Es sind aufregende Tage: Rekordverluste in Asien und Korrekturen in Europa und den USA.
Für mien persönliches Wohlbefinden ist es da gut, dass nicht alle Aktien im Depot konsolidieren. Sondern es immer auch Titel gibt, die kaum etwas nachgeben oder sogar steigen.
Bei der Aktie, die jetzt gerade ihre Dividende erhöht hat, ist die Konstellation so, dass sie bereits im letzten Jahr ordentlich Federn lassen musste. Das wurde dann durch die anderen Depotwerte aufgefangen. Und in diesem Jahr ist die Aktie nun fast 10% im Plus.
Damit liegt sie vor vielen Techwerten, auch in meinem Depot sortieren sich z.B. Microsoft oder Lam Research deutlich dahinter ein.
Warum mich das positiv stimmt und meine Anlagestrategie unterstreicht, erfährst Du in diesem Beitrag.
2022 war General Mills mit +36% noch mein Top-Performer im Dividendendepot war. 2023 dann aber mit -22% mein größter Verlierer. Den US-Hersteller von Lebensmitteln und Tierfutter habe ich hier ausführlich vorgestellt.
2024 ist nun das Jahr der Konsolidierung oberhalb der Marke von 63 US$. Das bringt mich nicht in Euphorie, aber ein Plus von fast 10% YTD ist erst mal nichts Negatives:

Dividendenzahlung
General Mills zahlt erstmals eine Quartalsdividende von 0,60 US$ je Aktie (zuvor: 0,59 US$). Das ist eine Erhöhung um 1,7%. Für die 165 Aktien in meinem Depot ergibt das eine Brutto-Dividende von 99,00 US$. Sie wurde von flatex zum Kurs von 1,0828 in Euro umgerechnet. Das entsprach dem EZB-Referenzkurs vom Vortag. Nach Abzug der Steuern verbleibt eine Netto-Dividende von 68,07 €. Sie wurde mit Wertstellung 01.08.2024 überwiesen.

