Das Risiko wird weniger, die eingeloggte Dividende bleibt

4.7
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Ich will den Tag nicht vor dem Abend loben. Aber ich habe das Gefühl, dass bei dieser Aktie nun wirklich Licht am Ende des Tunnels zu sehen ist. Und nein, es ist kein entgegenkommender Zug!

Seit mehr als sechs Jahren begleitet mich der REIT inzwischen in meinem Dividendendepot und beschert mir seitdem Quartal für Quartal hohe Ausschüttungen. Oft habe ich gezittert, aber es ist zu keiner einzigen Kürzung und auch zu keinem Ausfall gekommen.

Und am Jahresanfang – als der Markt besonders große Angst hatte – habe ich mein Engagement noch einmal deutlich erhöht.

Nach den jüngsten Quartalsergebnissen scheint es nun tatsächlich so zu sein, dass sich dieser Mut ausgezahlt hat. Denn das Management sieht sich jetzt schon veranlasst, ein wenig auf die Euphoriebremse zu treten.

Wie das sein kann, warum alles so schnell ging und ob jetzt wirklich die Risiken im Griff sind, erfährst Du in diesem Beitrag.

Der Titel mit der höchsten Dividendenrendite in meinem Depot ist weiterhin Omega Healthcare Investors (OHI). Bei meinem Nachkauf im Januar hatte ich mir zuletzt sogar die 10%-Marke eingelockt. Das war vor allem ein Zeichen für ein hohes Risiko. Den in Seniorenimmobilien investierenden REIT habe ich hier vorgestellt. Die Chartentwicklung der letzten 10 Jahren zeigt das Auf und Ab des Kurses deutlich – ein entspanntes Engagement sieht anders aus:

10-Jahres-Chart Omega Healthcare Investors in US-Dollar

Dividendenzahlung

Omega Healthcare Investors zahlt erneut eine Quartalsdividende von 0,67 US$. Für die 300 Aktien in meinem Dividendendepot ergibt das eine Brutto-Dividende von 201 US$. Sie wurde von der Consorsbank zum Kurs von 1,0902 in Euro umgerechnet. Beim Smartbroker erhielt ich einen Umrechnungskurs von 1,10447.

Nach Abzug der Steuern verbleibt in der Addition eine Netto-Dividende von 145,56 €. Sie wurde von beiden Brokern mit Wertstellung 15.08.2023 überwiesen.

Dividendengutschrift Omega Healthcare Investors im August 2023 Consorsbank
Dividendenabrechnung der Consorsbank
Dividendengutschrift Omega Healthcare Investors im August 2023 Smartbroker
Dividendenabrechnung vom Smartbroker

Bei der Berechnung einer Dividendenrendite von Omega Healthcare Investors bin ich immer etwas vorsichtiger als bei anderen Titeln. Einfach weil es ein riskantes Investment ist und niemand mit Gewissheit sagen kann, ob die Quartalsdividende tatsächlich auch in den nächsten vier Quartalen in dieser Höhe bezahlt werden wird. Unterstelle ich das jedoch, dann beträgt die Jahresdividende 2,68 US$. Bei einem Aktienkurs von 30,59 US$ ergibt sich daraus eine Dividendenrendite von 8,8%. Wie gesagt: es gibt dafür keine Garantie!

Perspektiven

Mit dieser Quartalsdividende habe ich weitere 1,8% Netto-Dividende auf meinen Einstandspreis erhalten. Und damit beim Rückfluss das erste Viertel geschafft – 26,0% meines Kaufpreises habe ich bereits durch Netto-Dividenden zurückerhalten. Jede Quartalsdividende reduziert mein Risiko weiter und baut mir einen Puffer für mögliche Kursrückgänge auf.

Aktuell ist aber eher wieder die Zeit für Kurszuwächse. Denn die Zahlen für das 2. Quartal 2023 waren erfreulich.

Im 4. Quartal 2022 hatte OHI ja noch einen Verlust von 0,13 US$ je Aktie beim Nareit FFO (Funds From Operations) gemeldet. Das war der Grund, warum der Kurs so stark unter Druck kam, dass die Dividendenrendite zweistellig wurde.

Nun wurden – wie schon im 1. Quartal 2023 – erneut positive Zahlen gemeldet: 0,63 US$ waren es jetzt. „Adjusted“ sogar 0,74 US$. Und auch die Funds for Distribution lagen mit 0,70 US$ je Aktie endlich wieder über der Dividendenausschüttung. Das ist wirklich beruhigend, da es jetzt so aussieht, als könnte die hohe Dividende auch wieder verdient werden und nicht nur durch wachsende Schulden aufrecht erhalten bleiben.

Damit hat das Quartalsergebnis die eigenen Erwartungen des Managements übertroffen. Es hatte zwar mit einer Verbesserung der Mieteinnahmen gerechnet, aber dass sie so stark ausfallen würde, überraschte dann doch. Offenbar konnten einige Mieter, die auf Barzahlungsbasis umgestellt waren, unerwartete zusätzliche Mietzahlungen leisten und damit ihre Mietrückstände reduzieren.

