Was Dich hier erwartet:
Mit dem gerade gestarteten Mai denkt man ja üblicherweise an die Weisheit „Sell in May and go away“. Wer das allerdings in den letzten Jahren praktiziert hat, hat nicht die optimale Jahresperformance geschafft. Sowohl 2025 als auch 2024 war der Mai der stärkste Monat und auch die Phase über den jeweiligen Sommer war nicht wirklich schwach.
Wiederholt sich das Szenario in diesem Jahr? Aus meiner Sicht spricht viel dafür: die heftigen Rückschläge hatten wir bereits im März und nun hat sich der Irankrieg weitgehend beruhigt. Natürlich ist der Ölpreis immer noch sehr hoch und die Auswirkungen kommen erst in den nächsten Wochen und Monaten so richtig in der Wirtschaft an.
Aber die Börse hat das bereits verarbeitet und sich darauf eingestellt. Klar, bei einzelnen Unternehmen kann und wird es auch deutliche Rückgänge im Kurs geben. Aber der breite Markt hat sich mit der Situation arrangiert.
Das war im April deutlich zu erleben. Wie sich meine Geldanlagen im letzten Monat entwickelt haben und wie ich mich jetzt für den Mai aufstelle, erfährst Du in diesem Beitrag.
Ein paar Tage später als sonst veröffentliche ich nun meinen Monatsbericht. Der Grund ist schnell erzählt: Ich war über den 1. Mai für ein verlängertes Wochenende mit meiner Familie in Noordwijk (Holland). Abgesehen vom tollen Wetter wäre das auch nicht weiter erwähnenswert, wenn da nicht ein aufschlussreicher Ausflug gewesen wäre. Wir haben nämlich den Keukenhof besucht. Ich war da mit keinen größeren Erwartungen hingefahren, es war ein Vorschlag meiner Frau. Dort erwarteten uns dann aber rund 7 Millionen Tulpen in einer Vielfalt und Schönheit, wie ich es noch nicht gesehen hatte. Und natürlich musste ich da unweigerlich an die Tulpenzwiebelblase denken, die bis heute als Vorbild für alle Börsenblasen gilt. Bisher war das für mich immer nur eine Geschichte über irrationale Preisbildung und einen Hype, die schon vor Hunderten von Jahren vorkam. Als ich aber diese Tulpen sah und dann auch noch von inzwischen mehr als 3.000 verschiedenen Sorten las, wuchs mein Verständnis. Und wenn man sich klar macht, dass die Züchtung einer neuen Sorte bis zur Marktreife etwa 20 Jahre dauert, dann kann ich diese damalige Blase nun auch nachvollziehen: Ein rares Gut trifft auf eine hohe Nachfrage und ab einer bestimmten Stelle ist der Preis dann auch egal. Bis das Kartenhaus irgendwann in sich zusammenbricht.

Aktuell erleben wir offenbar einen Run auf Speicherchips. Es werden bereits Knappheitspreise bezahlt, Hardwareeinführungen werden verschoben und die Lieferfähigkeit bei aktuellen Modellen lässt oft zu wünschen übrig. Alles rund um KI kauft den Markt leer und die Aktien von Speicherproduzenten steigen deutlich im Kurs. Und – das ist für mich die Parallele zu den Tulpenzwiebeln – es gibt auch jetzt gute Gründe davon auszugehen, dass es keine Blase ist. Erst im Nachhinein waren dann „die Anzeichen unübersehbar“…
Über den Börsenmonat April lässt sich auch nicht meckern. In der Geschichte des S&P 500 war er sogar der zweitbeste April aller Zeiten. Seit Jahresbeginn sieht es damit bei vielen Indizes wieder positiv aus. Der S&P 500 notiert auf Eurobasis nun 5,8% im Plus. Der DAX liegt jedoch noch bei -0,8%. Der MSCI World liegt bei +6,0% und der MSCI All Country World bei +6,9%.
Stand Wertpapierdepots
Details zu den einzelnen Depots gibt es – wie immer – ausführlich in diesem Bericht. Hier ist der schnelle Überblick:
Dividendendepot: 543.493 € (+3,5% im April, +1,6% YTD)
Anti-Depot: 14.208 € (+5,5% im April, +7,3% YTD)
Zitronen-Depot: 3.762 € (-1,9% im April, +7,9% YTD)
Summe: 561.463 € (+3,5% im April)
Veränderung 2026: -33.535 €
zzgl. Entnahmen: +43.784 €
Nettoveränderung 2026: +10.249 €
In den letzten drei Jahren habe ich jeweils rund 60.000 € Vermögenszuwachs aus den Wertpapierdepots verbuchen können. Nach dem heftigen Rückgang im März brachte der April (+19.000 €) mich nun zurück in die positive Entwicklung seit Jahresbeginn.
