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Günstig bewertet und nun mit internationaler Ausrichtung

A Japanese home builder now active in the USA, symbolized with a rising stock chart in the background.
4.6
(51)

Sie war meine erste japanische Aktie im Depot – lange bevor Warren Buffet den Fokus des Kapitalmarktes wieder auf eine der größten Volkswirtschaften der Welt lenkte.

Seit 6 Jahren bringt mir die Aktie eine solide Rendite und steigende Dividenden. Aber immer, wenn ich mich mit japanischen Aktien beschäftige, erscheinen mir andere Titel attraktiver.

Aber warum ist das eigentlich so? Womöglich liegt es am konservativen Geschäftsmodell und auch daran, dass das Unternehmen eben schon so lange eine aktionärsfreundliche Politik betreibt. Und damit keine strukturellen Veränderungen anstehen, sondern einfach so wie bisher weitergearbeitet wird.

Und das ist der Hauptgrund, warum die Aktie ihren Platz in meinem Depot hat. Sie liefert genau das, was ich bestellt habe.

Wie ich die Perspektiven für die weitere Entwicklung einschätze und wo die Reise noch hingehen kann, erfährst Du in diesem Beitrag.

Sekisui House kam bereits 2019 als meine erste japanische Aktie in das Dividendendepot. Hier habe ich den japanischen Hausbauer ausführlich vorgestellt. Mit seinen emissionsarmen (bis hin zu emissionsfreien) und smarten Häusern trifft Sekisui House den Zeitgeist und rollt das Konzept u.a. in den USA weiter aus.

Der Chart in Euro zeigt die Entwicklung für europäische Anleger – mit einem doch deutlichen Rückgang seit dem Herbst 2024:

Sekisui House 10-Jahres-Chart in Euro
Sekisui House 10-Jahres-Chart in Euro

Und zum Vergleich hier noch der Chart der identischen Aktie, aber in ihrer Heimatwährung, dem japanischen Yen. Dort war der Anstieg bis 2024 deutlich steiler:

Sekisui House 10-Jahres-Chart in Yen
Sekisui House 10-Jahres-Chart in Yen

Zur Einschätzung einer Aktie schaue ich mir deshalb immer auch den Chart in der Heimatwährung an. Eine Währungsschwäche gegenüber dem Euro wird dann quasi bereinigt und es zeigt sich die eigentliche Entwicklung einer Aktie.

Dividende

Sekisui House zahlt zweimal im Jahr eine Dividende (April und September). Das exDividende-Datum liegt dabei – wie häufig in Japan – ganze 3 Monate zurück. Im April wird dabei eine Schlussdividende bezahlt, die September-Dividende ist dann eine Zwischendividende.

Nachdem es im letzten September eine Dividende von 64 Yen je Aktie gab, wurden nun als Schlussdividende 71 Yen je Aktie ausgeschüttet. Vor einem Jahr gab es im April eine Dividende von 64 Yen. Das sind nun also 7 Yen mehr bzw. eine Dividendenerhöhung um 10,9%. Für die 100 Aktien in meinem Depot ergibt das eine Brutto-Dividende von 7.100 Yen. Sie wurde von flatex zum Kurs von 161,68 in Euro umgerechnet. Nach Abzug der Steuern ergibt sich eine Netto-Dividende von 32,55 €. Sie wurde mit Wertstellung 24.04.2025 überwiesen.

Sekisui House Dividendenzahlung im April 2025

Sekisui House hatte damit für das abgelaufene Geschäftsjahr eine Zwischendividende von 64 Yen und eine Schlussdividende von 71 Yen bezahlt. Das sind in der Addition 135 Yen. Bei einem Aktienkurs von 3.225 Yen am Dividendenzahltag ergibt das eine Dividendenrendite von 4,2%.

Meine persönliche Rendite auf meinen Einstand (Yield on Cost) leidet weiterhin unter dem schwachen Yen, profitiert aber auch von den stetigen Dividendenerhöhungen. Ich habe für meine 100 Aktien 1.363,35 € bezahlt. Darauf erhielt ich für das Geschäftsjahr zwar 13.500 Yen Brutto-Dividende. Umgerechnet zum aktuellen Wechselkurs sind das allerdings „nur“ 83,50 €. Und das ergibt dann einen YoC von 6,1%. Das ist zwar deutlich mehr als die aktuelle Dividendenrendite, angesichts der stetigen Dividendenerhöhungen aber dann doch nicht so hoch wie eigentlich möglich.

Perspektiven

Vor ein paar Tagen hat mir ein Leser ein Feedback zukommen lassen, dass ich mich zu sehr mit kleinen Beträgen beschäftigen würde. Da ging es allerdings um L’Oréal und einen Marktwert der von mir gehaltenen Aktien von 6.200 €. Nun schreibe ich über ein Unternehmen, das nur ein Drittel dieses Depotgewichts hat. Und ich mache das aus voller Überzeugung!

Denn auf der einen Seite haben ja die absoluten Beträge meiner Depotpositionen keinen Einfluss auf die wirtschaftliche Entwicklung des jeweiligen Unternehmens. Und die steht seit jeher im Fokus meiner Blogbeiträge. Auf der anderen Seite hat die relative Gewichtung eines Unternehmens in meinem Depot dann auch wieder eine gewisse Aussage.

Denn entweder ist mir das Risiko zu groß, um einen größeren Betrag zu investieren (so zuletzt bei Oxford Lane Capital). Oder die Bewertung ist mir zu hoch und ich möchte erst mal einen Fuß in die Tür stellen (Badger Meter ist da ein gutes Beispiel, aber eben auch L’Oréal).

Oder aber – und da kommen wir zu Sekisui House – ich bin einfach zufrieden mit der Größe der Depotposition, weil ich sie als Teil einer Branchen- oder Länderdiversifikation betrachte. So haben einige kleinere Versicherungspositionen ihre Berechtigung und Sekisui House ist für mich ein Bestandteil meines Japaninvestments.

