Nimmt man das von Analysten aufgezeigte Szenario für die Auswirkungen der angekündigten Maßnahmen der Trump-Administration ernst, dann führen sie zu höheren Zinsen, einem weiterhin starken US-Dollar und zu Zöllen auf Importe und Gegenzölle für Exporte.
Natürlich ist es nicht in Stein gemeißelt, dass alles genau so eintrifft. Aber als Investor sollte man sich schon damit beschäftigen und für sich die Entscheidung treffen, ob und welche Konsequenzen daraus zu ziehen sind.
Um es vorab zu sagen, bin ich bei dem heute behandelten Unternehmen völlig entspannt. In seiner mehr als hundertjährigen Geschichte hat es schon unzählige US-Präsidenten erlebt und alle erdenklichen Phasen durchgestanden. Und auch mein Investmentansatz ist auf ein extrem langfristiges Halten ausgerichtet. Daran wird sich nun nichts ändern.
Trotzdem ist die Entwicklung spannend, denn es könnte zu einer Neubewertung der Aktie kommen. Was passiert, wenn sie als weniger attraktiv eingeschätzt wird? Wie tief könnte der Aktienkurs sinken und wann greife ich noch mal zu und erhöhe meine Position?
Es macht also Sinn, sich die Aktie weiterhin Quartal für Quartal anzuschauen und die Entwicklung insoweit regelmäßig zu verfolgen. Meine aktuelle Einschätzung erfährst Du in diesem Beitrag.
Procter & Gamble ist die weltweite Nr. 2 unter den größten Konsumgüterherstellern. Hier habe ich die Aktie ausführlich vorgestellt.
Meine ersten Aktien von PG habe ich am 14. Mai 2013 gekauft und damals 79,27 US$ dafür bezahlt. Und auch die weiteren Käufe bis 2015 erfolgten alle unter 90 US$. Nach langer Wartezeit, in der ich mit der Aktie im Minus war, ging es dann ab Ende 2018 aufwärts. In 2024 wurde schließlich ein neues Allzeithoch erreicht:

Dividendenzahlung
Procter & Gamble zahlt erneut eine Quartalsdividende von 1,0065 US$ je Aktie. Für die 100 Aktien in meinem Dividendendepot ergibt das eine Brutto-Dividende von 100,65 US$. Sie wurde von flatex zum Kurs von 1,0533 in Euro umgerechnet. Das ist zugleich der EZB-Referenzkurs für den Vortag des Dividendenzahltages. Nach Abzug der Steuern verbleibt eine Netto-Dividende von 71,15 €. Die Überweisung erfolgte mit Wertstellung 15.11.2024.

Annualisiere ich die Quartalsdividende, dann entspricht dies einer Jahresdividende von 4,026 US$. Bei einem Aktienkurs von 170 US$ (Dividendenzahltag) ergibt das eine Dividendenrendite von 2,4%. Bei einem heutigen Kauf dürfte die Jahresdividende jedoch noch etwas höher sein, da PG als Dividendenaristokrat seine Dividende jährlich zur Mai-Zahlung erhöht.
Meine persönliche Dividendenrendite (Yield on Cost) ist ungefähr doppelt so hoch wie die aktuelle Dividendenrendite. Sie schwankt mit dem Dollarkurs, da mein Einstand ja in Euro war und die Dividenden in Dollar bezahlt werden. Rechne ich die aktuelle Jahresdividende mit dem Dollarkurs der jetzigen Dividendenzahlung um, dann erhalte ich für die 100 Aktien in einem Jahr 382,23 € brutto. Für die Aktien habe ich insgesamt 6.877,66 € bezahlt. Daraus ergibt sich eine persönliche Dividendenrendite von 5,6%.
Bemerkenswert ist auch, dass ich bereits 31,4% meines Investments als Nettodividenden zurückerhalten habe. Ziehe ich die erhaltenen Nettodividenden von meinem Einstand ab, dann habe ich netto 4.719,42 € in Procter & Gamble investiert. Die Brutto-Dividende darauf gerechnet ergibt dann sogar eine Rendite von 8,1%.
