Was Dich hier erwartet:
Egal welchen Index man sich anschaut: verdoppelt man die Performance des ersten Halbjahres 2026, dann landen wir überall im zweistelligen Plus. Und das wäre nach den drei letzten zweistelligen positiven Börsenjahren dann schon das vierte Jahr in der Reihe.
Und natürlich kann man jetzt einfach sagen „Die Hausse nährt die Hausse.“ und liegt damit aktuell auch goldrichtig. Der AI-Hype ist intakt und die Kursgewinne ziehen neue Anleger an. Aber irgendwann wird daraus eine Blase. Und noch mal später platzt sie dann in der Regel. Die Schwierigkeit ist nur, dass es keinen festen Zeitplan dafür gibt. Das kann schon in den nächsten Wochen oder Monaten passieren. Oder auch noch bis weit in 2027 so weiter laufen. Erst im Nachhinein wird man dann wieder genau wissen, welche Ereignisse die Auslöser gewesen sind.
Bis dahin heißt es es für mich jedenfalls, weiter auf der Welle zu surfen. Wenn auch mit angezogener Handbremse – aber an Land zu schwimmen ist keine Option. Warum das so ist und wie sich meine Geldanlagen im Juni und damit im 1. Halbjahr entwickelt haben, erfährst Du in diesem Beitrag.
Mit einem solchen Halbjahresergebnis habe ich nicht gerechnet! Das zweite Quartal hat richtig einen rausgehauen und den schwachen März komplett vergessen lassen. Nun liegt das Dividendendepot nach einem halben Jahr mit +9,2% schon da, wo es am Jahresende liegen könnte und es ein erfolgreiches Jahr sein würde.
Wirklich geheuer ist mir die Entwicklung weiterhin nicht – zumal wir ja auch 2023, 2024 und 2025 sehr gute Börsenjahre hatten. Aber gut, ich nehme das natürlich erfreut zur Kenntnis und es macht einfach mehr Spaß auf grüne Kurs als auf rote zu schauen.
Absolute Highflyer im ersten Halbjahr waren die Hardware- und Speicherausrüster rund um das Thema KI. In meinem Depot profitierten Lam Research (+161%) und Cisco Systems (+59%) besonders. Aber die Investitionen müssen natürlich auch bezahlt werden und darunter litt dann z.B. Microsoft als Hyperscaler (-20%).
Das Ganze birgt ein hohes systemisches Risiko. Rechnen sich die Investitionen nicht, werden sowohl die Hyperscaler einbrechen als auch die bereits auf viele Jahre eingepreisten Aussichten der Ausrüster deutlich zurückgehen.
Und so lässt sich für das erste Halbjahr auch konstatieren, dass der KI-Hype weiter an Fahrt aufgenommen hat. Vieles erinnert mich an die Euphorie des Neuen Marktes. Damals war die Zukunft auch rosig und es musste dafür nur erst mal kräftig investiert werden. Auf Gewinne achtete niemand, wichtig war nur das Wachstum.
Der SpaceX-Börsengang im Juni war ein solches Beispiel. Mit einer völlig überzogenen Bewertung richtete sich die Aufmerksamkeit auf einmal auf Privatanleger in Europa. Wann hat es das schon mal gegeben, dass wir eine Neuemission in den USA bei so vielen Banken zeichnen konnten? Ich habe mich rational zurückgehalten, aber damit frühe Zeichnungsgewinne verpasst. Ich kann damit leben, diesen Thrill brauchte ich nicht.
Bestimmendes Thema im 1. Halbjahr war daneben der Irankrieg und der Ölpreis. Hier zeichnete sich nun tatsächlich eine Entspannung ab, so dass die Erholung an sich auch gerechtfertigt war. Dass wir aber trotzdem höhere Kurse als vor dem Angriff sehen, ist dann schon erstaunlich. Und die Auswirkungen unterbrochener Lieferketten werden auch erst mit einem Zeitversatz erkennbar werden.
Ich habe deshalb über die letzten Monate gewisse Cashreserven aufgebaut und fühle mich mit dieser defensiven Aufstellung sehr wohl. Mit meiner Depotperformance bin ich zufrieden und kann gleichzeitig trotz der bestehenden Risiken ruhig schlafen. Genau so mag ich es!
