Sie war meine erste japanische Aktie im Depot – lange bevor Warren Buffet den Fokus des Kapitalmarktes wieder auf eine der größten Volkswirtschaften der Welt lenkte.
Seit 6 Jahren bringt mir die Aktie eine solide Rendite und steigende Dividenden. Aber immer, wenn ich mich mit japanischen Aktien beschäftige, erscheinen mir andere Titel attraktiver.
Aber warum ist das eigentlich so? Womöglich liegt es am konservativen Geschäftsmodell und auch daran, dass das Unternehmen eben schon so lange eine aktionärsfreundliche Politik betreibt. Und damit keine strukturellen Veränderungen anstehen, sondern einfach so wie bisher weitergearbeitet wird.
Und das ist der Hauptgrund, warum die Aktie ihren Platz in meinem Depot hat. Sie liefert genau das, was ich bestellt habe.
Wie ich die Perspektiven für die weitere Entwicklung einschätze und wo die Reise noch hingehen kann, erfährst Du in diesem Beitrag.
Sekisui House kam bereits 2019 als meine erste japanische Aktie in das Dividendendepot. Hier habe ich den japanischen Hausbauer ausführlich vorgestellt. Mit seinen emissionsarmen (bis hin zu emissionsfreien) und smarten Häusern trifft Sekisui House den Zeitgeist und rollt das Konzept u.a. in den USA weiter aus.
Der Chart in Euro zeigt die Entwicklung für europäische Anleger – mit einem doch deutlichen Rückgang seit dem Herbst 2024:

Und zum Vergleich hier noch der Chart der identischen Aktie, aber in ihrer Heimatwährung, dem japanischen Yen. Dort war der Anstieg bis 2024 deutlich steiler:

Zur Einschätzung einer Aktie schaue ich mir deshalb immer auch den Chart in der Heimatwährung an. Eine Währungsschwäche gegenüber dem Euro wird dann quasi bereinigt und es zeigt sich die eigentliche Entwicklung einer Aktie.
Dividende
Sekisui House zahlt zweimal im Jahr eine Dividende (April und September). Das exDividende-Datum liegt dabei – wie häufig in Japan – ganze 3 Monate zurück. Im April wird dabei eine Schlussdividende bezahlt, die September-Dividende ist dann eine Zwischendividende.
Nachdem es im letzten September eine Dividende von 64 Yen je Aktie gab, wurden nun als Schlussdividende 71 Yen je Aktie ausgeschüttet. Vor einem Jahr gab es im April eine Dividende von 64 Yen. Das sind nun also 7 Yen mehr bzw. eine Dividendenerhöhung um 10,9%. Für die 100 Aktien in meinem Depot ergibt das eine Brutto-Dividende von 7.100 Yen. Sie wurde von flatex zum Kurs von 161,68 in Euro umgerechnet. Nach Abzug der Steuern ergibt sich eine Netto-Dividende von 32,55 €. Sie wurde mit Wertstellung 24.04.2025 überwiesen.

