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Total Return von 250% in 12 Monaten – noch Fragen?

Extrudierte 3D-Illustration von Lam Research mit stilisiertem Halbleiter-Equipment und Wafer im Vordergrund. Im Hintergrund steigt ein leuchtender Aktienkurs mit grünem Aufwärtspfeil und Balkendiagramm, das Wachstum und Börsenerfolg symbolisiert. Modernes Design in Blau- und Türkistönen.
4.9
(30)

Von Außen betrachtet mutet es immer etwas seltsam an, wenn es heißt, dass eine Marktbewegung nur von wenig Titeln getragen wird. Aber tatsächlich ist es so, dass es auch in meinem Depot oftmals nur einige Titel sind, die eine deutliche Outperformance schaffen und damit die positive Entwicklung des gesamten Depots bestimmen.

Im Nachhinein bin ich immer dankbar, dass ich mich einst zum Kauf genau dieser Titel durchgerungen habe und damit meinen eigenen Kapitalaufbau beschleunigt habe.

Aber was bei diesem Titel in den letzten 12 Monaten passiert ist, das sprengt alle Dimensionen! Ein Plus von 250% – und das ohne bahnbrechende Erfindung, Übernahme oder Sonderdividende. Es ist einfach „nur“ der unfassbare Hunger der AI-Industrie nach Computerchips, der die Aktie zum Profiteur eines Nachfrageüberhangs werden lässt.

Vor neun Monaten hatte ich bereits mit einem Teilverkauf meinen ursprünglichen Einsatz wieder vom Tisch genommen. Aber danach ging es dann erst richtig los! Der kometenhafte Anstieg hat sie mittlerweile zu meinem drittgrößten Depotwert mit einem Depotanteil von 6,7% werden lassen. Und das ganz ohne eigenes Kapital!

Für mich stellt sich nun allerdings trotzdem die Frage, ob sich hier eine völlig überbewertete Aktie in meinem Depot befindet und weitere Gewinnmitnahmen sinnvoll wären. Oder ob ich einfach weiter entspannt bleiben soll und dem Lauf der Aktie weiter zuschaue.

Wie ich die Perspektiven aktuell einschätze, erfährst Du in diesem Beitrag.

Wirklich lang ist der Zulieferer der Halbleiterindustrie Lam Research noch gar nicht im Dividendendepot. Hier habe ich das Unternehmen ausführlich vorgestellt. Erst 2020 hatte ich die ersten Stücke gekauft und dann meine Position auf 18 Stück ausgebaut. 2024 kam es dann zum 10:1-Aktiensplit und ich hatte 180 Aktien im Depot. Im Oktober letzten Jahres habe ich meine Position dann auf 125 Aktien reduziert und Lam Research fiel aus den Top 10 meines Depots. Mit einer fulminanten Kursperformance arbeitete sich die Aktie aber schnell wieder empor und belegt mittlerweile den 3. Platz mit einem Marktwert von rund 38.000 €.

Der 10-Jahres-Chart zeigt die krasse Entwicklung seit dem Kurstief im April 2025. Von 62 US$ stieg die Aktie in der Spitze auf 433 US$ (am 30.06.2026). In den ersten Julitagen folgten dann Gewinnmitnahmen von rund 100 US$:

Lam Research im 10-Jahres-Chart (in US-Dollar)

Um die Kursexplosion zu verdeutlichen, bietet sich die Sicht auf den 2-Jahres-Chart an:

Lam Research im 2-Jahres-Chart (in US-Dollar)
Lam Research im 2-Jahres-Chart (in US-Dollar)

Eine Einschätzung, wo sich Lam Research innerhalb der Halbleiterbranche einordnen lässt, habe ich in diesem Bericht vorgenommen.

Dividendenzahlung

Lam Research zahlt erneut und voraussichtlich letztmals eine Quartalsdividende von 0,26 US$ je Aktie. Für meine 125 Aktien erhalte ich eine Brutto-Dividende von 32,50 US$. 