Deshalb warnt das Management auch davor, für das 3. Quartal ebenfalls solche Zahlen zu erwarten. Denn Mietnachzahlungen sind nicht kalkulierbar und deshalb auch nicht Bestandteil der Prognose. Aber gleichzeitig teilt das Management mit, dass das 2. Quartal einen Einblick in das Ertragspotenzial von OHI gibt, wenn alle Umstrukturierungen bei den Mietern abgeschlossen sind.

Das operative Umfeld verbessert sich weiter, da die Auslastung steigt und sich die angespannte Lage auf dem Arbeitsmarkt langsam entspannt. Damit hat OHI aktuell den positivsten Stand seit drei Jahren zu verzeichnen.

Klar ist aber auch, dass die Branche weiterhin anfällig ist und ein Engagement in OHI mit hohen Risiken verbunden ist. Denn sonst hätte die Dividendenrendite keine 8 vor dem Komma, sondern eher eine 5. Dessen musst Du Dir einfach bewusst sein, wenn Du OHI hältst oder über einen Kauf nachdenkst.

Ich bin jedoch weiterhin der Meinung, dass hier die Risiken wenigstens auch ein ordentliches Preisschild haben. Für mich kommt ein Nachkauf allerdings nicht mehr in Frage, da ich mit 300 Aktien bereits mehr als ausreichend investiert bin. Hätte es die Chance zu Jahresbeginn mit zweistelliger Dividendenrendite allerdings nicht gegeben, dann würde ich am jetzigen Punkt vermutlich über eine Aufstockung nachdenken. Denn klar ist auch, dass mit jeder weiteren Erholung die Risiken sinken und sich voraussichtlich der Aktienkurs auch weiter erholen wird.

Für mich ist OHI weiterhin ein Investment in den Megatrend der besseren Gesundheit der Bevölkerung, die zu einem längeren Leben führt und entsprechend auch altersgerechtes Wohnen erfordert.

Vor drei Monaten hatte ich meinen Beitrag über die letzte Quartalsdividende damit abgeschlossen, dass ich die konkrete Hoffnung hätte, dass der Aktienkurs bei diesem Beitrag nun „endlich wieder im 30+ Bereich“ wäre. Das war nun fulminant eingetreten, wobei die Aktie in den letzten Tagen wieder auf die 30 US$-Marke zurückgefallen ist.

Da ich zurückhaltend bin, wäre ich mit einer Stabilisierung des erreichten Niveaus bis zum Jahresende schon zufrieden. Denn dann würde sich ein Total Return von mehr als 20% in 2023 ergeben und das hätte ich mir am Jahresanfang tatsächlich nicht vorstellen können.

Auf einen Blick:

Unternehmen:Omega Healthcare Investors, Inc.
ISIN:US6819361006
Im Divantis-Depot seit:19.05.2017
Letzter Nachkauf am:10.01.2023
Stückzahl im Divantis-Depot:300
Durchschnittskaufkurs inkl. Gebühren:26,61 €
Gesamtkaufpreis:7.984,35 €
Bisher erhaltene Netto-Dividenden:2.447,75 €
Aktuelle Strategie:Halten und Dividende kassieren

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30 Gedanken zu „Das Risiko wird weniger, die eingeloggte Dividende bleibt“

  1. Hi Ben,
    ich erinnere mich, dass wir beide damals am selben Tag, zur selben Stunde, bei einer DivRendite von 10% gekauft hatten. ( Ich hab kurz danach noch weiter aufgestockt)

    Dass die Div in Q1/23 nicht aus den FFO bezahlt werden koennte, das hat OHI ja damals prognostiziert. Ebenfalls prognostiziert hat OHI, dass im Q2/23 der FFO wieder so stark ansteigen wird, dass die Div-Ausschuettungsquote wieder ausgeglichen ist. Beide Prognosen wurden eingehalten !

    Was ist eigentlich aus dem DollarVergleich deiner 10 Realty Income Positionen bei verschiedenen Brokern geworden ?

    Gruss

    1. Momentan werden 19.2 mio OHI Aktien geshortet. ( Anstieg von 2 mio im Vergleich zum Vormonat). Das sind etwa 8% aller ausstehenden Aktien.

      1. Hi Manfred, Zitat „Das sind etwa 8% aller ausstehenden Aktien.“
        das ist noch gar nichts, bei MPW sind es 21,84% und SL Green Realty Corp, die ja auch als beliebte Monatszahler durch viele Forendepots geistern, etwa 24,5% Float Short.
        Und so sehen die Charts hier auch aus. Bei MPW und SL Green Realty ist man nach 5 Jahren bei etwa 40% Rest vom Ursprungswert angekommen. Bei OHI hat man immerhin nach 5 Jahren noch etwa 100% Kurswert.
        Btw beim Float Short negativ auffällig ist gerade als Branche, wenn man mal flüchtig über die Map guckt, das auch in der Biotechnologiebranche (global) viel geshortet wird und in der Solarbranche (global) ist auch viel rot (short) zu sehen. Was mich aber freut im Gegenzug, das alle anderen Branchen hier eigentlich auf die Schnelle bis auf die üblichen Einzeltitel unauffällig sind.
        Hatte hier bei den Reits mal LTC Properties, aber mich davon getrennt.
        Schönen Sonntag noch allen Lesern hier.