In Japan habe ich aktuell 4,03% meines Dividendendepots investiert und das verteilt in 8 verschiedene Titel. Andere kaufen sich vermutlich einfach einen Japan-ETF, ich bevorzuge eben Einzeltitel.

Japanische Aktien im Dividendendepot nach ihrem Marktwert verteilt
Japanische Aktien im Dividendendepot nach ihrem Marktwert verteilt

Ursprünglich sollte Sekisui House auch nicht bei den 100 Aktien stehen bleiben. Die nun schon seit Jahren andauernde Schwäche des Yen hat mich aber lange Zeit vor einem Nachkauf zurückschrecken lassen. Mittlerweile hat sich das Niveau allerdings bei 160 Yen zu 1 Euro eingependelt und Käufe machen es für Euro-Anleger gar nicht so unattraktiv.

Wenn da nicht eine Entwicklung wäre, die aus meiner Sicht gegen einen Nachkauf von Sekisui House spricht: Japan hat die lange Phase von Deflation und Negativzinsen inzwischen verlassen. Die Inflation dürfte in diesem Jahr über dem 2%-Inflationsziel der Bank of Japan bleiben, da insbesondere auch die Löhne deutlich steigen (durchschnittlich 5,1% in 2024 und in Richtung 5,5% in 2025). Damit einher geht ein starker Zinsanstieg bei längeren Laufzeiten. Und die sind für die Baukonjunktur elementar. Hinzu kommen dürften höhere Baukosten durch die steigenden Löhne.

Der Nikkei 225 Index verlor seit Jahresbeginn in Euro auch schon rund 6%.

Bei Sekisui House selbst ist davon zwar noch nichts zu spüren. Aber das ist aufgrund des Auftragsbestands auch nicht ungewöhnlich. Das Unternehmen wächst weiter und arbeitet an der Erfüllung seiner Management-Ziele.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr (es endete zum 31.01.2025) konnte der Umsatz um 30,6% gesteigert werden und übertraf erstmals die Marke von 4 Billionen Yen. Umgerechnet in Euro war das ein Umsatz von 25,2 Mrd. €. Der operative Gewinn stieg um 22,3% auf 331 Mrd. Yen, rund 2 Mrd. €.

Der Gewinn je Aktie (diluted) verbesserte sich von 309,19 Yen auf 335,84 Yen. Ein Zuwachs von 8,6%. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt damit bei einem Aktienkurs von 3.225 Yen bei 9,6.

Noch bei der letzten Dividendenzahlung im September 2024 lag das KGV bei 12,3. Nun ist es wieder einstellig – so wie ich es über die Jahre schon öfter beobachten konnte. Diese Bewertung allein ist deshalb für mich kein Kaufgrund.

Interessant ist da schon eher der Ausblick. Denn in der Vergangenheit hat sich das Management als sehr prognosetreu gezeigt und in der Regel die Ziele auch noch übertroffen. Danach soll bei einer unveränderten Payout-Ratio die Dividende für das Gesamtjahr von 135 auf 144 Yen steigen. Das wäre eine Anhebung um 5,2%.

Der Umsatz wird mit 4,5 Billionen Yen erwartet, 10,9% höher als im letzten Jahr. Und der Gewinn je Aktie (basic) soll auf 357,97 Yen steigen, was ein Plus von 6,6% bedeutet. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt dann exakt bei 9.

Die große Umsatz- und Gewinnsteigerung in 2024 ist vor allem der Übernahme des US-amerikanischen Hausbauers MDC zu verdanken. Die dortigen Ergebnisse (Sekisui House ist mit der Übernahme zum fünftgrößten Hausbauer der USA geworden) sind nun erstmals in den Zahlen enthalten. Der Umsatz des Overseas Business (dazu zählen die USA, Australien und Singapur) legte so um 150,2% zu. Für 2025 ist ein weiteres Wachstum von 53,3% geplant, da der Kauf erst im April 2024 stattfand und somit noch kein volles Geschäftsjahr in die Bücher einging.

Nach dem Plan für 2025 werden denn 39% des Umsatzes von Sekisui House aus den USA, Australien und Singapur stammen. Und das ist eine Ansage!

Noch 2023 lag dieser Umsatzanteil bei „nur“ 16%. Sekisui House entwickelt sich damit in großen Schritten von einem auf Japan fokussierten Unternehmen zu einem international positionierten Konzern.

Auch wenn der Häusermarkt in den USA als sehr volatil gilt, ist das aus meiner Sicht eine positive Entwicklung. Denn langfristig schrumpft die Bevölkerung in Japan und wird deshalb auch weniger Immobilien nachfragen. Der Schritt ins Ausland ist deshalb für das Wachstum unabdingbar.

Die steigenden Zinsen sind jedoch nicht nur in Japan zu sehen, sondern auch in den USA. Und damit bekommt Sekisui House aktuell in beiden Regionen Druck zu spüren.

Die Zinsen haben auch einen Einfluss auf die eigene Finanzierung. Zur Finanzierung des Kaufs von MDC hat Sekisui House im Juli 2024 nachrangige Anleihen in Yen und US-Dollar emittiert. Die Yen-Tranchen hatten Zinssätze von 1,7% und 2,5% mit Laufzeiten bis 2059 und 2064. Die Dollar-Tranchen hatten kürzere Laufzeiten bis 2030 und 2034 bei Zinssätzen von 4,7% und 5,1%.

Die Yen-Anleihen können vorzeitig zurückgezahlt werden, was aber nur bei geringeren Zinssätzen sinnvoll erscheint.

Der aktuelle Management-Plan (es ist der 6. seit 2010) läuft noch bis zum Ende des Geschäftsjahres 2025. Spannend wird es deshalb im Frühjahr 2026, wenn der 7. Management-Plan veröffentlicht wird. Dann werden wir – unterlegt mit konkreten Zahlen – sehen, wohin sich Sekisui House entwickeln soll.