Sie wurde von flatex zum EZB-Referenzkurs von 1,1404 in Euro umgerechnet. Nach Abzug der Steuern verbleibt eine Netto-Dividende von 21,22 €. Sie wurde mit Wertstellung 08.07.2026 überwiesen.

Dividendenzahlung Lam Research im Juli 2026 flatex
Abrechnung bei flatex

Zusätzlich erhalte ich für meinen laufenden Sparplan zur Reinvestition der Dividende eine klitzekleine Dividende (0,04 € netto) bei Trade Republic. Interessanterweise war hier der Umrechnungskurs mit 1,1433 etwas schlechter, da der EZB-Referenzkurs vom Vortag herangezogen wurde.

Dividendenzahlung Lam Research im Juli 2026 Trade Republic
Abrechnung bei Trade Republic

Rechne ich die Quartalsdividende von 0,26 US$ auf ein ganzes Jahr um, sind das 1,04 US$. Bei einem Aktienkurs von 333,15 US$ (Schlusskurs vom 08.07.2026) ergibt das eine Dividendenrendite von 0,3%. Da Lam Research seine Dividende üblicherweise jährlich erhöht, dürfte bei einem heutigen Kauf die tatsächliche Jahresdividende höher liegen. Bleibt es beim bisherigen Turnus, dann wird die Quartalsdividende mit der Oktober-Zahlung – also schon bei der nächsten Quartalsdividende – wieder höher sein.

Meine persönliche Dividendenrendite (Yield on Cost) profitiert von meinem Einstandskurs. Für die 125 Aktien habe ich insgesamt 5.222,16 € bezahlt. Rechne ich die Quartalsdividende mit identischem Wechselkurs auf eine Jahresdividende hoch, dann liegt diese bei 114,00 €. Das entspricht einem YoC von 2,2%. Angesichts der hohen Dividendensteigerungen liegt das deutlich über der aktuellen Dividendenrendite. Tatsächlich rechne ich für mich aber noch anders: mit dem Teilverkauf im letzten Jahr habe ich einen Gewinn von 4.924,49 € (Kursgewinn und anteilig erhaltene Nettodividenden) realisiert. Mit den bis zum Verkauf erhaltenen Nettodividenden für die verbliebenen 125 Aktien von 300,98 € habe ich seit Oktober 2025 den kompletten Einstand wieder zurück.

Reinvestition der Dividende

Aufgrund des vollständigen Rückflusses meines Investments reinvestiere ich die Dividendenzahlungen von Lam Research seit Januar 2026 mittels eines Sparplans wieder in die Aktie. Nach 3 Quartalsdividenden und entsprechenden Sparraten habe ich bisher 65,00 € „reinvestiert“. Der Marktwert der 0,320238 Aktien liegt bei 98,15 €.

Sparplanausführung Lam Research im Juli 2026

Perspektiven

100 US$ Kursverlust in der ersten Juliwoche hätten mich natürlich nervös machen können. Aber seit meinem Teilverkauf bin ich tatsächlich komplett entspannt mit der Position. Eher ungläubig habe ich in den letzten Monaten die stetig steigenden Kursen wahrgenommen.

Und ich habe mich nicht ein einziges Mal geärgert, dass ich zu früh die Gewinne mitgenommen habe. Klar, das kann man so sehen. Nur war das ja zum Zeitpunkt des Verkaufs nicht klar, wohin sich der Kurs entwickeln würde. Dass sich die Aktie im Anschluss verdoppeln würde, hätte ich jedenfalls nicht für realistisch gehalten.

Und genauso würde es mich jetzt auch nicht wundern, wenn die Aktie wieder deutlich im Kurs sinkt und sich z.B. halbiert. Sie wäre dann immer noch ordentlich bewertet und ich würde mich trotzdem mit meiner Depotposition wohl fühlen. Schließlich will ich ja langfristig investiert bleiben. Und kann das nun ohne eigenen Kapitaleinsatz auch durchziehen – unabhängig von der Kursentwicklung.

Mir sind tatsächlich die Geschäftsergebnisse wichtiger. Weil sie die Grundlage für das weitere Wachstum und auch die nächste Dividendenerhöhung bilden.

