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Noch eine Versicherung fürs Depot?

Symbolbild DFV Deutsche Familienversicherung 16:9 wbp
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Ist es Liebhaberei, ein Faible oder schon eine Sucht? Die Versicherungsbranche hat es mir irgendwie angetan. Und sie ist seit jeher die am höchsten gewichtete Branche in meinem Dividendendepot.

Heute stelle ich eine weitere Versicherungsaktie vor, auf die ich erst jüngst aufmerksam geworden bin. Anlass war die Einladung zur Hauptversammlung, auf der ich einige interessante Tagesordnungspunkte entdeckte. Und da sie auch noch in der Nähe meines Wohnorts stattfand, bin ich einfach mal hingefahren.

Aus der Hauptversammlung heraus kaufte ich dann die erste kleinere Position. Offenbar waren andere anwesende Teilnehmer ebenfalls angetan, denn der Aktienkurs stieg erstmal in den nächsten Tagen.

Glücklicherweise ist die Nachfrage aber wieder zurückgegangen und ich konnte dann weitere Aktien günstig einsammeln.

Denn bei diesem Versicherungstitel kommt etwas zum Tragen, das meine anderen Titel nicht haben: die Marktkapitalisierung liegt unter 100 Millionen € und der Streubesitz ist bescheiden.

Warum aber genau das eine Chance darstellen kann und wie der Vorstand das Geschäftsmodell umstellt, erfährst Du in dieser Unternehmensvorstellung.

Als Aktie hat die DFV Deutsche Familienversicherung AG nicht den besten Ruf. Die bisherige Kursentwicklung ist enttäuschend gewesen und Anleger, die schon länger investiert sind, sitzen mehrheitlich auf Buchverlusten. Diese Vorstellung richtet jedoch den Blick voraus und hat als Basis das Kursniveau im Sommer 2025.

Transparenzhinweis

Ich halte Aktien der DFV Deutsche Familienversicherung AG, weshalb dieser Beitrag nicht als objektiv zu werten ist. Er ist durch die Anlegerbrille gefärbt. Ich habe ein Eigeninteresse daran, einen möglichst hohen Erlös aus meinem Investment zu erzielen. Die Eindrücke von der Hauptversammlung sind zudem subjektiv und andere Teilnehmer können sie komplett anders erlebt haben. Insbesondere ist dieser Beitrag keine Anlageempfehlung oder Anlageberatung. Er dient ausschließlich der Unterhaltung und hat den Zweck, Wissen über Vorgänge an der Börse zu vermitteln.

Genau wegen der historisch schwachen Aktienkursentwicklung stelle ich das Geschäft der DFV Deutsche Familienversicherung AG erst im hinteren Teil vor. Zunächst werfen wir einen Blick auf die Börsenhistorie.

Börsenhistorie

Die Vergangenheit der DFV Deutsche Familienversicherung AG an der Börse ist ein Musterbeispiel für den deutschen Kapitalmarkt. Und zwar in negativer Form. Die Aktie war nicht einmal ganze 6 Jahre im regulierten Markt notiert: Der Börsengang erfolgte am 04.12.2018 zu einem Preis von 12,00 € und am 17.09.2024 wurde das Delisting zu einem Preis von 6,60 € bekanntgegeben (wirksam zum 29.11.2024). Dazwischen lag aber auch noch eine Kapitalerhöhung zu 24,40 €.

Ursprünglich war damals übrigens der Börsengang schon für den 14.11.2018 geplant gewesen. Die Bookbuilding-Spanne von 17,00 € bis 23,00 € war aber offenbar zu hoch, so dass der Börsengang zunächst abgesagt wurde. Und dann eben zu einem Festpreis von 12,00 € drei Wochen später doch erfolgte.

Spannend war die Struktur des Börsengangs: 4,37 Mio. Aktien wurden per Kapitalerhöhung neu ausgegeben und der Gesellschaft flossen damit 52,1 Mio. € zu. Positioniert hatte sich die DFV Deutsche Familienversicherung damals als „Erster Insurtech IPO Europas“ und sollte quasi die Antwort auf Lemonade in den USA sein. Lemonade war 2016 gegründet worden, ging aber erst 2020 an die Börse.

Bei der Kapitalerhöhung im Juli 2020 wurden weitere 1,33 Mio. Aktien platziert. Der Bruttoemissionserlös von 32,35 Mio. € floss ebenfalls der Gesellschaft zu.

