine Meldungen bekannt, dass sie das JV beenden wollen um selber direkt anzubieten, wobei ich denen dann als asiatisches Unternehmen auf Grundlage ihrer Präsenz über das erfolgreiche JV wesentlich bessere Chancen in Indien einräumen würde.

      Und das ist der springende Punkt meines Erachtens: Allianz ist bislang in Indien mit seinem JV Partner Bajaj wesentlich irrelevanter als AIA/Tata. Allianz hat also schlicht nichts zu verlieren, wenn sie das JV auflösen. AIA umgekehrt hat durch das JV mit Tata enorm von deren Reichweite / Vertriebsnetzen profitieren können und ist mit dem JV einer der relevanten Marktführer für Lebensversicherungen, Sparprodukte und Gesundheitsversicherungen.

      Deswegen würde ich meinen: Nicht Ownership, sondern Partnership sind relevanter für das Accessen eines Marktes wie Indien…Und da sehe ich AIA als potentielle Investment sehr weit vorne…

  34. Avatar von Thomas
    Thomas

    als Ergänzung zu Börsenhai und Indien,
    der Aberdeen India Fund US4540891037 ist aktuell sehr günstig.
    und könnte u.U. auch von der Info (siehe Börsenhai) profitieren.
    Die Ausschüttungen sind immer sehr üppig, zwar nicht regelmäßig und stark schwankend, aber immer sehr satt. Es sind auch keinen Kürzungen oder Streichungen am näheren Horizont zu sehen.
    Könnte dann auch eine gute Chance sein
    (aber Vorsicht, keine Empfehlung, es können auch Verluste entstehen.)
    Über die freu ich mich jedenfalls trotz des aktuellen Kursverlustes und kauf eventuell nach.

  35. Avatar von carsten
    carsten

    Kann man – hab ich auch und dachte ist ein guter Preis, aber liege aktuell 28% drunter. Die Ausschüttungen können üppig sein, aber die letzte war auch nur noch die Hälfte. Vielleicht riskiere ich ne kleine Aufstockung + warte dann auf den nächsten Termin – keine Empfehlung!

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