Zuletzt berichtete LAM Research über das 1. Quartal 2026. Und traditionell vergleicht sich das Unternehmen nicht mit dem 1. Quartal 2025, sondern mit dem 4. Quartal 2025. So lässt sich immer das Momentum erkennen. Allein das spricht schon für ein gesundes Selbstbewusstsein.

Und das ist auch gut begründet. Denn der Umsatz legte um 9% zu. Die Bruttomarge verbesserte sich um 20 Basispunkte auf 49,8%. Die operative Marge legte sogar 110 Basispunkte zu und erreichte 35,0%. Der Gewinn je Aktie schraubte sich um 15% nach Oben und lag bei 1,45 US$.

Wie gesagt, jeglicher Zuwachs bezieht sich auf die Periode von Oktober bis Dezember 2025. Und das starke Wachstum zeigt auch, dass die Nachfrage wirklich groß ist und LAM Research zu recht zu den Profiteuren des AI-Booms gehört.

Ob der Kurs aber nicht trotzdem zu weit weggelaufen ist, ist eine andere, berechtigte Frage. Denn natürlich ist da sehr viel Fantasie eingepreist. Wie lang die Nachfrage aber so hoch sein wird, kann niemand aktuell seriös beurteilen.

Mit klassischen Bewertungsmaßstäben lässt sich der Kurs jedenfalls nicht rechtfertigen. Ausgehend von 1,45 US$ Gewinn je Aktie im 1. Quartal würde bei gleichbleibendem Gewinnwachstum von 15% pro Quartal in den Folgequartalen 1,67 US$, 1,92 US$ und schließlich 2,21 US$ Gewinn erzielt. Das – durchaus optimistisch – würde einen Jahresgewinn von 7,25 US$ ergeben. Zum Vergleich: 2025 wurden 4,15 US$ erzielt und das war auch schon ein Rekord. Meine simple Hochrechnung würde ein Gewinnwachstum von 74,7% innerhalb eines Jahres unterstellen.

Aber selbst wenn das geschafft wird, entspricht das beim aktuellen Kurs von 350 US$ einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 48. Bei einer solchen Bewertung wird es nicht leicht, die Erwartungen der Börse zu übertreffen.

Ich kann hier auch nur für mich sprechen, aber bei einer solchen Bewertung würde ich nicht mehr einsteigen. Ich bin da zu vorsichtig und erinnere mich noch zu gut an die nicht lang zurückliegende Zeit, in der Lam Research als Zykliker galt und das KGV bei maximal 12-15 lag. Am Geschäftsmodell hat sich seitdem nichts verändert. Nur auf einmal hat die Halbleiterindustrie den Stoff, den die Hyperscaler benötigen. Und Lam Research ist mitten drin in der Produktionslinie.

Auch wenn das eher unüblich ist, vergleiche ich gerne mal die Marktkapitalisierung meiner Aktien. Lam Research kommt aktuell auf beeindruckende 438 Mrd. US$ bei einem Nettogewinn von 6,7 Mrd. US$. Cisco liegt bei 478 Mrd. US$, erzielt aber einen Nettogewinn von 12 Mrd. US$. Eine PepsiCo hingegen kommt bei 10,5 Mrd. US$ Nettogewinn „nur“ auf 187 Mrd. US$ Marktkapitalisierung. Klar, das ist eine andere Branche und eine deutlich schwächere Dynamik. Trotzdem erscheint mir der Unterschied zu groß.

Das Management von Lam Research ist gleichwohl zuversichtlich, dass sich das Wachstum noch verstärken wird. So wurde für 2026 der Ausblick für die Nachfrage nach Wafer Fabrication Equipment auf 140 Mrd. US$ angehoben – mit steigender Tendenz. Und Lam Research hat das Ziel einer mehrjährigen Outperformance des Wettbewerbs.

Zusammenfassend ist Lam Research aus meiner Sicht hervorragend aufgestellt und wird in den nächsten Jahren weiter wachsen und sehr viel Geld verdienen. Das wird für weiter steigende Dividenden und weitere Aktienrückkäufe sorgen. Die Bewertung der Aktie ist allerdings ambitioniert und birgt Enttäuschungspotenzial.