Damit hat die DFV Deutsche Familienversicherung in den Jahren 2018 und 2020 rund 80 Mio. € vom Kapitalmarkt eingenommen. Im Jahr 2025 liegt die Marktkapitalisierung bei einem Aktienkurs von 6,20 € bei gerade einmal 90 Mio. €.

In diesem Zusammenhang ist ebenfalls interessant, dass das Eigenkapital zum 31.12.2024 69 Mio. € betrug, was 4,72 € je Aktie entspricht.

Seit dem Delisting ist die Aktie nur noch an der Börse Hamburg und bei Lang & Schwarz handelbar.

Aktionärsstruktur und Streubesitz

Die DFV Deutsche Familienversicherung hat drei große Aktionäre: Der Gründer und Vorstandsvorsitzende Dr. Stefan Knoll hielt zum Delisting 19,55%, die Erben seines Mitgründers lagen bei 19,12% und Luca Pesarini (Gründer der Fondsgesellschaft ETHENEA) erhöhte seinen Anteil durch das Delisting-Übernahmeangebot und Zukäufe von 25,00% auf 39,85%. 14,28% werden von der VPV-Lebensversicherungs AG gehalten. Damit liegen 92,8% in festen Händen.

Auf der Hauptversammlung 2025 waren zudem die Spezialisten für Sondersituationen aus der Friesenstraße in Köln (Scherzer & Co. und RM Rheiner Management) mit 0,29% Anteilsbesitz vertreten.

Damit sind 93,09% nicht auf dem Markt. Die nicht zuzuordnenden 6,91% entsprechen lediglich 1 Mio. Aktien oder rund 6 Mio. € Marktkapitalisierung. Das erklärt, warum schon kleinere Kauf- oder Verkaufsorders die Preisfeststellung stark beeinflussen können.

Cash-Flow

Mit dem Delisting hat das Management eine Entscheidung getroffen: Bisher stand theoretisch immer frisches Geld zur Verfügung, weil man eine Kapitalerhöhung über die Börse hätte platzieren können. Deshalb lautete die Devise: Wachstum vor Profitabilität. Durch entsprechendes Marketing ließen sich fast beliebig Kunden und Verträge einkaufen.

Nun aber hat ein Schwenk stattgefunden: die Gesellschaft ist profitabel und strebt nur noch profitables Wachstum aus eigener Kraft an. Erkennbar ist das erstmals im Jahr 2024 als ein operativer Cashflow von 5,3 Mio. € erzielt wurde. Die liquiden Mittel sind entsprechend auf 5,9 Mio. € angestiegen.

Cashflow DFV Deutsche Familienversicherung
Quelle: DFV Deutsche Familienversicherung, Jahresabschluss 2024, Seite 10

Ausdrücklich steht in der Unternehmensprognose für 2025, dass „der Pfad der Profitabilität nicht verlassen werden“ soll.

Unternehmensprognose DFV Deutsche Familienversicherung
Quelle: DFV Deutsche Familienversicherung, Jahresabschluss 2024, Seite 25

Geplantes Ergebnis 2025 und Dividendenfähigkeit

Für das laufende Geschäftsjahr 2025 plant der Vorstand mit einem Ergebnis vor Steuern von 5 bis 8 Mio. €.

Unternehmensprognose 2025 DFV Deutsche Familienversicherung
Quelle: DFV Deutsche Familienversicherung, Jahresabschluss 2024, Seite 25

Zudem sollen die Versicherungsbeiträge organisch um 5% auf 175 Mio. € steigen.

Steuerlich verfügt die Gesellschaft noch über einen Verlustvortrag von 21,6 Mio. €, so dass das Vorsteuerergebnis im Wesentlichen auch dem Nachsteuerergebnis entsprechen sollte.

In der Hauptversammlung wurde – und das ist das Spannende aus meiner Sicht – dann auch verkündet, dass ein Gewinn in der geplanten Größenordnung dazu führen würde, dass die Gesellschaft dividendenfähig wird. Und wörtlich hieß es sogar: „Wir haben die Zahlung einer Dividende fest vor!“.

Auf der Tagesordnung der Hauptversammlung fand sich auch ein dazu passender Punkt (TOP 5): Beschlossen wurde im Ergebnis eine Umwandlung von 10 Mio. €, die bisher als gebundene Kapitalrücklage (§ 272 Abs. 2 Nr. 1 HGB) geführt wurden in eine freie Kapitalrücklage (§ 272 Abs. 2 Nr. 4 HGB). Das entspricht exakt 0,69 € je Aktie, die damit theoretisch steuerfrei an die Aktionäre ausgeschüttet werden können.

