Großartige Kaufgelegenheit bei Johnson & Johnson – oder doch nicht?

Babypflege Puder von Penaten und Johnson & Johnson

Eigentlich wollte ich Dir zum Wochenende hin über die in der vergangenen Woche eingetrudelten Dividenden berichten. Das mache ich natürlich auch.

Neben IBM und 3M zahlte auch Johnson & Johnson (JNJ) seine Quartalsdividende. Für die JNJ-Aktie kam es aber zum schwarzen Freitag. Ein zweistelliges Kursminus prägte den Handel.

Bietet sich hier jetzt eine großartige Kaufgelegenheit? Dazu später mehr.

IBM

Beginnen wir mit IBM. Die Quartalsdividende betrug unverändert 1,57 US$. 25 Aktien befinden sich im Divantis-Depot. Die Brutto-Dividende von 39,25 US$ wurde von der Consorsbank (hier geht’s zum Depotvergleich!) zum Kurs von 1,1366 in Euro umgerechnet. Nach Steuerabzug verbleibt eine Netto-Dividende von 25,72 €. Sie wurde mit Wertstellung 10.12.2018 überwiesen.

Die Originalabrechnung der IBM-Dividende im Dezember 2018

Bei IBM kaufe ich derzeit noch nicht nach, da ich die weitere Entwicklung nach dem Kauf von Red Hat erst abwarten möchte. Die Dividendenrendite ist mit 5,24% zwar attraktiv. Aber das kann nicht alles sein.

Auf einen Blick:

Unternehmen:IBM
ISIN:US4592001014
Im Divantis-Depot seit:04.12.2017
Letzter Nachkauf am:18.04.2018
Stückzahl im Divantis-Depot:25
Durchschnittskaufkurs inkl. Gebühren:125,66 €
Gesamtkaufpreis:3.141,45 €
Bisher erhaltene Netto-Dividenden:84,68 €
Aktuelle Strategie:Bei Kursschwäche nachkaufen

3M

Weiter geht es mit 3M. Auch hier blieb die Quartalsdividende unverändert. Sie beträgt 1,36 US$. Bei 60 Aktien im Depot sind das brutto 81,60 US$. Die Comdirect Bank wechselte zum Kurs von 1,1365 in Euro. Nach Steuerabzug wurden netto 53,46 € überwiesen. Wertstellung war am 14.12.2018.

Die Originalabrechnung der 3M-Dividende im Dezember 2018Die Steuerabrechnung von 3M

3M hatte ich auch schon in diesem Jahr nachgekauft. Die Aktie gehört auch weiterhin zu meinen Nachkaufkandidaten. Vielleicht ergibt sich ja bald eine gute Gelegenheit. Aber etwas billiger darf die Aktie ruhig noch werden.

Auf einen Blick:

Unternehmen:3M
ISIN:US88579Y1010
Im Divantis-Depot seit:12.01.2017
Letzter Nachkauf am:24.04.2018
Stückzahl im Divantis-Depot:60
Durchschnittskaufkurs inkl. Gebühren:168,16 €
Gesamtkaufpreis:10.089,30 €
Bisher erhaltene Netto-Dividenden:319,75 €
Aktuelle Strategie:Bei Kursschwäche nachkaufen

Johnson & Johnson

Kommen wir nun zur Schwerpunktaktie dieses Beitrags: Johnson & Johnson (JNJ). Die Quartalsdividende betrug unverändert 0,90 US$. Mit 150 Aktien ist die Aktie der größte US-Titel im Divantis-Depot. 135,00 US$ gibt es deshalb als Brutto-Dividende. Die Consorsbank rechnete zum Kurs von 1,1408 in US-Dollar um. Nach Steuerabzug verbleibt eine Netto-Dividende von 88,10 €. Sie wurde mit Wertstellung 11.12.2018 überwiesen.

Die Originalabrechnung der JNJ-Dividende im Dezember 2018

JNJ ist der größte US-Titel im Divantis-Depot, weil die Aktie für wenig Kursausschläge steht. Und seit Jahren einen stetigen Wachstumskurs verfolgt. Die Gewinne steigen und ebenso die Dividende. Kaufgelegenheiten gab es in der Vergangenheit meist bei Quartalsergebnissen. Wenn zwar die Erwartungen übertroffen wurden, aber nicht so stark wie erhofft. Nach ein paar Tagen waren die Kursrückgänge meist auch schon wieder aufgeholt.

