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Manchmal muss man ein Investment einfach eine Weile in Ruhe lassen, um zu merken, wie viel sich in der Zwischenzeit getan hat. Genau das ist mir mit dem größten Vermögensverwalter der Welt passiert. Vor einem halben Jahr habe ich berichtet, warum ich einen Teil meiner Position verkauft habe. Mitten in der Nervosität rund um Private Credit, steigende Ölpreise und einen Aktienkurs, der spürbar ins Straucheln geraten war. Der „Seismograph“ der Finanzmärkte, wie ich das Unternehmen damals genannt habe, schlug ordentlich aus.
Und jetzt, nur wenige Monate später? Zwischendurch gab es zwei Quartalsdividenden und ein Blick auf die aktuellen Zahlen zeigt, dass der Ausschlag diesmal in die andere Richtung ging. Rekord-Vermögen, rekordverdächtige Nettozuflüsse, eine Gewinnmarge auf Fünfjahreshoch. Und das, obwohl die Private-Credit-Krise tatsächlich eingetreten ist. Aber ihre Auswirkungen blieben begrenzt. Es wurden Rücknahmen limitiert und der Aktienkurs hat sich trotzdem deutlich erholt.
Wie passt das zusammen? Diese und andere Fragen beleuchte ich in meinem Update in diesem Beitrag.
BlackRock positioniert sich als One-Stop-Lösung in der Vermögensverwaltung. Es gibt kaum einen Bereich, in dem die weltweite Nr. 1 nicht vertreten ist. Ich habe ursprünglich wegen des Unternehmensteils iShares investiert. Seitdem partizipiere ich am ETF-Boom, ohne selbst einen ETF kaufen zu müssen. Das Unternehmen habe ich hier ausführlich vorgestellt.
BlackRock ist seit dem Kauf von Global Infrastructure Partners aber auch im Private Equity-Bereich in einer Führungsposition vertreten.
Mein Investment
Meine Käufe von BlackRock in 2017 und 2020 erfolgten im Durchschnitt deutlich unter der Hälfte des aktuellen Kursniveaus – gerechnet in US$. Für meine ersten 5 Aktien zahlte ich vor ziemlich fast 10 Jahren je 380,47 US$. Meine „teuersten“ Stücke sammelte ich im Januar 2020 für 529,45 US$ ein. Auch sie haben sich bis heute im Kurs ungefähr verdoppelt. Zusätzlich habe ich über die Zeit stetig steigende Dividenden kassiert. Im März habe ich meine Position dann von 25 auf 15 Aktien reduziert. Mit dem Teilverkauf von 10 Aktien erlöste ich einen Gewinn, der – zusammen mit den erhaltenen Nettodividenden – meinen Einsatz für die verbleibenden 15 Aktien nahezu komplett abdeckt.
Die Aktie von BlackRock
Die Entwicklung der Aktie von BlackRock in den letzten 10 Jahren ist weiterhin imposant. Sie zeigt tendenziell eine Entwicklung von links unten nach rechts oben. Aber nicht stringent, sondern immer auch mit Rückschlägen. Nach einem Zwischenhoch in 2021 ging es in den folgenden Jahren erst mal abwärts und dann seitwärts. Ende 2024 wurde dann wieder ein Hoch erreicht, bevor es bis April 2025 um etwa 20% runter ging. Es folgte ein erneuter Anstieg, der im Oktober 2025 seinen Höhepunkt bei 1.202,59 US$ fand. Und Ende Februar 2026 notierte die Aktie – direkt vor dem Angriff auf den Iran – noch bei 1.093 US$. Mein Teilverkauf bei 974 US$ war kurstechnisch nicht optimal. Aktuell notiert die Aktie rund 100 US$ höher:

Dividende
BlackRock zahlt erneut eine Quartalsdividende von 5,73 US$ je Aktie. Zuletzt war sie im März um 10% erhöht worden.
Dividendenabrechnung
Für die 15 Aktien in meinem Dividendendepot ergibt das eine Brutto-Dividende von 85,95 US$. Flatex rechnete zum Kurs von 1,1463 in Euro um. Das entspricht dem EZB-Referenzkurs am Dividendenzahltag. Nach Abzug der Steuern verbleibt eine Netto-Dividende von 55,82 €. Sie wurde mit Wertstellung 22.09.2026 überwiesen.

