Warum ich gerade jetzt lieber in Aktien als in ETFs investiere

ETF Schriftzug
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Wer in ETFs investiert, braucht sich nicht mit Einzelaktien zu beschäftigen und partizipiert von den langfristig steigenden Aktienmärkten. Was gut klingt, ist aber nicht unbedingt für jede Börsenphase zutreffend.

In 2022 ist es vielen Investoren gelungen, die Techwerte untergewichtet hatten, die breiten Indizes outzuperformen.

In meiner Anlagestrategie für 2023 habe ich beschrieben, warum ich diese Börsenphase noch nicht als abgeschlossen ansehe.

Ich nutze deshalb die Gelegenheit und beschreibe nachfolgend meine Motivation, warum sich der Divantis-Blog vorwiegend um Einzelaktien dreht und ETFs kaum vorkommen.

Zunächst ein Hinweis für die langjährigen Leserinnen und Leser: Der Beitrag ist die aktualisierte und erweiterte Fassung einer bereits 2018 erschienenen dreiteiligen Artikelserie.

Zunächst aber ein paar Worte zu den Grundlagen, damit wir ein gemeinsames Verständnis von der Thematik haben.

Was sind ETFs?

ETF steht für Exchange Traded Fund. Darunter sind passiv gemanagte Fonds zu verstehen, die in der Regel einen Index von Aktien nachbilden. Entweder indem sie die darin enthaltenen Aktien kaufen oder über Swap-Geschäfte die Wertentwicklung nachvollziehen.

In der letzten Zeit sind aber auch aktiv gemanagte Fonds in das Kleid eines ETF gegossen worden, vor allem in den USA. So ist der bekannte ARK Innovation (ARKK) von Cathy Wood ein ETF, der jedoch sehr aktiv Techaktien kauft und verkauft.

Wer bietet ETFs an?

Weltgrößter Anbieter von ETFs ist BlackRock mit seinen iShares-Fonds. BlackRock selbst habe ich übrigens in Aktienform in meinem Depot und profitiere damit vom ETF-Boom. Andere große Anbieter sind z.B. Vanguard, Comstage, Amundi oder DB x-trackers.

Auf welchen Index werden ETFs emittiert?

Die Auswahl ist nahezu unendlich. Auf die großen bekannten Indizes wie MSCI World, MSCI Emerging Markets, S&P 500 oder DAX gibt es natürlich ETFs. Aber auch auf jede Menge Länder- oder Branchen-Indizes.

Die Industrie denkt sich immer neue ETFs aus, um einerseits die Nachfrage nach neuen Trends zu decken, aber auch um regelmäßig neue Themen zu spielen. In letzter Zeit sind solche Themen-ETFs besonders beliebt gewesen. Sie drehen sich dann z.B. um Digitalisierung und enthalten Aktien von Unternehmen, die von einer zunehmenden Digitalisierung profitieren sollen – ohne zwingend aus dieser Branche zu stammen.

Sind ETFs jetzt besser als einzelne Aktien oder nicht?

ETFs sind zunächst einmal kostengünstiger als aktiv gemanagte Investmentfonds. Die Emittenten haben weniger Arbeit im Research und begnügen sich deshalb auch mit einer niedrigeren Fee. Mittlerweile gibt es ETFs, die komplett ohne Verwaltungsgebühr aufgelegt werden. Und es gibt sogar ETFs, die durch Leihgeschäfte einen Gebührenüberschuss erwirtschaften. Als Anleger profitierst Du dann sogar von einer Zusatzrendite. Das ist allerdings eine sehr seltene Ausnahme und nur in Sonderkonstellationen denkbar. Der Durchschnitt der Verwaltungsgebühren eines ETFs bewegt sich eher im Bereich von 0,60%.

Zahlreiche Studien habe zudem belegt, dass es selbst erfolgreichen Fondsmanagern nicht dauerhaft gelingt, besser als der Markt abzuschneiden. Deshalb ist es populär, durch einen kostengünstigen ETF einfach den Markt zu kaufen. Die Performance ist dann zwar nie besser als der Markt selbst, aber immer noch besser als bei einem Fondsmanager.

Ein Vorteil von ETFs ist auch die breite Streuung. Mit dem Kauf eines Produkts hat man sofort in eine Vielzahl von Aktien bzw. deren Entwicklung investiert. Das ist einfach, bedarf wenig Detailwissen und spart sehr viel Zeit.

Meine persönliche Strategie

Ich habe in der Vergangenheit vereinzelt in ETFs investiert. Und zwar in Märkten, die für mich nicht durchschaubar und weit entfernt waren. Oder wo mir die Einzelrisiken einfach zu hoch waren. Das sind für mich vor allem Emerging Markets oder auch Japan. Sinnvoll finde ich auch ETFs im Small Cap-Bereich. Also eigentlich immer dann, wenn das Risiko eines direkten Kaufs einer einzelnen Aktie für mich zu hoch ist.

Nun ist es aber so, dass für mich noch ein großer psychologischer Punkt hinzukommt. Und dieser Punkt ist der wahre Grund, warum ich lieber in Aktien als in ETFs investiere. Mit einem ETF kaufe ich den Markt. Aber was ist der Markt eigentlich? Es ist eine anonyme Masse, ein großes Sammelsurium. Es sind, z.B. im S&P 500, einfach die 500 größten amerikanischen börsennotierten Unternehmen. Welche das sind, kann ich zwar nachlesen. Aber ich kann weder deren Gewichtung beeinflussen, noch einzelne Unternehmen ausschließen. Ich habe also keinen Einfluss auf mein Investment, wenn ich es einmal getätigt habe und muss bereits beim Kauf eine Entscheidung über das fertige Produkt treffen. Und bei späteren Indexänderungen übernimmt auch jemand anderes die Anpassung meines Portfolios. Das ist ja auch der Sinn des passiven Managements.

