Divantis Header Logo und Untertitel

Zweimal in diesem Jahr nachgekauft – zweimal zu früh?

3D-Illustration des General Mills Logos mit Herzsymbol, platziert auf einem goldenen Sockel. Im Hintergrund ein orangefarbener Aktienchart mit steigenden Balken und Pfeil, der einen erfolgreichen Turnaround symbolisiert.
4.7
(60)

So kann man sich täuschen: im Februar war ich schon von einer Bodenbildung bei dem US-amerikanischen Lebensmittelkonzern ausgegangen und tätigte nach einigen Jahren meinen ersten Nachkauf. Aber nicht nur, dass der US-Dollar seitdem deutlich weicher geworden ist – auch der vermeintliche Boden hatte ein Loch.

Und so habe ich mir ein Herz gefasst und noch einmal nachgekauft. 25% günstiger als im Februar. Objektiv betrachtet könnte aber auch das noch zu früh gewesen sein. Denn die Kursentwicklung kennt bisher nur eine Richtung: abwärts.

Warum ich die Aktie trotzdem langfristig in meinem Depot sehe und ich auch bereit bin, diese schwache Periode durchzustehen, erfährst Du in diesem Beitrag.

General Mills ist ein weltweit führender US-amerikanischer Lebensmittelkonzern, der unter anderem Frühstücksflocken, Fertiggerichte, Snacks, Eiscreme und andere Nahrungsmittel produziert und vertreibt. Daneben hat er eine Sparte für Tierfutter. Nach einem Rekordhoch im Mai 2023 bei 90 US$ geht es allerdings mit der Aktie abwärts. Das Unternehmen habe ich hier ausführlich vorgestellt.

General Mills im Langfrist-Chart in US-Dollar
General Mills im Langfrist-Chart in US-Dollar

Ich selbst bin seit 2014 in der Aktie investiert. Jeder meiner Käufe war allerdings auf einem höheren Kursniveau als aktuell. Immerhin habe ich mich durch die zwischenzeitlich starken Kursanstiege nicht verleiten lassen, zu mehr als 60 US$ zu kaufen. Und aufgrund der bis heute kassierten Dividendenzahlungen bin ich insgesamt mit dem Engagement auch weiterhin im positiven Bereich (Total Return).

Aktienkauf

Bereits im Februar hatte ich zum Kurs von 54,45 € (entsprach damals 57,02 US$) bei General Mills nachgekauft und darüber hier berichtet.

Am 15.10.2025 kaufte ich nun weitere 25 Aktien von Generals Mills. Diesmal zum Kurs von 41,10 € (entsprach 47,77 US$). Als Börsenplatz wählte ich Tradegate. Flatex berechnete mir dafür 7,90 € Provision, so dass ich insgesamt 1.035,40 € für den Kauf bezahlte.

Kaufabrechnung Aktienkauf General Mills im Oktober 2025

Mein Kauf im Oktober war damit 24,5% günstiger als der Kauf im Februar. Und das war auch mein Antrieb, mit gekauften 25 Stück meine Zielposition von 200 Aktien „voll“ zu machen.

Dividendenzahlung

General Mills zahlt erneut eine Quartalsdividende von 0,61 US$ je Aktie. Sie war im August um 0,01 US$ bzw. 1,7% erhöht worden. Mein Aktienkauf war nach dem Dividendenstichtag, so dass die neuen Aktien noch nicht dividendenberechtigt waren. Für die deshalb „nur“ 175 dividendenberechtigten Aktien in meinem Depot ergibt das eine Brutto-Dividende von 106,75 US$. Sie wurde von flatex zum Kurs von 1,1554 in Euro umgerechnet. Das entspricht dem EZB-Referenzkurs vom Tag vor dem Zahltag, in diesem Fall dem 31.10.2025. Nach Abzug der Steuern verbleibt eine Netto-Dividende von 68,79 €. Sie wurde mit Wertstellung 03.11.2025 überwiesen.

General Mills Dividende im November 2025

Annualisiere ich die Quartalsdividende, dann wird innerhalb eines Jahres 2,44 US$ Dividende gezahlt. Bei einem Aktienkurs von 46,43 US$ (Schlusskurs am 03.11.2025) entspricht das einer Dividendenrendite von 5,25%. Sollte die Dividende erneut zum August 2026 erhöht werden, dann liegt sie tatsächlich sogar noch etwas höher.

Meine persönliche Dividendenrendite (Yield on Cost) ist etwas niedriger, da mein durchschnittlicher Einstand je Aktie über dem aktuellen Kursniveau liegt. Für die 200 Aktien habe ich insgesamt 8.830,11 € bezahlt. Mit dem aktuellen Umrechnungskurs für die Dividende ergibt das eine jährliche Brutto-Dividende von 422,36 €. Mein YoC liegt bei 4,78%.

Perspektiven

Das Nachkaufdatum war übrigens kein Zufall. Denn am Tag davor fand der Investor Day von General Mills statt. Ich hatte einigen Respekt vor dem Event, weil der Aktienkurs schon im Vorfeld unter Druck stand und es auch die Gelegenheit für das Management war, die Erwartungen der Börse zu zügeln. Mit einer positiven Überraschung (z.B. Prognoseerhöhung) war wirklich nicht zu rechnen. Und so war ich schon froh, dass es keine negativen Nachrichten gab.

Der Investor Day war in diesem Sinne dann ein Non-Event. Es wurden „lediglich“ die langfristigen Wachstumsziele bekräftigt und die Prognose für das laufende Geschäftsjahr bestätigt.

Aber genau das war es dann auch, was mich zu einem Kauf veranlasste. Ich investiere langfristig in General Mills und bin bereit, die schwache Phase des Aktienkurses auszusitzen. Und womöglich wird er sich nie wieder erholen. Wer weiß das schon? General Mills hat in meinem Depot auch nicht die Aufgabe, großartige Kursgewinne zu erzielen. Die Aktie steht für berechenbare Dividendenzahlungen. Schließlich sprechen wir hier über ein Unternehmen, das seit 126 Jahren ununterbrochen eine Dividende zahlt. Und diese auch – trotz unter Druck stehender Quartalsergebnisse – weiterhin verdient.

Dazu soll langfristig ein jährlich organisch steigender Umsatz von 2-3% bei ebenfalls steigenden Gewinnen beitragen. Zu den Kernmärkten zählen u.a. USA, Brasilien, China und Indien.

Auf dem Investor Day wurden zahlreiche Initiativen zur Attraktivitätssteigerung der vertriebenen Produkte vorgestellt. Eingeführt wurden neue Verpackungsgrößen, frischere Designs und dazu entsprechende Werbekampagnen. Ich kann nicht beurteilen, ob das die Verbraucher überzeugt. Aber es zeigt mir, dass das Unternehmen Initiativen ergreift und nicht tatenlos dem Untergang zuschaut.

Es wird nun spannend zu sehen sein, wie sich das alles in den nächsten Quartalen in den Zahlen niederschlägt.

Die Prognose für das laufende Geschäftsjahr sieht ein organisches Nullwachstum im Umsatz in der Mitte vor (-1% bis +1%). Der Gewinn je Aktie soll zwischen 10% und 15% sinken.

Im 1. Quartal des Geschäftsjahres (endete am 24. August) gab es einen Umsatzrückgang von 7%, wobei organisch immer noch 3% verloren wurden. Der adjustierte Gewinn je Aktie sank um 20%.

