Was Dich hier erwartet:
Für mich sind Dividenden in meinen Aktienanlagen wesentlich. Sie motivieren mich, langfristig investiert zu bleiben und sorgen für einen stetigen Cash-Flow. In meinem Dividendendepot habe ich über die Jahre eine Mischung aus attraktiven Dividendenrenditen und stärker wachsenden Dividendenzahlern zusammengekauft.
Um extrem hohe Dividendenrenditen, die mit gleichzeitig sinkenden Aktienkursen einhergingen, habe ich dabei einen großen Bogen gemacht.
Nun habe ich aber eine Aktie für mich entdeckt, die eine Dividendenrendite von rund 25% ausweist. Natürlich ist das nur eine Momentaufnahme und mit erheblichen Risiken verbunden. Denn sonst wäre es wirklich zu schön, um wahr zu sein.
Ich habe mich entschieden, das Unternehmen heute vorzustellen, denn die Story dahinter ist wirklich interessant. Und die Aktie hat als sehr kleine Beimischung tatsächlich den Weg in mein Dividendendepot gefunden..
Um es an dieser Stelle ganz deutlich zu sagen: Es gibt keine Garantie dafür, dass die Dividende dauerhaft so hoch bleibt! Die Aktie unbesehen zu kaufen und davon auszugehen, dass das eingesetzte Kapital in 4 Jahren zurückbezahlt ist, kann nach Hinten losgehen. Mein Beitrag ist selbstverständlich keine Empfehlung zum Aktienkauf. Er dient zur Unterhaltung und soll es Dir ermöglichen, Dich selbst mit dem Unternehmen zu beschäftigen. Und im Anschluss daran eine eigenständige Entscheidung zu treffen. Denn für Dein Geld bist Du selbst verantwortlich!
Das Unternehmen, das derzeit mit einer solch spektakulären Dividendenrendite lockt, nennt sich Oxford Lane Capital Corp. Es ist eine börsennotierte, geschlossene Investmentgesellschaft (Closed-End Fund), die sich auf sogenanntes „Teufelszeug“ spezialisiert hat. Nämlich auf Instrumente, die denen ähneln, die in der letzten großen Finanzkrise (ausgelöst durch die Lehman-Pleite) besonders stark gelitten haben und zur Verstaatlichung von Unternehmen wie Fannie Mae und Freddie Mac geführt haben. In der Finanzkrise waren verbriefte Immobilienkredite besonders betroffen, sogenannte Collateralized Debt Obligations (CDOs).
Oxford Lane Capital Corp. hat sich auf Investitionen in ähnlich strukturierte Finanzprodukte spezialisiert, allerdings keine Immobilien-, sondern Unternehmenskredite. Die nennt man dann Collateralized Loan Obligations (CLOs).
Während der Finanzkrise kam es im CLO-Markt zu massiven Preisverfällen und Liquiditätsproblemen, weil Banken und Versicherungen gezwungen waren, CLOs in großem Umfang zu verkaufen. Sie glichen damit Verluste in anderen Anlagen aus und mussten regulatorische Vorgaben erfüllen. Zusätzlich stuften die Ratingagenturen CLOs ab, was die Abwärtsspirale verstärkte.
Und was aktuell passiert, ist dass der Markt in den USA sich an diese Situation erinnert und quasi eine neue Finanzkrise vorwegnimmt. Das führt eben dazu, dass ein Unternehmen wie Oxford Lane Capital solch eine Dividendenrendite ausweist.
Denn tatsächlich ist ja bisher nichts passiert. Es gibt (noch? keine massiv steigenden Ausfälle von Unternehmenskrediten.
Und auch in der Finanzkrise war der Preisverfall von CLOs fundamental nicht immer gerechtfertigt. Die tatsächlichen Ausfallraten waren bei CLOs niedriger als bei vergleichbaren CDOs.
CLOs waren Teil der allgemeinen Vertrauens- und Liquiditätskrise, standen aber weniger im Zentrum der Verwerfungen als die CDOs mit Immobilienbezug.
Und das ist auch schon der wesentliche Punkt, der mich dazu veranlasst hat, eine wirklich kleine Position von Oxford Lane Capital zu kaufen.
Dividende wird monatlich bezahlt
Oxford Lane Capital ist ein sogenannter Monatszahler und zahlt jeden Monat eine Dividende. Sie beträgt derzeit 9 Cent (0,09 US$) je Aktie und wird zum Monatsende ausgezahlt. Für 12 Monate ergibt das dann eine Jahresdividende von 1,08 US$. Die Höhe der Dividende ist aber nicht in Stein gemeißelt. Im Juni 2020 wurde sie – das war kurz nach dem Corona-Crash – von zuvor 0,13 US$ auf dann 0,0675 US$ halbiert. Und ab 2022 seitdem in jährlichen Etappen bis auf den heutigen Stand erhöht. In diesem Jahr gab es allerdings bisher keine Erhöhung, die Dividenden sind bereits bis September 2025 mit 0,09 US$ deklariert worden.
Möglich sind solche hohen Dividenden vor allem aufgrund der hohen Zinsen, die das Kreditportfolio erwirtschaftet.

