Hier hatte ich ein richtig schlechtes Timing

4.5
(50)

Vor einem guten Jahr habe ich eine der teuersten Aktien der Welt nachgekauft. Und das – wie ich jetzt weiß – leider zu teuer. Denn heute ist die Aktie rund 1.000 € billiger. Wohlgemerkt: 1 Aktie!

Dafür kann das Unternehmen selbst ja nichts, aber klar ist nun, dass die Börse einfach eine viel zu hohe Bewertung angesetzt hatte. Und ich irrigerweise davon ausging, dass sich diese hohe Bewertung halten würde.

Denn von der Prognose her sollte die starke Inflation keine größeren Auswirkungen auf die Geschäfte haben. Diese Annahme ist zwar auch so eingetreten. Und trotzdem hat sich das Umfeld massiv verändert.

Wie ich heute zu dem Investment stehe und wie hoch die letzte Dividendenzahlung ausgefallen ist, erfährst Du in diesem Beitrag.

Die Aktie, um die es heute geht, hat – selbst nach dem deutlichen Kursrückgang – den höchsten absoluten Kurswert in meinem Dividendendepot: Givaudan. Der Schweizer Duftstoffhersteller ist ursprünglich ein Spin-Off von Roche gewesen, aber seit mehr als 20 Jahren eigenständig börsennotiert. Und hat sich in dieser Zeit bis zum Weltmarktführer entwickelt. Das Unternehmen habe ich hier ausführlich vorgestellt.

Im 10-Jahres-Chart siehst Du meine Kaufzeitpunkte – ich habe jeweils 1 Aktie gekauft. Immerhin waren die ersten beiden Käufe vergleichsweise günstig, nur im letzten Jahr lag ich ziemlich daneben:

Givaudan 10-Jahres-Kurschart in CHF
Givaudan 10-Jahres-Kurschart in CHF

Dividendenzahlung

Givaudan hat seine Jahresdividende von 2016 bis 2022 jedes Jahr um 2 CHF erhöht. In diesem Jahr gibt es allerdings nur 1 CHF mehr. Die Dividende steigt damit auf 67 CHF. Das entspricht einer Erhöhung von 1,5%. Für die erstmals 3 dividendenberechtigten Aktien in meinem Depot ergibt das eine Brutto-Dividende von 201 CHF. Sie wurde von der ING zum Kurs von 0,997488 und von maxblue zum Kurs von 1,002 in Euro umgerechnet. Nach Abzug der Steuern verbleibt eine Netto-Dividende von 109,57 €. Sie wurde von der ING rückwirkend mit Wertstellung 29.03.2023 überwiesen. Bei maxblue wurde mit Wertstellung 31.03.2023 überwiesen.

Dividendengutschrift Givaudan im März 2023 ING
Die Abrechnung der ING
Quellensteueranrechnung Givaudan im März 2023
Steuerberechnung bei der ING
Dividendengutschrift Givaudan im März 2023 maxblue
Die Abrechnung von maxblue

Wie ich mir die Quellensteuer zurückhole, habe ich hier berichtet. Mit diesem kleinen Zusatzaufwand sind die Steuerabzüge dann auch nicht höher als bei einer deutschen Aktie.

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Meine Schweizer Aktien habe ich im Depot bei der ING. Dort erhalte ich zu jeder Dividendenzahlung automatisch und kostenfrei den Tax Voucher dazu. Er ist notwendig, um die einbehaltene Quellensteuer aus der Schweiz zurückzufordern. Eröffne jetzt hier Dein kostenloses Depot und profitiere von dem Service.

Aktienverkauf

Direkt nach Erhalt der Dividende entschied ich mich, die im letzten Jahr so teuer nachgekaufte Aktie wieder zu verkaufen. Für die Entscheidung kamen mehrere Faktoren zusammen:

  • Ich war über die halbierte Dividendenerhöhung enttäuscht.
  • Ich halte die Bewertung immer noch für ziemlich ambitioniert.
  • Durch die unterschiedlichen Depots konnte ich exakt die zuletzt gekaufte Aktie wieder verkaufen und so einen steuerlichen Verlust generieren. Meine „alten“ beiden Aktien stehen weiterhin mit niedrigen Anschaffungskosten in der Statistik.
  • Wie in meinem letzten Monatsbericht geschrieben, habe ich den Verkaufserlös direkt am gleichen Tag vollständig in Aktien von Kabel Deutschland investiert und diese meinem Zitronen-Depot zugeordnet. Ich brauchte also den Verkaufserlös und wollte nicht mehr länger warten.

So verkaufte ich am 30.03.2023 1 Aktie von Givaudan zum Kurs von 2.946 €. Abzüglich Provision erhielt ich eine Gutschrift von 2.937,10 €. Der steuerliche Veräußerungsverlust lag bei 899,90 €. Aber das ist für mich nur eine statistische Größe. Ich hätte auch 1 Aktie aus dem ING-Depot verkaufen können und dann einen steuerpflichtigen Veräußerungsgewinn von 1.233,51 € generieren können. So ist es mir aber lieber!

Perspektiven

Bisher war Givaudan der Marktführer unter den Duftstoffherstellern. Ein wichtiger Wettbewerber ist die deutsche Symrise, die als Alternative für kleinere Käufe einen Blick wert ist.

Die Marktverhältnisse verschieben sich allerdings gerade. Denn durch die Fusion des Schweizer Unternehmens Firmenich mit dem niederländischen Konzern DSM entsteht eine neue Nr. 1.

Der Duftstoffmarkt ist hochattraktiv. Denn nur wenige große Unternehmen (neben den genannten noch die US-Amerikanische IFF) teilen den Markt unter sich auf und kaufen kleinere Unternehmen regelmäßig auf. Die Margen sind hoch und das wird von der Börse mit insgesamt hohen Bewertungen für alle in dem Markt aktiven Unternehmen honoriert.

Givaudan hat im abgelaufenen Geschäftsjahr den Umsatz um 6,5% auf 7,1 Mrd. CHF gesteigert. Das EBITDA blieb dabei allerdings konstant bei 1,48 Mrd. CHF. Denn die EBITDA-Marge sank von 22,5% auf 20,9%. Es waren vor allem höhere Produktionskosten, die Givaudan insofern belasteten.

Der freie Cashflow (Cashflow aus operativer Tätigkeit nach Investitionen und Zinszahlungen) ging deutlich auf 479 Mio. CHF zurück (Vorjahr: 843 Mio. CHF). Immerhin stieg der Nettogewinn noch um 4,2% auf 856 Mio. CHF.

Auf Sicht des vergangenen Jahres war es leider ein leeres Versprechen, dass Givaudan die höheren Produktionskosten vollständig durch Preiserhöhungen kompensieren kann. Trotzdem hat das Management diese Aussage erneuert und geht offenbar davon aus, dass es die Preiserhöhungen nun mit einem zeitlichen Versatz vornehmen kann.

Für mich ist unklar, wie die Lieferverträge im B2B-Bereich ausgestaltet sind und welche Preisanpassungen Givaudan tatsächlich vornehmen kann. Womöglich ist das erst bei Neuabschlüssen oder Vertragsverlängerungen möglich. Deshalb bleibt es abzuwarten, ob und wann die EBITDA-Marge wieder steigen wird.

Insgesamt notiert die Givaudan-Aktie immer noch auf einem erstaunlich hohen Niveau. Der Gewinn pro Aktie lag 2022 bei 92,83 CHF (2021: 89,03 CHF). Bei einem Aktienkurs von zuletzt 3.087 CHF entspricht das einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 33.

Und das bei einem nur noch schwach ausgeprägten Gewinnwachstum!

Für mich ist Givaudan damit nun nur noch eine Halteposition. Die Reduzierung meines Bestandes um ein Drittel war aus den genannten Gründen für mich sinnvoll. Trotzdem bin ich weiterhin von der Attraktivität der Branche überzeugt.

Givaudan hat eine herausragende Marktstellung in einem nachhaltig wachsenden Markt. Ich habe zudem die Hoffnung, dass die Preiserhöhungen tatsächlich umgesetzt werden können und freier Cash-Flow, Gewinn und damit auch die Dividende wieder deutlicher steigen.

Sollte die Dividendenerhöhung von nur 1,5% allerdings zum neuen Standard werden, dann werde ich mein Engagement in 2024 erneut hinterfragen und womöglich in andere Titel umschichten. Denn auf Dauer ist mir das zu wenig Wachstum, vor allem da die Dividendenrendite ja auch nur bei 2,2% liegt.

Ich suche bei meinen Aktienengagements hinsichtlich der Dividende bekanntlich entweder eine hohe Steigerung bei niedriger Dividendenrendite oder aber eine hohe Dividendenrendite mit kleinerer Steigerung. Bei Givaudan ist aktuell keiner dieser Faktoren erfüllt.

Auf einen Blick:

Unternehmen:Givaudan
ISIN:CH0010645932
Im Divantis-Depot seit:18.01.2017
Letzter Nachkauf am:12.04.2022
Stückzahl im Divantis-Depot:2
Durchschnittskaufkurs inkl. Gebühren:1.997,10 €
Gesamtkaufpreis:3.994,19 €
Bisher erhaltene Netto-Dividenden:483,23 €
Realisierter Verlust aus Teilverkauf am 30.03.2023:863,48 €
Aktuelle Strategie:Halten und Dividende kassieren

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40 Gedanken zu „Hier hatte ich ein richtig schlechtes Timing“

  1. Hallo Ben, bei Symrise hast Du ja auch die Reissleine gezogen, obwohl Du davon mal überzeugt warst. Nun ja.
    Die FAZ schreibt am 08.03.2023 von Razzien bei Symrise, Givaudan, Firmenich und IFF
    durch die EU-Kartellbehörde und der Schweizer Wettbewerbskommission (Weko) wegen des Verdachts der Preisabsprache.
    Die Razzien seien in Absprache mit dem US-Justizministerium und den Wettbewerbsbehörden in Großbritannien und der Schweiz ausgeführt worden.
    Soetwas machen die nicht ohne Hintergrundinformationen.
    https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/kartellverdacht-bei-duftstoffkonzernen-symrise-im-visier-18732201.html
    So werden wohl Rücklagen für Strafen gebildet werden müssen.
    gehört aber zum Pricing dazu. Nichts neues also.
    Aber man wird in Zukunft bei den Monopolpreisen den Ball etwas flacher halten müssen.
    Oder sich genauer ansehen, mit wem man Preisabsprachen trifft.
    Sie verkaufen zwar Duftstoffe, aber es geht nicht unbedingt fein dabei zu.
    Im Zusammenhang mit den Razzien bei Vonovia wegen persönlicher Vorteilsnahme habe ich bei einem Kommentar dazu gelesen, wo man eine Kakerlake findet,
    gibt es in der Regel nicht nur eine.