Faktisch befindet sich General Mills damit vor einem Turnaround. Zur Wende sollen überdurchschnittliche Kostensenkungen beitragen. Außerdem wird im Tierfutterbereich nun der Markt für frisches Futter in Angriff genommen. Nach dem vollzogenen Verkauf der Joghurt-Sparte soll der Branchenmix nun wachstumsstärker werden.

Gelingt das, soll die Dividende langfristig auch wieder stärker steigen. Denn das Langfristziel sieht ein Dividendenwachstum im Einklang mit dem Gewinnwachstum vor. Zudem sollen durch Aktienrückkäufe durchschnittlich 1-2% der ausstehenden Aktien vom Markt genommen werden.

Wie auch bei anderen Lebensmittelkonzernen sieht die aktuelle Situation bei General Mills nicht berauschend aus. Die Wachstumsphase nach der Pandemie mit hoher Inflation ist definitiv vorbei. Nun steht Konsolidierung auf dem Programm.

Ich investiere hier nach dem Motto „Gegessen wird immer“. Für mich ist die Lebensmittelbranche ein Kernbestand meines Depots. Für Wachstum sollen jedoch andere Branchen sorgen, hier ist für mich Stabilität und Verlässlichkeit der springende Punkt.

Wer noch nicht in General Mills investiert ist, muss das natürlich auch nicht zwingend. Schaue ich mir den Langfristchart an, dann gibt es keinen Grund, gerade jetzt die Aktie zu kaufen. Andererseits sehen andere Lebensmittelkonzerne ähnlich aus und es ist dann ein wenig Geschmacksache, wen man sich ins Depot legt. Für mich ist die Dividendenhistorie hier entscheidend und mir gefällt weiterhin die zusätzliche Abdeckung des Tierfuttermarktes.

Generell ist es aus meiner Sicht eine gute Idee, dann in den Lebensmittelbereich zu investieren, wenn er gerade nicht en vogue ist. Denn dann sind die Dividendenrenditen hoch und das Rückschlagpotenzial ist begrenzt. Natürlich kann der Aktienkurs von General Mills auch noch auf 40 US$ sinken (um einfach mal eine Zahl in den Raum zu werfen). Der Unterschied ist dann aber, ob man für 46 US$ oder 80 US$ gekauft hat. Und mit einem Kauf auf dem jetzigen Niveau sichert man sich die hohe Dividende und profitiert von den zukünftigen Erhöhungen. Jedenfalls dann, wenn General Mills seine Dividendenpolitik beibehält.

Ich selbst habe keinen Zweifel daran und bleibe deshalb auch weiter investiert. Der Rest wird sich zeigen und ich werde die Aktie und die Quartalsergebnisse weiter verfolgen.

Auf einen Blick:

Unternehmen:General Mills
ISIN:US3703341046
Im Divantis-Depot seit:23.06.2014
Letzter Nachkauf am:15.10.2025
Stückzahl im Divantis-Depot:200
Durchschnittskaufkurs inkl. Gebühren:44,15 €
Gesamtkaufpreis:8.830,11 €
Bisher erhaltene Netto-Dividenden:2.283,87 €
Aktuelle Strategie:Halten und Dividende kassieren

für diesen Beitrag verwendete Quellen:
General Mills Highlights Growth Initiatives at Investor Day
General Mills 2025 Investor Day Presentation
General Mills Reports Fiscal 2026 First-quarter Results and Reaffirms Full-year Outlook

Hat Dir dieser Beitrag gefallen?

Dann bewerte ihn mit einem Klick!

Durchschnittliche Bewertung: 4.7 / 5. Anzahl der Stimmen: 60

Gib die erste Bewertung für diesen Beitrag ab!

Schade, dass Dir der Beitrag nicht gefallen hat!

Unterstütze die Qualitätsverbesserung!

Möchtest Du mir einen Hinweis geben, was ich besser machen kann?

Fediverse reactions

Kommentare

24 Antworten zu „Zweimal in diesem Jahr nachgekauft – zweimal zu früh?“

  1. Avatar von Andreas
    Andreas

    Hallo, habe die Aktie auch seit 2013 und habe mich am Kurswachstum und an den Dividenden erfreut. Gestern habe ich nachgekauft, weil ich es genauso sehe… gegessen wird immer 😃

  2. Avatar von Tobs
    Tobs

    Hallo Ben,

    wenige Anmerkungen, die eher eine Frage der Perspektive sind:

    #Zu teuer nachgekauft: Diese Kategorie gibt es meines Erachtens nur für den Aktienhändler, nicht für den Unternehmensinvestor. Ist man Letzterer, überlegt man sich, welchen Preis man selbst (!) für Cash Flows zahlen möchte und fertig. Egal was das dann andere nachher dafür zahlen.

    #Langfrist-Chart und wegen ihm kein Grund zu kaufen: Im Gegenteil, finde ich. :-)

    Ansonsten zum Turn a round: Bin da total confident. Nicht nur, weil immer gegessen wird, sondern weil GM sau starke Marken hat und viel Geld in R&D und Marketing investiert. Marken sind der wesentliche Teil für einen Moat. Beispiel Cheerios, 11 Prozent Marktanteil Zerealien in 2024 (Euromonitor), auch wenn der Markt selbst leicht rückläufig ist. Es gibt ja such noch Hundefutter und welches für Kanarienvögel.

    Kapitalallokation…GM macht alles gerade parallel: Net Schulden runterbringen Richtung 3fach, geringe Divi-Erhöhungen und umfangreiche Aktienrückkäufe. Und das ist meines Erachtens gesichert, nachhaltig: Die operative Marge ist in der Peer Group weit oben, obwohl nicht wenig in R&D investiert wird.

    Ich kaufe weiter nach und freue mich über die Kursschwäche.

  3. Avatar von Thomas
    Thomas

    Hi
    drei Gedanken, zwei gehören nicht zum Thema
    Nr1)
    Funfact, Cisco legt den Turbo ein:) habe Cisco im Depot liegenlassen.
    Nr2) Upcoming Specialdividend beim India Fund Inc. (Danke Helmuth)
    Ich zitiere aus Guru Focus :“ Der India Fund (IFN) hat eine monatliche Dividende von 0,906 US-Dollar je Aktie angekündigt, was einer erwarteten Dividendenrendite von 71,81 % entspricht. Die Auszahlung der Dividende ist für den 12. Januar geplant, Stichtag ist der 21. November, Ex-Dividenden-Tag ebenfalls der 21. November. “
    Zitatende. Der India Fund ist quasi schuldenfrei. Eine Cashmaschine. Weiss nicht, warum der so günstig ist. Stocke heute definitiv auf, warte noch auf den Zahlungseingang am Broker. Die Dividenden sind aber nie fix, können variieren, dafür aber satt und reichlich.
    Nr3) Respekt vor der Entscheidung von Ben zu General Mills , Preis ist sicher auch ok, aber der Return (Dividende plus Kurs) könnte die nächsten Jahre auf Inflationsniveau oder drunter liegen. man weiß es nicht. Mir reichen neben den üblichen Getränkefirmen Foodies wie Nestle, Mondelez, z.T. Unilever vorläufig aus
    Grüße

    1. Avatar von Ben Warje

      Hallo Thomas,

      Danke für den Hinweis auf den India Fund. Hat mich natürlich direkt neugierig gemacht. Und deshalb kann ich nach meinen Recherchen klarstellen, dass es sich bei dem zitierten Satz aus Guru Focus um eine Fehlinformation handelt! Der India Fund schüttet quartalsweise aus. Die Quartalsdividende liegt bei 0,40 US$ und bei der nächsten Zahlung wird es einmalig eine Sonderausschüttung in Form einer Kapitalrückführung von zusätzlich 0,506 US$ geben (steht hier offiziell). Daraus eine erwartete Dividendenrendite von 71,81% zu errechnen, ist grober Unfug!!! Bei einem Kurs von 15,15 US$ und 4 Quartalsdividenden von 0,40 zzgl. einmalig 0,506 wird eine Jahres-Dividende von 2,106 US$ erwartet. Das sind 13,9%. Zumindest die Sonderausschüttung dürfte aber direkt zum Kursabschlag führen, so dass es „linke Tasche – rechte Tasche“ ist. Die eigentliche Dividendenrendite liegt bei 10,6% – was jetzt auch nicht so schlecht ist. Aber eben etwas ganz Anderes als die Aussage von Guru Focus.

