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Wird das zweite Halbjahr noch mal so gut?

„Extrudierte 3D‑Illustration zum Börsenrückblick 2026: goldene Münzstapel mit Krone, AI‑Chip, Kalender 2026, Dividendendokument, aufsteigender roter Pfeil und blaue Kurslinie vor globalem Finanzhintergrund.
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Egal welchen Index man sich anschaut: verdoppelt man die Performance des ersten Halbjahres 2026, dann landen wir überall im zweistelligen Plus. Und das wäre nach den drei letzten zweistelligen positiven Börsenjahren dann schon das vierte Jahr in der Reihe.

Und natürlich kann man jetzt einfach sagen „Die Hausse nährt die Hausse.“ und liegt damit aktuell auch goldrichtig. Der AI-Hype ist intakt und die Kursgewinne ziehen neue Anleger an. Aber irgendwann wird daraus eine Blase. Und noch mal später platzt sie dann in der Regel. Die Schwierigkeit ist nur, dass es keinen festen Zeitplan dafür gibt. Das kann schon in den nächsten Wochen oder Monaten passieren. Oder auch noch bis weit in 2027 so weiter laufen. Erst im Nachhinein wird man dann wieder genau wissen, welche Ereignisse die Auslöser gewesen sind.

Bis dahin heißt es es für mich jedenfalls, weiter auf der Welle zu surfen. Wenn auch mit angezogener Handbremse – aber an Land zu schwimmen ist keine Option. Warum das so ist und wie sich meine Geldanlagen im Juni und damit im 1. Halbjahr entwickelt haben, erfährst Du in diesem Beitrag.

Mit einem solchen Halbjahresergebnis habe ich nicht gerechnet! Das zweite Quartal hat richtig einen rausgehauen und den schwachen März komplett vergessen lassen. Nun liegt das Dividendendepot nach einem halben Jahr mit +9,2% schon da, wo es am Jahresende liegen könnte und es ein erfolgreiches Jahr sein würde.

Wirklich geheuer ist mir die Entwicklung weiterhin nicht – zumal wir ja auch 2023, 2024 und 2025 sehr gute Börsenjahre hatten. Aber gut, ich nehme das natürlich erfreut zur Kenntnis und es macht einfach mehr Spaß auf grüne Kurs als auf rote zu schauen.

Absolute Highflyer im ersten Halbjahr waren die Hardware- und Speicherausrüster rund um das Thema KI. In meinem Depot profitierten Lam Research (+161%) und Cisco Systems (+59%) besonders. Aber die Investitionen müssen natürlich auch bezahlt werden und darunter litt dann z.B. Microsoft als Hyperscaler (-20%).

Das Ganze birgt ein hohes systemisches Risiko. Rechnen sich die Investitionen nicht, werden sowohl die Hyperscaler einbrechen als auch die bereits auf viele Jahre eingepreisten Aussichten der Ausrüster deutlich zurückgehen.

Und so lässt sich für das erste Halbjahr auch konstatieren, dass der KI-Hype weiter an Fahrt aufgenommen hat. Vieles erinnert mich an die Euphorie des Neuen Marktes. Damals war die Zukunft auch rosig und es musste dafür nur erst mal kräftig investiert werden. Auf Gewinne achtete niemand, wichtig war nur das Wachstum.

Der SpaceX-Börsengang im Juni war ein solches Beispiel. Mit einer völlig überzogenen Bewertung richtete sich die Aufmerksamkeit auf einmal auf Privatanleger in Europa. Wann hat es das schon mal gegeben, dass wir eine Neuemission in den USA bei so vielen Banken zeichnen konnten? Ich habe mich rational zurückgehalten, aber damit frühe Zeichnungsgewinne verpasst. Ich kann damit leben, diesen Thrill brauchte ich nicht.

Bestimmendes Thema im 1. Halbjahr war daneben der Irankrieg und der Ölpreis. Hier zeichnete sich nun tatsächlich eine Entspannung ab, so dass die Erholung an sich auch gerechtfertigt war. Dass wir aber trotzdem höhere Kurse als vor dem Angriff sehen, ist dann schon erstaunlich. Und die Auswirkungen unterbrochener Lieferketten werden auch erst mit einem Zeitversatz erkennbar werden.

Ich habe deshalb über die letzten Monate gewisse Cashreserven aufgebaut und fühle mich mit dieser defensiven Aufstellung sehr wohl. Mit meiner Depotperformance bin ich zufrieden und kann gleichzeitig trotz der bestehenden Risiken ruhig schlafen. Genau so mag ich es!

Stand Wertpapierdepots

Details zu den einzelnen Depots gibt es – wie immer – ausführlich in diesem Bericht. Hier ist der schnelle Überblick:

Dividendendepot: 570.913 € (+4,7% im Juni, +9,2% YTD)

Anti-Depot: 14.398 € (+1,3% im Juni, +9,6% YTD)

Zitronen-Depot: 3.603 € (-8,8% im Juni, -16,5% YTD)

Summe: 591.139 € (+4,5% im Juni, 8,0% YTD)

Veränderung 2026: -3.859 €

zzgl. Entnahmen: +51.453 €

Nettoveränderung 2026: +47.594 €

In den letzten drei Jahren habe ich jeweils rund 60.000 € Vermögenszuwachs aus den Wertpapierdepots verbuchen können. Nach dem ersten Halbjahr sind 80% davon in diesem Jahr schon erneut erreicht.

Benchmark

Im Juli 2023 hatte ich einen monatlichen Sparplan über 25 € beim Robo-Advisor von quirion aufgelegt, den ich als Benchmark für meine eigene Depotperformance nehme. Seit April 2025 hatte ich die Sparrate auf 50 € verdoppelt und damit nun nach einem Jahr eine 13. Sparrate geschenkt bekommen. Die Sparrate habe ich seit Mai wieder auf 25 € reduziert. Insgesamt habe ich jetzt 1.450 € auf mein quirion-Konto einbezahlt und zusätzlich 150 € Aktionsprämie erhalten. Zum 03.07.2026 beträgt die zeitgewichtete Performance +59,74% (Stand: 2.022,03 €). Zum Vergleich dazu: Die Performance meines Dividendendepots vom 05.07.2023 (Start des quirion-Benchmarks) bis zum 03.07.2026 liegt bei +47,03%.

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quirion ist regelmäßig Testsieger in Robo-Advisor-Vergleichen. Und kann sich in der Performance durchaus sehen lassen. Das überzeugt mich und ist auch der Grund, warum ich den Sparplan fortsetze und quirion auch Neukunden empfehle. Ich selbst sehe das als sinnvolle Ergänzung zu meinen Investments in Einzelaktien. Und für das Alter bietet quirion dann auf Wunsch auch eine automatisierte und gestaffelte Veränderung der Asset Klassen mit einer Verschiebung von Aktien zu Anleihen an, um die Schwankungsbreite zu reduzieren. Über diesen Link kannst Du Dich informieren und ebenfalls ein Depot eröffnen.

Aktienkäufe

Im Juni habe ich Käufe in Höhe von 170,00 € im Dividendendepot durchgeführt:

Sparplan Microsoft über 60,00 €

Sparplan DFV Deutsche Familienversicherung über 52,00 €

Sparplan MSCI Inc. über 38,00 €

Sparplan McDonald’s über 20,00 €

Die im April gestarteten Sparpläne liefen unverändert weiter und dienen bei MSCI Inc. und Microsoft zur Wiederanlage des „realisierten Übergewinns“ aus meinen Teilverkäufen im März. Mit dem Sparplan auf die DFV Deutsche Familienversicherung erhöhe ich meine Gesamtposition stetig im Hinblick auf die Juni stattfindende Hauptversammlung, über deren Einberufung ich ausführlich berichtet hatte.

Aktienverkäufe

Im Mai habe ich keine Verkäufe im Dividendendepot getätigt.

Dividendenerträge

Im Juni erhielt ich insgesamt 2.470,18 € als Netto-Dividenden. Gegenüber dem Juni 2025 ist das eine Veränderung von +1.494,57 € (+153,2%). Das entspricht in etwa der Ausschüttung der DFV Deutsche Familienversicherung, die erstmals eine Dividende zahlte.

Dividenden erhielt ich im Juni von:

Marubeni: 26,17 €

Badger Meter: 1,17 €

DFV Deutsche Familienversicherung: 1.403,28 €

Johnson & Johnson: 129,31 €

Prestige International: 11,89 €

Realty Income: 38,60 €

Microsoft: 49,84 €

McDonald’s: 18,60 €

HolidayCheckGroup: 66,00 €

Nippon Sanso: 13,22 €

BlackRock: 56,18 €

Sonpo Holdings: 7,51 €

TERNA: 369,10 €

Itochu: 94,51 €

PepsiCo: 120,89 €

Oxford Lane Capital Corp: 13,09 €

Canadian National Railway: 50,83 €

Mein Dividendenziel für 2026 habe ich hier veröffentlicht und auch alle Dividenden des Jahres 2025 analysiert. Seit Jahresbeginn liege ich nun bei 10.321,55 € Nettodividenden.