Aktienkäufe
Ich habe zunächst 100 Aktien am 2. April 2025 zum Kurs von 4,80 US$ gekauft. Das sind exakt 22,5% Dividendenrendite. Am 21. April 2025 war der Schlusskurs jedoch 4,27 US$. Und das sind dann schon 25,3% Dividendenrendite gewesen. Am 24. April 2025 kaufte ich dann weitere 100 Aktien zum Kurs von 4,545 US$ – mit einer Dividendenrendite von 23,8%.


Ich habe die Aktien in mein US-Depot bei tastytrade gekauft. Die Idee dahinter war einfach, dass ich dann die Dividende auch direkt reinvestieren kann. Denn außer einer minimalen Belastung mit fremden Spesen (0,08 US$ für einen Kauf von 480,00 US$ bzw. 454,50 US$) sind Aktienkäufe dort gebührenfrei möglich.
Die Aktien werden aber auch ganz normal an deutschen Börsen gehandelt und sind z.B. auch über Neobroker wie Trade Republic oder Scalable handelbar.
Was macht Oxford Lane Capital genau?
Oxford Lane Capital wurde 2010 gegründet – sicherlich als Reaktion auf die Finanzkrise und mit dem Anspruch, die Chancen daraus zu nutzen. Das Unternehmen investiert seitdem in CLOs. Das sind Finanzvehikel, die aus einem diversifizierten Portfolio vorrangig besicherter Unternehmenskredite bestehen, oft an Unternehmen mit niedrigerem oder keinem Investment-Grade-Rating.
Oxford Lane kauft dann vor allem die risikoreicheren, aber potenziell renditestärkeren Equity-Tranchen und nachrangigen Tranchen dieser CLOs. Die daraus erzielten Einkünfte stammen hauptsächlich aus Zinsen und realisierten Gewinnen aus diesen Investments.
Im Ergebnis soll dann eine attraktive, risikobereinigte Gesamtrendite erzielt werden. Zielgruppe des Closed-End-Funds sind Investoren, die bereit sind, für hohe Ausschüttungen ein erhöhtes Risiko in Kauf zu nehmen.
Investiert wird überwiegend in CLOs, die durch Unternehmenskredite besichert sind – nicht aber durch Immobilien-, Hypotheken- oder Verbraucherkredite wie Kreditkartenforderungen oder Autokredite.

Refinanzierung
Oxford Lane Capital hat neben den normalen Aktien verschiedene Elemente emittiert, deren Kapitalzuflüsse für die Investments in CLOs genutzt werden. So gibt es verschiedene Tranchen von Preferred Stocks, die eine feste Verzinsung bieten, aber Eigenkapitalcharakter haben. Und es gibt unbesicherte Anleihen mit verschiedenen Laufzeiten.
Die Fälligkeiten dieser Elemente verteilen sich von 2027 bis 2032. Das bedeutet ein weiteres Risiko, nämlich zum Fälligkeitszeitpunkt. Gelingt es Oxford Lane dann nicht, Neuemissionen zu platzieren, müssen möglicherweise Notverkäufe aus dem Kreditportfolio getätigt werden. Oder deutlich höhere Zinssätze für die Anschlussfinanzierungen bezahlt werden.
Net Asset Value
Oxford Lane weist einen Nettovermögenswert je Aktie (NAV) aus. Er liegt per Ende Februar 2025 zwischen 4,64 und 4,74 US$. Das ist aber eine Schätzung und deshalb mit Vorsicht zu genießen. Denn für die meisten Verbriefungen von Krediten gibt es ja keine sich ständig aktualisierenden Kurse. Und im Krisenfall kann der Markt austrocknen, so dass es sich beim NAV dann eher um einen theoretischen Wert handelt, zu dem eine Liquidierung des Vermögens nicht möglich sein wird.
Für mich ist es daher eher als Anhaltspunkt zu sehen, ob im Aktienkurs Optimismus oder Pessimismus herrscht. Denn im Idealfall sollte der Aktienkurs nah am NAV notieren.