Und womöglich ist das dann auch ein guter Anlass, doch noch einen Nachkauf zu tätigen.

Denn trotz der aktuellen Schwäche sprechen für mich als Euro-Anleger die Technologieführerschaft Japans, günstige Bewertungen und stabile Unternehmensgewinne weiterhin für ein Engagement in japanischen Aktien.

Und wenn es Sekisui House schafft, mich mit seinen Plänen zu begeistern, dann spricht auch nichts dagegen, die Position zu erhöhen. Bisher standen dem die äußeren Rahmenbedingungen immer wieder entgegen. Aber ich gebe die Zuversicht nicht auf, denn das Unternehmen verfügt über mehr als 60 Jahre Erfahrung in Japan. Und wenn es gelingt, die Hausbau-Technologien in den amerikanischen Markt einzuführen, dann kann das ein echter Game-Changer werden.

Auf einen Blick:

Unternehmen:Sekisui House Ltd.
ISIN:JP3420600003
Im Divantis-Depot seit:24.01.2019
Letzter Nachkauf am:
Stückzahl im Divantis-Depot:100
Durchschnittskaufkurs inkl. Gebühren:13,63 €
Gesamtkaufpreis:1.363,35 €
Bisher erhaltene Netto-Dividenden:348,72 €
Aktuelle Strategie:Halten und Dividende kassieren

für diesen Beitrag verwendete Quellen:
Consolidated Financial Results for FY2024
Company Presentation for FY2025

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Kommentare

21 Antworten zu „Günstig bewertet und nun mit internationaler Ausrichtung“

  1. Avatar von Susanne
    Susanne

    Hallo Ben,
    danke für Deine Beiträge! Ich lese diese super gern und schaue auch im Nachgang regelmäßig rein, weil ich auch die Kommentare (danke, Community) sehr gern lese. Ich lerne immer was dazu und wollte deswegen einfach mal DANKE an alle sagen!
    Einen schönen Feiertag und liebe Grüße

  2. Avatar von Frank
    Frank

    Eine weitere Frage zu deinen Investments: Warum ziehst du im Versicherungssektor Sompo Hld. gegenüber Tokio Marine vor? Tokio Marine weist gegenüber Sompo seit Jahren die besseren Leistungszahlen aus, u.a. Umsatz und Gewinn aus. Und ich würde behaupten, dass beide Versicherer ähnlich gut in der Wiederanlage ihres Flows sind. Aber TM eben stärker wächst und das schon seit Jahren. Also vermute ich, dass du bei Sompo das bessere Geschäftsmodell siehst?

    1. Avatar von Ben Warje

      Hallo Frank,

      das mag sich jetzt komisch und wenig fundiert anhören, aber ich bin da eher so hinein gerutscht. Ich hatte irgendwann mal einen Artikel gelesen, welche Unternehmen in Japan potentiell auch in das Beuteschema von Warren Buffett passen könnte. Da wurde Sompo Holdings genannt. Ich habe sie mir dann ein bißchen angeschaut und dann auf meine Watchlist genommen. Und dann gab es letztes Jahr einen Kurseinbruch nach enttäuschenden Quartalszahlen. Gleichzeitig wurde aber die Dividende erhöht und ich habe einfach eine kleine Position gekauft. Interessanterweise ging es bald aufwärts und ich war nach kurzer Zeit schon 30% im Plus. Aber ich habe mich bis heute nicht so intensiv damit beschäftigt, dass ich das Unternehmen jetzt ausführlicher vorstellen könnte. Das steht immer noch auf meiner To-Do-Liste! Jetzt im Mai hat sich das Spiel wiederholt: erneut enttäuschende Quartalszahlen, aber Dividendenerhöhung. Und wieder hoher Tagesverlust. Und ich habe meine Position verdoppelt. 100 Aktien sind jetzt immer noch nicht so viel in meinem Depot (0,5% Depotanteil), aber so langsam will ich mich dann wirklich intensiver dem Titel widmen. Insgesamt scheint mir die Marktposition und Geschäftstätigkeit gar nicht so unterschiedlich gegenüber Tokio Marine zu sein. Mit dem Nachkauf bin ich übrigens nach 1 Woche 5% im Plus. Versicherungen sind einfach ein gutes Geschäft. Tokio Marine schaue ich mir sicherlich auch noch an…

      Viele Grüße Ben

  3. Avatar von Thomas
    Thomas

    beim Anschauen des Charts des Nikkei 225 fällt auf, das er im April 2025 nach Trumps Liberation Tariffs speech den Tiefpunkt aus dem 25%igen Sturz aus 08/24 nach dem kläglichen Versuch der BoJ, die Zinsen anzuheben, nochmals kurzzeitig unterschritten hat.
    Im Vergleich zwischen den größten globalen Indizes (Ex China) hinkt der Nikkei hinterher.

    Geldmarktpolitisch schaut man immer auf die Bid-to-Cover Ratio in den USA, wo es um die Nachfrage der USA Government Bonds geht, wo die Ratio immer noch zwischen 2 bis 3 liegt. Tendenz aber sinkend. Immerhin gibt es auch gute Zinsen zu holen.
    In Japan ist diese Ratio deutlich schlechter, geht auf Tendenz eins, das heißt die Nachfrage deckt geradeso das Angebot an japanischen Government Bonds, (das dringend unter die Leute gebracht werden muß aufgrund der exorbitanten Verschuldung).
    z,Bsp. hier von gestern
    https://www.ft.com/content/19315b9b-1e5e-463d-8255-54a922975dcc
    Japanische Staats-Bonds sind auch nicht gerade beliebt in der globalen Investoren-Welt. (Ex Japan).
    Die BoJ hält bereits etwa 52% aller outstanding Japan Government Bonds.
    Wenn das mal keine Staatsfinanzierung ist.
    Die Verschuldung steigt quasi unaufhörlich.
    Die FED hält ( ohne tiefer zu graben) je nach Quelle etwa 15% bis 35% aller US Government Bonds.
    Die EZB liegt auch bei etwa 30%.
    Die zuletzt relative Stabilität des Yen vs USD ist nur auf die Abwertung des USD zurückzuführen. Der Langfristchart fällt zu ungunsten des Yen aus.
    Ggü. Euro fällt der Yen weiter.