Aus diesem Umstand folgt für mich, dass ich überhaupt keine Bindung zu einem ETF aufbauen kann. Bei Aktien ist das ganz anders. Da kann ich mich mit dem jeweiligen Unternehmen beschäftigen, es analysieren und dann eine Kaufentscheidung treffen. Unter Umständen kenne und nutze ich auch noch die Produkte, die es herstellt und erreiche so eine gewisse Identifikation mit meinem Investment.

Warum ist mir die Identifikation mit Aktien wichtig?

Märkte schwanken und neigen zuweilen auch zu Übertreibungen. Übertreibungen in beide Richtungen. Mal läuft ein Markt heiß und ist überbewertet. Mal korrigiert er nach Süden oder crasht gar und ist dann unterbewertet. Das sind dann die Situationen, in denen man als Anleger vor der Frage steht: Was tun? Verluste begrenzen oder aussitzen? Oder sogar nachkaufen? Immer wenn ich ETFs in meinem Depot hatte, dann habe ich sie zu früh verkauft. Nämlich dann, wenn sie von ihren Höchstständen nach Unten korrigierten und ich meine Gewinne sichern wollte. Leider haben die jeweiligen Märkte dann bald neue Höchststände erreicht und ich war nicht mehr investiert. Oder ich habe in einer Korrektur zunächst durchgehalten und dann, weil es immer tiefer ging, irgendwann entnervt verkauft. Statt den Mut zu haben nachzukaufen und von der anschließenden Erholung zu profitieren.

Aber das ist mir nie gelungen, weil ETFs für mich einfach anonym sind und keinerlei Identifikation bieten. Und aus diesem Grund sind sie auch nicht für eine langfristige Anlage geeignet. Jedenfalls nicht für mich. Ich habe in meinen 30 Jahren Börsenerfahrung noch nie einen ETF länger als 3 Jahre gehalten. Und deshalb auch nie eine langfristig herausragende Performance mit einem ETF erreicht.

Bei Aktien ist das ganz anders. Hier habe ich meine ältesten Depottitel inzwischen 15 Jahre im Depot und allein durch die Haltedauer schon eine überzeugende Performance erzielt. Es kann dabei gut sein, dass eine solche Aktie (Coca-Cola, McDonald’s und BASF sind meine ältesten Titel im Depot) in diesen 15 Jahren den S&P500 oder den DAX nicht geschlagen hat. Aber das ist für mich auch kein Vergleich, da ich einen ETF auf diese Indizes nicht so lange gehalten hätte. Und deshalb der Vergleich hinkt.

Gibt es Situationen, in denen ich in ETFs investieren würde?

Ich hatte ja schon geschrieben, dass ich in der Vergangenheit immer mal wieder auch in ETFs investiert habe. Seit ich meine Anlagekriterien aufgestellt habe und sie konsequent verfolge, habe ich es mal für eine gewisse Zeit mit einem Nasdaq-100-ETF-Sparplan versucht (hier nachzulesen). Aber auch nicht länger als ein Jahr durchgehalten.

Mit der Auflage meines Optionsdepots habe ich mich dann auch mit veroptionierbaren ETFs beschäftigt und sogar in drei von ihnen investiert.

Ich finde dabei insbesondere Länder-ETFs spannend. Sie sind eine gute Gelegenheit, sich einen regionalen Aktienmarkt zu erschließen. Einer dieser ETFs im Optionsdepot bezieht sich z.B. auf Indien. Eine Region mit großem Wachstum und einem für Ausländer beschränkten Zugang zur lokalen Börse. Da macht ein ETF für mich dann Sinn.

Leider habe ich bei meinen Recherchen immer wieder feststellen müssen, dass die Länder-Indizes, die durch die ETFs abgedeckt werden, sehr finanzlastig sind. Und gerade Banken möchte ich einfach nicht in meinem Depot haben. Weder als Direktanlage noch schwergewichtig in einem ETF. Das liegt vor allem an meiner kritischen Einstellung zur Stabilität des Finanzsystems. Und oft sind es ja Finanzkrisen, die einen Einbruch eines Aktienmarkts auslösen. Und dann hat man ein doppeltes Risiko in diesem ETF: erst verlieren die Finanzwerte kräftig, dann wird der Rest der enthaltenen Titel mitgerissen.

Was ich mir aber auch gut vorstellen kann, sind Renten-ETFs, mit denen ich die Asset-Klasse der Zinspapiere abdecken kann. Denn um hier breit zu streuen, wären ansonsten Investments im Millionenbereich notwendig. Renten-ETFs sind aber nur außerhalb von Zinserhöhungsphasen sinnvoll, da ansonsten mit Kursrückgängen zu rechnen ist.

Wann sind ETFs eine gute Alternative zu einzelnen Aktien?

ETFs bieten den riesigen Vorteil, dass man mit einem Invest eine große Anzahl von Aktien kauft. Gründe für den Kauf gibt es natürlich schon:

  • kein aufwändiges Research zu einzelnen Aktien notwendig
  • gerade bei kleinen Anlagebeträgen sinnvolle Sparpläne möglich
  • Diversifikation in verschiedene Regionen und/oder Branchen

Diese Gründe treffen auf viele Anleger zu. Und ich bin da auch nicht dogmatisch und verteufele ETFs. Für viele Anleger sind sie das beste Instrument.

Es ist viel besser in ETFs zu investieren als überhaupt nicht!

Nur für mich persönlich sind Direktanlagen in Aktien die bessere Wahl. Ich habe bereits ein überdurchschnittliches Vermögen angespart und brauche für mich auch keinen Sparplan mehr. Die Beträge, die ich in Aktien investiere, sind groß genug, um gebühreneffizient anlegen zu können. Und ich beschäftige mich gerne mit einzelnen Titeln.