Da die Aussichten für mich stimmen, werde ich nicht nervös und bleibe bei allen Kursentwicklungen entspannt. Ich bleibe unverändert investiert und werde die Dividenden weiterhin per Sparplan reinvestieren.

Apropos Sparplan: Wer noch nicht im Halbleiterbereich investiert ist und aktuell über ein Investment nachdenkt, sollte angesichts der nicht nur bei Lam Research stark gelaufenen Kurse über einen abgestuften Einstieg nachdenken. Das kann tatsächlich per Sparplan erfolgen oder aber auch in mehreren Tranchen.

Auf einen Blick:

Unternehmen:Lam Research Corp.
ISIN:US5128071082
Im Divantis-Depot seit:28.08.2020
Letzter Nachkauf am:13.07.2022 (seit 02.01.2026 läuft ein quartalsweiser Sparplan)
Stückzahl im Divantis-Depot:125
Durchschnittskaufkurs inkl. Gebühren:41,78 €
Gesamtkaufpreis:5.222,16 €
Durch Teilverkauf von 55 Aktien am 01.10.2025 realisierter Gewinn:4.924,49 €
Bisher erhaltene Netto-Dividenden:363,60 €
Aktuelle Strategie:Halten und Dividende reinvestieren


für diesen Beitrag verwendete Quellen:
Lam Research Corporation Reports Financial Results for the Quarter Ended March 29, 2026

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Kommentare

13 Kommentare zu „Total Return von 250% in 12 Monaten – noch Fragen?“

  1. Avatar von Thomas
    Thomas

    Tja lieber Ben, da hast Du mit Lam Research mal wirklich genau die richtigen erwischt.
    uneingeschränktes Kompliment. Fertig. Fast:)

    Ein Hinweis auf die 1Jahresperformance von z.Bsp. Sandisk +3980%, Micron +695%, Western Digital +795% SK Hynix +600% etc etc. ist wirklich billig, gehört aber zur Erklärung mit dazu. KI benötigt mehr oder weniger (oder hätte gern) dringendst mehr und immer mehr Speicherchips, die SK Hynix et al mit Maschinen von LAM Research baut.
    LAM hat hier eine technologische Schlüsselposition. Um es nicht uferlos auszudehnen:
    Ein paar lose Fakten noch dazu

    CEO Tim Archer erklärt, die zuvor kommunizierten 40 Mrd. USD an NAND-Konversionsausgaben würden vorgezogen, mit dem Großteil der Ausgaben noch vor Ende des Kalenderjahres 2027 – das ist ein Signal, dass der Zyklus nicht abflacht, sondern sich verdichtet
    China Konzentration etwa 35% Gesamtumsatz von LAM, nach US Exportbeschränkungen an Hua Hong und Huali ein Risikofaktor und bereits spürbar.
    Positiv, LAMs eigener adressierbarer Marktanteil(SAM) am Wafer Fab Equipment weiter wachsend.
    -Positiv, Kapitalrückführung: Trotz aggressivem Wachstum verwässert Lam nicht – im Quartal wurden rund 800 Mio. USD an Aktienrückkäufen, 326 Mio. USD an Dividenden getätigt sowie 750 Mio. USD an Anleihen zurückgezahlt, bei einer verbleibenden Rückkaufermächtigung von etwa 4,3 Mrd. USD. Für einen Wachstumswert ungewöhnlich disziplinierte Bilanzpolitik
    -Positiv : (Servicegeschäft CSBG läuft unabhängig vom Neuinvestitionszyklus mit, Rekordquartal $2,1 Mrd.). Also nicht bloß hinstellen der Geräte, sondern Wartung, Betrieb, Schulung usw. bringt die Butter.
    Risiko, mit einem KGV jenseits der 66-70x ist die Aktie bereits for perfection gepreist.
    Risiko, (zur Zeit) überproportional von Speicherherstellern abhängig, Bricht der Zyklus, bricht LAM mit ein.
    Positiv, echte Netto Cashpostion etwas 0,2 bis 0,4 Ebitda (ähnlich wie Applied Materials und ASML, nur KLA netto 0,4 EBITDA verschuldet
    Positiv, am Bondmarkt rentiert LAM unauffällig, mit etwa 4%. jüngste Anleihen aus 2020, die haben also Kapital nicht unbedingt nötig, sondern haben selber welches. Keine Cashburner.