Dieser Betrag wird voraussichtlich nicht als Dividende für das Jahr 2025 bezahlt werden. Realistisch ist angesichts des angestrebten Gewinns eher ein Betrag von 0,35 €. Aber auch das würde eine attraktive Dividendenrendite von 5,8% ergeben. Sie würde zudem ohne Abzug von Steuern ausgezahlt werden. Gleichzeitig würde aber der steuerliche Einstand reduziert, so dass dann bei einem späteren Verkauf der mögliche steuerpflichtige Aktienkursgewinn höher ist

Im 2027 könnte noch einmal eine solche Dividende gezahlt werden, danach wäre sie dann steuerpflichtig. Es sei denn, die Hauptversammlung würde erneut eine Umwandlung von gebundenen Kapitalrücklagen in freie Kapitalrücklagen beschließen. Denn weitere 29,718 Mio. € stehen als gebundene Kapitalrücklagen in der Bilanz und würden bei einer Umwandlung weitere 2,03 € je Aktie steuerfreie Ausschüttungen ermöglichen.

Theoretisch könnte die DFV Deutsche Familienversicherung damit die nächsten 7 Jahre eine steuerfreie Dividende in Höhe von 0,35 € ausschütten. Immer vorausgesetzt, es wird auch ein entsprechender operativer Gewinn erzielt und die Liquidität lässt die Ausschüttung zu.

Geschäftsmodell

Die DFV Deutsche Familienversicherung ist ein digitaler Direktversicherer. Ihr Geschäftsmodell basiert auf vollständig digitalisierten Prozessen in allen Bereichen des Unternehmens – von der Produktentwicklung und dem Vertrieb bis zur Schadenabwicklung. Die Versicherungsprodukte werden online vertrieben und dafür digitale Vertriebskanäle wie Google, Apps und Direktmarketing genutzt.

Als vergleichsweise junge Versicherung sind die internen Prozesse weitgehend automatisiert und viele Vorgänge werden „dunkel“ verarbeitet, also ohne menschliches Eingreifen.

Das Versicherungsspektrum ist bisher stark fokussiert und bezieht sich auf einfache Produkte, die sich leicht digital ohne intensive Beratung abbilden lassen: Krankenzusatz-, Pflege-, Unfall-, Sach- und Tierversicherungen. Schadensmeldungen können über eine App sehr schnell abgewickelt werden.

Hauptprodukt ist die Zahnzusatzversicherung, gefolgt von der Tierkrankenversicherung.

Delisting

Die DFV Deutsche Familienversicherung ist seit 2024 infolge des Delistings nicht mehr offiziell börsennotiert, wird aber weiterhin an der Börse Hamburg und über Lang & Schwarz gehandelt. Damit ist sie sogar über Trade Republic handelbar. Die Bedeutung eines Delistings habe ich hier ausführlich erläutert.

Vorliegend bedeutet das Delisting vor allem eine eingeschränkte Transparenz. Geschäftszahlen werden nicht mehr unterjährig kommuniziert und auch Directors Dealings müssen nicht mehr publiziert werden. Den Aktionären bleibt deshalb nur der Blick in den jährlichen Geschäftsbericht und die Hauptversammlung, um sich zu informieren. Das rechtfertigt sicherlich einen Abschlag im Aktienkurs. Auf der anderen Seite bietet es die Chance, sich selbst ein tieferes Bild zu machen und in eine Aktie zu investieren, die vom Kapitalmarkt nicht mehr aktiv begleitet wird.

Für das Delisting selbst sind direkte und indirekte Kosten von 1,3 Mio. € angefallen, die im Jahresabschluss 2024 verbucht wurden. Der Vorstand bezifferte in der Hauptversammlung 2025 die jährlichen Einsparungen durch das Delisting auf 1,25 Mio. €.

Management

Der wichtigste und bestimmende Kopf der DFV Deutsche Familienversicherung ist der Vorstandsvorsitzende Dr. Stefan Knoll. Er ist der Gründer der Gesellschaft und war zuvor viele Jahre als promovierter Jurist bei der Allianz tätig. Er ist 1957 geboren und sein Vertrag läuft noch bis 2029. Nach eigenen Angaben wird dies voraussichtlich seine letzte Vertragsperiode sein, so dass er mit 72 Jahren in Ruhestand gehen würde. Er spricht selbst davon, dass er eine militärische Neigung habe und ist bekannt für provokative Statements, klare Worte und ehrgeizige Ziele. Knoll ist überzeugt, dass Digitalisierung und künstliche Intelligenz die Branche grundlegend verändern und setzt konsequent auf kosteneffiziente und automatisierte Prozesse. In seiner HV-Rede setzte er eigene Spitzen gegenüber der „altehrwürdigen“ Versicherungsbranche, in der immer noch vieles über Papierformulare abgewickelt würde.

