Was Dich hier erwartet:
Die größte Branche in meinem Dividendendepot ist der Versicherungsbereich. Auf bisher 5 Titel verteilt sich der Klumpen, der rund ein Fünftel des Depots ausmacht.
Mit einem Titel habe ich aber nun die Geduld verloren und mich von ihm getrennt. Bereits im letzten Jahr war er der Einzige, der seine Dividende nicht erhöhte. Und in diesem Jahr bediente sich das Management eines Tricks. Die Währung der auszuzahlenden Dividende wurde einfach gewechselt. Der Dividendenbetrag sieht dadurch höher aus, im Ergebnis ist es aber erneut keine Erhöhung.
Im Jahresbericht fehlt natürlich jeglicher Hinweis auf den Wechsel, erst eine Nachfrage bei der Investor Relations-Abteilung bestätigte meinen Verdacht.
Und da hat es mir dann gereicht. So ein Verhalten kann ich nicht unterstützen! Zumal mit der Währungsumstellung ein Hauptargument meines Investments, nämlich die Diversifizierung der Dividendenzahlungen in verschiedene Währungen, weggefallen ist.
Um welchen Titel es sich handelt und was dahinter steckt, erfährst Du in diesem Beitrag. Außerdem berichte ich noch über den Teilverkauf eines anderen Titels, der weit weniger emotional war, sondern nur zur Cashgenerierung diente.
Swiss Re
Mit der Munich Re, Allianz und Talanx hatte ich seit jeher drei deutsche Versicherer im Depot. Mit den Dividendenerträgen der Munich Re, die ich nicht in meinem größten Depotwert reinvestieren wollte, habe ich mir dann sukzessive eine Position bei der Swiss Re aufgebaut. Im letzten Jahr ist dann Protector Forsikring aus Norwegen hinzugekommen.
Mit der Entwicklung der Swiss Re war ich schon längere Zeit nicht zufrieden. Der Aktienkurs hat das Niveau vor dem Corona-Crash bis heute nicht mehr erreicht und auch die Geschäftsergebnisse waren alles andere als solide.

Gefühlt scheint es so zu sein, dass wenn die Munich Re hustet, die Swiss Re einen Schnupfen bekommt. Und das ist eben nicht das, was ich als Ergänzung in meinem Depot haben will.
Aber eigentlich gebe ich einer Aktie auch eine gewisse Zeit, um sich zu entwickeln. So habe ich die stagnierende Dividende in den letzten beiden Jahren akzeptiert. Für die Zahlung in diesem Jahr erwartete ich allerdings eine Erhöhung. Denn schließlich sollte die Inflation ausgeglichen werden.
Am 17. Februar meldete die Swiss Re dann ihr Jahresergebnis und gab dort einen Dividendenvorschlag von 6,40 US$ bekannt. In den beiden Vorjahren lag die Dividende bei 5,90 CHF. Bei flüchtigem Blick sah das nach einer Dividendenerhöhung von 5,90 auf 6,40 aus. War es aber nicht, denn auf einmal zahlt ein Schweizer Unternehmen seine Dividende in US-Dollar aus.
Was ich kaum glauben konnte, bestätigte mir dann die IR-Abteilung der Swiss Re auf eine entsprechende Anfrage. Am 16. März – also nahezu einen Monat später – veröffentlichte die Swiss Re dann eine Ad-hoc-Mitteilung mit dem Dividendenvorschlag von 6,40 US$ und erstmals einer Begründung für die Umstellung. Demnach solle damit ein Gleichlauf mit den berichteten Ergebnissen geschaffen werden.
Zwar ist es nicht unüblich, dass Schweizer Unternehmen ihre Ergebnisse in US$ oder zumindest auch in US$ reporten. So machen es z.B. auch meine Depottitel Novartis und die Partners Group. Damit bedienen sie den internationalen Kapitalmarkt. Aber natürlich zahlen sie ihre Dividende in ihrer Heimatwährung, dem Schweizer Franken, aus.
Die Umstellung bei der Swiss Re führt dazu, dass in diesem Jahr kein wirklicher Vergleich der Dividende vorgenommen werden kann. Denn welchen Wechselkurs legt man dafür zugrunde? Nehme ich einfach mal den 17.02.2023, den Tag der Ankündigung, dann lag der Schweizer Franken dort zum Euro bei 0,9896 und der US-Dollar zum Euro bei 1,0625. Die 5,90 CHF des Vorjahres wären also 5,96 €. Die 6,40 US$ diesjährige Dividende 6,02 €. Das wäre dann eine Erhöhung um 1%. Am Auszahlungstag der Dividende kann das aber natürlich schon wieder ganz anders sein.
Neben der schlechten Kommunikation stört mich aber die Umstellung an sich. Ich habe meine Schweizer Aktien auch deshalb im Depot, weil ich damit Dividendenerträge in Schweizer Franken erzielen möchte. Für Dividendenerträge in US-Dollar habe ich meine US-amerikanischen Aktien.
Natürlich kannst Du jetzt sagen, dass die Zahlung auf meinem Konto so oder so in Euro eingeht. Das stimmt natürlich. Aber die Entwicklung der Währungen hat schon einen Einfluss auf meine Dividendenerträge. Und während der Schweizer Franken zum Euro stabil bleiben könnte, da er weiter als sicherer Hafen in Krisenzeiten angesehen wird, ist der US-Dollar stärker von der Zinsentwicklung abhängig.
Wie man es auch dreht und wendet, die Entscheidung der Swiss Re hat mich massiv gestört und ich habe mit mir gerungen, wie ich damit umgehe. Schließlich entschloss ich mich zum Ausstieg.
Aktienverkauf
Ich verkaufte meine 60 Aktien der Swiss Re am 20.02.2023 zum Kurs von 98,00 € im Direkthandel der ING. Nach Abzug der Steuern für den Veräußerungsgewinn und die Provision erhielt ich insgesamt 5.673,66 €.