      Viele Grüße Ben

  4. Avatar von Tobs
    Tobs

    GM yieldet jeweils voraussichtlich 2026 mit 5,25% und 2027 mit 5,5% (Anmerkung: in diesen Forecast Zahlen ist nicht mal berücksichtigt, dass wegen der Aktienrückkäufe EPS und DPS zusätzlich steigen). Wo würdest Du denn die Inflation in den kommenden Jahren sehen wollen? :-) :-) Und welche Aktien kaufst Du dann, von denen Du mit (relativ) größerer Sicherheit sagen kannst, dass sie in diesen Jahren einen höheren Return als die Yield von GM bekommen, was dann ja die sich logischerweise stellende Anschlussfrage wäre?

  5. Avatar von Thomas
    Thomas

    Hi Tobs, meinst Du die gemeldete offizielle , geschönte Inflationsstatistik oder die echte, von mir erlebte Inflation (Bin selbst im Einzelhandel/Gesundheitswesen) und reiche die Inflation doch selbst mit den entsprechenden Kundenbemerkungen über den Ladentisch. Wie sind die Handwerkerrechnungen/Kostenanschläge , wie ist mein Warenkorb beim Wochenendeinkauf Stromrechnung Gasrechnung usw usw Kfz Versicherung etc. etc. Hat doch keiner mehr Lust zu arbeiten.
    Denkt bitte dran, das bei der Inflationsbekämpfung die Notenbanken die nächste Zeit ausfallen. Staaten/notorisch verschuldete Regierungen geniessen Prio vor den armen Verbrauchern. Rechne die nächsten 5 Jahre mit vlt 6% bis 7% echter Inflation, vlt mehr.
    Bin da resignativ eingestellt. Muss jetzt los. lg

  6. Avatar von DividendenHebel
    DividendenHebel

    Hallo Ben,

    ich bin schon sehr lange stiller Mitleser hier im Blog, wollte mich jetzt aber unbedingt mal melden.

    Erstmal vielen Dank für deine spannenden (und informativen!) Artikel.

    Den heute dargestellten Kauf von General Mills finde ich sehr spannend (aufgrund vieler aktueller guten Möglichkeiten im Consumer Bereich). Ich selbst habe General Mills schon sehr lange auf der Beobachtungsliste, konnte mich jedoch noch nicht wirklich dazu durchringen. Ich hoffe, dass alles leserlich ist. Der Übersichtlichkeit verzichte ich auf Rechenwege, kann diese aber bei Bedarf gerne nachliefern.

    Hier meine Bedenken:

    Goodwill & Intangible Assets
    Die Bilanz ist meines Erachtens aufgeblasen und entspricht nicht dem realen Wert. Eine mögliche Sonderabschreibung in Milliarden-Höhe ist meiner Meinung nach möglich, vielleicht sogar notwendig. Diese wäre zwar nicht cashwirksam, würde jedoch die Bewertung deutlich reduzieren.

    Der Anteil der immateriellen Vermögenswerten entsprach bei General Mills im 2015 ca. 61,7 % und hat sich bis heute (2025) noch weiter erhöht 68,7 %. Dies passt einfach nicht zum schwachen, bzw. zum nicht vorhandenen Wachstum.

    Zum Vergleich (2014 zu 2024):

    Coca-Cola: 20,3 % zu 31,27 %
    PepsiCo: 39,2 % zu 31,4 %
    Mondelez: 65,4 % zu 61,1 %
    Nestle: 40,7 % zu 35,8 %

    Bis auf Mondelez (welche jedoch ein deutlich höheres Wachstum im operativen und freien Cashflow haben), bewegt sich keiner auf Höhe von General Mills. Bei der Analyse weiterer Consumer-Unternehmen wird man ähnliches feststellen.

    Zudem sind die Liquiditäts- und Finanzschuldenkennzahlen von General Mills wirklich unterdurchschnittlich.

    Aktuell deckt das Cash von General Mills nur 2,5 % der Finanzschulden. In den vergangenen 10 Jahren war die Deckung schon immer immer sehr schwach (bis auf zwei Ausreißer Jahre).

    Zum Vergleich (2014 zu 2024):

    Coca-Cola: 21,5 % zu 24,3 %
    PepsiCo: 21,2 % zu 19,2 %
    Mondelez: 9,8 % zu 7,6 %
    Nestle: 35,1 % zu 8,7 %

    Auffällig auch wieder Mondelez aber auch Nestle, welche einfach die letzten 10 Jahre massiv Schulden gemacht haben, aber strukturell nicht viel Zuwachs verzeichnen konnten (Bilanz fast unverändert, genau wie bei Mondelez).

    Probleme hat General Mills ebenfalls bei der Deckung der Netto Finanzschulden (abzüglich Cash) durch den („meinen persönlich verwendeten“) adjustierten freien Cashflow. Dazu rechne ich im ersten Schritt immer Operative Einnahmen – CAPEX – Nettozinsbelastung.

    Die Deckung liegt hier bei General Mills bei 8,2. General Mills bräuchte also 8,2 Jahre, um alle Finanzschulden zu bezahlen. Dann wären aber keine Mittel für Dividenden, Rückkäufe, Übernahmen etc. zur Verfügung. Der Wert stellt neben 2018 einen Tiefpunkt dar.

    Zum Vergleich (2014 zu 2024):

    Coca-Cola: 3,9 % zu 3,8 %
    PepsiCo: 3,3 % zu 5,7 %
    Mondelez: 12,2 % zu 4,9 %
    Nestle: 1,3 % zu 5,9 %

    Hier sieht man, dass Mondelez doch wieder gut dasteht, durch das starke Wachstum der letzten Jahre.

    Kurzgesagt:
    Schaut mal in den Cashflow von General Mills, sieht man, dass hier gerade mit der Dividende, den Rückkäufen, den Zinsen und den Investitionen auf Pump gelebt wird und man nur einen minimalen Sicherheitspuffer hat und das trotz der sehr hohen Schulden.

    Durch die meiner Meinung nach schwächeren Marken und fehlende globale Diversifizierung, wird es wirklich schwer, dass hier strukturell eine Verbesserung erzielt wird.
    Die Dividendenrendite ist gerade sehr attraktiv aber die genannten Punkte halten mich dann doch eher davon ab, hier Anteile zu erwerben.

    Beste Grüße

  7. Avatar von BörsenHai
    BörsenHai

    Hallo Ben,

    verstehe Deinen Ansatz und wenn Kurse fallen, sollte man über Nachkäufe nachdenken und einen Check machen.