    2. Hallo Manfred,

      der Dollar-Vergleich läuft monatlich. In der vollen Wertung (16 verschiedene Depots) seit Juli und damit bisher zweimal. Für eine Veröffentlichung ist es noch zu früh, ich plane im Oktober den Zwischenstand nach einem Quartal auszuwerten.

      Viele Grüße Ben

  2. Die Dividende würde mir auch gefallen, das Risiko aber nicht. Aber das ist der Lohn der Angst. Wenn es gut geht und selbst wenn der Kurs in etwa gleich bleibt wäre das i.O. Auch wenn es außer Dividende und Risiko hier nichts zu holen gibt, aber die Dividendenrendite stimmt solange das gut geht. Dividende ist aber nicht alles und deshalb bleibe ich hier trotzdem am Seitenrand oder bei meinen Tabakaktien.Die Dividendenrendite und das Risiko ist das Gleiche. Nur halte ich meine Tabakaktien schon 20 Jahre bzw. Philip Morris seit 2009 und bin überall fett im Plus.Da erträgt sich das Risiko leichter, als jetzt nochmals mit so einem Kamikazewert bei 0 zu starten.

    1. Hallo Star,

      Stichworte wie Risiko, Kamikazewert, klingen erst mal angstmachend. 8% alleine heisst nich lange nicht „Risiko “ ! Mr Market koennte ja einfach mal wieder betrunken sein. Man muss immer unterscheiden zwischen Risiko u Unsicherheit. Risiko ist eine eigenschafft der Bilanzen u Geschaeftstrategien,/ Geschaeftsmodels, Unsicherheit dagegen ist eine Eigenschschaft des Marktes/ Mr Market.

      Hast du dir denn das Risiko mal angeschaut ? Ich hatte noch keine Zeit dazu, werde dies aber in den naechsten tagen mal nachholen. Dazu musst du dir einen Ueberblick ueber die Finanzen der Firma machen : Cash, Workingkapial, langfristige Schulden, Faelligkeit dieser Rueckzahlungen, Umsatz, FfoMarge, Net Value, etc, etc, etc. Erst wenn hier ein ernsthafter irreparabler Wurm drin ist, kann man von einem „KamikazeWert “ reden, nicht aber bei marktunsicherheiten.

      Ich hab mir diese foundamentals mal vor einem halben Jahr angeschaut , hab aber die einzelheiten wieder vergessen. Ein finanzielles desaster ist mir jedenfalls nicht aufgefallen, wenn ich mich recht erinnere, stand der Firma jede menge cash bzw cashbesorgungen zur Verfuegung jedenfalls genug, um die Anleihefaelligkeiten der naechsten paar Jahre zu bewaeltigen. Auch die Tendenz stimmt : vor anderthalb Jahren war die Vermietungsrate noch bei 74%, in Q1/23 waren es schon 80%, Q2/23 weiss ich nicht. Zahlungsfaehigkeit der mieter (EBITDAR) kann man alles in der neuesten konferenz call nachlesen. Ein Kamikaze Wert ist das jedenfalls nicht !

      Marktunsicherheit ? Ich finde, im vergleich zur allgemeinen REIT Situation hat sich OHI eigentlich ganz gut geschlagen, selbst das Flagschiff Realty ist stark unter die Raeder gekommen. REITs allgemein sind momentan halt nicht so sexy. Kaufgelegenheit und dann Geduld haben. Kaeufe haben hier momentan eine gute Margin of Safety. Kurse koennten aber bis Oktober allgemein noch weiter fallen

    2. Hallo star,
      weiss nicht, ob bei Dir außer Philip Morris Intl. noch andere Tabakaktien da sind.
      Wenn nicht, dann ist (war) PM untrüglich die beste aller Tabakaktien.
      Wenn man sich dann die Hüllkurve als Summe aller Tabakaktien aber mal zusammenzieht, dann zeigt der Trend eigentlich klar nach unten.
      Während die meisten großen (ex Tabak) Aktien ihre Coronadelle längst wett wieder gemacht haben,
      hat PM sein ATH von kurz nach 2017 nie wieder erreicht, auch Altria nicht, von den anderen brauchen wir gar nicht zu reden.
      Mit allen anderen relevanten Tabakaktien verliert man schon Geld.
      Zu Corona gab es (klar gestörte Verhältnisse) noch mal einen kurzen Anstieg im Konsumverhalten Rauchen, aber auch schon wieder vorbei.
      Wenn man sich Statistiken zur Entwicklung zum Verbrauchsverhalten Rauchen ansieht, dann sieht man bei der Jugend immer weniger Raucher und die treuesten langjährigen Tabakkunden haben eben dummerweise auch eine kürzere Lebenserwartung als die Benchmark.
      Man versucht Tabakersatzprodukte zu etablieren, aber der Kuchen wird immer kleiner…
      Also was will ich sagen.
      Wer schon lange dabei ist und dick im Plus, den stört es nicht und man holt sich nur die Dividende ab.
      Neu investieren würde ich in diese Branche keinen Cent mehr, da es hier mit viel Glück maximal seitwärts, wahrscheinlicher aber eher
      abwärts geht.
      vg

