Die 10% Dividendenrendite ist wieder in greifbarer Nähe und dazu eine Sammelklage

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Was sich zunächst toll anhört („10% Rendite“) ist bei näherem Blick vor allem ein Misstrauen des Marktes gegenüber dem Unternehmen. Denn nur der niedrige Aktienkurs sorgt für diese hohe Dividendenrendite. Und vor allem befürchtet der Markt, dass eine Dividendenkürzung unausweichlich ist.

Das ist allerdings schon eine ganze Weile so und bisher hat es keine Dividendenkürzung gegeben. Ich selbst habe den Kursrutsch im Januar zum Nachkauf genutzt und mich danach über die erneute Dividendenankündigung gefreut.

Mit der jetzt erfolgten Zahlung reduziert sich mein Risiko weiter und ich setze tatsächlich darauf, dass der Markt hier pessimistischer ist als die Wirklichkeit dann sein wird.

Woher ich meine Zuversicht ziehe und ob die Situation wirklich so dramatisch ist, erfährst Du in diesem Beitrag.

Außerdem berichte ich über die eingeleitete Sammelklage und warum und wie ich daran teilnehme.

Die Top-Dividendenrendite bringt aktuell Omega Healthcare Investors (OHI) zu Stande. Den in Seniorenimmobilien investierenden REIT (hier vorgestellt) habe ich zuletzt im Januar nachgekauft. Er ist seit 2017 in meinem Depot:

10-Jahres-Chart Omega Healthcare Investors in US-Dollar
10-Jahres-Chart Omega Healthcare Investors in US-Dollar

Dividendenzahlung

Omega Healthcare Investors zahlt erneut eine Quartalsdividende von 0,67 US$. Für die nun 300 Aktien in meinem Dividendendepot ergibt das eine Brutto-Dividende von 201 US$. Sie wurde von der Consorsbank zum Kurs von 1,0734 in Euro umgerechnet. Beim Smartbroker erhielt ich einen Umrechnungskurs von 1,0725.

Nach Abzug der Steuern verbleibt in der Addition eine Netto-Dividende von 139,43 €. Sie wurde von beiden Brokern – bei der Consorsbank rückwirkend – mit Wertstellung 15.02.2023 überwiesen.

Dividendengutschrift Omega Healthcare Investors im Februar 2023 Consorsbank
Dividendenabrechnung der Consorsbank
Dividendengutschrift Omega Healthcare Investors im Februar 2023 Smartbroker
Dividendenabrechnung vom Smartbroker

Ich beabsichtige, im Laufe des Jahres beide Depotpositionen zusammenzuführen. Zuletzt hatte ich beim Smartbroker jedes Mal einen besseren Wechselkurs. Deshalb bietet sich ein Depotübertrag von der Consorsbank zum Smartbroker an.

Perspektiven

139,43 € Netto-Dividende auf einen Einstandspreis von 7.984,35 € sind 1,75%. Wenn alles gut läuft, dann erhalte ich diese Dividende 4 mal im Jahr. Und somit 7% meines Kaufpreises im Jahr zurück.

So denke ich aktuell bei Omega Healthcare Investors (OHI) und so sind bereits 22% zurückgeflossen. Trotzdem dauert es noch 11 Jahre, bis ich meinen Einsatz komplett wieder raus habe. Und weil das dann doch eine ziemlich lange Zeit ist, ist die Frage weiterhin höchst relevant, ob die Dividende auch zukünftig in dieser Höhe gezahlt werden kann.

Eigentlich kann sie nämlich jetzt schon nicht mehr auf diesem Niveau bleiben. Denn im letzten Quartal (4. Quartal 2022) verbuchte OHI sogar einen Verlust von 0,13 US$ je Aktie beim Nareit FFO (Funds From Operations). Im Vorjahresquartal lag der Wert noch im positiven Bereich bei 0,50 US$. Auch das war damals unterhalb der Dividende, passte aber im Jahresdurchschnitt noch (2,68 US$ in 2021).

Nun ergab sich ein Ganzjahreswert von 1,89 US$. Bei 4 Dividenden zu je 0,67 US$ ergibt sich ein Jahreswert von 2,68 US$ und damit eine Ausschüttungsquote von 141,8%!

Nur zu verständlich, dass bei diesen Zahlen der Markt mit einer Dividendenkürzung rechnet. Und ich würde das eigentlich auch tun.

