Techwerte, Rüstungsaktien, Ölwerte – mit ihnen ließ und lässt sich viel Geld verdienen. Aber das wäre zu einseitig. Ein Topwert in meinem Depot in den letzten Monaten kommt aus dem Gesundheitsbereich! Und es ist wahrlich kein kleines Unternehmen, das nun eine bahnbrechende Forschung zum Erfolg geführt hat. Sondern ein globaler Konzern mit inzwischen rund 580 Mrd. US$ Marktkapitalisierung.
Ich selbst hatte nie Zweifel an dem Unternehmen, aber habe die jüngste Entwicklung, die in 9 Monaten zu einem Kursplus von rund 60% führte, so auch nicht gesehen. Aber es zeigt sich erneut, dass an der Börse nicht zum Einstieg geklingelt wird. Man muss investiert sein, um solche Entwicklungen von Anfang bis zum Ende mitmachen zu können.
Und damit kommen wir direkt zu der Frage, die mich natürlich beschäftigt: Wann kommt „das Ende“? Und wird es eher schleichend mit einem Übergang in eine Seitwärtsbewegung oder wird es womöglich sogar ein bitteres Ende und die Kursgewinne werden wieder abgegeben?
Wie ich die Perspektiven einschätze und warum ich mir zumindest jetzt noch keine Sorgen mache, erfährst Du in diesem Beitrag.
Die Rede ist natürlich vom Gesundheitskonzern Johnson & Johnson (JNJ), den ich bereits seit 14 Jahren in meinem Depot habe. Der letzte Nachkauf erfolgte 2018 und liegt damit auch schon wieder 8 Jahre zurück. Das Interessante dabei: mit dem Nachkauf hätte ich auch bis 2025 warten können. Dazwischen lag eine Seitwärtsbewegung, in der es aber natürlich immerhin steigende Dividenden gab.
Seit Juli 2025 stiegt die Aktie aber nun steil an und Anfang März 2026 erreichte sie nun ihr bisheriges Allzeithoch bei 248,56 US$.

JNJ habe ich hier ausführlich vorgestellt und in der Vorstellung ist noch die Sparte Verbrauchergesundheitsprodukte enthalten. Sie wurde 2023 dann als Kenvue abgespalten und steht nun vor der Übernahme durch Kimberly-Clark. Thematisch ist die Abspaltung mittlerweile komplett vollzogen und JNJ konzentriert sich auf die verbliebenen Sparten „Innovative Medicine“ und „MedTech“.
Meine ersten 25 Aktien von Johnson & Johnson habe ich am 9. August 2012 zum Kurs von 55,20 € gekauft. In US$ lag der Aktienkurs damals bei 67,90, der Wechselkurs zum Euro war für einen Kauf auch günstiger als heute: 1,2301.
Dividende
Johnson & Johnson zahlt erneut eine Quartalsdividende von 1,30 US$ je Aktie. Für die 150 Aktien in meinem Dividendendepot ergibt das eine Brutto-Dividende von 195,00 US$. Sie wurde von flatex zum Kurs von 1,1641 in Euro umgerechnet. Das entspricht dem offiziellen Referenzkurs der EZB am Tag vor dem Zahltag. Nach Abzug der Steuern verbleibt eine Netto-Dividende von 124,71 €. Sie wurde pünktlich am 10.03.2026 überwiesen.

Annualisiere ich die Quartalsdividende, dann zahlt Johnson & Johnson eine Jahresdividende von 5,20 US$. Bei einem Aktienkurs von 243,71 US$ (Schlusskurs 10.03.2026) ergibt das eine Dividendenrendite von 2,1% am Zahltag. Bei einem heutigen Kauf der Aktie sollte es noch ein wenig besser aussehen, da Johnson & Johnson als Dividendenaristokrat traditionell im Juni seine Dividende erhöht. Diese Quartalsdividende dürfte also die letzte Zahlung zum aktuellen Satz gewesen sein.