    Wenn man Investieren in verschiedenen Währungen mit einem 100 Meter Lauf vergleicht, startet man beim Investieren in Yen immer mit Gegenwind…

    wieder mal eine schöne Website gefunden,
    https://countryeconomy.com/countries/compare/japan/singapore
    hier mal der Vergleich Japan / Singapore eingestellt.

    Der Strait Times Index Singapore läuft auch besser als Nikkei 225,

    Finde weiter Singapore eher interessant als Japan,

    nur Meinung

  4. Avatar von Hans
    Hans

    In Japan ist auch nicht alles rosig und altert vor sich hin. Ein 90 jähriger Firnenchef eines größeren mittelständischen Unternehmens meinte mal :“Mit 60 in Rente?!? Da fangen wir bei uns erst an richtig zu arbeiten!“

    Japan ist schwerfällig! Japan ist innovativ! Japan ist ein Widerspruch und bleibt eine Maschine, seit die Amerikaner 1853 mit ihren Schiffe auftauchten.

    Deutschland hat keinen nennenswerten Ölkonzern mehr nach der Abwicklung von Wintershall Dea. Japan hat noch Eneos und andere die im Ölbusiness mitmischen. Japan hat m.e. als einzige westliche Industriestaat geschafft nahezu alle Wirtschaftzweige von Schwerindustrie bis Highttech zu erhalten.
    Thyssen Krupp war mal einer der bedeutestens und größten Stahlkonzerne der Welt und heute ist es ein Nichts jenseits der Pos. 40. Japan Nippon Steel ist bis heute die Nr.3 , hat den „klimafreundlichsten Stahl“ und könnte problemslos US Steel übernehmen. Japan hat trotz China und Korea noch große schwere Maschinenbauer und ist immer noch die Nr. 3 im Schiffsbau.
    Viele jap. Konzerne müssen sich ständig neu orientieren und sind bis heute noch im Rennen. Die jap. Unternehmen haben trotz der hohen Staatschulden oft auch sehr gesunde Bilanzen, an denen sich mancher US-Konzerne mal ein Beispiel dran nehmen könnte.
    Japan-Aktien haben in meinem Depot einen Anteil von 7,5 %, Takeda,Eneos,Canon, Mitsubishi Corp/ Chemical/ Electric, Honda, Panasonic,Yamaha, Yamaha Motor,Nippon Steel,Bridgestone,Sumitomo Heavy,Komatsu. Statt Nippon Sanso zu kaufen, kann man auch gleich Mitsubishi Chemical kaufen, weil die 50% an Nippon Sanso halten. Der Anteil an Nippon Sanso entspricht den Börsenwert der Mitsubishi Chemical. Das Chemie u. Pharmageschäft + Schulden gibt umsonst oben drauf.
    Es gibt noch viele tolle Firmen in Japan. Meine jap. Positionen werde ich zukünftig noch weiter ausbauen.

    Die großen Singapur-Firmrn sind teilw. hoch verschuldet und finde ich nicht interessant.

  5. Avatar von Tobs
    Tobs

    Hallo zusammen,

    das ist schon irgendwie misslich, auch wenn es im Moment Bestandteil „lediglich“ des Gesetzesentwurfs ist. Aber allein das Ansinnen dürfte sehr stark irritieren und negativ nachhalten, selbst wenn insoweit eine Rücknahme erfolgen sollte.

    https://www.ft.com/content/b400009a-9a0e-4ee0-b6ed-2a25c2de0d8f

    Ich habe einen US-Anteil im Depot von etwas unter 3o Prozent und fühle mich entsprechend wohl, dass es nicht mehr ist.

    Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, wenn Aktien-Anlagen in Unternehmen in HK oder Singapur gescheut werden, weil man sich vor „staatlichen Eingriffen“ scheut. Seit Dekaden hat es dort bislang nämlich gar keine gegeben und ich nehme an, die Wahrscheinlichkeit, dass es jemals dazu kommt, dürfte wegen des USA-Verhaltens noch weiter sinken. Denn noch besser kann man sich in Asien als attraktiver Kapitalmarkt gar nicht darstellen, wenn man einfach nichts macht und es den USA als vermeintlich rechtssicheres und eigentumsfreundliches Land es überlässt, selbst die globalen Investoren zu verscheuchen und in den eigenen asiatischen Kapitalmarkt treiben zu lassen. Ich nehme an, die Handels und nun auch Kapitalpolitik der USA dürften den Shift in asiatische Kapitalmärkte enorm verstärkt haben und selbst bei einer hypothetischen Revision der Hasardeur-Politik einige Jahre nachwirken. Darum werde ich wohl weiterhin gerne in HK und Singapur in Unternehmen investieren und fühle mich dabei zumindest nicht weniger rechtssicher als bei USA-Investments… :-)

    1. Avatar von Thomas
      Thomas

      Hi Tobs, sehe ich ähnlich,
      netter kleiner Chart, gerne auch zwischen den verschiedenen Zeiträumen hin und her switchen.
      https://stock3.com/aktien/singapore-exchange-129176
      (früher haben (lt. Helmut Jonen, der im Wealthmanagement gearbeitet hat,) viele asiatische Anleger mit nennenswertem Kapital das meiste Kapital im Dollarraum untergebracht, weil sie ihren eigenen Währungen mißtraut haben, dieser Trend scheint sich nun umzukehren. Er (Jonen)zitiert auch Studien von UBS etc,
      den Dollar unterzugewichten und SGD/HKD/AUD/YPJ/EUR stärker zu wichten.
      Singapore hat ebenfalls bei Moody`s/Fitch/S&P Triple A im Rating, was will man eigentlich mehr.

