Was Dich hier erwartet:
30% Plus seit Jahresbeginn – damit ist diese Aktie der Top-Titel in meinem Dividendendepot. Und besonders erfreulich daran: Erst vor einem Jahr hatte ich meine Depotposition durch einen Nachkauf verdoppelt.
Das Unternehmen zählt zur Luxusgüterbranche, bewegt sich aber tendenziell eher im Windschatten von LVMH. Seine Stärken spielt es aber gerade jetzt im Inflationsszenario aus. Denn hier wird deutlich was mit Preissetzungsmacht gemeint ist.
Die Aktionäre profitieren davon besonders. Nach einer 20%igen Dividendenerhöhung im letzten Jahr, wurde nun sogar noch stärker erhöht.
Und da stellt sich unweigerlich die Frage, ob das so weitergehen kann und wird. Und wenn ja, ob ich noch einmal zukaufe.
All diese Fragen beantworte ich in diesem Beitrag.
Qualität hat ihren Preis, der Beweis ist die Aktie von L’Oréal, die ich hier vorgestellt habe. Nach meinem Nachkauf im Februar 2022 brauchte ich etwas Geduld – und die hat sich mit dem diesjährigen Kursanstieg nun ausgezahlt:

Dividendenzahlung
L’Oréal zahlt in diesem Jahr eine Dividende von 6,00 € je Aktie. Gegenüber dem Vorjahr (4,80 €) ist das eine Erhöhung um 25%. Für die 10 Aktien in meinem Depot ergibt das einen Brutto-Betrag von 60,00 €. Der DKB-Broker hat – in bewährter Art und Weise bei französischen Aktien – die Quellensteuer voll auf die deutsche Kapitalertragsteuer angerechnet. Übrig bleibt so eine Netto-Dividende von 44,60 €. Sie wurde mit Wertstellung 28.04.2022 überwiesen.

Treueprogramm
Ganz aufmerksame Leser erkennen auf der Dividendenabrechnung womöglich, dass die Wertpapierkennnummer und die ISIN anders als im Vorjahr sind. Und auch nicht mit der WKN übereinstimmen, unter der die L’Oréal-Aktie an der Börse gehandelt wird. Das liegt daran, dass ich meinen Bestand letztes Jahr für das Treueprogramm angemeldet habe und sie deshalb umgebucht wurden. Was es mit dem Treueprogramm genau auf sich hat, habe ich hier beschrieben. Aber Vorsicht: Im Artikel ging ich noch davon aus, dass die Umbuchung zu Gebühren bei der DKB führen würde. Und deshalb hatte ich mich ursprünglich dagegen entschieden. Ich erhielt aber von einem Leser den Hinweis, dass die DKB das gebührenfrei macht. Und tatsächlich wurde mir für die Umbuchung nichts berechnet.