Crowdinvesting

Über meine bisherigen Erfahrungen mit Crowdinvesting hatte ich 2020 ausführlich berichtet. Im Juni erhielt ich 2,40 € Zinsen aus meinem Crowd-Portfolio (für das NEOS Bremen-Projekt bei Bergfürst).

Mein Portfolio ist aktuell noch 2.122,48 € groß: Ich habe ursprünglich 500 € bei Bergfürst, 1.100 € bei Engel & Völkers Digital Invest und 4.600 € bei ecoligo investiert. Davon wurden seit 2022 1.000 € bei Engel & Völkers Digital Invest (davon 45 € Ausfall), 2.777,52 € seitens ecoligo und 300 € bei Bergfürst (davon 10 € Ausfall) getilgt.

Ich bin hier nur noch auf Rückzahlungen aus und tätige schon seit längerer Zeit keine Neuinvestments mehr.

Depotperformance

Mein Dividendendepot hat sich im Juni erneut mit +4,7% deutlich positiv entwickelt und damit an den den dritten starken Monat in Folge hingelegt. Im ersten Halbjahr das Dividendendepot damit eine Performance von +9,2% geschafft. Der Depotwert per Ende Juni beträgt 570.913 €.

Die Top-Werte im Dividendendepot im Juni waren Lam Research (+39,2%), Badger Meter (+22,8%) und Johnson & Johnson (+15,8%).

Schwächste Werte im Juni waren Oracle (-33,7%), Fortescue (-15,8%) und Microsoft (-15,3%).

Die Volatilität meines Dividendendepots lag im Juni bei 3,0%.

Anti-Depot

Mit dem Anti-Depot verfolge ich mit Echtgeld eine abweichende Anlagestrategie. Nach starken Schwankungen (2021: +40,8%, 2022: -58,8%, 2023: +16,4%) habe ich das Depot in den letzten beiden Jahren stabilisiert (2024: +8,3%, 2025: +5,2%).

Im Juni erzielte das Anti-Depot ein Plus von 1,3% und befindet sich seit Jahresbeginn mit +9,6% deutlich im grünen Bereich.

Wieder eingestiegen bin ich bei Rocket Internet. Hier habe ich den Dividendenabschlag (es wurden 7,36 € ausgeschüttet) genutzt und zum Kurs von 20,20 € 100 Aktien in das Anti-Depot gekauft. Das stellte sich bisher als gutes Timing dar, die Aktie hatte sich schon zu Börsenschluss etwas erholt und notiert aktuell rund 5% höher. In der virtuellen Hauptversammlung wurden einige attraktive Beteiligungen diskutiert, die durchaus Potenzial für eine weitere positive Kursentwicklung bieten. Schwierig bleibt allerdings das Management (Samwer), so dass ich hier nur mit einer kleinen Position unterwegs bin.

Die Volatilität des Anti-Depots lag im Juni bei 6,6%.

Zitronen-Depot

Das Zitronen-Depot und seine besondere Strategie habe ich hier ausführlich vorgestellt. Dort findest Du auch die aktuelle Zusammensetzung. Ich baue mir langfristig ein Portfolio von Nachbesserungsrechten auf und erhoffe mir durch die Spruchverfahren eine risikoarme Zusatzrendite in einigen Jahren.

Im Juni gab es ein neues Squeeze-out-Verlangen bei der Nürnberger Beteiligungs-AG. Außerdem wurde bei niiio finance mit der Einladung zur Hauptversammlung die Barabfindung (0,69 €) bekannt gegeben. Ein zuvor offiziell publiziertes Squeeze-Out-Verlangen gab es nicht.

Das Volumen meiner Nachbesserungsrechte liegt unverändert bei 230.963,14 €.

Die Entwicklung des Nachbesserungsvolumens dokumentiere ich auf einer eigenen Seite.

Das Depot erzielte im Juni eine Monatsperformance von -8,8% und im 1. Halbjahr von -16,5%.

Divantis-Community-Depot

Mit dem Preisgeld des finanzblog awards 2024 haben wir das Divantis-Community-Depot aufgesetzt. Über die Entwicklung des ersten Jahres hatte ich hier ausführlich berichtet. Das Depot schloss den Juni mit +2,1% ab und liegt damit seit Jahresbeginn nun bei +8,0%. Der Cash-Anteil liegt bei 1,1% (=37,92 €).

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Das Divantis-Community-Depot kannst Du direkt über diesen Link aufrufen und Dir alle Details anschauen. Es ist in die Depotverwaltungs-Software Parqet eingepflegt. Auch Du kannst Deine Wertpapierpositionen dort tracken und hast dann einen Überblick über Deine individuelle Performance.
Parqet kannst Du mit vielen Grundfunktionen kostenlos nutzen. Für Premium-Funktionen gibt es die Möglichkeit, ein kostenpflichtiges Abo abzuschließen. Wenn das für Dich interessant ist, dann erhältst Du mit dem Code BENWARJE einen Rabatt von 10% für die ersten 12 Monate.
Die komplette Vermittlungsprovision für einen solchen Abschluss fließt in das Divantis-Community-Depot.

Immobilie

Über meine Wohnung in Leipzig habe ich zuletzt mit einem Update berichtet. Nach Abzug der Gebühr für die Sondereigentumsverwaltung erzielte ich im Juni Mieteinnahmen von 980,37 €. Das Hausgeld beträgt 284,00 €. Für den Immobilienkredit zahlte ich Zinsen in Höhe von 224,20 €. Ich hatte damit in diesem Monat einen Nettoerlös von 472,17 €.

Aufgrund der hohen vereinbarten Tilgung des Kredits habe ich allerdings einen negativen monatlichen Cash-Flow. Die monatliche Annuität liegt bei 1.216,80 € (Zins & Tilgung) und ist bis 30.09.2028 fest vereinbart (Zinssatz: 1,24%).

Dafür sinkt die Verschuldung der Wohnung stetig, sie liegt zum Ende Juni bei 210.378,16 € (bei einer Wohnungsgröße von 77,3 qm und zusätzlich einem Stellplatz). Das entspricht einer Verschuldung je qm-Wohnfläche von 2.721,58 €.

Um mich auf die voraussichtlich deutlich höheren Zinsen gegenüber meiner bisherigen Finanzierung ab 2028 vorzubereiten, habe ich einen Sparplan in das iBonds-Produkt mit Fälligkeit im Dezember 2027 angelegt, den ich mit monatlich 100 € bespare. Darüber habe ich hier ausführlich berichtet. Bei bisher eingezahlten 3.300 € liegt der Depotwert dieses Sparplans zu Ende Juni bei 3.442,63 €.

Dividendenveränderungen

Im Juni wurden bei meinen Depottiteln folgende Dividendenveränderungen verkündet:

Realty Income: Erhöhung der Monatsdividende von 0,2705 US$ auf 0,271 US$ (+0,2%)

Kurzer Ausblick auf das zweite Halbjahr 2026

Mit dem Juli treten wir nun erstmal in die Sommerpause ein. Das bedeutet aber eher, dass Unternehmens- oder politische Meldungen aufgrund niedrigerer Umsätze zu noch höheren Ausschlägen führen können. Das 3. Quartal gehört deshalb ohnehin zu den vorsichtigeren Phasen der Börsianer.

Und auch wenn das 1. Halbjahr wirklich positiv überraschen konnte, sollten wir uns deshalb für den weiteren Jahresverlauf noch nicht zu sicher fühlen. Wie schnell es abwärts gehen kann, erlebten wir im März.

Im November stehen nun die Mid-Terms in den USA an und Donald Trump könnte seine Mehrheit im Kongress verlieren. Sicher ist aber, dass er dagegen ankämpfen wird. Und das könnte noch das Ein oder Andere passieren, mit dem wir so nicht rechnen. Positiv ist immerhin zu sehen, dass Trump auch kein Interesse an einer schwachen Börse hat und deshalb erratische Entscheidungen auch schnell wieder korrigiert, um die Märkte zu besänftigen. Aber volatiler dürfte es durchaus werden.

Insgesamt bin ich persönlich trotz aller Risiken für das 2. Halbjahr positiv eingestellt. Ich erwarte zwar keine nahtlose Fortsetzung der Rallye der letzten drei Monate, aber gehe schon davon aus, dass wir das Jahr positiv abschließen werden.

Ich werde mich aber weiter zurückhaltend aufstellen: auf der einen Seite investiert bleiben und von der allgemeinen Entwicklung profitieren. Auf der anderen Seite aber nur ausgewählte Neuinvestments bei Qualitätstiteln, die einen stabilisierenden inneren Wert haben oder durch Sondersituationen ein begrenztes Rückschlagspotenzial besitzen.