  2. Die Branche hat gerade zu kämpfen.
    International Flavour mit negativen Free Cash Flow in 2022, Symrise mit einer mini Erholung im Kurs.

    Da wird sich die nächsten Monate nocheiniges zurechtschütteln.
    Ich bleibe investiert.

  3. Hallo Ben,

    zunächst einmal vielen Dank für deinen Beitrag!

    Ich weiß, es gab bereits einen eigenen Blogbeitrag zu diesem Thema, jedoch möchte ich den Punkt dennoch einmal aufgreifen. Ich bin erst seit 2018 an der Börse aktiv und bringe noch nicht die Erfahrung mit an den Tisch, wie manch andere hier, weswegen ich mich mit meinen Beiträgen auch eher zurückhalte.

    Ich weiß nicht genau, wie ich auf diesen Blog gestoßen bin. Es war im Sommer 2018, kurz nach meiner Ausbildung. Alle waren im Sommerurlaub und ich hatte etwas freie Luft, um mich auf der Arbeit mit anderen Themen zu beschäftigen. Durch Zufall bin ich dann im Internet auf einen Blogbeitrag von dir gestoßen. Damals ging es noch um eine Dividendenerhöhung von Johnson & Johnson. Als ich den Beitrag gelesen habe, habe ich deinen Blog weiter durchforstet und war von Grund auf begeistert. Viele Themen wurden in den Beiträgen sowie in den Kommentaren logisch beschrieben und erklärt und deine Anlagestrategie hat mir damals enorm dabei geholfen, meine Anlagestrategie weiterzuentwickeln, da diese sich prinzipiell stark ähnelten. Auch hat mir gut gefallen, dass du deine Käufe und Verkäufe transparent mit Belegen dokumentierst, was mir in dem Bereich nochmal eine völlig neue Form der Transparenz gegeben hat. So konnte ich mich damals auch überwinden, mal außerhalb meines 50-Euro-ETF-Sparplans in Einzelwerte zu investieren. Mein erster Einzelwert war daraufhin tatsächlich Johnson & Johnson, welche ich heute noch mit einem schönen Plus im Depot habe. Deswegen hier an dieser Stelle nochmal großen Dank, Ben!

    Du hast – neben unter anderem Finanzfluss – wesentlich dazu beigetragen, dass ich mich tiefer mit dem Thema Aktien und Börse beschäftigte und heute habe ich – meiner Meinung nach für mein jetziges Alter (26) – schon eine schöne Summe angespart, welche mir das Jahr über auch schönes „Extragehalt“ in Form von Dividenden übermittelt.

    Dennoch ist auch mir, wie vielen anderen, aufgefallen, dass sich deine Strategie anscheinend etwas geändert hat. Das liegt wahrscheinlich auch an den unterschiedlichen Zielen und Bedürfnissen, die jeder Investor hat. Trotzdem findet mittlerweile fast in jedem Monatsbeitrag ein Teilverkauf oder sogar ein Komplettverkauf statt, z.B. Swiss Re, Siemens Healthineers, BASF, Talanx, Kimberly Clark, Deutsche Beteiligungs AG, Symrise, SAP, Givaudan, usw. Natürlich hast du all deine Verkäufe begründet, und viele der Gründe sind für mich auch gut nachvollziehbar. Dennoch kommt es mir so vor, als wärst du etwas von deiner langfristigen Strategie abgewichen. In Beiträgen von vor drei bis fünf Jahren ging es oft darum, meiner Meinung nach, jegliche noch so schlechte Lage eines Unternehmens einfach auszusitzen. Mittlerweile scheinst du weit weg von diesem Ansatz zu sein. Wie gesagt, ich kenne deine individuelle Situation natürlich nicht, aber dennoch hast du dich in deinem Anlageverhalten geändert.

    Trotzdem möchte ich dir hier an dieser Stelle noch einmal für deine Arbeit danken. Ich kann gut nachvollziehen, wie viel Arbeit du Woche für Woche in diesen Blog steckst, und es ist absolut nicht selbstverständlich, dein Wissen und deine Transparenz in solch einer Form kostenlos zur Verfügung gestellt zu bekommen. Mach bitte weiter so!

    Der Dank gilt übrigens auch allen anderen. Ich bin, wie viele andere wahrscheinlich auch, oft nur stiller Mitleser. Dennoch weiß ich, dass das Wissen, welches in den Kommentarspalten enthalten ist, durchaus zu schätzen ist. Schönen Ostermontag euch allen!

    Viele Grüße,
    Nico

    1. Hallo Nico,

      ich kann die Argumente von Ben für seine Verkäufe nachvollziehen, habe aber in einzelnen Fällen eine andere Meinung dazu.

      Sollte man Deiner Meinung nach „jegliche noch so schlechte Lage eines Unternehmens einfach auszusitzen“.

      Ich gebe Dir 3 Beispiele:

      1. Wir hatten seit 1996 Aktien der Deutschen Bank im Depot. Ich meine es war 2006, Ackermann, CEO bei der Deutschen Bank, wurde an seinem Geburtstag von Angela Merkel zum Frühstück ins Kanzleramt eingeladen. Ackermann, mit einer soliden Grundausbildung bei der Credit Suisse, wurde anschließend noch großkotziger, darauf hin haben wir Herrn Ackermann, frei nach Friedrich Piech, das Vertrauen entzogen, und die Deutsche Bank Aktien, die zwischenzeitlich bei über 100 EUR lagen, für knapp unter 100 EUR verkauft. Diese Kurse werden wir in unserem Leben nicht mehr wiedersehen, es sei den, mit einem Aktiensplit von 10 oder mehr alte in eine neue Aktie.

      2. Bayer hatten wir viele Jahre zu unserer Zufriedenheit im Depot bis auf ein Baumann auf die Idee kam, Monsanto aufzukaufen. Am gleichen Tag haben wir Bayer verkauft, für 105,50 EUR.

      3. 3M hatten wir seit 2011 im Depot, Mitte 2018, nach der zweiten Gewinnwarnung, haben wir 3M für 193 EUR verkauft, der Kurs lag zwischenzeitlich über 200 EUR. Als Grund wurde der Verlust von Großkunden genannt, die ihre Produktion nach China verlagert haben.

      Nico, wir haben diese Aktien, wie noch bei anderen ähnlich gelagerten Fällen, mit Gewinn verkauft und neu investiert in Unternehmen mit guten Geschäftsaussichten. Bereut haben wir keinen Verkauf, aber in einigen Fällen, bei schleichenden Kursverlusten, haben wir zu spät verkauft.

      Nico, jeder muss für sich selbst entscheiden, welchen Weg er geht.

      Viele Grüße

      Peter

      1. Mal eine Off Topic Frage:
        Kauft eigentlich jemand Dividenden Aktien aus China?
        Wie z.B.Ping An oder Bank of China!
        Die Dividenden sind ja ganz ok soweit!
        Ich trau mich da nicht so richtig ran.

        1. Hi Claudio,
          Charlie Munger hat sehr viel richtig gemacht in seinem Leben. Einer seiner größeren Fehler war der Kauf von Alibaba Group Holding Ltd ADR, den er dahingehend korrigiert hat, das er seine Position in Q1 2022
          um etwa 50% reduziert hat. Diese Position gesamt steht zur Zeit mit etwa -43,3% in seine Büchern.
          Das sind in Dollar total etwa 24 Mio. Dollar realisierter Verlust. Er hat das realisiert, weil er gelernt hat,
          das da nichts mehr zu machen ist.
          China ist Willkür. Es herrscht ein einziger Mann. Wenn er heute Hüh sagt, machen alle Hüh und wenn er morgen Hott sagt, machen alle Hott.
          von Ludwig XIV., König von Frankreich und Navarra, stammt das Zitat: L’État, c’est moi.
          (Der Staat bin ich, bzw gehört mir)
          gleiches gilt für Xi Jinping wie es auch für Putin gilt.
          Wer die Funktionsweise von Kommunismus bzw. feudalen Gesellschaftssystemen nicht versteht,
          der sollte die Finger davon lassen.
          Der letzte Parteitag in China hat klar signalisiert, wer die Hosen anhat.
          Es reicht ein Fingerschnippen, weil irgendwas nicht gefällt und alles ist weg oder wertlos.
          Es gibt soviel Aktien in USA, GB, Europa, Australien, Japan, Brasilien, Indien und haste nicht gesehen, wo man schon Risiko genug hat, da muß es nicht auch noch China sein.
          Ich mache einen großen Bogen um China.
          Wer russische Aktien hatte, hat gesehen, wie schnell es geht.

        2. Hallo,

          ich hatte noch keine chinesischen Aktien, habe derzeit keine und kaufe auch keine chinesischen Aktien.

          Abgesehen davon frage ich mich angesichts der Reise von Herrn Macron nach China, wie die USA und Europa auf einen Angriff Chinas auf Taiwan reagieren würde. Stehen dann ähnliche Sanktionen wie gegen Russland bevor? Welche Einflüsse hätte dies auf Produktionsstätten in China, Lieferketten und die davon betroffenen Unternehmen? Wie groß sind dann die Auswirkungen auf die Weltwirtschaft?

          Oder ist das alles nur chinesisches Säbelrasseln? Berechenbar ist es jedenfalls nicht.

          Mein Anlagegrundsatz lautet daher: Je unklarer die Lage, desto größer die Diversifikation und die Reserven. Auch wenn dadurch Rendite verloren geht.

          Ich investiere derzeit nur die erhaltenen Dividenden in Aktien möglichst ohne Bezug zu China. Ansonsten lege ich Reserven im Tagesgeld an.

          A.P.