      Trotzdem kann man nicht auf jede Nachricht reagieren, die die Finanzbranche durchs Dorf treibt,
      die gesunde Mischung machts. Zwar letztens Coca aufgestockt, aber die Neigung in USA mehr zu machen, geht auch gegen Null.

    2. Avatar von Hans
      Hans

      Hallo Tobs,

      wie hoch unser US-Anteil ist, können wir doch gar nicht richtig beurteilen. Selbst wenn ich 7,5 % jap. Aktien auf den Papier habe, sind die alle international aufgestellt, in China, USA, usw. Das gleiche gilt für meine britischen, deutschen usw Aktien.
      Und wenn man 30% US-Aktien hat, welcher Anteil der Produktionsstätten sind in den USA. In meinem Depot sind zu 99% international aufgestellte Konzerne. Ich bin automatisch schwer in China investiert, selbst wenn ich keine chin. Aktie habe.
      Deswegen habe ich persönlich keine Ahnung mit welchem Anteil ich in welchem Land investiert bin. Die Aufteilung des Landeranteils nach Firmen oder Börsensitz der Aktie hat vermutlich wenig Aussagekraft.

    3. Avatar von Tobs
      Tobs

      Hallo Hans,

      das ist richtig, was Du schreibst.

      Meine Anmerkung bezog sich aber sehr konkret auf den neuen Gesetzesentwurf, der bei einer Gesetzesumsetzung die Regierung von den USA ermächtigen würde, die US- Quellensteuer auf Kapitalerträge von US-Unternehmen für ausländische Anleger willkürlich anzupassen.

      Beispiel: Wenn also die libertären Tech Bros in den USA ihren Weltmarkt für ihre Produkte noch agressiver ausweiten wollen und upset sind, weil wir zum Beispiel Digitalunternehmen in Europa regulieren, dann gelten wir schnell als „unfreundliche Staaten“. Die Tech Bros stützen Trump, also würde man ihren Anliegen seinerseits ihren Anliegen entgegenkommen. Auf Grundlage der diskutierten Ermächtigung kann dann für uns von der Regierung (Nicht: Kongress oder Senat) die Quellensteuer angehoben werden. Na ja, müsste Trump immerhin mal nicht auf irgendeinem Gesetz aus dem 18 Jh Exekutive-Verordnungen erlassen…. :-)

      Aber Du siehst den Punkt: Es käme hier natürlich auf den steuerlichen Sitz des Unternehmens in den USA an, nicht darauf, in welchen Ländern Umsätze erlöst werden. Und heute sind es die Tech Bros, morgen weiß der Kuckuck. Der Mechanismus wäre angelegt, dass jeder zukünftige President nach Gusto seiner Supporter ausländische Investoren benachteiligt.

    4. Avatar von Hans
      Hans

      Hi Tobs,

      politische Börsen haben kurze Beine. Trump ist sehr alt und es wird keine weitere Amtszeit geben. Selbst seine Wählern hat er sich zu großen Teil schockiert. Die Bürger möchten Wohlstand und keine weiter steigende Inflation. Der Inhalt im Einkaufswagen pro 100 Dollar schrumpft auf erschreckende Weise. Trump’s politischer Stil ist ein tägliches Bullshitting the press , so dass die Presse gar nicht mehr hinterher kommt bei seinen dummen Geschwafel. Bei Trump gilt, was gilt mein Geschwätz von vor 5 Sekunden, I love you, we are best friends, we have a deal!
      Außerdem kann die USA die Quellensteuer auf 100% erhöhen.
      Das kann man ganz leicht aushebeln.
      Die anderen Staaten erhöhen die anrechenbaren Steuern auf 100% und die heimischen Bürger sind ggf. wieder voll entlastet.
      Swift wackelt, nachdem unsere Euroburokraten so raffgierig auf russisches Zentralbank schielen.
      Die Börse New York würde erheblich an Bedeutung verlieren, wenn man unzuverlässig wird. Auch können die US-Konzerne einer EU-Digitalsteuer gelassen entgegen sehen. Die Kosten werden 1:1 an die europäischen Kunden weitergeben. Welche Alternativen haben die Europäer denn?
      Deswegen mache ich mir bezüglich der letzten Meldungen keine Sorgen um meine US-Aktien.

    5. Avatar von Hansi
      Hansi

      US-Aktien werden eingefroren
      Die härteste Variante wäre, die US-Aktien ausländischer Aktionäre einzufrieren. Das geht, da US-Aktien letztlich alle beim US-Zentralverwahrer liegen. Die Aktien könnten dann nicht gehandelt werden und die Anlegerinnen und Anleger bekommen keine Dividenden mehr.

      Herzlich Willkommen,
      wir befinden uns in Russland.
      Das mit der Quellensteuer ist ja noch lustig, aber die andere Überlegungen, wie nur Handel US-Aktien an US-Börsen (Ok,von mir aus) , Obergrenze von 50% für Ausländer (ok, noch akzeptabel), aber beim 4. Punkt dieser Überlegungen kommen 1:1 aus dem Kreml!
      Sorry, selbst der Kreml zahlt aktuell noch die Dividenden für gewandelte Aktien, sperrt diese aber auf C-Konten.
      Der US-Vorschlag ist ja noch skrupeloser. Das würde die Börse New York vernichten! Und vermutlich reziprok für alle US-Amerikaner weltweit gelten. Die nächste Steigerung wäre die Enteignung aller ausländischen Betriebstätten in den USA.

      Jedenfalls sind diese Vorschläge nur unseriös und dienen nur als Drohmittel für Verhandlungen.