Warum nur „eigentlich“? Weil ich in den letzten Jahren zu der festen Überzeugung gekommen bin, dass das Management alle Anstrengungen unternimmt, um die Dividende nicht zu kürzen. Dazu werden mit wackligen Mietern Stundungen vereinbart und Immoblienverkäufe vorgenommen, um die Ausschüttungen zu finanzieren.

Gesund ist das natürlich nicht, aber es geht einfach darum Zeit zu gewinnen. Die Probleme haben sich aufgrund der Corona-Pandemie und niedrigerer Belegungsquoten der Seniorenheime ergeben. Und genauso erhofft man sich eine weitere sukzessive Verbesserung.

Für das 1. Quartal 2023 hat OHI bereits die Erwartungen gedämpft und mitgeteilt, dass die Ausschüttungsquote aufgrund eines weiteren Ergebnisrückgangs erneut ansteigen wird.

Daraus lese ich zunächst, dass auch im Mai eine Dividende, vermutlich in bisheriger Höhe, gezahlt wird. Außerdem geht das Management davon aus, dass sich die operative Leistung im Laufe des Jahres und nach Abschluss der Betreiberumstrukturierungen verbessern wird. Aber sowohl die Auslastung als auch die Rentabilität der Einrichtungen liegen immer noch deutlich unter dem Niveau vor der Pandemie. Das Risiko weiterer Betreiberprobleme bleibt deshalb mindestens in diesem Jahr noch bestehen.

Für mich ist damit klar, dass ich OHI einfach weiter Zeit gebe. So lang die Dividende fließt, akzeptiere ich auch den niedrigen Aktienkurs. Im Bereich der 10% Dividendenrendite (26,80 US$) ist er gut nach Unten abgesichert. Aber das gilt natürlich nur so lange, wie die Dividende auch so hoch bleibt.

Und dass sich das auch schnell ändern kann, haben gerade in den letzten Tage die Aktionäre von Intel erfahren müssen. Dort wurde die Dividende um Zweidrittel zusammengestrichen…

OHI ist für mich weiterhin ein Hochrisikoinvestment.

Sammelklage

Bereits vor einigen Wochen erhielten viele von uns durch ihre Depotbanken eine Information über eine Sammelklage gegen OHI. Ich habe mir darüber zunächst keine großen Gedanken gemacht, da sie nach der Mitteilung der Consorsbank nur Aktienkäufer im Zeitraum um den Jahreswechsel 2020/21 betrifft. Und da habe ich keine Aktien von OHI gekauft.

Mitteilung der Consorsbank zur Sammelklage gegen OHI
Die Mitteilung der Consorsbank zur Sammelklage

Im Rahmen dieses Blogbeitrags wollte ich dann aber mal schauen, ob OHI ein finanzielles Risiko aus der Sammelklage hat. Dazu habe ich den in der Mitteilung abgedruckten Link aufgerufen und war einigermaßen erstaunt! Die Datumsangabe in der Mitteilung ist demnach falsch!

Die Sammelklage vertritt Kläger, die im Zeitraum zwischen dem 8. Februar 2017 und 31. Oktober 2017 Aktien von Omega Healthcare Investors gekauft haben. Und damit bin ich dann doch betroffen! Denn meine ersten beiden Käufe (35 und 65 Aktien) lagen in diesem Zeitraum.

Ob die Sammelklage erfolgreich sein wird und man als deutscher Anleger überhaupt eine Chance hat, da etwas Geld zu bekommen, weiß ich natürlich nicht. Beim Lesen der Unterlagen habe ich allerdings verstanden, dass ich kein Risiko habe und die Anwälte nur im Erfolgsfall von dem Schadensersatz bezahlt werden. Im Raum steht dabei ein Schadensersatz von 0,31 US$ je Aktie. Davon sollen die Anwaltskosten von 0,11 US$ abgezogen werden, so dass 0,20 US$ je Aktie übrig bleiben. Da ich in dem Zeitraum 100 Aktien gekauft habe, wären das im Erfolgsfall 20 US$ für mich. Das lohnt sich also nicht wirklich, zumal vermutlich noch Überweisungsgebühren für den Transfer auf ein deutsches Bankkonto hinzukämen.

Ich habe mich aber trotzdem registriert, um einfach mal bei so einer Sammelklage dabei zu sein und über den Ausgang berichten zu können.

Abgefragt werden dabei auch noch Käufe bis zum 29. Januar 2018. Ich habe meine damaligen Kaufkurse von EUR in USD umgerechnet, jeweils mit dem EZB-Umrechnungskurs des Handelstages.