Deshalb an dieser Stelle meine Empfehlung: Wenn Du L’Oréal-Aktien im Depot hältst (vor allem bei der DKB!) und sie langfristig behalten möchtest, dann lohnt sich das Treueprogramm. Denn ab dem dritten Jahr nach der Umbuchung gibt es dann jedes Jahr eine um 10% höhere Dividende als bei den „normalen“ Aktionären! Bei mir wird das also 2025 erstmals der Fall sein.
Perspektiven
Die L’Oréal-Aktie ist für mich ein Phänomen. Ich kenne sie nur als teure Aktie. Selbst beim Tief im letzten Jahr lag das Kurs-Gewinn-Verhältnis irgendwo in der Region von 35. Solche Titel fasse ich eigentlich nicht an.
Trotzdem war es – zumindest bisher – die richtige Entscheidung, dass ich mich 2020 zur Depotaufnahme durchgerungen habe. Der damalige Kaufkurs von 268,20 € erscheint heutzutage – und das ist ja erst 3 Jahre her! – als unglaublich günstig. Mittlerweile sind 60% mehr für die Aktie fällig.
Und auch der Nachkauf im letzten Jahr war mit 368,90 € teuer, aber aus heutiger Sicht gut angelegtes Geld.
Mit dem gestiegenen Kurswert hat L’Oréal es damit inzwischen auf einen Depotanteil von 1,0% bei mir gebracht. Damit ist die Aktie immer noch relativ gering gewichtet. Und somit auch auf meiner Nachkaufliste – wenn sie halt nicht so teuer wäre.
Für 2022 berichtete L’Oréal erneut Rekordzahlen. Der Umsatz legte um 18,5% zu (auf vergleichbarer Basis um 10,1%). Die operative Marge wuchs um 19,5% an. Daraus folgte ein Gewinnzuwachs je Aktie von 27,6% auf 11,26 €.
Das sind beeindruckende Zahlen, bringen die Bewertung von L’Oréal aktuell aber wieder nah an die 40.
In das neue Jahr ist L’Oréal ebenfalls sehr gut gestartet. Der Umsatz legte auf vergleichbarer Basis weitere 13,0% zu und alle Unternehmensbereiche trugen zu diesem Plus bei.
L’Oréal ist eigenen Angaben zufolge in allen Regionen stärker als der Markt gewachsen und konnte die Marktführerschaft ausbauen.
Und Anfang April gab L’Oréal die Übernahme der australischen Luxus-Schönheitsmarke Aēsop bekannt. Aēsop wurde 1987 gegründet und vereint Haut-, Haar- und Körperpflegeprodukte. Neben einem Onlineshop ist Aēsop in rund 400 exklusiven Verkaufsstellen in Nord-, Mittel- und Südamerika, Europa, Australien und Asien erhältlich. In China, wo 2022 das erste Geschäft eröffnet wurde, ist Aēsop gerade im Entstehen begriffen.
L’Oréal greift für den Kauf tief in die Tasche und stemmt die größte Übernahme in der Unternehmensgeschichte: bei einem Umsatz von 537 Mio. US$ in 2022 wird der Kauf mit 2,525 Mrd. US$ bewertet. Das entspricht einem Umsatzmultiple von 4,7.
Interessanterweise ist das exakt die Bewertung, die L’Oréal zum Jahreswechsel selbst hatte: Ausgegeben waren zum Jahresende 2022 537,6 Mio. Aktien. Bei einem Jahresschlusskurs von 334,95 € betrug die Marktkapitalisierung damit 180 Mrd. €. Der Umsatz von 38,26 Mrd. € ergibt genau das Umsatzmultiple von 4,7.
Das dürfte kein Zufall sein, sondern der Herleitung des fairen Kaufpreises in den Verkaufsverhandlungen entsprechen. Für mich signalisiert das Management von L’Oréal damit deutlich, dass es zuversichtlich ist, den Unternehmenswert des gesamten Unternehmens auch in der Zukunft deutlich zu steigern. Denn nur dann ist ein solcher Kaufpreis vertretbar.
Die Vergangenheit zeigt, dass diese Zuversicht durchaus begründet ist.
L’Oréal verfügt über eine Preissetzungsmacht und kann höhere Einkaufskosten über den Preis an seine Kunden weitergeben. Zugleich wachsen die Marktanteile und damit das Volumen. Menschen auf der ganzen Welt „gönnen“ sich den Luxus hochwertiger Kosmetik. Oder sie greifen zu teuren gesundheitlichen Hautpflegeprodukten.
In allen Fällen profitiere ich als Aktionär von diesem Wachstum – sowohl beim Aktienkurs als auch bei der Dividende. Perspektivisch möchte ich L’Oréal weiterhin in eine Depotgewichtung von rund 2,5% bringen. L’Oréal ist dabei einer der Titel, mit denen ich sehr ruhig schlafen kann und um die ich mir keine Sorgen mache. Eine Aktie, die ich nie mehr verkaufen, sondern weiter zukaufen werde.
Wann es zum nächsten Nachkauf kommt, weiß ich allerdings noch nicht. Seit 2020 gab es in jedem Jahr auch mal schwächere Phasen für die Aktie. In diesem Jahr ist es noch nicht dazu gekommen. Und genau das ist meine Chance. Sollten wir den Bereich von 350 € je Aktie noch mal sehen, dann möchte ich in jedem Fall zugreifen. Mein Ziel ist es jedenfalls, bei der nächsten Dividendenzahlung mit mehr als 10 Aktien dabei zu sein.
Auf einen Blick:
| Unternehmen: | L’Oréal S.A. |
| ISIN: | FR0000120321 |
| Im Divantis-Depot seit: | 10.02.2020 |
| Letzter Nachkauf am: | 27.01.2025 |
| Stückzahl im Divantis-Depot: | 17 |
| Durchschnittskaufkurs inkl. Gebühren: | 337,48 € |
| Gesamtkaufpreis: | 5.737,12 € |
| Bisher erhaltene Netto-Dividenden: | 239,02 € |
| Aktuelle Strategie: | Bei Kursschwäche nachkaufen |

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