    Jo, bin selber eine Zeitlang bei SK Hynix und Samsung mitgefahren, aber überall jetzt bis auf Cisco raus. Ist das richtig oder falsch, wer weiß das denn schon?

    Trotz SpaceX Emission hat der Markt SK Hynix`s neues Listing an der Nasdaq am Freitag in vollem Umfang (überzeichnet) gekauft. Einfach Wahnsinn, was der Markt hier hergibt.

    Funfact:
    am 29.07.26 kommen zeitgleich mit LAM Research auch die SK Hynix Quartalszahlen.

    Trotzdem bleiben Techaktien im zweiten HJ (und 2027) weiter ein heißes Eisen in beide Richtungen und stehen immer direkt unter Beobachtung.

    Ich würde da jetzt kein Geld mehr reingeben und wenn ich bloß noch die Rücklichter sehe.

    Wünsche allen good luck, die dabei sind und schönen Sonntag :)

  2. Avatar von Tobs
    Tobs

    Saustark, Ben!

    Ich hab keinen einzigen Halbleiterwert.

    Und bei Microsoft als Tech-Unternehmen hadere ich auch noch aus denselben(falschen?!!) Gründen, weshalb ich vor vielen Jahren keine Halbleiterwerte aufgenommen hatte.

    Denn damals hatte ich schlaues Genie sehr richtig vorhergesehen, dass Anbieter wie Apple usw. die Chipproduktion nicht mehr Zulieferern wie Intel überlassen würden, sondernd die Produktion internalisieren. Was ich halt nicht verstanden hatte, dass Chips dafür in jedem Gebrauchsgegenstand außerhalb von Computern benötigt würden. Heute ein No-Brainer, vor gar nicht mal so wenigen Jahren war das nicht so. Da waren Gebrauchsgegenstände überwiegend keine kleinen Computer.

    Und nun hadere ich auch wieder mit Microsoft. Hab in Bloomberg einen interessanten Artikel gelesen, dass Starbucks enorm viel in eigene KI investiert, und dadurch bewusst den Einkauf von Software von Microsoft und IBM einspart. Und ich denke mal, hier ist Starbucks nur ein Proxy anderer großer Unternehmen. Aber vielleicht laufe ich wieder in dieselbe Denkfalle wie damals mit den Halbleitern? Selbst wenn Unternehmen vereinzelt nicht mehr Microsoft als Provider nutzen, wird der Gesamt-Markt so stark steigen, dass das mehr als überkompensiert wird..?

    Ich bin für alles außerhalb von Ketchup-Tütchen wohl zu doof…Einerseits ist mir Fomo
    fremd; also bitte, dann werden eben nur die anderen reich und ich begnüge mich mit meinen kleinkrämerischen Renditen…:-) Andererseits…:-) Ben, mal in die Lage zeitlich und auch sonst vielleicht zurückgebliebener Leute wie mich versetzt: Welche Titel aus dem Bereich Tech (allgemein und einschliesslich Halbleitertitel) würdest Du denn für einen Sparplan in Erwägung ziehen (selbstredend: Nur Inspiration, keine Anlageempfehlung!)??

    1. Avatar von Chrischaan
      Chrischaan

      Hi Tobs,

      bin nicht der Ben aber: Du bist hier in guter Gesellschaft. Ich bin sogar für Ketchup-Tütchen zu doof. Auch wenn ich mir immer mal einzureden versuche ein guter Stockpicker zu sein.

      Ich habe deswegen als größte Position den Vanguard FTSE All World im Depot. Da hat man sie alle die Techies (Tech ca. 32%). Wenn die dann doch mal abschmieren und der switch zu anderen Werten geht: Man hat sie alle.