Sammelklage OHI Kaufhistorie
Meine Kaufhistorie für die Sammelklage

Nach Abschluss der Registrierung (die wirklich leicht und schnell ging) habe ich eine E-Mail zur Bestätigung erhalten und mir wurde ein Aktenzeichen zugeteilt, unter dem ich nun als Kläger registriert bin.

Wenn Du auch betroffen bist und Dich an der Sammelklage beteiligen willst, dann hast Du noch bis zum 24. März 2023 Zeit, Dich zu registrieren. Zur Dokumentation musst Du die Kaufabrechnungen und einen Depotauszug von 2018 hochladen.

Wie lang die Sammelklage dauert, dazu gibt es keine Prognosen. Ich gehe aber eher von Jahren aus…

Auf einen Blick:

Unternehmen:Omega Healthcare Investors, Inc.
ISIN:US6819361006
Im Divantis-Depot seit:19.05.2017
Letzter Nachkauf am:10.01.2023
Stückzahl im Divantis-Depot:300
Durchschnittskaufkurs inkl. Gebühren:26,61 €
Gesamtkaufpreis:7.984,35 €
Bisher erhaltene Netto-Dividenden:2.604,46 €
Aktuelle Strategie:Halten und Dividende kassieren

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33 Gedanken zu „Die 10% Dividendenrendite ist wieder in greifbarer Nähe und dazu eine Sammelklage“

  1. Nur am Rande, MPW (Medical Properties Trust) ist auch grad so ein heißes Eisen, wo grad um die 10% Dividendenrendite zu holen sind. Aber vorher gut informieren. Fraser John Perring (shortsellerlegende) ist grad aktiv dran, und wo Rauch ist, ist meisten auch Feuer. Die einfache Google-Suche mit den Tags accounting fraud + MPW führt sofort und ohne Umschweife auf die website von viceroyresearch.org.
    Kann, wenn es gut ausgeht, ein absoluter Schnapper sein und wenn es schlecht ausgeht, ein Desaster.
    Weiß nicht ob hier jemand bei MPW dabei ist. Ich (noch) nicht. Habs aber auf der daily watch.

    1. Hallo Thomas,

      ich folge FraserPerring auf Twitter und kriege täglich die neuesten Anschuldigungen gegen MPW in meine Timeline gespült. Lese das zwar nicht inhaltlich, aber es ist mir definitiv zu heiß. Dann lieber OHI, wo es keine Betrugsvorwürfe gibt, sondern „nur“ echte Probleme mit wackligen Immobilienpächtern. ;)

      Viele Grüße Ben

      1. Ja, Twitter, bin hin und hergerissen.
        Ist schnell, konzentriert, wenn man den essentials folgt, aber es frisst viel Aufmerksamkeit, verstärkt den Aktionismus aus Tageshektik heraus und lenkt von den großen ruhigen Bahnen / Linien ab.Beeinflusst zu viel ? Weiß auch nicht. Aber eig. will ich es nicht

        1. Hallo Thomas,

          coronabedingt haben einige Unternehmen finanzielle Probleme wie Krankenhaus- und Pflegehausbetreiber. Deren Probleme sind auch Probleme der REITs, die an denen vermieten.

          Die Anschuldigungen von FraserPerring sind schon seit einiger Zeit bekannt und nichts neues. MPW hat Probleme mit seinem größten Mieter.

          Den Jahresbericht vom 23.02.2023 von MPW habe ich mir sehr genau angesehen, mir auch Kommentare von Analysten angesehen. MPW hat eine Wertberichtigung von 171 Mio USD auf Immobilien durchgeführt und 112 Mio USD an Mieteinnahmen abgeschrieben. Ein interessanter Bericht erschien heute von The Motley Fool:

          https://www.fool.com/investing/2023/02/28/is-medical-properties-trust-stock-a-no-brainer-buy/

          Dieser Artikel trifft aus meiner Sicht des Pudels Kern, er entspricht auch meiner Beurteilung.

          Ich bin schon seit Jahren bei MPW investiert, der Kursverfall seit einem Jahr ist nicht schön, aber ich bin nicht in Panik verfallen. Am 25.05.2023 ist die HV und zeitnah gibt es den Q1-Bericht. Wenn die Entwicklung nach meinen Vorstellungen verläuft, werde ich im laufe des Jahres aufstocken.

