Erinnert das schon an den Neue-Markt-Hype?

Microsoft Symbolbild Juni 2024
4.5
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Nach Johnson & Johnson berichte ich heute über das zweite AAA-geratete Unternehmen in meinem Portfolio. Die Unterschiede in der Kursperformance könnten kaum größer sein…

Dieses Unternehmen habe ich nun knapp 7 Jahre im Depot und es erreicht einen Total Return von aktuell 550%. Und selbst die nachgekaufte Position steht nach 2,5 Jahren schon bei +50%.

Erst war es die Cloud, die die Aktie nach Oben gezogen hat. Und nun in den letzten Monaten ist es das Thema AI. Und so langsam kommt es mir vor, als würde hier dann doch stark übertrieben.

Nicht zwingend bei „meiner“ Aktie, aber insgesamt im Markt. Springt ein Unternehmen, wie jüngst Apple, auf den AI-Zug auf, sorgt das direkt für Kurssprünge. Als ob allein die Integration von Chat-GPT auf dem iPhone eine zusätzliche Marktkapitalisierung von 200 Mrd. US$ rechtfertigt.

Bei mir weckt das Erinnerungen an den Neuen Markt: Ein Unternehmen macht irgendwas mit dem Internet – okay, dann ist es direkt Hunderte Millionen oder gar einige Milliarden wert. Ob dahinter auch Umsätze stehen, hinterfragte kaum jemand.

Natürlich sehe auch ich den großen Entwicklungssprung durch AI. Aber ich befürchte, dass aktuell einfach zu viel Luft in die Kurse gepumpt wurde und wir dann doch noch einmal eine Korrektur dieser Titel sehen werden.

Und so stelle ich mir die Frage, ob es nicht Zeit wird, etwas Geld vom Tisch zu nehmen.

Welche Antwort ich darauf als Langfristanleger für mich gefunden habe, erfährst Du in diesem Beitrag.

Die Microsoft-Aktie gehört seit 2017 zu den Topwerten in meinem Dividendendepot. Das AAA-Rating für Kreditausfälle ist sicherlich Ausdruck der hervorragenden Bilanz, aber hat für die Kursentwicklung eher keine Aussagekraft.

Insgesamt habe ich bei einem Investment von rund 9.200 € bisher rund 1.050 € an Dividenden erhalten. Der nicht realisierte Kursgewinn liegt hingegen bei 35.800 €.

Hier hatte ich über den Kauf von Microsoft berichtet. Im 10-Jahres-Chart ist ein stringenter Anstieg bis Ende 2021 gut zu erkennen. Dann folgte – direkt nach meinem Nachkauf – ein negatives Jahr 2022 und seit Anfang 2023 geht es wieder stetig aufwärts. Am Dividendenzahltag (13.06.2024) stellt sich der Chart so dar:

Microsoft-Aktie im 10-Jahres-Chart (in US-Dollar)
Microsoft-Aktie im 10-Jahres-Chart (in US-Dollar)

Dividende

Microsoft zahlt erneut eine Quartalsdividende von 0,75 US$. Für die 110 Aktien in meinem Dividendendepot ergibt sich eine Brutto-Dividende von 82,50 US$. Sie wurde von maxblue (100 Stück) zum Kurs von 1,0845 in Euro umgerechnet. Bei flatex (10 Stück) wurde der EZB-Referenzkurs vom Tag vor dem Dividendenzahltag genommen und zum Kurs von 1,0765 in Euro umgerechnet. Nach Abzug der Steuern verbleibt addiert eine Netto-Dividende von 56,69 €. Sie wurde mit Wertstellung 13.06.2024 (flatex) bzw. 17.06.2024 (maxblue) überwiesen.

Dividendengutschrift Microsoft im Juni 2024 maxblue
Die Abrechnung von maxblue
Dividendengutschrift Microsoft im Juni 2024 flatex
Die Abrechnung von flatex

Annualisiere ich die Quartalsdividende, dann zahlt Microsoft eine Jahresdividende von 3,00 US$. Bei einem Aktienkurs von 441,06 US$ (Stand am Dividendenzahltag) ergibt das eine Dividendenrendite von 0,7%. Bei einem heutigen Kauf dürfte es jedoch etwas mehr sein, da Microsoft traditionell seine Dividende zur Dezember-Zahlung erhöht. Bleibt es dabei, dann gibt es bei einem heutigen Kauf noch eine Quartalsdividende zum jetzigen Satz und 3 erhöhte Quartalsdividenden im Dezember 2024, im März und im Juni 2025.