Der Name „Familienversicherung“ wird von Knoll offenbar auch in dem Sinne verstanden, dass es ein Familienunternehmen ist. So ist sein Sohn Maximilian Chief Operating Officer und seine Tochter Victoria Chief Commercial Officer und Chief HR Officer. Beide jedoch nicht als Vorstandsmitglieder, sondern ausgestattet mit Prokura.

Vorstandsmitglieder sind neben Dr. Stefan Knoll der CFO Dr. Karsten Paetzmann, Ansgar Kaschel als CSO für Vertrieb und Marketing und die CIO Dr. Bettina Hornung als IT-Verantwortliche.

Weitere Planung

Als wäre die Dividendenfähigkeit und der Wille zur Ausschüttung in 2026 noch nicht genug gewesen, wurde auf der Hauptversammlung auch noch auf Pläne zur Schaffung einer Holdingstruktur hingewiesen. Sie ist notwendig, wenn weitere Versicherungsgeschäfte betrieben werden sollen. Das Versicherungsaufsichtsgesetz fordert die sogenannte Spartentrennung (§ 8 Abs. 4 VAG): Versicherungsunternehmen, die im Lebens- oder Krankenversicherungsgeschäft tätig sind, dürfen keine anderen Versicherungssparten (wie etwa Schaden- und Unfallversicherung) betreiben.

Die DFV Deutsche Familienversicherung will deshalb einen reinen Sachversicherer gründen, um zukünftig – in einer rechtlich getrennten Einheit – auch eine Krankenvollversicherung anbieten zu können. Perspektivisch soll dann auch die Möglichkeit geschaffen werden, Lebensversicherungen (in einer dritten rechtlichen Einheit) anzubieten.

Die dann notwendige Holdingstruktur soll der Hauptversammlung 2026 vorgestellt und mit entsprechenden Anträgen zur Beschlussfassung gestellt werden.

Mein Engagement

Im Juni und Juli 2025 habe ich insgesamt 2.600 Aktien der DFV Deutsche Familienversicherung gekauft. Aufgrund der Marktenge habe ich mir dafür Zeit gelassen und die Käufe in kleinere Tranchen aufgeteilt.

Exemplarisch hebe ich drei Käufe hervor: Der Erstkauf erfolgte am 03.06.2025 zum Kurs von 6,20 €. Das war der oben beschriebene Kauf aus der Hauptversammlung heraus.

DFV Deutsche Familienversicherung Kaufabrechnung 03.06.2025
DFV Deutsche Familienversicherung Kaufabrechnung 03.06.2025

Der Kauf zum niedrigsten Aktienkurs erfolgte am 19.06.2025 zum Kurs von 6,05 € über Lang & Schwarz.

DFV Deutsche Familienversicherung Kaufabrechnung 19.06.2025
DFV Deutsche Familienversicherung Kaufabrechnung 19.06.2025

Und die größte Tranche kaufte ich am 14.07.2025 zum Kurs von 6,10 € an der Börse Hamburg.

DFV Deutsche Familienversicherung Kaufabrechnung 14.07.2025
DFV Deutsche Familienversicherung Kaufabrechnung 14.07.2025

Insgesamt habe ich für meine 2.600 Aktien als Kaufpreis 15.960,87 € inklusive aller Gebühren bezahlt. Das entspricht einem durchschnittlichen Einstandskurs von 6,14 € je Aktie.

Meine weitere Strategie

So lang sich der Aktienkurs unterhalb des Delisting-Übernahmeangebotspreises von 6,60 € bewegt, bin ich bereit, meine Depotposition zu erhöhen.

Wenn einer der Großaktionäre, der als Aufsichtsrat auch noch einen besseren Einblick in das Unternehmen hatte, vor einem Jahr 6,60 € je Aktie als günstig ansah, dann sollte das jetzt erst recht der Fall sein.

Das Depotgewicht meiner Position liegt nun bei rund 3%. Das lässt mich entspannt auf den Aktienkurs blicken. Nach Unten halte ich das Rückschlagrisiko tatsächlich für begrenzt. Die in Aussicht gestellte Dividende macht die Aktie bei Kursen unter 6,00 € noch attraktiver.