Wem ich ETFs empfehle

Für Börseneinsteiger oder Freunde in meinem Umfeld, die bisher keine Aktien haben und sich auch nicht intensiver damit beschäftigen wollen, empfehle ich tatsächlich immer wieder den Abschluss eines ETF-Sparplanes mit monatlichen Raten. Da macht man als Sparer eigentlich nichts falsch. Jedenfalls wenn man einen bzw. mehrere Standard-ETFs auswählt.

Genauso sehe ich es bei einem Depot für Kinder. Wenn man hier dem Kind etwas Gutes tun will und z.B. das Kindergeld sparen will, dann bietet sich auch da ein monatlicher ETF-Sparplan an. So handhaben wir es selbst bei unserer Tochter.

Und inzwischen gibt es ja auch einige Anbieter, die für solche Konstellationen eine Vermögensverwaltung mittels ETFs anbieten. Ich denke da vor allem an die Robo-Advisor. Da werden dann über einen wirklich langfristigen Zeitraum die ETFs sich ändernden Marktgegebenheiten angepasst. Auch sowas finde ich sinnvoll. Jedenfalls dann, wenn ein entsprechender Track-Record erkennbar ist. Nicht jeder hat so viel Zeit, sich mit einzelnen Aktien zu beschäftigen! Warum also nicht für „kleines Geld“ diese Zeit einsparen und durch einen Dienstleister die ETFs auswählen lassen?

Zum Schluss

Mit den Erfahrungen der letzten Jahre bin ich inzwischen weniger kritisch gegenüber ETFs eingestellt. Für viele Anlegergruppen gibt es wirklich sinnvolle Produkte. Für mich selbst sind sie jedoch auf absehbare Zeit keine Alternative zur Direktanlage in Aktien. Dafür finde ich die Beobachtung und Analyse von Unternehmen und ihre Entwicklung viel zu spannend.

Und die aktuelle Börsenphase unterstreicht aus meiner Sicht, dass es – neben den eingesparten Verwaltungsgebühren – auch materiell gute Gründe gibt, mit einer gezielten Auswahl von Einzeltiteln eine ordentliche Performance zu erreichen. Denn gerade in einer Rezession oder bei hohen Inflationsraten ist es wichtig, sich die Unternehmen genau anzuschauen. Das kann ich bei einem ETF nicht und das ist ja auch nicht sein Konzept.

Deshalb ist es für mich gerade jetzt keine Glaubensfrage zwischen ETF und Einzelaktien, sondern eine rationale Entscheidung. Bin ich bereits seit jeher in ETFs investiert, dann bleibe ich auch dabei. Habe ich aber bisher auf Einzelaktien vertraut, dann kann ich in dieser Marktphase mit meinem Vorgehen eine Überrendite erzielen. Und damit in späteren Marktphasen auch eine Unterrendite gegenüber dem breiten Markt verkraften. Oder dann immer noch mein Anlageverhalten ändern.MerkenMerken

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25 Gedanken zu „Warum ich gerade jetzt lieber in Aktien als in ETFs investiere“

  1. Ja, ich schon wieder. Bin schon aus Kostengründen (eigentlich) gegen ETF.
    bin zum allergrößten Teil bei Aktien die entweder 4/jährlich oder halbjährig zahlen. Die Motivation durch die regelmäßigen Zahlungseingänge ist für mich wichtig, die teilweise auch Sparpläne schon automatisch finanzieren. Mein Ziel wäre es langfristig
    so breit aufgestellt zu sein, das fast jede Woche drei bis 4 Dividenden kommen. Habe aber schon gemerkt, das sich die Zahlungen überwiegend auf den Monatsanfang oder die Monatsmitte
    konzentrieren. Daher lasse ich Deutsche Titel oder Jahreszahler meist links liegen. Ob das richtig ist oder nicht, ist ja meine Hochzeit.
    Nun habe ich aber festgestellt, wie bereits in einigen Vorkommentaren bereits geschrieben, das die Pharmabranche langfristig an und für sich ein MUST HAVE ist. Das ist Pflicht und keine Kür.
    (für mich) Da mir aber in Europa noch sehr viel fehlt davon und ich es einfach nicht schaffe, da auch noch alles reinzunehmen,
    hab ich mir jetzt doch den ETF Stoxx 600 Health Care EUR Dist, A0Q4R3 geholt. Da ist alles von Rang und Namen drin (Novo Nordisk, Roche, Astra Zeneca, Novartis, Sanofi, Glaxo ,Bayer, Lonza, Merck(deutsch),
    Coloplast, Straumann, Smith&Nephew, Qiagen und haste nich gesehen), so das ich dieses große Thema erst mal „mit bearbeitet“ habe.
    Grüße + schönen Sonntag.

    1. Ich beschäftige mich noch nicht lange mit der Börse und erlaube mir deshalb folgende Frage:
      Im Beitrag von Thomas wird der ETF A0Q4R3 erwähnt. Nach meinem Anschauungsunterricht des Papieres habe ich gesehen, dass der ETF mit 34,9% mit Schweizeraktien bespickt ist. Habe ich bei solchenTiteln auch die Möglichkeit Quellensteuer zurück zu fordern oder nicht?
      Schöne Grüsse und einen wunderbaren Sonntag

      1. Hallo Jenny,

        die Quellensteuer kannst Du nur selbst zurückfordern, wenn Du die Aktien direkt gehalten hast. Bei einem Konstrukt über einen ETF geht das nicht. So steht es auch im Verkaufsprospekt des ETF: „Auf die ausländischen Erträge des Fonds wird teilweise in den Herkunftsländern Quellensteuer einbehalten. Diese Quellensteuer kann bei den Anlegern nicht steuermindernd berücksichtigt werden.“ Allerdings kann (und macht es normalerweise auch!) der ETF selbst für eine Quellensteuerrückerstattung in sein Fondsvermögen sorgen. Und deshalb ist es oft der komfortablere Weg, Schweizer Aktien über einen ETF zu halten.

