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Von Allzeithoch zu Allzeithoch – berechtigt oder übertrieben?

Extrudierte 3D-Illustration mit dem roten Johnson & Johnson-Logo im Zentrum, umgeben von medizinischen Symbolen wie Kapsel, Pillen, Stethoskop und Caduceus. Im Hintergrund steigt ein grüner Aktienkurs steil an, flankiert von Balkendiagrammen, Weltkugel, Goldmünzen und Taschenrechner – symbolisiert die Börsen-Renaissance des Gesundheitskonzerns.
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Techwerte, Rüstungsaktien, Ölwerte – mit ihnen ließ und lässt sich viel Geld verdienen. Aber das wäre zu einseitig. Ein Topwert in meinem Depot in den letzten Monaten kommt aus dem Gesundheitsbereich! Und es ist wahrlich kein kleines Unternehmen, das nun eine bahnbrechende Forschung zum Erfolg geführt hat. Sondern ein globaler Konzern mit inzwischen rund 580 Mrd. US$ Marktkapitalisierung.

Ich selbst hatte nie Zweifel an dem Unternehmen, aber habe die jüngste Entwicklung, die in 9 Monaten zu einem Kursplus von rund 60% führte, so auch nicht gesehen. Aber es zeigt sich erneut, dass an der Börse nicht zum Einstieg geklingelt wird. Man muss investiert sein, um solche Entwicklungen von Anfang bis zum Ende mitmachen zu können.

Und damit kommen wir direkt zu der Frage, die mich natürlich beschäftigt: Wann kommt „das Ende“? Und wird es eher schleichend mit einem Übergang in eine Seitwärtsbewegung oder wird es womöglich sogar ein bitteres Ende und die Kursgewinne werden wieder abgegeben?

Wie ich die Perspektiven einschätze und warum ich mir zumindest jetzt noch keine Sorgen mache, erfährst Du in diesem Beitrag.

Die Rede ist natürlich vom Gesundheitskonzern Johnson & Johnson (JNJ), den ich bereits seit 14 Jahren in meinem Depot habe. Der letzte Nachkauf erfolgte 2018 und liegt damit auch schon wieder 8 Jahre zurück. Das Interessante dabei: mit dem Nachkauf hätte ich auch bis 2025 warten können. Dazwischen lag eine Seitwärtsbewegung, in der es aber natürlich immerhin steigende Dividenden gab.

Seit Juli 2025 stiegt die Aktie aber nun steil an und Anfang März 2026 erreichte sie nun ihr bisheriges Allzeithoch bei 248,56 US$.

10-Jahres-Chart Johnson & Johnson in US-Dollar
10-Jahres-Chart Johnson & Johnson in US-Dollar

JNJ habe ich hier ausführlich vorgestellt und in der Vorstellung ist noch die Sparte Verbrauchergesundheitsprodukte enthalten. Sie wurde 2023 dann als Kenvue abgespalten und steht nun vor der Übernahme durch Kimberly-Clark. Thematisch ist die Abspaltung mittlerweile komplett vollzogen und JNJ konzentriert sich auf die verbliebenen Sparten „Innovative Medicine“ und „MedTech“.

Meine ersten 25 Aktien von Johnson & Johnson habe ich am 9. August 2012 zum Kurs von 55,20 € gekauft. In US$ lag der Aktienkurs damals bei 67,90, der Wechselkurs zum Euro war für einen Kauf auch günstiger als heute: 1,2301.

Dividende

Johnson & Johnson zahlt erneut eine Quartalsdividende von 1,30 US$ je Aktie. Für die 150 Aktien in meinem Dividendendepot ergibt das eine Brutto-Dividende von 195,00 US$. Sie wurde von flatex zum Kurs von 1,1641 in Euro umgerechnet. Das entspricht dem offiziellen Referenzkurs der EZB am Tag vor dem Zahltag. Nach Abzug der Steuern verbleibt eine Netto-Dividende von 124,71 €. Sie wurde pünktlich am 10.03.2026 überwiesen.

Dividendengutschrift Johnson & Johnson im März 2026

Annualisiere ich die Quartalsdividende, dann zahlt Johnson & Johnson eine Jahresdividende von 5,20 US$. Bei einem Aktienkurs von 243,71 US$ (Schlusskurs 10.03.2026) ergibt das eine Dividendenrendite von 2,1% am Zahltag. Bei einem heutigen Kauf der Aktie sollte es noch ein wenig besser aussehen, da Johnson & Johnson als Dividendenaristokrat traditionell im Juni seine Dividende erhöht. Diese Quartalsdividende dürfte also die letzte Zahlung zum aktuellen Satz gewesen sein.

Meine persönliche Dividendenrendite (Yield on Cost) ist ohnehin spürbar höher, da ich durch die lange Haltedauer einen vergleichsweise niedrigen Einstand habe. Unterstelle ich den identischen Dollarkurs bei vier Quartalsdividenden (was so nicht eintreten wird, sich aber anders nicht hochrechnen lässt), dann liegt meine Jahres-Brutto-Dividende bei 670,05 €. Auf meinen Einstand von 13.619,23 € ergibt das dann einen YoC von 4,9%.

Auf meinen allerersten Kauf (siehe oben) zum Kurs von 67,90 US$ liegt der YoC in der Originalwährung übrigens bei 7,7%.

Perspektive

Es ist schon erstaunlich: bei der Quartalsdividende im Juni letzten Jahres lag der Aktienkurs noch bei 155,23 US$. Im September dann bei der vorletzten Quartalsdividende stieg er schon auf 176,96 US$ (+14,0%). Bei der letzten Zahlung im Dezember waren es dann 211,58 US$ (+19,6%) und nun sind es 243,71 US$ (+15,2%). Insgesamt sind das 57% Plus in einem Dreivierteljahr. Und Johnson & Johnson ist dadurch zu meiner viertgrößten Depotposition mit einem Depotgewicht von 5,7% avanciert.

Übrigens ein Platz, den früher einmal Novo Nordisk inne hatte. Die Aktie hatte auch mal einen solchen Lauf – ihr weiteres Schicksal ist bekannt. Aber ich habe natürlich den Gedanken, ob JNJ etwas Ähnliches passieren könnte. Und ja, natürlich ist das möglich. Aktien die steigen, können auch wieder fallen. Das ist eine Binsenwahrheit, aber trotzdem wahr.