          Viele Grüße

          Peter

          1. Ich will s mal so ausdruecken : MPW hat ein komplett anderes Geschaeftsmodell als zb Realty Income. Realty Income vermietet an sehr solvente Firmen, MPW steigt meist bei problembehafteten Krankenhausbetreibern ein, versucht diesen unter die Arme zu greifen, und vermietet dann an diese. Eine Gratwanderung ! Die natuerlich Shortseller anlockt. Wird dann wohl auch immer wieder passieren. Realty bekommt sichere Mieteinnahmen, dafuer aber bei geringeren Mieten. MPW vermietet dann zu hoeheren Mieten, aber mit entschieden hoeherem Risiko. Das kann man 10 Jahre lang zurueckverfolgen. Haben die meist so gemacht. Und vor 2 Jahren haben die sich mit dem riesigen Einstieg bei Steward etwas ueberhoben. Sie wollten eben schnell wachsen, um nicht zu einem Uebernahmetarget zu werden, (wie kuerzlich bei Store geschehen.) Jetzt sieht es aber folglich bei MPW eher nach einem Gesundschrumpfungsprozess aus.
            MPW scheint momentan in der Hochzinsperiode vorsichtiger geworden zu sein. Ich rechne aber nicht damit, dass MPW seine Risikopolitik danach langfristig aendert, es sei denn sie bekommen ein neues Management. ( Der COO hat ja jetzt gekuendigt, und war auch bei der letzten Konverenzschaltung schon nicht mehr dabei. Schade eigentlich, denn vom COO kann man am meisten ueber die Firma lernen !) Und weniger Risikoprofil wuerde dann aber auch bedeuten : weniger Dividende.

            BTW : schaut euch mal die YT Videos an, die ich weiter unten gepostet habe. So ziemlich das beste, was man finden kann.

            Das alles wurde mir erst im laufe der Zeit klar. Man lernt eine Firma eben erst nach einiger Zeit richtig kennen. ( Man lernt eine Firma meist NIE richtig kennen, wenn man keine Aktien von ihr besitzt !) . Bei REITs moechte ich aber lieber SWAN Aktien im Depot haben. Deswegen werde ich diese Risiko REIT Position halbieren, wenn die Sterne wieder guenstiger stehen, ( womit ich rechne)

            1. Warnung : Leute mit sensieblem Gemüt sollten diesen Artikel lieber nicht lesen.

              Zu OHI

              Kurzfristig hat OHI bestimmt ein enormes Erholungspotential vor sich, das sie wohl auch erfolgreich meistern werden, denk ich mal. Kurzfristig wird ein paar Quartale weniger verdient, aber zur Auszahlung der Dividende wird s wohl schon noch reichen , denn OHI hat eine Menge Cashreserven. Und danach ist wieder Business as usual angesagt, natuerlich auch mit weiteren Mietausfaellen. Das gehoert zum Geschaeft.

              Langfristig werden ja immer die anstehenden
              Baby Boomer Jahre angesagt, aber ultralangfristg bin ich da etwas skeptisch, nachdem ich einen Artikel ueber die Situation in Japan gelesen habe : die haben dort ein Ueberalterungsproblem ! Die Behoerden koennen die Altersheim und Pflegekosten nicht mehr stemmen. Jetzt hat dort ein Politiker die alten Leute zum Suizit aufgerufen !!!!! Wurde frueher dort auch so gemacht : Alte Omas wurden auf einer Insel zum Sterben ausgesetzt.

              Hoert sich nicht so toll an, als ob die Baby Boomer jetzt die Lösung fuer OHI sind

              1. Man sollte doch auch bei solchen Aussagen die Kirche im Dorf lassen. Ganz unrecht hat er freilich nicht. Wer im medizinischen Bereich, insbesondere Krankenhaus, Rettungsdienst oder Pflegeheim arbeitet hat tagtäglich mit Patienten zu tun, bei denen man sich wirklich fragen muss, wem hier eigentlich noch ein Gefallen getan wird und ob das überhaupt noch ein Leben ist. Ich wurde von meinen Eltern entsprechend instruiert – nicht nur aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten aber diese sind auch nicht komplett irrelevant.

                Irgendeine Lösung wird sich aber finden. Gerade die gutverdienenden Boomer in den USA haben entsprechende Rücklagen und werden sich da schon was leisten können.

                Ich weiß nicht ob das System in den USA genauso ineffizient ist wie der gesamte Medizinsektor, kann es mir aber fast nicht vorstellen. Selbst bei uns gibt es diverse private Pflegeheime, die mit einem Bruchteil des Geldes eine wesentlich bessere Leistung erzielen. Und dabei sogar noch vernünftige Löhne zahlen.