      1. Hallo Thomas,

        mit Deiner Befundung würde ich nur insoweit übereinstimmen, wie sie sich auf die herausragende Qualität von PM bezieht. PM genießt den Vorteil stark international aktiv zu sein (Stichwort „Zigaretten“ – dazu weiter unten) und natürlich das sie führend bei den NGP sind (Stichwort: „Technologietreue“ – dazu auch weiter unten). Meines Erachtens kommt von der reinen Qualität direkt nach PM die BAT, allerdings wiederum in Bezug auf „Preisleistungsverhältnis“ ist BAT für mich klar die Nummer 1.

        Deine Beobachtung in Bezug auf die sinkende Nachfrage oder vielleicht auch Signifikanz dieser dürfte vermutlich einer kognitiven Verzerrung geschuldet sein.

        Zum Zigarettenmarkt: Der schrumpft zwar weltweit insgesamt netto, allerdings haben die Schrumpfraten in den entwickelten Industriestaaten nachgelassen und die Wachstumsraten in den Entwicklungsländern sind wieder deutlicher angestiegen. Netto sinkt also der Zigaretten-Absatz zwar immer noch, allerdings ist das Margenpotential in den Schwellenländern wegen der Preispolitik der Hersteller ungleich groß. Hier lautet das Stichwort „Affordability“, was bedeutet das Verkaufspreise pro Packung prozentual angepasst werden an das durchschnittliche Nettohaushaltseinkommen in einer spezifischen (Verkaufs-) Region. In diesen Regionen mit steigenden Nettohaushaltseinkommen wachsen die Konsumenten einerseits und deren Einkommen und damit die Margen der Hersteller andererseits. Unter dem Strich kann damit Marge und Gewinn mindestens aufrechterhalten werden.

        Zu den NGP: Es gibt ja verschiedene Sorten von Produkten, gemein ist ihnen, dass die Marge vergleichbar (und teilweise wie ich gelesen habe sogar höher) ist der von Zigaretten. Dazu kommt, dass die Nutzer einer Technik (Vaping, Heating, Oral und was auch immer das für ekelige Sachen sein mögen) eher an dieser Technik „kleben“ als an einer ganz bestimmten Zigarettenmarke. Wer also mit dem Dingsbums von PM viped oder wie das heißt, will eher daran festhalten als etwa mal von Lucky Strike auf ne Marlboro-Fluppe zu wechseln. Wenn Du nun berücksichtigt, dass ex China (denn dort wird über das staatliche Monopol verkauf) vom legalen Zigarettenumsatz weltweit die ersten fünfgrößten Hersteller nahezu 80 Prozent des Tabak Geschäfts abdecken, kannst Du Dir vorstellen, dass sie auch gut an die NGP – Nutzer von morgen drankommen. PM hat hier einen riesigen Vorteil, weil sie schon so hohe Marktanteile gewonnen haben und wie vorbeschrieben, die Nutzer eher treu sind, also weniger gut zu einen Wechsel zu bewegen sind. Das ist der Wermutstropfen von BAT, die zwar auch schon weit in Sachen NGP sind, aber nicht so weit wie PM (und sie verlieren außerdem leider gerade Anteile am Zigarettengeschäft in den USA).

        Vergiss nicht: Tabak wird schon seit Jahrhunderten konsumiert, nur die Darreichungsformen varieren. Man kann also das Zeugs nicht nur rauchen, sondern auch schnupfen oder eben verdampfen.

        1. Hallo Tobs,
          stimmt alles was Du schreibst,
          aber wenn ich mir die Dynamiken der Chart-Hüllkurven der Branchenführer im Sektor z.Bsp. Healthcare, Semiconductors, Technology, Consumer Defensives, Industrials ansehe und mit dem Branchenführer PM bei Tabak vergleiche,
          werde ich Wachstum nicht mehr bei Tabak suchen.
          Ich muss auch versuchen, gegen die Inflation nicht zu verlieren, so gut es mir möglich ist.
          Wie gesagt, keine Empfehlung und es macht sowieso jeder, was er/sie für richtig hält.

          1. Ich weiß nicht genau, was eine Hüllkurve hier bedeutet (originär kommt der Begriff wohl aus der Akustik), aber ich vermute einfach mal, letztlich meinst Du damit die eher häßlicheren Langfrist-Charts der Tabakfirmen? Ich würde es mal so sagen: Der Aktienkurs selbst ist nicht die Investment-ratio, sondern allenfalls der Reflex daraus.