      Ja klar es sind dann nur Marktrenditen. Aber in meinem Fall ist dies eine Verbesserung. :-D

      Falls gar kein ETF in Frage kommt, würde ich bei den Techies die gleichen fundamentalen Betrachtungsweisen anlegen wie bei allen anderen auch. Mir einbilden zu wollen, mir da einen Edge zu verschaffen und den nächsten hype zu kaufen… Auf keinen Fall. Einzig du kennst Insider (dein Laufkumpel?), dann hat man vielleicht mal etwas Vorsprung. Aber ich schätze dich so gar nicht ein, sondern du suchst ja eher nach Cashmaschinen die unterbewertet sind.

      Ich selbst habe Microsoft und Alphabet. Nicht schlecht gelaufen, aber Alphabet zumindest gekauft, wo sie verschrien waren.

      Applied Materials hatte ich ebenfalls. Aber wieder verkauft. What a Pity. Das gleiche bei Fortinet, Cisco, Intel, TI. Gekauft hab ich die aber alle, in einer Zeit als der FCF-Yield und das Wachstum eine gute Mischung ergaben (Außer Intel). Auf FCF-Yields von 1-2% und Wachstumsraten nördlich 20% zu hoffen, da weiß ich einfach zu wenig. Ist nicht mein Ding.

      Noch ein ABER: Mein „Was-wäre-gewesen-wenn-ich-2020-nicht-mit-TradeRepublic-angefangen-hätte-zu-oft-zu-traden-Depot“ welches dank PortfolioPerformance einfach nebenher läuft, hätte seit Anfang 2019 den MSCI World outperformed mit einem IZF von 14,4% per annum. Interessant dabei die Top-3-Werte noch internem Zinsfuss: 1. Cummins 2. Snap-On 3. Fastenal
      Kein einziger Tech-Wert schnöde einfache Industrie, nichts besondeeres. Platz 4 der Oldie TI und 5 der Oldi Cisco. Selbst BASF als schlechteste Aktie hat einen ganz leicht positiven IZF.
      Fazit: Vielleicht braucht es gar nicht unbedingt die Techies. Und vielleicht sind andere Werte ebenfalls auf lange Sicht Profiteure der aktuellen Entwicklung rund um KI.

  3. Avatar von sonny
    sonny

    Wow Ben das ist ja der Wahnsinn! Ich bin leider auch in keinem Halbleiterwert investiert, möchte aber anhand von ETFs einsteigen. Welchen würdet ihr bevorzugen? Den A2QC5J von Vaneck (nur 25 Positionen) oder den A3CVRA von ishares(über 260 positionen? Würde mich über eure Meinungen freuen!

  4. Avatar von Thomas
    Thomas

    @Tobs
    „Einerseits ist mir Fomo fremd; andererseits… “ you made my Day, zumindest die Zeit bis zum Mittag :)
    ungefragt ein bisschen Senf von mir dazu.
    Aussichtsreich wären wohl wegen ihrer einzigartigen Burggräben ASML, KLA, Lam Research, Applied Materials und die weltweit größte Foundry TSMC. Research dazu ein Kinderspiel.
    Aber

    Zitat KI :
    Der Sektor hat gerade eine ziemlich außergewöhnliche Phase hinter sich. Der PHLX Semiconductor Sector Index legte seit Jahresbeginn bis zum 5. Juni 2026 um 72,5 Prozent zu, und laut anderen Quellen hat er sich bis Ende Juni sogar mehr als verdoppelt – mit dem besten ersten Halbjahr seiner Geschichte, wobei der Schub interessanterweise nicht von Nvidia oder Broadcom kam, sondern von Werten wie Micron, Marvell, AMD und Intel. Micron etwa hat allein seit Jahresbeginn 2026 rund 125 % zugelegt, getrieben von der extremen Nachfrage nach High-Bandwidth-Memory, wo das Unternehmen technologisch führend ist. Das heißt: Wer jetzt einsteigt, kauft in einen Sektor, der schon sehr viel Optimismus eingepreist hat – ein Fondsmanager warnte kürzlich explizit, dass Superzyklus-Narrative historisch oft in einem „Superabschwung“ enden

    Du kannst ja auch einen ETF nehmen, wo alles drin ist.