Benchmark
Im Juli 2023 hatte ich einen monatlichen Sparplan über 25 € beim Robo-Advisor von quirion aufgelegt, den ich als Benchmark für meine eigene Depotperformance nehme. Seit April 2025 hatte ich die Sparrate auf 50 € verdoppelt und damit nun nach einem Jahr eine 13. Sparrate geschenkt bekommen. Die Sparrate habe ich ab Mai wieder auf 25 € reduziert. Insgesamt habe ich jetzt 1.400 € auf mein quirion-Konto einbezahlt und zusätzlich 150 € Aktionsprämie erhalten. Zum Monatsende beträgt die zeitgewichtete Performance +45,54% (Stand: 1.847,76 €). Zum Vergleich dazu: Die Performance meines Dividendendepots vom 05.07.2023 (Start des quirion-Benchmarks) bis zum 30.04.2026 liegt bei +36,80%.
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quirion ist regelmäßig Testsieger in Robo-Advisor-Vergleichen. Und kann sich in der Performance durchaus sehen lassen. Das überzeugt mich und ist auch der Grund, warum ich den Sparplan fortsetze und quirion auch Neukunden empfehle. Ich selbst sehe das als sinnvolle Ergänzung zu meinen Investments in Einzelaktien. Und für das Alter bietet quirion dann auf Wunsch auch eine automatisierte und gestaffelte Veränderung der Asset Klassen mit einer Verschiebung von Aktien zu Anleihen an, um die Schwankungsbreite zu reduzieren. Über diesen Link kannst Du Dich informieren und ebenfalls ein Depot eröffnen.
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Aktienkäufe
Im April habe ich Käufe in Höhe von 8.312,42 € im Dividendendepot durchgeführt:
200 Aktien General Mills für 6.418,20 €
200 Aktien DFV Deutsche Familienversicherung für 1.462,15 €
3 Aktien Canadian National Railway für 277,07 €
Sparplan Lam Research über 20,00 €
Sparplan Coca-Cola über 35,00 €
Sparplan MSCI Inc. über 16,00 €
Sparplan Microsoft über 30,00 €
Sparplan DFV Deutsche Familienversicherung über 54,00 €
Die Aktien von General Mills hatte ich im März für 7.552,10 € verkauft und nun 1.133,90 € günstiger zurückgekauft. Bei der DFV Deutsche Familienversicherung bin ich weiterhin positiv eingestellt und habe über die im April erfolgte Einberufung der diesjährigen Hauptversammlung ausführlich berichtet. Bei Canadian National Railway investierte ich meinen Bestand an kanadischen Dollars auf dem Fremdwährungskonto und erhöhte meine Position damit auf 107 Stück.
Die Sparpläne bei Lam Research und Coca-Cola dienten zur Reinvestition der Dividende. Bei MSCI Inc. und Microsoft hatte ich im März Teilverkäufe vorgenommen und damit so hohe Gewinne realisiert, dass ich auf die verbleibenden Aktien einen negativen Einstandskurs habe. Dort laufen nun wöchentlich ausgeführte Sparpläne – unabhängig von den Dividendenzahlungen – zur Wiederanlage des „realisierten Übergewinns“. Schließlich habe ich auch noch einen Sparplan auf die DFV Deutsche Familienversicherung laufen, um eine Position bei Trade Republic aufzubauen. Dort nutze ich nun auch das Saveback der Kreditkarte, bei dem bis zu 15 € (1% des Kreditkartenumsatzes) zusätzlich in den Sparplan investiert werden.
Aktienverkäufe
Im April habe ich Verkäufe im Dividendendepot in Höhe von 2.252,10 € durchgeführt:
500 Aktien HolidayCheck Group für 2.252,10 € (Bestand nun: 300 Aktien)
Der Teilverkauf von HolidayCheck erfolgte, weil ich durch den Irankrieg kurzfristig Probleme der Reisebranche sehe und deshalb auch nicht mit einem weiteren Kursanstieg der Aktie in diesem Jahr rechne.
Dividendenerträge
Im April erhielt ich insgesamt 745,43 € als Netto-Dividenden. Gegenüber dem April 2025 ist das eine Veränderung von -15,35 € (-2,0%).
Dividenden erhielt ich im April von:
Coca-Cola: 34,38 €
FS KKR Capital: 70,80 €
Novo Nordisk: 198,38 €
Lam Research: 20,69 €
Realty Income: 38,03 €
Sandoz: 9,47 €
Cisco Systems: 26,66 €
VINCI: 245,41 €
Oracle: 0,73 €
Sekisui House: 28,62 €
Calida: 2,95 €
Oxford Lane Capital Corp: 12,72 €
Mein Dividendenziel für 2026 habe ich hier veröffentlicht und auch alle Dividenden des Jahres 2025 analysiert. Seit Jahresbeginn liege ich nun bei 2.955,02 € Nettodividenden.