            Wir alle wissen doch, dass man Kapitalgewinn erzielen kann durch Multiples-Ausweitung, EPS-Wachstum oder steigende Rückflüsse. Multiples-Ausweitung lief die letzten Jahre nun nicht unbedingt gut für die Tabakfirmen, da ist Dir recht zu geben. Aber EPS-Wachstum und steigende Rückflüsse sind anständig. BAT z.B. hat die letzten 10 Jahre >5 Prozent Dividendenwachstum CAGR vorzuweisen gehabt (PM >4 Prozent). Wenn Du die Inflation der letzten 10 Jahre dagegen legst, schneidest Du recht gut ab. Der Inflationspeak und ungeachtet dessen Realrenditen zu erzielen ist die letzten drei Jahre für alle Unternehmen Titel im breiten Markt eine Challenge, da würde ich die Tabak-Riesen wie PM und BAT vorneweg gar nicht mal schlecht dastehen sehen (also hier diesen Zeitraum isoliert gegen die Inflation zu vergleichen, schiene mir verkürzt und würde vermutlich die meisten anderen Titel außer NVIDIA und andere wenige Rockets schlecht aussehen). Plus bei den gegenwärtig so niedrigen Multiples hast Du gerade wegen des weiterhin bestehenden EPS-Wachstums wiederum gute Chancen, hier eine Multiples-Wachstum erleben zu dürfen. Das sind eigentlich sogar gute Voraussetzungen, wie ich finde, jedenfalls wenn man langfristig investiert und nicht auf den Aktienkurs des übernächsten Quartals schielt.

            1. Hi Tobs, was nützen mir denn die tollsten Dividenden, wenn wie bei BAT z.Bsp. nach den letzten 5 Jahren aus ursprünglich 5k noch 3k geworden sind?
              oder Beispiel Japan Tobacco , hier wären noch etwas über 4k übrig.
              oder Beispiel Universal Corp , dito
              oder Beispiel Altria dito,
              das ist einfach unter dem Strich Kapitalverlust
              PM geht noch, aber ich sehe kein Wachstum mehr sry.

              1. @Thomas
                Sie dir mal die Langfristcharts inkl. groß total Return an (div.reinvestment)
                Kapitalverlust ist was anderes.

              2. Es ist eine Frage des Investment-Stils und der Anlageziele. Was nützt es Dir, wenn umgekehrt aus den 5k dann 7k geworden wären? Davon hättest Du zunächst doch auch nicht viel?

  3. Wow. Da habe ich jetzt aber eine Diskussion bei Tabakaktien losgetreten. Eigentlich ging es ja um OHC. Aber wenn hier schon eine so rege Diskussion bezügl. Tabakaktien ist, muss ich auch nochmals meinen Senf dazugeben. Die Charts sehen tatsächlich kurzfristig betrachtet nicht so toll aus.
    Wenn ich eine Altria langfristig betrachte, sieht die Welt schon wieder ganz anders aus. Und im den Langfristchart gab es immer wieder Durststrecken über mehrere Jahre. Rückwirkend betrachtet waren das immer Kaufgelegenheiten. Auch BAT hatte schon mehrere Abstürze. Im Jahr 1999/2000 hatte BAT 56% Kursverlust. Und trotzdem hätte man wenn man vor dem Absturz gekauft hätte, also zum damals ungünstigsten Kurs, bis heute ein Plus von etwa 230% ohne Dividenden. Und schon damals war es die gleiche Diskussion wie heute. Tabakaktien sind tote Pferde welche man versucht zu reiten usw.

    Und auch bei PM ist der übergeordnete Langfristtrend positiv wie auch bei BAT und Altria.

    Fakt ist, wenn man sich den Umsatz von PMI + Altria die letzten 13 Jahre anschaut, Wachstum sieht anders aus.

    Und richtig ist, dass man die letzten Jahre bei beiden Aktien außer Dividende nichts gewinnen konnte. Und richtig ist, dass in den letzten Jahren aus 5k vielleicht 3k geworden ist. Und richtig ist auch, dass es nichts nützt, wenn aus 5k 7k geworden ist und man nicht verkauft. Letztendlich ist es ja entscheidend , ob und wann ich verkaufe.

    Und selbst bei einer Novo Nordisk hätte man die letzten Jahre mehrfach Verluste von 50% realisieren können. Ungünstiges Kauf- und Verkaufsdatum vorausgestzt. Nur die Durststrecke war nicht so lang.

    Die Daten zum Rauchen auf der Erde sind in einer Datenbank zusammengefasst: Demnach rauchen weltweit 34,63 Prozent aller Männer und 6,45 Prozent aller Frauen.
    Für die Länder der OECD gibt es gesonderte Daten: Die OECD weist in ihrer Studie „Health at a Glance 2017“ für fast alle untersuchten 44 Länder einen sinkenden Anteil täglich Rauchender aus. Trotzdem ist demnach der Anteil täglich rauchender Menschen in den OECD-Ländern noch 18 Prozent. Die höchsten Rauch-Raten haben Griechenland, Ungarn und Türkei.

    Die weltweite Entwicklung zeigt, dass der Konsum von Tabak und Nikotin in westlichen Industrieländern abnimmt. Im Gegenzug dazu nimmt er in Schwellenländern und Entwicklungsländern zu.