Meine persönliche Dividendenrendite (Yield on Cost) berechne ich in zwei Teilen. Einfach weil ich sehr unterschiedliche Einstandskurse habe und die beiden Positionen bewusst voneinander in zwei Depots getrennt halte. An meine 100 Stück-Position möchte ich auch niemals rangehen, während die 10 Stück-Position auch mal zum Verkauf stehen könnte. Rechne ich die Jahresdividende zum jeweiligen Umrechnungskurs um, dann erhalte ich bei maxblue 276,62 € auf einen Einstand von 6.448,56 €. Das ist ein YoC von 4,3%. Für die kleine Position bei flatex erhalte ich 27,87 € auf einen Einstand von 2.803,75 €. Das ist ein YoC von 1,0%.

Perspektiven

Um es vorweg zu sagen: an meine 100 Aktien-Position, die ich unverändert seit Oktober 2017 halte, werde ich nicht drangehen. Schon allein, weil ich bei einem Verkauf etwa 9.000 € Steuern zahlen müsste. Und das einem „Kurspuffer“ von 90 € entspricht, den ich erst mal wieder bei einem günstigeren Wiedereinstieg reinholen müsste.

Und ein solcher Verkauf würde dann eigentlich auch einem Hin-und-Her-macht-Taschen-leer entsprechen.

Anders sieht es mit meiner Nachkaufposition von 10 Aktien aus. Hier hatte ich ja in 2022 deutliche Kursverluste zu überstehen und befinde mich inzwischen bei 50% Kursplus. Diese Position passt irgendwie nicht so richtig in mein Depot. Ich will sie nicht mit den anderen Aktien zusammenführen, da die Einstandskurse doch so erheblich voneinander abweichen. Und die Stückzahl ist insgesamt mit 110 Stück dann auch „krumm“. Das sind natürlich keine sinnvollen Argumente, das ist mir schon klar. Aber der Hintergrund, warum ich über diese Nachkaufposition einfach anders denke und sie auch wieder verkaufen würde.

Microsoft selbst liefert eigentlich beständig gute Zahlen. Zuletzt wurde über das 3. Quartal des Geschäftsjahres 2024 berichtet. Der Quartalsumsatz stieg um 17% auf 61,9 Mrd. US$. Der Nettogewinn stieg um 20% auf 21,9 Mrd. US$. Das entsprach einem Gewinn je Aktie von 2,94 US$, ebenfalls ein Plus von 20%.

Das sind beeindruckende Zahlen, die gerade angesichts der hohen absoluten Zahlen ein immer noch prozentual herausragendes Wachstum zeigen.

Aber dieses Wachstum ist eben auch im Aktienkurs schon deutlich berücksichtigt. Annualisieren wir den Quartalsgewinn, dann entspricht das einem Gewinn je Aktie von 11,76 US$ im gesamten Jahr. Bei einem Aktienkurs von 441,06 US$ (Stand am Dividendenzahltag) entspricht das einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 37,5.

Das ist sehr hoch. Ich kenne noch die Leitlinie, dass das Gewinnwachstum dem KGV entsprechen sollte. Microsoft liegt aber „nur“ bei rund der Hälfte. Natürlich gibt es viele Sonderfaktoren, die die Bewertung irgendwie rechtfertigen. Da ist die Marktposition, die wiederkehrenden Umsätze und eben auch die Marktführerschaft im AI-Bereich.

Was ich aber nicht abschließend einschätzen kann, ist die Frage, inwiefern im AI-Bereich tatsächlich schon ein Burggraben besteht. Schaue ich mir die Microsoft-Beteiligung OpenAI an, dann hat sie sicherlich einen Vorsprung. Sie macht schon einen Milliardenumsatz mit ChatGPT und ist der Leitwolf der Branche.

Und Microsoft baut die Rechenkapazitäten massiv aus, um diese führende Stellung zu sichern. Aber – wie so oft – weiß man erst in einigen Jahren, ob sich daraus ein Burggraben bildet und die AI-Funktionen so in die Microsoft-Welt und womöglich auch die Apple-Welt integriert sind, dass sie nicht mehr vertrieben werden können.

Denn eins ist auch klar: alle großen Konzerne investieren massiv in AI. Allen voran natürlich Nvidia und Alphabet, aber auch Meta, Amazon oder IBM. Dass Microsoft hier für immer die Nr. 1 bleibt, ist alles andere als sicher.