Crowdinvesting
Über meine bisherigen Erfahrungen mit Crowdinvesting hatte ich 2020 ausführlich berichtet. Im April erhielt ich keine Zinsen aus meinem Crowd-Portfolio. Eigentlich wäre zum Monatsende das Projekt „Lac Long V“ von ecoligo endfällig gewesen (ausstehender Darlehensbetrag: 170,79 €). Dazu gab es jedoch die Mitteilung, dass „die anstehenden Tilgungs- und Zinszahlungen zum 30.04.2026 aufgrund der finanziellen Situation einiger Emittenten derzeit leider nicht wie vorgesehen erfolgen.“
Mein Portfolio ist aktuell noch 2.122,48 € groß: Ich habe ursprünglich 500 € bei Bergfürst, 1.100 € bei Engel & Völkers Digital Invest und 4.600 € bei ecoligo investiert. Davon wurden seit 2022 1.000 € bei Engel & Völkers Digital Invest (davon 45 € Ausfall), 2.777,52 € seitens ecoligo und 300 € bei Bergfürst (davon 10 € Ausfall) getilgt.
Ich bin hier nur noch auf Rückzahlungen aus und tätige schon seit längerer Zeit keine Neuinvestments mehr. Die Nichtzahlung von ecoligo bestätigt mich in meiner Entscheidung.
Depotperformance
Mein Dividendendepot hat sich im April mit +3,5% deutlich positiv entwickelt und damit den schwachen März vergessen lassen. Seit Jahresbeginn ist das Dividendendepot nun auch wieder in positivem Terrain (+1,7%). Der Depotwert per Ende April beträgt 543.493 €.
Die Top-Werte im Dividendendepot im April waren Calida (+23,9%), Siemens (+22,8%) und Lam Research (+18,7%).
Schwächste Werte im April waren Badger Meter (-22,0%), Johnson & Johnson (-7,6%) und McDonald’s (-7,2%).
Die Volatilität meines Dividendendepots lag im April bei 3,0%.
Anti-Depot
Mit dem Anti-Depot verfolge ich mit Echtgeld eine abweichende Anlagestrategie. Nach starken Schwankungen (2021: +40,8%, 2022: -58,8%, 2023: +16,4%) habe ich das Depot in den letzten beiden Jahren stabilisiert (2024: +8,3%, 2025: +5,2%).
Im April erzielte das Anti-Depot ein Plus von 5,5% und befindet sich seit Jahresbeginn mit +7,3% damit weiter im grünen Bereich..
Die Volatilität des Anti-Depots lag im April bei 2,1%.
Zitronen-Depot
Das Zitronen-Depot und seine besondere Strategie habe ich hier ausführlich vorgestellt. Dort findest Du auch die aktuelle Zusammensetzung. Ich baue mir langfristig ein Portfolio von Nachbesserungsrechten auf und erhoffe mir durch die Spruchverfahren eine risikoarme Zusatzrendite in einigen Jahren.
Im April gab es weder Ausbuchungen noch neue Squeeze-out-Verlangen. Immerhin wurde die Barabfindung für die Aktien von Hamburger Hafen & Logistik bekannt gegeben. Mit 21,16 € soll jedoch nur der gewichtete Durchschnittskurs bezahlt werden.
Das Volumen meiner Nachbesserungsrechte liegt unverändert bei 230.963,14 €.
Die Entwicklung des Nachbesserungsvolumens dokumentiere ich auf einer eigenen Seite.
Das Depot erzielte im April eine Monatsperformance von -1,9%.
Divantis-Community-Depot
Mit dem Preisgeld des finanzblog awards 2024 haben wir das Divantis-Community-Depot aufgesetzt. Über die Entwicklung des ersten Jahres hatte ich hier ausführlich berichtet. Das Depot schloss den April mit +1,8% ab und liegt damit seit Jahresbeginn nun bei +3,2%. Der Cash-Anteil liegt bei 0,7% (=21,41 €).
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Das Divantis-Community-Depot kannst Du direkt über diesen Link aufrufen und Dir alle Details anschauen. Es ist in die Depotverwaltungs-Software Parqet eingepflegt. Auch Du kannst Deine Wertpapierpositionen dort tracken und hast dann einen Überblick über Deine individuelle Performance.