Wie hast Du den Juni bzw. das erste Halbjahr erlebt? Und welche Pläne hast Du für den Juli und den Rest des Jahres? Lass uns in den Kommentaren miteinander diskutieren!

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Kommentare

34 Kommentare zu „Wird das zweite Halbjahr noch mal so gut?“

  1. Avatar von Martin
    Martin

    Hallo Ben,
    du warst ja bei einigen HVs im letzten Monat (siehe dein letzter Monatsbericht). Planst du einen Bericht deiner Eindrücke? Bei Centrotherm hast du ja nachgekauft siehst du dort gute Chance im Spruchverfahren ( ohne selbst einen Anwalt zu nehmen vgl. Alstria)?

  2. Avatar von busico
    busico

    Bei mir waren es im ersten Halbjahr grob gerechnet +5%.

    Nicht berühmt, aber besser als nix. Die Kursgewinne sollten in erster Linie durch meinen kleinen Anteil an Wachstumsaktien kommen, aber insb. Microsoft und Broadcom wollen in letzter Zeit nicht mehr so richtig. Hier denke ich über Veränderungen nach, auch in Hinblick auf die Einschätzungen zur Zukunft von Ben, die ich teile. Ich habe bereits Teile des Einstands vom Tisch genommen.

    Meine Dividendenwerte haben gute Erträge gebracht, und das ist mein eigentliches Ziel. Hier bin ich knapp über meines bisherigen Hoch aus Juni 2024. Soweit o.k.

    Wermutstropfen sind die Kursverluste bei einigen Aktien, die ich als Nachfolger meiner USA-Reduzierung gekauft oder aufgestockt habe. Zu nennen sind hier in erster Linie Novo Nordisk, Wolters, Pernod, Telecom Plus, … Hier habe ich zu oft ins fallende Messer gegriffen, da muss ich besser werden. Erste Erfolge zeigen sich mit Best Buy und Publicis; hier habe ich ein wenig die Fundamentaldatenbetrachtung um charttechnische Themen ergänzt, um die Situation zum Kaufzeitpunkt einschätzen zu können.

    Ich bin gespannt, wie sich die Mid-Terms in den USA zum Jahresende hin auswirken.

  3. Avatar von Thomas
    Thomas

    hätte theoretisch im Juni +4,02% gehabt. ytd +17,50%. Hatte aber wie schon geschrieben eine größere Entnahme mit höherer Prio, so das ich jetzt immerhin exakt auf Stand Anfang des Jahres bin. Nassforsch und optimistisch wie immer hoffe ich, bis Ende des Jahres wenigstens wieder auf dem Stand zu sein, wie ich Mitte Juno d.J. war. Seit 11 Tagen immerhin schon wieder +2,4% :)
    Habe radikal nach Größe verkauft, angefangen bei den kleinsten und bin jetzt wieder bei weit unter 100 Positionen. Natürlich fehlen mir jetzt gedanklich einige mir liebgewonnene Positionen, aber C’est la vie, sicher hole ich einige davon wieder rein.
    Bin für die zweite Hälfte des Jahres gespannt auf die Entwicklung der Techaktien.
    Bens guter Juni war bestimmt zum Teil von LAM Research getragen, aber ich hatte ja alle Techaktien bis auf Cisco im Vorfeld schon bereinigt. War vielleicht etwas voreilig, aber meine Prio 1 bleiben Income und Stabilität.
    Bleibe dabei, Dreh-und Angelpunkt der weiteren Entwicklung bleibt die Profitabilität des gigantischen Capex aller Tecchies. Auch Ben beschreibt es ja.
    Was machen SpaceX, Anthropic u.a., wie geht es da weiter. Das werden die börsenwetterbestimmenden Themen sein.
    Forex testet die BoJ hartnäckig, die Bond Vigilantes verschonen auch Japan nicht, die werden wohl weiter Zinsen anheben müssen.
    Das 160 er USD/Yen Ziel konnte nicht verteidigt werden. Aber die daraus resultierenden Entwicklungen werden eher zweitrangig sein.
    Erstrangig ist die Frage, was macht Tech.
    Für das 2 HJ weiter für defensiveren Value weiter positiv.
    Grüße schönen Sonntag.

    Hat sich Ben mal die echte Rendite p.A. seines Zitronendepots ausgerechnet? Ist die echt höher als ein gut gemixtes Dividendendepot?

    @Busico,
    wenn das Händchen nicht immer so gut ist, vielleicht den ETF-Anteil etwas höher fahren, nur so spontaner Gedanke.

  4. Avatar von BörsenHai
    BörsenHai

    Hallo Ben,

    das Jahr war bisher sehr stark, unerwartet stark.
    Die Dividenden und Verkaufserlöse wurde alle reinvestiert. 10% des Bestandes ging Ende Juni an die Kinder und es ist quasi pari zum Jahresanfang. „Faszinierend“ würde Mr Spock sagen.

    Es mag sein, dass es an die Dotcom-Blase erinnert, aber ist substantiell anders zu sehen.
    Damals wurde in alles was sich mit IT oder Telekom beschäftigte hochgelobt, hochgepusht, obwohl die Unternehmen Miese einfuhren.
    Heute verdienen die Geldgeber für KI aber kräftig und der Cash sprudelt. Das ist der große Unterschied. Die KI-Firmen (die die Miesen machen) sind noch gar nicht an den Börsen.

    Von daher mag es daran erinnern, ist aber eine ganz andere Situation als 2000.
    Zurückkommen werden Sie alle- keine Frage. ;)

    Die Reinvestitionen waren alle eher defensive Titel mit langjährigem Dividendenwachstum.
    2026 wird nach 2020 als Jahr mit dem höchsten Handelsvolumen geführt werden.
    Der noch bestehende Cash wird erstmal liegen gelassen.

  5. Avatar von Tobs
    Tobs

    Hallo Ben,

    Gratulation zu Deinen Positionen Lam und Cisco.

    Man sieht: Stur Aktien behalten, zahlt sich langfristig aus. Wer hätte vor wenigen Jahren diese Entwicklung von Cisco vorhergesehen? Wer hätte spezifisch andernorts bei Intel vermutet, wie schnell sich das Narrativ von CPU ist Mist zu CPU ist toll dreht? Das ist total crazy!!

    Niemand hier hat eine Kugel, ob und wann die Märkte einbrechen. Aus meiner Sicht bestehen drei Ansatzpunkte dafür:

    #Bewertungskrise: Vermutlich nicht zu verhindern?

    #Gewinn-/Konjunkturkrise: Nicht auszuschließen…

    #Finanzsystemkrise: Deutlich weniger wahrscheinlich. Die Refinanzierungen der AI-Investitionen haben dieses Mal deutlich stärker außerhalb der Bankbilanzen stattgefunden, entweder über Private Market Funds oder direkt am Kapitalmarkt platzierte Anleihen. Und viel Eigenkapital ging rein von Altersvorsorge-Institutionen. Wenn’s knallt, ist das zwar nicht schön, wird aber meines Erachtens jedenfalls nicht zu einer Vertrauenskrise am Markt führen. Das ist der eigentlich für mich relevante Unterschied zu 2008…

    Relevanter als Krisenprognosen (die eh immer falsch sind und daher rein gar nichts bringen dürften) ist die Vorbereitung darauf: Man muss sich ehrlich die Karten legen, was man dann machen will und aus welchem Holz man wirklich geschnitzt ist. Für mich ist es einfach: Ich würde mit meinem Portfolio einfach den Dive mitmachen! Ich stehe total zu meinen Aktien. Wenn mein Portfolio 50% runtergeht, kaufe ich so viel nach, wie es nur eben geht. Ideal wäre es, ich hätte in Vorbereitung hierauf eine nennenswerte Cash-Reserve. Die habe ich meistens aber lediglich extrem unterausgeprägt (ich konnte halt noch nie gut mit Geld umgehen…:-)). Das ist meine kleine Schwäche und vielleicht fange ich nun an, diese Cash Reserve doch aufzubauen, um dann genug Geld für den Candy Shop zu haben, wenn er dann aufmachen wird….

    1. Avatar von Florian
      Florian

      Hi Tobs!
      Wie wir alle hab ich mir in den letzten Wochen verwundert sie Augen gerieben, hab ja für Eigenkapitalanteil an der Immobilie (Diskussion fand ja vor einer Woche intensiv statt) für ca 150k Aktien verkauft (Microsoft, teilweise J&J, Fortescue, teilweise Allianz usw, retrospektiv war das Timing hierfür zufällig nahezu exzellent) – und das Depot steht kaum tiefer. Wahnsinn. Stur und stetig gehts weiter. Beim Notar liefs gut, Preis war exakt mein Wunsch, also der tiefste der im Gespräch war. Danke für deine Meinung und fürs Daumendrücken (falla dus getan hast). Jetzt geht das Abenteuer los. Erste Mieter bin ich bald schon los für kleines Handgeld. Hab zur Diversifikation vor knapp zwei Wochen noch bisschen Gold und Silber gekauft.