Nach Oben sehe ich aber aktuell auch kein kurzfristiges Potenzial. Es gibt schließlich keine unterjährigen Nachrichten mehr. Ein Gewinn von 6 Mio. € in 2025 würde einem Gewinn je Aktie von 0,41 € entsprechen. Bezogen auf meinen Einstand entspricht das einer Bewertung mit dem 15-fachen. Das ist jetzt keine krasse Unterbewertung. Schafft das Unternehmen allerdings das obere Ende der Planung mit 8 Mio. €, dann wären das 0,55 € je Aktie. Und damit ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 11. Mit Veröffentlichung des Geschäftsberichts für 2025 kann ich mir deshalb schon vorstellen, dass die Aktie an Nachfrage gewinnt.

Bei der DFV Deutsche Familienversicherung gilt es aber in jedem Fall zu beachten, dass die Aktie markteng ist. Es ist nicht so einfach, zu günstigen Kursen eine größere Position aufzubauen. Kauforders sollten deshalb in jedem Fall limitiert aufgegeben werden. Das gilt natürlich genauso für etwaige Verkaufsorders.

Wenn nichts Außergewöhnliches passiert, werde ich dauerhaft nicht zu den Verkäufern gehören. Entwickelt sich das Unternehmen wie in Aussicht gestellt, dann habe ich einen soliden Dividendenwert zu einem günstigen Einstiegskurs im Depot, der mit einem moderaten und profitablen Wachstum in den nächsten Jahren seinen Weg gehen wird.

Auf einen Blick:

Unternehmen:DFV Deutsche Familienversicherung
ISIN:DE000A2NBVD5
Im Divantis-Depot seit:03.06.2025
Letzter Nachkauf am:28.07.2025
Stückzahl im Divantis-Depot:2.600
Durchschnittskaufkurs inkl. Gebühren:6,14 €
Gesamtkaufpreis:15.960,87 €
Bisher erhaltene Netto-Dividenden:0,00 €
Aktuelle Strategie:Bei Kursrückgang nachkaufen

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Kommentare

14 Antworten zu „Noch eine Versicherung fürs Depot?“

  1. Avatar von Marc
    Marc

    Viel Erfolg mit dem Wert…dein Timing scheint sehr gut gewesen zu sein. Zumindest einen kleinen Buchgewinn hast du…

  2. Avatar von Thomas
    Thomas

    Ich zitiere aus „Der Platow Brief“ vom 21.11.2024 zur Deutschen Familienversicherung.
    „Als Einzelaktionär und über Haron hielt Pesarini bereits vor dem Delisting 25% an der DFV. Nach dem Deal und dem Aufkauf des Streubesitzes dürfte der Anteil von Pesarini/Haron knapp unter 50% liegen, schätzen Experten. Was sich die Haron Holding von dem Investment in die profitable, aber kleine DFV verspricht, bleibt offen – gegenüber PLATOW wollte sich das Unternehmen nicht äußern. In der Regel sind solche Großbeteiligungen mit Fusions- oder Restrukturierungsplänen und einem erneuten Börsengang verbunden.“ Zitatende.
    Insbesondere mit dem letzten Satz ist m.E. schon alles gesagt.

    Zunächst hat die DFV Familienvers. am Kapitalmarkt völlig versagt, was nichts anderes bedeutet, das normale durchschnittliche Anleger Geld verloren haben. Man könnte auch sagen(Meinung) das der Kapitalmarkt zugunsten der Großaktionäre (man ist klein und kennt sich untereinander gut) in kürzester Zeit missbraucht worden ist zu Lasten der Normalos. Auch das schnelle Delisting könnte einem klaren Szenario folgen.
    Wie immer lacht am besten der, der zuletzt lacht. Eventuell hat Ben hier wieder einen Riecher und ein Chance für ihn persönlich aufgetan.
    Bevor sich aber jemand zum Nachmachen entschließt, würde ich empfehlen, sich mit dem bunten Paradiesvogel (Meinung/nicht böse gemeint) Luca Pesarini mit den Tags #Ethenea # Haron Holdings # Ethna Capital Partners # Mainfirst # Laiqon et cetera et cetera zu beschäftigen.
    Der Mann verkauft und verschiebt sein ganzes Leben Firmenanteile. Wenn er damit erfolgreich ist, ist es unserer Meinung nach ehrenwert, nur die Frage ist, was habe ich als Kleinanleger davon?
    Übrigens ist auch der am Markt aktive Fond Ethna-Aktiv A EUR WKN 764930 Luca Pesarini zuzuordnen, der zwar vom Chart passabel ist, aber die Ausschüttungen sehr willkürlich aussehen und wahrscheinlich so erfolgen, wie es das Management gerade braucht.