Nur wie wahrscheinlich ist das? Ich bin jedenfalls entspannt, wenn ich mir meine JNJ-Aktien ansehe. Denn die Begründung für den Kursanstieg liegt hier aus meiner Sicht schlicht und ergreifend im Nachholbedarf. Die vergangenen Jahre waren von der Kursentwicklung einfach zum Vergessen. Egal, was die Märkte machen, JNJ bewegte sich nicht vom Fleck. Und wenn das Management gute Impulse lieferte, kamen die Rechtsrisiken aus Sammelklagen wieder in Erinnerung. Und die Aktie kam einfach nicht vom Fleck.

Man muss sich das klarmachen: Bereits 2018 notierte die Aktie um 150 US$. Und bis eben vor 9 Monaten schwankte sie um diese Marke. Mal etwas höher, mal etwas niedriger. Größere Ausschläge gab es nur im Corona-Crash. Aber auch der ist schon 6 Jahre her. Im Ergebnis holt die Aktie nun mit Siebenmeilenstiefeln das nach, was sie 7 Jahre lang verpasst hat.

Warum das jetzt und gerade jetzt passiert, weiß vermutlich auch niemand genau. Aber im Rückblick finden sich natürlich schon Erklärungen dafür. Nur waren die aus meiner Sicht auch in den Vorjahren schon gegeben und es hat niemanden so richtig interessiert.

JNJ hat jedenfalls im Jahr 2025 konsequent bei Vorlage der Quartalszahlen konsequent die Erwartungen der Analysten übertroffen. Besonders das Pharma-Segment glänzte mit starken Umsätzen bei Onkologie-Präparaten wie Darzalex. Im 4. Quartal 2025 stieg der berichtete Umsatz um 9,1% auf 24,6 Mrd. US$. Im Gesamtjahr 2025 lag der Umsatzanstieg bei 6%. Der bereinigte Gewinn pro Aktie für das Gesamtjahr 2025 lag bei 10,79 US$. Ein Plus von 8,1% gegenüber dem Vorjahr. Und auch der Ausblick für 2026 ist positiv, erwartet wird ein Umsatzwachstum von 6,7%. Und der bereinigte Gewinn je Aktie soll in der Prognosemitte auf 11,53 US$ steigen, ein Plus von 6,9%.

Zudem hat JNJ inzwischen eine spannende Pipeline an Medikamenten, die vor der Zulassung bzw. Markteinführung stehen. Jüngst erhielt die Kombination aus Tecvayli und Darzalex Faspro die Zulassung für das Multiple Myelom. Über das immense Marktpotenzial dieser Zulassung hatte ich vor 3 Monaten hier ausführlich berichtet.

Aber das ist noch nicht alles. So erhielt das Medikament Nipocalimab mehrere „Fast Track“-Status der FDA (u. a. für Lupus im Januar 2026). Hier entstehen zukünftige Blockbuster, wenn bis zur endgültigen Zulassung nichts mehr schief geht.

Und auch im MedTech-Bereich zeigt JNJ Innovationen: Die Zulassung der TECNIS PureSee Intraokularlinse stärkt die Position im Bereich der Augenchirurgie.

Begleitet wird das Ganze von einer fortwährenden Umstrukturierung mit einer Fokussierung auf margenstarke Bereiche. Das Ziel, ein reiner „High-Growth“ Pharma- und Medizintechnik-Konzern zu werden, wird immer klarer erkennbar. Als Nächstes steht dazu die Abspaltung der Orthopädie-Sparte auf der Tagesordnung. Und gleichzeitig gibt die Finanzkraft des Konzerns genug Möglichkeiten für Unternehmenskäufe. Jüngere Zukäufe wie Halda Therapeutics und Shockwave Medical diversifizieren das Portfolio bereits und tragen zum Wachstum bei.

Und schließlich erkennt der Markt inzwischen wohl auch, dass die Prozesse um talkumbasierte Produkte zwar fortdauern, aber nicht existenzbedrohend sind. Daran können auch einzelne hohe Jury-Urteile nichts ändern. Im August 2025 ernannte JNJ einen Verhandlungsführer für einen globalen Vergleich und signalisierte damit den Willen, das Thema endlich abzuschließen. Und die Erwartung ist nun, dass weder die Dividende noch die Forschungsinvestitionen unter einem solchen Vergleich leiden werden.

Mit einem erwarteten Gewinn je Aktie von 11,53 US$ in diesem Jahr entspricht der Aktienkurs von 241,52 US$ (Schlusskurs vom 13.03.2026) einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 20,9. Das ist nicht mehr so günstig wie noch vor dem Kursanstieg. Aber immer noch nicht überteuert. Denn JNJ wird historisch gesehen eigentlich immer ordentlich bewertet. Durchschnittlich liegt das KGV eher bei 22. Der Markt billigt aufgrund der hohen Dividendenstabilität und der sauberen Bilanz ein hohes Multiple zu. JNJ ist neben Microsoft weiterhin das einzige Unternehmen mit einem AAA-Rating hinsichtlich seiner Kreditwürdigkeit.

Ob man jetzt noch in JNJ einsteigen sollte, kann ich nicht abschließend beurteilen. Ich bleibe weiterhin vom Unternehmen überzeugt und natürlich auch jetzt investiert. Und da der Kursanstieg auch nicht durch einen Hype entstanden ist, der wie eine Blase zerplatzen könnte, mache ich mir auch keine Sorgen. Natürlich ist eine Konsolidierung umso wahrscheinlicher, je steiler der Anstieg ist. Aber das ist nur gesund und normal. Das KGV ist nicht in astronomische Höhen gestiegen, sondern die wirtschaftliche Entwicklung trägt den Aktienkurs.

Auch wenn ich mich erst mal an dieses Kursniveau gewöhnen muss, ist die Aktie aus meiner Sicht nicht akut absturzgefährdet. Und ein Fortsetzen der Kursdynamik sogar bei weiterhin guten Quartalsergebnissen zumindest kurzfristig auch möglich.