          1. Warren Buffet ist auch bei TSMC groß rein, sicher auch mit Gewinn, aber auch schon wieder raus, wenn ich mich nicht irre. Die Herren bei Berkshire haben garantiert auch bessere Infos/Lageeinschätzung als wir. Auch wenn sich TSMC mit Fabs in USA ein zweites Standbein aufbauen wollen. Taiwan wäre mir auch zu risky

        3. ..eine schöne und berechtigte Frage, lieber Claudio!
          Ich möchte Thomas wie folgt ergänzen…

          Auch wenn das letzte für Emerging-Markets-ETFs im Wesentlichen ein „verlorenes Jahrzehnt“ war, gibt es in EM doch Lichtblicke. Der geneigte Kleininvestor blickt z.B. nach Indien, Brasilien oder vor allem China und denkt sich: Da muss doch was zu holen sein!
          Und so kam es, dass auch ich bis 2021 noch chinesische Titel hielt wie: Ping An, China Water Affairs, China Railway, Tencent oder Alibaba.
          Dann kam – ausgelöst durch die Regierung – eine große Ernüchterung. In der Entwicklung der Monate 2021/22 sind mir vier Dinge klar geworden:
          a) Als jemand, der sich sehr freut, Eigentumsanteile an Unternehmen zu halten, erfuhr ich, dass mir als „Langnase“ genau dies bei chinesischen Aktien im Grunde verwehrt wird. Ich habe zwar ein Recht, Aktien zu kaufen/halten oder Dividende zu erhalten, jedoch keinen Eigentumsrecht (bitte korrigiere mich, wer dazu mehr Ahnung als ich hat!).
          b) Der politische Durchgriff im Fernen Osten ist erbarmungslos. Da sind Eingriffe wie im Westen von der Regierung aus wohl eher harmlos im Vergleich.
          c) Auch in einer Autokratie scheint nicht alles so super zu laufen, wie die 5- oder 10-Jahrespläne vorgeben. Die Bewältigung der Coronakrise im Fernen Osten ist im Rückblick (man zähle die Toten) nicht so gut gelaufen, wie erhofft. Und ähnliches gilt für Wirtschaftswachstum und Fortschritt. (Anekdote: Ich dachte mal, „Drohne“ und „China“, das ist doch ein heißes Thema! …und stieg bei eHANG ein. Böser Fehler! Nach einem Mini-Hoch Anfang 2021 krebst die Aktie nun seit vielen Monaten bei 10 USD herum…).
          d) Die Dokumenteneinsicht (Bilanzen, Websites o.ä.) ist teilweise erschreckend intransparent oder stümperhaft aufbereitet (galt damals insbesondere für China Water). Per sé ein schlechtes Zeichen für uns investoren (da lobe ich mir vor allem einige US-Firmen, deren Websites extrem leserfreundlich sind).

          Der Verkauf von Titeln wie Tencent hat mich damals sehr geschmerzt. Man bedenke mal den Beteiligungskosmos, über den diese Firma verfügt(e)! Das ist wirklich Wahnsinn…
          Wäre ich unter 30, würde ich wohl entweder in einem china-lastigen ETF investieren oder auf einzelne China-Titel setzen, beide Strategien jedoch nur mit kleinen Positionen.

          Übrigens gibt es noch ein
          e) Wer erinnert sich noch an die Annektierung der Krim in 2014 oder den über lange Zeit verlaufenden Aufmarsch mysteriöser LKWs an der Grenze zur Ukraine von Russland aus? Warum wohl gibt es immer mehr chinesische Manöver nah an taiwanischer Landesgrenze? Ein Schelm wer böses dabei denkt. Sprich: Eine kriegerische Auseinandersetzung dieser beider Länder ist aus meiner Sicht bevorstehend. „the next big war“ (after Ukraine), so bitter es ist… Und dies wird Kurse für China-Titel auch beeinflussen, vermute ich. Übrigens ein Grund, warum ich Taiwan SC verkauft (und Titel wie Broadcom oder Texas Instr gekauft) habe, hohes Kriegsrisiko!

          Claudio, ich konnte dir wohl leider wenig Mut machen, dort einzusteigen. Aus eigener leidvoller Erfahrung stelle ich fest, dass man sich wohl eher die Finger verbrennt, so beeindruckend das chinesische Wirtschaftswachstum (in Phasen) auch sein mag.

          1. Ich danke euch für eure Antworten und Meinungen zu China Aktien. Im Prinzip bin ich da völlig bei euch, mir ist China auch zu heiß, auf Grund der genannten Risiken. Manchmal denkt man sich halt, ob es nicht doch ein Fehler ist in einem so aufstrebenden Land, mit einer auch extremen technologischen Entwicklung siehe Shenzen, nicht langfristig dabei zu sein. Genau die Argumente die hier genannt wurden schrecken mich seit Jahren ab, daher hat mich die Meinung und auch die Erfahrungen mit China Investments von erfahrenen Börsianern hier doch interessiert .
            Alibaba hatte ich vor einigen Jahren mal eine kurze Zeit im Depot, und obwohl ich eher selten verkaufe, bin ich da dann doch wieder ausgestiegen als sich die negativen Meldungen häuften. Meine erhaltenen Dividenden, die ich nicht zum Leben benötige als EU Rentner,fließen z.Zt. In den von dir Matthias, erwähnten VanEck Dividend. Der gefällt mir ganz gut soweit!
            VG

            1. sehr schön lieber Claudio!
              Ja, von dem VanEck verspreche ich mir so einiges, ja mein einziger ETF. Ich hoffe, wir sehen in 2024 ein Fondsvermögen über 500 Mio, dann zieht auch das Argument „…zu niedriges Fondsvermögen…“ nicht mehr so recht… Dividende und Kursentwicklung stimmen ja sowieso bei noch akzeptablem TER. 1.000 Anteile möchte ich langfristig davon schon im Depot haben.

              China / Fehler: Mir geht es mitunter wie Ikarus in der Mythologie: Ich fliege einfach zu nahe an die Sonne und stürze dann ab (Gottlob nicht mit Wirecard (hielt ich nicht) und Gazprom (rechtzeitig wieder verkauft)).
              Der Finanzwesir beschreibt es gut: Natürlich machen Anleger Fehler, pausenlos! Es geht halt darum, nicht zu viele und nicht zu kostspielige zu machen. Und meine bisherigen Erfahrungen lehren mich: China erstmal vom Rand aus beobachten.
              Und: Natürlich ist es ein ziemlicher „Fehler“ da nicht investiert zu sein. Nur: Aktien – befürchte ich – sind dafür das falsche Vehikel/Mittel.

        4. Ja ! Ich kaufe zwar nicht mehr, aber ich halte durch. Und letztlich nach 2einhalb jahren ist zb jetzt auch meine die sinopec angesprungen. War mir eh unbegreiflich, warum diese als oelaktie nicht mit shell und co angesprungen ist. Haben wohl einiges investiert, und ein paar vorige missgeschaefte bereinigt.

          Ping an hat jetzt den boden gefunden, und wird wohl auch irgendwann nachziehen. Nur china waters versteh ich nicht. Meiner meinung nach der beste wasserwert, den ich kenne. Stellt bilanziell alle amis-h2o-ler in den schatten. Sie springt jedes halbe jahr mal an, und faellt dann immer langsam wieder zurueck, wahrend die bilanzen sich verbessern. Hier hab ich nachgekauft. Selbst der ceo hat vor einem halben jahr noch bei 10 hkd nachgekauft !

          Ein neuer chinawert ist in meinem depot : nongfu spring. Verkauft trinkwasser in flaschen.

          Einzig mit alibaba hab ich mir eine watschen geholt. Und auch verdient !! Warum hab ich auch gegen mein grundprinzip verstossen und eine dividendenlose aktie kaufen muessen. Hier habe ich auf die seidenstrasse gewettet, die aber bereits am zerbroeseln zu sein scheint.

          Aber eine Warnung : ich schaetze der krieg mit taiwan steht kurz bevor. Dies wird aber schaetzungsweise keine ukraine2 werden. Ich schaetze die amis werden taiwan fallen lassen, wie sie es schon so oft mit anderen Verbuendeten auch getan haben. Es wird dann wohl verbal einiges anbraten, aber an einen boykott wie bei russland glaube ich nicht. China ist wirtschaftlich weltweit zu wichtig. Und wie “ wichtig“ die amis taiwan nehmen sieht man ja daran, wieviel soldaten sie auf taiwan stationiert haben : ganze 26 stueck !!!! Zu ausbildungszwecken. Ich schaetze, chinesische aktien werden dann etwas abtauchen, aber man kann dies ueberleben. Die meisten chinesischen Aktien befinden sich eh in festen haenden, die zittrigen sind raus.

          Hoffen wir mal, dass ich mit meiner Ansicht recht behalte.