    Fazit, es bestätigt eher meine Abneigung gegenüber Smallcaps und solchen intransparenten Geschäften, wo man als Kleinanleger auf Gedeih und Verderb dem Handeln der Großaktionäre ausgeliefert ist.
    Für mich nichts, kann aber sein das Ben hier mit Glück Geschäft macht, wenn er Zeit und Geduld hat. Dividende frühestens 2026 aber eben auch nicht sicher, wenn nicht vorher schon Verkäufe,Fusionen,neue Börsengänge etc stattfinden.

    1. Avatar von Ben Warje

      Hallo Thomas,

      ich kann jeden Aktionär verstehen, der schon länger in der Aktie investiert ist und irgendwas zwischen enttäuscht und sauer ist. Natürlich war die Börsengeschichte kein Ruhmesblatt und das Delisting zu 6,60 € eine Unverschämtheit. Aber das ist ja für ein heutiges Investment irrelevant. Man sogar noch die Chance, aktuell zu einem Kurs unterhalb des schon frechen Delistingpreises zu erwerben. Zu Luca Pesarini und Haron noch eine Anmerkung: Du zitierst Platow aus dem November 2024. Die dort genannten „knapp unter 50%“ Beteiligung sind tatsächlich 39,85%. Einen erneuten Börsengang kann niemand ausschließen. Er macht für die DFV Deutsche Familienversicherung aktuell aber keinen Sinn. Aufgrund der Änderung des Geschäftsmodells (Profitabilität statt Wachstum) benötigen sie kein frisches Geld. Und eine Fusion o.ä. könnten sie auch ohne offizielle Börsennotiz angehen. Ich habe in meinen Recherchen über Luca Pesarini keine wirklich kritischen Punkte gefunden. Die von Dir genannten Tags beziehen sich auf Fondsgesellschaften, an denen er beteiligt ist. Dass es bei Fonds immer mal wieder zu Umstrukturierungen kommt und Fonds bzw. Teams von einem juristischen Dach unter ein anderes schlüpfen, ist ja nicht unüblich und auch nichts Unseriöses. In seine Fonds würde ich trotzdem nicht investieren – aber das vor allem, weil ich Direktinvestments bevorzuge.

      Viele Grüße Ben

  3. Avatar von Thomas
    Thomas

    Hi Ben
    Finde es auch lustig, das der Joint Bookrunner damals 2018 MainFirst Bank AG war.
    https://www.deutsche-boerse-cash-market.com/dbcm-de/instrumente-statistiken/statistiken/primaermarktstatistiken/DFV-Deutsche-Familienversicherung-AG-1443430
    Diese ist doch auch Pesarini zuzuordnen, und wurde später an Stifel Europe abgegeben.
    Bei einer derzeitigen Marktkapitalisierung von 96 Mio EUR sind Pesarini also derzeit rd 37,5 Mio € Eigentum zuzuordnen. Durch IPO/Kapitalerhöhung sind Pesarini anteilig qua Anteile Anteile etwa 21Mio zugeflossen. Während die Marktteilnehmer allgemein bis zum Delisting durch Verlust an Marktkapitalisierung etwa mindestens 95 Mio verloren haben.
    Während beim Delisting Haron Holding S.A. (wiederum Pesarini)
    https://www.bakermckenzie.com/de/newsroom/2024/10/haron-holding-takeover-delisting-offer
    der Strippenzieher war.
    Der Mann unterscheidet streng zwischen eigenem Shareholder Value und fremdem Shareholder-Value.
    Nichts für Ungut, die Spielregeln sind für alle gleich und auch wir versuchen Value zu generieren, es ist also legitim.
    Aber das hier hat etwas von “ im Trüben Fischen “ an sich
    Für Banker ( wie Ben) ist es was, aber nichts für am Kapitalmarkt wenig gebildete Anleger.
    Meinung.

    1. Avatar von Ben Warje

      Hallo Thomas,

      ich glaube, wir liegen in der Einschätzung der Vergangenheit nicht wirklich auseinander. Die Phase vom IPO bis zum Delisting gehört sicherlich zu den dunklen Seiten des Kapitalmarkts. Ich möchte aber klarstellen (und das macht die Aktie aus meiner Sicht eben auch interessant), dass kein Geld durch den Börsengang oder die spätere Kapitalerhöhung in die Taschen der Altaktionäre geflossen ist. Die eingenommenen Gelder flossen – abgesehen von den Beraterhonoraren – in die Kasse der DFV Deutsche Familienversicherung. Auch der Börsengang erfolgte ausschließlich mit neu ausgegebenen Aktien im Rahmen einer Kapitalerhöhung. Und der Teil, der in den vergangenen Jahren nicht zur Verlustdeckung notwendig war, ist bilanziell eben auch noch in der AG vorhanden.