    Weltweit rauchen rund 1,1 Milliarden Menschen Tabakprodukte und 41 Millionen E-Zigaretten

    Abgerechnet wird zum Schluß. Ob man jetzt aus moralischen Gründen Tabakaktien haben muss, ist natürlich ein ganz anderes Thema. Auch wenn Neuseeland rauchfrei wird, wird auf der Erde schon seit Jahrhunderten geraucht und ich habe meine Zweifel, dass ich es noch erlebe, dass weltweit nicht mehr geraucht wird. Und wer weiß, vielleicht fällt vorher die Dividende von OHI aus oder wird gekürzt, aber es wird immer noch geraucht. Warten wir es ab.

    1. Du fasst es schön zusammen.

      Für meinen Teil ging es mir auch weniger um Defense für den BC Tabak (ich habe nur eine Position BAT aufgebaut und das langt mir schon als Exposure – ich finde hier halt nur Preisleistungsverhältnis sehr verlockend) als um die Präzision von Argumenten versus kognitiver Verzerrungen oder breit eingestreuter, aber nicht ausreichend kontextualisierter Beobachtungen.

      Ich verstehe auch durchaus, das für einige Anleger das Kurswachstum wichtig ist. Peter P hat hier zum Beispiel ja seine Absichten auch mal erläutert, der für Maßnahmen am Haus Kursgewinnrealisierungen verwendet. Und ganz klar ist natürlich auch, das man sich mit steigenden Kursen definitiv wohler fühlt als mit fallenden Kursen. :-)

      Jeder mag hier vorgehen gemäß seiner Strategie. Ich persönlich betrachte das Kapital in meinem Depot als nicht vorhanden, will also sagen, ich schiele nicht darauf. Das ist natürlich mein persönliches Vergnügen und mir ist klar, viele andere sehen das für sich anders.

      Ganz grundsätzlich ist deswegen eben meine persönliche Meinung/Philosophie: Bei grundsoliden, „langweiligen“ Titeln, deren EBIT, EPS und auch vielleicht idealerweise Ausschüttung kontinuierlich ansteigt, ergibt es eher – es sei denn man benötigt das Kapital dringend und will jederzeit realisieren können (aber hey: warum ist man dann überhaupt an der Börse?) – wenig Sinn, ständig auszutauschen, nur weil der Kurs mal einige Zeit/Jahre durchhängt. Ja, die Wiese ist woanders immer grüner. Man findet die Unilever nicht mehr toll, weil man doch sieht, dass es eine Nestle viel besser macht das Markenportfolio anzupassen. Na ja, dass sich bei Nestle auch immer mal wieder Zeiträume von einigen Jährchen eingestellt hatten, in denen der Kurs sich absolut um 0,0% bewegt hat, wird dann vergessen. Oder auch nicht selten liest man gerade in jüngerer Zeit von P&G als die ewige Aktie; der hatten aber sehr lange einige Problemchen zu schaffen gemacht. Man ist also bei keiner Aktie davor gefeit. Teilweise verengt man sehr seinen Blick und läuft Gefahr, Trends hinter her zu hecheln. Und wie wahrscheinlich ist es denn, dass man den großen Durchmarsch erlebt, wenn man nicht mindestens für 1-2 Zyklen dabei bleibt? Will man immer zu den anderen Aktien mit den grüneren Wiesen opportunistisch wechseln, läuft man Gefahr wie ein Hampelmann zu agieren und nicht den sich langfristig einstellenden Erfolg einzuheimsen. Wer wegen mal 50 Prozent Kursverlust, der bei jedem grundsoliden Blue Chip locker drin ist, büxe geht, erlebt die großen Gewinne nicht. Insofern ein Chapeau an alle, die Tabakaktien seit Dekaden halten und sich dumm und dusselig daran verdienen!

      1. Hi Tobs,
        ich glaub, das Du schon viel richtig machen wirst,
        nur als Gedanke dazu:

        Peter P und andere schreiben öfter von Aktien, die sich alle 10 Jahre verdoppeln.

        Ich habe eine Weile gesucht, um gezielt danach screenen zu können und dabei das hier gefunden.
        Stichwort CAGR (Compound Annual Growth Rate)
        Companys, die hier nachweislich über mehrere Jahre eine positive CAGR haben,
        dürften sich auch im Kurs so entwickelt haben.
        Das habe ich gefunden
        https://www.macrotrends.net/stocks/stock-screener
        einfach im 3. Reiter oder Tab mit Namen „Performance“
        bei 3Y CAGR Min 10%
        bei 5Y CAGR Min 10%
        bei 10Y CAGR Min 10%
        einloggen
        und sich dann die Liste anschauen und oh Wunder:
        Ich schreib einfach mal (da das nach Marketcap absteigend sortiert ist) nur das Ergebnis der ersten Seite
        hier rein. Apple, Microsoft, Alphabet, Nvidia, Berkshire Hathaway (A + B), Tesla, Eli Lilly, United Health Group,
        Novo Nordisk, Broadcom, Oracle, Merck&Co, Abbvie, ASML Holding, PepsiCo, Costco, Accenture, McDonalds, Linde,
        das waren nur die Ergebnisse der ersten Seite. Die dürften uns auch alle als sehr gute Kursentwickler bekannt sein
        und die haben sich tatsächlich alle 10 Jahre mehr als verdoppelt.
        Da würde es mir doch völlig ausreichen aus dieser Liste 20 oder 30 zu halten.
        Sicher sind das alles reife Unternehmen, wo dann unweigerlich wieder die Frage nach der Wachstumsgrenze auftaucht,
        aber die schaffen es eben immer wieder, den Markt und die Indizes zu schlagen. Die haben die Unternehmens- DNA, die Produkte und die Markterschliessung dafür.
        Wenn hier mal 2 oder 3 kurz einknicken, machen es die anderen 17 oder 27 wieder wett.
        Und so bin ich wenigstens bei 11 von 20 aus der og Liste nennenswert (für meine Verhältnisse) drin.
        Alphabet, Tesla, Berkshire kommen nicht in Frage, weil keine Dividende.
        Und dann brauch ich nicht in der Tabakbranche zu suchen.
        Grüße