    Ich habe meinen ETF dazu (mit Gewinn) verkauft und warte auf den Abschwung. Ob er kommt oder nicht oder wann steht in den Sternen.

  5. Avatar von Thomas
    Thomas

    @Sonny
    der A2QC5J ist Thesaurier, obwohl die Halbleiter sowieso kaum Dividenden bezogen auf aktuellen Einstand zahlen. Dann muss man noch Vorabsteuer zahlen. Der
    A3CVRA ebenfalls nur breiter aufgestellt. Den Kern der Szene/Branche erwischt Du mit dem Van Eck aber auch. Wären nach meiner Meinung beide gleich gut, aber mit hohem Rückschlagsrisiko bezogen auf den aktuellen Stand der Branche überhaupt dazu kein aktives Income/Rückfluß für den Investor und dazu Vorabsteuer.
    für mich eher nix.

    1. Avatar von Sonny
      Sonny

      Danke Thomas! Welchen ETF hattest du in dem Bereich?

      1. Avatar von BörsenHai
        BörsenHai

        Nicht der Thomas,

        aber habe den vanEck, weil er der erste war..
        Beide gleich teuer, ähnliche Volitalität 33%/38%, bei ähnliche Wertsteigerung 345%/365%, die ersten 10 Positionen vergleichbar vertreten, beide Thesaurierer. Einzelne Positionen daraus halte ich aber zusätzlich als Einzelaktien und wie Ben großteils ohne Einsatz – da Einstand verkauft.
        ETF pausiert seit Jan 2026 und ist „ungefragt“ die zweitgrößte ETF-Position geworden – trotz geringer Sparrate.

        Aus meiner Sicht ist es vollkommen egal, welchen Du nimmst.

        Mir stellt sich die Frage nicht und es ist situationsbedingt gefärbt: Macht es Sinn heute noch einzusteigen? Bei Einzelaktien wäre ich sehr, sehr vorsichtig; in den ETF könnte ich mir sogar vorstellen auch heute noch einzusteigen für den, der keine SemiConductor hält und in den Markt unbedingt rein will.
        Der Weg kann aber auch nach Süden gehen. Dessen muss man sich bewusst sein. Das Süden wird – wenn es kommt – so schnell gehen wie bei Novo, denn es geht um Billionen $. Die nächsten 2 Jahre sehe ich noch nicht als kritisch für den Südkurs an, ob die Werte aber weiterhin wie in den letzten 12 Monaten steigen? Who knows?

        Die Renditen der Firmen kommen zu 98% aus dem Kurs. Die 2,5% Dividende der Broadcom beim Kauf sind längst Geschichte.

        Das Risiko würde ich als mittel (Tendenz zu hoch) einschätzen. Aber auch das ist gefärbt durch mein Portfolio und meine Situation.

  6. Avatar von Thomas
    Thomas

    Sonny,
    zuletzt der etwas breiter gefasste MSCI World Information Technology Sector Advanced UCITS ETF WKN A2PHCC
    mit selbst 191 Tagen Haltedauer und 34,96% IZF Verkauf. Ausstiegspreis 17,37 das Stück steht zur Zeit 17,85 € gar nicht so schlecht im Rückspiegel.

  7. Avatar von UrsprungsFrank
    UrsprungsFrank

    @Sonny

    meine ETFs in diesem Sektor

    https://www.justetf.com/de/etf-profile.html?isin=IE000QDFFK00#basisinfos

    und

    https://www.justetf.com/de/etf-profile.html?isin=IE00B3VSSL01#uebersicht

    Einzelwerte – ich wiederhole mich – kann ich definitiv nicht beurteilen. Bin auch so mit der Performance der ETFs zufrieden und die bleiben auch drin. Währungsrisiko – ganz schlimm … ;-) Wichtig ist aber bei der ETF-Kaufentscheidung, welche anderen ETFs Du noch im Depot hast. Die sollten natürlich dann ex KI-Hype sein.