Meine persönliche Dividendenrendite (Yield on Cost) ist ohnehin spürbar höher, da ich durch die lange Haltedauer einen vergleichsweise niedrigen Einstand habe. Unterstelle ich den identischen Dollarkurs bei vier Quartalsdividenden (was so nicht eintreten wird, sich aber anders nicht hochrechnen lässt), dann liegt meine Jahres-Brutto-Dividende bei 670,05 €. Auf meinen Einstand von 13.619,23 € ergibt das dann einen YoC von 4,9%.
Auf meinen allerersten Kauf (siehe oben) zum Kurs von 67,90 US$ liegt der YoC in der Originalwährung übrigens bei 7,7%.
Perspektive
Es ist schon erstaunlich: bei der Quartalsdividende im Juni letzten Jahres lag der Aktienkurs noch bei 155,23 US$. Im September dann bei der vorletzten Quartalsdividende stieg er schon auf 176,96 US$ (+14,0%). Bei der letzten Zahlung im Dezember waren es dann 211,58 US$ (+19,6%) und nun sind es 243,71 US$ (+15,2%). Insgesamt sind das 57% Plus in einem Dreivierteljahr. Und Johnson & Johnson ist dadurch zu meiner viertgrößten Depotposition mit einem Depotgewicht von 5,7% avanciert.
Übrigens ein Platz, den früher einmal Novo Nordisk inne hatte. Die Aktie hatte auch mal einen solchen Lauf – ihr weiteres Schicksal ist bekannt. Aber ich habe natürlich den Gedanken, ob JNJ etwas Ähnliches passieren könnte. Und ja, natürlich ist das möglich. Aktien die steigen, können auch wieder fallen. Das ist eine Binsenwahrheit, aber trotzdem wahr.
Nur wie wahrscheinlich ist das? Ich bin jedenfalls entspannt, wenn ich mir meine JNJ-Aktien ansehe. Denn die Begründung für den Kursanstieg liegt hier aus meiner Sicht schlicht und ergreifend im Nachholbedarf. Die vergangenen Jahre waren von der Kursentwicklung einfach zum Vergessen. Egal, was die Märkte machen, JNJ bewegte sich nicht vom Fleck. Und wenn das Management gute Impulse lieferte, kamen die Rechtsrisiken aus Sammelklagen wieder in Erinnerung. Und die Aktie kam einfach nicht vom Fleck.
Man muss sich das klarmachen: Bereits 2018 notierte die Aktie um 150 US$. Und bis eben vor 9 Monaten schwankte sie um diese Marke. Mal etwas höher, mal etwas niedriger. Größere Ausschläge gab es nur im Corona-Crash. Aber auch der ist schon 6 Jahre her. Im Ergebnis holt die Aktie nun mit Siebenmeilenstiefeln das nach, was sie 7 Jahre lang verpasst hat.
Warum das jetzt und gerade jetzt passiert, weiß vermutlich auch niemand genau. Aber im Rückblick finden sich natürlich schon Erklärungen dafür. Nur waren die aus meiner Sicht auch in den Vorjahren schon gegeben und es hat niemanden so richtig interessiert.
JNJ hat jedenfalls im Jahr 2025 konsequent bei Vorlage der Quartalszahlen konsequent die Erwartungen der Analysten übertroffen. Besonders das Pharma-Segment glänzte mit starken Umsätzen bei Onkologie-Präparaten wie Darzalex. Im 4. Quartal 2025 stieg der berichtete Umsatz um 9,1% auf 24,6 Mrd. US$. Im Gesamtjahr 2025 lag der Umsatzanstieg bei 6%. Der bereinigte Gewinn pro Aktie für das Gesamtjahr 2025 lag bei 10,79 US$. Ein Plus von 8,1% gegenüber dem Vorjahr. Und auch der Ausblick für 2026 ist positiv, erwartet wird ein Umsatzwachstum von 6,7%. Und der bereinigte Gewinn je Aktie soll in der Prognosemitte auf 11,53 US$ steigen, ein Plus von 6,9%.
Zudem hat JNJ inzwischen eine spannende Pipeline an Medikamenten, die vor der Zulassung bzw. Markteinführung stehen. Jüngst erhielt die Kombination aus Tecvayli und Darzalex Faspro die Zulassung für das Multiple Myelom. Über das immense Marktpotenzial dieser Zulassung hatte ich vor 3 Monaten hier ausführlich berichtet.