Auf einen Blick:

Unternehmen:Johnson & Johnson
ISIN:US4781601046
Im Divantis-Depot seit:09.08.2012
Letzter Nachkauf am:23.01.2018
Stückzahl im Divantis-Depot:150
Durchschnittskaufkurs inkl. Gebühren:90,79 €
Gesamtkaufpreis:13.619,23 €
Bisher erhaltene Netto-Dividenden:4.391,89 €
Aktuelle Strategie:Halten und Dividende kassieren

für diesen Beitrag verwendete Quellen:
Johnson & Johnson Announces FDA Approval of TECNIS PureSee Intraocular Lens, a Breakthrough Solution for U.S. Cataract Patients
Johnson & Johnson Announces U.S. FDA Approval of TECVAYLI® plus DARZALEX FASPRO® for Relapsed/Refractory Multiple Myeloma, Offering a Potential New Standard of Care as Early as Second Line
Johnson & Johnson therapy nipocalimab granted U.S. FDA Fast Track designation in systemic lupus erythematosus (SLE)
Johnson & Johnson reports Q4 and Full-Year 2025 results
Johnson & Johnson Announces Intent to Separate Its Orthopaedics Business

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Kommentare

33 Kommentare zu „Von Allzeithoch zu Allzeithoch – berechtigt oder übertrieben?“

  1. Avatar von Nico
    Nico

    Hi Ben,

    Guter Beitrag. Bin auch seit 2018 bei J&J investiert und die Dividende ist fast so sicher wie das Armen in der Kirche.

    Du hast oben geschrieben „…Der letzte Nachkauf erfolgte 2018 und liegt damit auch schon wieder 6 Jahre zurück.“
    Das müsstest du auf 8 Jahre korrigieren, wenn ich mich irre :-)

    Schönen Sonntag noch!
    Nico

    1. Avatar von Ben Warje

      Hallo Nico,

      ja, es sind 8 Jahre. War spät am Abend gestern als ich diese Passage geschrieben habe. Da hab ich offensichtlich falsch gerechnet. Habe es korrigiert, Danke für den Hinweis!

      Viele Grüße Ben

  2. Avatar von Thomas
    Thomas

    Johnson&Johnson

    Wenn man sich die US-Peers mal über mehrere längere (3/5/10y) Zeiträume ansieht, sieht man, das Johnson und Johnson eher jetzt als Nachzügler zum Median aufschließt.
    Wenn man Eli aus der Betrachtung rausläßt und sich JNJ mit ABBV, MRK, AMGN und GILD ansieht
    dann liegt J&J in der Entwicklung über die Jahre jetzt etwa gleichauf.
    Wobei ABBV über 10 Jahre immer noch die Nase vorn hat. Aber das ist auch das, worauf Ben immer wieder hingewiesen hat und wo er auch drauf abgestellt hat. Die Rechtsrisiken sind ausgelutscht, die Rechnungen geschrieben und die Lawyers oder von mir aus Attorneys sind schon lange auf der Suche nach neuen Opfern.
    Sieht bei der Bayer AG jetzt auch ähnlich aus. Helmut Jonen hat Bayer lange die Stange gehalten und hat jetzt um die Jahreswende auch Bayer aufgestockt. Bin bei Bayer auch in dem für mich typischen kleinen Size rein zu 34,11.

    Jedenfalls sind bei mir JNJ,LLY,ABBV,MRK und PFE fest gesetzt und außerhalb jeglicher besonderen Beobachtung und unter der Kategorie abgelegt: die Zeit arbeitet für mich.
    Nur der Average der Peers JNJ,ABBV,AMGN,GLD und MRK hat die letzten 10 Jahre p.a. etwa +15% p.a. Kurs hingelegt. Das ist völlig in Ordnung.
    Klar konnte man mit US(Groß!)banken, Visa MA AXP, CAT, DEERE , Techbereich sowieso, Costco, Walmart usw mehr holen, aber im Rückspiegel sind wir alle schlau.
    Jedenfalls US Pharma (Large und Mega) Kategorie Schlaftablette im übertragenen Sinn natürlich.

    Es ist nur Zufall, das Amgen und Gilead nicht bei mir gelandet sind. Dabei bleibt es auch, weil der Sektor ausreichend besetzt ist. Von Pfizer ist nichts zu erwarten außer Dividende.
    Bristol Myers habe ich mal rausgetan und war rückblickend auch o.k. auch wenn man sie durchaus auch hätte lassen können. Aber sie performen etwas schwächer.
    Biogen und solche Sachen wie Biontech, Moderna, Glaxo, Novavax, BB Biotech usw eher nix für mich.

    was mir in der „Raupensammlung“ noch fehlt, ist Novartis.
    kommt bestimmt irgendwann mal.

    Robert F Kennedy als Gesundheitsminister ist auch für Trumps Verhältnisse wohl etwas zu chaotisch und wurde an die kürzere Leine genommen, aber das auch alles nur Momentaufnahmen, die wieder vorübergehen.
    Schönen Sonntag@all

  3. Avatar von Tobs
    Tobs

    Mit Pfizer könntest Du falsch liegen, Thomas… :-)

    Auch wenn sie in den nächsten Jahren einige Blockbuster verlieren werden („Patent Cliff“), so haben sie eine sehr breite, solide Pipeline: Oncology, Vaccines, Immunology, Rare diseases, Cardiovascular / metabolic und Anti-infectives. Auch GLP 1 würde ich sie nicht abschreiben trotz des einen Rückschlags…Einige Produkte sind in Phase 3. Und in Onkologie sind sie ohnehin stark, der gerade unterschätzte Markt schlechthin (wir alle werden älter und werden daher wohl Krebs bekommen).

    Bei dem Kurs extrem interessant, weil selbst wenn keine neuen gößeren Blockbuster kämen, würde Pfizer auch nicht untergehen.