      Vermutlich kann es nicht schaden sich auch eine US-Bank oder zumindest einen seriösen US-Broker zuzulegen.

      Da Hans und Hans hier posten, taufe ich mich in Hansi um.

    6. Avatar von Tobs
      Tobs

      Hallo Hansi,

      sei willkommen und der nächste Hans hat’s schwer und wird sich wohl oder übel in Hensel oder sowas umtaufen müssen. :-)

      Für mich nehme ich im Moment keine Folgenbewertung vor, behalte natürlich die Ruhe und somit meine US-Aktien und kaufe sicherlich auch immer mal wieder welche.

      Allerdings, sofern das so nachher ins Gesetz kommt, ist es schon ein Dilemma, fast egal ob davon später tatsächlich Gebrauch gemacht wird oder es nur Drohungs-Mittel belassen bleibt: Der exzeptionelle Erfolg des US-amerikanischen Kapitalmarkts und auch der hohen am Markt akzeptierten Gewinn- und Umsatzbewertungsfaktoren beruht (u.a.) auf extremer Innovationskraft der Unternehmen und auf den institutionellen Unternehmers- und Eigentumsrechten.

      Bezüglich letzterem (Unternehmens- u. Eigentumsrechten) hebe ich „institutionell“ hervor. Im Zusammenhang damit steht, dass sich Eigentümer und andere Investoren (ohne Ansehung ihres Herkommens oder ihrer anderen Eigenschaften) darauf verlassen dürfen sollen, dass nicht willkürlich in ihre Rechte eingegriffen wird. Selbst wenn die Regierung tatsächlich keinen Gebrauch von ihrem Androhungs-Instrument machen sollte, ist es bereits ein Fiakso, dass es das doch gibt! Denn kein Anleger dürfte sich dann zweifelsfrei sicher sein, ob die jeweilig amtierende Regierung je nach politischen Opportunitäten/Populismus doch davon Gebrauch macht. Alleine diese Unklarheit ob der politischen Willkür würde als Damoklesschwert über dem langfristig agierenden Anlegern schweben. Das ist dann eben exakt das Gegenteil von „Institution“, weil es im Belieben kurzfristiger Interessen der Politik steht.

      Ich nehme an, eine Umsetzung des Vorhabens (es ist ja noch ein Entwurf) würde in den nächsten Jahren (neben den vielen anderen Belastungsfaktoren aus der Trumpschen Administration) die Aktien um einige Bewertungsfaktoren drücken. Früher brachten Ausländer ihr Geld in die USA, weil sie innovativ, unternehmer- und anlegerfreundlich waren. Unternehmerfreundlich sind die USA schon mittlerweile weniger und anlegerfreundlich anscheinend nun gar nicht mehr. Wer früher eher mehr oder minder automatisch in den USA investierte um strategisch dort zu allokieren, würde vermutlich nun wesentlich stärker für jedes einzelne Investment abwägen, ob dessen Chancen diese Risiken ausreichend prämieren. Es gibt eben eine Risiko-Prämie, und die kostet einen Preis, was es zuvor nicht gegeben hatte. Und in der Zwischenzeit steht weiterhin internationalen Anlegern für Asien zum Beispiel HK zur Verfügung, dass an die britische Tradition knüpft und 0% Quellensteuer erhebt. Und mittlerweile gibt es eben dort auch immer mehr innovative Unternehmen, die ebenfalls zunehmend ihre Umsätze global erlösen.

      Ich bin kein Geostratege und werde nichts in meinem Portfolio verändern, aber dass – zumindest ganz grundsätzlich – eher Bewertungen in den USA belasten als stützen wird, scheint doch zwingend logisch zu sein. Und wenn ich ein Depot mit 65% plus USA analog MSCI hätte, würde mich das doch bewegen. Jedenfalls könnte ich das dann nicht mehr für mich ausblenden, sondern darüber würde ich doch ins Nachdenken kommen (völlig unberührt von der Frage, ob dann als Ergebnis dieses Denkprozesses irgendwas intelligentes bei rauskäme, aber manchmal grübelt man ja). Schon alleine weil eine Unsicherheit im Depot aus einer Richtung kommt, die eigentlich für Stabilität gestanden hatte. Wenn hätten die meisten so einen Hit ja eher vermutlich in Hong Kong vermutet und nicht im Kapitalisten Land USA.

      Das finde ich schon echt alles ziemlich crazy.

    7. Avatar von BörsenHai
      BörsenHai

      Hallo Hans,

      ich verstehe Deinen Gedankengang.

      So ganz richtig ist es allerdings nicht.
      Wir investieren in Unternehmen, die einen Hauptsitz haben und das in einem bestimmten Land.
      Wo Produktionsstellen sind, ist erst zweitranging, da wir die Abführmodelle der Gewinne der Produktionsorte an die Konzermutter nicht kennen. Das können durchaus auch mal mehr als 100% des Gewinns sein (GM – Opel, weiß ich von früher).

      Korrekt ist allerdings der Unterschied, ob ein Unternehmen nur lokal/regional aufgestellt ist oder „weltweit“ produziert und/oder verkauft.
      Zweiteres gibt einen gewissen Puffer (Sicherheit?), was die Schwäche der Ertragskraft in einer Region ausgleicht (vice versa).

      Von daher ist eine Aktie, die weltweit Erlöse erzielt einer Lokalen vorzuziehen. Wir investieren aber nicht in Märkte, sondern in Unternehmen. Und die haben eine Konzernmutter, welche die Regeln innerhalb des Konzerns definiert. ;)
      Nicht zu vergessen die „Freiheit“ der Besteuerung im Land des Firmensitzes oder die Einschränkung des Handelns der Aktie in anderen Ländern.