        Viele Grüße Ben

    2. was mir aber im Zuge der Beschäftigung mit dem Thema noch aufgefallen ist. Ein Branchen ETF z.Bsp..
      Wenn die Klassenbesten, die in dem ETF enthalten sind, meist über 3% Divi zahlen, aber der ETF z.Bsp. nur 2% zahlt, dann frage ich mich, wer denn das eine Prozent Differenz frißt (Pardon) Wenn man dann noch mal nachrechnet, wieviel das total in Euro oder Dollar sein könnte ( ich weiß TER , alter Hut ) dann bleibe ich lieber direkt bei Aktien. Daher werden ETF maximal eine Ausnahme bleiben. Sehr viele, so auch WB ( SPDR S&P 500 ETF ) oder der Blogger Bergfahrten (Vanguard FTSE ALL-WORLD) und viele andere haben einen Big Fish Anker ETF im Depot. Das wirkt sich auf jeden Fall stabilisierend aus und dumm ist es gewiß nicht. Ich machs (noch) nicht und seh lieber nach auf ( oder ) absteigenden Branchen.

      1. Hallo Thomas,

        die Gebühren stören mich – gerade bei hohem Anlagevolumen – auch. Warren Buffet empfiehlt allerdings einen Vanguard S%P 500 ETF, der nur 0,03% Gebühren „frisst“. Das ist wirklich zu vernachlässigen. Bei Deinem Beispiel zur Dividende solltest Du bedenken, dass eben nur die Klassenbesten 3% zahlen, während andere im ETF enthaltene Unternehmen vielleicht gar nicht ausschütten oder nur 1%. Und die 2% Dividendenrendite des ETF berechnet sich dann eben aus dem Durchschnitt aller Positionen im ETF.
        Die Idee, wie das z.B. Christian (Bergfahrten) macht, mit einem ETF den Hauptteil des Depots abzubilden und dann mit Einzelaktien zu ergänzen, kann ich nachvollziehen, teile sie aber nicht. Der Vorteil ist sicher, dass man die Abweichung vom Marktdurchschnitt reduziert. Aber warum dann überhaupt Einzelaktien? Entweder bin ich überzeugt von dem Konzept und vertraue auf mein eigenes Research. Dann brauche ich keinen ETF. Oder ich bin vom Markt überzeugt – dann investiere ich alles in einen oder zwei breite ETFs. Aber so ist das für mich nicht Fisch, nicht Fleisch. Aber das muss natürlich jeder für sich selbst beurteilen.

        Viele Grüße Ben

    3. Du schon wieder, Thomas! …;-)
      Health macht mit großzügiger Gewichtung im Depot so viel Sinn, da diese Firmen sehr stabil sind und zuverlässige Rendite- und Dividendenbringer.
      Ich habe einzeln Merck, Amgen, J&J, Abbott, Danaher und Moderna (für Wachstum) im Depot und bin damit sehr zufrieden.
      Zum A0Q4R3 lässt sich (gemäß extraetf.com) sagen: Ordentliche Fondsgröße, etwas hohes TER, Anzahl der Aktien mit 56 schon okay diversifiziert (für meinen Geschmack), Anteil der Top-10 mit 77% schon auffällig hoch. 10-Jahres-Performance mit über 9% sehr gut, Ausschüttungen eher niedrig (jährlich unter 2%), Allokation der Top-10 liest sich toll (was drin ist). Bedenklich finde ich, dass die ersten vier Titel jeweils über 10% im ETF ausmachen, das widerspricht für meinen Geschmack der Logik von ETFs (da würde ich maximal 5% pro Position noch tolerieren).
      Mir gefällt an vielen ETFs (v.a. mit Domizil Irland) die Teilsteuerbefreiung auf Dividenden, deshalb erhalte ich z.B. auf den A1JKS0 nur einen Steueranteil von ca. 19%.
      An diesem ETF gefällt mir insbesondere dass Firmen wie Novo Nordisk, Roche oder Sanofi drin sind. Länder, bei denen die Quellensteuerproblematik problematischer als bei D, NL, UK oder USA ist.
      Wenn du mit der hohen TER und der Überproportionierung der Top-10 gut leben kannst: Weiter beharrlich ansparen! ;-)

      PS: Ich habe mal die Suche angeworfen: Health-ETFs mit Ausschüttung und Fondsgröße > 500 Mio. System spuckt nur 3 ETFs aus, davon deinen darunter…
      Ich möchte ja nicht dein Konstrukt „zerstören“, jedoch zu bedenken geben: Der iShares MSCI World Health Care Sector (A2PHCD) hat eine fast doppelt so gute Kursrendite, kostet fast halb soviel und ist mit 155 Positionen besser diversifiziert. Auch liegt die größte Position (United Health) unter 10%.
      Würde ich in einen Health-ETF investieren wollen, dann vielleicht in diesen von iShares.
      So bleibe ich bei Einzelaktien + zwei Dividenden-ETFs (nach aktuellem Plan): A2JAHJ und A1JKS0.

  2. Es gibt noch einen anderen Grund, der FUER EFTs spricht : der WB hat in einer seiner letzten Jahresversammlungen mal all die Firmen vorgelesen die vor 50 Jahren im S&P gelistet waren. Die wenigsten dieser Firmen gibt es heute noch. Etwa 85% dieser firmen sind inzwischen entweder verstorben, in der bonsai vergessenheit gelandet, oder uebernommen worden. Ein investment fuer die ewigkeit sieht anders aus. Wenn man jetzt aber einen etf hat, der den s&p oder den dow abbildet, muss man sich keine Gedanken ueber Firmenwechsel machen. Irgend so ein gremium macht das dann fuer mich.
    Und man partizipiert dann vom breiten markt.

    Ich wollte eigentlich schon einen etf auf den s&p kaufen, und den dann regelmaessig etwas aufstocken, hatte aber bisher nie das geld dazu. In den kursmulden hab ich mich meist bei den aktienkaeufen maessig verschuldet, und so blieb nix uebrig fuer den S&P ! Die schulden werden bei den naechsten anstiegen wieder abgearbeitet. Auch wieder kein geld fuer den SP. Naja !