    Ist immer so eine Sache, Trends der Vergangenheit zu extrapolieren. Alle haben wie bekloppt Novo Nordisk gekauft, weil sie gut liefen, mit bekanntem Ausgang. Jetzt Pfizer verschmähen, weil es mal nicht gut lief, könnte ein analoger Fehler sein. Ich kaufe jedenfalls kontinuierlich hinzu…

  4. Avatar von Thomas
    Thomas

    @Tobs, Pfizer mit zur Zeit etwas über 6% Divrendite kann nicht falsch sein.
    Gedanklich wie Ölaktien bei mir… von daher Hold.
    Bei einem direkten Vergleich (KI Abfrage zwischen PFE und JNJ explizit zur Onkologie, die jeder leicht selbst machen kann) läuft es aber auf ein eins zu null für JNJ raus. Zumindest zur Zeit und auf Sicht der nächsten Jahre. Obwohl PFE auch gut positioniert ist.
    Strategisch hat sich JNJ bis 2030 das Ziel gesetzt, hier zur Nummer 1 global zu werden.
    Und ja, mit steigender Lebenserwartung steigt die Wahrscheinlichkeit, das man sowas mal braucht…

    1. Avatar von UrsprungsFrank
      UrsprungsFrank

      @Thomas

      wem glaubst Du mehr? Dir selbst oder der KI? Wenn ich Deinen Vorüberlegungen folge, müsste Pfizer aber doch mit den anderen bald aufschließen? Hat also kurstechnisch in diesen Tagen mehr Potential als J&J.

      Gruß Frank

    2. Avatar von Tobs
      Tobs

      Thomas, ich habe tatsächlich nicht die onkologische Pipeline beider direkt miteinander verglichen; bin mir aber sicher, dass J+J hier sehr gut aufgestellt ist. Man kauft aber eben im Moment auch zu einem Preis ohne größere Sicherheitsmarge (auf die Perfektion gepreist…). Pfizer ist im Moment genau diametral gepreist, als wenn sie morgen nur noch Vitamin-C-Lutsch-Bon-Bons im Sortiment hätten…Mir gefällt das, weil die Chancen-Risiko-Asymmetrie eher zu meinen Gunsten stehen. Man muss seine Rendite auch ein wenig risikoadjustieren, jedenfalls versuche ich das zumindest (mit meinen bescheidenen Möglichkeiten). Wenn Pfizer nur ein oder zwei neue Block Buster landen, dann wachsen sie wieder signifikant. Ich würde aber nicht Pfizer gegen andere Anbieter ranken wollen, das vermag ich mangels dafür erforderlicher Quali sowieso nicht zu vollziehen. Ich mach’s ganz primitiv und kaufe gerne Big Pharma, wenn sie wegen des „Paten Cliff“-Phänomens eher unten notieren oder weil sie mal gerade nicht haben, was en vogue ist. Gestern war Pfizer mit Viagra beliebt, heute Eli Lilly mit Anti-Freß-Mittelchen und morgen wer weis schon wer. Vielleicht gibt es bald ja ein Kombi-Präparat für Potenz und wenig Hunger…:-) Ich kaufe jedenfalls meine CSPC Pharmaceutical nach und sicherlich nochmal in raueren Mengen Coloplast. Cololplast ist sowieso für mich im Moment der Pick schlechthin…Die GSK hatte ich günstig bei 16 Euro gesammelt und leider ist mir der Kurs weggelaufen. Und bei Kenvue schauen wir mal, wie das mit Kimberly dann weiter von statten geht…Da ich bekanntlich bum bum easy vorgehe, am liebsten günstigen Cash Flow…Wetten, wer morgen den geilsten Shit in der Pipeline hat, ist für mich nichts.

  5. Avatar von Nico
    Nico

    Hi Ben,

    Guter Beitrag. Bin auch seit 2018 bei J&J investiert und die Dividende ist fast so sicher wie das Armen in der Kirche.

    Du hast oben geschrieben „…Der letzte Nachkauf erfolgte 2018 und liegt damit auch schon wieder 6 Jahre zurück.“
    Das müsstest du auf 8 Jahre korrigieren, wenn ich mich irre :-)

    Schönen Sonntag noch!
    Nico

  6. Avatar von Thomas
    Thomas

    @Ursprungsfrank.
    Kursentwicklung letzte 10 Jahre in USD :
    LLY +1.219,60%
    ABBV +280,53%
    MRK +127,90%
    JNJ +124,23%
    GILD +61,73%
    PFE -8,04%
    BMY -9,05%
    Quelle: Finviz

    Totalreturn letzte 10 Jahre
    LLY +1.498%
    ABBV +426%
    MRK +247%
    AMGN +194%
    JNJ +168%
    GILD +75%
    PFE +53%
    BMY +44%
    Quelle Claude.ai
    Grok Ai liefert minimal divergierende Zahlen, aber das ist nicht der Punkt.

    Es berücksichtigt natürlich auch nicht die subjektive Einfärbung der jeweiligen Einstiegs -und Ausstiegszeitpunkte der verschiedensten Species beginnend mit absolutem Cleverle Sorte Shootingstar und endend mit absolutem Trottel, der am Hoch kauft und am Tief verkauft.
    zu verschiedensten Zeitpunkten.
    Aber objektiv (ohne meine subjektive Färbung) bedeutet das einfach NUR eine höhere Wahrscheinlichkeit, das sich Pfizer entschieden hat, nur Dividende zu zahlen und auf Kurs zu verzichten. Der Peak bei Corona war einmalig (siehe Biontech u.a.)
    und meine Überlegungen zielen nicht auf eine neue Seuche oder schwarzen Schwan (Gott bewahre) ab.
    Natürlich kann es anders kommen. Ja natürlich.
    Aber die Wahrscheinlichkeit ist eben niedriger.
    Daher würde ich LLY auch aus der Peer rausnehmen.
    Aber nicht aus meinem Depot :)

  7. Avatar von UrsprungsFrank
    UrsprungsFrank

    @Thomas

    vergiss mir Vertex nicht ;-) Ist quasi meine Eli Lilly ;-)

    Noch mit viel Novartis gezuckert und ich bin ganz zufrieden. Was Ben seine DFV ist, ist mir meine Brain Biotech, allerdings mit einem deutlich geringeren Depotanteil.

    Blockbuster in den Pipelines ist immer das eine, der Markt muss das Medikament auch nur in großen Mengen fordern. Daher war ja Wegovy so exponiert. Wie dumm das mit den Pharmawerten so laufen kann sah man bei Biontech. Vielleicht guter Wirkstoff mit extremer Breitenwirkung im Markt aber desolate Kommunikation und wohl auch ein noch ratloses Management. Wie gesagt, es hängt eben nicht nur an den Pipelines unabhängig von den Klinischen Studien.

    Vielen Dank für Deine Klarstellung.