      Viele Grüße Ben

  4. Avatar von BörsenHai
    BörsenHai

    Hallo Ben,

    mir scheint Du bist sehr überzeugt von der DFV, wenn Du gleich mit 3% einsteigst.
    Mir persönlich ist da zu viel Familie und zu viel abgeschotteter Aktienbestand.
    Auch wenn ich prinzipiell bei kleinen Unternehmen „Inhabergeführt“ mag, ist mir das zu viel des Guten.

    Auch die mögliche zukünftige Dividende überzeugt mich nicht wirklich -genauer gesagt: gar nicht!

    Was hat Dich bewogen gleich so stark zu investieren? Das ist normalerweise nicht Deine Art. Die 6,60€ sind ja nicht wirklich das Maß aller Dinge und an sich Vergangenheit. Und „Sie brauchen kein frisches Geld“ kann ich nur verbuchen unter: „das haben wir den ersten Investoren schon abgenommen“ (mehr Geld eingesammelt als die Firma danach „wert“ ist).

    Die Firma mag nicht schlecht sein, aber nichts für mich.

    1. Avatar von Ben Warje

      Hallo BörsenHai,

      ich habe mich in den letzten 2 Monaten sehr intensiv mit dem Unternehmen beschäftigt. Und ich habe inzwischen die Devise, dass so eine intensive Beschäftigung nur Sinn macht, wenn ich auch einen größeren Betrag dort investiere. Das Ganze war natürlich auch vom Zeitpunkt her durch die große Dividende von USU Software veranlasst.
      Ich finde es völlig okay, dass Du für Dich sagst, dass die Aktie nichts für Dich ist. Ich bin sogar ganz froh, dass der Aktienkurs heute nicht durch die Decke geht. Das zeigt, dass die Leser des Blogs sich eigene Gedanken machen und nicht überstürzt agieren.

      Viele Grüße Ben

  5. Avatar von Tobs
    Tobs

    Hi Ben,

    Wertest Du das nach Deiner Innenbetrachtung als einen Dividendenwert für das Divi-Depot ein, oder hast Du Dich hier wie bei USU auf die Lauer gelegt und setzt auf einen Katalysator, weil Du auf (schnelle) Kursgewinne aus bist? Also: Cashflow oder Special situations…? :-)

    VG
    Tobs

    1. Avatar von Ben Warje

      Hallo Tobs,

      ich habe die DFV Deutsche Familienversicherung als Dividendenwert ins Dividendendepot gekauft. Die Aussagen waren so eindeutig, dass die Zahlung einer Dividende angestrebt wird, dass ich nicht von einem Squeeze-Out ausgehe. Dann wäre auf der Hauptversammlung viel zurückhaltender gesprochen worden und an eine Ausschüttung nicht gedacht worden. Im Rahmen der geplanten Holdingstruktur könnte es theoretisch trotzdem zu einer Strukturmaßnahme kommen (z.B. einem Beherrrschungs- und Gewinnabführungsvertrag zwischen der neu zu gründenden Holding und der jetzigen AG). Das ist aber nicht mein Ansatzpunkt. Ich erkenne hier eher ein langfristiges Potenzial, mich an einem durchfinanzierten profitablen Unternehmen zu einem attraktiven Preis zu beteiligen.

      Viele Grüße Ben

  6. Avatar von UrsprungsFrank
    UrsprungsFrank

    Kurios. Da kommt es mir als Kleinanleger mit schlichtem Gemüt gleich auf den ersten Blick bei dem vorgestellten Wert spanisch vor. Dabei sind es eher Mindsets, die bei mir Widerspruch auslösen, als harte Fakten, die bereits Thomas zusammenstellte.

    Zahnzusatzversicherung: Würde ich mich als Kunde eher einer großen Gesellschaft anvertrauen, die auch noch in 20, 30 Jahren, wenn es erst ernst wird, meine Gusche blankputzt?
    Digitalisierung der Versicherungsbranche: Dem CEO der Familienversicherung sei eine „Werkbesichtigung“ bei HUK24 empfohlen. Dort sind und werden die Prozesse schon immer digital optimiert. Und gerade in dem Sektor, wo sich die Familienversicherung tummeln will, ist die Versicherung ungemein stark.
    Werbung: Ist dem CEO eigentlich bewusst, welchen Werbeetat er selbst im Vergleich zu den Big Playern wie Allianz, HUK24 etc. hat? Marginal!
    Ich empfehle zu Erhärtung des eigenen Mindsets eine Jahres-Mitgliedschaft bei der SDK. Er wird geläutert sein. Dort gilt immer wieder der Hinweis: „Das Fell sollte erst geteilt werden, wenn der Bär auch erledigt wurde“. CEOs von Garagenfirmen versprechen viel, müssen sie auch.