      Schönen Sonntag allerseits!

      Florian

  6. Avatar von Andreas P.
    Andreas P.

    Danke Ben für Deinen Bericht. Ich teile Deine positive Erwartungshaltung zum zweiten Halbjahr und habe mein Anlageverhalten bereits darauf eingestellt.

    Im zweiten Quartal ist meine Cashquote schrittweise auf etwa 10% (vorher >15%) gesunken. Die Mittel sind, zusammen mit den eingenommenen Dividenden und Zinsen, in Nachkäufe u.a. von Allianz, DWS Group, AXA, GSK, AbbVie und Coca Cola geflossen. Ferner habe ich meinen hier bereits bekannten Favoriten unter den ETF (LYX043) aufgestockt. Verkauf von BP plc. habe ich versucht, aber dann leider verpasst. Cisco und Texas Instruments stehen unter Beobachtung. Der Wertanteil von USA Aktien hat sich im Depot inzwischen auf rund 50% verringert. Depotzuwachs YTD im robusten einstelligen Prozentbereich. Reicht mir aus.

    Für die bevorstehenden Monate fahre ich weiterhin behutsam, ausschließlich mit gezielten Nachkäufen, „auf Sicht“. Auf meiner Blacklist stehen weiterhin u.a. KI-Aktien, China, Bitcoin und Edelmetalle.
    Ich rechne mit einer fortschreitenden Normalisierung im Nahostkonflikt, ungeachtet der parallel noch unvermeidlichen Noise, mit positiven wirtschaftlichen Auswirkungen.
    Als Außenstehender könnte man die Situation zwischen Russland und der Ukraine inzwischen möglicherweise als „Patt“ deuten. Mich stimmt zuversichtlich, dass bisher noch kein Krieg auf dieser Welt ewig gedauert hat.

    Viele Grüße

    Andreas P.

  7. Avatar von Thomas
    Thomas

    Hallo Börsenhai (u.a.)
    Zitat Börsenhai: “ Damals wurde in alles was sich mit IT oder Telekom beschäftigte hochgelobt, hochgepusht, obwohl die Unternehmen Miese einfuhren.
    Heute verdienen die Geldgeber für KI aber kräftig und der Cash sprudelt. Das ist der große Unterschied. Die KI-Firmen (die die Miesen machen) sind noch gar nicht an den Börsen.“ Zitatende

    Hier würde ich schon etwas widersprechen.
    mit Microsoft, Alphabet, Meta und Nvidia starke Unternehmen, die (noch) positiven Cashflow haben, aber mit rückläufiger Tendenz.
    Bereits ins Negative (Cashflow) gekippt sind Amazon, Oracle und CoreWeave z.Bsp.
    SpaceX(mit xAI), OpenAI und Anthropic sind Cashburner. Anthropic erholt sich leicht, Open AI verbrennt zunehmend mehr und xAI verbrennt stabil auf hohem Niveau.

    Für Capex neu aufgenommene Schulden aggregiert über die gesamte Branche
    2022-2024 gering
    2025 108 Mrd USD
    2026 bereits jetzt 100+ Mrd an US Bonds für Capex aufgenommen
    Für 2027 Prognosen bis 1,5 Bio USD.

    Die Frage, ob die Cashburnrate aggregiert in der gesamten Branche eher zunimmt, wird eindeutig mit Ja beantwortet. Es könnte sein das die Wachstumsrate des Anstiegs Cashburnrate mal etwas abflacht, aber Tatsache weitere Zunahme.

    Zitat KI:
    In Summe: Die Cash-Burn-Rate der Tech-/KI-Branche nimmt aggregiert zu – getrieben von Capex, das schneller wächst als der operative Cashflow, verstärkt durch zunehmende Fremdfinanzierung (Oracle, CoreWeave, xAI/SpaceX als Extremfälle). Die einzige Gegenbewegung kommt von Anthropic, das seine Verluste relativ zum Umsatz bewusst diszipliniert zurückfährt, während OpenAI, xAI und die Infrastrukturseite (Oracle, CoreWeave) den Trend nach oben dominieren. Für 2027 gibt es erste Anzeichen einer Verlangsamung der Wachstumsrate, aber keine Trendwende beim Cash-Burn-Niveau selbst.

    Jetzt meine naive Milchmädchendenke:
    die gesamte Techbranche kann doch ihren Capex/Cashburn auch nur mit Umsätzen hereinholen oder herausholen, die die normalen Verbraucher, Firmen und Institutionen auch in der Lage sind zu bezahlen. Reicht denn die Kaufkraft denn dann überhaupt dafür aus? + Schulden müssen doch auch zurückgezahlt werden.
    Profis nennen das die „Monetarisierungslücke“, und sie ist real und derzeit noch nicht annähernd geschlossen.

    „Makro-Einordnung: Ist das historisch ungewöhnlich?
    Ja. US-Tech-Capex hat mit rund 1,9% des BIP inzwischen einen höheren Anteil erreicht als der Breitbandausbau Anfang der 2000er (rund 1,2% des BIP). Die Kapitalintensität der größten Tech-Konzerne liegt bei über 30% vom Umsatz – mehr als doppelt so hoch wie der Höhepunkt der Dotcom-Blase mit rund 15%. Das ist also nicht nur ungewöhnlich, sondern in mancher Hinsicht bereits ein größeres Experiment als die Dotcom-Zeit.“
    ich ergänze damit ergibt sich auch eine theoretisch noch höhere Fallhöhe als zur Dotcomblase.

    Kurz gesagt: Die reale Kaufkraft von Verbrauchern und Unternehmen deckt den Capex heute bei weitem nicht – die Lücke wird über Kapitalmärkte, Fremdfinanzierung und zirkuläre Lieferantenbeziehungen überbrückt, als Wette auf eine Zahlungsbereitschaft, die erst noch entstehen muss. Das ist keine Verschwörungstheorie, sondern exakt der Punkt, an dem sich Bullen und Bären in der aktuellen Debatte am schärfsten unterscheiden.

    Also ich schaue mir das von der Seitenlinie an. wenn ich Pech habe geht das noch ein halbes Jahr oder ganzes Jahr so weiter.
    Cashburn geht aber nicht ungestraft uferlos.

    1. Avatar von BörsenHai
      BörsenHai

      Thomas,

      der Cashflow geht zurück, aber es fließt Cash. In 2000 musste aber nicht mal richtig Cash reinkommen. Da wurde auf Versprechen hin gekauft, auf „spinnerte“ Ideen.

      Von daher sehe ich sehr wohl einen Unterschied zu heute, heute investieren die BigPlayer ihr Cash. Ich habe mehrfach darauf hingewiesen, dass die großen Player untereinander sich „Cash leihen“ – „beauftragen“ – „einkaufen“, damit KI weiterläuft. Für mich undurchsichtig; erinnert mich eher an „Ring-Geschäfte = kein Geld da, aber jede Firma macht Umsatz durch seinen Partner“. Von daher …

      Ich habe nicht umsonst meinen Einsatz bei KI-Geldgebern (Profiteuren?) weitestgehend zurückgeholt. Was ja Deine Grundaussage zur heutigen Situation unterstützt. ;)
      Was an Cash in KI reinfließt ist exorbitant. Was an Cash durch KI reinkommt ist ein nahezu trockener Bach dagegen. Wann auch immer der ROI der Investitionen erreicht ist, …
      Nutzen der KI müsste erheblich teurer werden, damit sich das irgendwann rechnet und schätze ich den Faktor 1000 oder höher bei den gewaltigen Summen des Investments.
      Die Umsonstaccounts werden deutlich geringeren Mehrwert bieten (müssen).

  8. Avatar von UrsprungsFrank
    UrsprungsFrank

    Ich beziehe mich mal auf die dieswöchige WiWo.

    Derweil die USA wie unter Drogen Kapital in die KI steckt und damit die Wette eingeht, dass alle -wie Thomas schon sagte – das als Kunden auch bezahlen, geht China einen nicht so komparativen Weg wie die USA und der scheint, weil günstiger und bedarfsorientierter, der nachhaltigere zu sein. Ein typischer Weg der Chinesen. Wir bieten es zuerst günstiger an (schon allein weil der regenerative Strommix in China dies günstiger macht als gefracktes Gas) als alle anderen auf der Welt und ziehen im Nachgang die Qualität je nach Bedarf und eigener Investitionsfähigkeit nach. Den Kunden freut die günstigere Einstiegshürde. Zudem(!) KI und Robotik im Grunde erst den Skaleneffekt bei der Gewinnmaximierung treiben werden. Und dreimal darf man raten, wer in der Robotik (damit stark verknüpft die Batterietechnologie) die Nase vorn hat. Für mein Dafürhalten sind die Amis zu sehr auf die Sprachmodelle fixiert und, nun ja, die Hybris in diesem Lande. Mit dieser Hybris sind die Amerikaner im Großen und Ganzen über 250 Jahre gut gefahren, allein, da gab es noch keine chinesische Wirtschaftsmacht.