Dividendenrendite
Annualisiere ich die Quartalsdividende, dann zahlt BlackRock eine Jahresdividende von 22,92 US$. Bei einem Aktienkurs von 1.066,66 US$ (Schlusskurs am Dividendenzahltag) ergibt das eine Dividendenrendite von 2,1%. Da BlackRock seine Dividende üblicherweise jährlich erhöht, dürfte bei einem heutigen Kauf die tatsächliche Jahresdividende höher liegen. Bleibt es beim bisherigen Turnus, dann wird die Quartalsdividende wieder mit der März-Zahlung 2027 höher sein.
Yield on Cost
Meine persönliche Dividendenrendite (Yield on Cost) berechne ich, indem ich die Brutto-Dividende der jetzigen Abrechnung vervierfache (343,80 US$) und mit dem gleichen Wechselkurs umrechne. Dabei ist mir bewusst, dass der Wechselkurs bei den einzelnen Quartalsdividenden jeweils unterschiedlich sein wird. Die rechnerische Jahresdividende liegt demnach bei 299,92 €. Bezogen auf meinen Einstand von 6.269,88 € ergibt das einen YoC von 4,8%.
Der Wert ist aber gar nicht mehr so relevant für mich. Denn durch die Gewinnrealisierung im März sieht meine Rechnung aktuell so aus, dass mir noch nur 252,40 € an Nettodividenden fehlen, um meinen Einstand komplett durch realisierte Kursgewinne und erhaltene Nettodividenden wieder zurück erhalten zu haben. In etwa 5 Quartalen sollte es so weit sein und ab dann erhalte ich die Dividenden, ohne dafür eigenes Geld eingesetzt zu haben.
Perspektiven von BlackRock
Der Blick auf die Perspektiven hat sich innerhalb des letzten halben Jahres deutlich verändert. Im Frühjahr prägte Private Credit die Schlagzeilen. Davon ist inzwischen der Blick komplett weg.
Das Q2-2026-Ergebnis: Rekord auf breiter Front
Am 15. Juli 2026 legte BlackRock Zahlen zum zweiten Quartal vor, die selbst optimistische Analysten überrascht haben. Das verwaltete Vermögen erreichte mit 15,34 Billionen US$ einen neuen Höchststand. Drei Monate zuvor waren es noch 13,89 Billionen und im Vorjahresquartal sogar „nur“ 12,53 Billionen. Getragen wurde dieser Sprung nicht nur von steigenden Kursen, sondern auch von frischem Geld. Über die letzten zwölf Monate flossen netto 868 Mrd. US$ zu, das organische Basisgebühren-Wachstum lag bei 10%, und allein im ersten Halbjahr 2026 kamen rekordhohe 321 Mrd. US$ an Nettozuflüssen zusammen, davon 192 Mrd. US$ im zweiten Quartal.
Das hatte positive Einflüsse auf die Erlöse. Der Umsatz kletterte auf 7,08 Mrd. US$, das bereinigte Ergebnis je Aktie lag bei 13,91 US$ und damit deutlich über der Analystenschätzung von 12,59 US$. Auch operativ zeigte BlackRock, wie stark die Skaleneffekte inzwischen wirken. Die operative Marge (bereinigt) erreichte 45,9%. Das ist der höchste Stand seit fast fünf Jahren.
Passend dazu erhöhte BlackRock sein Ziel für den Rückkauf eigener Aktien für 2026 von 1,8 auf 2 Mrd. US$.
Für mich als Langfristanleger ist das die eigentliche Botschaft. BlackRock hat ein Fundament aus einem breit diversifizierten Kerngeschäft aus ETFs, Fixed Income und institutionellem Asset Management. Mit ihm wächst das Unternehmen und verdient außergewöhnlich gut.
Zugleich bleibt BlackRock ein „Seismograph“ für einzelne Themen der Investmentbranche. Als Beispiel sei noch mal an Private Credit erinnert.
Meine Bedenken, die mich letztendlich zu meinem Teilverkauf mit Gewinnrealisierung führten, waren nicht aus der Luft gegriffen. Der Private-Credit-Markt geriet tatsächlich unter erheblichen Stress. Neben BlackRocks HLEND-Fonds mussten im Frühjahr auch Blue Owl, Barings und andere große Anbieter Rücknahmen begrenzen oder kappen, während Ratingagenturen den Ausblick für Kreditfonds auf negativ setzten und der Finanzstabilitätsrat (FSB) vor systemischen Risiken warnte.