    Gruß Frank

  8. Avatar von BörsenHai
    BörsenHai

    OffT:
    Hannover Re schlägt für 2025 12,50€ Dividende (nach dem letztem Jahr mit 7€ Normal plus 2€ Sonderdividende) vor.
    Talanx von 2,70€ in 2024 auf 3,6€ für 2025.
    Beide sind kurz nach Verkündung nach oben gegangen.

    Die Schweizer Versicherungen halten sich zurück (3-7% Steigerung).

    OnT:
    Der J&J Aktie hat scheinbar die Aufspaltung gut getan. Man reibt sich die Augen. Die doch zuletzt recht „sparsame“ Performance der Medical-Titel holt ein bisserl auf.

    Der März ist, um es gelinde zu sagen, für Anfänger im Aktieninvest eine Prüfung. Kann also durchaus für eine eigene Einschätzung herangezogen werden.
    Das Jahr wird spannend.

  9. Avatar von Thomas
    Thomas

    @Börsenhai, aber die zweite Hälfte März , April und Mai fließen üppige Dividenden , die alle wieder an die Börse wollen. Es wird spannend, das ist es immer, aber der Valueplay läuft auch unter Marktnervosität. Also alles wie immer…

    1. Avatar von BörsenHai
      BörsenHai

      Thomas,

      ich wollte nicht darauf rumreiten, dass egal wie die Kurse am Ende des Jahres aussehen mein persönlicher Div-Anstieg sicher > 6% liegt.

      Wer schon 7 Jahre (Corona) oder 10 Jahre dabei ist, für den sind Situationen wie „erst 5% runter und danach 4% hoch“ ein normaler Vorgang. Wer aber neu eingestiegen ist so ab 2023, der hat die 15% in 2025 (auch für ETF!) als gewaltig wahrgenommen und der März 2026 war bisher ein leichtes Windchen; so sollte es jedenfalls sein/wahr genommen werden. Wir alle kennen aber die Wahrnehmung, wenn der Jahresanfangskurs wieder zunichte ist, ist Trauer angesagt. Eine psychologische Schranke wird überschritten.

      Gerade weil der März so „schwach“ in den Ausschlägen ausfiel ist er besser geeignet für die Betrachtung seiner eigenen Wahrnehmung: „Stimmt meine Strategie? Wo rein will ich eigentlich investieren?“. März 2025 war erst KI-Kritik mit anschließendem fulminantem Wachstum. Da fühlt sich jeder mal als „King; ich weiß wie Börse funktioniert“. ;)

      Und ja: März, April und Mai werden viel Kapital ausschütten und ich habe bereits die Aktien, in die ich investieren werde.

  10. Avatar von Hansi
    Hansi

    Ach der Buffett,
    als er ging betrug seine Cash-Polster um die 380 Mrd oder ca. 27% seiner Assets.
    Aktuell bekommt man ja ohne Probleme auf den Euro-Tagesgeld 2%. Wenn man Dollar hat, kann man ja wie Buffett in T-Bills parken und 3,5%+ abkassieren.
    Aktuell also kein Grund in Aktien mit hohen KGV’s und niedrigen Div-Renditen zu gehen.
    Bin ausreichend drin und werde vermutlich bis Ende Juni die Dividenden zum weiteren Cash-Aufbau nutzen, sofern es nicht richtig rappelt.

    1. Avatar von BörsenHai
      BörsenHai

      Für den Aufbau einer Cashposition ist Tagesgeld sicherlich eine Möglichkeit.
      Es gibt dennoch genügend Positionen, die 3% oder mehr abwerfen.
      Von den 2% bleiben 1,5% übrig, bei 3% eben 2,3%. Allerdings immer mit einem Kursrisiko und den Gebühren, wenn man die Position wieder verkaufen will/muss. ;)

      Wer keinen Cashbestand hat, sollte dieses Jahr aber diesen forcieren, da bin ganz bei Hansi. Nur meine Meinung, keine Anlage-Empfehlung.

    2. Avatar von Andreas P.
      Andreas P.

      Für Tagesgeld in Euro gibt es derzeit bis zu 3,20% für 3 Monate und 2,75% für 6 Monate. Festgeld in Euro für 6 Monate könnte man aktuell um 3% bekommen. Anschließend müsste man jeweils den Anbieter wechseln.
      Für mich sind das temporär bescheidene Zinseinnahmen in turbulenten Zeiten, mit denen ich wenigstens etwas beruhigter schlafen kann.

      Die Umlaufrendite der inländischen Anleihen hat sich seit Anfang März rasant von 2,60% auf 2,93% (Stand: 18.3.2026) erhöht. Einige Anbieter haben die Zinssätze für ihr Tages- und Festgeld bereits angehoben. Wie es weitergeht hängt sicherlich auch davon ab, ob die EZB in naher Zukunft den Leitzins anhebt. Grund hierfür könnte eine möglicherweise steigende Inflation sein. Je länger die Situation so bleibt, wie sie ist, umso wahrscheinlicher wäre dies nach meiner Einschätzung.

      Bei nüchterner Betrachtung sollte man sich allerdings bei Gelegenheit den Verlauf des Dow Jones ansehen und verinnerlichen, dass auch diese Krise nur eine Episode sein wird und später einmal nur als mehr oder weniger großer Zacken nach unten erkennbar sein wird. Insofern spricht der langfristige Trend durchaus für „Augen zu und durch.“ statt Markettiming.

      Ich persönlich investiere meine Dividenden- und Zinseinnahmen weiter kontinuierlich in Aktien. Zusätzliche Mittel wandern wie bisher ins Tages- und Festgeld.

      Viele Grüße

      Andreas P.

  11. Avatar von Thomas
    Thomas

    Könnte schneller gehen, als man denkt, das man Cash gut gebrauchen könnte. Wenn man sich vornimmt , jetzt aber Cash aufbauen, das ist es mgl.weise sowieso schon zu spät. Es ist eine Einstellungsfrage. Entweder man ist eben voll investiert. Kauft mit den Bröckchen, die überbleiben nach. Oder man hat grundsätzlich 5 oder 10 % liegen , dann aber immer. In guten Zeiten kostet das dann auch Rendite. Bin mir nicht ganz sicher, welche Variante die bessere ist. Natürlich darf man niemals unter Druck stehen, verkaufen zu müssen.