    Was tun? Schön streuen – mehr braucht’s nicht ;-)

    Gruß Frank

  9. Avatar von Tobs
    Tobs

    @Flo:
    Hab Dir die Daumen gedrückt! Du bist ja ein smarter Typ – daher hast Du meine offene Kritik als das verstanden, wozu sie stets dienen sollte: Zweite Perspektive zwecks Verobjektivierung. Keine Schlaumeierei! Und toll, dass der niedrigste Preisanker in der Preisdiskussion gehalten hat!

    Selber befinde ich mich gerade in idyllischer Atmosphäre, wo man emotional einen Vervielflältiger mehr gerne auch mal im Dorf lässt…Und das lässt mich darüber sinnieren, dass meine Immo-Käufe in ihrer jeweiligen Zeit auch nicht sehr günstig gewesen waren. Langfristig hat es sich extrem gut ausgesteuert. Das waren für meinen Vermögensaufbau extreme Turbos. Das wünsche ich Dir auch! Und am Ende wird es mit Deinem Unternehmens-EBiT schon gut sein! Was Du schreibst, lässt auf jemanden vermuten, der einen Bums hat und weiß was er will!

    @Thomas/U-Frank: hab selbst ja kein Tech Gedöhns, darum betrachte ich es – vielleicht ?! – vergleichsweise fair. Ich finde das auch alles unheimlich. Aber: Der operative Cash Flow der meisten Tech Unternehmen bleibt saustark.

    Das erinnert schon sehr an Amazon, wo auch jeder meinte, die Investments in die Infrastruktur seien wild spekulativ. Außerdem: Das sind schon sau-smarte Unternehmer Typen im Silicon Valley. Meines Erachtens geradezu begnadet. Das bedeutet nicht, dass die Messias wären. Aber umgekehrt nehme ich das schon ernst, wenn die Märkte in der Entstehung sehen, die wir noch nicht ansatzweise begriffen haben. Wenn hier ein MDax Otto von der Zukunft sinniert, läuft man lieber weg. Aber bei denen sollte man wenigstens in das Basisszenario aufnehmen, dass die auch Ahnung haben. :-) Das die CAPEX überhaupt keinen zukünftigen Cashflow bringen: Kann ich mir nicht vorstellen. Die Frage ist, wie viel, was ist bereits als Erwartungswert im Kurs usw. Daher gehe ich persönlich eher von einer Bewertungskrise aus, dass wir halt mal starke Dips bekommen. Aber dass da am Ende nur ein dampfender Haufen Kacke übrig bleibt…?

    Und wieder zur Strategie: Was macht man mit solchen Titeln, wenn die Vola heftig wird? Sagen wir mal, erste Enttäuschungen breiten sich aus, und – bei den Multiples wäre das nicht überraschen – die Kurse sacken um 60 Prozent ab. Schmeissen und Verluste realisieren, oder durchhalten und darauf setzen, dass die Bewertungen wegen ihrer KI Monopole und verbunden damit sicherlich wieder schnelleren Wachstumsraten neu durch starten?

    Überlege, jetzt in Microsoft was zu
    Machen. Wenn ich mir diesen Bullen holen sollte, dann reite ich ihn jedenfalls definitiv auch, wenn er wild werden sollte!

    Disclaimer: Das könnte der Wendepunkt sein. Wenn ausgerechnet ich mit Tech anfange, stehen die Märkte vllcht vor einem Absturz! :-)

    1. Avatar von Florian
      Florian

      Hi Tobs!
      Was bedeutet das wohl, den Vervielfältiger im Dorf zu lassen? Wohl, Aktien lange zu halten? Bin da zu unerfahren, um das Profisprech zu deuten, Hab nun für immerhin 2,0 Mio nen faires Geschäft gemacht, muss meine verbliebenen 800k in Aktien aber zeitnah trotz Tilgungsrate aufstocken, damits diversifiziert bleibt. Erwäge nen ausschüttenden Aristokrats-Dividenden-ETF a la Mitzlaff (A2JAHJ). Ggf sogar immense Sparrate und Erträge zum Tilgen? Oder nicht clever?

      G & K
      Florian

      1. Avatar von Tobs
        Tobs

        Hallo Flo, mit Verfielfältiger ist eine Nettojahreskaltmiete gemeint. Als Faktor für die Herleitung des Kaufpreises. Wir hatten es ja, dass Du möglicherweise (soweit wie man das als Außenstehender wie ich – in der Natur der Sache liegend – abstrakt in einem Internetforum überhaupt bewerten kann) nicht im Extrem-Günstig-Terrain (unter Kapitalanlage-Bewertungssicht) gekauft hast. Mit Euren Praxen (?) und langer Sicherung Eures Betriebsstandorts wird es bestimmt trotzdem sinnvoll gewesen sein.

      2. Avatar von Matthias von Mitzlaff

        Lieber Florian,
        da du mich auch ansprachst (…soll ich in A2JAHJ investieren…?…):
        Bitte bedenke, dass dieser VanEck ETF auf wenige Werte setzt (circa 100) und Technologie sowie US-Aktien unterrepräsentiert. Sprich: Eine Rallye wie bisher würdest du damit ggf. verpassen.
        Höhere Euro-Summen würde ich entweder
        a) gut diversifiziert anlegen (in viele Aktientitel oder einige breitgestreute ETFs) oder
        b) in Aktien stecken, von denen ich sehr überzeugt bin (und die ich detailliert analysiert habe).
        Ich selber fahre eine Hybrid-Strategie (sowohl einige ETFs) als auch circa 50 Aktientitel, da mir beide Wertpapierarten gut gefallen und ich „best of both worlds“ erleben/haben möchte:
        – langsames stetiges Wachstum, abgesichert durch viele Aktientitel > ETFs und
        – das „Wetten“ auf Einzeltitel, die mir gut gefallen, da sie als Dividendenwert überzeugen oder als Wachstumtitel vielversprechend sind.

        Lieber Florian, wir wünschen dir ein gutes Händchen mit deinen Geldanlagen!

        PS: Meine letzte Überlegung im Investbereich: Ich wede wohl den A41L70 von L&G doch nicht weiterverfolgen, sondern stärke erstmal meine Europa-Flanke im Depot. Da ich gezielt einen Ausschütter in den Monaten 02/05/08/11 gesucht habe, fällt meine Wahl wohl auf A0MZWQ von iShares (Core MSCI Europe): ein renommiertes Produkt, seit 20 Jahren im Markt, beständig und erfolgreich.

  10. Avatar von UrsprungsFrank
    UrsprungsFrank

    @Tobs

    Gutes Wirtschaften in bestehenden Märkten setzt zweierlei u.a. voraus. Man muss effizienter sein als die Konkurrenz und man muss diese Effektivität schnell skalieren können. Amazon ist groß geworden, weil sie effizienter und mit hoher Skalierbarkeit Bücher verkauften als die Konkurrenz. Bezos großes Himmelglück war, dass er so schnell skalieren konnte bevor die anderen überhaupt mitkriegten, was da eigentlich läuft. Er wusste aber auch vom bereits bestehenden Markt! Dasselbe gilt für TESLA. Das Deutsche Automanagement war ein derartiges Schnarchorchester, dass sie nicht sahen, dass mit E-Autos viel effizienter Mobilität skaliert werden konnte. Unfassbar wie dumm.

    Anders sieht das aber bei der Dotcom- und KI-Blase aus. Auch die Pharmakonzerne können davon ein Lied singen. Man ging bzw. geht in unbekannte vollkommen neue Märkte und glaubt durch die Akquierierung von Mitteln schnell skalieren zu können, ohne die Effizienz -weil unbekanntes Markt-Terrain – bewiesen zu haben. d.h. die Skalierbarkeit kommt vor der Effizienz. Die Ideen, die zur Dotcom-Blase führten waren ja vielfach vollkommen richtig, allein die Infrastruktur auf die die Effizienz aufbauen sollte, war noch gar nicht geschaffen. Genauso bei der KI. Der Aufbau insbesondere aber der Unterhalt der Infrastruktur der KI kostet aufgrund des schnellen Hochfahrens viel, viel Geld. Die Anwendung selbiger, um Effizienz-Vorteile zu generieren, wird aber noch ein bisschen Zeit kosten. Und hier könnten Firmen wie SpaceX und weitere einfach die Puste ausgehen. Ein paar Jahre später wird die KI dann schon mächtige Gewinne generieren und ihre Effizienz-Vorteile zeigen.