    General Mills überzeugt mich nicht, das vorweg.
    Ich habe die Zahlen aktuell nicht geprüft, da die Aktie bei mir nicht auf der Watchlist steht. Bei den Zahlen scheint es unterschiedliche Ansichten zu geben. Das muss aber jeder selbst bewerten.

    Was mir nicht gefällt:
    Es gibt zwar ca. 2,8% Nettodividende (bei 44$ Einstand), aber das Div-Wachstum ist recht bescheiden (1%). Ja es gibt auch mal ein Jahr, wo es mehr ist.
    Ein gewaltiges Aktienrückkaufprogramm. Da müssten die Finanzdaten ja eher schlechter dastehen. Denn der Gewinn ist mit Sicherheit nicht derart gewachsen. Stimmt denn dann die Bilanz? Woher kam das Geld?

    Trotz aller Kritik, für manche kann jetzt der Zeitpunkt sein einzusteigen. Für mich ist die Aktie nichts.

    Ich schrieb bereits, dass der Bereich Consumer in meinem Depot einer der schlechteren ist. Das kann an meinem Einkaufsverhalten liegen, das möchte ich nicht ausschließen. Es gibt auch jährlich „mittelmäßige“ Dividende gegenüber anderen Sektoren. Für mich ist Consumer eher Beigeschäft. Genau so sind die Aktien bei mir auch klassifiziert.

    Ein Indikator, wie die Performanz bei Dir (oder gerne auch bei Anderen) zu Consumer über 5 oder 10 Jahre würde mich sehr interessieren.
    @alle anderen: Selbst wenn es die Zahlen gibt, sind sie nicht vergleichbar, da die enthaltenen Positionen die zahlen beeinflussen.

  8. Avatar von UrsprungsFrank
    UrsprungsFrank

    Bei Food sind in diesen Zeiten immer drei Akteure mit im Spiel. Der Produzent – also der Bauer, der Veredler (welchen man ja heute gar nicht mehr so nennen darf) und schließlich der Händler. Historisch gesehen, und zwar schon seit der Hanse und früher, ist der Händler stets derjenige, der statistisch on top bei der Trias verdient. Heute (amazon, Lidl, Aldi usw.) sind sie sogar die absoluten Platzhirschen. Letztendlich nehmen die Markenhersteller die Sandwich-Position ein und sind damit systembedingt schon diejenige, welche das größte Risiko auf sich nehmen. Ganz konkret in diesem Falle gefragt: braucht es tatsächlich Ceralien zum Frühstück? Das Marketing muss es uns schon glauben machen. Wenn ich dann aber bei Ben lese, dass irgendwie das Marketing verbessert wird, die Kartons irgendwie noch hübscher gemacht werden, dann eröffnet sich für mich eine recht deprimierende Perspektive für Generell. Wir wär’s denn mal mit der Individualisierung von Produkten? Kurzum, kreiert mir meine Ceralien und sendet diese zu. Immerhin würde das einen für eine pfiffige Idee aufhorchen lassen, wenn auch Starbuck damit nicht recht weiter gekommen ist.

    Der Langfrist-Chart von Genrell ist gar nicht so schlecht, so man z.B. die Zeitspanne von 40 Jahren nimmt. Nur(!) da sollten wir vorsichtig sein, weil der Produzent letztendlich visionslos ist. Gegessen wird immer, aber immer auch bei Generell?

    Warum nimmt aus dem Gesagten Ben dann nicht lieber Koninklijke Ahold Delhaize?

    @Thomas

    Inflation? Wieso? Die Butterpreise sind am sinken ;-)

    Gruß Frank

  9. Avatar von Tobs
    Tobs

    Hallo Dividenden Hebel,

    Deiner Befundung der Bilanz per se von GM kann nicht widersprochen werden!

    Aber: Interessanterweise gesteht Morningstar (vielleicht aus genau den von Dir genannten Gründen) GM das Prädikat „Exemplary Capital Allocation“ zu, wozu sie eher in sehr seltenen Fällen tendieren.

    Meines Erachtens führen die bilanziellen Hebel-Aspekte, die Du aufführst, im Ergebnis gerade zum Shareholder Return. Natürlich hast Du völlig Recht, dass GM hierbei sportlich auf Financial Engineering aufsetzt. Das ist sicherlich auch Geschmackssache, ob man höhere ROE lieber mit oder ohne größeren Hebel einfährt (im Zweifel natürlich lieber ohne). Es funktioniert nur vergleichsweise gut und sicher bei nachhaltiger Cash Generierung (Aktien wie früher Dominos oder Starbucks lassen grüßen). Und die für die nachhaltige Cashgenerierung erforderliche Markenkraft ist vielleicht nicht so protzig wie bei anderen Top-Consumers wie Nestle. Aber jedenfalls bin ich weitaus weniger negativ eingestellt als Du vielleicht. Deswegen glaube ich, dass es das Geschäft von GM hergibt, die mit dem Finanzierungsgrad in der Bilanz verbundenen zusätzlichen Risiken zu tragen.

    #Goodwill & Intangibles
    Die Quote ist wirklich sehr hoch! Autsch. Ehrlicherweise hatte ich das in dieser Ausprägung überhaupt nicht auf dem Schirm. Das hat mich schon erstaunt, aber nicht unbedingt positiv. :-) Bislang muss man fairerweise sagen, dass die jährlichen Impairment Tests mit ganz wenigen Ausnahmen keine Sonderabschreibungen erforderlich machten (2024: Wurden zwei Marken leicht wertberechtigt).

    Die Möglichkeit, dass das Risiko von Wertberichtigungen besteht, kann niemand für die Zukunft negieren. Allerdings kann man vielleicht ein besseres Gefühl für die Wahrscheinlichkeit bekommen, wenn man sich mit den Marken und dem Track record der Integrierung von aufgekauften Marken befasst. Das kann ich nicht für jede Marke leisten, aber als prominenten Proxy aus dem Portfolio würde ich gerne die Akqui von Blue Buffalo in 2018 herauspicken. Guter Proxy zum Einwerten dieses Risikos deswegen, weil immerhin kaufte sich GM damit damals rund 5 Mrd. Goodwill (bei einem Kaufpreis von rd. 8 Mrd.) in die Bilanz ein (https://www.sec.gov/Archives/edgar/data/40704/000119312519080962/d725914d10q.htm?utm_source=chatgpt.com). Und diese Akqui gibt mir zumindest Confidence, dass GM versteht, Marken zu integrieren genug Cash generieren zu lassen, so dass sie jeweilig zumindest nicht im großen Stil Wertberichtigungen abbekommen werden. Damals, wir erinnern uns, es waren die Niedrigzinszeiten, zahlte man für diese Akqui einen stolzen 22xEBITDA. Aus heutiger Sicht (vielleicht damals auch schon) viel zu teuer! Allerdings hat es GM in der Folge vollbracht ROIC hierfür im unteren Zehnprozentpunkt-Bereich zu erzielen (Quelle Morningstar). Nicht mega, aber immerhin und vor dem Hintergrund der Frage von Wertberichtigungsbedarf ist das positiv. Die Integration gilt als sehr gelungen und GM hat – über die Akqui – hinaus im Cluster Tiernahrung das Geschäft mit Frischnahrung organisch ausgebaut, also selbst entwickelt. Sprich diese Erträge gehen in das Cluster ebenfalls rein und schützen vor Wertberichtigungen. Hier haben wir es wieder: Hohe R&D helfen Marken zu stärken und somit vor Wertberichtigungen zu schützen. Wo das nicht passiert, etwa weil ein Unternehmen mehr wie eine Investoren Plattform Unternehmen aufkauft und nur Synergien ziehen will („Roll up“), aber wenig in R&D investiert, kommt es dann auch gerne zu Wertberichtigungen…Siehe KHC vor langer Zeit, siehe B&G Foods usw…. Deswegen kaufe ich übrigens auch nicht – auch wenn sie optisch attraktiv aussehen – Aktien wie Conagra oder Nomad, die gerade mit hohen Ausschüttungen locken. Neben viel Goodwill bieten sie nur unterdurchschnittlich viel R&D. Nein Danke.