          1. @ Manfred und Peter P. weiter unten gewidmet :
            Muß mal auf den Beitrag von Manfred eingehen ( weiter unten wird Peter P. im positiven Sinne erwähnt 😊 ) :
            Sehe ich haargenau wie Manfred, wenn China einen Krieg mit Taiwan anzettelt, werden die „Verbündeten“, die sowieso auf Gedeih und Verderb ( speziell die EU ) so wirtschaftlich von China abhängig sind, keine dermaßen große konzertierte Aktion wie mit / wegen der Ukraine anzetteln !! Davon bin ich fest überzeugt, ein darniedergehendes Europa ( zerstritten ohne Ende, es besteht nur ein innerer Zusammenhalt, wenn‘s ums Geld geht oder ein marginaler Zusammenschluß, wie groß ein EU Gartenzwerg sein darf, oder die mit vielen Vorschriften behaftete Klärung der Frage, „wie weit vom Fernseher man sitzen sollte“ >>>das mit dem Fernseher ist jetzt nicht ernst gemeint ). Für die kleinen Dinge ist die EU zu groß – und für die großen Dinge ist die EU zu klein. Hatte ich bereits alles mal hier geschrieben.
            China hat noch nie in den letzten vielen Jahrhunderten ein Land überfallen, es hat sich lediglich immer gegen andere verteidigt ( mongolische Reiter, Koreaner, Japaner…… ) Man beachte mal die Qing-Dynastie, die die Ming Dynastie vor Jhd. abgelöst hat, es gibt viele dieser Dynastien, aber keine von denen hat Angriffskriege geführt, allerdings haben sie alle Angreifer in die Schranken verwiesen. Mag sein, dass Xi Jinping mit seinen roten Prinzen den wirtschaftlichen gegen einen militärischen Krieg gegenüber Taiwan erstmals in deren Geschichte eintauscht – wäre absolut schlimm genug. Aber so what, glaubt jemand daran, dass die USA einen erneuten Vietnam Krieg, dann aber im Verhältnis von mindestens 1 : 15 oder noch mehr US Toten wegen einer kleinen Insel im südchinesischen Meer entfachen würde ? Das wäre für mich so unlogisch wie einen richtigen Schluß aus acht falschen Prämissen ziehen zu wollen.
            Welcher US Politiker könnte die immensen toten US Soldaten den Eltern erklären ? Die kämpfen dann nicht gegen Helgoland oder Mazedonien. Und Deutschland ? Ein absoluter, unbedeutender kleiner Emporkömmling, ein Erdwurm im Weltgeschehen mit häufig ungelernten Politikern ohne Berufsausbildung. EU ? Annalena und Konsorten könnten ganz sicher eine stimmig-sinnvolle Abhandlung über das Thema „Die Regenwürmer der Toscana und ihr Vermehrungsverhalten“ beschreiben. Das traue ich denen noch zu, aber mehr…….?
            Was soll die EU im Kriegsfall machen, uneinig und abhängig wie die sind. Boykott a la Ukraine ? Da wird das wohlgenährte, fette Europa aber ganz schnell an die Grenzen seines noch „großen“ Wohlstands und Wohlgefühls geführt werden – und der immergrüne nachhaltig gesonnene, ach so weltweit sozial eingestellte Deutsche wird dann vielleicht auch mal erleben, was Arbeitslosigkeit eigentlich auch für Nebenwirkungen haben könnte – und das live und nicht aus dem Medienbrei entnommen. Wie schnell verfallen dann solche glorreichen, bestimmt nicht schlechten Ideologien zugunsten radikaler Ideologien und Sichtweisen ? Das geht Ruck-Zuck, wenn es dem wohlgenährten, satten Deutschen und dem EU Bürger an den Kragen geht. Zweifelsohne.
            Kurz : Ich habe schon lange chinesische Aktien, verkaufe die nicht und würde im Kriegsfalle anfangs abwarten, aber dann ( ordentlich ?! ) nachkaufen, auf keinen Fall mit Verlust verkaufen. Ich habe weit über 50 Aktien, wenn die chinesischen Aktien auf Null gehen, würde ich mir vielleicht einen Song ähnlich wie „Noch ein bißchen Herzschmerz, bitte“ anhören, kurz in Melancholie verfallen und dann die Sache ad acta legen. C’est la vie. Gewinne kommen – Verluste gehen. Das verstehen die zittrigen Hände eh nicht, aber das ist auch gut so.
            Zu guter Letzt : Warum wissen die Europäer ( Deutschland trägt die Missionarsflagge schon seit Ewigkeiten ganz weit vorne voran ) und die Amerikaner immer alles besser und wollen andere Völker „missionieren“ mit ihrem Gedankengut ?? Ich habe einige Bücher von renommierten Journalisten ( die in China lange Zeit gelebt haben ) gelesen. Die meinten übereinstimmend, dass die allermeisten Chinesen glücklich in ihrem Land leben ( Minderheiten wie die Uiguren etc. natürlich ausgeschlossen ) und es nicht als Diktatur oder gar als „politische Folterkammer“ empfinden, wie es mantramäßig fast täglich auf all den ganzen westlichen Medienkanälen proklamiert wird. Für die ist es keine Diktatur, bitte bei Interesse mal nachlesen, es gibt viele gute Bücher über China. Das westliche Mantra ist ganz klar : Der Westen ist immer der / das Gute, andersdenkende Nationen sind das Übel der Welt. Punkt.
            Es ist ähnlich wie ein subdurales Hämatom, was den westlichen Nationen im Kopfe ausläuft und m.E. die Konflikte weltweit auslöst. Aber strenggenommen und ehrlich gesagt, handelt es sich nicht um eine Blutung, sondern es geht einzig und allein um die Verteidigung weltherrschaftlicher Vormachtstellungen ( insbesondere die der USA, unsere guten Freunde ), was im schlechtesten Fall in einem vielleicht in spe mündenden Krieg ausufern könnte. Ich hoffe nur, dass ich den Konjunktiv richtig gesetzt habe und es dabei bleibt.
            Es ist so und es wird leider immer so bleiben : Der Chinese plappert nach was die chinesische Propaganda ihm tagtäglich vorsetzt, der Amerikaner plappert nach, was die amerikanische Propaganda ihm tagtäglich vorsetzt, der Russe plappert…………und beim Europäer angelangt, kann jeder für sich den Satz selber beenden. Ganz abstrakt betrachtet, könnte man es mit Fett betrachten : Jeder Bürger setzt sozusagen „politisches Fett“ an, genährt aus den ideologischen Bestimmtheiten und vorgelebter Medienrepräsentanz in dem entsprechenden Land. Um es noch etwas verwirrender für die Frohnaturen ( darunter befinde auch ich mich, yeahh ) unter uns zu machen, würde ich dem noch hinzufügen : Fett, ob politisch oder auch nicht, an sich ist ein Stoff oder die Essenz eines Stoffes oder eine Erscheinungsform dieser Essenz. Das große Problem ( gerade in den USA mit Personen, die nur noch per Kran aus ihrem Bett ins Krankenhaus bewegt werden können ) beginnt, wenn es sich auf unseren Hüften ansammelt ! Oder am Bauch. Egal. Schon mal einen mit Deutschen bevölkerten Strand irgendwo auf diesem Planeten angeschaut ? Grausam.
            Exkurs Peter P. : Für die bestimmt sehr nette Frau von Peter P. mal zum Recherchieren : Was hat der Vorsokratiker Zeno zum Thema Fett geschrieben ? Wahrscheinlich gar nichts ! Aber, es könnte m.E. auch sein, dass er dazu gesagt haben könnte, der Mensch könne so viel essen, so viel er könne, er sei immer nur halb so dick wie einer, der nie Sport treiben würde. Sie, deine Frau, weiß sicherlich, dass die Athener besessen vom idealen Körper waren, aber dennoch, in einem verlorengegangenen Schauspiel des Aischylos bricht Klytämestra ihren Schwur, niemals zwischen den Mahlzeiten zu essen, und reißt sich die Augen aus, als sie erkennt, dass sie nicht mehr in ihren Badeanzug passt. Gab‘s den eigentlich schon vor Jahrtausendenden Jahren und wenn ja, wie sah er aus ? Zweiteilig ? Einteilig ? Wenn letzteres, Wow, wie fortschrittlich.
            Peter P., deine bezaubernde Frau hat sicherlich anderes zu tun, als meine bescheuerten Fragen zu beantworten, also nimm es nicht zu ernst.
            Dennoch wie gesagt, im Kriegsfall China vs. Taiwan würde ich chinesische Aktien nachkaufen, denn ich bin eher risikoavers eingestellt.

      2. Fairerweise muss man jetzt sagen, dass die genannten Verkaufsbeispiele von Dir – in jeweils unterschiedlicher Ausprägung (am schwächsten davon vermutlich Bayer) – Zykliker sind.

        Geht man an die Sache als eher recht langfristig orientierter „Compounder“ an, und sucht eben solche „Compounder“-Aktien, ist die Frage des Exits noch mal eine andere, wie ich finde. Das repliziert jetzt gar nicht direkt auf Ben’s Ausführungen und auch keine ich seine Absichten dafür nicht hinreichend genug; aber grundsätzlich liest man doch recht häufig im Internet von der Hurra-Begeisterung in Bezug auf die sogenannten LuRo – Aktien (Links unten rechts oben).

        Viele kaufen gezielt solche Titel, weil sie immer wieder auf’s Neue beweisen konnten, dass sie – auch nach teils recht langen Schwächephasen (!) neue ATH ausbilden. Das ist für eine langfristige Bestandshalterstrategie meines Erachtens auch eine vernünftige Anknüpfungs-Tatsache, da man so die Annahme treffen kann, dass sie das in der Zukunft wiederholen wird.

        Irgendwann aber tritt jede LuRo-Aktie in eine unschöne Konsolidierungsphase. Die gehört einfach dazu, gerne mal auch einige Jahre lang. Plötzlich wird negiert, dass es ein LuRo ist. Dieses mal soll es anders sein und man meint, man hat die Probleme erkannt, die anders als in den zurückliegenden Dekaden nicht durch das Unternehmen lösbar seien. Plötzlich werden die Probleme fokussiert, die Perception verändert sich vollständig (man sieht nur noch Probleme und verkürzt den zur Lösung dieser Probleme zur Verfügung stehenden Zeithorizont). Man ist auf einmal der Meinung, dass diese Aktie die beste Zeit hinter sich und negiert, dass sie in wieder ein neues ATH ausbilden wird. Einfach nur halten ist vermutlich gefühlt recht nihilistisch, nur wer sich jetzt trennt, ist professionell, denn er „akzeptiert“ die Probleme und zeigt vermeintlich besondere Reife. In jedem Fall kommt man nun endlich wieder in die Aktion und sitzt im Driver-Seat.

        Denn jedes mal überlagert ein neues Negativ-Narrativ die ursprünglich langfristig angelegte Investment-Entscheidung. Solche LuRo – Aktien hatten aber auch früher Schwächephasen. Man hätte dann auch damals sie verkaufen können, weil auch damals in der zeitgenössischen Betrachtung scheinbar die Probleme die Chancen überwogen gehabt hätten. Man verliert vielleicht ein wenig zu sehr die Perspektive des unternehmerisch orientierten Bestandhalters und bewertet nicht ausreichend den Umstand, dass solche großen Unternehmen dynamisch an der Problemlösung arbeiten.

        Warum ist das so? Das die Rendite von diesen LuRo – Aktien das langfristige Mittel aus Seitwärts- und Hochphasen ist, eben aber auch manchmal jahrelangen Seitwärtsphasen (!), sollte doch eigentlich Bestandteil des ursprünglichen Investment-Cases gewesen sein. Die Rendite kommt bei solchen Titeln in der Regel eben erst dann rein, wenn sie man sie sehr lange durchgehalten hat. Zieht man das Geld jetzt hier raus, ist es zudem erstmal auch nur eine Hypothese, dass man es woanders gewinnbringender allokieren kann.

        Ich finde: Ben hat einige gute Compunder rausverkauft, deren Probleme exogen induziert waren (erhöhte Kosten für Vorprodukte). Das sind meines Erachtens bei LuRo-Titeln nunmal gerade die Zeiten, wo sich Aushalten (oder mutig: etwas nachkaufen) langfristig besonders auszahlen.

        Damit bewerte ich nicht seine Vorgehensweise. Nur sollte man sich manchmal selbstkritisch fragen (jeder – ich habe hier selbst häufig genug „versagt“), ob er sein Gemüt ausreichend im Griff hat und ob die freigesetzten Mittel wirklich woanders besser allokiert werden können. Das sieht halt nur recht „unintelligent“ aus, wenn man das handhabt…

        1. Hallo Tobs,

          Du hast mich nicht persönlich angesprochen, ich fühle mich aber angesprochen.