    Aber, selbstredend, ohne Risiko – auch hier – keine innovativen Revolutionen. Wenn es knallt, nun denn, die Amerikaner stehen dann schnell wieder auf. Wir Deutschen nehmen fatal den Rumms als Beweis, dass es überhaupt nicht gehen wird

    Gruß Frank

  11. Avatar von Hansi
    Hansi

    Das 1. Halbjahr 26 war für mich das mit Abstand beste Halbjahr meiner Depotgeschichte. Hab den gleichen YTD-Wert wie Thomas. Die Jahre 22-24 waren bei mir schwache Jahre, aber 25 war schon grandios und das 1. HJ 26 war schon wie mein ganzes Jahr 25. Einfach nur noch irre. Wenn das heutige Ergebnis bis Silvester noch steht , wäre es ein großartiges Jahr.

    Hab keinen Plan, schwimm einfach mit dem Schneeballsystem Börse und es sind wieder 160 Titel. Hatte Glück mit SK Hynix, Samsung und Murata. Samsung und Hynix habe ich immer noch den halben Bestand. Hynix ( 10x, Samsung u. Murata (5x) . Alles in einem Jahr, nur Glück gehabt. Beim Kauf von Murara bei 12,50 dachte ich nur, viel zu teuer der Laden. Was ein Hype, wenn Murata mit 100 Mrd bewerter wird.

    Bayer Auferstehung geht weiter. Eintagspfliege oder nachhaltig, die Zukunft wird es zeigen. Ist nur eine Spekulation auf Sieg oder günstiges Ergebnis bei Prozessen.
    Wäre dann der 2. Turnaround-Gewinner nach Teva im Depot. Beide müssen sich noch in Zukunft beweisen. Bayer ist inzwischen locker in Top 5 des Depots aufgestiegen. Wenn die bei Pharma die Patentausfälle nicht zu 80% auffangen , ist die aktuelle Euphorie sicher bald wieder zu Ende.

    Ich Depp hab Intel vor übern Jahr für ca. 30€ mit kleinen Gewinn verkauft, obwohl ich das Geld nicht brauchte. Hätte die Welle eh nicht bis 100 durchgehalten. Kein Cash-Flow und raus damit.

    Das kleine Kursaufatmen der defensiven Titel wie Lebensmittel oder Pharma hatten schon einen großen Anteil an der letzen außergewöhnlich erfolgreichen Woche.

    Software und Automobile habe ich in letzen 12 Monaten langsam zu kleineren Positionen aufgebaut. Mal sehen ob KI das Todesurteil oder ein zukünftiger Kursbeschleuniger für Software ist. Autos sind nur Turnaround-Spekulation. Geduld haben oder es war halt ein Griff ins Klo. Mal sehen, was Zukunft dort bringt.

    In Juni habe ich nur kleine Positionen für Perrigo und Del Monte aufgemacht. Was solls, bei China bin jetzt auch wieder mit kleinen Positionen an Bord. Sinoharm, Alibaba und Hutchision sind wieder dabei.

    Liquidität bleibt weiter unverändert um die 20% stehen. Der Crash ist nur eine Frage der Zeit.

  12. Avatar von Thomas
    Thomas

    wenn man sich als Investor im Bereich KI tummelt, muß man sich auch ständig mit den sich schnell verändernden Trends beschäftigen. Quellen gibt es an jeder Ecke, nur die
    logischen Konsequenzen zu erfassen fällt mir mit 60 jetzt auch schon schwerer und es ist zeitaufwendig. Vor allen Dingen ändern sich die „Trumpfkarten“ auch sehr schnell.
    Neuester Trend im Kampf um Umsatz und Kunden von KI Anbietern ist jetzt zum Beispiel das hier und das ist sehr trockene und theoretische Kost.
    https://thesupercycle.ai/cp/205026103
    Es geht um Routing von KI, das heißt in Kurzform das Konzerne oder Kunden lernen müssen, ihre Ressourcen (Geld) für KI Aufgaben maximal optimiert einzusetzen, idealerweise auch automatisiert.
    Es geht dabei auch darum, bewußt nicht von einem einzigen Anbieter abhängig zu sein, die teuren Anwendungen nur für hochkomplexe Aufgaben zu buchen und für einfachere Aufgaben auch nur einfachere Anwendungen zu buchen, am besten auch nur on Demand.
    Wenn ein Unternehmen eine hochkomplexe Aufgabe hat, dann am besten das KI Modell einmal buchen bis die Lösung da ist und fertig und nicht ganze Abteilungen ein ganzes Jahr damit spielen lassen. Zum Beipiel hier kann man sehen, das Geld sinnlos verbrannt wird ohne messbares Betriebsergebnis.
    jens.marketing/tokenmaxxing

    Durch Konkurrenz und immer schnellere Weiterentwicklung können KI Anbieter logisch langfristig nur Umsätze und Erträge erzielen, für Dinge die nutzbringend gebraucht werden und bezahlt werden. Das ist das geniale an der Marktwirtschaft.
    Die Preise passen sich an Angebot und Nachfrage an. Durch Konkurrenz, und wenn es durch selbstlernende Automatische KI oder Brute Force(RaubkopieEngineering) werden die Preise immer den niedrigst möglichen Preis erreichen.
    Von daher bin ich mir bei den astronomischen Capex Summen eher nicht sicher, ob die jemals reingeholt werden können. Modelle wie Claude Sonnet 5 oder ChatGPT 5,5 werden vielleicht in einem Jahr hoffnungslose Oldtimer sein
    und hier gibt es keine Nostalgiewerte wie für echte Oldtimerautos. Diese Software(stufen) landet samt Entwicklungskosten auf dem Schrottplatz. Ob die sich amortisiert haben (Who Knows)

    Chinesische Sprachmodelle hängen jedenfalls trotzdem den amerikanischen Sprachmodellen weit hinterher. Wie es bei selbstlernender Robotik aussieht, k.A.

  13. Avatar von Tobs
    Tobs

    Thomas,

    eigentlich, wenn man sich noch mal auf die Basics von Langfristanlegern bezieht: Warum sollte man überhaupt auf diese ganzen Fragen rund um KI Antworten suchen?

    Weil das implizieren würde, dass man die Gewinner von morgen raussuchen könnte. Das kann niemand, auch nicht in anderen Industrie-Sektoren. Eigentlich eine Binse. Das zeigt mir, dass sich in der Öffentlichkeit zum Thema Börse doch wieder viele weniger erfahrene Anleger äußern. Kein gutes Zeichen für die Verfassung der Märkte. :-)

    Außerdem: Es gibt doch kaum Not dazu! Neben KI-Core-Aktien gibt es tausend andere Aktien, die gerade deswegen günstig zu haben sind, weil die KI-Core-Aktien im Fokus stehen. Wenn Kapital für jeden sichtbar wird, steigen die Kapitalkosten. Viele „langweilige“ Unternehmen sind kaum sichtbar. Will damit sagen, es gibt ja gar kein Dilemma in Wirklichkeit, diesen Fragen nachzugehen, weil es zig Aktien gibt, die von KI indirekt profitieren ohne dem binären Risiko ausgesetzt zu sein, ob sie nachher das Top-KI Unternehmen sein werden, oder nicht. Genauso wenig hätte Mitte der 2000er Allfinanzunternehmen und Ende der 1990er Software- und Internetunternehmen kaufen müssen. Man hätte ja auch damals einfach blöd P&G, Colgate und McDonalds kaufen können… :-)

    Übrigens, das man die Dinge rund um KI eh nicht treffend einordnen kann, zeigt auch der von Dir eher nebenbei erhobene Befund, dass die chinesischen Sprachmodelle den amerikanischen hinterher hängen. Das mag zwar so sein, aber was ist die damit für den Investment Case von Aktien verbundene sinnvolle Analyse? Meines Erachtens ist die nahezu nicht zu erbringen, wenn sie über Kaffeesatzleserei hinausgehen soll.

