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Nennt man das schon Krise oder bietet sich hier auch eine Chance?

3D‑Illustration mit dem Microsoft‑Logo aus vier extrudierten, glänzenden Quadraten in Rot, Grün, Blau und Gelb vor einem reflektierenden Untergrund. Im Hintergrund steigt ein grüner Aktienkurs‑Pfeil über blaue Balken und Candlestick‑Charts. Goldene Münzstapel, ein Laptop mit Kursdiagramm und ein Ziel mit Pfeil symbolisieren Wachstum und Erfolg. Moderne, dynamische Lichtreflexe betonen den positiven Börsentrend.
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Sie war für mich über lange Jahre die „perfekte“ Aktie, um den IT-Bereich abzudecken. Auf der einen Seite die klassischen Produkte mit einer überragenden Marktstellung und auf der anderen Seite ein stark wachsender Cloud-Bereich und eine Beteiligung am führenden AI-Anbieter. Doch in den letzten Monaten hat sich das Bild gewandelt: auf einmal wird klar, welch massiven Investitionen notwendig sind, um das Wachstumstempo aufrecht zu erhalten. Und im AI-Sektor sind andere Anbieter vorbeigezogen.

Befindet sich das Unternehmen damit schon im Krisenmodus und muss ich mein Investment hinterfragen? Ganz so dramatisch ist es aus meiner Sicht zwar noch nicht, aber eine gewisse Vorsicht ist sicherlich nicht verkehrt. Insbesondere ist fraglich, ob die ergriffenen Gegenmaßnahmen zum Erfolg führen.

In diesem Beitrag erfährst Du, warum ich meine Depotposition moderat gestutzt habe und wie nun meine zukünftigen Erwartungen aussehen. Und auch, warum ich nun eher entspannt auf die Aktie schaue.

Die Microsoft-Aktie gehört seit 2017 zu den Topwerten in meinem Dividendendepot. Bis vor einem guten Jahr hatte sie sich ungefähr versiebenfacht und erreichte Ende Oktober 2025 sogar bei 542,07 US$ ein Alltime-High.

Davon ist die Aktie inzwischen jedoch wieder ein gutes Stück (29%!) entfernt.

Ursprünglich hatte ich 100 Aktien hier im Jahr 2017 gekauft. Im 10-Jahres-Chart ist ein stringenter Anstieg bis Ende 2021 gut zu erkennen. Er endet ungefähr mit meinem Nachkauf von 10 Aktien (in 2 Tranchen). Nach dem erneuten Anstieg bis 2024 hatte ich diese nachgekauften Aktien mit einem schönen Gewinn verkauft, da mir die Position dann insgesamt doch zu groß war. Die ursprünglichen 100 Aktien hielt ich dann weiter, nahm jedoch im März diesen Jahres einen Teilverkauf vor. Im Chart ist das genau die Stelle, in dem die Abwärtsbewegung vom Allzeithoch endet…

Aktuell kämpft die Aktie um die 400-Dollar-Marke und notiert leicht darunter:

Microsoft-Aktie im 10-Jahres-Chart (in US-Dollar)
Microsoft-Aktie im 10-Jahres-Chart (in US-Dollar)

Teilverkauf

In meinem Monatsbericht zum März hatte ich Anfang April schon darüber ausführlich berichtet, dass ich bei Microsoft einen Teilverkauf vorgenommen hatte. Zur Dokumentation kommen hier nun noch die Details und die offizielle Abrechnung: Ich verkaufte 15 Aktien am 27.03.2026 zu einem Kurs von 312,25 € im Direkthandel über Lang & Schwarz. Nach Abzug einer Provision von 11,71 € erhielt ich einen Verkaufserlös von 4.672,04 €. Ich wollte damit eigentlich nur meinen Einstand wieder zurückhaben und habe das auch gemeinsam mit den bisher erhaltenen Nettodividenden und einem früheren realisierten Gewinn geschafft. Ich war aber davon ausgegangen, dass ich noch Abgeltungssteuer auf den Gewinn zahlen müsste. Ich hatte nicht im Blick, dass ich bei maxblue noch einen gefüllten Aktienverlusttopf stehen hatte. So hätte ich eigentlich nur 13 Aktien verkaufen müssen, um mein Ziel zu erreichen…

Teilverkauf Microsoft im März 2026 maxblue

Dividende

Microsoft zahlt erneut eine Quartalsdividende von 0,91 US$. Für die „nur noch“ 85 Aktien in meinem Dividendendepot ergibt sich eine Brutto-Dividende von 77,35 US$. Sie wurde von maxblue zum Kurs von 1,1583 in Euro umgerechnet. Nach Abzug der Steuern verbleibt eine Netto-Dividende von 49,72 €. Sie wird mit Wertstellung 15.06.2026 überwiesen.

Dividendengutschrift Microsoft im Juni 2026 maxblue
Dividendengutschrift von maxblue

Außerdem habe ich einen Sparplan auf Microsoft bei Trade Republic angelegt, der bisher aber noch nicht nennenswert bestückt ist. Er dient zur Wiederanlage der Dividende und des Überschusses aus den Teilverkäufen über meinem Einstand.

Aus dieser Mini-Position habe ich 0,12 € netto erhalten. Interessant finde ich dabei, dass der Umrechnungskurs von Trade Republic besser als bei maxblue ist und die Wertstellung der Dividende auch 4 Tage früher erfolgt. Das bestätigt die Ergebnisse meiner Vergleiche bei den monatlichen Dividendenzahlungen von Realty Income.

Dividendengutschrift Microsoft im Juni 2026 Trade Republic
Dividendengutschrift von Trade Republic

Dividendenrendite

Annualisiere ich die Quartalsdividende, dann zahlt Microsoft eine Jahresdividende von 3,64 US$. Bei einem Aktienkurs von 397,36 US$ (Schlusskurs am 10.06.2026, dem offiziellen Dividendenzahltag) ergibt das eine Dividendenrendite von 0,91%. Bei einem heutigen Kauf dürfte es jedoch etwas mehr sein, da Microsoft traditionell seine Dividende zur Dezember-Zahlung erhöht.

Yield on Cost

Meine persönliche Dividendenrendite (Yield on Cost) profitiert von meiner vergleichsweise langen Haltedauer und den zwischenzeitlichen Dividendenerhöhungen. Rechne ich die Jahresdividende zum jetzigen Umrechnungskurs um, dann erhalte ich 267,12 € auf einen Einstand von 5.481,28 €. Das ist ein YoC von 4,87%.

Perspektiven

Ich muss schon zugeben, dass mich der Abwärtstrend bei Microsoft Ende März dann so weichgekocht hatte, dass ich einfach mal etwas Geld vom Tisch nehmen wollte. Der Teilverkauf war dann auch so dosiert, dass er meine Dividendenerträge kaum berührt. Das Niveau ist – durch die zwischenzeitliche Dividendensteigerung und den stärkeren Dollar – ungefähr vergleichbar mit dem Vorjahr.

Seitdem merke ich jedoch, dass ich wieder komplett entspannt mit der Depotposition umgehen kann. Microsoft – lange Zeit mein drittgrößter Wert im Depot – steht nun „nur noch“ auf Platz 7. Das geht einher mit den Sorgen, die sich in den letzten Monaten aus dem AI-Hype für Microsoft ergeben haben.

Denn lange Zeit war Microsoft mit der Beteiligung an OpenAI einer der AI-Profiteure schlechthin. Doch mit zunehmender Konkurrenz durch Anthropic und Google verlor Microsoft das Alleinstellungsmerkmal. Und als dann das Bewusstsein stieg, dass exorbitante Investitionen für die konkurrierenden AI-Unternehmen erforderlich sind, kehrte eine gewisse Ernüchterung ein.

