Eine regelrechte Rallye legte der Aktienkurs meines Depotwerts hin. 30% in nur drei Monaten zeigen, dass sich etwas an der Erwartungshaltung der Börse geändert haben muss. Mit AI hat es übrigens nichts zu tun, denn es geht bei dieser Aktie nur um einen Rohstoff. Und steigt sein Preis, dann profitiert das Unternehmen ganz erheblich.
Damit ist es eine Besonderheit in meinem eigentlich auf schwankungsarme Werte ausgerichteten Dividendendepots. Aber etwas Salz in der Suppe ist ja auch förderlich für den Geschmack. Und so freue ich mich wieder über eine ordentliche Dividendenzahlung, die auf mein Ziel einzahlen soll, möglichst schnell mein investiertes Kapital zurückerhalten.
Wie ich die aktuellen Perspektiven des australischen Eisenerzproduzenten einschätze, erfährst Du in diesem Beitrag.
2022 bin ich erstmals in die Fortescue Metals Group eingestiegen. Mich hat das Geschäftsmodell als australischer Eisenerzförderer mit Transformation zum grünen Wasserstoff überzeugt. Hier habe ich die Aktie ausführlich vorgestellt.
Nach dem Einstieg habe ich mehrfach nachgekauft und zudem wiederholt die Dividendenzahlungen reinvestiert. 2025 habe ich nicht mehr nachgekauft, obwohl die Aktie zeitweise sehr niedrig notierte.
Der Aktienchart selbst ist stark vom Eisenerzpreis abhängig, der wiederum von der Nachfrage aus China bestimmt wird. In den letzten Monaten hat die Aktie nun auch ein knappes Drittel zugelegt:

Dividendenzahlung
Die Fortescue Metals Group (FMG) zahlt nun ihre Schlussdividende. Prinzipiell zahlt sie zweimal im Jahr aus, im März gibt es eine Zwischendividende und im September dann die Schlussdividende.
Die FMG zahlt in diesem Jahr eine Schlussdividende von 0,60 AUD je Aktie. Das ist ein deutlicher Rückgang gegenüber dem Vorjahr (0,89 AUD) und entspricht einer Senkung um 32,6%.
Für die weiterhin 224 Aktien in meinen Depots (216 bei maxblue, 8 bei flatex) ergibt die Schlussdividende eine Brutto-Dividende von 134,40 AUD. Sie wurde von maxblue zum Kurs von 1,7959 in Euro umgerechnet, bei flatex erhielt ich einen Wechselkurs von 1,7832. Nach Abzug der Steuern verbleibt in der Addition eine Netto-Dividende von 55,12 €. Die Dividende wurde von flatex mit Wertstellung 26.09.2025 überwiesen, bei maxblue erfolgt die Wertstellung am 30.09.2025.