Parqet kannst Du mit vielen Grundfunktionen kostenlos nutzen. Für Premium-Funktionen gibt es die Möglichkeit, ein kostenpflichtiges Abo abzuschließen. Wenn das für Dich interessant ist, dann erhältst Du mit dem Code BENWARJE einen Rabatt von 10% für die ersten 12 Monate.
Die komplette Vermittlungsprovision für einen solchen Abschluss fließt in das Divantis-Community-Depot.
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Immobilie
Über meine Wohnung in Leipzig habe ich zuletzt mit einem Update berichtet. Nach Abzug der Gebühr für die Sondereigentumsverwaltung erzielte ich im April Mieteinnahmen von 977,37 €. Das Hausgeld beträgt 284,00 €. Für den Immobilienkredit zahlte ich Zinsen in Höhe von 226,02 €. Ich hatte damit in diesem Monat einen Nettoerlös von 467,35 €.
Aufgrund der hohen vereinbarten Tilgung des Kredits habe ich allerdings einen negativen monatlichen Cash-Flow. Die monatliche Annuität liegt bei 1.216,80 € (Zins & Tilgung) und ist bis 30.09.2028 fest vereinbart (Zinssatz: 1,24%).
Dafür sinkt die Verschuldung der Wohnung stetig, sie liegt zum Ende April bei 212.362,46 € (bei einer Wohnungsgröße von 77,3 qm und zusätzlich einem Stellplatz). Das entspricht einer Verschuldung je qm-Wohnfläche von 2.747,25 €.
Um mich auf die voraussichtlich deutlich höheren Zinsen gegenüber meiner bisherigen Finanzierung ab 2028 vorzubereiten, habe ich einen Sparplan in das iBonds-Produkt mit Fälligkeit im Dezember 2027 angelegt, den ich mit monatlich 100 € bespare. Darüber habe ich hier ausführlich berichtet. Bei bisher eingezahlten 3.100 € liegt der Depotwert dieses Sparplans zu Ende April bei 3.222,79 €.
Dividendenveränderungen
Im April wurden bei meinen Depottiteln folgende Dividendenveränderungen verkündet:
Johnson & Johnson: Erhöhung der Quartalsdividende von 1,30 US$ auf 1,34 US$ (+3,1%)
Procter & Gamble: Erhöhung der Quartalsdividende von 1,0568 US$ auf 1,0885 US$ (+3,0%)
Kurzer Ausblick auf den Mai 2026
Mit dem Mai startet nun mein Lieblingsmonat als Dividendensammler. Jetzt kommen die „großen“ Dividenden meiner deutschen hochgewichteten Depotwerte. Munich Re, Allianz und Talanx werden für ordentliche Zuflüsse sorgen.
Und wie bereits eingangs geschrieben, bin ich aktuell zuversichtlich, dass wir einen positiven weiteren Jahresverlauf erleben werden. Das heißt nicht, dass es ein ruhiger Sommer wird. Dafür ist geopolitisch zu viel los. Aber die Tendenz ist für mich klar erkennbar. Es war ein heftiges Durchschütteln und nun geht man wieder zur Tagesordnung über. In den Fokus kommen nun in den USA die Midterms. Im Mai werden in den Primaries bereits viele Kandidaten aufgestellt und die Märkte beginnen langsam, die möglichen Wahlausgänge einzupreisen. Ein „Gridlock“ (ein gespaltener Kongress, bei dem Präsident und Parlament unterschiedlichen Parteien angehören) ist nach den Umfragen aktuell das wahrscheinlichste Szenario. Es wäre positiv für die Börse, da dann keine radikalen Gesetzesänderungen zu erwarten sind und ein Gegengewicht zum US-Präsidenten erkennbar wäre. Themen wie Handelszölle, Steuern und die Regulierung von Tech-Giganten werden in den kommenden Wochen die Schlagzeilen dominieren und könnten einzelne Branchen (insbesondere Pharma und Erneuerbare Energien) volatiler machen.
Ich plane für mein Depot keine Neuaufnahmen im Mai. Ich beobachte die Entwicklung des Aktienkurses von Badger Meter, um dort ggf. meine Position zu erhöhen. Bisher bin ich dort ja nur mit einer Beobachten-Stückzahl engagiert. Langsam kommt der Kurs in attraktivere Regionen zurück.
Ansonsten lautet meine Devise: Geld zusammen halten, um bei Kursrückschlägen agieren zu können. Das ist mir in den letzten Monaten nicht gelungen und für die Zukunft möchte ich dann über eine Cashreserve verfügen. Deshalb werden die Dividendenerträge auch erst mal nicht neu investiert.
Wie hast Du den April erlebt? Und welche Pläne hast Du für den Mai? Lass uns in den Kommentaren miteinander diskutieren!


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