                Für mich hat OHI da die Nase vorne, Krankenhäuser werden sowohl in den USA als auch bei uns geschlossen. Von Pflegeheimen/Betreutem Wohnen bekommt man da nichts mit.

                1. Zitat von Andreas : “ Gerade die gutverdienenden Boomer in den USA haben entsprechende Rücklagen und werden sich da schon was leisten können. “
                  Die gutverdienenden Boomer findet man eher in den Altersheimen von Welltower, die Patienten von OHI werden grossteils von oeffentlichen Versicherungen unterstuetzt.

          2. Was extrem auffällig ist sind die in Anbetracht der Größe von MPW vielen Artikel auf SeekingAlpha die alle „buy“ schreien. Trotzdem kommt der Kurs nicht wirklich vom Fleck. Da scheint mir was faul zu sein.

            Der Verkauf der Kliniken in Utah stinkt bei genauer Betrachtung auch zum Himmel und ist m.E. in keinster Weise so positiv wie er dargestellt wird. Ein Schelm wer Böses dabei denkt, wenn Stewart unter die 20% fällt und nicht mehr reported werden muss.
            Demnächst müssten aber die Filings kommen, die ein etwas klareres Bild zeigen.

            1. @Andreas+Manfred. MPW hat ja nicht nur seine hauseigenen Probleme um den Hals hängen, sondern die doch sehr gedämpfte Stimmung am Markt kommt noch dazu. Als Käufer wartet man lieber noch ab und tatsächlich kriegt man sie jeden Tag billiger, also wartet man noch einen Tag usw. Ich sehe mir gern das Umfeld auf Finviz bei den groups (Sektor Real Estate, Sub Reits -healthcare facilities) an. Die lagen bisher immer so im Mittelfeld bei Real Estate allgemein, seit etwa einem Monat tauchen aber die healthcare facilities innerhalb der sowieso zur Zeit problematischen Reits zunehmend ans untere Ende ab. Ich sehe das auch bei meinen LTC Properties. Es scheint also on Top ein allgemeines Problem zu sein. Überalterung wie in Japan sehe ich noch lange nicht. Aber wenn man sich hier in D die Bevölkerungspyramide ansieht, so gehen immer mehr aus dem Arbeitsprozess raus, Die Anzahl der Vollbeschäftigten sinkt, die Leute gehen gern nur 30 Stunden und es reicht ihnen, die Lebenserwartung bleibt gottseidank hoch, aber es sind immer weniger, die sich um die Älteren kümmern wollen. ALSO steigt der Preis
              der Dienstleistung Altenpflege. Hier in D läuft viel über die Krankenkassen und Zuschüsse Staatshaushalt/verschuldung, aber wie es in USA ist mir Detail nicht klar. Aber die Preise müssen erstmal bezahlt werden. Der Arbeitsmarkt ist robust und das Personal muß auch wegen Inflation höher bezahlt werden. Die Zinsen steigen und die Kosten steigen und steigen.
              Bei REIT – Office wäre ich zur Zeit auch sehr vorsichtig. die sind als group zur Zeit ganz unten.
              Siehe auch GOOD (Gladstone commercial und Dividendenkürzung.) Und das schon das ganze Jahr und da kommen die nicht weg. Büros sind also auch nicht mehr so gesucht.

                1. Hallo Manfred,

                  die Meinung von Nils zur Situation bei MPW ist mit meiner deckungsgleich. Die eingeleiteten Maßnahmen von MPW sind aus meiner Sicht schlüssig und nachvollziehbar.
                  Ich warte ab bis zu den Q1-Zahlen am 27.4.23 und zur HV am 25.05.23. Bis dahin wird e von MPW weitere Informationen geben.

                  Viele Grüße

                  Peter

                  1. Hi Peter !

                    Wer ist Niels ?

                    Vor etwa einem halben Jahr hat der Ceo von MPW auf der Konferenz bekanntgegeben, dass Steward bis etwa mitte 2023 die Zahlungen wieder aufnimmt. Das ist fuer mich der Hauptorientierungspunkt zur Beurteilung von MPW. Da bin ich mal gespannt. Mittlerweile hat MPW ja sein Steward Engagement um etwa 30 – 40 % zurueckgefahren.

                    Die Artikel der Shortseller nehm ich nicht ganz so ernst, da sie emotional sehr aufgebauscht geschrieben sind. Die brauchen das wohl !!!