Stand Wertpapierdepots
Details zu den einzelnen Depots gibt es – wie immer – ausführlich in diesem Bericht. Hier ist der schnelle Überblick:
Dividendendepot: 570.913 € (+4,7% im Juni, +9,2% YTD)
Anti-Depot: 14.398 € (+1,3% im Juni, +9,6% YTD)
Zitronen-Depot: 3.603 € (-8,8% im Juni, -16,5% YTD)
Summe: 591.139 € (+4,5% im Juni, 8,0% YTD)
Veränderung 2026: -3.859 €
zzgl. Entnahmen: +51.453 €
Nettoveränderung 2026: +47.594 €
In den letzten drei Jahren habe ich jeweils rund 60.000 € Vermögenszuwachs aus den Wertpapierdepots verbuchen können. Nach dem ersten Halbjahr sind 80% davon in diesem Jahr schon erneut erreicht.
Benchmark
Im Juli 2023 hatte ich einen monatlichen Sparplan über 25 € beim Robo-Advisor von quirion aufgelegt, den ich als Benchmark für meine eigene Depotperformance nehme. Seit April 2025 hatte ich die Sparrate auf 50 € verdoppelt und damit nun nach einem Jahr eine 13. Sparrate geschenkt bekommen. Die Sparrate habe ich seit Mai wieder auf 25 € reduziert. Insgesamt habe ich jetzt 1.450 € auf mein quirion-Konto einbezahlt und zusätzlich 150 € Aktionsprämie erhalten. Zum 03.07.2026 beträgt die zeitgewichtete Performance +59,74% (Stand: 2.022,03 €). Zum Vergleich dazu: Die Performance meines Dividendendepots vom 05.07.2023 (Start des quirion-Benchmarks) bis zum 03.07.2026 liegt bei +47,03%.
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quirion ist regelmäßig Testsieger in Robo-Advisor-Vergleichen. Und kann sich in der Performance durchaus sehen lassen. Das überzeugt mich und ist auch der Grund, warum ich den Sparplan fortsetze und quirion auch Neukunden empfehle. Ich selbst sehe das als sinnvolle Ergänzung zu meinen Investments in Einzelaktien. Und für das Alter bietet quirion dann auf Wunsch auch eine automatisierte und gestaffelte Veränderung der Asset Klassen mit einer Verschiebung von Aktien zu Anleihen an, um die Schwankungsbreite zu reduzieren. Über diesen Link kannst Du Dich informieren und ebenfalls ein Depot eröffnen.
Aktienkäufe
Im Juni habe ich Käufe in Höhe von 170,00 € im Dividendendepot durchgeführt:
Sparplan Microsoft über 60,00 €
Sparplan DFV Deutsche Familienversicherung über 52,00 €
Sparplan MSCI Inc. über 38,00 €
Sparplan McDonald’s über 20,00 €
Die im April gestarteten Sparpläne liefen unverändert weiter und dienen bei MSCI Inc. und Microsoft zur Wiederanlage des „realisierten Übergewinns“ aus meinen Teilverkäufen im März. Mit dem Sparplan auf die DFV Deutsche Familienversicherung erhöhe ich meine Gesamtposition stetig im Hinblick auf die Juni stattfindende Hauptversammlung, über deren Einberufung ich ausführlich berichtet hatte.
Aktienverkäufe
Im Mai habe ich keine Verkäufe im Dividendendepot getätigt.
Dividendenerträge
Im Juni erhielt ich insgesamt 2.470,18 € als Netto-Dividenden. Gegenüber dem Juni 2025 ist das eine Veränderung von +1.494,57 € (+153,2%). Das entspricht in etwa der Ausschüttung der DFV Deutsche Familienversicherung, die erstmals eine Dividende zahlte.
Dividenden erhielt ich im Juni von:
Marubeni: 26,17 €
Badger Meter: 1,17 €
DFV Deutsche Familienversicherung: 1.403,28 €
Prestige International: 11,89 €
Realty Income: 38,60 €
HolidayCheckGroup: 66,00 €
Nippon Sanso: 13,22 €
BlackRock: 56,18 €
Sonpo Holdings: 7,51 €
TERNA: 369,10 €
Itochu: 94,51 €
PepsiCo: 120,89 €
Oxford Lane Capital Corp: 13,09 €
Canadian National Railway: 50,83 €
Mein Dividendenziel für 2026 habe ich hier veröffentlicht und auch alle Dividenden des Jahres 2025 analysiert. Seit Jahresbeginn liege ich nun bei 10.321,55 € Nettodividenden.