Die Aktie
Der Aktienkurs hat sich logischerweise dramatisch nach Unten entwickelt. Denn sonst käme es nicht zu dieser hohen Dividendenrendite. Deshalb ist Oxford Lane auch keine Aktie, die man sich ins Depot legt und dann vergessen kann.
Aber genau das macht für mich den Reiz aus. Hätte sich der Aktienkurs gut entwickelt, dann wäre die Aktie nicht in meinen Fokus geraten.

Man sieht deutlich den Kurseinbruch im Corona-Crash. Damals lag die Dividendenrendite übrigens zunächst bei 17% (direkt vor dem Crash) und stieg dann mit dem Crash auf den Höchststand von 46,5%. Mit der Halbierung der Dividende und sich wieder erholendem Aktienkurs sank die Dividendenrendite wieder auf 19,5% im Sommer 2020.
Aufgrund der Niedrigzinsphase konnte die Aktie wieder bis Anfang 2022 auf über 8 US$ steigen. Da lag die Dividendenrendite dann bei vergleichsweise moderaten 11,2%. Mit den steigenden Zinsen in den USA sank dann auch der Aktienkurs wieder.
Aktienrückkaufprogramm
Im März 2025 gab Oxford Lance bekannt, dass sie rund 300 Mio. US$ Liquidität in der Kasse hätten und deshalb ein Aktienrückkaufprogramm von bis zu 150 Mio. US$ initiieren würde. Man kann das durchaus als ein Zeichen von Stärke bewerten.
Fazit
Das Investment gehört für mich ganz klar in den Bereich „hohes Risiko“. Deshalb habe ich auch nur eine kleine Position eröffnet, die mich weniger als 1.000 € gekostet hat. In einem Depot von mehr als 500.000 € ist das eine Depotgröße von unter 0,2%. Selbst ein Totalausfall würde mir deshalb keine schlaflosen Nächte bringen.
Und genau in dieser Dosierung ist für mich ein solches Investment auch vertretbar. Denn faktisch ist es eine Black Box. Kein Investor kann die Kredite, die sich in dem Portfolio von Oxford Lane Capital beurteilen. Sie werden ja auch nicht detailliert offen gelegt. Es gibt stattdessen Aufstellungen über die Branchenverteilung des Portfolios oder auch die Dauer seitdem das jeweilige Investment schon besteht.

Die Granularität des Portfolios ist nach meinem Eindruck ausreichend, um nicht durch einzelne Kreditausfälle stark betroffen zu sein.
Auf Sicht der nächsten Monate ist das Investment faktisch eine Wette darauf, ob es zu einer Rezession in den USA kommt, wie lang diese andauert und wie groß die Insolvenzquote sein wird. Bleibt das alles halbwegs im Rahmen, dann sollte sich der Kauf der Oxford Lane Capital-Aktien als positiv herausstellen. Und dann würde ich auch von den monatlichen Dividendenzahlungen profitieren und tatsächlich etwas von der hohen Dividendenrendite spüren.
Auf einen Blick:
| Unternehmen: | Oxford Lane Capital Corp. |
| ISIN: | US6915431026 |
| Im Divantis-Depot seit: | 02.04.2025 |
| Letzter Nachkauf am: | 23.07.2025 |
| Stückzahl im Divantis-Depot: | 100 |
| Durchschnittskaufkurs inkl. Gebühren: | 18,41 € |
| Gesamtkaufpreis: | 1.841,45 € |
| Bisher erhaltene Netto-Dividenden: | 75,38 € |
| Aktuelle Strategie: | Halten und Dividende kassieren |


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