Die Quartalsergebnisse selbst sind bei Microsoft seit jeher beeindruckend. Zuletzt wurde über einen Quartalsumsatz von 82,9 Mrd. US$ berichtet, ein Plus von 18% gegenüber dem Vorjahresquartal. Auf diesem Niveau immer noch zweistellig zu wachsen, ist nicht selbstverständlich. Der operative Gewinn legte sogar um 20% auf 38,4 Mrd. US$ zu. Der Gewinn je Aktie konnte auf 4,27 US$ gesteigert werden (+23%).

Getragen wird das Ergebnis und das Wachstum natürlich weiterhin – wie inzwischen schon einige Jahre – vom Cloudgeschäft. Es stand für 54,5 Mrd. US$ Umsatz (+29%) und macht damit inzwischen Zweidrittel des Umsatzes aus. Das ganz klassische Geschäft wie Windows OEM oder Xbox ging hingegen um 2% bzw. 5% zurück.

Um weiter konkurrenzfähig zu bleiben, sind aber hohe Investitionen erforderlich. Das Geschäft skaliert zwar, aber es bedarf neuer Rechenzentren usw. Im nächsten Quartal sollen so über 40 Mrd. US$ investiert werden.

Natürlich ist es richtig, jetzt zu investieren und den Anschluss nicht zu verpassen. Und bei einer Bruttomarge des Cloudgeschäfts von 64% ist das auch profitabler Kapitaleinsatz. Trotzdem stellt sich die Frage, ob das immer so weitergehen wird und woher die Ausschüttungen an die Aktionäre (Dividenden und Aktienrückkäufe) in Zukunft kommen werden.

Im gesamten Geschäftsjahr wird mit etwa 190 Mrd. US$ Investitionen geplant. 25 Mrd. US$ kommen dabei durch Preiserhöhungen bei Komponenten zustande. Und das ist genau die Crux an der Sache: Profiteure dieser gewaltigen Investitionen (und Microsoft ist ja kein Einzelfall) sind die Hardwareausrüster. Sie erleben eine nicht für möglich geglaubte Sonderkonjunktur und verdienen sich eine goldene Nase. In meinem Depot hat das z.B. dazu geführt, dass Lam Research im Depotgewicht deutlich vor Microsoft gerückt ist. Und auch Cisco macht mit seiner jüngeren Performance sehr viel Freude.

Wenn ich mich aktuell entscheiden müsste, dann würde ich auch lieber auf Hardware konzentrieren. Gleichzeitig haben mir die vergangenen Jahrzehnte gezeigt, dass Microsoft nicht in Gefahr ist. Das Unternehmen hat es immer geschafft, sich neu zu positionieren und hat den Aktionären viel Freude bereitet. Aber es gab auch immer mal mehrjährige Schwächephasen. Und ich kann mir gut vorstellen, dass wir uns nun auch wieder in seiner Periode befinden.

Mein Teilverkauf hat mich jedoch entspannt und ich werde der Entwicklung einfach zuschauen. Ich habe ja jetzt nur noch meine Gewinne im Feuer und kann da auch mit einem zwischenzeitlichen Rückgang leben. In dieser Phase werden die Dividende weiter fließen und wohl auch erhöht werden. Und wenn es irgendwann wieder aufwärts mit dem Aktienkurs gehen sollte, dann kann das so schnell passieren, dass man eben zuvor investiert sein sollte.

In den letzten Tagen kamen nun verstärkt Meldungen auf, dass sich Microsoft von OpenAI emanzipiert. Microsoft verstärkt die Entwicklung eigener KI-Modelle (wie die Phi-Familie für Small Language Models), die lokal oder kostengünstiger auf Azure laufen, ohne dass Lizenzgebühren an OpenAI fließen. Ziel ist es, die Marke Copilot technologisch so unabhängig zu machen, dass im Hintergrund die KI-Modelle flexibel ausgetauscht werden können – egal ob sie von OpenAI, einem anderen Partner oder aus eigener Entwicklung stammen.

Außerdem entwickelt Microsoft eigene KI-Chips (wie dem Maia 200) und reduziert so die Abhängigkeit von Nvidia. Am Ende soll damit auch die Azure-Cloud für die eigenen, maßgeschneiderten KI-Modelle optimiert werden.

Damit hat sich Microsoft auf der einen Seite durch seinen 27%-Anteil eine sichere Position aufgebaut, falls OpenAI der avisierte Börsengang gelingt und/oder Gewinne einfährt. Gleichzeitig stellt sich Microsoft technologisch so unabhängig auf, dass es im KI-Rennen auch dann ganz vorne mitspielt, wenn die Partnerschaft mit Sam Altman irgendwann komplett in die Brüche gehen sollte.

Diese Entwicklung bestätigt mich darin, jetzt nicht ernsthaft von Krise im Zusammenhang mit Microsoft zu sprechen. Der Aktienkurs zeigt zwar keine positive Entwicklung mehr, aber das Unternehmen entwickelt sich weiter. Und im Ergebnis vertraue ich darauf, dass es Microsoft erneut gelingen wird, sich als führendes Unternehmen zu positionieren.

Auf einen Blick:

Unternehmen:Microsoft
ISIN:US5949181045
Im Divantis-Depot seit:11.10.2017
Letzter Nachkauf am:13.12.2021
Stückzahl im Divantis-Depot:85
Durchschnittskaufkurs inkl. Gebühren:68,72 €
Gesamtkaufpreis:5.841,28 €
Bisher erhaltene Netto-Dividenden:1.239,36 €
durch Teilverkauf am 19.7.2024 realisierter Gesamtgewinn (Kurs & Dividenden):1.219,21 €
durch Teilverkauf am 27.03.2026 realisierter Gesamtgewinn (Kurs & Dividenden):3.914,67 €
Aktuelle Strategie:Halten und Dividende kassieren, Dividende reinvestieren


für diesen Beitrag verwendete Quellen:
Earnings Release FY26 Q3 – Microsoft Cloud and AI Strength Fuels Third Quarter Results
Fourth Quarter / Fiscal Year 2026 Outlook

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Kommentare

25 Kommentare zu „Nennt man das schon Krise oder bietet sich hier auch eine Chance?“

  1. Avatar von Chrischaan
    Chrischaan

    Microsoft und Alphabet habe ich als Einzelaktien im Depot behalten. Du arbeitest gut heraus, dass das neue KI-Zeitalter die bisherigen Geschäftsmodelle der beiden unter Druck setzen könnte. Bei Alphabet hatte das ja eine zeitlang zu sehr günstigen KGVs geführt, die Microsoft noch ar erreicht hat. Gleichzeitig sehe ich aber bei beiden, dass sie viel in die neue Zukunft investieren. Das Aufbauen dieser gigantischen Rechenleistung schafft meiner Meinung nach auch wieder eine Art Burggraben. Weil in diesen Größenordnungen kaum jemand anderes mithalten kann.

    Was aber auch zur Wahrheit gehört: Während der Gewinn nach wie vor beeindruckend steigt, stagniert der freie Cashflow schon etwas länger bzw. könnte sogar zeitweise rückläufig sein. Für mich sind das Vorboten einer Zeit, in der auch der Gewinn irgendwann mal volatiler werden könnten. Irgendwann sollte sich dieser Invest ja mal in Abschreibungen wandeln.

    Ich denke, du schätzt das gut ein: Es kann sein, dass es auch mal eine Zeit seitwärts gehen kann. Das könnten dann aber auch Nachkaufgelegenheiten werden. Aber ernsthaft in Gefahr sehe ich Microsoft heute noch nicht.