Crowdinvesting
Über meine bisherigen Erfahrungen mit Crowdinvesting hatte ich 2020 ausführlich berichtet. Im Juni erhielt ich 2,40 € Zinsen aus meinem Crowd-Portfolio (für das NEOS Bremen-Projekt bei Bergfürst).
Mein Portfolio ist aktuell noch 2.122,48 € groß: Ich habe ursprünglich 500 € bei Bergfürst, 1.100 € bei Engel & Völkers Digital Invest und 4.600 € bei ecoligo investiert. Davon wurden seit 2022 1.000 € bei Engel & Völkers Digital Invest (davon 45 € Ausfall), 2.777,52 € seitens ecoligo und 300 € bei Bergfürst (davon 10 € Ausfall) getilgt.
Ich bin hier nur noch auf Rückzahlungen aus und tätige schon seit längerer Zeit keine Neuinvestments mehr.
Depotperformance
Mein Dividendendepot hat sich im Juni erneut mit +4,7% deutlich positiv entwickelt und damit an den den dritten starken Monat in Folge hingelegt. Im ersten Halbjahr das Dividendendepot damit eine Performance von +9,2% geschafft. Der Depotwert per Ende Juni beträgt 570.913 €.
Die Top-Werte im Dividendendepot im Juni waren Lam Research (+39,2%), Badger Meter (+22,8%) und Johnson & Johnson (+15,8%).
Schwächste Werte im Juni waren Oracle (-33,7%), Fortescue (-15,8%) und Microsoft (-15,3%).
Die Volatilität meines Dividendendepots lag im Juni bei 3,0%.
Anti-Depot
Mit dem Anti-Depot verfolge ich mit Echtgeld eine abweichende Anlagestrategie. Nach starken Schwankungen (2021: +40,8%, 2022: -58,8%, 2023: +16,4%) habe ich das Depot in den letzten beiden Jahren stabilisiert (2024: +8,3%, 2025: +5,2%).
Im Juni erzielte das Anti-Depot ein Plus von 1,3% und befindet sich seit Jahresbeginn mit +9,6% deutlich im grünen Bereich.
Wieder eingestiegen bin ich bei Rocket Internet. Hier habe ich den Dividendenabschlag (es wurden 7,36 € ausgeschüttet) genutzt und zum Kurs von 20,20 € 100 Aktien in das Anti-Depot gekauft. Das stellte sich bisher als gutes Timing dar, die Aktie hatte sich schon zu Börsenschluss etwas erholt und notiert aktuell rund 5% höher. In der virtuellen Hauptversammlung wurden einige attraktive Beteiligungen diskutiert, die durchaus Potenzial für eine weitere positive Kursentwicklung bieten. Schwierig bleibt allerdings das Management (Samwer), so dass ich hier nur mit einer kleinen Position unterwegs bin.
Die Volatilität des Anti-Depots lag im Juni bei 6,6%.
Zitronen-Depot
Das Zitronen-Depot und seine besondere Strategie habe ich hier ausführlich vorgestellt. Dort findest Du auch die aktuelle Zusammensetzung. Ich baue mir langfristig ein Portfolio von Nachbesserungsrechten auf und erhoffe mir durch die Spruchverfahren eine risikoarme Zusatzrendite in einigen Jahren.
Im Juni gab es ein neues Squeeze-out-Verlangen bei der Nürnberger Beteiligungs-AG. Außerdem wurde bei niiio finance mit der Einladung zur Hauptversammlung die Barabfindung (0,69 €) bekannt gegeben. Ein zuvor offiziell publiziertes Squeeze-Out-Verlangen gab es nicht.
Das Volumen meiner Nachbesserungsrechte liegt unverändert bei 230.963,14 €.
Die Entwicklung des Nachbesserungsvolumens dokumentiere ich auf einer eigenen Seite.
Das Depot erzielte im Juni eine Monatsperformance von -8,8% und im 1. Halbjahr von -16,5%.
Divantis-Community-Depot
Mit dem Preisgeld des finanzblog awards 2024 haben wir das Divantis-Community-Depot aufgesetzt. Über die Entwicklung des ersten Jahres hatte ich hier ausführlich berichtet. Das Depot schloss den Juni mit +2,1% ab und liegt damit seit Jahresbeginn nun bei +8,0%. Der Cash-Anteil liegt bei 1,1% (=37,92 €).
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Das Divantis-Community-Depot kannst Du direkt über diesen Link aufrufen und Dir alle Details anschauen. Es ist in die Depotverwaltungs-Software Parqet eingepflegt. Auch Du kannst Deine Wertpapierpositionen dort tracken und hast dann einen Überblick über Deine individuelle Performance.