Perspektiven
In meinem Beitrag zur Frage, welche Aktien vom Wahlsieg von Donald Trump profitieren könnten, hatte ich Procter & Gamble schon namentlich erwähnt. Allerdings unter den Titeln, die eher weniger davon profitieren dürften. Zwar wirken niedrigere Unternehmenssteuern positiv, aber gerade die hohen Zinsen und der starke US-Dollar dürften das mehr als aufzehren.
Ich sehe das allerdings mehr als ein „Okay, dann gibt es zwar keinen Rückenwind, aber stört das wirklich?“. Denn Procter & Gamble hat Stärken, die – unabhängig von der US-Präsidentschaft – wirken. Dazu gehören starke Marken, eine ebenso starke Marktstellung und die Fähigkeit, sich auch immer wieder auf geänderte Verbrauchergewohnheiten einzustellen.
All das macht die Aktie für mich zu einem Titel in meinem Depot, den ich niemals verkaufen möchte. Und bei dem ich – und da schließt sich der Kreis – auch langjährige Schwächephasen akzeptiere. Weil ich weiß, dass es dem Management gelingen wird, auch wieder stärkere Phasen folgen zu lassen.
Schließlich zahlt PG seit seiner Gründung vor 134 Jahren ununterbrochen eine Dividende an seine Aktionäre. Die letzten 68 Jahre davon wurde die Dividende zudem jährlich erhöht. Dieser Track Record schafft nicht nur bei mir ein großes Vertrauen.
Und wenn ich eine Schwächephase über mehrere Jahre akzeptiere, dann sind natürlich auch einzelne Quartalsergebnisse nicht wirklich wichtig. Aber trotzdem schaue ich sie mir genauer an, um mögliche Trends zu erkennen und auch immer wieder zu überlegen, ob demnächst womöglich eine Nachkaufgelegenheit entstehen könnte.
Denn ich habe ja schon mantramäßig geschrieben, dass ich durchaus gewillt bin, meine Position noch etwas zu vergrößern. Aber nur zu einem guten Preis. Mangels Wachstumsdynamik will ich so eine defensive Aktie günstig einkaufen. Ich habe schließlich keinen Anlagenotstand. Und da ich PG niemals verkaufen will, ist das Geld dann quasi weg. Also soll es auch von Anfang an eine angemessene Rendite erzielen. Und das gelingt nur über den Einkaufspreis.
Zuletzt berichtete PG zum 1. Quartal seines Geschäftsjahres 2025. Das ist in Wirklichkeit das 3. Quartal 2024 gewesen, das bis Ende September lief. Dabei spürte PG Ähnliches wie auch andere Konsumwerte: der Umsatz ging um 1% zurück, während er organisch noch um 2% zulegen konnte. Nachteilig wirkten der starke US-Dollar und Portfoliooptimierungen. Im gleichen Vorjahreszeitraum hatte der Umsatz noch um 7% zugelegt.
Das organische Wachstum wurde durch jeweils 1% Zuwachs beim Preis und beim verkauften Volumen erreicht. Das zeigt zwar auch eine deutlich nachlassende Dynamik. Gleichzeitig sind die Werte immer noch positiv und damit stärker als bei einigen anderen Konsumtiteln.
Der Gewinn je Aktie nahm um 12% auf 1,61 US$ ab. Darin waren einmalige Restrukturierungsaufwendungen in Argentinien enthalten. PG gibt freundlicherweise auch direkt an, dass unter Herausrechnung dieser Aufwendungen ein Gewinnanstieg um 5% auf 1,93 US$ zu verzeichnen gewesen wäre.
Ich bin bekanntlich kein Freund von Schönrechnerei, sondern bevorzuge das tatsächliche Ergebnis als das ehrlichere Ergebnis.
Wieder einmal beeindruckend ist das, was den Aktionären zu Gute kommt: fast 4,4 Mrd. US$ verteilen sich auf über 2,4 Mrd. US$ Dividenden und über 1,9 Mrd. US$ Aktienrückkäufe im Quartal. Der operative Cash Flow von 4,3 Mrd. US$ wurde damit leicht überschritten, der Free Cash Flow deutlicher. Das sollte sich in den nächsten Quartalen des Geschäftsjahres jedoch einpendeln. Über die Aktienrückkäufe lässt sich das gut steuern.