Annualisiere ich die Quartalsdividende, dann wird innerhalb eines Jahres 2,40 US$ Dividende gezahlt. Bei einem Aktienkurs von 68 US$ entspricht das einer Dividendenrendite von 3,5%. Sollte die Dividende 2025 erneut zum August erhöht werden, dann liegt sie tatsächlich sogar noch etwas höher.
Meine persönliche Dividendenrendite (Yield on Cost) liegt – berechnet mit meinem Kaufpreis für den Gesamtbestand und dem aktuellen Umrechnungskurs für die Dividende – bei 5,0%. Im Vergleich ist das etwas niedriger als bei vielen anderen Titeln in meinem Depot, die ich schon vergleichbar lang in meinem Depot habe. Hintergrund ist, dass noch nicht über meine gesamte Haltedauer deutliche Erhöhungen stattgefunden haben. Vor 10 Jahren lag die Quartalsdividende bereits bei 0,41 US$. Eine Steigerung auf 0,60 US$ je Aktie in so einem langen Zeitraum ist für den YoC zwar positiv, jedoch eben nicht besonders stark.
Perspektiven
Ziel meiner Geldanlagen ist ja, dass sich das Kapital langfristig vermehrt. In meinem Dividendendepot habe ich deshalb einen ausgewogenen Mix von Unternehmen, der sich im Idealfall ergänzt im Durchschnitt für Kapitalwachstum sorgt. General Mills zählt dabei für mich eindeutig zu den defensiven Titeln. Sie verfügen über eine gefestigte Marktposition, erhöhen seit Jahrzehnten ihre Dividenden (die sie auch verdienen!) und die Aktie ist mal mehr, mal weniger moderat bewertet.
Genau das kommt mir jetzt in diesen Tagen wieder in den Sinn, wenn ich in mein Depot schaue. In einer Phase steigender Märkte hätte ich diesen Beitrag sicher ganz anders formuliert. Da hätte ich mich enttäuscht über die geringe Dividendenerhöhung gezeigt.
So finde ich den einen Cent Erhöhung zwar immer noch schwach. Aber das Thema steht nicht mehr in meinem Fokus. Vor einem Quartal hatte ich noch geschrieben, dass eine solche Erhöhung ein Zeichen des Managements wäre, dass harte Zeiten bevorstehen.
Und natürlich darf der Blick in die Zahlen an dieser Stelle auch nicht fehlen: Das Geschäftsjahr 2024 schloss General Mills mit einem Umsatzrückgang von 1% ab (sowohl netto als auch organisch). Das Schlussquartal schlug dabei mit -6% besonders deutlich ein. Der Gewinn je Aktie lag mit 4,31 US$ im Gesamtjahr exakt auf Vorjahresniveau. Auf Quartalssicht ging er allerdings um 5% zurück. Trotzdem war die Börse mit den Ergebnissen zufrieden. Denn in konstanter Währung, also unter Ausblendung von Wechselkursveränderungen, stieg das Ergebnis um 6% auf 4,52 US$ je Aktie. Prognostiziert war ein Wachstum von „nur“ 4 bis 5%.
Bei einem Aktienkurs von 68 US$ entspricht der „echte“ Gewinn einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 15,7. Das empfinde ich für ein Unternehmen wie General Mills als angemessen. Aber auch nicht als billig.
Dass der Gewinn trotz Umsatzrückgangs konstant gehalten werden konnte, ist vor allem auf Preiserhöhungen zurückzuführen. Und diese waren im Schlussquartal nicht mehr so leicht durchsetzbar wie noch zu Beginn des Geschäftsjahres.
Das bedeutet für das neue Geschäftsjahr, dass sich das Management etwas überlegen muss, um nicht weiter zu schrumpfen. Dabei kann es sich vor allem auf den Tierfutterbereich verlassen, der 2024 stolze 8% Wachstum im operativen Gewinn zeigte. Trotzdem sind auch hier organische Umsatzrückgänge von 4% zu verzeichnen gewesen.
Im neuen Geschäftsjahr 2025 erwartet General Mills ein organisches Umsatzwachstum von bis zu 1%. Mindestens soll das Vorjahresergebnis gehalten werden. Auch wenn ich ansonsten nichts davon halte, für einen international tätigen Konzern einen Gewinn in konstanter Währung zu ermitteln, ist das für die Prognose ein wichtiges Instrument. Denn das eigene Geschäft lässt sich leichter hochrechnen als die Währungsschwankungen, die ja oft von Zinssenkungen und anderen Maßnahmen der Notenbanken ausgelöst werden. Hier erwartet General Mills eine Ergebnisrange zwischen einem Rückgang von 1% und einem Wachstum von 1%. In der Mitte also den gleichen Wert wie 2024.
Das ist wenig sexy und sicherlich auch der Grund, warum der Aktienkurs die Höchststände aus 2023 so schnell nicht wieder sehen wird.
Trotzdem bleibt General Mills ein defensiver Anker in meinem Depot. Gemeinsam mit dem Vorgängerunternehmen wird nun seit 125 Jahren ohne Unterbrechung eine Dividende gezahlt. Und mit 2,40 US$ gegenüber einem Gewinn von 4,31 US$ wird sie auch verdient.
Ansonsten steht General Mills für 19,9 Mrd. US$ Umsatz. Das birgt genug Möglichkeiten für Maßnahmen des Managements, um das Unternehmen wieder auf Wachstumskurs zu trimmen. Kostenoptimierungen, Portfoliozu- und -verkäufe. Denkbar ist sicherlich vieles.
Ich bin gespannt, inwiefern General Mills hier die Verschiebung von Frühstücksflocken zu Tiernahrung weiter vorantreibt.
Ich bin insgesamt weiterhin zuversichtlich, dass ich mittel- und langfristig wieder mehr Freude mit General Mills in meinem Depot haben werde. Kurzfristig kommt die Freude ja eher aus den Rückschlägen bei den anderen Depottiteln. Das Ziel ist es aber natürlich, dass General Mills selbst auch wieder von sich aus für positive Schlagzeilen sorgt.
Für mich bleibt der Titel eine Haltenposition in meinem Depot. Ich finde kaum Gründe, die Aktie nun nachzukaufen. Dafür ist meine Position auch schon im Verhältnis zu anderen Titeln zu groß. Nach 10 Jahren im Depot kann ich mir aber auch nicht vorstellen, mich von der Aktie zu trennen. Dafür gibt es nämlich auch keinen Anlass.
Und so bleibt die Positon einfach wie sie ist. Und Quartal für Quartal bekomme ich durch die Dividende einen Teil meines Investments zurück. Mittlerweile sind das bereits 26,75% und das gehört dann eben auch zu einem defensiven Titel: stetige Rückflüsse. Sie lassen mich diese Korrekturphase an den Börsen entspannt aussitzen!
Auf einen Blick:
| Unternehmen: | General Mills |
| ISIN: | US3703341046 |
| Im Divantis-Depot seit: | 23.06.2014 |
| Letzter Nachkauf am: | 15.10.2025 |
| Stückzahl im Divantis-Depot: | 200 |
| Durchschnittskaufkurs inkl. Gebühren: | 44,15 € |
| Gesamtkaufpreis: | 8.830,11 € |
| Bisher erhaltene Netto-Dividenden: | 2.283,87 € |
| Aktuelle Strategie: | Halten und Dividende kassieren |
| für diesen Beitrag verwendete Quellen: |
| General Mills Reports Fiscal 2024 Fourth-quarter and Full-year Results and Provides Fiscal 2025 Outlook |


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