                    1. Er meint Nils Gajowy, siehe YouTube. Kann sein MPW shortsqueeze hat gestern begonnen. Du kannst auch mal Chuck Medical Properties YouTube googeln, wenn Du mit englisch in Sprache klar kommst. Die Deutschen Youtuber erzählen das von den Amis auch nur nach.

                    2. Hallo Manfred,

                      Deine Frage hat Thomas schon beantwortet.

                      Ich lese jeden Quartalsbericht, die Probleme waren mir bekannt. Mein Eindruck ist, MPW hat sich von Steward über den Tisch ziehen lassen.

                      Meine Fragen an den CEO von MPW sind:

                      Wer hat intern am Kauf der Immobilien und an der Vermietung mitgewirkt, waren dies das Personal, das in der Vergangenheit diese Vorgänge problemlos abgewickelt hat, oder waren dies neue Mitarbeiter.

                      Welche außenstehemden Berater haben mitgewirkt, waren dies neue oder waren sie in der Vergangenheit auch schon dabei.

                      Wie wird sichergestellt, das diese Probleme nicht noch einmal vorkommen.

                      Auf den Antworten wäre ich sehr gespannt.

                      In meinem Berufsleben habe ich schon ähnliches erlebt. Mir wurde damals gesagt, wenn eine Braut verkauft/verheiratet wird, dann wird sie richtig aufgehübscht. Ich muss sagen, ich war nicht direkt involviert.

                      Viele Grüße

                      Peter

        1. Hi Peter !

          Derartige Probleme werden wiederkommen !!!!

          Denn das ist das Geschaeftsmodel von MPW, ( wie ich es verstanden habe ) : Immobilien von notleidenden/ angeschlagenen/ finanziell klammen Krankenhausbetreibern zu kaufen, den Betreibern auf irgendeine Art unter die Arme zu greifen und zu unterstuetzen, dafuer aber eine etwas hoehere Miete zu kassieren. Das ganze soll dann fuer ein schnelleres Wachstum sorgen. Das ganze mag in kriesenfreien Zeiten wohl auch funktionieren. Diesmal hat ihnen hald Corona und die Inflation einen Strich durch die Rechnung gemacht.

          Die haben das in den letzten 10 Jahren schon oefters so gemacht. Nur bei Steward haben sie sich wohl etwas ueberhoben.

          Normalerweise
          Peter, dast du diese Fragen wirklich an den CEO geschickt ? Deren Reaktion wuerde mich interessieren. Ich denke da kommt gar nichts zurueck.

          Ich hab mir vorhin mal das Aktionaersregister von MPW angeschaut .: Vanguard u Blackrock haben ihre Position in letzter Zeit sogar sichtbar aufgestockt. Nur ein kleinerer Hedgefond hat komplett verkauft.

          Was mich allerdings wundert ist , dass das Management von MPW nicht weiter zukauft.

          Ich stocke in letzter Zeit weiter OHI auf

    2. Wahnsinn, wie tief der Aktienkurs von Medical Property Trust nun schon gesunken ist. Die Aktie galt mal als stabiles Basisinvestment unter den REITs. Daher ist meine Position auch nicht gerade klein. Vor gut einem Monat war an einem einstelligen Kurs kaum zu denken oder zumindest als untere Grenze nur vorstellbar. Nun gehen wir guten Schrittes voran, diese Einstelligkeit zu halbieren. So langsam werde ich hibbelig. Aber jetzt noch verkaufen, wäre auch unklug. Wie kommt ihr damit klar? Was sind die nächsten zeitlichen Meilensteine? Gibt es da bei den Shortsellern Fristen einzuhalten oder müssen wir uns bis Mitte Mai zu den Earnings gedulden?

      1. Immobilien sind zur Zeit, wo man hinsieht, ein Griff in den leeren Kühlschrank. Kein Boden in Sicht. Jeden Tag streicht irgendjemand von denen zur Zeit die Dividende . Heute Grand City Properties um 100% vor 7Tagen LEG um 100%.
        Die Deutschen (Tag, Vonovia und und und) im Sonderangebot.
        In USA Real Estate allg.nur letzter Monat – 10%
        Der Scheinwerfer liegt auf Banken, aber kein Gedanke, wie sich in der Immobilienbranche bei Inflation, steigenden Zinsen, austrocknenden Märkten und tendenziell fallenden Preisen
        die generelle Richtung ändern könnte.
        Da hätte ich erstmal keine Hoffnung.
        Ich weiß nicht, wann die Runde hier (?)
        den besten Zeitpunkt zum Einstieg bei Immobilien sieht(?)