    #Liqui ./. Verschuldung
    Ja, das Cash ist niedrig. Das ist aber eben Geschmackssache, denn Cash ist performanceschädlich auf der Bilanz. Ich gebe zu, dass man nicht unbedingt ein Unternehmen so trocken fahren muss, andererseits ist meines Erachtens eine geringe Kassenhaltung bei Investment-Grade nicht unüblich bzw. einer der großen Vorteile. Wesentlicher ist meines Erachtens die Zinsdeckung/Leverage. Und hier würde ich wirklich keine Probleme sehen?

    #FCF
    Wenn ich es halbwegs richtig nachvollziehe, dürftest Du den FCF nach – Deiner Herleitung – mit rund 2 Mrd. ansetzen? Die Dividenden liegen bei rund 1,35 Mrd. Ich nehme an, die nächste Erhöhung wird sehr gering ausfallen. Die Aktienrückkäufe wurden bereits im letzten Quartal wieder zurückgefahren. Nach Analysten-Schätzungen wird GM in 2026 um die 0,5 Mrd. für Aktienrückkäufe aufwenden. Wobei sie hier ja flexibel bleiben. Damit bleiben für Netto-Schuldenreduzierung gerade noch so viel Mittel übrig, dass man in den nächsten Jahren wieder auf etwas 3,5xEBITDA kommt, also Bereich des Investment Grades. Und ich bin mir sicher, dass GM jederzeit die Aktienrückkäufe auch ganz einstellen würde, wenn sie wegen schwieriger Refinanzierungsbedingungen schneller oder weiter runterkommen wollten.

    GM ist also definitiv gut gehebelt, aber generiert dadurch Cash und vernachlässigt nicht die eigenen Marken zu entwickeln, was andere Peers in den letzten Jahren eben doch leider getan haben.

    1. Avatar von DividendenHebel
      DividendenHebel

      Hallo Tobs,
      
danke für deine Nachricht!
      Das mit Morningstar muss ich mir mal in Ruhe anschauen, danke für den Hinweis.

      #Sonderabschreibung
      Bezüglich einer möglichen Sonderabschreibung habe ich in der nahen Vergangenheit immer British American Tobacco (Dezember 2023) im Kopf.

      Grundsätzlich hat es dem Kurs nicht langfristig geschadet aber das hatte andere Gründe. Zum Zeitpunkt der Verkündung hat das ganz schön hohe Wellen geschlagen und wurde nur dank der besseren Aussicht für die ganze Branche ausgeglichen.

      Die Sonderabschreibung kam nach einem Wechsel im Management zu Stande und das ist vermutlich auch ein wahrscheinlicherer Zeitpunkt, als im jährlichen Bewertungsprozess. Welches Management möchte schon zugeben, zu viel Geld ausgegeben zu haben?

      #Goodwill & Intangibles
      Ein so hoher Anteil an Goodwill & Intangibles ist meiner Meinung nach nur gerechtfertigt, wenn damit auch ordentlich (jährlich steigend) Geld verdient wird. General Mills bewegt sich hier auf Level von z.B. AMD und dort gibt es ja auch viel (übertriebenen?) Optimismus, was die Zukunft angeht.
      Vielleicht hinkt der Vergleich ein wenig aber deswegen habe ich extra auch Coca Cola angeführt. Dort sind Marken mit extrem hoher weltweiter Bekanntheit vereint und trotzdem ist die Quote nur halb so hoch.

      #Liqui ./. Verschuldung
      Ich bin ein sehr „vorsichtiger“ Investor und finde einen so geringen Cash Anteil einfach zu wenig. Selbst im defensiven Geschäft kann immer mal was passieren und dann ist es gut, wenn man nicht unbedingt seine revolvierende Kreditlinie ständige strapazieren muss. Aber das ist vermutlich Geschmacksache. Wie Coca-Cola und Pepsi hier ran gehen, finde ich einfach besser.

      #FCF
      Ich habe die Rückkäufe mit in die Berechnung aufgenommen, weil das Management in gefühlt jeder Präsentation förmlich damit wirbt, dass Rückkäufe zur Strategie gehören und dies einen merklichen Teil des jährlichen Returns ausmachen soll. Damit wird das vom Investor irgendwie vorausgesetzt und die Konkurrenz macht das nunmal auch so.
      Du hast natürlich Recht, das Rückkäufe nicht notwendig sind aber zumindest in Höhe der ausstehenden Optionen, sollte man Aktien zurückkaufen, damit man nicht verwässert. Zudem würd Aktie Aktie vermutlich weiter an Attraktivität verlieren, wenn das Management die Rückkäufe offiziell einstellt.

      Nun aber zu meiner Rechnung. Ich beziehe mich immer auf das abgelaufene Geschäftsjahr.

      2025
      Net Cash Operativ: + 2,9182 Mrd $
      CAPEX: – 0,6253 Mrd $
      Zins (Netto): – 0,5242 Mrd $
      Dividende: – 1,3387 Mrd $

      Summe = + 0,430 Mrd $

      Rückkäufe (Netto): – 1.159,9 Mrd $

      Summe Gesamt = – 0,7299 Mrd $

      2024
      Summe = + 0,6859 Mrd $
      Summe Gesamt = – 1,291 Mrd $

      2023
      Summe = + 0,4191 Mrd $
      Summe Gesamt = – 0,7522 Mrd $

      Für 2020-2022 sieht es dann jedoch gut aus, ab 2019 und früher sieht das dann wieder ähnlich negativ aus. Der operative Cashflow war einfach nie wirklich konstant und die Rückkäufe dafür scheinbar zu starr festgelegt.

      Beste Grüße

  10. Avatar von Hansi
    Hansi

    Hallo zusammen,
    meine ersten 10 General Mills habe ich im Februar für 57€ und meine zweiten 10 im Septemer für 42€ gekauft. Dividendenhebel’s Berechnungen sollte man vor jeden Kauf machen. Leider mache ich es nicht mehr Bei den ganzen Consumer Aktien gehe ich so oder so davon aus, dass deren Eigenkapital nur auf den Papier existiert. Goodwill saldier ich immer sofort mit dem Eigenkapital. Hauptsache die haben eine vernünftige Umsatzrendite. General Mills hat doch eine Umsatzrendite von 10+% nach Steuern und falls dann noch leichtes Wachstum existiert, dann ist für mich alles gut, wenn ein vernünftiger freier Cash-Flow vorliegt. Die Consumer haben alle ihre Bilanzen durch Dividenden und Aktienrückkäufe auf Pump mißhandelt. Die Dividenden bei Nestle sind für mich alles andere als save. Kraft macht es richtig die Dividende nicht zu erhöhen. Schulden sind sinnlos und überflüssig für solche Gesellschaften. Bei General Mills sind gerade die von Dividendenhebel genannten negativen Aspekte Gründe für diese niedrigen Aktienkurse. Hätte GM einen Berg Liquidität und keine Schulden dann hätten wir jetzt kein KGV von 12 und eine Dividendenrendite von über 5%. Gerade diese Ausgangslage verbunden mit der Hoffnung, zukünftig Margen gehalten werden, Marktanteile gewonnen werden,Schulden reduziert und Liquidität aufgebaut werden, macht diese graue Maus interessant. Wenn die Aktie bei einem KGV von 10 landen sollte, werde ich die Position erheblich erhöhen. Wenn eine Firma 10% nach Steuern für Lebensmittel kassieren kann, dann ist das für mich Stärke.