Sekisui House hatte damit für das abgelaufene Geschäftsjahr eine Zwischendividende von 64 Yen und eine Schlussdividende von 71 Yen bezahlt. Das sind in der Addition 135 Yen. Bei einem Aktienkurs von 3.225 Yen am Dividendenzahltag ergibt das eine Dividendenrendite von 4,2%.
Meine persönliche Rendite auf meinen Einstand (Yield on Cost) leidet weiterhin unter dem schwachen Yen, profitiert aber auch von den stetigen Dividendenerhöhungen. Ich habe für meine 100 Aktien 1.363,35 € bezahlt. Darauf erhielt ich für das Geschäftsjahr zwar 13.500 Yen Brutto-Dividende. Umgerechnet zum aktuellen Wechselkurs sind das allerdings „nur“ 83,50 €. Und das ergibt dann einen YoC von 6,1%. Das ist zwar deutlich mehr als die aktuelle Dividendenrendite, angesichts der stetigen Dividendenerhöhungen aber dann doch nicht so hoch wie eigentlich möglich.
Perspektiven
Vor ein paar Tagen hat mir ein Leser ein Feedback zukommen lassen, dass ich mich zu sehr mit kleinen Beträgen beschäftigen würde. Da ging es allerdings um L’Oréal und einen Marktwert der von mir gehaltenen Aktien von 6.200 €. Nun schreibe ich über ein Unternehmen, das nur ein Drittel dieses Depotgewichts hat. Und ich mache das aus voller Überzeugung!
Denn auf der einen Seite haben ja die absoluten Beträge meiner Depotpositionen keinen Einfluss auf die wirtschaftliche Entwicklung des jeweiligen Unternehmens. Und die steht seit jeher im Fokus meiner Blogbeiträge. Auf der anderen Seite hat die relative Gewichtung eines Unternehmens in meinem Depot dann auch wieder eine gewisse Aussage.
Denn entweder ist mir das Risiko zu groß, um einen größeren Betrag zu investieren (so zuletzt bei Oxford Lane Capital). Oder die Bewertung ist mir zu hoch und ich möchte erst mal einen Fuß in die Tür stellen (Badger Meter ist da ein gutes Beispiel, aber eben auch L’Oréal).
Oder aber – und da kommen wir zu Sekisui House – ich bin einfach zufrieden mit der Größe der Depotposition, weil ich sie als Teil einer Branchen- oder Länderdiversifikation betrachte. So haben einige kleinere Versicherungspositionen ihre Berechtigung und Sekisui House ist für mich ein Bestandteil meines Japaninvestments.
In Japan habe ich aktuell 4,03% meines Dividendendepots investiert und das verteilt in 8 verschiedene Titel. Andere kaufen sich vermutlich einfach einen Japan-ETF, ich bevorzuge eben Einzeltitel.