  2. Avatar von Thomas
    Thomas

    Ach ja MSFT…, interessantes Thema, das förmlich dazu zwingt, sich gründlicher mit der Situation am US IT Markt zu beschäftigen.
    Microsoft hängt zwischen zwei Stühlen fest.
    Erlahmendes Interesse der Growth- und Tech – affinen Investoren, die sich an Nvidia, jetzt SpaceX und Alphabet vielleicht noch und ansonsten an Halbleitern abarbeiten und die Bums und Tempo im Depot sehen wollen und sich gern auch schnell von Titeln trennen und auf der anderen Seite kein oder kaum Interesse von Dividendeninvestoren, die Dividende und Income sehen wollen. Bei Microsoft Dividende zu mager und keine Aussichten auf mehr, weil alles in Capex gesteckt wird ohne Garantie auf signifikanten Mehr-Ertrags Erfolg und oder Sorge vor weiteren Capex-Nachschusspflichten.
    MSFT zur Zeit irgendwie schon alter Opa Image.

    Natürlich ist es nicht zu übersehen, das MSFT als einziger(!) Hyperscaler im Zeitraum ytd – 20% gegen jeglichen Trend verloren hat. Alle anderen Softwarebasierten Giganten sind wenigsten mit etwa +10 zu beobachten, während für Hardwarebasierte Unternehmen mindesten durch die Bank +100 Plus ytd und gerne auch mehr State of the Art ist.
    Die Gerüchte um Kapitalerhöhungen durch Ausgabe neuer Aktien, die Oracle schon mal nachweislich geschadet haben, die jetzt auch bei Meta und eben auch Microsoft aufploppen, sind auch nicht gerade förderlich, weil sie eben nach Alphabet einfach den zweiten oder dritten machen. Der letzte macht das Licht aus.
    Die Staatsfinanzierung der USA und aller anderen Staaten benötigt immer mehr Liquidität, Börsengänge wie SpaceX usw usf ziehen massiv wechselbereite Liquidität vom Markt, so das für Microsoft nicht viel Nachfrage am Markt bleibt, um MSTF im Kurs hochzuziehen.

    Außerdem ist es im Nachhinein ein strategischer Fehler gewesen, sich bei OpenAI so massiv zu engagieren. OpenAI hat inzwischen auch schon ein „alter OPA“ Image im Bereich KI. Weiß selber gar nicht, wann ich ChatGPT das letzte Mal genutzt habe, muß schon über ein Jahr her sein.
    Nicht jeder, der wie OpenAI ein neues epochales Thema (hier KI) aufmacht und startet, ist am Ende der große Profiteur, sondern wird von Nachfolgern/Wettbewerb einge- und überholt und aufgefressen.

    Von Microsofts rekordhohem Cloud-Auftragsbestand von $625 Mrd. entfallen 45% — rund $281 Mrd. — auf OpenAI.
    Das ist zuviel, zumal OpenAI im Februar angekündigt hat, bis 2030 nur noch ~$600 Mrd. für Rechenkapazität auszugeben statt der ursprünglich geplanten $1,4 Billionen.

    Copilot wächst, bleibt aber monetär hinter den Erwartungen/Potential zurück, schwache AboPenetration. Die Konkurrenz wie Gemini wächst schneller und überholt.

    Es hängt jetzt alles, aber auch wirklich alles in der gesamten Branche davon ab, wie sich der noch ganz junge IPO von SpaceX weiter entwickelt.
    Zunächst mal Respekt @ SpaceX für den guten Start, es haben alle ihre Hausaufgaben gemacht, aber trotzdem so hyperglanzmäßig war der Kursprung zur Eröffnung auch nicht. Erste Verkaufsdruck-Erscheinungen waren schon zu beobachten.
    nicht jeder Kleine Anleger hat gewonnen…
    https://www.focus.de/finanzen/space-x-ipo-bei-comdirect-und-trade-republic-privatanleger-werden-zu-melkkuehen_544bd9d3-6f1c-44a0-a231-4763883efcea.html
    Ich bleibe dabei, wenn die ersten VentureCapitals, Insider, Pre-Investoren und großen Institutionellen ihre Aktien von SpaceX den Privatanlegern vor die Füße kippen, wird es rot bei SpaceX.
    Ich glaube nicht an große Erfolge von OpenAI beim Börsengang, eher noch bei Anthropic.

    Trotzdem ist Microsoft ein qualitativ hochwertiges Unternehmen, zweifelsohne. Zahle selber jeden Monat 7 Euro fürs ABO, weil ich alles in OneDrive ablege und 1TB Speicherplatz gemietet habe, die ich gar nicht brauche, aber nicht darauf verzichten möchte.
    In unserem Konzern laufen alle Mitarbeiteraccounts über Microsoft, die Software „Teams“ wird intensiv genutzt usw usf.

    Nur welchen Preis bemißt man jetzt der Microsoftaktie? Die Nachfrage der Investoren liegt eben woanders.

    Für mich MSFT zur Zeit eher nicht interessant, da der Fokus doch auf Income liegt.

    Microsoft müßte 120 Dollar das Stück kosten, um eine Jahresdividende von drei Prozent zu zahlen. Ist das realistisch?

    Trotzdem bin ich allgemein überrascht von der Resilienz des Aktien-Marktes ingesamt. Alles steigt und steigt und steigt.
    schönen Sonntag

  3. Avatar von BörsenHai
    BörsenHai

    Ein sehr interessanter Beitrag.

    Ich habe die meisten Investitionen, die KI betreffen, soweit reduziert, das ich den Einstand drin habe. Aber komischerweise bei Microsoft nicht. Fragt bitte nicht warum. Ich könnte es nicht beantworten. Die Cashgenerierung?

    Wie bereits geschrieben gibt es eine – ich nenne Sie mal so – „KI-Allianz“ (Softwarefirmen und incl. NVidia), die sich gegenseitig Geld „leihen“. Für mich sehr undurchsichtig. Das war für mich der erste Schritt zur Verminderung des Invests in „KI“ zu geringeren Kursen als heute.

    Die KI-Lieferer (Francoise, Fritz und Kevin, etc.) generieren ja kein Geld. Jedenfalls nicht kostendeckend. Klar ist: Irgendjemand muss die Billionen für Rechenzentren und Infrastruktur bezahlen. Nur wer und wieviel? Und was ist eine Firma wert, wenn Sie an die Börse geht und keinen Gewinn macht? Ist es Zockergeld und Wetten oder hat es fundamental eine Basis? Leider sehe ich die Basis nicht, außer Abhängigkeit des menschlichen Denkens. Ich muss auch dazu sagen: Tamagochi hielt ich für Kinderkram … und die generierten richtig Schotter … ich bin zu real.

    Neuinvestitionen würde ich in dem Bereich KI nicht mehr tätigen und wenn in klitzekleinen Dosen.
    Alles meine Meinung!

  4. Avatar von Tobs
    Tobs

    @Chrischaan

    Auch wenn ich keine Glaskugel habe. Aber meine Vermutung wäre, dass sich das in Zukunft genau umgekehrt entwickeln könnte.

    Ich nehme an, der FCF wird eher wieder steigen, und der Gewinn vermutlich zumindest langsamer wachsen.

    Bis zu einem gewissen Grade erleben wir ja ein Parallel-Phänomen der Amazon-Aktie in der Frühphase, wobei hier ein relevanter Unterschied besteht, dazu gleich unten mehr.

    Zurück zum FCF von Microsoft.

    Capex belastet den FCF heute. Das hast Du ja auch festgestellt
    Abschreibungen belasten später den Gewinn. Das können wir erst in den nächsten Jahren sehen.
    Die Abschreibungen sind dann aber nicht cashwirksam. Der CashFlow könnte (! – dazu unten mehr) dafür umso stärker wieder steigen…

    Also wird sich die bilanzielle Situation schon verändern, wenn später die gewaltigen Abschreibungsblöcke durch die GuV laufen (ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung, wie die Capex in Rechenzentren in der Bilanz aktiviert und über welchen Zeitraum abgeschrieben werden, aber ich denke, das muss man auch nicht unbedingt wissen). Daraus folgt, dass EPS langsamer wachsen könnten und auch ROE und ROIC sinken. Das wäre die bilanzielle Situation.