    Ich habe auch eine noch kleinere Position Ahold im Depot. Der Einzelhandel ist ein gigantischen Haifischbecken, in dem rasiermesserscharf auf eine Umsatzrendite von unter 3% kalkuliert. Das ist für mich nicht attraktiv und auch kein Zeichen von Stärke. Die mit dem gesteckten Rahmen exzellent klar kommen, wachsen zu Riesen heran bis es nicht mehr weitergeht.
    Wenn die Menschen immer weniger Geld haben, ist es auch gefährlich für alle Einzelhändler. Der Schwund kann dann dramatische Maße annehmen und wenn drei weitere von 100 Waren fehlen, kann die Rendite schon komplett weg sein. Ahold würde ich nie so aufstocken wie General Mills. Wer war schon mal einen Albert Heijn?
    Wer kauft denn da einen vollen Einkaufwagen ein? Die Niederländer an der Grenze stürmen die deutschen Läden, wie Kaufland. Hab selber schon vor mir an der Kasse zwei volle Einkaufwagen eines Kunden gesehen. Würde mir hier in Wucherland Deutschland nicht passieren. Als Dutchie würde ich hier auch vieles leerkaufen. Wenn dann in Holland und Belgien zahlreiche Aldis stehen, ist das auch nicht förderlich für Ahold. Aldi marschiert sogar durch die USA und wird auch dort den diversen Ahold-Marken Anteile nehmen. Aldi konnte man leider nie kaufen. Aber selbst Aldi kommt an seine Grenzen und das Konzept kann einfach kopiert werden. Dann ist das Kundenvertrauen das entscheidene.
    Wie Buffet mal sagte, ein 25 Cent zu niedriges Kauflimit, und ihm ist bei Wal Mart einen Milliardengewinn entgangen. Einzelhandel würde ich zu aktuellen Preise nicht anfassen. Wal Mart , Costco KGV über 30. Bei solchen Kursen verliert man langfristig. Das Eigenmarkengeschäft ist auch eine margenschwachen Geschichte. Der Einzelhandel macht damit den besseren Schnitt als der Hersteller, aber niemals 15% nach Steuern wie Nestle.

    Die jüngeren Jahrgänge wissen gar nicht was ein Crash ist. Sie haben die Folgen des Jahrtausendwahn und die Jahre 2008/2009 nicht erlebt. Die heutigen Zeiten sind noch schlimmer als damals um die 2000. Wenn mehr als eine Billionen in Bitcoin und tausenden verschiedenen Trashcoin sitzen und selbst die Finazwelt ETF’s darauf herausgeben, dann wird der nächste Knall epochal werden. Das die Finanzwelt auf diesen Coinquatsch mit ETF’s eingestiegen ist macht sie auch zu Milchmädchen. Alles wird sinken, aber es wird trotzdem die Stunde der cash-flow starken nichtzyklischen Consumer und Pharma werden.

    1. Avatar von Matthias von Mitzlaff

      Stichwort „Crash“…
      Bei mir im Depot:
      – Novo Nordisk: minus 43%
      – LyondellBasell: minus 49%
      – Moderna: minus 59%.
      Verkaufssignal?

      Mittlerweile für mich eher nicht mehr, denn die Geschäftsmodelle sind – wie ich finde – intakt und ich nutze solche Kandidaten als hervorragende Gelegenheit, meine Geduld und Beharrlichkeit zu üben. Das ist ja genau das, was WB und CM so betont haben.

    2. Avatar von Tobs
      Tobs

      Hallo Matthias,

      ich finde das gut, dass Du an den Unternehmen festhältst.

      Erstens sind das gute Unternehmen und zweitens sind die Schwankungen, über die Du Dich gerade erfreuen „darfst“, absolut im Normalbereich, wenn man Aktien eben als unternehmerische Beteiligungen langfristig einkauft.

      Helmut Jonen macht ja regelmäßig über sich selbst den Witz, dass er damals noch als Private Wealth Banker seinen Kunden immer Aktien empfohlen hatte, die danach noch mal gerne 30 Prozent runtergingen. Ich selbst habe Aktien, die waren 80 Prozent unten (nach meinem Einkauf) und sind nun Vervielfältiger. Das ist eben so, wirklich schlau ist man immer sehr viel später.

      Es gibt genug Inhaber von größeren Depots, die solche Schwankungen nicht jucken, ja die sie vielleicht nicht mal aktiv mitbekommen. Oft interessieren sie sich gar nicht für die Details wie Bilanzanalyse bis in die letzte Verästelung. Sie wollen sich damit auch gar nicht beschäftigen. Die sagen, ich habe „gute Aktien“, Punkt. Die sagen sich eher: Und was interessieren mich hier irgendwelche Details. Aktien schwanken stark, das ist eben, aber langfristig sowieso nach oben. Nach dem Motto, ich als Vertreter der Schicht, die Geld hat, habe hier das Selbstverständnis und die Skills, das einfach so zu machen.

      Der couragierte „kleine“ Privatinvestor hingegen, der sich das Depot vielleicht von klein an aufbaut, vertieft sich in jedes Details. Das ist aber nicht unbedingt ein Vorteil, wenn gutes Wissen dann zu einem hohen Turn over. Sowie Intelligenz nicht mit Vernunftbegabung gleichzusetzen ist, so ist Detail-Analyse nicht unbedingt mit richtigen Entscheidungen gleichzusetzen. Man hängt sich auf an dem Finanzierungsgrad, hinterfragt die Härte des Eigenkapitals, hinterfragt regulatorische Entwicklungen usw…Ich weiß, ich weiß, ich nerve damit immer wieder. Aber bei Anwendung dieser Analyse-Methoden hätte ein Anleger die letzten 25 Jahre genug Gründe gefunden, Apple, P&G, MCD uns weiß wer sonst noch welche Blue Chips zu verkaufen. Es wäre aber falsch gewesen. Denn es gibt Dinge, die entziehen sich unserer Analyse und zeigen sich erst im Gesamtzusammenhang als klares Bild viele Jahre später. Darum so sehr ich diesen Blog auch gerade wegen seiner detaillierten Auseinandersetzung mit Unternehmen mag (ich selber kommentiere hier ja auch viel zu viel)…so gleichzeitig kritisch sehe ich dieses monatliche/quartärliche Reporting und hadere sehr damit, weil ich nicht finde, dass es die richtigen Signale sendet. Stichwort: Nitty Gritty. Wofür wir Deutschen übrigens im Ausland im Kontext von Kapitalanlage bekannt sind und ziemlich belächelt werden (wir vertiefen uns gerne in Details und verlieren die Gesamtzusammenhänge aus dem Blick). Man fängt an wegen vermeintlicher gut durchgeführter Analysen flattrig zu werden (hält das selbst dann aber für souverän, weil man sich damit ja vermeintlich in den Driver Seat hockt) statt die Dinge langfristig auszusteuern. Es ist schwierig, ich selbst kann mich davon ja auch nicht frei machen. Aber ich behalte das bewusst im Hinterkopf, auch wenn ich mal mit einer Position in meinem Depot wegen schlechter Kursperformance am Hadern bin.