    1. Avatar von Matthias von Mitzlaff

      Ich habe es quasi nie geschafft, ausreichend Cash zu halten, um in der Krise nachzukaufen. Rückblickend stelle ich fest, dass „time in the market“ auch König war (letzte 6 Jahre). Mein „market timing“ hingegen ist – statistisch ausgewertet – eher mies…;-(
      Allen die das schaffen (viel Cash zu halten) spreche ich meine Bewunderung aus, der Versuchung zu widerstehen, Titel zu kaufen (immer ist doch irgendwo etwas günstig zu haben).

      Der zentrale Faktor für Investieren ist sowieso eine Geldquelle, aus der regelmäßig etwas dafür überbleibt. Wenn du das sicherstellen kannst, bist du mit Sparplänen und gezielten Neu-/Nachkäufen gut unterwegs, egal wo die Kurse gerade stehen.
      Nur meine Meinung…

      PS: Die Kaiser von uns sind natürlich die, die a) sich leisten können, auf Rendite an der Börse zu verzichten und in Cash zu halten und b) die Zeitpunkte wie Mai 2020 abwarten und dann stark in den Markt investieren.
      Hochtief um 50 EUR, Airbus unter 100 EUR, Siemens 120 EUR oder niedriger – ich war damals so unterwegs und habe – leider – viel davon wieder verkauft. Klarer Fehler!
      Mit meinem Alter kommt jedoch die Ruhe, das ist etwas tröstlich…;-)

  12. Avatar von Matthias von Mitzlaff

    PSS: Palantir, Palantir!
    Habe ich zu 10 EUR gekauft. Und wieder verkauft.
    Wie dumm, wie dumm…

  13. Avatar von Matthias von Mitzlaff

    Hat jemand von Euch eine dedizierte Meinung zu DANAHER (DHR)?

    Hintergrund: Vor fünf Jahren interessierte mich das Unternehmen. Ich finde die Geschäftsfelder noch immer sehr spannend: Life Science, Umweltlösungen, Diagnostik.
    Auch wird ein „Danaher Business System“ propagiert und damit viel geworben.

    Im Gegensatz dazu
    a) Der Kurs der Aktie tritt seit über fünf Jahren auf der Stelle
    b) Die Dividendenentwicklung ist eher marginal (Höhe und Div.wachstum).

    Wenn Kursentwicklung UND Dividende als attraktive Faktoren ausfallen, was bleibt dann da noch?

    Sicherlich, DHR akquiriert hier und da (Aufkauf Masimo läuft ja gerade), jedoch war 2025 schon mau und 2026 geht es genau so weiter.

    Ich habe meine Position in 2-3 Schritten auf nunmehr 20 Aktien reduziert und warte mal ab. Weitere fünf Jahre schaue ich mir das jedoch nicht an.
    PS: Auch Thermo Fisher läuft seit 5 Jahren nahezu seitwärts, ist wohl ein Sektorproblem.

    1. Avatar von Stefan
      Stefan

      Ich habe DHR auch immer noch im Depot und werde sie auch weiter halten. Ich habe Ende 2021 JNJ um die 160 USD gekauft und dachte ich hätte ein Schnäppchen gemacht. Ende 2024 war meine Geduld am Ende nach im Nachhinein „nur 3 Jahre“ Seitwärtsbewegung. Ich staunte nicht schlecht, als Ben mir mit diesem Artikel schmerzlich aber lehrreich vor Augen führte, dass der Kurs jetzt das nachholt, was er die letzten Jahre verpasst hat.
      Mir gefällt an DHR, dass sie aufkaufen, optimieren und dann ggf. wiederverkaufen bzw. ausgliedern (#Kaizen). Die Dividendenentwicklung, insb. Wachstum finde ich super und passt für mich. Ich habe aber auch noch 20 Jahre, bevor ich die Früchte ernten möchte. Ich gebe der Aktie Zeit.

  14. Avatar von Thomas
    Thomas

    Hallo Matthias.
    Danaher ist teilweise ein Covid-trap. zu Beginn von COVID (03/20) lag Danaher bei
    150$. Jetzt liegen sie bei 190$ . Die Enttäuschung rührt nur daher, weil sie zwischenzeitlich mal über 300$ lagen. Wer sie während Corona oder danach gekauft hat, hat das Nachsehen.
    Ich zitiere faul wie immer KI :
    Worin liegt das eigentliche Problem?
    1. Post-COVID-Nachfrageschwäche im Bioprocessing (der größte Wachstumstreiber)
    Danaher hat 2020 Cytiva für 21 Mrd. USD gekauft und profitierte massiv vom Biopharma-Boom (mRNA-Impfstoffe, COVID-Tests, hohe R&D-Ausgaben). 2020–2021: explosives Wachstum.
    Ab 2022 kam der scharfe Gegenwind:

    Biotech-Firmen und Pharma-Kunden haben Investitionen (CAPEX) massiv zurückgefahren wegen hoher Zinsen, schwieriger Kapitalbeschaffung und „Inventory Normalization“ (Überbestände abbauen).
    Akademische und kleinere Biotech-Kunden kürzen Budgets.
    China-Headwinds (lokale Konkurrenz + schwache Wirtschaft).
    Zitatende.

    Gerade akademische bzw öffentlich-rechtliche Kunden / Kliniken + angeschlossene Labore haben sicher auch knappere bzw umkämpftere Budgets. Unikliniken usw.
    Der forecast für solche Budgets wird auch nicht besser.

    Der Spin Off von Veralto hat Danaher noch einseitiger auf Life-Sciences-Geschäft konzentiert.

    Aktuell ist die Bewertung von Danaher „fair bis leicht günstig“ (manche DCF-Modelle sehen 7–8 % Unterbewertung),

    Die Peers wie Thermo Fisher, Agilent, Revvity(früher Perker-Elmer) Waters Corporation und Repligen haben ALLE von der Spitze zwischen 30% bis 50% verloren.

    Siehe Biontech, Pfizer, usw. Die Frage ist nur wie geht es weiter ?