    Beim FCF wird es eigentlich erst interessant, finde ich. Die Frage im Kern lautet doch, erwirtschaften die neuen Rechenzentren genügend zusätzlichen freien Cashflow? Und hiermit verbunden finde ich Börsenhai’s erhobenen Einwand sehr relevant – wer verdient nachher das ganze Geld, ist also gewillt, die aufgebaute Infrastruktur zu nutzen, so dass Microsoft eine Monetarisierung hat. Ehrlich, diese Frage stelle ich mir nicht mal. Dafür müsste man ein Tec Bro sein und abends im Silicon Valley auf abgefahrenen Party rumhängen, um diesen Blick in die Zukunft wagen zu können. Ich persönlich bin bereits froh, wenn ich morgens beim Einparken im Parkhaus keine Karre eines Kollegen ramme oder mir beim Mittagessen nicht das Hemd versaue. Dann habe ich bereits viel geschafft. Visionen in die Zukunft gehören nicht zu meinen Kernkompetenzen.

    Perfekt wäre es ja, das es a) so viel Nutzernachfrage geben wird (ich glaube, insoweit wird das gar nicht mal das eigentliche Thema sein und b) diese gut monetarisierbar ist (der schwierigere Part).

    Im Idealfall steigen Gewinn und Cash Flow. Alptraum für Microsoft wäre, wenn Gewinn und Cash Flow sinken. Eigentlich muss man doch die selbe Denke anwenden, ganz primitiv, wie bei Immobilien auch: Für jeden investierten Euro oder eben USD in AI-Infrastruktur muss ein zusätzlicher Cash Flow entstehen. Wenn man in eine Logistik Immobilie investiert, interessiert einen ja auch weniger die Abschreibung, sondern die Höhe der Cash Yield auf das investierte Kapital. Vielleicht vereinfache ich das aber auch ein bisschen…

    Und nochmal zu Amazon, die jetzt gerade als Vergleich für die heutige Situation gerne herangezogen werden: Die hatten ja auch extrem viel in ihre Infrastruktur investiert, weswegen der FCF anfänglich nie erquicklich aussah.

    Die Ausgangslage zwischen Amazon einerseits und Microsoft andererseits ist aber grundlegend verschieden.

    Amazon hatte in etwas investiert, was es damals noch nicht gab. Erst die riesige Lagerinfrastruktur, dann in das AWS-Thema. Amazon war konkurrenzlos, umgekehrt war dafür die Investmenthese unklarer (denn damals haben viele – generell – die Sinnhaftigkeit von Amazon in Frage gestellt). Microsoft hingegen in etwas, dass grundsätzlich nicht in Frage gestellt wird. Daher investiert Microsoft in diesen Markt ja, anders als Amazon damals, nicht allein, sondern mit anderen Schwergewichten (Google, Amazon, Meta, OpenAI usw. usw.). Wer verdient von den Schwergewichten nachher die Überrenditen? Wie viel Zukunft ist bereits eingepreist? Das erinnert mich an die Bahnunternehmen in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Die Zukunft der Bahn war klar, aber nicht, welche Projekte und welche Verbindungen funktionieren und ob Kapitalkosten richtig angesetzt wurden.

    Tja….Wie soll man denn bei Rechenzentren Fragen beantworten können wie die nach Auslastung, Nachfrage, erzielbare Preise und die durch das zusätzlich gestellte Kapital verdiente Rendite?

    Ich bin Cash Flow Investor. Ich investiere, wenn ich glaube (! – mehr ist es ja nicht, aber immerhin), dass ich verstehe, wie ein Unternehmen Kapitalrenditen verdient, ob das investierte Kapital höher verzinst ist als die Kapitalkosten und wie sich das alles auf den FCF auswirkt. Bei den ganzen Brüdern wie Microsoft hätte ich nicht ansatzweise einen Clou. Man kann eigentlich doch nur diese Titel kaufen und muss sie dann mal mindestens 10 Jahre behalten, um zu sehen, ob zwischen den Losen ein paar Gewinner dabei gewesen sind. Du siehst, für mich wäre das daher eher Glücksspiel… :-)

  5. Avatar von UrsprungsFrank
    UrsprungsFrank

    Tja, die Techis. Alle sind sie wie besoffen davon.

    Da wird sogar von einem Billionär inflationär gefaselt, obwohl dieser mitnichten existiert. Das ist Casino mit Pokerkarten. SpaceX ist ein unglaublich gehebelter Wert.

    Nehmen wir mal an, die KI ist so gewinnbringend für die Firmen, weil aufgrund Massenentlassungen Unternehmen mit KI sehr, sehr effizient und damit gewinnbringend werden. Ich habe durchaus die Phantasie mir vorzustellen, dass große Teile der Bevölkerung dann gar nicht mehr so gut auf KI zu sprechen sind zudem die verminderte Kaufkraft dann doch wieder zu sinkenden Erlösen führt. Auch SpaceX lebt bis auf Weiteres im Wesentlichen vom amerikanischen Staat Im Moment schauen alle nur auf die jeweiligen Firmen und blenden die Zukunft der Volkswirtschaften komplett aus.( Übrigens auch China im anderem Kontext mit seiner ausschließlich aggressiven Exportwirtschaft. Sie subventionieren den Export, ein Großteil der Chinesen lebt sehr bescheiden … )

    Nun denn, ich selbst habe lediglich ETFs in diesem Bereich, da bis auf eine Anlageentscheidung im Rahmen einer Momentum-Strategie ich nicht wüsste, wer wo, wie und wann der richtige Hyperscaler morgen ist.

    Der bemerkenswerte Gedanke bei Ben und auch bei anderen Kommentatoren/innen ist der des Markt-Timings, der eigentlich bisher nur eine sehr geringe Rolle hier spielte. Die Nervosität steigt zu Recht. Mit meinem ETF in der Techwelt sehe ich mich als Langfristanleger auf der verhältnismäßig sicheren Seite. Einzelinvests wie Linde, Allianz, Terna und, und sind mein Fokus, denn ich glaube irgendwie mir ein Bild von diesen machen zu können, wenn auch dies nur eine Illusion sein mag.

    Gruß Frank

  6. Avatar von Chrischaan
    Chrischaan

    @Tobs:
    Das ist auch was ich meinte, mit der Gewinn- FCF-Entwicklung. Die Aussage „zeitweise rückläufig“ war wohl etwas missverständlich und tatsächlich eher kurzfristig gemeint, also in die aktuelle Ausbauphase hinein. Sollte es mittelfristig zu einer Sättigung der Rechenleistung kommen und damit der Neuausbau der Kapazität heruntergefahren werden, dann würde der FCF natürlich wieder steigen. ABER: Ich schließe mich dir hier an: Nichts genaues weiß man nicht. Das würde ich aber auch von allen anderen Einzelaktieninvestitionen sagen. Warum soll gerade General Mills die Kurve bekommen? Warum Snap-On oder Fastenal weiter performen usw. Ich selbst kann nur auf sehr hohem Level bewerten, garantiert aber nicht im Detail.

    Was die Techies anbetrifft. Hier würde ich es versuchen zu vermeiden Dinge wie den SpaceX-Börsengang oder andere gehypte Aktien mit Cashmaschinen wie Microsoft oder Alphabet in einen Topf zu werfen. Letztere zahlen nahezu alles aus ihrem Cashflow. Gut aktuell sind Kapitalerhöhungen im Spiel oder vermutet und auch das Fremdkapital nimmt leicht zu. Aber, bei einer Microsoft oder Alphabet scheint mir das alles andere als gefährliches Hebeln, zumindest bis jetzt. In SpaceX zu investieren ist dagegen auch für mich reines Zocken. In die nach oben geschossenen Hardwarfirmen evtl. auch.