Für Microsoft spricht natürlich die weite Verbreitung der Office-Produkte und die dort bereits begonnene Integration von AI. Das ist sicherlich erst der Anfang und ich kann mir gut vorstellen, dass man irgendwann nur noch PowerPoint sagt, dass man gerne eine Präsentation zu einem bestimmten Thema haben will und dann einen brauchbaren Vorschlag erhält. Bisher ist die AI-Integration ja eher so, dass man selbst die Inhalte schreibt und dann Layout-Vorschläge erhält. Und genauso wird es vermutlich mit Excel sein: Ich beschreibe, was ich haben will und was eine Formel können soll und dann erstellt mir die integrierte AI das direkt.

Aber auch jenseits von AI besteht bei Microsoft Wachstumspotenzial. Die Übernahme von Activision Blizzard ist z.B. mittlerweile abgeschlossen. Synergien im Spielebereich und eine Forcierung der Xbox werden erst noch folgen.

Insgesamt halte ich den Aktienkurs aber für zu hoch. Aus meiner Sicht stehen wir jetzt schon da, wo angesichts des Wachstums der Stand in 2 Jahren sein sollte.

Trotzdem verkaufe ich meine 10 Stück noch nicht sofort. Dazu macht es einfach zu viel Spaß, die AI-Welle noch zu reiten. Aber ich setze mir ein inneres Limit, zu dem ich aussteige, wenn der Kurs auf dieses Niveau steigt. Bereits vor drei Monaten hatte ich es mit 500 US$ beziffert. Und das ist für mich immer noch ein Niveau, das ich bei einem Erreichen in 2024 zum Ausstieg nutzen würde. Das wären ungefähr weitere 10% Kursanstieg im nächsten Halbjahr. Und das nach den 20% Kursplus, die wir bereits seit Jahresanfang gesehen haben.

Auf einen Blick:

Unternehmen:Microsoft
ISIN:US5949181045
Im Divantis-Depot seit:11.10.2017
Letzter Nachkauf am:13.12.2021
Stückzahl im Divantis-Depot:110
Durchschnittskaufkurs inkl. Gebühren:84,11 €
Gesamtkaufpreis:9.252,31 €
Bisher erhaltene Netto-Dividenden:1.062,98 €
Aktuelle Strategie:Halten und Dividende kassieren

für diesen Beitrag verwendete Quellen:
Earnings Release FY24 Q3 – Microsoft Cloud Strength Fuels Third Quarter Results

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7 Gedanken zu „Erinnert das schon an den Neue-Markt-Hype?“

  1. Danke Ben!
    Ein paar Gedanken von mir, die glaub ich auch mir bei der eigenen Reflektion helfen :-)
    Die Argumente für den Verkauf der 10 extra Aktien kann ich einerseits verstehen, auch wenn die Argumente wie du selber schreibst natürlich nicht ganz sachlich sind. Denn und das ist mir nach dem Lesen in den Sinn gekommen, das ist doch auch der Grund warum man mehrere Depots hat. Du hast den Investmentcase und kennst das Unternehmen und willst mal ein wenig spekulieren. Wenn man dann quasi so lange durchhält und ich meine lange im Sinne des absoluten Kursanstiegs und nicht Zeit, dann ist das doch wie du schreibst eine schöne Belohnung.
    Was Nvidia, Apple und auch Tesla angeht bin ich echt skeptisch. Der Lauf mag sicherlich noch anhalten. Die Premiumstellung von NVIDIA bei den Chips denke ich ist nicht auf ewig. Dafür ist der Druck und der Preis sicherlich zu hoch. Inzwischen scheint man sich ja mit Chips in vielversprechende Firmen einzukaufen. Kann funktionieren wenn die Firmen natürlich gut laufen. Aber ist das dann ein Wandel zu einem VC? Wenn man dann noch Geschichten davon liest (FT am Wochenende z.B.) oder hört wer dann jetzt auch mit Nvidia reich werden will, dann kann man sicherlich schon die Blasenbildung absehen.
    Apple stand oder steht sicherlich in einer Sackgasse und ich glaube der Terminus “AI for the rest of us” war extrem clever. Aber soweit ich das verstehe sind das erstmal Versprechen, die dann zum Ende des Jahres im 15er Pro und im neuen Telefon funktionieren sollen(!). Gut für die Verkäufe wobei ich glaube, dass das sicherlich erstmal nur die early adaptor hinter dem Ofen hervorholt. Klar wenn das funktioniert wird das die Käufe des IPhone anregen, aber auch hier schläft die Konkurrenz nicht. Und Samsung etc. haben hier viel weniger Druck. Über die Brille wird ja gar nicht mehr gesprochen und das hat wahrscheinlich auch sein Gründe…
    Tesla ist für mich sowieso ein Wunder und ich will hier jetzt wirklich kein Shitstorm. Politische Ansichten kann man ja mal weglassen, aber dieses Bonuspaket, dass sich Elon Musk erstritten hat und die Governanceprobleme die dadurch deutlich geworden sind, sind aus meiner Sicht auch nicht mehr mit dem Geniusstatus gerechtfertigt. Die Autos verkaufen sich trotz verschiedener Maßnahmen nicht so gut und jetzt ist man dann halt eine Roboterfirma. Die Dinger laufen noch nicht, brauch auch ihre Usecases und vor allem Zulassungen ausserhalb der USA. Dann müssen die auch noch bezahlbar sein.
    Und, und das gilt sicherlich für alle AI Themen, dann kommt noch die Regulatorik. Manche der Akteure hoffen ja augenscheinlich darauf, dass Grenzen gesetzt werden. Und ja in Europa sind wir wieder zu langsam usw. aber an dieser Stelle bin ich mir nicht sicher, ob das was schlechtes sein soll.