  2. Bisher habe ich die Beiträge auf diesem Blog immer als fundiert und gut empfunden. Jetzt fällt es mir ein bisschen schwer zu verstehen, wie man einerseits Aktien eines Unternehmens halten kann und andererseits dieses Unternehmen verklagen will.
    Gruß
    Martin

    1. Hallo Martin,

      eine durchaus berechtigte Kritik! Darüber habe ich natürlich auch nachgedacht, ob ich mir damit nicht selbst ins Knie schieße. Bei mir hat dann aber die Neugier überwogen, bei so einer Sammelklage mitzumachen. Ich kenne sowas sonst nur aus Anwaltsserien oder Kinofilmen. Und es geht bei mir ja auch nur um einen wirklich kleinen Betrag. Der juckt weder mich noch OHI. Und da die Sammelklage sowieso existiert, kriege ich so womöglich frühere Informationen über den Prozessverlauf. Und kann dann mein Investment nötigenfalls adjustieren. Oder auch ruhigen Kopf behalten, wenn der Aktienkurs deshalb sinken sollte.
      Die spannendste Nachricht fand ich jetzt jedenfalls, dass die Consorsbank ihre Kunden falsch informiert hat. Und das könnte dann wiederum für andere Anleger ein Anlass sein, den Ausgang der Sammelklage besonders zu verfolgen. Denn von einem Erfolg hätten die Anleger, die sich auf die Consorsbank verlassen haben, ja nichts…

      Viele Grüße Ben

  3. Hi Martin, Du meinst zwar nicht mich, aber schön , das Ben Raum für Diskurs bietet.
    Ich habe mir außerhalb des Privatbereiches abgewöhnt, etwas gut oder schlecht zu finden. Änderungen sind relevant.Bei Rüstungsaktien habe ich mich zurückgehalten und es war ein Fehler. Rüstung wird auch zur Verteidigung gebraucht. Wenn man etwas zu seinem Vorteil am Markt sieht, warum soll man es nicht nutzen. Machen alle anderen auch. Wer es nicht macht, macht immer den zweiten. Das Aktionäre, wenn sie in“ ihrem „Unternehmen Unstimmigkeiten sehen und dagegen rechtlich vorgehen, ist doch das normalste auf der Welt.

    1. Hallo Thomas, hallo Ben,
      @ Ben: danke für Deine Erläuterungen.
      @Thomas: ich habe nicht gesagt, dass ich das Vorgehen gut oder schlecht finde, ich habe nur gesagt, dass ich es schwer verständlich finde. Noch schwerer verständlich finde ich allerdings den Vergleich mit den Rüstungsaktien. Wenn Du allgemein von Rüstungsaktien sprichst, dann meinst du nicht das konkrete einzelne Unternehmen, wie es Ben hier tut. Ich kaufe im Regelfall Aktien eines Unternehmens, weil ich von den Aussichten überzeugt bin. Wenn ich gleichzeitig eine Klage unterstütze, dann schwäche ich dieses Unternehmen und seine Aussichten. Kann man machen. Jeder wie er mag.

  4. Hallo zusammen;

    ich habe OHI seit April 2017 im Depot, angefangen mit 10 Stück sind es mittlerweile 250 St. geworden. Der REIT hat seit Beginn allen Unkenrufen und Problemen zum Trotz kontinuierlich alle drei Monate geliefert, wodurch bei mir eine Art positives Vertrauen ins Management gewachsen ist.

    MPW habe ich seit Sept.2022 im Depot und kaufe weiter kontinuierlich nach, denn auch hier sehe ich ernsthafte und gute Bemühungen des Managements die Probleme zu meistern.

    Von dem Spruch „wo Rauch ist, ist auch Feuer“ der immer wieder zu lesen ist, halte ich nichts, denn die Interessen von Viceroy und Hedgeye sind ja eindeutig: sie schießen sich auf ein Unternehmen ein, das aus unterschiedlichen Gründen (steigende Zinsen, steigende Arbeitskosten etc.) angeschlagen ist, um bei dem erhofften Kurssturz maximalen Gewinn zu machen. Wenn das geschehen ist zieht die Heuschrecke weiter. Aber nicht jedes Ziel einer solchen Attacke ist im Kern marode oder kriminell (wie Wirecard); Medical Properties wird das überstehen! Dazu gibt es heute auch einen interessanten Beitrag on Dane Bowler auf SA. Dort zeigt er u.a. auf, dass sich die Profitabilität von Krankenhausbetreibern seit Anfang 2022 kontinuierlich verbessert.