          Das die von mir genannten Beispiele Zykliker sind ist reiner Zufall, alle drei haben eins gemeinsam, hier haben unfähige Vorstände Milliarden an Börsenwerten vernichtet.

          Mit Deiner Börsenphilosophie kann ich wenig anfangen. Meine Frau und ich haben unsere Depots angelegt, um nach Ende meiner beruflichen Tätigkeit ohne Einschränkung unseren Lebensstandard beibehalten zu können. Dies ist unsere erste Regel.

          Die zweite Regel ist, die Kurse müssen sich alle 10 Jahre verdoppeln, ebenso die Dividenden.

          Die Depots sind diversifiziert angelegt, nach unserem Risikoempfinden.

          98% sind langfristig angelegt, mit 1 bis 2% nutze ich auch Chancen zum Beispiel in Aktien mit Momentum, hier mit Erfolg.

          Unsere Anlagen erfolgen unter Berücksichtigung der Inflationsraten. Zudem investieren wir vorausschauend.

          Zu unseren knapp über 50 Titel im Depot haben wir pro Sektor 2 bis 3 Titel, mit denen wir schlecht laufende Titel im Depot auswechseln können, oder wir wechseln in andere Sektoren.

          Tobs, ein paar Zahlen für Dich:

          Unsere festen Ausgaben ( Grundbesitzabgabe, Gas, Strom, Wasser, Versicherungen, Telefon usw) haben sich die letzten 5 Jahre um 38% erhöht!

          Seit April 2020 kaufen wir Lebensmittel und Drogerieartikel nur noch mit Kreditkarte ein, wir haben im 1. Quartal 2023 gegenüber 2. Quartal 2020 nach Durchsicht der Abrechnungen 35% mehr gezahlt, bei in etwa gleichen Warenkorb.

          Dem gegenüber haben sich unsere Nettoeinnahmen im gleichen Zeitraum um 30% erhöht, die darin enthaltenen Renten nur um ca. 15%. Die beiden vorgenannten Ausgabenblöcke mache bei uns unter 40% aus, für ein drittel der Bevölkerung ist dies aber existenzbedrohend.

          Tobs, meine Frau und ich sind beide 74 Jahre alt, wir haben aus unserer Sicht richtig investiert. Ins Depot meiner Frau habe wir bis 2004 eingezahlt, seitdem hat es sich mehr als vervierfacht, die Dividenden wurden entnommen und nicht wieder angelegt, in meinem Depot habe ich bis 2016 eingezahlt und die Dividenden wieder angelegt. Beide Depots haben heute in etwa den gleichen Wert.

          Tobs, zu Deiner Beruhigung, wir haben seit Februar 2022 bis heute keine Aktie verkauft, wir wissen, wann wir verkaufen müssen und wann nicht.

          Ich kann nur jeden raten, bei seiner Anlagestrategie die Inflation nicht außer Auge zu lassen, zudem auf welche Ratschläge er hört. Jeder ist für sich selbst verantwortlich.

          Viele Grüße

          Peter

          1. Lieber Peter P,
            hier passt es mal ganz gut hin:
            Wir dürfen uns dankbar und glücklich schätzen, Menschen wie dich hier zu haben, die uns Einblick in ihre Gedankengänge und Verhaltensstrategien geben.
            Es gibt unter den Mitforisten wahrlich viele „Edelsteine“, du gehörst für mich jedoch zu den Diamanten.
            Als Ü50er passt das Wort für mich nicht mehr ganz, aber ich bin ein treuer „Fanboy“ deiner Kommentare.
            Schön, dass es dich gibt!

          2. Hallo Peter,

            Kannst du uns mal eine Aufstellung deiner gesamten Einzelaktien veröffentlichen? Bzw welche Standartwerte würdest du als Anfang 30jähriger heute kaufen? Ich bin sonst nur im ETF Bereich unterwegs und würde gerne umschwenken.

            1. Hallo Heisenberg,

              ich habe im Dezember 2021 hier unser gemeinsames Depot bekanntgemacht. Um unseren Cash-Bestand zu erhöhen für Investitionen, habe ich Anfang Januar 2022 ein paar kleinere Positionen verkauft.

              Schau Dir das Depot von Ben an, 2/3 unserer Werte sind auch bei Ben im Depot. Im Bereich Technologie sind wir ein wenig anders aufgestellt, in Unternehmen, die vermeintlichen Profiteure der KI.

              Unser Sohn ist ein paar Jahre älter als Du, er hat in Zukunftsunternehmen investiert, 30% in Konsum/Gesundheit, 40% Technologie und 30% Rest.

              Ich weis ja nicht, wie Du im ETF-Bereich investiert bist, vielleicht ist es sinnvoll die ETF mit Einzelwerten zu ergänzen, um zu lernen. Freunde unseres Sohnes machen es so. Entscheidend ist, man fängt früh an zu investieren.

              Viele Grüße

              Peter

              1. Hallo Peter,

                Vielen Dank! Weißt du noch, unter welchem Beitrag du dein Depot im Dezember 21 bekannz gemacht hast?

                1. Hallo Heisenberg,

                  ich meine, es waren wenige Tage von Weihnachten. Vielleicht kann Dir Ben Hilfestellung geben.

                  Viele Grüße

                  Peter

                    1. Hallo Ben,

                      vielen Dank für Deine Bemühungen.

                      Hallo Heisenberg, im Depot meiner Frau hat es seit dem 31.12.2021 keine Veränderungen gegeben, Siemens Energy wird gehalten und Fielmann verkauft, hierzu später.

                      In meinem Depot hat es einige Veränderungen gegeben, erstens um unseren Cash-Bestand für die Investitionen zu erhöhen, zweitens um unsere Dividendeneinnahmen zu erhöhen.

                      In den ersten beiden Januarwochen habe ich verkauft:

                      SAP, Scatec, VARTA, Intuitive Surgical, Block, PayPal und Compleo, mit dem Timing sehr viel Glück gehabt!

                      Gekauft habe ich:

                      SQM, Produzent von Lithium und Kali, zahlt sehr gute Dividende, leider kein DBA mit Deutschland (im Januar)

                      Woodside Energy, habe nach der Zuteilung (BHP-Split) die Anzahl verdreifacht, zahlt sehr gute Dividende.

                      Allianz habe ich im Oktober aufgestockt, zu sehr günstigen Kurs.

                      Diese Umschichtungen und teilweise hohen Dividendensteigerungen in 2022 haben unsere Bruttodividendenrendite auf 3,15% angehoben. Für 2023 erwarten wir nach Dividendenkürzungen- und Ausfällen nur noch eine Rendite von ca. 2,8%.

                      Wenn in Kürze unsere Investitionen abgerechnet sind, können wir über eventuelle Zukäufe nachdenken.

                      Meine Frau hat Fielmann seit 2007 im Depot, somit Altbestand. Als der Generationswechsel bei Fielmann anstand, habe ich meiner Frau geraten, zu damals über 70 EUR zu verkaufen, sie wollte aber abwarten.
                      In den letzten Jahren hat Fielmann Marktanteile an u.a. Apollo, eyes and more, Brillen.de verloren. Meine Frau hat sich im Januar letzten Jahres künstliche Linsen einsetzen lassen, wie über 10 andere in unserem Umfeld. In der Augenklinik bekam ich ein Prospekt, in dem stand, 500.000 lassen sich in Deutschland jedes Jahr künstliche Linsen einsetzen, danach benötigt man keine Brille mehr, nur noch einige benötigen eine Lesebrille. Übrigens verwendet die Klinik Linsen von J&J. Wer in Fielmann investiert ist, sollte sich seine Gedanken machen.

                      Heisenberg, dies soll für Dich keine Einkaufsliste sein, die Aktien, die wir im Depot haben wurden fast alle hier bei Ben besprochen. Ich gehe davon aus, Du bist noch jung, dann solltest Du nach Deinem Risikoempfinden zukunftsorientiert investieren, Titel hierzu haben wir auch im Depot, wir haben nach unserer Beurteilung ein konservatives Depot mit Wachstumschancen in Bereich Technologie, Erneuerbare Energien und Biotech.

                      Dies ist keine Anlageberatung.

                      Viele Grüße

                      Peter

                    2. Als Antwort auf Peter P,
                      Fielmannverkauf war richtig und eben auch etwas zu spät. Kenne die Branche besser, ohne näher drauf eingehen zu wollen und sie stehen unter Druck.
                      Ansonsten Top.