    Bei KI denke ich, sollte man auch über allgemeine LLMs hinaussehen. Was sich da gerade im Bereich der Robotic oder anderer physical AI tut (selbstfahrende Autos bspw.) ist schon spannend. Auch dürften sehr spezifische AI Anwendungen und Agenten weiter zunehmen und auch wirtschaftlich sinnvoll sein. Und da ist die Wahrscheinlichkeit nicht zu gering, dass der Bedarf an Rechenleistung doch weiter wachsen wird. Und selbst wenn Microsoft im Worst-Case die 45% OpenAI wegbrechen sollten, ist es nicht unwahrscheinlich, dass man diese Rechenpower anderweitig verkaufen wird können. Ob man damit dieselben ROIs wie mit den SaaS-Geschäftsmodellen erreicht bleibt natürlich abzuwarten bzw. kann man bezweifeln.

    Frank hat natürlich einen wichtigen Punkt. Wenn die Produktivität durch KI so viel Nutzen bringen sollte, was passiert dann mit all den Leuten die dann nicht mehr gebraucht werden. Hier habe ich auch keine Ahnung ehrlich gesagt. Ich kann auch gar nicht einschätzen, ob dann andere Aufgabengebiete entstehen. Das Internet und die Computer waren bestimmt auch mal gefürchtet und haben am Ende eher Arbeitsplätze und Produktivität geschaffen?! Ich hoffe, dass das auch hier so wird. Und falls nicht, falls KI der Knaller wird und ich arbeitslos, dann hoffe ich über die Investments in die Hyperscaler zumindest etwas auszugleichen. Für Gesellschaften die schrumpfen und Hochlohnländer könnte es aber auch ein Hoffnungsschimmer sein. Eine Hilfe gegen Fachkräftemangel. Wer weiß.

    Was ich aber nicht glaube ist, das sich das Thema KI als reine Luftnummer entpuppt. Und deswegen riskiere ich das mal mit Microsoft und Alphabet. Mein Trost: wenn ich falsch liege wird mein AP zumindest nicht von KI ersetzt. ;-)

    Beste Grüße,
    Chrischaan

    1. Avatar von Tobs
      Tobs

      Chrischaan, das ist ein fairer Punkt. Letztlich muss man es dem Management überlassen, die Entwicklung neuer Märkte einzuschätzen. Und der Track record der von Dir favorisierten Unternehmen gibt einen Vertrauensvorschuss her. Wer hätte denn damals vor 25 Jahren bei Google oder anderen Tech Unternehmen außer ein Peter Thiel deren Entwicklung voraussagen können…Man hätte immer einen Einwand gefunden. Gerade ein Ketch Up – Tobs wäre da vermutlich immer viel zu griesgrämig gewesen. Und so könnte es hier auch wieder sein.

      Wegen KI und Auswirkungen auf die Gesellschaft: Wir wissen es nicht. Aber ein Szenario könnte sein (leider zumindest eine gewisse Wahrscheinlichkeit), dass es leider eine ganze Generation der Verlierer gibt, bis es in der nächsten Generation netto wieder mehr durch KI generierte Beschäftigung geben wird. Der deflationäre Druck ist immens. Vielleicht blüht uns so etwas in der Art wie der Pauperismus der 30er/40er im 19 Jahrhundert in den Städten Deutschlands, als die Landbevölkerung in die Städte kam, um in der in Deutschland im Hochlauf ankommenden Industrialisierung Arbeitsplätze zu finden.

      In China wird das teilweise versucht zu kaschieren. Wenn Unternehmen mehr als 10% der Workforce rausbekommen wollen, muss eigentlich die Regierung zustimmen (Die Partei fürchtet ja nur eins: Soziale Unruhen). Aber anscheinend übt die Regierung selber immensen Druck auf die Unternehmen aus, mit KI alles effizient zu machen, damit die Unternehmen im internationalen Wettbewerb bestehen. Netto gehen dort jetzt schon jede Menge Arbeitsplätze verloren. Bei uns kommt das wegen unserer Strukturen und Gesetze allmählicher, aber die Welle baut sich gerade auf und könnte in den nächsten Jahren übel brechen. Aber Du hast doch Recht mit dem was Du schreibst: Was sollen wir machen außer zu Investieren und hierüber ein wenig Absicherung zu bekommen!

  7. Avatar von Thomas
    Thomas

    Es ist schon frappierend, was man über/mit KI über die derzeitige Investmentlogik/CapexLogik bei Datacenters herausfinden kann.
    Es ist soviel, das man das als einzelner in seiner Tragweite gar nicht erfassen kann.

    Ein paar essentials kurz zusammengefaßt. Auf die Frage, ob Angebot Hardware oder Nachfrage Rechenleistung in Zukunft schneller steigt, die Antwort:
    Angebot (Hardware-seitig) und Nachfrage wachsen beide rasant, aber das Angebot beginnt ab 2027 strukturell zu übersteigen.
    Auf die Frage, wie sich der Preis für durchschnittliche Rechenleistung/Miete Datencenter entwickelt, die Antwort KI:
    Rechenleistung (FLOPS/$) — radikal fallend
    Physische Rechenzentrumsmiete — stark steigend
    Fazit : Das Paradoxon: Die Kosten für das Produkt (Token, FLOP, Inference) fallen schnell — aber die Kosten für die Infrastruktur (Strom, Kühlkapazität, Grundstück, Netzanschluss) steigen. Das schafft eine Preisschere, die erklärt, warum Hyperscaler wie Alphabet und Meta trotz fallender Token-Preise weiter massiv in physische Kapazität investieren und warum Colocation-REITs (Equinix, Digital Realty, Iron Mountain) strukturell von dieser Knappheit profitieren — während reine Inference-Anbieter einem harten Preiskampf ausgesetzt sind.

    Und zu guter Letzt auf die Frage :
    wird sich der Bedarf an Rechenleistung unter Bezug auf sich möglicherweise exponentiell entwickelte KI/ Agentic KI mit Sicht auf 10 Jahre eher linear, degressiv oder ebenfalls exponentiell entwickeln? Die Antwort KI :

    exponentiell, aber gebrochen — die Nachfragekurve bleibt exponentiell in ihrem Charakter, wird aber ab ca. 2028–2030 durch physikalische Realitäten erzwungenermaßen abgeflacht.

    Warum es keine reine Super-Exponentialfunktion wird: die physikalische Bremse
    Netzanschlüsse für neue Rechenzentren dauern in Schlüsselregionen 4–10 Jahre, während KI-Rechenzentren typischerweise in 2–3 Jahren geplant und gebaut werden. Diese strukturelle Fehlausrichtung bestimmt zunehmend, welche Projekte realisiert werden und welche stagnieren. World Economic Forum:
    Das ist keine zyklische Verlangsamung, sondern eine physikalische. Hyperscaler begegnen dem durch geografische Verlagerung in Regionen mit verfügbarer Stromkapazität (UAE, Island, Norwegen, Texas) statt auf Netzausbau in Primärmärkten zu warten.

    Investmentrelevanz
    Die Divergenz der Szenarien ist für die Portfoliokonstruktion zentral: Im Basis-Szenario (×30 bis 2035) profitieren Infrastruktur-REITs, Energieversorger und Kupferproduzenten strukturell — unabhängig davon, wer das KI-Rennen gewinnt. Im AGI-beschleunigten Szenario käme ein Nachfrageschock hinzu, der aktuelle Kapazitätspläne um Größenordnungen übersteigt. Im Grid-Limit-Szenario würden regulatorische und geopolitische Faktoren — wer Netzanschluss bekommt — zur dominanten Renditevariable. Das Stromversorgungsproblem ist in allen drei Pfaden das Nadelöhr.

    Jetzt ich wieder
    Die Grundtenor auf alle Fragen zur Zukunft der Datacenters etc.
    Der Flaschenhals liegt in der physikalischen Verfügbarkeit.
    Strom, Grundtücke, Kühlung, Kupfer, Glasfaser usw.

    Die Software/Rechenleistung explodiert von alleine ohne fremdes Zutun. Die Entwicklung/Bereitstellung Chiparchitektur/Hardware scheint mit Schritt halten zu können.

    Die Bremse ist nur physikalischer Natur.