    3. Avatar von Andreas P.
      Andreas P.

      Lieber Tobs,

      danke für Deinen treffenden Beitrag:
      „… Oft interessieren sie sich gar nicht für die Details wie Bilanzanalyse bis in die letzte Verästelung. Sie wollen sich damit auch gar nicht beschäftigen. Die sagen, ich habe „gute Aktien“, Punkt. Die sagen sich eher: Und was interessieren mich hier irgendwelche Details. …“

      Ich gehöre wohl zu den Wenigen hier im Forum, die seit vielen Jahren mit einer gewissen penetrant-gelassenen Passivität ihre getätigten Investments begleiten.

      Es ist beeindruckend zu lesen, mit welcher Akribie und Tiefe sich einige Anleger in die Unternehmen ihrer Wertpapiere hineinarbeiten. Da bekomme ich bei meinem nachlässigen Umgang mit meinen Aktien und Anleihen fast schon ein schlechtes Gewissen. Bin ich vielleicht zu fahrlässig?

      Ich kaufe und halte die Wertpapiere. Auch habe ich mich entschlossen, keine neuen Aktien mehr zu kaufen sondern nur noch im Depot vorhandene Werte nachzukaufen. Der letzte Verkauf (Reduzierung einer Übergewichtung) liegt rd. 2,5 Jahre zurück. Die Mehrheit der Verkäufe hat sich im Nachhinein als nachteilig erwiesen, auch dieser. Einzig die Dividendeneingänge dokumentierte ich sorgfältig. Ich muss gestehen, dass mir auch das Interesse und Wissen für tiefgründige Unternehmensanalysen fehlt.

      General Mills habe ich seit Juli 2018 im Depot. Seitdem sieben Nachkäufe und zwei kleine Teilverkäufe. Dividendeneinnahmen bisher insgesamt vierstellig. Ich werde die Kursdelle versuchen, wie so häufig, aussitzen.

      Viele Grüße

      Andreas P.

    4. Avatar von Hansi
      Hansi

      Lieber Matthias,

      warum sollte man auch eine Aktie verkaufen, wenn die nach dem Kauf nur noch 50% wert ist. Der einzige Grund für mich wäre, wenn der Cash-Flow wegbrechen würde. Bei 100% hielt man es für einem fairen Preis und dann muß es bei 50% doch ein unwiderstehliches Schnäppchen sein.
      Natürlich war Novo überbewertet, aber hey was solls. Wenn man danach geht gewinnt man auch keinem Blumentopf, siehe mein IT-armes Depot. Gerne teile ich auch mein Hall of Fame der Verluste:
      -99% Irobot
      -60% Rushydro
      -47% Olin
      -45% STMicroelectronics
      -34% Hamborner Reit
      -34% Pernod-Ricard
      -33% AT&T
      -32% Stanley Black& Decker
      -31% Pfizer
      -25% Lanxess

      Ja IRobot ist so ne Übernahmewette gewesen, die sich in Luft aufgelöst hat.
      Rushydro ist sanktioniert.
      Mein halbes Depot ist rot!
      Wenn mal auf jeder Hochzeit mittanzt, macht einen noch lange nicht zu einem guten Tänzer.

      Andreas macht es richtig. Der größte Fehler ist nicht kaufen, sondern sehr oft verkaufen. Wenn man nicht verkauft, verliert man im ungünstigten Fall 100%. Wenn man hält , hat man auch oft genug einen Multibagger. Wenn man zu 2/3 richtig liegt, ist man auf einen guten Weg. Die großen Werte guckt man sich schon genauer an, max. eine Stunde. Kleine Werte entscheide man in 5 min und das wars.
      Man kann noch soviel analysieren und man hat dann die Zahlen.
      Das Ergebnis hat man ermittelt, aber was macht man daraus?
      Ist das Glas halb leer oder halb voll?
      Beispiel Teva vor 7 Jahren:
      50 Mrd offene Klagen wegen Schmerzmitteln und Preisabsprachen , 40 Mrd Schulden wegen wahnwiziger Generikaübernahme, Null Eigenkapital, Patentverlust des einzigen Blockbuster Copaxone, Preise US-Generikamarkt schwach. 16 Mrd schrumpfender Umsatz , zwei neue Medikamente, die keine Blockbusterkandidaten sind und ca. 2 Mrd Cash-Flow und einen Börsenwert von ca. 8 Mrd USD.
      Möglichkeit 1:Geisteskrank ich zahl doch nicht 98 Mrd für 2 Mrd Cash-Flow
      Möglichkeit 2:
      Alles wird gut und 10 Jahren machen die 3 USD Gewinn pro Aktie und der Kurs steht bei 45 USD! 8 USD für 3 USD ist ein Wahnsinnsdeal!
      Das Zahlenmaterial ist die eine Sache, wie man das Ergebnis deutet die andere.

    5. Avatar von Hansi
      Hansi

      Hallo Tobs,
      danke für den ausführlichen Beitrag.
      Er trifft den Nagel auf Kopf.
      Mich würde es nicht wundern, wenn Milionäre+ in 5 Min oberflächlich einen Deal entscheiden und einfach positiv denken. Oder anderes Beispiel Peter Lynch bei unzähligen Aktien im Depot. Seine Angestellten hatte nachher nur noch 3 Minuten um eine Aktie vorzustellen.

    6. Avatar von BörsenHai
      BörsenHai

      Hallo Tobs,

      es gibt einen Punkt, den Andere vielleicht auch in Ihr Kalkül aufnehmen sollten.
      Betrachtet das Gesamtportfolio.
      Hintergrund: Wer seit 10 Jahren BASF hält ist mit 50% in den Miesen. Der Cashflow erlaubte allerdings Käufe von IT etc. mit kräftigem Wachstum. Das geht natürlich in einer Einzelbetrachtung unter. Buchhalterisch wäre es allerdings extrem aufwändig dies zu verfolgen.

      Ein Abschlag von > 40% halte ich allerdings nicht als „alltäglich“. Kann aber natürlich passieren. Die Frage ist doch, wie hoch ist der Depotanteil, der so absackt. Mein schlechtester Wert ist ca. 55% im Minus, hat aber einen gigantischen Anteil von 0,3%.

  11. Avatar von Manfred
    Manfred

    @all

    Congrats an alle, die Omega Healthcare durchgehalten haben und an sie und das management geglaubt haben. Gute quartalszahlen ,die aufhorchen lassen.
    Scheint jetzt das ende der sauren gurkenzeit sichtbar zu sein. Hab ich mir schon vor einem monat gedacht, als der konkurent NHI seit langem eine dividendenerhoehung durchfuehrte. Ist vielleich auch bei OHI in der naeheren zukunft zu erwarten (?). In der zwischenzeit war ja auch die dividende ein haltensgrund .

    Wie sagte charly munger : an der boerse wird der geduldige belohnt.