    Kurzfristig hängt das Börsenwetter klar vom Iran ab. Trump ist auf den Baum raufgeklettert und jetzt muss er sehen, wie er von dem Baum wieder runterkommt. Aber ich würde nicht allzu schwarz malen, denn Trump wäre nicht dort, wo er ist, wenn er nicht auch über eine gewisse Flexibilität und Cleverness verfügen würde. Den Job zur Sicherung der Strasse von Hormus machen die Amerikaner jetzt allein und wahrscheinlich gründlich.
    Ich glaube das Pendel schlägt gegen den militärischen Iran aus. Nach Vietnam und Afghanistan wissen die Amerikaner auch genau, wo am Boden ihre Grenzen sind und das Land wollen sie nicht umkrempeln.

    Vielleicht geht es an der Börse länger seitwärts, vielleicht verlieren wir noch 5% bis 10%, aber die Situation im Nahen Osten ist eigentlich unhaltbar und das wissen alle Beteiligten. An dem Tag, wo dort Ruhe einkehrt, geht es wieder schlagartig aufwärts.

    Ich habe eher kurzfristig überlegt, bei ÖL und Gas antizyklisch Gewinne mitzunehmen, scheitere aber daran, was ich denn besseres damit kaufen soll. Ich behalte alles.
    Helmut Jonen hat jetzt mal Hengan (China) bewußt antizyklisch gekauft. Tobs hatte ja mal vor einiger Zeit sie (Hengan) mir ausgeredet. Mal sehen, vielleich bissl Hengan.
    Vorsicht Risiko.

    Zurück zu Danaher. Fand die selber nie interessant und hatte die auch nie.
    Aber wenn man aus dem Chart Covid rauschneidet, ist doch eigenlich alles nicht ganz so schlecht. Der Dividendentrack ist doch in Ordnung. Wenn es noch mal rumpeln sollte an der Börse und man dann Danaher kauft ist man auf Sicht von 10 Jahren mit über 50% Wahrscheinlichkeit bestimmt auf der grünen Seite. Aber meins ist dieser Sektor nicht.
    Grüße.

    1. Avatar von Matthias von Mitzlaff

      Vielen Dank Stefan und Thomas,
      für Eure Einschätzungen. Das hilft mir schon mal sehr, Eure Perspektive zu lesen.
      Nun, ich werde meine 20x DHR liegen lassen und hoffen, dass der Markt alsbald eine Wende einleitet, für den Thermo Fisher / Danaher Sektor (tatsächlich ist die 5-Jahres-Performance aller größeren Kandidaten in „Diagnostics & Research“ laut finviz.com sehr mau…).

      A propos Wende: Lockheed Martin, ASML, Chevron, Vale (hätte ich bei unter 10 EUR mal mutiger nachkaufen sollen!) > Alles Kandidaten, die einige Zeit dümpelten und dann aus verschiedenen Gründen nach oben schnellten.

      Ich habe mir von einem DHR-Teilverkauf gleichmal etwas Siemens und Visa gekauft, dann habe ich mich gleich besser gefühlt. ;-)

      Erholt Euch gut am börsenfreien Wochenende.

    2. Avatar von Tobs
      Tobs

      Hallo Thomas, Hengan – na ja. Ich schätze HJ sehr. Hier weiß ich nicht, auf welcher Entscheidungsgrundlage er gehandelt hat (hatte er spezifisches Research, Einschätzungen von Co-Investoren aus Asien usw.?). Daher folge ich ihm jedenfalls nicht blindlings nach, denn wenn man seine Entscheidung nicht eigenständig fundieren kann, ist es schwer, sie gut zu exekutieren, was für einen langfristigen Anlageerfolg aber meines Erachtens hinreichend ist. Der Short-Seller Vorwurf von Bonita wurde zwar nicht mehr aufgegriffen, aber die Anwerfungen sind mir erinnerlich geblieben und ich halte sie für zumindest reasonable. Die Governance ist hier jedenfalls äußerst bescheiden, und das auch schon relativ im Vergleich zum insgesamt mitunter Governance-schwachen HK-Market. Und wenn man in den HK Consumer Bereich investieren möchte, fielen mir zig andere Titel ein, die ich ja auch habe und teilweise auch immer noch ausbaue. HJ ist ein Guter, keine Frage, aber bitte nicht mit Budda oder einem anderen Gott verwechseln.

  15. Avatar von Thomas
    Thomas

    Ergänzung das Danaher Businesssystem holt mich gar nicht hinter dem Ofen vor.
    Könnte auch mal KI Opfer werden. Das können alle anderen großen Konzerne auch schon lange.

  16. Avatar von UrsprungsFrank
    UrsprungsFrank

    Nun, große Vermögen lassen sich an der Börse durch das frühzeitige Erkennen großer Trends ermöglichen. Mal so ein Beispiel: nachdem Datingplattformen aufgrund KI ihre DNA als Geschäftsmodell verloren haben, müssen Alternativen neu aufgebaut werden. Vielleicht schreiben sich angehende Liebespaare ja bald wieder papierende Briefe. Die Briefpost steigt, der Kurs von DHL ebenso😁

    Genug gealbert. Welche überbordende Trends neben Energie, Rüstung, Pharma und KI (deren Sause ja bereits durch ist) wären überhaupt anzudenken? KI habe ich mal bewusst nicht gefragt.

    Gruß Frank

    1. Avatar von BörsenHai
      BörsenHai

      Hallo Ursprungsfrank,

      eine gute Idee: DHL, Papierproduzenten, Füllerproduzenten und Stickerproduzenten werde ich ins Portfolio aufnehmen. Plakatthersteller, die in Standuhren für die Stadt prduzieren, Parkbankhersteller, … Alles breite Industrie. ;)
      Das einzige Manko: Welche Schüler können denn einen Liebesbrief schreiben?