Gestern nun ein Kursrückschlag ohne Quartalszahlen. Was war passiert? JNJ hatte vor einiger Zeit ein Gerichtsverfahren verloren, in dem es um Asbest im Babypuder ging. Das war schon unschön. Der Konzern beteuerte aber, davon nichts gewusst zu haben. Gestern gab es nun einen Zeitungsbericht, dass das Management sehr wohl von dem asbesthaltigen Babypuder wusste.  Sollte das stimmen, hat JNJ einiges an Vertrauen verspielt. Und vermutlich zahlreiche weitere Gerichtsverfahren mit möglicherweise immensen Schadensersatzforderungen vor sich.

Über 10% Kursminus an einem Tag sind für eine Qualitätsaktie wie JNJ verlockend. Ich habe tatsächlich kurz überlegt, mir noch einige weitere Stücke ins Depot zu legen. Aber bei diesen Überlegungen kamen mir Zweifel, was das alles bedeuten könnte. Und das weiß niemand. Ist es gar der Auftakt zu einem Niedergang des Konzerns? Ich glaube es nicht. Aber ausschließen kann ich es auch nicht.

Es ist ein bißchen wie mit dem Dieselskandal in der Automobilindustrie. Anfangs waren es nur Gerüchte, dann folgten staatsanwaltliche Ermittlungsverfahren und Anklagen in den USA. Dann Rückrufe, Produktionsstopps, Fahrverbote usw. Und immer wieder kommt etwas Neues an die Oberfläche. Den Aktien von Volkswagen, BMW oder Daimler ist das jedenfalls nicht gut bekommen.

Johnson & Johnson könnte nun in seinen persönlichen Dieselskandal geraten sein. Ich halte es weiterhin für ein großartiges Unternehmen im Gesundheitssektor. Aber die nächsten Jahre könnten hart werden. Jedenfalls ist immer wieder mit Kursrückschlägen zu rechnen.

Ich sehe die aktuellen Kurse deshalb nicht als großartige Kaufgelegenheit. Wer auf Nummer Sicher gehen will, der sollte jetzt eher ans Verkaufen denken. Für mich als Langfristinvestor ist klar, dass ich an Bord bleibe. Aber ich will mein Risiko nicht noch erhöhen. Da JNJ bereits der größte US-Titel in meinem Depot ist, habe ich mir einen Kaufstopp auferlegt. Jedenfalls so lange, bis das Thema Asbest im Babypuder zufriedenstellend gelöst ist.

Auf einen Blick:

Unternehmen:Johnson & Johnson
ISIN:US4781601046
Im Divantis-Depot seit:09.08.2012
Letzter Nachkauf am:23.01.2018
Stückzahl im Divantis-Depot:150
Durchschnittskaufkurs inkl. Gebühren:90,79 €
Gesamtkaufpreis:13.619,23 €
Bisher erhaltene Netto-Dividenden:1.112,82 €
Aktuelle Strategie:Halten und Dividende kassieren

Mit diesen Dividendenzahlungen ist nun auch die 11-Tausender-Marke überschritten! Exakt 11.149,08 € netto habe ich im Jahr 2018 an Dividenden erhalten. Und 5 Zahlungen kommen noch bis zum Jahresende.

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5 Gedanken zu „Großartige Kaufgelegenheit bei Johnson & Johnson – oder doch nicht?“

  1. Ist eine unschöne Sache. Bei mir steht ja J&J sehr weit oben auf der Kaufliste. So ganz über das Ausmaß bin ich mir aber nicht im klaren. Werde das mal konkret analysieren habe auch schon mit mir gerungen eine kleine Position zu eröffnen.