  6. Avatar von Manfred
    Manfred

    Das kann nur ein druckmittel sein.
    Die Amis brauchen das geld der anleger, vor allem bei den anleihen. Ohne dieses geld ist usa pleite/handlungsunfaehig.
    Dasmacht alles aus amerikanischer sicht keinen sinn.

    Ich kann mir hoechstens vorstellen, dass es bei den anleihen in china zur anwendung kommt, falls die chinesen taiwan ueberfallen. Die konsequenz waere, dass die chinesen jetzt all ihre us anleihen verkaufen, was in der naechsten zeit die langfristigen us zinsen nach oben treibt.
    Will das der trump ?
    Trump will auslaendische direktinvestitionen. Welche firma wuerde sich dann noch auf solch ein risiko einlassen ? Jetzt werden bei den amis doch erst mal steuern gesenkt, um investoren anzulocken.

    1. Avatar von Thomas
      Thomas

      Scherz, Hensoldt wäre noch als Avatar Name frei…
      Zum Thema zurück:
      Die kurze/schnelle Antwort von Googles generativer KI auf die Frage , wie groß der Anteil ausländischer Investoren am US Aktienmarkt ist, lautet etwa 18%. Der Foreign-Anteil am Bond/Treasurymarkt liegt bei etwa 30%. Da gebe ich Manfred Recht, das ergibt keinen Sinn.
      Natürlich wird nach Mai 2026 ein Trump willfähriger FED Präsident kommen, der dann sicher schnell Zinsen senken wird (Achtung Finanzsektor)
      und die FED wäre qua Druckerpresse ganz bequem in der Lage, sämtliches ausländisches Kapital zu substituieren, alles ist möglich.
      Da aber bewegliches Vermögen nicht verschwindet, sondert wandert,
      sind dann oder wären dann Renaissancen in ungeahnten Höhen in Asien und Europa möglich. In den frühen 90zigern war der japanische Aktienmarkt etwa genauso groß wie der US Markt, falls sich jemand erinnert, genauso könnte es mit Asien kommen.
      Trump sieht immer erst hinterher am Fieberthermometer Börse, was er angerichtet hat und kehrt dann um.
      Das ist quasi sein Blindflugnavi…
      Wenn es nach ihm (Trump) gehen würde, wären die Zinsen in USA schon längst nur noch bei 1 oder 2% und der Dow schon bei 47000,
      aber Powell reitet eben auf der Inflation rum. Die kommt sowieso…
      Es kommt immer alles halb so schlimm und ein global aufgestelltes Depot mit max 50, 55 % US Anteil und alles wird gut. Auch an der einen oder anderen Gewinnmitnahme ist noch keiner gestorben.
      Aber Investoren mit ü80% US Anteil kommen sicher ins Grübeln.
      Und bloß weil wir es undenkbar finden, das Gold 5 oder 6 k die Unze kostet, heißt es nicht, das es unmöglich ist. BTC wird ja auch immer teurer,
      Meins ist es nicht.
      Aber die relativ sicheren 8% p.a. Aktienrendite sind global sicher auch in Zukunft drin und da bin ich gern dabei und sehe da keine Alternative…

  7. Avatar von busico
    busico

    Die Diskussion hier ist leider abwesenheitsbedingt an mir vorbei gegangen. Trotzdem interessant zu lesen. Ich hatte dieses Thema vor einigen Wochen schon mit Thomas und Anderen diskutiert. Da ging der Tenor eher in Richtung „Abwarten“. Nun lese ich hier doch ein wenig die Tendenz heraus, „sich Sorgen zu machen“.

    Ich habe mir zur Zeit der erwähnten Diskussion schon „Sorgen gemacht“ und beschlossen, meinen US-Anteil nicht nur einzufrieren (das hatte ich schon im Februar beschlossen), sondern aktiv zu reduzieren. Hintergrund ist, dass ich primär in Dividendenaktien mit etwas höherer Dividende (um 4 % brutto) investiere (angesichts meines Alters und meiner Lebensumstände benötige ich jetzt schon etwas finanzielle Unterstützung aus dem Depot und kann nicht ausschließlich auf Dividendenwachstum warten). Falls die Nummer kommt, wie von Trump angedroht, würde das für mich für einen bedeutenden Teil meiner Nettoerträge eine Reduzierung nicht nur um ca. 25%, sondern um 45% bedeuten. Das wäre für mich nicht akzeptabel, insb. im Vergleich mit Alternativen. Es ist m. E. auch zu berücksichtigen, dass alleine eine etwas konkretere Drohung mit diesem Mittel „Sondersteuer“ zu einer Kapitalflucht führen kann, was für die Aktien und die Währung (das haben wir schon ) zu einem deutlichen Minus führen kann.

    Also trenne ich mich gerade von Aktien dieser Kategorie und suche mir Alternativen in Asien und Europa. Der US-Anteil ist mittlerweile von gut 50% auf 35% gesunken und ich strebe einen Wert von unter 30% an. Das sind dann Anteile in zwei ETFs , Dividendenwachstumswerte mit hohen Dividenden und Wachstumswerte ohne/mit unbedeutenden Dividenden.

    Das Einfrieren der Bestände ausländischer Anleger erwarte ich nicht, aber so ganz kann man das nicht ausschließen. Ich denke nicht, dass Trump Rücksicht auf seine Finanzunternehmen und den amerikanischen Kapitalmarkt nimmt. Meiner Meinung nach will er zerstören, damit „aus der Asche ein neues Amerika nach seiner (kranken) Vorstellung wächst“. Das sollte uns bekannt vorkommen …. ich rechne täglich mit der Nachricht, dass in Kalifornien auf Demonstranten geschossen worden ist. Tut mir leid, wenn das negativ klingt, nur meine Gedanken …

    1. Avatar von Claudio
      Claudio

      Und was dann noch hinzukommen könnte, wäre eine weitere Abwertung des US Dollar, was dich weitere Prozentpunkte kosten könnte! Schwierig einzuschätzen die aktuelle Lage rund um Section 899!