        1. Hallo Thomas, vielen Dank – sehr interessante Seite.

          Wir haben durchaus einen vergleichbaren Ansatz auf vielversprechende Compounder zu setzen.

          Problem ist eben Rückspiegel versus man ist mitten drin im Investitionszyklus, also modellartige Betrachtung versus reales Anlegerleben. Man könnte es auch neudeutsch mindeset oder skill-set nennen, was ich eigentlich meine.

          Aus dem 10 Jahreszeitraum greife ich dafür einfach mal die von Dir genannte Microsoft auf (andere Titel gingen auch): 2013 war der Kurs tiefer als 10 Jahre zuvor. Seinerzeit wurde die Aktie eher negativ gesehen. Diverse Initiativen funktionierten nicht gut. Es gab damals aus dem Tech Bereich schon genug anderen hot shit, der sich viel eher als Exposure auf dieses Segment aufgedrängt hätte. Gleichzeitig hatte Microsoft aber seinen Cash-Flow anständig verdient, also eine down side Protection lag immer vor.

          Niemand glaubte aber damals an die Aktie, dass sie sich nochmal so fulminant entwickeln würde. Software as Service Abo – Modelle hatte damals genauso wenig jemand auf dem Schirm wie Nadella und Cloud-Angebote. Das ist mein Punkt, bei dem ich nerve und insistiere: Es gibt bei jeder noch so erfolgreichen Aktie immer wieder lange Phasen, in denen Dir jedes vernünftig erscheinende Narrativ sagt, besser ist es nun zu verkaufen. Darum meine ich, dass man sich wie Odysseus besser an den Pfahl anbindet und den Klängen dieser Verkaufssirenen widersteht (solange das Boot grundsätzlich weitersegelt und nicht am Absaufen ist). Wie sonst willst Du sonst irgendwann mal im Rückspiegel sagen, ich habe den 10 Jahres CAGR von x% geschafft.

        2. Hallo Thomas,

          ich mag Macrotrends ebenfalls. Kaum irgendwo anders bekommt man so weit zurückreichende Daten zu so kleinem Preis (=0EUR). ;-)

          Ich möchte aber mal hinterfragen für was die Performance in dieser Auswertung steht:

          Zitat: „Ich habe eine Weile gesucht, um gezielt danach screenen zu können und dabei das hier gefunden.
          Stichwort CAGR (Compound Annual Growth Rate)
          Companys, die hier nachweislich über mehrere Jahre eine positive CAGR haben,
          dürften sich auch im Kurs so entwickelt haben.“

          Der CAGR ist doch letztlich die Kursperformance + Dividenden, oder verstehe ich das falsch? Das ist doch keine Umsatzentwicklung oder Gewinnentwicklung? Es könnte also sein, dass der Return hier nicht die fundamentale Entwicklung direkt abbildet, sondern durch gestiegene Kurs-xx-Verhältnisse aufgepeppt wird.

          Beispiel Pepsi: Da liegt zwar der Return über letzten 10 Jahre für den Investor bei >10% aber der Umsatz hat sich zum Beispiel nur um < 7% pro Jahr entwickelt (Quelle Aktienfinder) oder der bereinigte Gewinn um <8% pro Jahr. Während das KUV damals noch bei unter 1,8 lag sind wir heute schon fast bei 2,8. Heißt, die Wahrscheinlichkeit ist hier eher gering, dass ich wenn ich heute investiere wieder die gleichen Returns erwarten kann. Ganz im Gegenteil, ich muss ja befürchten, dass das Bewertungsniveau sich wieder der Vergangenheit anpasst und ich noch nicht einmal am durchschnittlichen Wachstum teilnehmen kann.

          Müsste man nicht vielmehr nach Unternehmen suchen die fundamental (Umsatz, Gewinn, FCF) diese Wachstumsraten aufweisen und für die man das auch in Zukunft erwarten kann? Oder Unternehmen die im Umsatz / Gewinn stabil auf niedrigeren Niveau wachsen (7-8%) aber dafür niedriger bewertet sind als in der Vergangenheit? Da wird es bestimmt Überschneidungen mit deiner Liste geben, aber manche würden vielleicht auch rausfallen.