  2. Von den einst sicheren Dividendenzahler ist seit der Energiewende auch nicht mehr viel übrig. Die anderen kämpfen mit dem Dieselskandal und die Fahrverbote geben den Rest. Woanders stürzen Brücken ein und die nächsten kämpfen mit den Folgen von Glyphosat. Sichere Aktien oder Branchen gibt es leider nicht. Der ganze Pharma und Medizintechnikbereich ist riskant, wenn mal etwas schief geht, dann hagelt es Sammelklagen. Wenn z.B. Medtronic mal falsche Teile verbaut und die Herzschrittmacher könnten versagen. Dazu kommt staatliche Regulierung mit Übernahme der Heilbehandlungskosten und Deckelung von Medikamentenpreisen. Banken und Versicherungen leiden unter der staatlich verordneten Nullzinspolitik in der EU. Tabakfirmen trifft das Werbeverbot und vielleicht das baldige Aus von Mentholzigaretten. Rüstungsfirmen hängen sowieso am Tropf der Rüstungsausgaben der einzelnen Staaten. Automobilfirmenund Zulieferer hängen ebenso an der staatliche Regulierung und technologischem Wandel. Technologiefirmen sind gleich dem technologischen Wandel unterworfen und kein Mensch weiß, ob es in 20 Jahren noch eine Apple, Microsoft, Intel, Cisco, Netflix oder Tesla gibt. Oder wer erinnert sich noch an Kodak, Polaroid, Atari. Naja Blackberry und Nokia siechen noch vor sich hin.
    Wer jetzt denkt, die Konsumgüter oder Lebensmitteindustrie wäre noch die einzig verbleibende einigermaßen sichere Branche, kann vielelicht auch enttäuscht werden. Irgendwann werden vielleicht stark zuckerhaltige Getränke oder kalorienhaltige Snacks reglementiert oder verboten. Good bye Coca-Cola und Pepsi und McDonalds. Und man überlege mal, was mit einer Nestle passiert, wenn da mal Schmieröl, welches dioxinhaltig ist, beim Produktionsprozess in die Nahrungsmittel gelangt. Da spielt dann auch die Menge keine Rolle und auch nicht die Frage ob das wirklich gesundheitsschädlich war oder nicht. Die Ami`s werden sofort eine Chance wittern und Nestle in Sammelprozessen verklagen.
    Johnson&Johnsom würde ich gerade auch nicht kaufen. Weil meistens geht das nicht nur einen Tag abwärts sondern da dürften noch viele Tage mit fallenden Kursen folgen. Auf der anderen Seite ist das vielleicht irgendwann einmal der zukünftige Börsenhighflyer, wenn man den richtigen Punkt erwischt. Spricht noch heute jemand von Lipobay von Bayer? Das war eigentlich auch ein guter Einstiegszeitpunkt. Und überlebt hat es Bayer auch. Mal schauen ob die auch Glyphosat überleben.
    Ich habe einen Sparplan auf Johnson&Johnson mit EUR 100/Monat und den lasse ich weiterlaufen. Wir werden das in 1-2 Jahren sehen ob das eine gute Idee war.
    Übrigens die Tabakfirmen leben immer noch, trotz Milliarden Starfzahlungen in der USA. Und es gibt sogar noch die Fa. Grünenthal welche in den 60er Jahren für den Conterganskandal verantwortlich war. Und BP lebt auch noch trotz den Umweltverschmutzungen und dem Untergang der Deep Water Horizon im Golf von Mexico…………….

    1. In den augenblicklich sehr volatilen Zeiten wird es sicher mit der JNJ hoch und runter gehen. Mir ist sie bei der Gemengelage gerade zu teuer, aber ich würde bei günstigeren Einstiegskursen im zweistelligen Bereich durchaus aufspringen.

  3. Hallo Ben,
    die J&J ist auch als Blue Chip in meinem Depot. Ich möchte die auch weiter kaufen und ich habe auch noch Spielraum bei der Gewichtung nach oben. Ich sehe es aber auch nicht notwendig um sofort wieder zu investieren. Mal sehen was zum Jahreswechsel damit passiert. Schlechte Quartalszahlen werden oft schnell im Kurs wieder korrigiert – Skandale sind ein Thema wie es in den Medien berichtet wird. Mal sehen – 2019 wird aber sicher auch so spannend wie 2018 😉
    Viele Grüße
    Bergfahrten

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