Mein Engagement war insgesamt zufriedenstellend. Nach Steuern erzielte ich über die gesamte Haltedauer einen Gewinn von 1.259,26 € oder 24,4% auf mein Investment von insgesamt 5.152,35 €. Der Gewinn teilt sich auf in 737,95 € Nettodividenden und 521,31 € Kursgewinn.
Auf einen Blick:
| Unternehmen: | Swiss Re |
| ISIN: | CH0126881561 |
| Im Divantis-Depot seit: | 18.04.2017 |
| Letzter Nachkauf am: | 15.04.2020 |
| Stückzahl im Divantis-Depot: | 60 |
| Durchschnittskaufkurs inkl. Gebühren: | 85,87 € |
| Gesamtkaufpreis: | 5.152,35 € |
| Insgesamt erhaltene Netto-Dividenden: | 737,95 € |
| Verkauft am: | 20.02.2023 |
| Durchschnittsverkaufserlös abzgl. Gebühren und Steuern: | 94,56 € |
| Gesamtverkaufserlös: | 5.673,66 € |
| Gewinn/Verlust: | 1.259,26 € |
| Gewinn in Prozent: | +24,44% |
Siemens Healthineers
Wie in meinem Beitrag über die diesjährige Dividendenzahlung von Siemens Healthineers schon angekündigt, sehe ich für den Titel kurzfristig eher wenig Entwicklungspotenzial.
Ich habe deshalb einen Teilverkauf vorgenommen und meine Postion von 150 auf 100 Aktien reduziert.
Ich verkaufte 50 Aktien von Siemens Healthineers am 15.03.2023 zum Kurs von 49,04 € aus meinem Depot beim S-Broker. Nach Abzug der Provision und Verrechnung des Veräußerungsgewinns mit meinem dortigen Verlusttopf (entstanden aus dem seinerzeitigen Verkauf von Siemens Energy) erhielt ich 2.439,90 €.
Aktienverkauf


Aufgrund des FIFO-Prinzips (First in – first out) stammen diese verkauften 50 Aktien direkt aus der Zeichnung der Neuemission vom 16.03.2018. Die Haltezeit lag also bei exakt 5 Jahren. Aus dem Investment von 1.406,42 € ist in dieser Zeit ein Gewinn von 1.211,42 oder 86,1% entstanden. Er teilt sich auf in 177,94 € erhaltene Nettodividenden und 1.033,48 € erzielte Kursgewinne.
Die Verkaufserlöse beider Transaktionen habe ich inzwischen übrigens wieder neu investiert. Ein Großteil ging in die Aufstockung dieser Aktie und der Rest wurde für meinen Depotvergleich in Realty Income gesteckt. Die Kaufabrechnungen zeige ich jeweils noch in eigenen Beiträgen.
Auf einen Blick:
| Unternehmen: | Siemens Healthineers AG |
| ISIN: | DE000SHL1006 |
| Im Divantis-Depot seit: | 16.03.2018 |
| Letzter Nachkauf am: | 08.08.2019 |
| Stückzahl im Divantis-Depot: | 100 |
| Durchschnittskaufkurs inkl. Gebühren: | 32,06 € |
| Gesamtkaufpreis: | 3.206,43 € |
| durch Teilverkauf am 15.3.2023 realisierter Gesamtgewinn (Kurs & Dividenden): | 1.211,42 € |
| Bisher erhaltene Netto-Dividenden: | 410,60 € |
| Aktuelle Strategie: | Halten und Dividende kassieren |

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