    Als Investor ist man dann mit Stromversorgern/ Datacenter Reits sehr wahrscheinlich richtig gut dabei auf lange Sicht. Rohstoffe, Kupfer usw.

  8. Avatar von UrsprungsFrank
    UrsprungsFrank

    „… Rohstoffe, Kupfer usw.“ … und Energie …

    Habe mir bereits vor ein paar Tagen Fortescue mit 2% ins Depot geholt. Hätte ich auch nie gedacht, dass ich diesen Wert mal so spannend finde. Aber eben dieser Wert sitzt mit seiner Expertise wie eine Spinne in besagtem Dreieck Rohstoffe, Kupfer und Energie …

    Wenn ich es richtig verstanden habe, findet also laut KI ab 2027 das große Stühlerücken statt. Wer gewinnt, wer verliert explizit? Sicherlich wird auch dazu die KI eine Tendenz formulieren. Ich halte es dann aber doch eher via ETF mit der Diversifizierung, denn was die KI sagt, müsste ich ja auch noch richtig einschätzen. Zu viel für mich ;-)

    Gruß Frank

  9. Avatar von Martin
    Martin

    Hallo Ben,
    Gibt es neuen Bericht zur DFV Hauptversammlubg?
    Bei USU gibt es ja schon zwei Gegenanträge 😉. Das wird spannend

  10. Avatar von Chrischaan
    Chrischaan

    Zum Thema KI-Verlierer ein Wert in die Runde geworfen.

    Auch wenn ich weniger Einzelaktien habe, reizt es, sich mit ebendiesen manchmal (!) auseinander zu setzen. So geschehen mit Accenture plc. Wer hat denn auf die ein Auge geworfen?

    Wenn ich deren Gewinnentwicklung sehe, fühlt es sich an wie ein deja vu mit Alphabet vor 2-3 Jahren an. Der Markt preist das Geschäftsmodell als tot, die Gewinne und Umsätze wachsen aber. Hier nicht so kräftig wie bei Alphabet aber immerhin. Morningstar (via IB) gibt ein KGV von 13,5 (!) an. Einen ROI von 18%. Das Unternehmen ist netto schuldenfrei. Es generiert weiterhin Cash ohne Ende. Wachsend.

    Nun der Elefant im Raum: AI (oder besser AGI) wird jede Consultantdienstleistung in Grund und Boden stampfen, deswegen nichts wie raus aus dem Wert.

    Aber ist das wirklich so?? Das Management (klar die müssen das) stimmt da ganz andere Töne an. Auch Außenstehende sehen mittelfristig eher mehr Aufträge für Accenture. Irgendjemand muss ja den ganzen alten, chaotischen Daten-Krims-Krams für AI ft machen. Und vor allem: Irgendjemand muss ja den Kopf dafür hinhalten. Und dann eine externe Beratungsungsfirma zu wählen, ist ja Gang und Gebe.

    Hab da mal eine tiefere Analyse (mit Gemini) durchgeführt. Die Google-KI war dem Unternehmen gegenüber sehr positiv eingestellt. Hab dann auch mal die klare Antithese formuliert. Aber entgegen anderen Erfahrungen kam keine höfliche Entschuldigung und eine 360°- ääh 180°-Wende. Sondern ganz im Gegenteil eine Verneinung meiner Antithese.

    Was haltet ihr denn von diesem Wert? Irische Quellensteuer auf die knapp 4% Dividendenrendite (bei <50% Ausschüttung auf Gewinn und 15 Jahren Steigerung) mal außen vor.

    Danke für die Rückmeldung!
    Chrischaan

    1. Avatar von Chrischaan
      Chrischaan

      Ich korrigiere: 13 Jahre Steigerung.

    2. Avatar von BörsenHai
      BörsenHai

      Hallo Chrischaan,
      ich hatte Accenture mal auf dem Schirm, habe mich dann aber dagegen entschieden.

      Dass Beratung durch KI ersetzt wird, sehe ich ähnlich wie Du.
      Für die niedere Ebene benötigt man Coaching zu „How to handle“, „How to control“ und „Where is the greatest benefit“. Man benötigt also Berater, die auch strategisch in der Entwicklung den Weg aufweisen, wie und wo man KI am besten einsetzt und wie man sich gegen Datenklau schützt.

      Auf mittlerer Ebene ist Accenture oft durch die Umsatz- und Gewinngröße im Vorteil zu kleinen Unternehmen, die bei Ausschreibungen schlicht durch Raster fallen auch wenn Sie Excellenz bieten, da sie zu klein sind. Hier holt Accenture die kleinen Firmen an Board und kassiert bei jeder geleisteten Stunde der kleinen Firmen mit.
      Management auf dieser Ebene wird sich hüten zu sagen, „er habe die KI“ befragt. Sonst wäre er sofort auf einem heißen Stuhl. Also werden sogenannte Beraterfirmen beauftragt. Auch unter dem Hintergrund: Der Prophet im eigenen Land zählt nichts“. Die Externen werden als Bestätigung der eigenen Strategie benötigt.

      Im oberen Management sind nur mehr sehr wenige Beraterfirmen en vogue. Kein leitender Manager wird mit den üblichen Marktregeln brechen.
      Gehen alle anderen nach Indien (wie vor 10 Jahren) geht er auch nach Indien; Stichwort heißer Stuhl. Geht Indien schief, gibt es hundert Ausreden, geht eine andere Destination schief, kann er seine Sachen packen; er hat keine Verteidigungslinie!

      Zumindest heute und die nächsten Jahre werden Firmen wie Accenture im Projekt- und Beratungsumfeld durch KI nicht bedroht. Meine Meinung.

      Bei KI darf nicht vom privatem Umfeld auf das geschäftliche Umfeld schließen.
      Im privaten Umfeld betrifft es nur mich, im geschäftlichen ein Team oder eine Abteilung oder das Unternehmen. Jemand müsste also die Ergebnisse der KI gegenüber allen Beteiligten vertreten, um etwas Neues umzusetzen. Und das geht mit viel Ablehnung oder Konfrontation einher. Die Frage ist, wer möchte sich den Schuh anziehen? Danach ist ein Ausziehen der Schuhe nur mehr schwer möglich.

  11. Avatar von Thomas
    Thomas

    Hi crischaan
    zu accenture plc:
    klar diese branchentypische White Collar Problematik. Die Kurscharts der Peers von beispielsweise Capgemini, Cognizant oder der indischen Wipro Ltd kann man beliebig untereinander austauschen, alle das selbe fallende Muster. Trotzdem hat es Accenture am härtesten getroffen.
    Ich zitiere zum Teil Claude AI
    “ die US-Bundesregierung als Klumpenrisiko: Federal Government machte laut CEO Julie Sweet im GJ2024 rund 8% des globalen Umsatzes und 16% des Amerika-Umsatzes aus, eine Größenordnung, die kein Wettbewerber in dem Ausmaß trägt. Mit dem DOGE-Sparprogramm der Trump-Administration wurden allein über die GSA rund 1.700 Beraterverträge mit etwa 4,5 Mrd. $ Volumen gestrichen, dazu kamen Pentagon-spezifische Kürzungen von gut 5,1 Mrd. $, und für GJ2026 hat Accenture explizit einen Umsatz-Drag von 1-1,5 Prozentpunkten allein aus dem Federal-Geschäft eingepreist.“

    weiter

    Zweitens das schwächste Wachstumsguidance der drei: Für GJ2026 stellt Accenture nur 2-5% währungsbereinigtes Umsatzwachstum in Aussicht, bei einer bereinigten operativen Marge von 15,7-15,9% und einem EPS von 13,52-13,90 $. Capgemini guidet dagegen 6,5-8,5%, fast exakt im Korridor der Analystenschätzung von 7,2%, und Cognizant 4,9-7,4% in US-Dollar. Drittens das größte, sichtbarste Restrukturierungsprogramm: Accenture hat 2025 rund 22.000 Stellen abgebaut, mit einer Sonderbelastung von 865 Mio. $ und einem Einsparziel von über 1 Mrd. $, wobei CFO Angie Park das ausdrücklich als beschleunigte Talent-Rotation im Rahmen der KI-Transformation kommunizierte. Diese Offenheit, mit der das alte People-Leverage-Modell als unter Druck stehend beschrieben wird, hat die Kannibalisierungs-These im Markt eher bestätigt als entkräftet.