  12. Avatar von Matthias von Mitzlaff

    Lieber Hansi,

    vor einiger Zeit war ich mal an Stanley Black & Decker (SWK) interessiert. Vergleiche mit SWK haben mich dann zu Snap-On (SNA) geführt.
    Der Kursvergleich auf 10 Jahre zeigt einen klaren Sieger der beiden.
    P/E, P/FCF, Current Ratio, Debt/Equity, ROIC, EPS – überall spuckt Finviz.com aus, dass SNA vorne liegt.
    Immerhin ist bei SWK die Dividende höher (über 5% zu 2,66%), das Div.wachstum bei SNA jedoch deutlich höher (abgesehen von der Ausschüttungsquote bei SWK, die ungesund hoch erscheint).
    Für mich nochmal eine Bestätigung dass SNA eine gute Wahl im Bereich „Dividendenaktie der Industriebranche“ ist.

    1. Avatar von Hansi
      Hansi

      Lieber Matthias,
      da hast du die richtige Entscheidung getroffen. Beide haben die gleichen Marktbewertung (Börsenwert+Schulden) Stanley macht den 3fachen Umsatz, Snap-On den doppelten Gewinn.
      Snap-On hat keine Schulden und ist beispielhaft für das was Buffett als inneren Wert beschreibt.

    2. Avatar von Tobs
      Tobs

      Hallo Matthias,

      Snap On ist ein super Wert, den Du Dir ausgesucht hast!

      Und definitiv besser gelaufen als Stanley, die ich mir vor wenigen Jahren zusammen mit Makita ins Depot gelegt hatte. Bei beiden war damals bekannt, dass die nach Corona überhöhte Lagerbestände haben. Da dachte ich mir, guter Zeitpunkt für den Einstieg in ein gutes Markengeschäft. Hm. Bis jetzt nicht ganz aufgegangen. :-)

      Allerdings kann man meines Erachtens Snap on und Stanley nur bedingt miteinander vergleichen. Stanley macht „Tools & Outdoor“ sowie „Industrials“. Im letzteren Segment ist auch Aerospace vertreten. Hauptsächlich relevant ist aber Tools & Outdoor. Und auch wenn es sich hier insoweit wiederum bei Tools um Werkzeug handelt, dass grundsätzlich überall verwendet werden dürfte, ist das für mich eher Teil eines klassischen Konsumgeschäfts, weil bei den Bohrmaschinen im Baumarkt vermutlich vornehmlich neben Handwerkern auch der Vatti adressiert werden dürfte, der sich was für seine privaten Haus Hobbys kaufen möchte.

      Snap on macht halt echte Werkzeuge für den richtigen Profi mit spezifischen Industriebezug. Der ganze Vertrieb ist auch grundlegend anders organisiert. Die Qualität der Werkzeuge st auch eine ganz andere. Darum sind die Margen auch so knackig, denn es ist eben kein Commoditiy wie eine Borhmaschine von Stanley, die unter Liebhabern von Werkzeug auch eher einen mittelmäßigen Ruf genießen (dieses Primitiv Research in Internetforen hatte ich leider erst nach Kauf von Stanley B+D betrieben :-)). Darum wird Snap on auch ein wenig als Proxy für (wird sie wirklich kommen?) Re-Industrialisierung von den USA gehandelt.

      Deswegen wäre für mich Stanley fast eher ein Konsumwert und Snap On ein Industriewert, ganz grob vereinfacht und deswegen auch nur bedingt richtig. Und da passt es wiederum fast gut ins Bild, dass Stanley gerade so schwach ist.

    3. Avatar von Chrischaan
      Chrischaan

      Hi Matthias,

      Snap-On hab ich ebenfalls schon länger im Depot. 1. Mal am 17-Apr-2020 gekauft, aber dann mit etwas Gewinn wieder verkauft. Seit Januar 2023 ist das Unternehmen aber ein fester Bestandteil meines Depots.

      Ich bin ja eher einfach und vielleicht etwas altmodisch (bezogen auf meine Auswahlkriterien, nicht auf die Geschäftsmodelle) bei der Auswahl meiner Titel unterwegs. Ich liebe Unternehmen die geringe Verschuldung haben, gute Kapitalrendite, gute Umsatzrenditen, mind. moderates Wachstum und im besten Falle auch noch in ihr Geschäft reinvestieren können. Also nicht den gesamten FCF auskehren. Hier passt Snap-On wie der A… auf den Nachttopf.

      Wichtig ist aber auch ein positiver Ausblick. Wie Tobs schon schrieb bedient Snap-On ja eher die professionellen Kunden. Die wollen natürlich nicht das letzte Schnäppchen, sondern zuverlässige Werkzeuge bzw. auch Werkzeugsysteme. Außerdem wird der Umsatz größtenteils in den USA und tlw. noch in Europa gemacht. Das finde ich ganz gut. Wenn man gerade wieder die Scharmützel zwischen Japan und China sieht, freue ich mich bei Unternehmen aus dem westlichen Wirtschaftsraum nicht nur welche im Depot zu haben, die auf Wachstum in Asien angewiesen sind.

      Ein weitere Punkt ist die Tatsache, dass die Fahrzeugflotte in den USA immer älter wird. Was ich gut verstehen kann, hab mir auch noch nie ein neues Auto gekauft. Was Fahrzeughersteller ärgert kommt aber Werkstätten wieder zugute. Snap-On dürfte auf beiden Seiten agieren und sich so oder so freuen. Und Snap-On dürfte es auch egal sein ob da ein Ford oder VW oder Toyota oder BYD repariert wird. Das gleiche gilt für Landmaschinen oder anderes Equipment. Was in den USA betrieben wird, wird auch dort repariert. Meiner Meinung nach stabilisiert dies auch das Geschäftsmodell von Snap-On.

      Auch AI ist jetzt kein Disruptionsfaktor. Sicher wird das in Zukunft (oder vielleicht schon heute?) eine gewisse Rolle spielen, bei der Software, die zum Beispiel in Diagnosesystemen genutzt wird. Aber die Hardware wird definitiv nicht von AI verdrängt. Ebenfalls stabilisierend. :-)

      Stanley Black’n’Decker hatte ich mir Ende 2022 auch angesehen. Die starke Verschuldung, höhere Multiples und bestimmt auch noch andere Dinge lenkten mich dann aber zurück zu Snap-On. Aber das war gar nicht so einfach. Das Schwierigste war die Überwindung des Ankereffekts. SWK war ja damals schon massiv im Kurs gefallen, während Snap-On fast auf ATH stand (EUR-Kurse).

      Als die Kurse dann vergangenes Jahr so nach oben feuerten (wir waren ja über 350 EUR), war ich wiederum kurz versucht zu verkaufen. Diese Entwicklung war eher untypisch für so ein langweiliges Unternehmen. Ich entschied mich aber zu halten und es kam wie es kommen musste, der Kurs ging wieder zurück. Wobei dies auch nur die halbe Wahrheit ist. In US-Dollar war es eher eine Seitwärtsbewegung nach dem Kurssprung.

      Nun ja, ich bleibe hier investiert und wenn es mal Rücksetzer gibt, kaufe ich gern auch noch mal zu (wie Anfang 2024 getan). Der FCF-Yield ist ja selbst jetzt noch ziemlich attraktiv.

      Weiterhin frohes Investieren!
      Chrischaan

  13. Avatar von Snap-On
    Snap-On

    Was mir bei Snap-On nicht so recht gefällt ist, dass die Direktoren alle >70 und der CEO = Chairman = President ist 78. Wie wird es bei einem Wechsel?

Kommentar verfassen


Neueste Kommentare auf Divantis: