Es gibt Aktien, die stiegen von links unten nach rechts oben. Bei denen ist es natürlich leicht, investiert zu bleiben. Denn schon nach kurzer Zeit befindet man sich im Plus. Dort ist eher die Schwierigkeit, erstmals zu kaufen. Denn in der Regel sind solche Aktien hoch bewertet und deshalb fällt der Einstieg nicht leicht.
Dann gibt es aber auch Aktien wie diese in meinem Depot, die nach guten Zeiten auch schlechte Zeiten durchgemacht haben und dann wieder ordentlich gestiegen sind. Und die sich nun wieder in einer anspruchsvolleren Phase befinden.
Da man die Zukunft eben nicht vorhersagen kann, liegt die Kunst nun darin, entweder auszusteigen oder eben das notwendige Sitzfleisch zu haben und auf bessere Zeiten zu warten.
Wie ich das nun selbst bei dieser Aktie erlebe und welche Strategie ich wähle, erfährst Du in diesem Beitrag.
General Mills gehört zu den großen Herstellern von Lebensmitteln und Tierfutter. Und hat – wie auf den ersten Blick auf den Chart zu sehen ist – keine stringente Entwicklung im Aktienkurs hinter sich. Ähnlich sieht es bei den Geschäftsergebnissen aus. Das Unternehmen habe ich hier ausführlich vorgestellt.
Noch im letzten Jahr war die Aktie mein größter Verlierer im Depot. In diesem Jahr sieht es zwar wieder besser aus, die letzten Wochen haben die positive Jahresperformance aber so schmelzen lassen wie das von General Mills produzierte Häagen-Dasz-Eis.

Dividendenzahlung
General Mills zahlt erneut eine Quartalsdividende von 0,60 US$ je Aktie. Sie war erst im letzten Quartal um 1 Cent (=1,7%) erhöht worden. Für die 165 Aktien in meinem Depot ergibt das eine Brutto-Dividende von 99,00 US$. Sie wurde von flatex zum Kurs von 1,0882 in Euro umgerechnet. Das entsprach dem EZB-Referenzkurs vom Vortag. Nach Abzug der Steuern verbleibt eine Netto-Dividende von 67,73 €. Sie wurde mit Wertstellung 01.11.2024 überwiesen.