Aber das ist noch nicht alles. So erhielt das Medikament Nipocalimab mehrere „Fast Track“-Status der FDA (u. a. für Lupus im Januar 2026). Hier entstehen zukünftige Blockbuster, wenn bis zur endgültigen Zulassung nichts mehr schief geht.
Und auch im MedTech-Bereich zeigt JNJ Innovationen: Die Zulassung der TECNIS PureSee Intraokularlinse stärkt die Position im Bereich der Augenchirurgie.
Begleitet wird das Ganze von einer fortwährenden Umstrukturierung mit einer Fokussierung auf margenstarke Bereiche. Das Ziel, ein reiner „High-Growth“ Pharma- und Medizintechnik-Konzern zu werden, wird immer klarer erkennbar. Als Nächstes steht dazu die Abspaltung der Orthopädie-Sparte auf der Tagesordnung. Und gleichzeitig gibt die Finanzkraft des Konzerns genug Möglichkeiten für Unternehmenskäufe. Jüngere Zukäufe wie Halda Therapeutics und Shockwave Medical diversifizieren das Portfolio bereits und tragen zum Wachstum bei.
Und schließlich erkennt der Markt inzwischen wohl auch, dass die Prozesse um talkumbasierte Produkte zwar fortdauern, aber nicht existenzbedrohend sind. Daran können auch einzelne hohe Jury-Urteile nichts ändern. Im August 2025 ernannte JNJ einen Verhandlungsführer für einen globalen Vergleich und signalisierte damit den Willen, das Thema endlich abzuschließen. Und die Erwartung ist nun, dass weder die Dividende noch die Forschungsinvestitionen unter einem solchen Vergleich leiden werden.
Mit einem erwarteten Gewinn je Aktie von 11,53 US$ in diesem Jahr entspricht der Aktienkurs von 241,52 US$ (Schlusskurs vom 13.03.2026) einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 20,9. Das ist nicht mehr so günstig wie noch vor dem Kursanstieg. Aber immer noch nicht überteuert. Denn JNJ wird historisch gesehen eigentlich immer ordentlich bewertet. Durchschnittlich liegt das KGV eher bei 22. Der Markt billigt aufgrund der hohen Dividendenstabilität und der sauberen Bilanz ein hohes Multiple zu. JNJ ist neben Microsoft weiterhin das einzige Unternehmen mit einem AAA-Rating hinsichtlich seiner Kreditwürdigkeit.
Ob man jetzt noch in JNJ einsteigen sollte, kann ich nicht abschließend beurteilen. Ich bleibe weiterhin vom Unternehmen überzeugt und natürlich auch jetzt investiert. Und da der Kursanstieg auch nicht durch einen Hype entstanden ist, der wie eine Blase zerplatzen könnte, mache ich mir auch keine Sorgen. Natürlich ist eine Konsolidierung umso wahrscheinlicher, je steiler der Anstieg ist. Aber das ist nur gesund und normal. Das KGV ist nicht in astronomische Höhen gestiegen, sondern die wirtschaftliche Entwicklung trägt den Aktienkurs.
Auch wenn ich mich erst mal an dieses Kursniveau gewöhnen muss, ist die Aktie aus meiner Sicht nicht akut absturzgefährdet. Und ein Fortsetzen der Kursdynamik sogar bei weiterhin guten Quartalsergebnissen zumindest kurzfristig auch möglich.
Auf einen Blick:
| Unternehmen: | Johnson & Johnson |
| ISIN: | US4781601046 |
| Im Divantis-Depot seit: | 09.08.2012 |
| Letzter Nachkauf am: | 23.01.2018 |
| Stückzahl im Divantis-Depot: | 150 |
| Durchschnittskaufkurs inkl. Gebühren: | 90,79 € |
| Gesamtkaufpreis: | 13.619,23 € |
| Bisher erhaltene Netto-Dividenden: | 4.391,89 € |
| Aktuelle Strategie: | Halten und Dividende kassieren |


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