                    3. Zu Peter P. und den von Ben am 12.04.2023 genannten bisher gezählten 263 Postings.
                      Ich habe gar nicht so viele Hüte auf, die ich vor so vielen Postings ziehen könnte – und das ist keineswegs ironisch gemeint, Peter. Ich finde das toll, weil es mir zeigt, wie jemand sehr enthusiastisch zu einer Sache steht und die auch mit aller Vehemenz vorantreibt. Ich selber sehe mich schon seit einiger Zeit in diesem, ich bezeichne es mal als Hamsterrad, des „Aktienperformancemachens“ ( sorry, ein sprachlicher Ausrutscher, aber anders kann ich es nicht beschreiben ), der mich allerdings auch sehr nachdenklich stimmt. Deine jüngeren Jünger hier auf diesem Portal werden vielleicht sagen „Häähh, was meint der Idiot ( also, ich wäre jetzt damit gemeint 😊, I dont’t care about this ) überhaupt damit ? Mal kritisch gesagt : Ich weiß nicht, wieviel wertvolle Zeit ich in meinem Leben, und ich bin absolut ein Aktienfan seit langer Zeit, leider Gottes, mit dem Recherchieren von irgendwelchen Nachrichten, Chartanalysen, Bilanzen, Geschäftsberichten….die Liste ist beliebig ausweitbar, vergeudet habe, um eine imaginäre in meinem Kopf befindliche Performancevorstellung zu optimieren ? Ich weiß es nicht, ich weiß nur, es war zu viel Zeit ! Zeit, die man in die unendlich vielen anderen interessanten Dinge des Lebens stecken könnte, denn während man das Feld der Aktien bearbeitet, liegen andere interessante Felder brach ! That’s it. Ob es das wert ist, mag aus rein intellektueller Sicht jeder für sich selber betrachten und einschätzen. Je nach der schnellen Auffassungsgabe des Betreffenden, neue Dinge sehr schnell zu lernen – wohlgemerkt. Ist schon absolut klar, wir befinden uns hier auf einem Aktienportal, mit klarer Fokussierung und nicht auf irgendeiner soziologisch-psychologisch angehauchten Domäne mit dem Thema „Wie erhöhe ich mein Wissen außerhalb der Aktienanalyse oder „Wie verwende ich meine Zeit besser ?“ Hier sind eben Aktien das Thema und mehr nicht. Ich sehe schon vor meinem geistigen Auge die Aktienanhänger vor solchen Aussagen durch die Gänge reißaus nehmen wie eine Karibuherde, ich meine damit Aussagen, sich auch mehr mit den anderen schönen Dingen des Lebens zu beschäftigen. Ich für meinen Teil habe schon häufiger über dieses Hamsterrad des immerwährenden, häufiger aber imaginären ! Profitmachens nachgedacht.
                      Meine Entscheidung ist daher, wie schon in anderen Beiträgen erwähnt, Aktien sehr gezielt auszuwählen, dann zu kaufen und sie liegenzulassen. Danach beobachte ich sie nur noch sporadisch, habe also mehr Zeit für andere Dinge, Kultur, Literatur, Kunst, Theater, Nightlife und was weiß ich. Ein, wie ich finde absoluter Ort ( ist jetzt natürlich subjektiv ) zum Abschalten ist das Nightlife / Clubleben, Indoor wie auch Outdoor. Mal bei den Outdoor-Festivals ( Fusion, VOOV, Tomorrowland und was der Teufel was ) mal nicht über Aktien nachdenken. Ob mit Drogen ( besser und entspannter ist es 😉 ) oder auch nicht bleibt ja jedem selbst überlassen. Eine absolut bessere Zeit zum Abschalten gibt es nicht. Relativ betrachtet. Für die älteren Jahrgänge unter uns ist das eh obsolet. Das können aber auch andere Interessenfelder sein, nur sollte man den Fokus nicht immer auf Geldanlagen setzen, einseitiges Wissen kann auch für die Persönlichkeit sehr langweilig sein, auch für diesbzgl. andere Leute wie Freunde etc. sein.
                      Bin ja eher die Nachteule, daher auch meine Beiträge zu später Stunde, wie so oft. Hat jetzt nichts mit PC – Nerd, Droogie oder technohörenden Kauz zu tun, wie einem das ja zu später Stunde Schreibenden teilweise angelastet werden könnte / wird. Die Antwort : Ich arbeite täglich früh morgens, benötige aber wenig Schlaf. Also Leute, denkt jetzt bitte nicht, ich wäre deswegen arbeitstechnisch der Bär von einem Mann, sozusagen der Aktien – und / oder Arbeitsbär, obwohl ich ohne Weiteres als Bär durchginge und tatsächlich schon Angebote vom Tierpark Hagenbeck ( ich wohne in Hamburg ) erhalten habe, für einen erkrankten echten Bär ( der immer direkt gegenüber dem Haupteingang so faul herumliegt, er hat leider nur sehr wenig Platz, um sich zu entfalten, genau wie ich 😊 ) einzuspringen. Also, so faul herumzuliegen wäre ganz mein Ding, überhaupt, wenn ich einen Joint vorher geraucht hätte oder eine Nase wie zu guten alten Zeiten ziehen dürfte. Aber das hat mir die Zooleitung strikt verboten. Also ehrlich, da lasse ich mir doch keinen Bären aufbinden, sollen die sich doch einen andern suchen.
                      Und, ganz wichtig, lasst euch einen dergleichen nicht von irgendjemanden aufbinden. Bären sind sehr gefräßig und fressen euch jegliche Performance auf, überhaupt wenn sie von Banken und Fonds angeboten werden.

          3. Prima und vielen Dank; tatsächlich sollte mein Post Dir bzw. natürlich zugleich sachbezogen der abstrakten Frage nach der sinnvollen Disposition von Titeln gelten. Das wird im Chat-Verlauf, wenn er etwas frequentierter ist, manchmal ein wenig unübersichtlich.

            Verdopplung alle 10 Jahre: Da ist man meines Erachtens mit (m)einem vergleichsweise stoischen Bestandshalteransatz zumindest schon mal nicht – völlig – auf dem Holzweg. Die dafür erforderlichen 7,2 Prozent Rendite p.a. liegen ja sogar etwas unter der allgemeinen Marktrendite. Der Faktor nicht realisierte Steuern spielt freilich auch eine nicht zu unterschätzende Rolle, gerade auf längere Zeiträume besehen. Man ist natürlich bei längerem buy and hold schlicht nicht linear „on track“, die Rendite kommt erst nach hinten raus und man nimmt dann leider auch häßlichere Jahre mit.

            Ich kenne recht viele Ansätze, auch aus dem eher taktisch agierenden Wealth Management. Ich konnte früher mit meinem Blick über den Gartenzaun anderer Bereiche nie gut beobachten, dass sich das taktische Ausrichten/Allokieren etc. wirklich positiv auf die Rendite ausgewirkt hätte.

            Du hast jedenfalls mit Deinem aktiveren Ansatz ein sehr gutes Händchen bewiesen (schreibe bewusst nicht glückliches!).

            In Bezug auf die gestiegenen Kosten: Sie klingen schlimm und sind es auch. Und doch scheinen sie sich in Bezug auf das zur Verfügung stehende Einkommen vieler Familien immer noch vergleichsweise gut zu verteilen? Restaurants voll…, Hotels voll…, alles voll…Als würde es die Lebenskostensteigerung nicht geben. Kommt der Knall dann nachher, dafür ganz plötzlich? Vertrauen einige doch zu sehr auf bald kommende neue Lohnabschlüsse? Das ist für
            Mich ein riesiges Rätsel.

            1. Hi Tobs zu Deinem letzten Absatz,
              keine strukturierte Antwort von mir, aber mit einem Schmunzeln im Gesicht.
              die Leute sind alle nicht doof.
              Wer gelernt hat zu sparen und zurückzulegen und zu überleben und durch dieselbe Schule des Lebens wie wir gegangen ist, die bauen sich mehrere finanzielle Verteidigungswälle auf. Wenn man ein Basement an Reserven hat, kommt der nächste Verteidigungswall. Und so weiter.
              Vermögen ist kein Zustand sondern ein ständig zu gehender Weg. Man baut daran wie Bienen an ihren Waben. Immer und ständig. Wer rastet der rostet.
              Es gibt ein Sprichwort, das heißt nur Bares ist wahres oder Bargeld lacht oder oder oder.
              Immer wenn ich ich ( bin im Handel ) mit Kunden spreche, und es kommt das Thema auf Bargeld
              dann müssen die meisten älteren dabei schmunzeln. Dann weiß ich das die alle reichlich davon zu Hause liegen haben.
              Zum jammern über die hohen Preise fällt mir das Sprichwort ein,
              „die Klage ist der Gruß der Kaufleute“. Oder wenn der Barmer nichts hat, dann hat der Prahler gleich recht nichts.
              Ich frage mich immer, wenn ich den Goldhändler meines Vertrauens besuche, wieso sich der 4 bis 5 Leute Dauerbesetzung pro Filiale personalkostentechnisch leisten kann.
              ( Antwort , weil der Umsatz macht, und zwar nicht zu knapp) Die Kunden/Leute sehen alle ganz unauffällig aus und schaffen doch das Gold barrenweise raus.
              Bist Du mal durch eine große Stadt gegangen und hast Dir überlegt, das JEDES dieser Häuser
              einen Besitzer hat.
              Bei uns auf dem Land ist der Anteil Immobilien/Land/Waldbesitzer naturgemäß hoch.
              höher als in der Stadt.
              noch zwei Gedanken
              Tobs gewöhne Dich an den Gedanken,
              wenn 10 zufällig ausgewählte Personen eine Challenge machen sollen, wer es am längsten in der Inflation aushält, ohne finanziell umzufallen, dann bist Du ( ich schließe mich nicht aus) einer der ersten 5 Personen die umfallen. Mindesten 6 halten es länger aus als Du.
              Es geht jeden Tag die Sonne aufs neue wieder auf. Immer.
              Schau Dir mal das Medianvermögen von Italien an und das Medianvermögen von Deutschland.
              Die Italiener lachen uns alle aus. Haben eine höhere Immobesitzquote als wir.
              Die hatten alle die Lira mit einer ewigen grottenschlimmen Inflation.
              trotzdem sind die Italiener im Schnitt reicher als wir.
              Die haben nur besser gelernt, ihr Vermögen zu halten, zu wandeln, auszubauen, zu verbergen,
              hatten eine bessere Vermögensschule. In Italien ist der Staat arm und die Bürger reich
              und in Deutschland ist es genau andersherum.
              Tobs, mach Dir keine Sorgen um das Geld anderer Leute, die meisten kommen besser klar als Du denkst. Das welche durchs Rost fallen war immer so und wird immer so bleiben.

          4. Vielleicht hat Peter P Tobs missverstanden. Ich habe Tobs Post so interpretiert, dass man bei Schwäche den Investmentcase prüft. ;)

            Um den anderen Foristen einmal transparent zu machen wieso das „die Kurse müssen sich alle 10 Jahre verdoppeln, ebenso die Dividenden“ so wichtig ist, ein bisschen Zahlenspielerei.

            Annahme: 10 Jahre Anlagehorizont, einmaliger Einsatz 100 €, was kommt raus (nach Steuer) bei:
            6% Dividenden, 0,5% Div-Wachstum, 0% Kurswachstumstum: ca. 144 € (Div: ca. 61€ brutto)
            1% Dividenden, 10% Div-Wachstum, 8% Kurswachstumstum: ca. 211 € (Div ca. 16€ brutto)
            2% Dividenden, 8% Div-Wachstum, 8% Kurswachstumstum: ca. 221 € (Div ca. 29 € brutto)
            3% Dividenden, 5% Div-Wachstum, 5% Kurswachstumstum: ca. 182 € (Div ca. 38 € brutto)

            Alles unter der Prämisse, die Papiere würden nach 10 Jahren verkauft. Die Zeile mit 1% und 2% erfüllen übrigens den Ansatz des Peter P. Ich hoffe, ich habe mich nicht verrechnet oder die Zahlen falsch übertragen. Nutzt hier bitte selbst Excel. Was transparent wird, dass Hochprozenter nicht immer gut angelegt sein müssen und Einprozenter bei entsprechenden Wachstum durchaus ein Invest sein kann. :)

            Dies soll auch keine Aufforderung sein, Eure Investitionen umzustellen, sondern anhand der willkürlich (!) genommen Daten verdeutlichen, was mit Eurem Geld passiert! Es hängt auch sehr von der Lebenssituation ab, kurz vor der Rente sieht die Anforderung etwas anders aus, als wenn man noch 20 Jahre bis hin zur Rente investiert und ggfls. reinvestieren kann.
            Auch ich halte einige Positionen, die mir Cash generieren sollen und dadurch ein neues Invest ermöglichen, aber Kurs und Dividende sollen dennoch steigen.