    Stichwörter: Frontier-Innovation versus Diffusionsinnovation! In den letzten Wochen wurde in der englischsprachigen Presse diskutiert (bei uns mal wieder nicht, aber lassen wir das…), dass China einen anderen strategischen Ansatz verfolgt. China versucht gar nicht, das absolut beste Sprachmodell zu bauen. Das eigentliche Ziel ist, KI zu industrialisieren. Möglichst viele Fabriken, Unternehmen und Privatpersonen sollen dazu gebracht werden, KI ständig einzusetzen. Niedrige Preise und Open Source Modelle, die natürlich nicht auf den größten KI-Edge und die allerbesten Sprachmodelle einzahlen können, sind genauso gewollt. Durch diese Niedrigschwelligkeit sollen mehr Datenmodelle entstehen und im Querschnitt die Innovation aller steigen. Die Diffusion von KI in die Realwirtschaft ist das eigentliche Ziel. Ich würde vermuten, dass im Ergebnis auf diesem Ansatz auch die Kapitalrenditen der Investitionen wesentlich besser aussehen sollten…Weniger Investment, mehr Outcome – meine bescheidene Lesart…

    Das finde ich smart. Man sieht ja im letzten Internetboom 2000, wie wenig es bringt, dem kurzweilig „bestem Unternehmen“ hinterherzujagen: AOL wurde total irrelevant. Was die Chinesen machen, erinnert mich an die Industrialisierung 4.0, die wir in Deutschland hatten, in noch größerem Maßstab. Relevant war bei uns auch nicht, ob wir die beste Software in den Fabriken hatten, sondern ob wir die Prozesse kosteneffizient im großen Stil skalieren konnten. Dafür hatten uns die Chinesen immer schon bewundert!

    Ich hab doch auch keine Ahnung, ob das der beste move ist. Im Grunde genommen ist mir das alles auch egal. Aber mir zeigen diese Entwicklungen einfach nur, dass es wider der Erfahrung und Vorgehensweise echter Langfristanleger ist, aus einem spezifischen Innovationssektor die Gewinner herauszusuchen. Die Aktien, die man für das langfristige Portfolio kauft, sollten im Idealfall unabhängig davon profitieren, wer nachher der KI-Obergonzo wird…

    1. Avatar von BörsenHai
      BörsenHai

      AOL? Was ist das?
      GIS? Was ist das?
      Industrie 4.0 in D? Verwundert schau

      GIS hat denselben Kurs wie 2009. In 20 Jahren 40% nur durch Dividende?
      Das klingt nach Langfristanleger. Sorry.
      CocaCola rockt(e) 20 Jahre, 40 Jahre, …
      Man muss auch mit dem Strom schwimmen lernen … Und nein, das ist nicht einfach.

      Wer auf einen Turnaround bei GIS wettet, macht das mit seinem Geld. Die 6+% Dividende überzeugen mich nicht.

      1. Avatar von Tobs
        Tobs

        Ich habe nicht den leisesten Hauch einer Ahnung, was Du genau sagen wolltest.

        In diese in keinerlei unmittelbar mit GIS im Zusammenhang stehende Diskussion GIS aber wiederum einzubauen…Zeugt mal in jedem Fall von Deiner Hartnäckigkeit!

        Ich hoffe, ich muss GIS nicht in aller Öffentlichkeit abschwören. In jedem Fall bitte ich um Deine Nachsicht, dass ich in einem vorherigen Post auf die Marktreaktion zur Veröffentlichung der Zahlen von GIS und meiner persönlichen Einschätzung zur Unterbewertung des Gesamt-Sektors geschrieben habe! Es tut mir aufrichtig leid, dass ich auf diese furchtbare Aktie stehe!! Ich empfehle allen anderen, bitte unbedingt nur die besten Gewinner-Aktien zu kaufen!

      2. Avatar von Hansi
        Hansi

        Coca Cola
        1998 43USD
        2018 42 USD!
        20 Jahre Totalausfall und nur Dividende!
        Also 2005 22 USD!
        Fast 50% Verlust!
        Nach der obigen Logik hätte man diesen Looser nicht kaufen dürfen !
        Teva 90% runter in 4 Jahren! Kein Kauf?
        Gegen Strom schwimmen, mit den Strom schwimmen, alles egal, Hauptsache man schwimmt.

      3. Avatar von BörsenHai
        BörsenHai

        Hansi,

        man kann in seiner Blase gefangen sein.
        GIS performte bis 2016.
        Seitdem ca. 70% Verlust.
        Zeiten ändern sich, Märkte auch. KO bleibt.
        (Ja ich kann auch jeden Verlust von GIS aufdröseln, bin aber zu faul!)

        2023 war GIS bei 70% über dem heutigen Niveau.
        Irgendjemand meinte „Nestle, die Looser der Nation“. Dabei waren es max. 50% Verlust, wenn man zum höchsten Zeitpunkt einkaufte.
        GIS zahlte natürlich nur 2,55% Dividende …
        Es muss jeder selbst entscheiden, ob ein Consumer 6+% Dividende zahlen kann.

        Keine Frage: Wer zu Niedrigstkursen GIS einkaufte (früher!) und zu Höchstkursen GIS verkaufte ist ein gemachter Mann. Aber entspannt investieren? Nicht mit GIS. Häagens Dasz in der EU? (der bekannteste Titel hier!) Und in Asien? Afrika? Da wo die Bevölkerung wächst?

        GIS überzeugt mich nicht!

        Der maximale Drawdown interessiert mich auch nicht, wenn (!) die Dividenden jährlich mehr als 4% steigen! Das sei meinem Alter geschuldet.

        Was ist TEVA? der israelische Pharmakonzern? Nur weil eine Aktie runterkommt ist, ist Sie nicht der Shooter der nächsten Jahre. (Novo!?!?! und wie hieß diese deutsche Firma, die VISA das fürchten lehren wollte, wegen der Abrechnungen?) Und wo ist diese Pharmafirma TEVA in den letzten 4 Jahren 90% runtergekommen? (Ich hatte ein Chart gesehen, aber nicht mehr gefunden)

        Komischerweise steigt Sandoz in ungeahnte Höhen … auch Generika …

        Es ist völlig egal, mit welchen Aktien man Geld verdient. Jeder hat seinen Ansatz.
        Jeder setzt sein (!) Geld ein.
        Übrigens: Ich setze auch auf Looser! ;)

      4. Avatar von Tobs
        Tobs

        Oh Mann Blrsenhai! :-) GIS macht 3 Mrd. USD (rd. 17% vom Gesamterlös) in China, Indien, Brasilien (Brasilien wird wohl abgestoßen), Mittlerer Osten, Südafrika und ausgewählt Pan-Afrika! Tendenz: Stark wachsend! Dass schrumpfende Frühstücks-Krümel-Geschäft in Nordamerika ist ja seit Jahren hinlänglich bekannt. Aber jetzt ducke ich mich lieber wieder schnell weg. :-)

      5. Avatar von Tobs
        Tobs

        Sry. Es sollte !Börsenhai! heißen. Endgerät ist ein wenig hakelig…

      6. Avatar von Hansi
        Hansi

        Lieber Börsenhai,

        das mit Teva ist doch schon ein Jahrzehnt her.
        2015 Kurs irgendwas über 20.000 ILS
        2019 Kurs im Tief um 2.500 ILS
        Nach den Goodwillabschreibungen und Aussetzung der Dividende und noch später als Buffett bin ich da um die 10 USD eingestiegen und hab über die Jahre ab und an weitere unter 10 USD eingesammelt. Es war meine erste Aktie im Depot, die keine Dividende abwirft und es heute 8 Jahre später immer noch nicht macht.

        Warum hatte ich Teva um 2018 trotz brachliegender US-Generikamarkt mit niedrigen Margen, wegfallenden Patentverlusts Copaxone, über 30 Mrd Schulden und 50 Mrd Klagen wegen Opiod-Skandal + Preisabsprachen gekauft:
        1. Teva machte trotzdem noch ca 2 Mrd USD operativen Cash-Flow
        2. Teva kommt aus Israel
        3. Kare Schulz

        Selbst die Geschichte mit der Insolvenzflucht von Purdue und den 50 klagenden US-Staaten hat micht nicht gestört. Es war von Anfang an ein Turnaround-Gamble.

        Man darf sich von den ganzen Horrornachrichten nicht verrückt machen lassen. Solange Cash-Flow fließt und Liquidität vorhanden ist, fährt das Schiff weiter.

        Teva hat bis heute keine Schuld eingestanden und bezahlt statt 50 Mrd+ nur lächerliche 4,25 Mrd auf 13 Jahre gestreckt und davon noch ein Teil in Form eigener Medikamente.

        Teva hat der Branche gezeigt, wie man diese Klagegeier eindämmt und den Zahn zieht.

        Die Forschungsabteilung bringt ständig neue Biosimilars auf den Markt und hier da auch paar patentierte Produkte, die auch besser laufen, als ursprünglich erwartet.

        Die Nettoverschuldung beträgt nur noch 12 Mrd. Aktuell ist die Firma bei 25 USD vermutlich fair bewertet.

        Abwarten und Tee trinken.

  14. Avatar von Thomas
    Thomas

    Hi Tobs, Es ist für mich eine Mischung aus Goethes Faust Tragödie erster Teil:
    „Daß ich erkenne, was die Welt
    Im Innersten zusammenhält,“ und natürlich a little bit Just for Fun.
    es schadet jedenfalls nicht, wenn man die Triebkräfte am Markt in etwa versteht.