    Wir alle wissen am Ende eh immer zu wenig und ich finde die Tech-Sachen wirklich spannend, aber habe halt gar keine Ahnung davon. Daher bespare ich einen NASDAQ ETF, denn von den großen halte ich selber nur Microsoft, und stehe am Ende des Tages hoffentlich gut da. Und selbst wenn es dann “nur” gut und nicht sehr gut ist, kann ich damit gut leben.
    Euch einen schönen Sonntag :-)

  2. Hallo Ben,

    in vielen Punkten stimme ich mit Dir überein. Der Grund warum ich Aktien in verschiedenen Depots halte ist genau der, dass wenn ich wirklich Geld brauche, ich die teurer gekauften Aktien verkaufe. Und ja es ist etwas mehr Arbeit in der Rückverfolgung. Wenn ich keines benötige, erfreue ich mich an der Dividende.

    Zu AI: Jedes „normale“ Regelwerk wird heutzutage als AI klassifiziert, weil es die Kunden gerne hören: „Man ist in AI dabei“. NVIDIA liefert die Rechenpower und Basisfunktion für AI, ob Amazon, Apple, Microsoft oder andere, die bauen darauf auf. Von daher ist es schon ein Unterschied in der Anlage.

    Noch zieht AI als „Verkaufsargument, ich halte aber die Kurse für überzogen und würde heute dort nicht mehr investieren, es wäre mir einfach zu teuer. Bitte beachten, dass ich bereits investiert bin.

    Ein bisserl was zur Geschichte: AI ist seit den 50ern im Gespräch und ca 1980 hat P.H. Winston ein bahnbrechendes Buch zu AI geschrieben. Dabei ging es um „Objekterkennung“ im dreidimensionalem Raum.
    In 1993 bin ich in einem selbstfahrenden Bus auf dem Campus der Carnegie-Mellon University gefahren. Damals fuhr der Bus nur auf dem Campus und nur durch Kameras gelenkt oder gestoppt per Handzeichen. Amerikanisch Sicherheit: nur ca 5 km/h schnell. Aber bereits 1993 mit der Rechenpower der 90er!

    Komisch, dass die damaligen Probleme mit der heutigen Rechenpower immer noch nicht gelöst sind. Auch wenn es ein Unterschied ist, nur auf dem Campus zu fahren oder im täglichen Verkehr.

    Es ist ein Hype, dessen sollte sich jeder bewusst sein und es kann schnell in den Keller gehen. Wohlgemerkt: Kann!
    Das betrifft aber auch Firmen, die das Design der Boards angeht oder Produktionsmaschinen herstellen. Für diese sind aber die nächsten Generationen der Chips sicherer – meine Einschätzung. Leider im Zuge der AI ebenfalls gestiegen.

    Statt Microsoft sehe ich allerdings andere Papiere in Deinem Depot, die ich (!) abstoßen würde.

  3. Die Erfolgsgeschichte der menschlichen Evolution rührt überwiegend aus der Fähigkeit, Werkzeuge zu benutzen, zu verbessern und neue Werkzeuge zu entwickeln.
    Derjenige, der das beste Werkzeug besitzt und anwenden kann, kann effizient die besten Produkte anbieten, selbst nutzen und sich den meisten Wohlstand erschaffen. KI ist hier nicht anderes.
    Derjenige, der die höchste, beste oder schnellste Intelligenz (als Maschine) besitzt, anwenden und benutzen und vor allem KONTROLLIEREN kann, wird auch der intelligenteste und wohlhabendste Mensch sein.
    Außerdem fängt Musk ja schon an, an Nahtstellen zwischen Computer und menschlichem Gehirn rumzufrickeln.
    Heute schon bei Parkinson oder Dystonie eingesetzte Hirnschrittmacher sind heute schon normal und werden doch erst der Anfang sein.
    Nur verschärft AI das Entwicklungstempo ultraextrem.
    Keiner von uns kann absehen, was er in 20 oder 30 Jahren noch für technologische Möglichkeiten erleben wird oder erleben muß. Natürlich müssen die Manipulations, Macht und Eigentumsfragen sauber geklärt werden und auch Machtmissbrauch durch KI wird auf der Tagesordnung stehen.

    Satya Nadella ist ein kluger und umsichtiger CEO. Er setzt hier auf absolute Technologieführerschaft und aquiriert weltweit KI-Talente, Tools, Technologien und ganze Firmen. Mit der Leitung von Microsofts KI Aktivitäten hat er mit Mustafa Suleyman (DeepMind) bewußt einen – Nicht Open AI Manager Sam Altman vor die Nase gesetzt und baut im Unternehmen zwei miteinander konkurrierende Säulen auf. So ist er safe, falls eine Säule abwandert, ausfällt oder sich irgendwie im Sand festfährt und kann sich immer die besten Ergebnisse sichern oder zu einem verschmelzen.
    Sam Altman entwickelt ja auch für Microsoft ein schwer zu kalkulierendes Eigenleben.

    Sollte es an der Börse zu einem schlimmen Einbruch kommen bsw um 50% Herrje, dann ist Microsoft auf dem Stand von Anfang 2023.
    Na und?
    Da Microsoft wahrscheinlich in unzähligen Fonds, Pensionsfonds, Indizes und ETF weltweit drinsteckt und global sehr viele Sparer groß und klein permanent MSFT nachkaufen, mach ich mir um MSFT keine Sorgen. Microsoft ist im Dow Jones, wer Dow Jones haben will muss MSFT kaufen. MSFT ist im Nasdaq 100, das gleich Spiel. MSFT ist im S&P 500, wer S&P 500 haben will, hat Microsoft. usw usf.
    Bei mir in dem Sektor auch „nur“ noch MSFT als Direktinvestment und alles andere per ETF. Dividende ist mickrig, aber da kann Microsoft nix dafür, wenn der Kurs davonläuft.
    Für mich ein Muß und unter den Top Ten Investments weltweit.

  4. Hi zusammen,
    gibt es jemanden hier eigentlich, der aktuell zu diesen Preisen Microsoft kauft/akkumuliert?

    Ich selber habe nur eine Mini-Rumpfposition, leider. Die ist so klein, dass sie eigentlich schon einer namentlichen Erwähnung in meinem Depot entbehrt.

    Eigentlich bin ich im Thema Tech ohnehin nicht exponiert, weil ich einfach zu wenig Zugang finde. Aber, und das gilt bei mir auch in anderen Sektoren, wenn ich was mache, dann möchte ich immer einen recht starken unmittelbaren Zusammenhang zu den mir nahestehenden Bereichen Konsum/Gesundheit haben (darum kaufe ich z.B. im Sektor Chemie gerade Croda International, obwohl ich im Bereich Industrie/Chemie auch eher weniger stark exponiert bin). Zurück zu Microsoft, sie gefallen mir wegen ihres Bezugs zum täglichen Bedarf sehr. In diesem Zusammenhang gefallen mir auch Relx, Wolters Kluwer, Paychex und solche Konsorten. Sie sind mir nur leider allesamt gegenwärtig zu teuer. Aber mir ist auch klar, dass inmitten eines Megatrends der ausschließliche gegenwartsbezogene Blick auf den Preis dazu führen kann, dass man am Megatrend erst nie wirklich teilnimmt. :-) Es ist schwierig. :-)