  3. Hallo,
    neben meinem Dividendendepot bespare ich den A1JMDF – ishares MSCI ACWI. Warum? Um auch etwas von der Performance abzubekommen, die Aktien erzielen, die wenig oder gar keine Dividende ausschütten und daher für mein Dividendendepot nicht in Frage kommen. Sollten sich Gelegenheiten im Dividendenbereich ergeben und gerade kein Cash verfügbar sein, könnte ich aus diesem ETF umschichten (bislang habe ich es aber noch nie gemacht). Woran ich auch schon gedacht hatte, war, mir den A1T8GD ins Depot zu legen. Ein Dividenden-ETF, der in 2/5/8/11 ausschüttet und bei mir sieht es mit Dividende in 2/8/11 eher mau aus. Aber da bin ich noch unentschieden.
    BG, Matthias66

  4. Mir geht es hier ähnlich wie Ben. Besser in ETF´s investieren als überhaupt nichts zu machen. Für Menschen welche verstanden haben, dass Sie etwas für Ihre Altersvorsorge unternehmen müssen und wissen, dass auf das Sparbuch sparen zwar den Wert auf dem Sparbuch erhöht aber trotzdem die Kaufkraft schwindet, sich aber nicht für Aktien im Detail interessieren, würde ich auch ein ETF empfehlen.

    Manfred du hast grundsätzlich recht, ein nicht unbedeutender Anteil von Firmen verschwindet vom Kurszettel für immer. Das mögen 85% sein. Was aber die Studie verschweigt die Firmen sind ja nicht alle tot. Sie verschwinden entwder nur durch Übernahmen oder endgültig durch Pleiten. Wer kennt noch aus dem DAX MLP, Metallgesellschaft, Bayerische Vereinsbank, Bayerische Wechsel und Hypothekenbank, Degussa, Deutsche Babcock, Dresdner Bank, Feldmühle Nobel, Hoechst, Karstadt, Kaufhof, MAN, Mannesmann, Nixdorf, Preussag, Schering, Veba, Viag, Delivery Hero oder Wirecard? Die waren alle mal im DAX und noch ein paar mehr.

    Ja die zwei letztgenannten kennt wohl noch jeder. Was haben die Aktien gemeinsam? In viele davon hätte ich nicht investiert. Degussa gibt es immer noch. Das ist nach der Fussion mit RAG heute Evonik. Veba und Viag ist heute E.On. Mannesmann wurde durch Vodafone gekauft und zerschlagen. Dresdener Bank wurde von der Commerzbank übernommen, was aber auch nicht besser ist. Feldmühle wurde von Stora Enso übernommen.
    Schering wurde von Merck übernommen und ist dadurch immer noch im DAX. MLP tristet immernoch irgendwo an der Börse. War halt damals zur DotCom Blase das damalige Wirecard. Die Metallgesellschaft übernahm GEA und firmierte um. GEA ist immer noch an der Börse notiert.
    Bayerische Vereinsbank und Bayerische Wechsel und Hypothekenbank haben zur Bayerischen Hypo- und Vereinsbank AG fusioniert. Danach wurde die Bank von der Unicredit übernommen und ist heute immer noch börsennotiert.
    Hoechst AG schloss sich mit Rhône-Poulenc zur Aventis S.A. mit Sitz in Straßburg zusammen und spaltete die verbliebenen Chemieaktivitäten in der Celanese AG ab. Sowohl Sanofi als auch Celanese sind noch an der Börse.
    1999 fusionierten die Karstadt AG und das Versandhaus Quelle zur KarstadtQuelle AG einer hundertprozentigen Tochtergesellschaft der KarstadtQuelle bzw. Arcandor AG. Schicksal bekannt. Arcandor ging pleite.
    Kaufhof fussionierte mit Karstadt. Ende bekannt.

    Der Mehrheitseigentümer von MAN war VW, welche MAN dann mit Traton verschmolzen hat. Traton ist weiterhin an der Börse notiert. Deutsche Babcock ist insolvent.

    Deutsche Babcock ging insolvent. Nixdorf wurde erst von Siemens übernommen und dann Teile davon von Diebold aus USA. Die sind immer noch börsennotiert. Preussag von Stahl. Industriekonzern über Gemischtwarenladen zur TUI. Die gibtb es imme rnoch. Allerdings schaut man sich die Kursentwicklung von Preussag zu TUI besser nicht an.

    Das Ende von Wirecard ist bekannt und Delivery Hero folgt vielleicht irgendwann.

    Aber 15 Firmen der DAX Gründungsfirmen sind immer noch och im DAX enthalten. Wie oben aufgeführt sind zwar viele Firmen nicht mehr im DAX aber exestieren ja immer noch. BNur ganz wenige Firmen sind durch Pleite erloschen. Und jetzt kommt meiner Meinung nach der Nachteil eines ETF´s. Das investieren ist einfacher, aber ich kaufe von vorneherein blinde und halbtote Firmen mit. Ich ahbe viele Firmen aus dem DAX in meinemDepot. Aber um manche mache ich einen riesigen Bogen. Deutsche Bank notierte vor 30 Jahren höher als heute, Continental ist auf dem Niveu von vor 20 Jahren, Deutsche Teleokom, außer Dividende dieletzten 26 Jahre nicht viel gewesen, Heidelberger Zement satnd vor 26 Jahren auch höher, Zalondo, co comment.