Für die aktuelle Dividendenrendite addiere ich die im März gezahlte Zwischendividende von 0,50 AUD mit der jetzt gezahlten Schlussdividende von 0,60 AUD. Diese 1,10 AUD ergeben bei einem Aktienkurs von 19,13 AUD (Schlusskurs am 26.09.2025 – dem Tag der Dividendenzahlung) eine Dividendenrendite von 5,75%.
Zur Berechnung meiner persönlichen Dividendenrendite (Yield on Cost) nehme ich den Einstandspreis von 2.935,03 € und rechne die Jahresdividende mit dem EZB-Umrechnungskurs vom 26.09.2025 (1,7881) um. Bei 1,10 AUD Jahresdividende und 224 Aktien entspricht das 137,80 € brutto. Das ergibt dann einen YoC von 4,7%.
Perspektiven
Betrachte ich nur den Kurswert meiner Position, dann liege ich aktuell 17% im Minus. Entsprechend ist meine Einstandsrendite auch einen guten Prozentpunkt unterhalb der aktuellen Dividendenrendite. Beziehe ich aber die bereits erhaltenen Dividenden mit ein, dann bin ich nahezu ausgeglichen (-0,8%). Natürlich ist das auch nicht das, was ich von einem Investment erwarte, aber es sieht eben schon nicht mehr ganz so schlimm aus.
Der Aktienkurs von Fortescue ist stark schwankend. Das war mir auch bei meinen Käufen bewusst. Entwickelt sich der Eisenerzpreis positiv, geht es auch mit der Aktie abwärts. Und umgekehrt natürlich auch. Und der größte Einfluss auf den Eisenerzpreis kommt über die Nachfrage aus China.
Tatsächlich ist es so, dass mein Investment-Case aber bisher noch nicht aufgeht. Meine Idee war ja, dass die hohen Dividenden mein eingesetztes Kapital in überschaubarer Zeit komplett zurückzahlen. Das funktioniert aber nur, wenn die Dividenden wieder höher werden. Nach der deutlichen Senkung in diesem Jahr würde ich mit dem aktuellen Dividendensatz noch 24 Jahre benötigen, um mein Investment zurück zu haben. Und darin ist die zwischenzeitliche Inflation noch nicht berücksichtigt. Das dauert mir definitiv zu lange.
Fortescue steht deshalb bei mir unter Beobachtung. Nicht kurzfristig, aber perspektivisch muss die Dividende wieder ansteigen, sonst trennen sich unsere Wege.
Klar ist für mich aber auch, dass ich nicht dem Management vorwerfe, hier willkürlich die Dividende gekürzt zu haben. Der Satz für 2025 ist schon okay, die Ergebnisse waren rückläufig und die Dividende ist direkt daran gekoppelt.
Im abgelaufenen Geschäftsjahr (es endete zur Jahresmitte 2025) erzielte Fortescue einen Gewinn je Aktie von 1,69 AUD (Vorjahr: 2,82 AUD – ein Minus von 40%). Die Dividende entspricht somit einer Payout-Ratio von 65%. Das ist ein angemessener Wert, mit dem Investoren gut leben können.
Weiterhin entspannt ist die Bilanz. Mit einer Liquidität von 4,3 Mrd. US$ und einer Nettoverschuldung von 1,1 Mrd. US$ ist Fortescue sehr gut aufgestellt.
Und auch sonst kann man dem Unternehmen wenig vorhalten. Die Eisenerzproduktion erreichte im Geschäftsjahr erneut einen Rekordwert. 198,4 Mio. Tonnen wurden verschifft. Das führte zu einem Umsatz von 15,5 Mrd. US$. Und das war dann eben ein Rückgang um 15% – dank des um durchschnittlich 18% niedrigeren Eisenerzpreises.
Die Abbaukosten konnten um 1% gesenkt werden. Mit 17,99 US$ Kosten pro Tonne (wet) bei einem Durchschnittserlös von 85 US$ pro Tonne (dry) produziert Fortescue weiterhin sehr günstig und hat einen erheblichen Puffer bei etwaigen weiteren Preisrückgängen.
Im Ergebnis bleibt ein Investment in Fortescue eine Wette auf das weitere Wachstum in China. Zieht dort die Stahlnachfrage wieder an, wird auch der Eisenerzpreis steigen und damit auch der Gewinn von Fortescue wieder deutlich steigen.
Sollte es dazu kommen (der Aktienkurs von Fortescue signalisiert es ja schon), dann können sich die Aktionäre im nächsten Jahr wieder über eine steigende Dividende freuen.
Ich gebe der Aktie jedenfalls noch mal ein Jahr, um meine These zu bestätigen. Meine Hoffnung ist, dass bereits die Zwischendividende im März 2026 eine Trendwende zeigen wird. Dann kann ich die Depotposition weiterhin entspannt liegen lassen.
An eine Aufstockung denke ich jedoch nicht mehr. Dafür ist mir die Volatität zu hoch und ich will mein Depot auch nicht von Rohstoffpreisen abhängig machen. So ist es eine Beimischung mit einem Depotgewicht von derzeit 0,44%. Die Nettodividende ist noch knapp dreistellig pro Jahr und das ist dann auch so in Ordnung für mich.
Und schließlich ist es die letzte australische Aktie in meinem Depot und insofern auch ein Exot. Diese kleine Diversifikation ans andere Ende der Welt möchte ich gerne beibehalten.
Auf einen Blick:
| Unternehmen: | Fortescue Metals Group |
| ISIN: | AU000000FMG4 |
| Im Divantis-Depot seit: | 06.06.2022 |
| Letzter Nachkauf am: | 29.08.2024 |
| Stückzahl im Divantis-Depot: | 224 |
| Durchschnittskaufkurs inkl. Gebühren: | 13,10 € |
| Gesamtkaufpreis: | 2.935,03 € |
| Bisher erhaltene Netto-Dividenden: | 523,73 € |
| Aktuelle Strategie: | Halten und Dividenden reinvestieren |
| für diesen Beitrag verwendete Quellen: |
| FY25 Full Year Results |


Kommentar verfassen