Bemerkenswert ist aber, wie begrenzt der Flurschaden für BlackRock selbst geblieben ist. Im zweiten Quartal verzeichneten die Private-Markets-Strategien insgesamt sogar wieder Nettozuflüsse von 15,4 Mrd. US$, davon 5,2 Mrd. US$ in Infrastruktur und 6 Mrd. US$ in Private Credit. Offenbar haben institutionelle Investoren, anders als viele Privatanleger, dem Segment die Treue gehalten. Und es bestätigt die Worte von CEO Larry Fink, der von einer weiterhin robusten Nachfrage großer institutioneller Kunden sprach. Lediglich Privatanleger seien vorsichtiger geworden.
Ganz ohne Kratzer ging es aber nicht ab: Der institutionelle Kanal verzeichnete im zweiten Quartal Nettoabflüsse von 41 Mrd. US$, die nur durch starke ETF- und Retail-Zuflüsse überkompensiert wurden.
Für mich ist das Thema auch noch nicht komplett vom Tisch. Sollte sich die Kreditqualität bei einer konjunkturellen Abkühlung verschlechtern, wird die Unsicherheit wieder schnell steigen. Allerdings bleibt BlackRocks Alternatives-Exposure gemessen an der Gesamtbilanz überschaubar.
Kostenseite und Marktabhängigkeit als Gegenspieler
Zwei Punkte behalte ich im Blick, wenn ich mir die weitere Entwicklung anschaue:
Die Vergütungsaufwendungen stiegen im Quartalsvergleich um 28%, was bei nachlassendem Umsatzwachstum schnell auf die Marge drücken könnte. Außerdem ist die Marktabhängigkeit weiterhin hoch. Ein gutes Stück des AuM-Wachstums ist schlicht der starken Kursentwicklung an den Aktienmärkten geschuldet und nicht rein organischem Wachstum. Sollte sich die KI-Rally abkühlen, würde das unmittelbar auf die Gebührenbasis durchschlagen.
Immerhin hat sich auf der makroökonomischen Seite zuletzt etwas Druck aus dem Kessel gelöst. Der Ölpreis hat sich etwas entspannt. Das senkt die Inflationssorgen, die immer wieder für Nervosität sorgen. Das nimmt zumindest einen Teil des Gegenwinds, den ich noch als Risiko für die Kreditqualität in Private Credit genannt hatte.
Fazit und Ausblick
Mein Bild von BlackRock als „Seismograph“ der Märkte hat sich durch die letzten Monate eher bestätigt als widerlegt. Allerdings ging der Ausschlag diesmal überwiegend nach oben. Die Kombination aus Rekord-AuM, zweistelligem organischem Wachstum und einer Gewinnmarge auf Fünfjahreshoch spricht dafür, dass das Kerngeschäft die Private-Credit-Turbulenzen bislang gut absorbiert. Gleichzeitig bleiben die Risikofaktoren – Kostendisziplin, Marktabhängigkeit und die Frage, ob sich die Kreditqualität in Private Credit weiter verschlechtert – unverändert bestehen.
Die nächste Standortbestimmung folgt mit den Q3-2026-Zahlen, die traditionell Mitte Oktober veröffentlicht werden. Ich bin aber trotz eines Marktwerts meiner Position von rund 14.000 € oder 2,5% Depotgewicht sehr entspannt. Ich habe ja nahezu keinen eigenen Einsatz mehr darin und sehe die Aktie deshalb vor allem als Dividendenmaschine für mich.
Trotzdem beobachte ich die Entwicklung, schließlich gibt BlackRock auch immer ein Gefühl für die Verfassung der Märkte und neue Trends.
Auf einen Blick:
| Unternehmen: | BlackRock |
| ISIN: | US09247X1019 |
| Im Divantis-Depot seit: | 04.04.2017 |
| Letzter Nachkauf am: | 15.01.2020 |
| Stückzahl im Divantis-Depot: | 15 |
| Durchschnittskaufkurs inkl. Gebühren: | 417,99 € |
| Gesamtkaufpreis: | 6.269,88 € |
| Bisher erhaltene Netto-Dividenden: | 1.540,01 € |
| durch Teilverkauf am 25.03.2026 realisierter Gewinn (Kurs und Nettodividenden): | 4.477,47 € |
| Aktuelle Strategie: | Halten und Dividende kassieren |
| für diesen Beitrag verwendete Quellen: |
| BlackRock Reports Second Quarter 2026 Diluted EPS of $12.19, or $13.91 as adjusted |


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