    und weiter

    Für deine fundamentale Brille ist aber wichtig: Operativ ist bislang nichts eingebrochen. Accenture hat die letzten vier Quartale die EPS-Schätzungen im Schnitt um 3,9% übertroffen, die Neuaufträge lagen zuletzt bei 22,1 Mrd. $ bei 3,7 Mrd. $ Free Cashflow, und seit Q1 GJ26 wird netto wieder eingestellt. Gleichzeitig hat sich die Bewertung stark komprimiert, und die Dividendenrendite ist mechanisch auf rund 3,9% gestiegen, bei sechs Jahren in Folge mit Erhöhung. Bemerkenswert: Mehrere Häuser haben in den letzten zwei Wochen ihre Kursziele kräftig gekappt (JPMorgan 247→201 $, Goldman 300→270 $, Stifel 315→270 $), dabei aber an Buy/Overweight festgehalten, und UBS hat Accenture sogar zum Top Pick 2026 erklärt, unter Verweis auf den gestiegenen Fixpreis-Umsatzanteil von 60% (vs. 50% 2023), der das Geschäft gegen Verdrängung absichern soll. Das ist das klassische Bild einer Bewertungs-gegen-Wachstumssorgen-Situation, kein Bild kollabierender Fundamentaldaten

    Zitatende

    trotzdem ist folgendes auch interessant zu lesen mit etwas leicht säuerlichem Beigeschmack, aber gründlich durchdacht und erklärt und lohnenswert zu lesen.

    https://www.focus.de/finanzen/news/spacex-hype-warum-sich-elon-musks-imperium-gefaehrlich-dreht-und-der-cisco-vergleich-sich-aufdraengt_0b223d6c-c377-4ef9-8320-48bb610a662a.html

    Accenture plc ist weder klassischer Value wie Coca Cola oder Stromversorger oder so ähnlich.
    Es wird durch die noch folgenden Börsengänge von OpenAI und Anthropic (und weitere Finanzierungsrunden/Bewertungsrunden) usw. in der nächsten Zeit (Halbes Jahr) zu extremer sektoraler Liquiditätsabsaugung kommen entweder pro Techhype ( je nach Pessimist/Optimist) oder pro Value Aktie.
    In den ersten fünf Monaten 2026 flossen laut Crunchbase 232 Mrd. $ und damit 80% des gesamten weltweiten Venture-Capital-Volumens allein in KI-Megarunden.

    Accenture ist nichts von beiden. Steigt Tech weiter, steigt Accenture nicht mit. Fällt Tech, fällt Accenture sowieso mit. Dann steigt eher Value.

    Accenture plc ist bestimmt keine schlechte Firma, aber zur Zeit der hier Trend aufs nächste halbe Jahr eher seitwärts bis weiter fallend.
    Es ist m.E. lange Rede kurzer Sinn jetzt einfach kein Zeitpunkt, um Accenture zu kaufen.
    Nach einem allgemeinen Crash sicher, aber zur Zeit spielt die Musik woanders.

    Grüße

  12. Avatar von Thomas
    Thomas

    @Börsenhai
    Zitat Börsenhai: „Im privaten Umfeld betrifft es nur mich, im geschäftlichen ein Team oder eine Abteilung oder das Unternehmen. Jemand müsste also die Ergebnisse der KI gegenüber allen Beteiligten vertreten, um etwas Neues umzusetzen. Und das geht mit viel Ablehnung oder Konfrontation einher. “

    ich denke hier anders.
    Alles, was geschäftlichen (Mehr) Erfolg verspricht, wird auch umgesetzt. Früher oder später. Ob es den Mitarbeitern passt oder nicht. Soziale Belange oder Fragen des Betriebsfriedens/-Klimas werden en passant über Betriebsrat oder Auffanggesellschaften oder whatever geregelt.
    Der Manager, der klare Erfolgsaussichten nicht umsetzt, bleibt es nicht mehr lange.
    KI hin oder her.
    Es wird immer zu Effizienzsteigerungen kommen. Ob wir es wollen oder nicht.
    Die Arbeitsdichte /Leistung pro MA pro Stunde (außer Beamte :)
    wird zunehmen.

    1. Avatar von BörsenHai
      BörsenHai

      Hallo Thomas,

      ich widerspreche Deiner Meinung. Wahrscheinlich war es nicht konkret genug formuliert.

      In Konzernen und großen Unternehmen sind Manager = Verwalter.
      In jedem Konzern gibt es interne politische Machtkriege.
      Jeder beäugt den Anderen mit Argusaugen und jede Schwäche wird betriebsintern genutzt, um ihn abzusägen. Für einen Manager gibt es viele weiche Faktoren, um zu zeigen: Ich bin Klasse. Beruht seine Entscheidung auf KI, kommt als erstes die Frage: Wozu brauch ich den Manager noch? Der kann weg, wir haben ja die KI. ;)

      Keine Frage, dass Auslagerungen nach Indien (auch andere Entscheidungen) an den Mitarbeitern vorbei getroffen werden. Ob es Arbeitsplätze kostet in D, ist dem Management egal. Er muss es nur vor dem Betriebsrat „vertreten“ können.

      Nicht Alles was Erfolg verspricht, wird umgesetzt. Die Frage ist: Wer hat es vorgeschlagen!
      Wer unterstützt ihn? Wer schützt ihn? (den Vorschlager)

      Mein zitierter Satz soll darauf hinweisen, dass in einem Unternehmen (quasi als Organismus) auch von unerwarteter Seite der Stuhl weggezogen wird. Das kann von unten aber wird eher von der Seite oder oben passieren. Im privaten Bereich bin ich Herr meiner selbst. Da steht kein Job auf dem Spiel.

      Was umgesetzt wird, entscheidet die Firmenleitung. Da gibt es zwar (revolutionäre) Vorschläge von unten, die werden aber sehr kritisch beäugt, es könnte ja auch der eigene Stuhl sein, der wackelt. Manager kleben an ihrem Stuhl!
      So meine Erfahrung.

      Wenn man Effizienz mit mehr Cash übersetzt, ist das genau die Zielrichtung des Managements. Denn dann gibt es mehr Boni, Ansehen, besseres politisches Standing in der Firma.

      Keine Frage, dass man immer mehr Effizienz fordert. Genau daran verdienen wir Aktionäre ja auch.

      Daran liegt es übrigens auch, dass kleine Unternehmen eher neue Erfindungen machen als Dickschiffe. Sie können es unternehmergeführt schlicht umsetzen und beweisen, dass es funktioniert.

  13. Avatar von UrsprungsFrank
    UrsprungsFrank

    In Ergänzung zu Thomas Link zu Focus sei noch dieser genannt:

    https://www.boersen-zeitung.de/meinung-analyse/der-ki-hype-kann-sich-niemals-rechnen

    Kurzum, viele Kommentare hauen alle in dieselbe Kerbe. Die Erfahrung lehrt, dass eben solche Analysen nicht zutreffen. So hat man bspw. Bitcoin aus gut begründeten Argumenten den Tod, zumindestens den sichtenden prophezeit. Bisher lag man daneben und so mancher Short war teuer. Das Gleiche gilt z.B. für Tesla.