      Ein ratloser
      BörsenHai

    2. Avatar von Tobs
      Tobs

      @Börsenhai: Bald haben wir doch alle den von Elon Musk angestrebten Chip im Gehirn. Ob wir dann noch Liebesbriefe schreiben? Oder senden wir der Angebeteten dann einfach einen Romantik- oder gar direkt Erotik-Impuls über unsere VR-Brille und alles ist geritzt? :-)

      @UF: Ich denke, die physischen und wirklich unabkömmlichen Dinge benötigen wir weiterhin. Daher sehen wir ja eine gewisse Rotation von eigentlich wegen ihrer guten Kapitalrenditen beliebten Asset light Geschäften wieder zur gutem Old Economy. Halma: Sicherheits-, Prüf- und Umwelttechniken? Lifco: Demolation-Werkzeuge und Dental? Solche Dinge? Intertek oder einer seiner beiden anderen Peers, weil wir Menschen immer alles prüfen wollen? WD 40 oder Fuchs, weil geschmiert werden muss immer? Fastenal, weil ohne Schrauben geht auch im Digitalisierugnszeitalter nix. Rentokil weil die Kakerlaken jede KI überleben werden? Kao, weil wir uns immer duschen werden? Kikkoman, weil ein Asiate ein Leben ohne Soja für möglich, aber sinnlos halten wird? Übrigens: Ketchup und Sößchen wird die Menschheit immer begehren, auch mit Chip im Hirn oder Abnehmspritze im Allerwertesten (steile These, ich weiß, aber sind wir heute einfach mal meinungsstark :-)). Ich stocke weiterhin KHC auf! :-)

    3. Avatar von BörsenHai
      BörsenHai

      Tobs,

      in einem liegst Du glaube ich falsch.
      Das war Metaverse von Meta und Zuckerberg, nicht Elon Musk.
      VR-Impuls: Da waren Sie wieder die „Sicherheitsprobleme“. Dann kann jeder sehen, wen ich verehre und meine Frau macht mir die Hölle heiß! ;)

      Beim Rest gebe ich Dir Recht. Das ist der Grund warum Industrie und Consumer in etwa gleichgewichtet sind, wenn auch Consumer die letzte Zeit sehr Mau aussieht.
      Diversifikation heiß eben auch: Du hast nicht nur Gewinner im Portfolio, dafür geringere Rückschläge im Portfolio (so die Theorie! praktisch nur bedingt, da es sehr vom Portfolio der Sektorengewichtung und den dort beinhalteten Aktien sowie deren Gewichtung innerhalb der Sektoren gilt).
      KHC wäre jetzt nicht mein erster Pick in dem Sektor. Vor ca 15 Jahren war irgendwas und seitdem schaue ich ab an mal hin, aber es überzeugt mich nicht.
      Wie angekündigt, habe ich meine Ahold selbst bei 40 aufgestockt. Da fehlt nämlich noch etwas zur Endposition. Alles keine Anlageempfehlung!!!

    4. Avatar von Tobs
      Tobs

      Hallo Börsenhai,

      ja, die Consumer kommen bestimmt wieder zurück!

      Das haben sie bereits häufiger durchleiden müssen: Zyklische Probleme. Gerne gingen die Kursen 50+ Prozent runter. Denn in jedem Abwärtszyklus ist das dann jeweilig gegenwärtige Narrativ, dass sie am Ende seien. Das steht dann überall in den Headlines (so wie China-Aktien erst vor wenigen Jahren, wovon nun auch keiner mehr schreibt).

      Erst in der Retroperspektive beim nächsten ATH dann wieder wird erkannt, dass es doch eben nur wieder ein Zyklus war. Dann ist es aber natürlich für die günstigen Einstiegspreise zu spät und jeder sagt wieder, ja warum habe ich die Pepsi oder P&G nicht bei XY Dollar eingesammelt. Immer dasselbe. Die Leute rotieren solange, bis ihnen schwindelig wird und sie vermutlich kein Geld verdienen. Die meisten, die sich über Börse viel auslassen, sind intellektuell eitel, aber leider eben doch nicht intellektuell und meines Erachtens meist nicht erfolgreich.

      Was sehen wir im Moment (durch die Bank weg, also KHC hier nur als Proxy, weil das gilt für alle anderen wie General Mills, The Campbell, JM Smucker usw. usw.): Starke Preiserhöhungen wegen der Post-Corona/Ukraine Inflation und Veränderungen der Essgewohnheiten. Auf Beides reagieren die Consumer, und wie immer sehr langsam, dafür aber nachhaltig. Auf die Preiserhöhungen mit bewusst abgesenkten Preisen, was das Volumenwachstum wieder ankurbeln wird. Und auf geänderte Gewohnheiten mit sehr viel mehr R&D und Werbung, was die Produkte wieder besser absorptionsfähig macht.

      Insofern doch nochmal gerne einmal zurück zu KHC (und Deinem berechtig kritischen Hinweis): Sie investieren gerade massiv in die Marken und wieder mehr in die Werbung. Das ist für mich ein Gamechanger. Ich hatte es hier schon mal kommentiert und gegen andere Peers gerankt, wie viel das mittlerweile vom Umsatz wieder ist. Und sie stecken ne Menge Capex in die Fabriken, gerade sehr stark in Kanada (Automatisierung, Lieferketten). Und das finanzieren sie mit immer noch Cash Flow ohne Ende. Ist das nicht herrlich, wir reden hier von Effizienz. Irgendwann müssen auch die Mercedes S600 einmal durch die Waschstraße, eine Waschstraße ist aber nicht mit einer Werkstatt zu verwechseln.

      Ich behaupte keck, wer jetzt nicht die Consumer einsammelt (es muss ja nicht unbedingt die KHC sein, wäre auch denkbar, wenn Ihr mir die Kurse nicht wieder hochtreibt… :-9), gehört zu den 98% anderen Schlaumeiern, die immer prozyklisch verkaufen, in irgendwas anderes kurzfristig reinspringen, was dann dann nachher wieder auch nicht läuft. Sie hätten einfach nur dort bleiben müssen, wo der Cash Flow sprudelt. Aber sie wollten sie ja wieder alle so schlau sein….

  17. Avatar von Thomas
    Thomas

    Sorry, was ist denn das für ein Quatsch?
    Robin Hood bietet jetzt Aktien-token an, die nur als Vertrag/Derivat zwischen Robin Hood und dem Kunden gelten. Hat mit echten Unternehmensanteilen gar nichts zu tun.
    Ich dachte Robin Hood kommt auch als Neobroker nach Deutschland, aber das, was ich so sehe, ist doch echt nichts reelles.
    In den USA verkauft Robin Hood echte Aktien, aber in der EU nur Token.
    das ist doch ein extremes Kontrahentenrisiko auf eine einzige Firma.
    Für mich nur Finger weg.

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