  5. Was weiß man denn über die „shortsellerlegende“ Fraser John Perring? Wieviele Attacken fährt er so im Jahr und wie oft liegt er richtig?

    1. @Michael, zu Perring. Bei Wirecard mußte er nachträglich rehabilitiert werden., weil er eben doch richtig lag.
      Sie haben ihn mit Strafbefehlen überzogen und trotzdem hatte er Recht. Ansonsten liest man hier in D noch von Grenke AG und Adler Group. Bei Adler kann ichs verstehn, auf die würde ich auch nichts mehr geben. Bei Grenke weiß ich zu wenig, aber der Kurs von Grenke ist auch im Eimer und ganz falsch lag er wohl nicht. Wer bei Grenke im Januar 2023 eingestiegen ist hat jetzt 60% plus. Aber die kommen von 90€ in der Spitze und sind jetzt bei 30€. Der guckt sich schon an, wo etwas faulig ist. Ja er ist eine Heuschrecke und das nicht aus Nächstenliebe und macht es berufsmäßig. Aber er ist gut darin, die Schwächen zu riechen. Aber an gesunden Firmen ist er eben nicht dran.
      Ich würde mal ganz naiv sagen, der beste Zeitpunkt zum Kaufen von MPW wäre wohl, wenn Fraser dort fertig/satt ist und zum nächsten weiterzieht.

    2. „Was weiß man denn über die „shortsellerlegende“ Fraser John Perring?“
      Vor etwa 10 Jahren wurde er von seinem damaligen Arbeitgeber unter dem Vorwurf Dokumente gefälscht zu haben entlassen.
      2021 wurde er (aka viceroy) von der südafrikanischen Finanzmarktaufsicht mit einer Strafe von 2,8 Mio.Euro wegen Falschangaben belegt.

  6. Hi
    Als Reaktion auf die juensten Bankenpleiten
    hat die FED & Co am letzten wochenende ja beschlossen, dass die FED u Regierung all ihre Anleihen jetzt schon zum Wert 100% zuruecknehmen wuerden. Ist Ähnliches auch fuer Hypotheken beschlossen worden qeiss das jemand ?

    1. Nein, es wurde ein Programm aufgelegt, wo die Banken ihre US Treasurys zum vollen Nennwert verleihen können. Dauer Max. 1 Jahr. Volumen 100 MRD USD. Ich dachte erst, angesichts des Gesamtdefizits (Nennwert/Marktwert) von round 600 MRD etwas zu klein, aber es ist erst mal die Luft aus dem Kessel. Die großen Banken kriegen das ja gewuppt. Man muß die linke Bidenregierung verstehen, das sie keine Lust haben, öffentlich die Banken rauszupauken, zumal ja fast alle Spitzenmanager und CEOs der Pleitebanken in allerletzer Minute ihre eigenen Schäfchen ins Trockene gebracht haben. Ich lese gern die Leserkommentare im wsj und da steht nicht nur gutes über die Banken drin. Das ist für die öffentliche Meinung sehr schlecht. So können sie (US Government) später still und heimlich das Programm erweitern oder verlängern oder whatever. Aber sie können sie nicht untergehen lassen, weil die Rente aller US Amerikaner am Aktienmarkt hängt und den Markt absaufen zu lassen, wäre auch für die linke Biden Admin. zutiefst unsozial.
      Was aber die Immobilien anbetrifft, großes Fragezeichen. Zumal ja in den großen Indizes ( Dow/Nasdaq ) keine
      Immobilien drin sind. da fällt das nicht so auf. meine Meinung.
      Bleibt spannend. Nächste generelle Weichenstellung nächsten Donnerstag, wo die FED Farbe bezüglich der weiteren Zinsentwicklung bekennen muß. Es heißt zwar, dont fight the FED, aber meistens „jammern“ die Märkte
      vorher ganz ordentlich, wenn ihnen etwas nicht passt und dann knickt die FED meistens auch ein. So war es zumindest bisher. Wie gesagt, die Märkte absaufen lassen geht in USA nicht.
      Es würde mich nicht wundern, wenn es dann auch etwas besser läuft. Wie gesagt Maschinenbau, Nahrung, Versorger usw. usw. geht ja auch alles. Kein Problem. Aber Immobilien, die nicht vollständig bezahlt sind, werden ein Problem. Als Orientierung bei Reits ist vlt ein Blick auf die Verschuldung lang /kurz ganz hilfreich.
      Je mehr die Immobilien belastet sind um so schlechter.

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