Parqet kannst Du mit vielen Grundfunktionen kostenlos nutzen. Für Premium-Funktionen gibt es die Möglichkeit, ein kostenpflichtiges Abo abzuschließen. Wenn das für Dich interessant ist, dann erhältst Du mit dem Code BENWARJE einen Rabatt von 10% für die ersten 12 Monate.
Die komplette Vermittlungsprovision für einen solchen Abschluss fließt in das Divantis-Community-Depot.
Immobilie
Über meine Wohnung in Leipzig habe ich zuletzt mit einem Update berichtet. Nach Abzug der Gebühr für die Sondereigentumsverwaltung erzielte ich im Juni Mieteinnahmen von 980,37 €. Das Hausgeld beträgt 284,00 €. Für den Immobilienkredit zahlte ich Zinsen in Höhe von 224,20 €. Ich hatte damit in diesem Monat einen Nettoerlös von 472,17 €.
Aufgrund der hohen vereinbarten Tilgung des Kredits habe ich allerdings einen negativen monatlichen Cash-Flow. Die monatliche Annuität liegt bei 1.216,80 € (Zins & Tilgung) und ist bis 30.09.2028 fest vereinbart (Zinssatz: 1,24%).
Dafür sinkt die Verschuldung der Wohnung stetig, sie liegt zum Ende Juni bei 210.378,16 € (bei einer Wohnungsgröße von 77,3 qm und zusätzlich einem Stellplatz). Das entspricht einer Verschuldung je qm-Wohnfläche von 2.721,58 €.
Um mich auf die voraussichtlich deutlich höheren Zinsen gegenüber meiner bisherigen Finanzierung ab 2028 vorzubereiten, habe ich einen Sparplan in das iBonds-Produkt mit Fälligkeit im Dezember 2027 angelegt, den ich mit monatlich 100 € bespare. Darüber habe ich hier ausführlich berichtet. Bei bisher eingezahlten 3.300 € liegt der Depotwert dieses Sparplans zu Ende Juni bei 3.442,63 €.
Dividendenveränderungen
Im Juni wurden bei meinen Depottiteln folgende Dividendenveränderungen verkündet:
Realty Income: Erhöhung der Monatsdividende von 0,2705 US$ auf 0,271 US$ (+0,2%)
Kurzer Ausblick auf das zweite Halbjahr 2026
Mit dem Juli treten wir nun erstmal in die Sommerpause ein. Das bedeutet aber eher, dass Unternehmens- oder politische Meldungen aufgrund niedrigerer Umsätze zu noch höheren Ausschlägen führen können. Das 3. Quartal gehört deshalb ohnehin zu den vorsichtigeren Phasen der Börsianer.
Und auch wenn das 1. Halbjahr wirklich positiv überraschen konnte, sollten wir uns deshalb für den weiteren Jahresverlauf noch nicht zu sicher fühlen. Wie schnell es abwärts gehen kann, erlebten wir im März.
Im November stehen nun die Mid-Terms in den USA an und Donald Trump könnte seine Mehrheit im Kongress verlieren. Sicher ist aber, dass er dagegen ankämpfen wird. Und das könnte noch das Ein oder Andere passieren, mit dem wir so nicht rechnen. Positiv ist immerhin zu sehen, dass Trump auch kein Interesse an einer schwachen Börse hat und deshalb erratische Entscheidungen auch schnell wieder korrigiert, um die Märkte zu besänftigen. Aber volatiler dürfte es durchaus werden.
Insgesamt bin ich persönlich trotz aller Risiken für das 2. Halbjahr positiv eingestellt. Ich erwarte zwar keine nahtlose Fortsetzung der Rallye der letzten drei Monate, aber gehe schon davon aus, dass wir das Jahr positiv abschließen werden.
Ich werde mich aber weiter zurückhaltend aufstellen: auf der einen Seite investiert bleiben und von der allgemeinen Entwicklung profitieren. Auf der anderen Seite aber nur ausgewählte Neuinvestments bei Qualitätstiteln, die einen stabilisierenden inneren Wert haben oder durch Sondersituationen ein begrenztes Rückschlagspotenzial besitzen.
Wie hast Du den Juni bzw. das erste Halbjahr erlebt? Und welche Pläne hast Du für den Juli und den Rest des Jahres? Lass uns in den Kommentaren miteinander diskutieren!


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