    Ich selbst investiere in Kochsalzkonzentrationen auch gerne mal in sehr kleine Caps. Nur bei denen muss bei mir die Geschäftsidee zünden. Wenn ich in solche Werte investiere, schreibe ich auch gleichzeitig den Betrag ab. Bsp. BRAIN Biochemie – Kursverlauf ist eine Katastrophe und doch glaube ich immer noch daran, dass diese Firma eines Tages das genmanipulierte Bakterium findet, dass aus CO2 Gold macht und gleichzeitig Wasserstoff bei Energiefreigabe fusioniert. Du meinst, dass schaffen die nicht? Natürlich wuppen die das ;-)

    Gruß Frank

  7. Avatar von Sebastian
    Sebastian

    Hallo Ben,
    nun oute ich mich mal als Fan deines Angangs, in solche Unternehmen zu investieren. Wie zuletzt auch bei USU. Es hat beinahe investigativen Charakter. Möge dein Investment-Case in die DFV aufgehen. Die Affinität zur Versicherungsbranche teilen wir – in meinem Depot sehe ich diesen Titel allerdings nicht. Da steht bei mir die Hannover Rück mit starken Ergebnissen und Ausblick im
    Fokus. Viele Grüße

  8. Avatar von Ronin
    Ronin

    Hallo zusammen,

    wie ihr schon schreibt, könnte es im Rahmen der geplanten Holdingstruktur es zu Strukturmaßnahmen kommen. Neben einem Squeeze-Out könnte das auch der Wechsel der Rechtsform (z.B. Umwandlung in GmbH) sein. Stimmt es, dass eine Umwandlung der Inhaberaktien in Namesaktien geplant oder bereits vollzogen ist?? Das wäre ein notwendiger Schritt für solche Maßnahmen.

    Wie UrsprungsFrank schon schrieb, stellt sich die Frage, ob sich DFV im Haifischbecken mit den großen halten kann. Digital arbeiten inzwischen fast alle Retail-Versicherungen und der durch ChatGPT & Co ausgelöste Rückgang der Suchanfragen bei Google könnte auch den digitalen Vertriebskanal gefährden.

    Ob dies so kommt, wissen wir nicht. Es scheint kein IR mehr zu geben und auf der Webseite finde ich nicht mal einen Geschäftsbericht! :-(

    1. Avatar von Ben Warje

      Hallo Ronin,

      ja, eine Umstellung in Namensaktien wurde auf der letzten Hauptversammlung beschlossen. Sie soll aber erst nach den anderen Satzungsänderungen umgesetzt werden. Ich sehe das nicht als zwingende Voraussetzung für Strukturmaßnahmen. Es ist bei Versicherungen nicht ungewöhnlich. Munich Re, Allianz und Talanx haben beispielsweise auch Namensaktien. Den Geschäftsbericht 2024 findest Du hier auf der Webseite der DFV.

      Viele Grüße Ben

  9. Avatar von Dejan Music
    Dejan Music

    Ich bin einer derjenigen die schon sehr lange in der DFV investiert sind. Und damit auch zum Teil das Jammertal durchschritten haben.
    Ich habe meine damalige Position beim Delisting nicht angedient. Weil das Unternehmen eigentlich durchgehend für mich interessant war und ich glaubte das könnte was werden. Und ich auch nicht für diesen niedrigen Wert aussteigen wollte.
    Jetzt warte ich halt ab was passiert. Ich erwarte eigentlich einen Squeeze Out, auch wenn sie das beim Delisting nicht angepeilt haben.
    Sollte jetzt mal eine Dividende kommen, wäre das natürlich toll.
    Wenn ich jetzt zukaufe, könnte ich auch meinen Einstandskurs drücken.
    Aber ich glaube ich bin nicht so risikoaffin auf die Gefahr hin, dass hier die Mehrheitseigner irgendwann uns kleinen Rest loswerden wollen.
    Aber ich bin gespannt auf weitere Updates von dir. Da komme ich dem Inneren der DFV deutlich näher, als wenn ich nur den Geschäftsbericht lese.
    Vielen Dank

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