    Gruß Frank

  8. Avatar von Tobs
    Tobs

    @Thomas

    Ich denke, ich bin eigenwillig bis mittelschwer selbstgefällig und darum gehen an mir viele Themen vorbei. Schlimm ist, dass ich Irgendwie darauf sogar stolz bin…bis dann auch ich als letzter merke, dass die anderen Geld verdienen und ich eben nicht. Das ist dann der Moment, wenn ich auch mal aus meiner Aussteiger-Hütte rausgekrochen komme… :-)

    @Chrischaan
    Eins vorweg: Das versteht sich bitte als Kompliment – Sicherlich hast Du mit Deiner Entscheidung, nunmehr sehr fokussiert auf ETF zu setzen, eine sehr kluge und nachvollziehbare Entscheidung getroffen.

    Meines Erachtens aber bist gerade auch Du prädestiniert, weiterhin viele Einzeltitel beizumischen. Ich meine, dass Du für die Langfristanlage (!) auf die richtigen Kennzahlen achtest und definitiv vernunftbegabt bist (letzteres ist fast eher noch wichtiger meine ich). Aber dann müsstest Du Dir meines Erachtens auch mehr Zeit geben, damit die Resultate gemäß einer Langfriststrategie selektierter Titel kommen können. Ich meine hiermit Jahre, viele Jahre! It’s all about execution! Und die Konsistenz im Handeln kommt ja erst mit den Jahren. Keine Angst vor der Courage.
    Benchmarking ist ja fair, aber mal ehrlich, was sind marktbreite Indizes im Moment auch für fiese Benchmarks bei ihrer Tech-Lastigkeit! In 10 Jahren könnten Deine Einzeltitel aber trotzdem sehr gut da stehen. Quäl Dich nicht zu sehr, wo der Aktienkurs 1, 2 oder 5 Jahre nach Kauf der Aktie steht! Definiere Deine kursunabhängigen KPI und tracke die! Aktienkurs kann nie ein relevanter Investment-KPI sein!

    Und zu den von Dir angesprochenen ndustrie-Titel: Jawohl! Ich habe mich durchgerungen, und auch angefangen wieder etwas mehr zu machen. Neben meinen Spezial-Geschichtchen wie z.B. Croda International (zwar europäischer Divi-Aristokrat, aber ich bin tief im Minus…) möchte ich einige konsumnahe Industrie-Geschichten machen wie Midea (die mittlerweile auch viel mehr als Kühlschränke sind) und Techtronics Industries. Und vielleicht nehme ich meinen ersten Serial Acquirer in Form von Lifco auf (auch wenn ich eigentlich persönlich nicht der größte Fan des Geschäftstyps der Serial Akquirer für die Ultra-Langfrist-Anlage bin). Techtronics und Lifco verbindet wiederum – teilweise – das Thema Bohr- und Schlagbohrmaschine.

    Da hast Du es wieder, ich brauche Ketch Up-Tütchen oder eben Bohrmaschinen oder so was Handfestes…:-)

    1. Avatar von Chrischaan
      Chrischaan

      Deine Liste zeigt, dass du weniger Respekt vor höheren Multiples hast als ich dachte. Hab mal was von einem interessantem Serial Acquirer in Japan gehört: Next Generation Technologies. Deren Geschäftsmodell ist es nachfolgerlose Unternehmen zu kaufen. In Japan gar nicht mal die schlechteste Idee.

  9. Avatar von Thomas
    Thomas

    @Crischaan
    Zitat :“Ich habe deswegen als größte Position den Vanguard FTSE All World im Depot. Da hat man sie alle die Techies (Tech ca. 32%). Wenn die dann doch mal abschmieren und der switch zu anderen Werten geht: Man hat sie alle.“
    Die Argumentation ist tatsächlich schlüssig und gut.
    Man hat es zwar schon 70 oder 100 mal gelesen, aber es schadet nicht, sich das immer wieder mal zu wiederholen.
    Es ist zwar furchtbar langweilig ggü Einzelaktien, aber der Vermögenserhalt(idealerweise Aufbau) sollte letzten Endes doch eine höhere Prio haben als das intellektuelle „Entertainment“ durch Einzelaktien. Und mehr Zeit für andere Sachen hat man auch.

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