    2. Avatar von Thomas
      Thomas

      @claudio und busico
      paar lose Gedanken,

      1.)vor kurzem wurde z.Bsp. J.M.Smucker als Sonderangebot rumgereicht.
      ich würde mal „ironisch“ hinzufügen, wenn man noch eine Weile zuwartet,
      kriegt man Smucker nochmal 10% Prozent billiger, nur weil der Euro um 10% weiter steigt. Wenn das weiter so geht in dem Tempo wie zur Zeit, dauert das auch net mehr lang. Klar freuen sich die Amis, wenn ihre Europaanlagen so gut laufen, unterstützt durch Euroanstieg. Also kaufen sie weiter Euro … :) selffulfilling Prophecy
      (und verkaufen Dollar)
      das einzige, was zur Zeit steigt, scheint Euro und Gold zu sein…

      2.)Ende 2026 finden schon die nächsten Midterms in USA statt, wenn Trump überzieht, könnte es ab da schon wieder andersrum laufen. Man sollte es auf dem Schirm haben.
      Section 899 sieht aber schrittweise Erhöhungen von 5%p.a. vor gedeckelt bei max 20.
      Also sind wir 2026 bei max 10% plus, dann kanns auch wieder anders laufen…

      3.) Trotzdem kann man nicht jedesmal, wenn ein Präsident einer Region einen versetzten Furz hat, seinen gesamten Bestand an Aktien aus der Region abverkaufen. Ruhe und Gelassenheit sind sicher angeraten. Nach einer Weile ändert sich das auch wieder.
      Das nächste Mal ist Europa oder Asien das Problem, will man dann alles Europa oder Asien abverkaufen ?

      4.)Helmut Jonen (der üblicherweise gut vernetzt ist) verkauft ebenfalls USD Liquidität gegen HKD. Er weist darauf hin, das die gegenwärtige PEG HKD USD unter Stress steht
      und wenn die Hongkong Monetary Authority die PEG aufgeben/modifizieren sollte, mit einem starken Anstieg des HKD zu rechnen sein (könnte). ( Hierzu Grüße an Tobs :)

      5.) werde selbst mich mal um Euwax Gold 2 kümmern. Trotz des bereits hohen Preises.
      Zusätzlich zum ohnehin vorhanden Bestand.
      Die physische Unterdeckung von Gold ETCs mit Lieferanspruch hat scheinbar auch sinkende Tendenz

      6.) an der Börse kann immer auch das Gegenteil passieren.

    3. Avatar von Hansi
      Hansi

      Sehe es wie Thomas,
      politisches Geschwätz hat kurze Beine.
      Außerdem lebt die USA davon, dass das Weltkapital darüberschwappt. Auf Trump wurde schon vor den Wahlen geschossen. Er ist 79 Jahre alt. Niemand sollte die politische Maschine im Hintergrund vergessen. Für meinen Teil werde ich gar nichts ändern und den US-Anteil langsam ausbauen. Aber ich war ja leider auch so wahnsinnig und hab Russland kurz vor und nach dem Kriegsanfang aufgebaut. Falls der Trump-Wahnsinn wirklich längerfristig umgesetzt wird, dann zahl ich mal wieder die Zeche für meine Schnapsideen.

    4. Avatar von busico
      busico

      Ich gehe als „geborener Pessimist“ nicht davon aus, dass nach den MidTerms oder nach Wahl eines anderen Präsidenten alles wieder besser wird. Die Lage der USA, insbesondere hinsichtlich Verschuldung, war schon vor Trump bescheiden. Trump wird mit seinen Maßnahmen, die er immerhin mindestens noch 1,5 Jahre durchziehen kann, noch viel mehr Unheil anrichten. Ein neuer Präsident, selbst wenn er Demokrat ist, wird nach jedem Strohhalm greifen müssen, um die Finanzen wieder in Ordnung zu bringen. Auch die Beseitigung der Störungen im Weltgeschehen, sofern überhaupt möglich, wird nach amerikanischer Art entweder direkt mit Geld oder mit Militär (was auch Geld kostet) geschehen. Da wird die Abschaffung der Sondersteuer für ausländische Anleger wahrscheinlich nicht erste Priorität haben. Zusammengefasst: Wir haben es hier meiner bescheidenen Meinung nach nicht mit einer kurzfristigen Irritation zu tun, sondern mit einem erheblichen Strukturbruch im Weltfinanzgeschehen. Natürlich hängt es auch davon ab, wie die anderen Regionen sich neu positionieren. Schauen wir mal …

      Ich plädiere nicht dafür, vollständig aus den USA rauszugehen. Mein persönlicher Fehler war, den Anteil nach meinem Geschmack einfach zu groß werden zu lassen. Ich habe in den letzten beiden Jahren mein Depot „umgearbeitet“ mit dem Ziel, über die GICS-Sektoren besser zu verteilen. Und die USA sind/waren einfach das Paradies bei der Suche und Auswahl neuer Positionen im Depot. Dies muss ich jetzt korrigieren. Meine neuen Zielpositionen für die USA sind, wie schon geschrieben, Wachstumswerte ohne Dividende, Dividendenwachstumswerte aus dem Bestand, die schon eine hohe Rendite haben (da tut die Sondersteuer zumindest auf beschränkte Zeit nicht so weh ) und die ETFs (da spielt die Dividende sowieso keine große Rolle).

      Ja, ich habe tatsächlich vor kurzem noch PepsiCo als Einstiegsposition gekauft, da konnte ich einfach nicht vorbeigehen. Ob ich sie behalte, mal sehen …

  8. Avatar von Thomas
    Thomas

    Gut diversifiziert, mit einem guten Teil Öl und Gas, Asien heute unbeeindruckt eher grün, plus Gold kann auch an so einem Tag wie heute ein Depot grün sein…

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