            Ich kann nur jedem empfehlen, sich mit solchen Zahlen auseinanderzusetzen. Viel Spaß dabei!

            1. Völlig richtig, nur sollte man hierbei auch bedenken, dass die einzelnen Beispielfälle nicht vergleichbar sind:
              1)6% Dividenden, 0,5% Div-Wachstum, 0% Kurswachstumstum: ca. 144 € (Div: ca. 61€ brutto)
              Warum sollte kein Kurswachstum entstehen? Die Dividende würde nach 10Jahren bei etwa 6,30€ stehen. Bei gleichbleibender Dividendenrendite würde dies ein Kurswachstum von ca. 5% entsprechen
              2)1% Dividenden, 10% Div-Wachstum, 8% Kurswachstumstum: ca. 211 € (Div ca. 16€ brutto)
              Logisch, ist dieser Fall besser als 1), da ja schon Dividendenrendite + Kurswachstum über den 6% aus Fall 1) liegen
              3)2% Dividenden, 8% Div-Wachstum, 8% Kurswachstumstum: ca. 221 € (Div ca. 29 € brutto)
              Auch klar besser als Fall 2), da hier einfach höhere Dividende
              4)3% Dividenden, 5% Div-Wachstum, 5% Kurswachstumstum: ca. 182 € (Div ca. 38 € brutto)

              Aber ich will hier auch nicht nur kritisieren, sondern auch den eigenen Senf dazugeben. Das Kurswachstum wage ich nicht zu prognostizieren. Aus diesem Beispiel würde ich mich auf Dividendenrendite und Dividendenwachstum fokussieren und dann kommt es sehr auf den Anlagehorizont an, ob jetzt
              a) 3% Divi + 5% Wachstum (Fall 4) oder
              b) 2% Divi + 8% Wachstum (Fall 3) oder sogar
              c) 1% Divi + 10% Wachstum (Fall 2)
              einem die besten Ergebnisse liefert. (Bis 15 Jahre ist a) dividendenmäßig noch vorne und wird von b) überholt. c) überholt a) dann nach 24 Jahren und b) erst nach 38 Jahren. Diese 38Jahre würde ich nicht warten wollen, zumal hier ja auch vorausgesetzt wird, dass die Firma die Dividende die nächsten 38Jahre auch um 10% p.a. steigert.)
              Meine Hypothese wäre hier, dass der Kurs sich an der Dividende orientiert und sich den den einzelnen Fällen auch in 10 Jahren bei gleichbleibendem Geschäftsmodell eine annähernd gleiche Dividendenrendite gibt (Bsp. JNJ Ende 2013 bei 95 USD und 0,66 Quartalsdivi (=2,8%); diese Tage bei 164 USD und 1,13 Quartalsdivi (=2,8%)). Ich bin mir bewusst, dass es auch für diese Hypothese massig Gegenbeispiele gibt.

              1. Hallo Stefan,

                ich sagte ja, es sind reine Zahlenspiele zur Verdeutlichung. Die eigenen Spielereien muss auch jeder für sich durchführen und sollte sein Invest einmal kritisch unter die Lupe nehmen.
                Die 6% (oder weniger) mit Null Wachstum gibt es übrigens zuhauf. Mehr als 10 Jahre keinen Schritt weiter im Kurs.

                Man kann über die Beispiele trefflich streiten, das war aber nicht Sinn meines Posts – deshalb sagte ich, es sind: Zahlenspielereien! ;) Und ich werde anders investieren als jemand, der 30 Jahre alt ist (mein Sohn).
                In die Zukunft kann niemand blicken. Nur auf das Geschäftsmodell und die Vergangenheit und den Unternehmenskopf.

              2. Hallo Stefan,

                nicht dass man jetzt denkt, die Verdoppelung des Kurses in 10 Jahren ist ein erheblicher Anspruch oder 8% Zuwachs/10% Zuwachs der Dividenden in 10 Jahren.
                Das erfüllen Pepsico, McDonalds, Emmi, Church & Dwight und viele Firmen aus dem Basiskonsum (Stand heute). Es wurde kein „Tenbagger“ gefordert. Oreal’L oder LVMH, eine ThermoFisher oder VISA, machen locker 10% per Jahr Kursanstieg aus bei geringer Dividende, selbst eine „lahme“ Vinci macht Verdoppelung plus guter Dividende (ok mit Abzügen in der B-Note – Dividendenhistorie! wegen Corona).
                Warum in ein stagnierendes Papier investieren mit 6% „stagnierender“ Dividende?

                Keine Investempfehlung, nur Gedankenspiele.

                Und nicht vergessen, Gewinnmitnahmen sind durchaus erlaubt. Denkt an Euere Diversifikation – so noch nicht erreicht. Jeder sollte gut schlafen und nicht jedem Hype hinterherrennen. Es ist Euer Geld und niemand kann in die Zukunft schauen sowie niemand jeden Tag die Kurse prüfen sollte. Das macht nur kirre – meine Meinung.

            2. Hallo Börsenhai,

              der Austausch mit Tobs ging um das Verkaufen.

              In den letzten Jahren haben wir günstig eingekauft:

              Ende Januar 2020, erste Position BioNTech,
              März 2020, BioNTech nachgekauft,
              April 2020, MOWI und Shell,
              August 2021, BHP und Munich RE,
              November 2021, Swiss Life und TI nachgekauft, NextEra nachgekauft, Novo Nordisk nachgekauft,
              Januar 2022, kleine Position SQM gekauft
              Juni 2022, Woodside Energy nachgekauft nach Zuteilung

              Die Mittel hierzu waren Teilgewinnmitnahmen und Verkäufe.

              Ich kann nicht nur Verkaufen, ich kann auch Kaufen.

              Für unser Gesamtdepot kommen wir in diesem Jahr knapp 3% Bruttodividende, bedingt durch Kürzungen, im letzten Jahr waren es 3,15% Brutto.

              Die Dividendensteigerung 10 Jahre bis zum 31.12.2022 waren 197%, unter Berücksichtigung, dass ein paar Titel noch keine 10 Jahre Dividende zahlen, lagen wir bei 165%.

              Der Kurszuwachs für das Depot meiner Frau kann relativ einfach ermittelt werden, seit 2005 wurde dem Depot keine frische Mittel zugeführt, vor ca. 10 Jahren hat sie Geld entnommen für ein Neuwagenkauf. Trotzdem hat sich der Kurs mehr als vervierfacht.

              Börsenhai, ein sehr wichtiges Zahlenbeispiel:

              3% durchschnittliche Inflationsrate bedeuten, der Kurs muss nach 10 Jahren Brutto um 47% (Netto 35%) gestiegen sein, damit man den Geldwert hält.

              Für mein Depot ist die Bestimmung schwerer, bis 2016 habe ich Mittel zugeführt, in 2021 habe ich sehr viele Teilgewinne mitgenommen und ordentlich Kapitalertragssteuern gezahlt.

              Tobs, zu Deinem letzten Absatz:
              Das Drittel unserer Bevölkerung mit dem geringsten Einkommen, die sind froh, wenn sie über die Runden kommen. Für die sind Restaurant, Hotel, Urlaub und dergleichen Wörter, die bei denen nicht zum täglichen Vokabular gehören.

              In den Restaurants siehst Du das obere Einkommensdrittel. Ein sehr guter Bekannter von mir, der ein gut gehendes Restaurant mit großem Biergarten betreibt, sagte mir, die Anzahl der Gäste sind gleich geblieben, nur die durchschnittliche Summe pro Kassenbon ist gesunken. Das Restaurant liegt in einem Ort mit einem fast doppelt so hohen Durchschnittseinkommen wie Gelsenkirchen.

              Viele Grüße

              Peter

              1. Danke Peter P,

                für die Zahlen der Inflation, die habe ich vergessen anzuführen. Asche auf mein Haupt. Genau diese Anmerkung („vergesst die Inflation nicht“) war eigentlich der Trigger meines Posts.

  4. Hallo Ben,
    hast Du Dir schon eine Meinung zu dem „neuen“ Unternehmen DSM-Firmenich gebildet? Unter Umständen könnte es da ja in der ersten Zeit Unwuchten in der Kursentwicklung geben, die man zum Einstieg in diese Branche nutzen könnte….
    Viele Grüße,
    Matthias66

  5. Aesop,
    Wieviel Anschlaege pro min hast du eigenlich ? Oder sprichst du alles auf Band und ueberlaesst das schreiben einer software ? ( das wuerde dir spaet in der nacht einige minuten mehr schlaf verschaffen.) Bei so wenig schlaf wuerde mich der quotient von deinem optischen alter zu deinem physischen alter interessieren

    1. …ich pflichte Manfred hier bei, lieber Äsop. Deine Beiträge enthalten so manche Ideenperle für mich.
      Sie gehen jedoch in diesem Wirrwarr zu sehr unter. Ich würde mich freuen, wenn du mehr Pausen machst (auch im Schriftbild) und Themen mehr beieinander hältst.