    Was ist jetzt das Problem z.B. bei einem DAX ETF? Man kauft die ganzen blinden Vögel mit. Das mag schon sein, dass der eine oder andere Wert aus seinem Dornröschenschlaf erwacht und für eine bestimmte Zeit zum Outperformer wird. Das nächste Problem ist zum Beispiel Heidelberger Zement. Die hatten vor Jahren eine gute Kursperformance, sind dann in den DAX aufgestiegen um dann im DAX eine miese Performance zu haben und um wieder abzusteigen. Jetzt anach Erweiterung auf 40 Mitglieder sind die wieder im DAX. Das Problem hatten schon Wirecard, Delivery Hero, MLP und viele andere. Superperformance im SDAX, dann MDAX, dann Aufstieg in den DAX mit anschließendem Kursdesaster.

    Das Problem hat man aber nicht nur mit einem DAX ETF. Hier lässt es sich anhand von nur 40 Werten leichter nachvolllziehen. Beim S&P500 oder Nasdaq100 oder MSCI World ist es nicht besser. Beim S&P500 hat nur keiner mehr der Überblick was da drin ist und was nicht. Jetzt kann man natürlich entgegegnen, dass die großen Werte sowohl im DAX als auch in den anderen Indices ja kursbestimmend sind. Das ist richtig. Aber brauche ich dann von vorneherein halbtote in meinem Depot. Und sollte sich wieder Erwarten einer der Halbtoten super entwickeln, spielt es ja auch umgekehrt keine Rolle, da die Gewischtung ja auch sehr gering ist.

    Nein ETF´s sind nichts für mich. Wie gesagt nur demjenigen würde ich ETF´s empfehlen, welche sich entweder mit Aktien überhaupt nicht auskennen und auch daran keinen Spaß und Interesse haben oder mehrere Jahre in Folge schlechter abschneiden wie ein gewöhnliches ETF. Auch hier wäre die Enscheidung zum ETF wohl zu bevorzugen.

    Selbstverstöndlich wird es am Jahresende auch immer irgendwelche (Spezial)ETF´s geben, welche deutlich besser gelaufen sind wie mein Depot. Einmal wäre es ein ETF auf Venezolanischen Aktien gewesen und beim nächsten mal auf den Index der Saudiarabischen Börse. Macht das Sinn?

    Solange mein Depot besser läuft als der DAX und/ oder MSCI World und/oder S&P500 bleibe ich bei meinen Einzelinvestments.

    Viele meiner Aktien, welche ich schon hatte exestieren auch nicht mehr. SKW Trosberg, ich glaube die wurden damals von Dedussa Hüls übernohmen, Stada von einer Investmentfirma, mein ungarischer Stromerzeuger von EDF aus Frankreich. ABN Amro von weiß der Teufel von wem, sind jetzt aber wieder an der Börse Mein Tabakwarenhersteller UST von Phillip Morris.Der schwedische Kau- und Schnupftabakhersteller Swedish Match wurde jetzt wohl von Phillip Morris übernommen. Ich habe das Übernahmeangebot nicht angenommen, die Aktiennotierung wurde wohl zum Jahresende eingestellt. Mal abwarten was jetzt passiert.Und so sind schon eine Vielzahl der von mir gehaltenen Unternehmen vom Kurszettel verschwunden. Geld habe ich damit aber keines verloren. Somit ist die Studie, dass 85% der Unternehmen vom Kurszettel verschwindet zwar nicht falsch, verzerrt und vermittelt aber ein anders und verterrtes Bild.

    1. Meine kernaussage war, dass sich der ETF anleger nicht um die 85% kuemmern muss, er surft einfach auf dem index mit. Auch nicht im die blinden voegel die werden von einem boersenoffice irgendwann ausgesondert und durch andere werte ersetzt. Der etf anleger merkt da fast gar nichts davon

  5. „Diversity ist he only free lunch“ oder so ähnlich. Dies kan. Man wunderbar mit ETFsoder bei ausreichend Kapital auch mit Einzelaktien abbilden. Danacv ist halt das halten, das was die Rendite bringt.Ich werde privat auch immer nach Tipps gefragt… gebe da aber keine Emofelungen ab. Ich sag dann höchstens was mir gefällt, wenn ich der Meinung bin die Person kennt die damit verbundenen Risiken… erwähne dann aber auch immer das man sich mal mit einem „World ETF“ auseinandersetzen sollte.

  6. Moin zusammen,

    man kann sich inwzischen übrigens (fast) zum Nulltarif seinen eigenen „ETF“ zusammen bauen: Trade Republic beispielsweise berechnet keinerlei Gebühren für Aktiensparpläne. Somit kann man sich seine Lieblingsaktien aussuchen, jeweils einmal zB für 10 € den Sparplan ausführen lassen und danach wieder stoppen. Auf diese Weise habe ich bereits ca. 100 Aktien zusammen gesammelt, die nahezu allesamt eine hübsche Dividende ausschütten. Das bedeutet: Einkaufskosten = 0 € (bis auf den Spread, der dürfte aber auch bei ETFs auftreten) und laufende Kosten = 0 €. Dazu Quellensteuerfreundlich, weil alles über die Einzelaktien abgerechnet wird (entweder Deutschland oder England mit 0% oder USA mit 15%, den Rest wie Schweiz, Schweden, usw. brauche ich nicht wirklich). Schöner Nebeneffekt: Bei Kursverlusten von 50% oder mehr verkauft man nicht mehr panisch die Position, denn 1€ Verkaufsgebühr bei 5€ Aktien-Einnahme steht in keinem guten Verhältnis. Super Anreiz für Buy&Hold! ;)

    Beste Grüße
    Patric

    1. Hallo Patric,

      vom Prinzip her funktioniert das so wie von Dir beschrieben. Es gibt aber aus meiner Sicht einen Nachteil, der dagegen spricht: Du hast nun 100 Wertpapier-Positionen bei Trade Republic liegen und bei allen 100 Positionen Bruchstücke. Im Ergebnis bist Du deshalb auf Gedeih und Verderb an Trade Republic gebunden. Du kannst diese Bruchstück-Positionen nicht auf eine andere Bank übertragen und auch nur gegen viel zu hohe Gebühren (in Deinem Beispiel: 10%!) wieder verkaufen. Ein besseres Kundenbindungsprogramm kann ich mir für Trade Republic kaum vorstellen!