    Eines der ganz elementaren Gesetze an der Börse wie auch woanders ist das Gesetz der großen Zahl. Konkret sehen wir bei diesem Hype ein Zufallsereignis, was sich über die Zeit aber wieder herausmitteln muss. Das weiß im Grunde jeder und doch steht man immer wieder fassungslos davor, dass solche Singularitäten an der Börse sich länger halten. Trotz dieser Prognosefähigkeiten ist es nicht möglich, konkreter den weiteren Hergang auch nur im Ansatz vorherzusagen. Man glaubt trotzdem an eine innere Logik des Marktes, andernfalls wäre auch z.B. dieser Blog gänzlich irrelevant. Warum glaubt man z.B. angesichts der riesigen KI-Story an diese Logik denn aber überhaupt?

    Gruß Frank

  14. Avatar von Thomas
    Thomas

    Accenture plc übrigens heute auf niedrigem Niveau nochmals -18%…
    Auch zu diesem Kurs kein Kauf, denke ich.
    will nicht unken, aber auch SpaceX hat wohl das Peak vorläufig erreicht und schon auf dem Rückwärtsgang..

    1. Avatar von Chrischaan
      Chrischaan

      @Thomas:
      Alter Schwede ging das heute nach unten. Die Ergebnisse waren eigentlich ganz gut. Aber waren es die etwas geringen Bookings oder das minimal reduzierte Umsatzziel oder die angekündigten Übernahmen? Jedenfalls hat der Markt ACN wie eine heiße Kartoffel fallen lassen. Bin ganz froh durch meinen Schwenk auf ETFs hier eine gewisse Bremse bei Neukäufen zu haben und nicht reingegangen bin. Auch wenn sie mittlerweile schon unverschämt günstig sind, zumindest im für den Investor nichts bringenden Rückblick, will sie der Markt nicht haben. Ich behalte sie mal im Auge, drängt aber offensichtlich nichts sie jetzt zu kaufen, wie du schon sagtest.

  15. Avatar von Fabian
    Fabian

    Hallo in die Runde :)

    Nun für mich die spannende Frage.

    Wenn man noch nicht in MS investiert ist…nachholen?

    Ich kann mich mit dem Thema KI noch nicht anfreunden. Zuviel „was es alles kann“ und wenn man es selbst nutzt liest man „Ja. Du hast Recht. Ich habe mich geirrt“ :D

    Wie ist eure Meinung zum (Neu-)Kauf von MS?

    Viele Grüße

  16. Avatar von Thomas
    Thomas

    Hi Fabian, nach Marktmeinung ist Msft zur Zeit neben Oracle und Palantir der mit Abstabd schlechteste Hyperscaler. Für den Incomeinvestor ist Msft nix. Für den Techspekulanten ist Msft auch nix. Tiefpunkt haben wir noch nicht gesehen.
    Für Techinvestoren vielleicht, aber MSFT gibt es bestimmt noch billiger.
    Für mich ist MSFT zur Zeit nicht interessant

    1. Avatar von Tobs
      Tobs

      Hallo Thomas,

      warum sollte MSFT nix für Income Investoren sein, sofern Du damit nicht speziell High-Yield Investoren meinst?

      Microsoft hat einen Dividendenwachstum von 10% in den letzten Jahren (CAGR). Das ist doch attraktiv! Wenn wir uns auf die heutige Yield von 1,0% beziehen und Steigerungsraten der Vergangenheit in die Zukunft extrapolieren wollten (!), dann hättest Du nach 7 Jahren eine Yield on Cost von 2% und nach 20 Jahren von >6,5% (Magie…).

      Wir haben alle keine Glaskugel, ich sehe aber den Cash Flow von Microsoft nicht so kritisch, wie geunkt wird, jedenfalls nicht für die Dividendensteigerungsfähigkeit.

      Ja, wegen der KI-Investitionen steht der FCF unter Druck. Aber „wegen“ der freiwilligen Capex, die dann – hier besteht ja das große Fragezeichen für uns alle – in der Zukunft neuen Cash Flow generieren lassen sollten. Der operative Cash Flow ist aber total stabil und steigt weiterhin. FCF=OPERATIVER CASHFLOW (in meiner Lesart der EBIT) minus CAPEX). Das ist ein riesiger Unterschied, warum ein FCF etwas instabiler wird oder eher wirkt! Ich erinnere an Amazon im Übergang von Kindheit zu Pubertät…

      Im letzten Quartal lag der operative Cashflow von MSFT bei >46 Mrd. USD. Trotz der immensen Capex im Moment lag der FCF im selben Quartal immer noch bei knappen 16 Mrd. USD. Davon gingen rund 10 Mrd. USD in die Kapitalrückführung an die Eigentümer (Dividenden und Buy Backs).

      Sprich: Trotz immenser Investitionen erwirtschaftet MSFT immer noch einen sehr starken FCF Cashflow. Sollte es enger werden, würden sie vermutlich erstmal die Buy Backs senken, bevor sie die Divi-Steigerungen verlangsamen. Und, das halte ich für relevant in dem Zusammenhang, ist die Bilanzqualität!!! Microsoft ist als eines der wenigen Unternehmen auf der Welt AAA geratet und hat liquide Mittel auf der Bilanz in vollständiger Höhe der Bruttoschulden!!!

      Also, FCF etwas unter Druck wegen hoher Capex, die langfristig aber wiederum den operativen Cash Flow stärken. Selbst wenn nicht in dem angestrebten Ausmaß, so ist der FCF immer noch saustark und müsste im Fall von MSFT nicht mal für irgendwelche Schuldenthemen verwendet werden.

      Eigentlich: Ist Microsoft eine saustarke Dividenden-Aktie, wenn Du mich fragst. Hab sie aber nicht. :-) Könnte sich aber ändern.

  17. Avatar von Thomas
    Thomas

    Will nicht Unken, aber die Monetarisierung des OpenAi Engagements von Msft wird m.Mn. Kleiner ausfallen als gedacht

    1. Avatar von Titus
      Titus

      deswegen ging es ja auch nach unten als OpenAI meinte, der Börsengang kommt eher 2027.
      aber aufgrund des Pakets mit Office365 und den Ambitionen bei KI und Quantenrechnern ist für mich der Investmentcase noch gültig. Beuteschema ist hier eine Div-Rendite > 1% und schnell wachsend bei gleichzeitigem starken Gewinnwachstum. Zudem haben sie Plattformen mit LinkedIn und Github, wo die Daten zu ihnen kommen. Dazu ein großes Angebot für Firmen mit Azure, EntraID und eben dem Office365 Paket. Also analog X und Grok. Und jetzt wo die Bewertungen zurückkommen kaufe ich langsam weiter zu, obwohl MSFT momemtan meine 7. größte Position ist.

      Viele Grüße
      Titus

  18. Avatar von Thomas
    Thomas

    Hi Tobs und Titus, ja ihr habt (auch) Recht.

    zum Beispiel hier:
    https://www.golem.de/news/ki-openai-bringt-microsoft-30-milliarden-und-kostet-100-milliarden-2605-208705.html

    Die erwogene Verschiebung des IPOs von OpenAI ist kausal ganz klar eine Reaktion auf die schwache Performance von SpaceX und kein Ausdruck von Stärke.
    Ich bin gedanklich eher short. für die nächste Zeit bei den KI-Aktien.
    Die Brötchen werden kleiner.
    Außerdem bewertet der Markt neben dem CapexSchock zusätzlich die Copilot Enttäuschung, da die große Mehrheit die kostenlose Variante nutzt. Monetarisierung bleibt hinter Erwartungen.
    OpenAI Konzentrationsrisiko: Rund 45 % des $627-Mrd.-Backlogs entfallen auf OpenAI als Einzelkunden !
    Quantum-Skepsis und Xbox-Schwäche: Physiker haben in der Fachzeitschrift Nature (24. Juni 2026) Microsofts Majorana-Quantencomputing-Ansatz methodisch angezweifelt, was die Aktie zusätzlich belastete. Parallel fiel der Xbox-Hardware-Umsatz um 33 % YoY.

    bleibe die nächste Zeit bei MSFT skeptisch.

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