Schaut man tiefer in die Ergebnisse, da „leidet“ PG bei Haar- und Mundpflege unter der schwierigen Nachfragesituation in China. Aufgrund der globalen Aufstellung ist das aber deutlich besser verkraftbar als für gewisse Luxushersteller, die eine große Abhängigkeit von China vorweisen.
Die Prognose lässt PG im Wesentlichen unverändert: der Umsatz soll 2-4% gegenüber dem Vorjahr zulegen, organisch soll das Wachstum bei 3-5% liegen. Der Gewinn je Aktie soll um 10-12% gegenüber dem Vorjahr wachsen. Bereinigt soll das Ergebnis 6,98 US$ (mit einer Range von 6,91 bis 7,05 US$) erreichen.
Bei einem Aktienkurs von 170 US$ entspricht das einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 24,4. Das empfinde ich weiterhin als zu hoch. Zumal es sogar auf den bereinigten Gewinn berechnet ist. Ohne Bereinigung ist das KGV noch einmal 1,5 Punkte höher.
Natürlich kann ich nicht erwarten, dass PG mit einem KGV von 12 gehandelt wird. Denn die hohe Qualität der Aktie hat ihren Preis. Aber es gibt ja auch noch etwas dazwischen…
Für mich ist klar, dass ich auf diesem Niveau bei meinen 100 Aktien im Bestand bleibe. Weder verkaufe ich, noch kaufe ich nach. Mit einem Depotanteil von 3% habe ich aber auch keinen Druck, die Position noch zu erhöhen.
So warte ich weiter auf eine günstige Nachkaufgelegenheit. Wenn sie kommen sollte, dann muss ich allerdings auch schnell handeln. Denn den letzten Einbruch gab es mit 20% zwar im Corona-Crash. Aber bereits einen Monat später hatte PG den Kursverlust wieder komplett aufgeholt.
Ehrlicherweise muss ich aber auch sagen, dass ich aktuell bei einem 20% Kursrückgang wahrscheinlich auch noch nicht zugreifen würde. Denn dann läge das KGV auch noch bei 19. Und wenn es ein breiter Marktrückgang wäre, dann gäbe es auch noch genug andere Kaufgelegenheiten, die vermutlich attraktiver wären.
Meine „Hoffnung“ ist deshalb eher, dass in den nächsten Jahren die Bewertung sukzessive günstiger wird. Einfach weil das Wachstum stagniert und die Maßnahmen von Donald Trump bei PG keine Begeisterung auslösen. Wenn dann gleichzeitig andere Titel überdurchschnittlich profitieren und z.B. ihre Dividenden besonders stark erhöhen, könnte ich diese Zusatzerträge dann in einen defensiven Titel wie Procter & Gamble investieren.
Das wäre etwas, womit ich gut zurecht käme. Ob es so kommt, werden wir sehen. Bis dahin werde ich jedenfalls weiterhin die Quartalsberichte lesen und für mich bewerten. Und mich vor allem über die anständige Dividendenzahlung freuen. Schließlich könnte auch das irgendwann ein Ansatz sein: indem ich die erhaltenen Nettodividenden einfach wieder in PG investiere. Aber diesen Gedanken lasse ich aktuell noch ruhen. Denn woher das Kapital zum Investment kommt, ändert ja nichts an der Bewertung. Und die ist und bleibt mir einfach zu hoch.
Auf einen Blick:
| Unternehmen: | Procter & Gamble |
| ISIN: | US7427181091 |
| Im Divantis-Depot seit: | 14.05.2013 |
| Letzter Nachkauf am: | 23.03.2015 |
| Stückzahl im Divantis-Depot: | 100 |
| Durchschnittskaufkurs inkl. Gebühren: | 68,78 € |
| Gesamtkaufpreis: | 6.877,66 € |
| Bisher erhaltene Netto-Dividenden: | 2.367,27 € |
| Aktuelle Strategie: | Bei Kursschwäche nachkaufen |
| für diesen Beitrag verwendete Quellen: |
| P&G Announces Fiscal Year 2025 First Quarter Results |
| P&G Declares Quarterly Dividend |


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