      Ich möchte mich mit meinen Investments nicht so in die Abhängigkeit zu einer Bank bringen. Denn was machst Du, wenn sich die Konditionen einmal ändern? Sei es, dass Trade Republic Depotgebühren einführt oder den Geschäftsbetrieb einstellt oder was auch immer? In der Geschichte ist gerade bei Banken sehr viel passiert…

      Also für mich wäre dieses Modell nichts. Einzelne Aktiensparpläne sind natürlich etwas anderes. Da erreichst Du ja auch schnell eine relevante Größe pro Position. Aber 100 Sparpläne mit nur je 10 € Volumen – davon würde ich die Finger lassen!

      Viele Grüße Ben

      1. Gut, ich nutze das auch intensiv und bin mir des Risikos durchaus bewußt. Daher nutze ich die wöchentliche Frequenz der Sparpläne und hole mir nicht so hochpreisige Aktien, um schnell auf ganze Stücke zu kommen und zieh die dann auf die ING um. Aber nur Papiere, die ich im Prinzip nie wieder verkaufen will. Macht zwar Arbeit, aber bei Kosten bin ich geizig. Bei der ING dann mal 100 verschiedenene Positionen auf einmal wieder verkaufen sind zur Zeit etwa schlappe 700,– Handelskosten.. Und ich beobachte genau, was Trade Republic so macht. Im Moment steht die Ampel dort ja auf Dunkelgrün.
        Bei ING und vielen (alten) Brokern würde mich neben den Kosten auch stören, das das Intervall nur monatlich ist. Wenn mir am 02.oder 03. des Monats einfällt, was ich als nächstes haben will, dann muß ich bis zur Ausführung einen ganzen Monat warten. Das ist am Weltmarkt sehr viel Zeit, in der viel passiert.
        Da ist Trade schon innovativ, das muß man anerkennen.
        Hier noch eine schöne Graphik zum Drama des letzten Jahres aus US Sicht auf einen Blick:
        https://www.visualcapitalist.com/best-and-worst-performing-us-stock-market-sectors-2022/
        obwohl es eigentlich schon Schnee von gestern ist. Finde die Seite aber allgemein recht gut, um sich Marktgrößen, Länderanteile und Statistiken aller Art schnell zu visualisieren.
        Zu guter Letzt noch, wer Diamanten als Wertspeicher gut findet und auf Dividenden nicht verzichten will:
        Anglo – American besitzt etwa 85% von de Beers, dem größten Diamantenhändler der Welt.

        1. kleine Ergänzung noch, früher war das Referenzkonto zu Trade Rep. bei der Solarisbank, es wurde jetzt aber auf die Deutsche Bank umgestellt. Das schafft evtl. mehr Vertrauen.
          (KEINE Werbung von mir für irgendjemand) Ich werbe höchstens für selber den Kopf anstrengen.

          1. Hallo Thomas,

            dazu ebenfalls eine Ergänzung von mir: Trade Republic arbeitet mit verschiedenen Banken zusammen (aktuell Solaris Bank, Deutsche Bank und Citibank), die die Einlagen treuhänderisch halten. Nur ein Teil der Anleger ist bei der Deutschen Bank und man hat da auch keinen Einfluss drauf. Ich selbst bin z.B. immer noch bei der Solarisbank. Das ist allerdings auch kein Punkt, der mir Sorgen bereitet. Die Einlagensicherung greift bei all diesen Banken und mehr als 100k würde ich auch nicht bei einer einzelnen Bank, auch nicht bei der Deutschen Bank, liegen haben wollen.

            Viele Grüße Ben

    2. Hallo Patric,

      jeden Monat andere Aktien „besparen“ (ich nehme nicht an, dass Du jeden Monat für 1000 EUR investierst)? Und dann nur welche mit niedrigen Kursen (was die möglichen Invest extrem einschränkt)? Am besten „untermonatlich“, also jeden Tag? Ich kenne Dein Gesamtinvest in Aktien nicht, aber 100 Positionen macht normalerweise unendlich Arbeit, zu finden und zu tracken, etc. pp. Das lohnt erst ab mittleren oder hohen 6-stelligen Betrag und wenn die erforderliche Zeit zur Verfügung steht. Ich kämpfe übrigens von 100 Positionen runterzukommen! ;)

      Ich möchte Dir nicht zu nahe treten. Dein Vorgehen klingt nach Hobby-Trader mit wenig Geld. Kann mich nicht entscheiden, was ich kaufen soll. Halt nach: Irgendwas; Aber es klingt nicht nach einem Plan.
      @Thomas: Eine UnitedHealth (ca. 450 EUR) wäre bei Dir draußen, eine Rhoen-Klinikum (ca 15 EUR) drin. Wo bleibt die Qualität, die Phantasie ???

      Die Gefahren, die Ben anspricht, existieren real! Mach Dir/Euch mal Gedanken darüber. Jede Bank muss Geld verdienen, entweder über Gebühren oder den Spread – oder Beides.

      Wäre einen ETF besparen und zusätzlich dedizierte ausgesuchte Aktien erwerben nicht sinnvoller? Und Du hättest viel Lebenszeit gewonnen für Frau/Freundin, Kinder, Eltern etc., denn diese Zeit kannst Du nie mehr „reinholen“.

      Nichts für ungut. Sollte ein Denkanstoß sein, keine Bewertung.

  7. @Börsenhai Zitat: @Thomas: Eine UnitedHealth (ca. 450 EUR) wäre bei Dir draußen, eine Rhoen-Klinikum (ca 15 EUR) drin. Wo bleibt die Qualität, die Phantasie ??? Zitatende. falls Du den ETF A0Q4R3 meinst,
    Ich habe mich bewußt für den europäischen ETF entschieden, da ich von den großen „Amerikanern“ schon viele direkt als reg. shares habe im Pharmabereich. Die deutschen und die Schweizer zahlen eben bloß einmal im Jahr. Der ETF wiederum zahlt 4 mal im Jahr. Ich weiss, ein bißchen Paranoia ist manchmal nicht hinderlich…
    Insoweit hat es Sinn gemacht.