  15. Avatar von UrsprungsFrank
    UrsprungsFrank

    „Daß ich erkenne, was die Welt
    Im Innersten zusammenhäl“

    Und? Thomas. Hat Faust die Erkenntnis gewonnen – er klagt ja eher darüber, das er sie eben nicht gewonnen hat. Und auch Mephisto hilft ihm nicht wirklich (siehe Faust zweiter Teil …)

    Wie gesagt, China geht eine andere Strategie. Sie ernten erst einmal die niedrighängenden Früchte für nicht so zahlungsfähige Kunden. Die Masse machts. Die USA glauben, dass Millionen von Anwendungen ‚hochmotorisierte‘ KI benötigen. Tun sie das wirklich? Und – wie gesagt – die Jungs aus der USA haben schlichtweg die laufenden Kosten nicht im Griff. Sie suchen verzweifelt billige Energie und Wasser. Der kleine Michel, dem man so ein Monstrum wie Rechenzentrum vor seine Tür hinsetzt, ohne dass er oder seine Kommune irgendetwas davon hat, findet z.B. amazon vielleicht auch gar nicht mehr so gut …

    Gruß Frank

    1. Avatar von BörsenHai
      BörsenHai

      Ursprungfrank,

      aber wieso bestellen alle bei Amazon?
      Weil das Zurückschicken der Ware umsonst ist! ;)

      Finde ich doof, aber es ist so.
      Faulheit ist das Merkmal zumindest in Deutschland. Klamotten bestellen, einen heißen Tanz und zurück damit: „es passt nicht“.
      Dekadenz pur.

      Müll interessiert niemanden.

  16. Avatar von BörsenHai
    BörsenHai

    Zur Klarheit:
    Ich kaufe seltenst bei Amazon. Halte aber die Aktien. ;)

  17. Avatar von BG
    BG

    Zum 30.06.2026 lag meine Depot Performance des Jahres 2026 zwischen eher mageren 3-4 %. Nur wenige Tage später sind es heute 6,6 %, womit ich trotz einiger beneidenswerter Zahlen hier, ganz zufrieden bin.

    Wie man aus den Daten vermuten kann, habe ich keine einzige Halbleiter Aktie im Depot, was im Nachhinein natürlich sehr schade ist. Glückwunsch an alle, die dieses Thema nicht so verschlafen haben wie ich.

    Dafür konnte ich dieses Jahr die ein oder andere schöne Dividendenaktie einsammeln. Besonders gut entwickelt haben sich dieses Jahr meine ersten beiden polnischen Aktien Benefit Systems und Synektik, die vielleicht immer noch einen Blick Wert sind.

    VG
    BG

  18. Avatar von Thomas
    Thomas

    Nur mal so am Rande, die Erstkäufer der Anleiheemissionen von SpaceX sind auch schon mal leicht gekniffen. Die längsten 30 jährigen in den paar Tagen Lebensdauer nur noch 93,70 (von 100 ), die zwanzigjährigen bei 94,50, die zehnjährigen noch 97,50
    linearer Sinkflug.
    der Credit-Markt preist mehr Risiko ein als der Aktienmarkt aktuell zugibt.

    VW(+Porsche) und Mercedes sehen ja auch etwas schwindsüchtig aus. Nun Autoaktien haben die wenigsten hier…

    1. Avatar von Matthias von Mitzlaff

      Thomas, ich habe mich vor 3-4 Jahren mal mit dem Automotive-Bereich beschäftigt (Aktien). Damals lag BMW noch gut im Rennen. Auch Toyota war recht attraktiv (neben Mitsubishi). Und natürlich Tesla (die ich sogar mal kaufte).
      Ich war bei Tesla, Daimler, VW und kurz bei Toyota Aktienbesitzer.
      Mittlerweile alles verkauft. Wir haben alle gesehen, wo es mit dem deutschen Automobilbau hinging. Das wirkt im Rückblick wie „mit Ansage“.

      Als ehemaliger Berater, der bei Volkswagen (Wolfsburg), Porsche (Zuffenhausen) und Daimler (Sindelfingen) tätig war, kann ich bestätigen, dass der Umgangston dort rau und schnelllebig ist. Das Geschäft ist kapitalintensiv und erfordert hohes strategisches Geschick: Was werden unsere Kunden in 5-15 Jahren mögen? Und wie berechnen wir Trends und Umweltentwicklungen sowie Gesetzesänderungen ideal ein? Anspruchsvolle Fragen!

      Wer mit Automotive flirtet, dem würde ich eher empfehlen dorthin zu schauen:
      a) Das Flugzeug-Duopol Airbus und Boeing > Schwer zu brechen (ich war selber mal auf dem Electrics-Plateau bei Airbus in HH tätig, faszinierend!)
      b) Maschinen, die für verschiedene Zwecke genutzt werden. Beispiel: Landwirtschaft > Deere. Seit einiger Zeit besitze ich Caterpillar und bin mehr als zufrieden damit (als Berater war ich auch mal bei CLAAS: Wahnsinn, was die für Maschinen herstellen…)
      c) Produzenten von Teilen für Maschinen: Snap-On, Black & Decker, Fastenal, Illinois Tool Works > Ein Business das auch in KI-Zeiten nicht so schnell aussterben wird und eine Gegenwelt im Analogen bildet.

      Grundsätzlich verstehe ich die Faszination an Maschinen(bau) sehr gut (habe es selbst in HH studiert ;-). Auch in 50 Jahren werden Menschen noch wundervolle Maschinen bauen und es wird entsprechend attraktive Aktienunternehmen geben.
      In meinem Depot noch mit Maschinenbezug: AO Smith, Fastenal, Lockheed Martin, Siemens, Snap-On.

  19. Avatar von Thomas
    Thomas

    VW`s Probleme sind doch hausgemacht. Sinnlos das alles aufzuzählen. Die Verantwortlichen haben alle ihr Heu im trockenen.
    Gerüchte, das BYD VW übernehmen will oder zumindest deutsche Werke übernehmen will sind ohnehin schon peinlich genug. Allein das Auftauchen solcher Gerüchte schon schlimm genug. Aber die Coba ist auch bald italienisch, die können mal Erfa-Berichte von der HypoVereinsbank lesen, das reicht glaube ich.
    Covestro ist auch weg usw usf.
    Aber who cares. Merz ist mit sich selbst beschäftigt und Lars bei Laune zu halten, das ist schon schwer genug (Ironie off)

    VW würde ich auch nicht zum halben Preis von heute kaufen.
    Man muss ja von denen keine Aktien haben.
    (außer von Unicredit, die ich mal hatte. Hab noch Intesa Sanpaolo günstig eingesammelt und durchaus zufrieden)
    @Matthias von Mitzlaff
    Autoaktien, Airlines und Reiseunternehmen/Bookings etc. sind für mich raus.
    Um Deine Caterpillars könnte man Dich glatt ein wenig beneiden…
    aber die Kölner sagen :“Me moss och jönne könne“ :)
    Bin mit meinen John Deere aber auch zufrieden.
    Claas ist leider in privater Hand.

    Spontan gefallen mir im Bereich Maschinenbau noch Atlas Copco (hab ich über Investor A/B ), ABB Brown Boveri (hab ich) mit starkem Zug nach oben,
    Komatsu (die übrigens auch nebenbei Stromgeneratoren herstellen wie Caterpillar auch) Mitsubishi Heavy Industries, Parker Hannifin (hab ich auch)
    und klar Siemens.
    Grüße

    1. Avatar von UrsprungsFrank
      UrsprungsFrank

      Nun, als elder statesman würde ich die Kritik an Deutschland weiter fassen als nur das übliche Politiker-Bashing. Uns liegt eher ein typisches historisch betrachtet globales Schaukelphänomen vor. Mal hat die eine Region die Nase vorn, mal die andere. Europa ist derzeit auf dem Abstellgleis. USA ist wirtschaftlich stark trotz Trump, China ist stark trotz KP, Israels Wirtschaft ist resilient trotz Krieg usw. usf. nur wir glauben, dass allein eine gute Politik uns wieder wirtschaftlich in die Poleposition bringt. Man kann die Misere auch dadurch erklären, dass wir einfach keinen mutigen Unternehmergeist hier vor unserer Haustür mehr finden. Management erschöpft sich vielfach in der Projektion von Power Point Präsentationen – Quantencomputer, Mini-AKWs, Fusionskraftwerke usw. Wir können vieles erklären und interpretieren, aber Machen und Umsetzen, da scheint uns die europäische Mentalität im Wege. Aber darauf kommt es eben an.

      Noch ein Beispiel? Gerne. Z.B. die Deutsche Industrie steckt viel Zeit und Geld in Lobbyismus, nicht aber z.B. in den Aufbau von Strukturen zur Beschaffung von Seltenen Erden. Nach dem Staat wird wie üblich wieder gerufen …

      Gruß Frank

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