  5. Hi Tobs,
    auch die ganz faulen, die alles nur in einen MSCI World ETF stecken, sind mit irgendwas zwischen 3% und 4% bei MSFT dabei.
    warum holst Du Dir nicht einfach mit 20% der monatlichen Anlagepower einfach den Invesco EQQQ oder den iShares-Nasdaq 100 UCITS USD Dist und schon bist Du zumindest mental sorgenfrei in dem Megatrend drin und brauchst Dich nicht um die neuesten und ständigen Veränderungen zu informieren, Das machen dann die Fondsmanager für Dich und Du bist einfach dabei. Tech ist einfach zu groß und zu wichtig, um es links liegenzulassen.
    Beim Kaufen einfach Mut und Zeit vergehen lassen.
    (glaube ich)
    Grüsse

  6. @Thomas,

    Danke, ja ein ETF auf den Tech Sektor könnte sinnvoll sein. Für mich als Dividendeninvestor aber nicht ganz einfach, den sinnvoll bei mir einzubinden. Ich sollte es mir aber in jedem Fall mal gut überlegen.

    Dann / Vorweg: Ich möchte hier definitiv nicht insistieren/nerven. Rein interessenhalber, auch allein weil das Thema als solches interessant ist: Bloomberg hat heute mit einem Artikel das Thema Frankreich in Bezug auf Banken, High Way Operators und Transport/Infrastructure verbunden mit dem politischen Risiko-Exposure aufgegriffen. Vinci und Eiffage erfahren hier besonders Erwähnung.

    https://www.bloomberg.com/news/articles/2024-06-23/a-stock-trader-s-guide-to-navigating-the-french-election-turmoil?srnd=homepage-europe

    Falls hinter der Paywall, nur einige wenige Key Facts: Umsatzanteil Vinci Frankreich 42,5 %. Es wird gesagt, auch wenn nicht die Renationalisierung kommt, dass staatlicher Druck bestehen könnte, auf die Ticket Preise Caps einzuführen. In Bezug auf das Baugeschäft allgemein werden die Sorgen genannt, die ich hier schon mal ansprach (Stopp bei ESG/Erneuerungsthemen usw).

    Man muss natürlich auch zusätzlich sehen, dass wenn die Fiskaldisziplin Frankreichs schlechter wird, insgesamt die Refinanzierungssätze steigen, was für eine Baufirma schlecht ist. Insoweit ist Vinci dann auch mittelbar von negativen Kapitalmarktauswirkungen betroffen.

    Nochmal: Ich möchte das Investment nicht madig machen, rein für Informationszwecke für aufgeschlossene, emanzipierte Investoren unter uns…

  7. Hi Tobs
    Auch wenn in Deutschland mit der Autobahn Gmbh (ehemals IGA) des Bundes seit 2018 alles quasi staatlich ist, kommen sie doch insbesondere bei größeren Bauprojekten nicht um Inanspruchnahme privater Investoren herum. Dafür existieren sogenannte ÖPP`s oder PPP´s (öffentlich private Partnerschaften oder public private partnerships) die am Bau, Erhaltung und Betrieb mit idR 30 jähriger Konzession verbunden sind. Zur Zeit existieren in D etwa 10 solcher ÖPP´s im Autobahnbereich. Volumen hab ich jetzt keine Lust nachzusehen.
    In Frankreich haben ja nicht nur Vinci, sondern etwa 9 andere Privatunternehmen Konzessionen an Autobahnen
    die größeren sind Eiffage, Vinci und Albertis aber auch viele kleinere wie Albea, Alicorne, Alis, Atlandes usw.
    Wollen sie verstaatlichen, müssen sie nicht nur Vinci, sondern ALLE ausbezahlen. Ob sie das Geld in Zeiten knapper Kassen haben ist fraglich und sie werden auch weiterhin immer auf privates Kapital und Engagement angewiesen sein.
    Der Staat Frankreich hat die Autobahnen ja erst nach den Jahren 2002 ff privatisiert, weil das Land keine Kohle hatte.
    Sollten sie (RN) oder wer auch immer in F ihren Haushalt overstretchen, muß die EZB in gleichem Masse Geldmengenausweitung betreiben und das Spiel geht von vorne los.
    Will der französische Staat dann alle bisher private Mitarbeiter der Autobahnbetreiber in den Staatbetrieb übernehmen?
    Er nimmt dann zwar auch die Einnahmen(Maut), aber wenn er sie senkt, weil sie ihm politisch zu teuer sind, fährt der Staat den Betrieb sofort ins Defizit…
    Mir ist mein (noch) kleines Engagement in Vinci den Spaß wert und werde hier weiter meine ganz persönliche private investor education betreiben… so wie von Tobs gefordert …
    Bau und ESG sind ein anderes weites Feld, auf das ich hier jetzt nicht weiter eingehen möchte.

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