Ursprünglich sollte Sekisui House auch nicht bei den 100 Aktien stehen bleiben. Die nun schon seit Jahren andauernde Schwäche des Yen hat mich aber lange Zeit vor einem Nachkauf zurückschrecken lassen. Mittlerweile hat sich das Niveau allerdings bei 160 Yen zu 1 Euro eingependelt und Käufe machen es für Euro-Anleger gar nicht so unattraktiv.
Wenn da nicht eine Entwicklung wäre, die aus meiner Sicht gegen einen Nachkauf von Sekisui House spricht: Japan hat die lange Phase von Deflation und Negativzinsen inzwischen verlassen. Die Inflation dürfte in diesem Jahr über dem 2%-Inflationsziel der Bank of Japan bleiben, da insbesondere auch die Löhne deutlich steigen (durchschnittlich 5,1% in 2024 und in Richtung 5,5% in 2025). Damit einher geht ein starker Zinsanstieg bei längeren Laufzeiten. Und die sind für die Baukonjunktur elementar. Hinzu kommen dürften höhere Baukosten durch die steigenden Löhne.
Der Nikkei 225 Index verlor seit Jahresbeginn in Euro auch schon rund 6%.
Bei Sekisui House selbst ist davon zwar noch nichts zu spüren. Aber das ist aufgrund des Auftragsbestands auch nicht ungewöhnlich. Das Unternehmen wächst weiter und arbeitet an der Erfüllung seiner Management-Ziele.
Im abgelaufenen Geschäftsjahr (es endete zum 31.01.2025) konnte der Umsatz um 30,6% gesteigert werden und übertraf erstmals die Marke von 4 Billionen Yen. Umgerechnet in Euro war das ein Umsatz von 25,2 Mrd. €. Der operative Gewinn stieg um 22,3% auf 331 Mrd. Yen, rund 2 Mrd. €.
Der Gewinn je Aktie (diluted) verbesserte sich von 309,19 Yen auf 335,84 Yen. Ein Zuwachs von 8,6%. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt damit bei einem Aktienkurs von 3.225 Yen bei 9,6.
Noch bei der letzten Dividendenzahlung im September 2024 lag das KGV bei 12,3. Nun ist es wieder einstellig – so wie ich es über die Jahre schon öfter beobachten konnte. Diese Bewertung allein ist deshalb für mich kein Kaufgrund.
Interessant ist da schon eher der Ausblick. Denn in der Vergangenheit hat sich das Management als sehr prognosetreu gezeigt und in der Regel die Ziele auch noch übertroffen. Danach soll bei einer unveränderten Payout-Ratio die Dividende für das Gesamtjahr von 135 auf 144 Yen steigen. Das wäre eine Anhebung um 5,2%.
Der Umsatz wird mit 4,5 Billionen Yen erwartet, 10,9% höher als im letzten Jahr. Und der Gewinn je Aktie (basic) soll auf 357,97 Yen steigen, was ein Plus von 6,6% bedeutet. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt dann exakt bei 9.
Die große Umsatz- und Gewinnsteigerung in 2024 ist vor allem der Übernahme des US-amerikanischen Hausbauers MDC zu verdanken. Die dortigen Ergebnisse (Sekisui House ist mit der Übernahme zum fünftgrößten Hausbauer der USA geworden) sind nun erstmals in den Zahlen enthalten. Der Umsatz des Overseas Business (dazu zählen die USA, Australien und Singapur) legte so um 150,2% zu. Für 2025 ist ein weiteres Wachstum von 53,3% geplant, da der Kauf erst im April 2024 stattfand und somit noch kein volles Geschäftsjahr in die Bücher einging.
Nach dem Plan für 2025 werden denn 39% des Umsatzes von Sekisui House aus den USA, Australien und Singapur stammen. Und das ist eine Ansage!
Noch 2023 lag dieser Umsatzanteil bei „nur“ 16%. Sekisui House entwickelt sich damit in großen Schritten von einem auf Japan fokussierten Unternehmen zu einem international positionierten Konzern.
Auch wenn der Häusermarkt in den USA als sehr volatil gilt, ist das aus meiner Sicht eine positive Entwicklung. Denn langfristig schrumpft die Bevölkerung in Japan und wird deshalb auch weniger Immobilien nachfragen. Der Schritt ins Ausland ist deshalb für das Wachstum unabdingbar.
Die steigenden Zinsen sind jedoch nicht nur in Japan zu sehen, sondern auch in den USA. Und damit bekommt Sekisui House aktuell in beiden Regionen Druck zu spüren.
Die Zinsen haben auch einen Einfluss auf die eigene Finanzierung. Zur Finanzierung des Kaufs von MDC hat Sekisui House im Juli 2024 nachrangige Anleihen in Yen und US-Dollar emittiert. Die Yen-Tranchen hatten Zinssätze von 1,7% und 2,5% mit Laufzeiten bis 2059 und 2064. Die Dollar-Tranchen hatten kürzere Laufzeiten bis 2030 und 2034 bei Zinssätzen von 4,7% und 5,1%.
Die Yen-Anleihen können vorzeitig zurückgezahlt werden, was aber nur bei geringeren Zinssätzen sinnvoll erscheint.
Der aktuelle Management-Plan (es ist der 6. seit 2010) läuft noch bis zum Ende des Geschäftsjahres 2025. Spannend wird es deshalb im Frühjahr 2026, wenn der 7. Management-Plan veröffentlicht wird. Dann werden wir – unterlegt mit konkreten Zahlen – sehen, wohin sich Sekisui House entwickeln soll.
Und womöglich ist das dann auch ein guter Anlass, doch noch einen Nachkauf zu tätigen.
Denn trotz der aktuellen Schwäche sprechen für mich als Euro-Anleger die Technologieführerschaft Japans, günstige Bewertungen und stabile Unternehmensgewinne weiterhin für ein Engagement in japanischen Aktien.
Und wenn es Sekisui House schafft, mich mit seinen Plänen zu begeistern, dann spricht auch nichts dagegen, die Position zu erhöhen. Bisher standen dem die äußeren Rahmenbedingungen immer wieder entgegen. Aber ich gebe die Zuversicht nicht auf, denn das Unternehmen verfügt über mehr als 60 Jahre Erfahrung in Japan. Und wenn es gelingt, die Hausbau-Technologien in den amerikanischen Markt einzuführen, dann kann das ein echter Game-Changer werden.
Auf einen Blick:
| Unternehmen: | Sekisui House Ltd. |
| ISIN: | JP3420600003 |
| Im Divantis-Depot seit: | 24.01.2019 |
| Letzter Nachkauf am: | — |
| Stückzahl im Divantis-Depot: | 100 |
| Durchschnittskaufkurs inkl. Gebühren: | 13,63 € |
| Gesamtkaufpreis: | 1.363,35 € |
| Bisher erhaltene Netto-Dividenden: | 348,72 € |
| Aktuelle Strategie: | Halten und Dividende kassieren |
| für diesen Beitrag verwendete Quellen: |
| Consolidated Financial Results for FY2024 |
| Company Presentation for FY2025 |


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