  6. Manfred:
    Ich habe keine diesbezügliche Software, schreibe aber schnell ( muß leider beruflich viele Mails täglich schreiben ) und spreche auch sehr schnell >>>>> auf das Sprechen bezogen ein häufiger in meinem Leben gehörter „Vorwurf“ bzw. eine Feststellung von diversen Leuten ( sind das Schnelldenker ? ). Zum Glück haben die meisten Menschen kein Problem damit.
    Wie ich bereits erwähnte, ich war zeitlebens eine Nachteule aber immer in Kombination mit einer Lerche, denn ansonsten hätte ich stets richtige Jobprobleme bekommen können, wenn ich morgens nicht fit im Job wäre. Ich gehe manchmal – Betonung liegt auf manchmal – in der Woche spät ins Bett, bin morgens aber meistens gleich wieder topfit. Das mag glauben wer will, aber es ist so. Viele Freunde schütteln den Kopf, können das nicht verstehen, da die einen anderen Rhythmus haben. Wie soll man das jemandem erklären, der einen ganz anderen Biorhythmus hat, wie soll man einem Bergsteiger erklären, dass das Bewandern von Flachtälern einen größeren Reiz haben könnte ?
    Ich war sehr sehr viele Jahre überall als Raver unterwegs ( auch in der Technohochburg Berlin ( Tresor, Berghain etc…., was Techno angeht, ist Berlin der absolut weltweite Spitzenreiter, genial ), da ein sehr viel jüngerer Bruder von mir da lebt )), und da sind die Clubs ( egal ob in HH, Berlin oder sonstwo ) am Wochenende um 1:00 h nachts noch absolut leer. Das geht meistens erst ab frühestens 2:00 h morgens los, um 3:00 h proppevoll, dann aber gerne auch bis 10:00 h – 12:00 h mittags. Das prägt und konditioniert irgendwie.
    Also, jetzt einen Quotienten von meinem optischen Alter zu meinem physischen Alter zu nennen, ist für mich sehr schwierig. Es gibt Leute, die sind / waren schon mit 26 – 40 Jahren für mich alt, was deren Lebensentwurf / Einstellungen angeht, andere sind mit 70 Jahren in ihren Äußerungen noch quicklebendig und sehr interessant. Ich habe Leute auf der Fusion ( größtes Technofestival in Deutschland ) kurz getroffen bzw. proaktiv angesprochen, die waren über 70 Jahre alt ( das ist die absolute Minderheit dort ), da würden die allermeisten sagen, was machen die dort ? 1950 – 1970 hätte man gesagt „ Das schickt sich nicht“. Hat sich da heutzutage was daran geändert ? Besser dort, als beim Seniorentanz / Tanztee über den Dancefloor zu schlurfen. Die Tanzteeleute können dir auch präzise Auskünfte über ihren Blutdruck, ihren Cholesterinspiegel und einer ausführlichen Darlegung der Gründe nennen, die sie nötigen, mindestens zweimal am Tag ihren Arzt aufzusuchen. Ist dass das Alter, in dem man per Gesellschaftsnorm das und das zu sagen und zu tun hat, um in die entsprechende Alterskategorie eingestuft zu werden ? Häufig ist das ja die Erwartungshaltung der Jüngeren, mit 50 Jahren hast du das oder das, mit 70 Jahren bist du so oder so……u.s.w. Trifft ja nun mal nicht immer zu.

    Absatz und Pausenzeichen für unseren treuen Floristen Matthias von Mitzlaff – um dem für ihn jetzt entstanden etwaigen Wirrwarr etwas an Struktur zu geben.

    Was wollte ich noch sagen, ach ja, also ich habe das Alter bereits hinter mich gebracht, mache mir darüber auch nur ganz wenige Gedanken. Denn, wie ich meine, der wahre Maßstab der Reife eines Menschen ist nicht, wie alt er ist, sondern wie er darauf reagiert, wenn er mitten auf dem Dancefloor ohne Unterhosen aufwacht. Und wenn wir schon beim Alter sind, immerhin kann der unvermeidlich darauffolgende Tod leicht im Liegen erledigt werden. Das empfinde ich doch mehr als entspannend.

    Matthias von Mitzlaff :
    Ja schade, du kommst mit meinen Kommentaren nicht allzu gut zurecht, als Coach bist du vielleicht mehr an die Gliederung „ Einleitung – Hauptteil – Schlußteil / Resümee“ gewöhnt – und alle Zuhörer klatschen ? Aber wir machen hier ja keine wissenschaftlichen Abhandlungen, von daher halte ich mich auch nicht strikt daran. Mag es für den Einen verwirrend, für den Anderen verständlich sein, es wird nie richtig passen.

    Hast du einen Kamin ?
    Wenn ja, drucke doch meinen Beitrag einfach aus und lege den als Anzündmaterial auf den Kamin. Aber im Ernst : Ich weiß ja, während man die ersten 3 Zeilen von meinen ganzen Posts vor dem darauf folgenden Schlafanfall geschafft hat, ist eine anstrengende Zeit erstmal überstanden.
    Allerdings Matthias: Ich habe bereits Anfragen, mußt du wissen, vom Kulturredakteur des Friseurjournals von Berlin vorliegen, der meine Beiträge veröffentlichen will und zwar während des Haareschneidens berlinweit ( wo kann man besser diskutieren, als im Friseursalon ? Wo warst du denn im Urlaub und willst du noch mal irgendwann in den Urlaub fahren ? Mein Pudel kann Kopfstand machen und deiner ? ). Diese intellektuellen Themen können wir jetzt ändern ! Die Zeit ist reif. Ich meine, wenn du dir wie En Vogue die Seiten links und rechts auf 1 mm schneiden läßt ( oben bleibt natürlich der / dein voller Lockenschopf erhalten ), wird dir der dich behandelnde, frisierende Friseur dir meine Posts vorlesen, auch wenn das für ihn spanisch klingen mag. Na, wenn das nicht mal eine Kopfwäsche darstellt ! Du mußt dich beim Betreten des „Saloons“ allerdings als Aktionär outen, die Gehirnwäsche kann dann gleich beginnen. Ach ja, ein Glas Wasser haben die Frieseteusen / Friseteure auch noch für dich, falls du noch eine von deinen Psycho-Pillen vor dem Haarschnitt schlucken möchtest. Ich nehme die täglich, auch ohne Friseurbesuch.
    Nix für ungut Matthias, du bist ein wirklich feiner Kerl, dem ich hier nichts Böses will.
    Denk dran, wir alle müssen mal zum Friseur.
    Ich mache jetzt mal eine Pause.

  7. Hallo Äsop,

    ich freue mich, in Deinem Artikel vom 14.4. wieder einmal erwähnt zu werden.

    Mein Aufwand für die Betreuung unserer Depots beträgt weinige Stunden pro Woche, so wie vor 27 Jahren als wir anfingen, an der Börse zu investieren. Damals kaufte man sich am Samstag die FAZ oder die WELT, las den Wirtschaftsteil und anschließend den Finanzteil, so hat man sich informiert. (natürlich wurde der politische und kulturelle Teil gelesen)

    Wenn ich mich für eine Aktie interessiert habe, rief ich am Montag unseren Anlageberater an, der schickte mir dann den letzten Geschäftsbericht und ein Exposé zu dieser Aktie. Heute kann ich mir den Anruf beim Anlageberater ersparen.

    Warum Hast Du so viele Zeit investiert, hat es sich denn gelohnt?

    Unsere Depots sind so angelegt, wir können sie für ein paar Wochen alleine lassen, wenn wir ausgiebige Urlaube machen. Sie sind pflegeleicht und benötigen wenig Aufwand.

    Wir machen seit Jahrzehnten Urlaube als Rundreisen, dazu Städtereisen in D und Europa, teils mehrfach. Besucht werden Museen, Kulturelle Veranstaltungen, Opern, wenn für uns gescheites gespielt wird. Ich habe vergeblich versucht, Karten für die Vermeer-Ausstellung im Rijksmuseum zu bekommen, wir kennen ungefähr die Hälfte der Bilder, der Rest ist im Privatbesitz.

    Seit 2014 gehen wir auch außerhalb Europas auf Rundreise. Wir habe in dreimal Südamerika bereist, in Cuzco, Machu Picchu, Lima und Pachacámac haben wir al alles gedacht, nur nicht an Aktien. Wenn Du in Buenos Aires bist, dann kann ich Dir als kulturell Interessierten das Teatro Colón empfehlen, und als Gegenpol San Telmo, hier werden auf einen zentralen Platz, auf einer Tanzfläche, zwischen Cafés, professionelle Tangovorführungen geboten, bleib dann bitte nach den Vorführungen sitzen, es werden dann Trinkgelder eingesammelt. Deutsche springen nach den Vorführungen sofort auf und entfernen sich, nach dem Motto GEIZ IST GEIL, ALLES MUSS UMSONST SEIN! Bei unserem letzten Besuch sind wir am 29.02.2020 abgeflogen, drei Tage später war Argentinien wegen Corona abgeriegelt.

    Äsop, ich sorge dafür, dass unser Nettoeinkommen an unseren Bedürfnissen angepasst wird, dies kann durch Umschichtungen von einem in einen anderen erfolgen. Mitte 2021 sind an der Börse die Gaspreise gestiegen, ich habe einen Bekannten gefragt, warum dies so ist. Er gab mir eine einfache Erklärung, die Gaskraftwerke müssen sich eindecken, Atom- und Kohlekraftwerke werden abgeschaltet. Dazu kommt der steigende CO2-Preis. Wir haben umgeschichtet, haben BHP, Munich RE und Swiss Life z.B. gekauft, um unsere Nettoeinkünfte zu steigern.

    Anfang Oktober 2021 habe ich hier gesagt, ich rechne mit einer Inflationsrate von 5%, zur Sicherheit steigere unsere Nettoeinkünfte um 10%. Auf meiner Ersatzbank habe ich Titel, die ich jederzeit einsetzen kann.

    Äsop, wenn ich hier mitteile, was ich weshalb verkauft habe, kann sich jeder meine Begründung aneignen oder seinlassen. Wenn ich Aktien zu einem sehr guten Kurs in Krisenzeiten kaufe, bedeutet dies, der Verkäufer ist ängstlich und hat wackelnde Knie.

    Äsop, in der letzten Juliwoche fliegen wir für eine Woche nach Wien, meine Frau (74) hat zwei sehr gute Karten für das Rammstein-Konzert ergattert, sie nimmt unseren Sohn mit, Rammstein ist nicht mein Ding, eher die Stones. Hier sind wir breit aufgestellt, zwischen Oper und Rock.

    Und eins noch, werde nicht zum Problem-Bär, Stoiber sieht sich jetzt bestätigt, Problem-Bär-Bruno zum Abschuss freigegeben zu haben.

    Einen schönen Sonntag noch.

    Peter

  8. Die neugegründete DSM-Firmenich hat, wenn ich es auf finanznachrichten.de richtig verstanden habe, im Mai 6,7 Mio Aktien zu €109,50 verkauft, um die DSM-Anteilseigner auszubezahlen, die ihre Aktien anläßlich der Fusion nicht angedient hatten. War angeblich mehrfach überzeichnet. Heute steht der Kurs bei 93€. Ist das eine Chance oder ist da was faul ? Werde noch ein wenig weiter recherchieren…..
    BG, Matthias66

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