    1. Hallo Thomas,

      das kann ich nachvollziehen. EU-ETF Medical, wenn man amerikanische medical Aktien hält.
      Ich finde Deinen Ansatz spannend. Mir kam diese Art des investieren noch nie in den Sinn. Chapeau!

      Letzendlich ist es egal, ob einmal im Jahr oder 4-mal im Jahr bezahlt wird, außer man benötigt fliessende Dividende. Man spart sich eben auch den (geringen) Aufwand Steuer zurückzuholen.

  8. Hallo zusammen,

    in den vergangenen Jahren habe ich immer wieder in Einzelaktien und auch ETFs investiert. Aus meiner Sicht ist es wichtig, trotz der Investition des ersparten Geldes an der Börse ruhig schlafen zu können. Im Gegensatz zu Ben habe ich vor allem bei Einzelaktien bei Kursrückgängen zu früh oder panisch verkauft. Hätte ich die Kursrückgänge stoisch ausgesessen, wäre meiner Rendite deutlich besser. Insofern bin ich letzten Endes immer wieder bei ETFs gelandet. Leider ist die Finanzindustrie bezüglich der Neuemission von Themen-ETFs sehr einfallsreich. Besonders in den letzten Jahren gab es hier einen regelrechten Boom. Ich ertappe mich immer wieder dabei, ETFs zu bestimmten Themen oder Branchen zu vergleichen, um das Depot besser zu diversifizieren. Bei einem Vergleich der Charts fällt jedoch oftmals auf, dass diese gar keine bessere Diversifizierung bieten. Viele ETFs verhalten sich sehr ähnlich bei Kursrückgängen und Kursanstiegen. Natürlich gibt es Branchen, wie Pharma oder nichtzyklischer Konsum, die insgesamt weniger volatil sind. Die Frage, die ich mir immer wieder stelle und die vor allem in Hausse-Phasen vernachlässigt wird: Wie verhält man sich in Schwächephasen? Nachkaufen macht sicherlich Sinn, um antizyklisch zu investieren. Aber welche Werte kauft man nach, wenn man eine große Anzahl an Positionen im Depot hat? Einfacher ist es aus meiner Sicht, wenn das Depot aus wenigen Positionen mit einer festgelegten Gewichtung besteht.

    Viele Grüße, Flo

    1. Hallo Flo,

      in der Tat sollte man bei ETFs immer schauen was drin ist. Einen World + S&P zu besparen macht wenig Sinn, da sehr ähnliche Werte enthalten sind. Von den „hunderten“ Themen ETFs halte ich wenig. Man sollte schon gezielt etwas abdecken, was man sonst nicht hat oder nicht direkt investieren will/kann (Beispiel: Indien). In „grünen ETFs“ sind Shell und Conoco enthalten – entsetzen. Im Indien ETF sind z.B. sehr viele Banken vertreten – wer es mag.

      Hausse-Phase: Hier gibt es kein Rundum-Sorglos-Rezept.
      In D sind die Immo-Werte geprügelt worden (Zinsen + Energiekosten), weltweit gesehen waren es die Tech-Werte, konsolidieren sich aber auch langsam (meine Meinung). In die Zukunft kann niemand sehen, aber solide Zahlen kann man sehen. TSMC oder Defama waren für mich eben ein Kauf, erstere, weil man nicht um TSMC rumkommt, zweitere, um innerhalb Immobilien von der Gewichtung ausgeglichen zu sein und ich vertraue dem Management. (keine Beratung!)

      Wie Du richtig anmerkst, sollte man seine persönliche Gewichtung nicht aus den Augen verlieren, egal ob 10, 20 oder 100 Aktien. Wenn ein Bereich nachlässt, sollte man sich überlegen, ob sich bei einem Wert aus dem Tech-Bereich (beispiel!) ein Nachklauf lohnt. Es ist aber immer Geduld gefragt. Liste aufstellen der möglichen Werte, prüfen mit dem Investvolumen, das man hat, entscheiden. Mit mehr Positionen ist es immer schwieriger als mit wenigen Positionen – scheinbar. Denn man sollte sich immer am Investmentcase orientieren: Warum habe ich in die Aktie investiert. Das hilft ungemein.

      1. völlig richtig, lieber BörsenHai,
        „Was ist drin?“ ist bezüglich ETFs eine der allerwichtigsten Fragen.
        Ich habe nach einem langen Auswahlprozess mich nicht für
        – Fidelity Global Quality Income und nicht für
        – SPDR S&P US Div Aristocrats
        entschieden. Zwei ETFs, die bezüglich Dividende, Dividendenwachstum UND Kursrendite sehr, sehr gut sind (Kursrendite ist leider bei vielen Dividenden-ETFs recht mau). Warum? Weil entweder a) ich viele der Top-10 Werte selber schon im Depot als Einzelaktien habe (O, MSFT, HD, PNG, MRK) oder b) die USA überbetont werden (70% meiner Einzelaktien sind USA).
        Ich spare seit Anfang 2023 den A2JAHJ an, VanEck Developed Markets Dividend Leaders. Dieser besteht zu 50% aus Europa, zu unter 30% aus USA. Viele Werte, die ich nicht als Einzelaktie führe. Gute Kursrendite, gute Dividende, ordentliches Div.wachstum. Damit werde ich – als Ergänzung zu den Einzelaktien – wohl sehr gut fahren, in kommenden Jahren.
        Meine Idee kommt also jener von Thomas nahe: Setze in ETFs bewusst auf eine andere Region (oder Sektoren) wie Einzelaktien. Dadurch erhält man eine gute Diversifizierung im Depot.

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