Annualisiere ich die Quartalsdividende, dann wird innerhalb eines Jahres 2,40 US$ Dividende gezahlt. Bei einem Aktienkurs von 64 US$ entspricht das einer Dividendenrendite von 3,75%. Sollte die Dividende 2025 erneut zum August erhöht werden, dann liegt sie tatsächlich sogar noch etwas höher.
Meine persönliche Dividendenrendite (Yield on Cost) liegt – berechnet mit meinem Kaufpreis für den Gesamtbestand und dem aktuellen Umrechnungskurs für die Dividende – bei 5,0%. Im Vergleich ist das etwas niedriger als bei vielen anderen Titeln in meinem Depot, die ich schon vergleichbar lang in meinem Depot habe. Hintergrund ist, dass noch nicht über meine gesamte Haltedauer deutliche Erhöhungen stattgefunden haben. Vor 10 Jahren lag die Quartalsdividende bereits bei 0,41 US$. Eine Steigerung auf 0,60 US$ je Aktie – wie zuletzt – in so einem langen Zeitraum ist für den YoC zwar positiv, jedoch eben nicht besonders stark.
Perspektiven
Wirklich zufrieden mit der Entwicklung von General Mills bin ich. Ich hatte nach meinem Nachkauf im Jahr 2017 eine rund eineinhalbjährige Abwärtsphase mitgemacht. Und war da noch relativ entspannt. Obwohl ich in dieser Zeit außer den Dividenden keinen Return erhalten hatte.
Aber damals war ich noch festangestellt und erhielt mein monatliches Gehalt. Da war General Mills einfach eine Position, die mein Portfolio abrundete und wenn ich Geld brauchte, um in andere interessante Titel zu investieren, dann kam das Geld am Monatsende auf mein Konto.
Mittlerweile hinterfrage ich bei meinen Depotwerten hingegen, ob die Aussichten wirklich noch so positiv sind oder ob es nicht besser wäre, mein Kapital in andere Unternehmen zu investieren.
2021 bei meinem letzten Nachkauf war ich von der Entwicklung von General Mills überzeugt: die Verschuldung war zurückgefahren worden und der zugekaufte Tiernahrungsbereich zeigte ordentliches Wachstum. Die Annahme war auch zutreffend, bis Mitte 2023 ging es dann auch bis zum Allzeithoch aufwärts.
Seitdem ist aber der Wurm drin. Die Inflation sorgte für höhere Kosten und die anfänglichen Preiserhöhungen waren schon bald nicht mehr durchsetzbar. Und nun wächst auch der Tierfutterbereich nicht mehr.
Die letzten Quartalszahlen waren deshalb für mich eine mittlere Enttäuschung. Nicht wegen verfehlter Erwartungen, sondern eher aufgrund der Rückgänge in allen Bereichen. Es ist das eine, wenn die Prognose schwach ausfällt. Wenn man dann aber die Ergebnisse sieht und sich das bestätigt, macht sich – zumindest bei mir – auch so etwas wie Resignation breit.
So sank der Umsatz um 1% auf 4,8 Mrd. US$. Die Bruttomarge verschlechterte sich um 130 Basispunkte auf 34,8% aufgrund höherer Kosten. Das operative Ergebnis gab dementsprechend um 11% nach, die Nettomarge ging dabei sogar um 180 Basispunkte auf 17,2% zurück.
Der Nettogewinn nahm um 14% auf 580 Mio. US$ ab und der Gewinn je Aktie erreichte noch 1,03 US$ (-10%).
Ich berichte ja gerne über Unternehmensergebnisse und versuche auch, noch etwas Positives darin zu finden. Hier gelingt mir das leider nicht. Rückgänge oder Stillstand wohin ich auch schaue. Von den 4 Segmenten North America Retail, North America Pet, North America Foodservice und International wuchs keines.
Wenn es Volumenzuwächse gab, dann sanken die Preise. Vermutlich war es sogar eher umgekehrt: Mit Sonderangeboten konnte das verkaufte Volumen gesteigert werden, aber unterm Strich brachte das eben auch keinen Fortschritt.
Die Zinsentwicklung war für General Mills zwar weiterhin negativ, der Effekt ist aber nicht so groß, dass er die schwachen Ergebnisse rechtfertigen würde: der Zinsaufwand stieg von 117 Mio. US$ auf 124 Mio. US$.
Als Aktionär ist es zumindest positiv zu sehen, dass die Anzahl der ausstehenden Aktien um 5% reduziert wurde – dank Aktienrückkäufen in Höhe von 300 Mio. US$. Aber auch hier ein Wermutstropfen: vor einem Jahr wurden noch 500 Mio. US$ im Vergleichszeitraum für Aktienrückkäufe aufgewendet.
Berichtenswert ist weiterhin der Verkauf des nordamerikanischen Joghurtgeschäfts an zwei französische Unternehmen. Hier nimmt General Mills 2,1 Mrd. US$ ein, wenn die Transaktion in 2025 abgeschlossen sein wird. Damit der Umsatz um 1,5 Mrd. US$ zurückgehen und die Transaktion soll den Gewinn je Aktie im ersten Jahr nach Abschluss des Verkaufs um 3% belasten.
Damit wird General Mills verglichen mit dem Jahr 2018 rund 30% des Umsatzes durch Ver- und Zukäufe gedreht haben. Langfristig erwartet das Management eine Fokussierung auf globale Marken mit höheren Margen.
Und das ist genau das, was man als Aktionär in dieser Situation schwer einschätzen kann: gehen die Erwartungen des Managements auf und kann man den Managern vertrauen?
Das laufende Geschäftsjahr gibt jedenfalls keinen Anlass, in Jubelstürme auszubrechen. Der Umsatz soll gleich bleiben oder bis zu 1% zulegen. Das operative Ergebnis wird bei -2% bis 0% Veränderung erwartet. Und der Gewinn je Aktie soll sich zwischen -1% und +1% verändern.
Das sind Zahlen eines Unternehmens, in das ich mit Sicherheit nicht investieren würde. Denn schon im letzten Geschäftsjahr lag der Gewinn je Aktie mit 4,31 US$ im Gesamtjahr exakt auf Niveau des Jahres davor.
Damit stagniert der Gewinn je Aktie drei Jahre in Folge – und das trotz der regelmäßigen Aktienrückkäufe. Nur durch sie wird ein Gewinnrückgang kaschiert.
Und trotzdem wird ein solches Unternehmen aktuell mit dem 16-fachen des Jahresgewinns an der Börse bewertet. Für mich zeigt das, dass immer noch Vertrauen in das Management vorhanden ist.
Gleichzeitig denke ich aber auch, dass drei Jahre ohne Gewinnwachstum ausreichen müssen. Und ich bin schon enttäuscht, wenn ich sehe, dass im Tierfutterbereich kein Wachstum generiert wird. Genau das sollte ja der Trumpf der Zukunft sein.
Warum ich derzeit trotzdem nicht an einen Verkauf denke, hat mit dem eingangs beschriebenen Sitzfleisch zu tun. General Mills zählt zu den defensiven Ankern in meinem Depot. Gemeinsam mit dem Vorgängerunternehmen wird nun seit 125 Jahren ohne Unterbrechung eine Dividende gezahlt. Und mit 2,40 US$ gegenüber einem Gewinn von 4,31 US$ wird sie auch verdient.
Und in diesem 125 Jahren ist es dem Unternehmen schon mehrfach gelungen, dem Gegenwind zu trotzen. Ich bin deshalb zuversichtlich, dass die aktuelle stagnative Phase überwunden werden kann.
Und inzwischen habe ich die 2.000 €-Marke an erhaltenen Nettodividenden geknackt. Das ist mehr als ein Viertel meines Einstands. Mit entsprechendem Sitzfleisch werde ich diesen Betrag Quartal für Quartal ausbauen. Und damit auch mein Risiko senken.
Und während ich früher einmal vor hatte, die Aktienstückzahl von 165 auf eine runde Summe zu erhöhen, habe ich daran keinen Gedanken mehr.
Mit 5% Yield on Cost ist General Mills für mich nun einfach ein Dividendenzahler, der kein hohes Rückschlagpotenzial hat. Und damit ein entspannter Titel in meinem Dividendendepot bleibt. Aber mehr aktuell auch nicht.
Und das sage ich mir auch, wenn ich andere, vermeintlich attraktivere Titel sehe: mein Depot soll wie eine Fußballmannschaft ausgewogen sein. Nur mit offensiven Titeln funktioniert es nicht. Es sind auch die defensiven Aktien nötig, um ruhig schlafen zu können. Und meinen Schlaf brauche ich!
Auf einen Blick:
| Unternehmen: | General Mills |
| ISIN: | US3703341046 |
| Im Divantis-Depot seit: | 23.06.2014 |
| Letzter Nachkauf am: | 15.10.2025 |
| Stückzahl im Divantis-Depot: | 200 |
| Durchschnittskaufkurs inkl. Gebühren: | 44,15 € |
| Gesamtkaufpreis: | 8.830,11 € |
| Bisher erhaltene Netto-Dividenden: | 2.283,87 € |
| Aktuelle Strategie: | Halten und Dividende kassieren |


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