25 Jahre in Folge die Dividende zu erhöhen, muss man erst mal schaffen. Gerade in Europa gelingt das nicht vielen Unternehmen. Zwischenzeitliche Chefwechsel oder Konjunktureinbrüche sorgen dann gerne mal für eine Dividendenkürzung oder auch nur Konstanz.
Um so mehr freue ich mich, dass eine Schweizer Aktie aus meinem Dividendendepot nun in die Riege der Dividendenaristokraten aufgestiegen ist.
Warum die Geschäftsergebnisse dafür sprechen, dass die Erhöhungen auch in den nächsten Jahren weitergehen und ob die Aktie jetzt ein Nachkauf für mich ist, erfährst Du in diesem Beitrag.
Der neueste Dividendenaristokrat in meinem Depot ist das Schweizer Pharmaunternehmen Novartis. Die Aktie habe ich hier gekauft.
Dividendenzahlung
Novartis zahlt in diesem Jahr eine Dividende von 3,10 CHF. Gegenüber dem Vorjahr ist das eine Erhöhung um 0,10 CHF. Das ist eine Erhöhung um 3,3% und deutlich mehr als in den letzten Jahren. Da lag die Erhöhung immer nur bei 0,05 CHF. Gleichzeitig ist es die 25. Erhöhung in Folge seit dem Börsengang 1996.
Für die 80 Aktien im Dividendendepot ergibt das eine Brutto-Dividende von 248 CHF. Sie wurde von der ING zum Kurs von 1,03046 in Euro umgerechnet. Nach Abzug der Steuern verbleibt eine Netto-Dividende von 131,04 €. Sie wurde rückwirkend mit Wertstellung 10.03.2022 überwiesen.


Wie ich mir die Quellensteuer zurückhole, habe ich hier berichtet. Mit diesem kleinen Zusatzaufwand sind die Steuerabzüge dann auch nicht höher als bei einer deutschen Aktie.
Perspektiven
Die Novartis-Aktie habe ich im letzten Jahr von 60 auf 80 Stücke erhöht. Zusammen mit der Dividendenerhöhung habe ich es damit nun erstmals auf eine dreistellige Nettodividende gebracht.
Auch in diesem Jahr steht der Pharmakonzern auf meiner Nachkaufliste. Warum?
Novartis hat die positiven Aktienmärkte des Jahres 2021 so gut wie nicht mitgemacht. Die Aktie startete mit 83,65 CHF in das Jahr und beendete es mit 80,28 CHF. Die Differenz ist quasi die 3,00 CHF Dividende gewesen. Im Ergebnis also eine Nullperformance.
Das ist für mich als Bestandsaktionär natürlich enttäuschend. Aber mein Blick geht über ein einzelnes Jahr hinaus. Im Rückblick bin ich zwar bisher mit meiner Position nicht zufrieden, aber immerhin notiert sie – durch die erhaltenen Dividenden, den günstigen Nachkauf im letzten Jahr und den gestiegenen CHF-Wechselkurs – im positiven Bereich.
Der Corona-Crash liegt ja mittlerweile 2 Jahre zurück. Die Novartis-Aktie hat sich aber bis heute nicht davon erholt. Die Novartis-Aktie notierte im Februar 2020 – also kurz vor dem Corona-Crash – noch bei rund 95 CHF.

War sie damals zu teuer oder hat sie einfach noch Aufholpotenzial?
Aus meiner Sicht ist Novartis mit seiner Produktpalette gut aufgestellt. Aktuell befinden sich 6 Blockbuster im Programm und 20 weitere haben das Potenzial, in den nächsten Jahren zur Marktreife zu gelangen. Sie besitzen ein Umsatzpotenzial von jeweils mindestens 1 Mrd. US-Dollar.
Anders als der Aktienkurs vermuten lässt, ist Novartis auch im Geschäftsjahr 2021 weiter gewachsen. Der Nettoumsatz stieg um 6%, das operative Ergebnis sogar um 15%. Nachdem Novartis in 2020 in China noch 14% im Umsatz zulegen konnte, gab der dortige Umsatz in 2021 allerdings um 3% nach.
Veränderungen gab es im Unternehmensportfolio. So wurde die Beteiligung am Wettbewerber Roche für 20,7 Mrd. US$ verkauft und Sandoz wird auf den Prüfstand gestellt. Bis zum Jahresende soll dann feststehen, ob Santo verkauft, behalten oder z.B. als Spin-Off an die Aktionäre gegeben wird.
Der Roche-Verkaufsgewinn sorgte für einen Rekordgewinn von 24,0 Mrd. US$. Davon gingen allerdings 14,6 Mrd. US$ auf den Roche-Erlös zurück. Der Gewinn je Aktie von 10,71 US$ ist also einmalig und es macht keinen Sinn, daraus ein Kurs-Gewinn-Verhältnis zu berechnen.
Novartis selbst gibt einen „Kerngewinn je Aktie“ an, der um 9% auf 6,29 US$ gestiegen ist.
2022 soll der Nettoumsatz erneut im mittleren einstelligen Bereich gesteigert werden. Eine vergleichbare Steigerung wird beim operativen Kernergebnis erwartet.
Novartis wächst damit weiterhin solide und verlässlich. Neben der jährlich steigenden Dividende werden weiterhin beachtliche Mengen an eigenen Aktien zurückgekauft.
Im Dezember 2021 wurde ein neues Rückkaufkaufprogramm angekündigt, das bis Ende 2023 laufen soll und ein Volumen von bis zu 15 Mrd. US$ umfasst. Ich finde das angesichts des stagnierenden Aktienkurses sinnvoll und im vollen Interesse der Aktionäre.
Insgesamt fühle ich mich mit der Novartis-Aktie weiterhin wohl in meinem Dividendendepot. Auch in den nächsten Jahren wird das Unternehmen wachsen und moderat die Dividende erhöhen. Es ist eine Aktie, mit der ich gut schlafen kann. Und ich kann mir gut vorstellen, dass sie im Zuge der Rotation von Growth zu Value auch noch wiederentdeckt wird.
Sollte der Aktienkurs jedoch weiter schwächeln, dann werde ich im 2. Halbjahr nachkaufen. Dann würde ich mit einem Nachkauf von 20 Aktien die 100 Stück vollmachen und hätte meine Zielposition erreicht. Aber ich bin da total entspannt und kann auch noch etwas warten. Die Entscheidung über die Sandoz-Zukunft könnte zum Jahresende auch noch mal Spannung in den Aktienkurs bringen. Lassen wir uns überraschen!
Auf einen Blick:
| Unternehmen: | Novartis |
| ISIN: | CH0012005267 |
| Im Divantis-Depot seit: | 09.04.2019 |
| Letzter Nachkauf am: | 08.09.2023 |
| Stückzahl im Divantis-Depot: | 100 |
| Durchschnittskaufkurs inkl. Gebühren: | 77,39 € |
| Gesamtkaufpreis: | 7.739,36 € |
| Bisher erhaltene Netto-Dividenden: | 858,45 € |
| Aktuelle Strategie: | Halten und Dividende kassieren |

Kommentar verfassen