          Beste Grüße,
          Chrischaan

          1. PS: Das Umsatzwachstum von fast 7% bei Pepsi ist pro Anteil. Nimmt man das absolute Wachstum her sind es sogar nur noch knapp 3,5%. Da auch die Aktienrückkäufe an Dynamik verloren haben, dürfte ein weiterer Rückenwind für den Kurs fehlen.

            Nicht falsch verstehen. Ich sehe Pepsi als sehr starkes Unternehmen, nur ist es für mich sehr fraglich, ob ich bei heutigem Einstieg die 10% pro Jahr Performance erhalten werde.

          2. @ Chrischaan
            „Müsste man nicht vielmehr nach Unternehmen suchen die fundamental (Umsatz, Gewinn, FCF) diese Wachstumsraten aufweisen … “

            Richtig !
            Eines der ersten Dinge, die ich mir anschaue, wenn ich eine Firma bewerte, ist die Dynamik des FCF. Ich berechne die prozentuale Entwicklung der letzten 5 Jahre vom FCF, und das dann heruntergebrochen pro jahr. Dieser wert sollte dann moeglichst ueber 10% liegen. Auf diese Weise bin ich auf LVMH (+50%) u Nongfu Spring (+60%) aufmerksam geworden.

            Diesen wert findet man halt nirgendwo in der Literatur/Netz. Muss man sich immer selber ausrechnen. Aber etwas entsprechendes fuer die DIVIDENDEN Entwicklung findet man beim Aktienfinder

            VG, Manfred

        3. Hallo Thomas,

          vor einigen Tagen habe ich geschrieben, ich werde in der US-Industrie investieren. Die Inflation in den US wird bis Ende 2023 weiter sinken und die Wirtschaft entwickelt sich positiv. Dies ist der Grund, hier zu investieren, in Deutschland werde ich keinen müden EURO investieren.

          Du hast recht, ich investiere in Aktien, bei denen sich der Kurs in 10 Jahren mehr als verdoppelt, es darf auch gerne deutlich mehr sein.

          Aktuell sind wir im Sektor Industrie mit knapp 8% vertreten, in Siemens, DHL und Vinci. Es soll die Zielvorgabe von 10% erreicht werden.

          Im Sektor US-Industrie habe ich 11 Titel unter Beobachtung, diese sind (in Klammern die Vervielfachung innerhalb von 10 Jahren, gerundet)

          Honeywell (3,0), Ingersoll Rand (3,0), Union Pacific (3,5), Eaton (4,0), Rockwell (4,0), Caterpillar (4,0), ITW (4,0), AMETEK (5,0), Parker Hanifin (5,0), John Deere (5,5), Cintas (12), die Werte beziehen sich auf EURO-Charts.

          Nach dem Ausschlussverfahren blieben 3 Titel übrig. Ich habe mich entschieden, alle 3 Titel zu gleichen Anteilen zu kaufen, der Sektor ist nun auf 10% gefüllt.

          Bei allen 3 Titeln gefällt mir das Geschäftsmodell, dies war in der Vergangenheit sehr gut und und meine, es wird zumindest mittelfristig so weiter laufen.

          Die 3 Titel sind ITW, AMETEK und Cintas. Schaut euch auch den Firmen-Internetseiten die Geschäftsmodelle. In einer boomenden Wirtschaft liefern diese die erforderlichen Waren und Dienstleistungen.

          Dies ist keine Anlageberatung, jeder sollte sein Gehirn selber einschalten.

          Thomas, wenn eine Aktie sich alle paar Jahre verdoppelt, ist es völlig egal, ob sie 0% oder 1% oder 2% Dividende zahlt, der Dividendeneinfluss ist marginal.

          Viele Grüße

          Peter

          1. Hallo Peter P,

            vielen Dank für die Aufführung der Industrials.

            Solche konsumnahen Geschäftsmodelle wie Cintas gefallen mir immer besonders. Aber puh…Erwartetes KGV >35 für erwartetes Umsatzwachstum von 7,5% ist schon kantig. Hier hat gerade in den letzten Jahren nochmal eine ganz schöne Multiples-Ausdehnung stattgefunden.

            Was auch schnell wächst, eher aus dem Mid-Cap Bereich: Halma, Spirax-Sarco, Croda International und Diploma. Außer Diploma habe ich da auch kleinere Positionen; bislang fehlte mir für ein entschiedenes Aufstocken wegen der hohen KGV die Courage, wobei sie sich endlich mal deutlich verbilligt haben.

          2. Hallo Zusammen,

            der Industriesektor ist sehr interessant. Gar nicht nur aus Investorsicht sondern auch der vielen unterschiedlichen Geschäftsmodelle wegen: Cintas wächst wirklich gut mit Verleih von Dienstbekleidung und -uniformen. Oder Rollins mit Schädlingsbekämpfung. Fastenal stellt Selbstbedienungsautomaten für Consumables im Industriebereich auf oder Automated Data Processing macht für alle die Gehaltsabrechnungen. Oder eben die Klassiker wie ITW. Auch die Eisenbahnen sind nicht zu verachten…

            Ich finde gerade die Schweden von Assa Abloy interessant und habe da zuletzt aufgestockt. Im Geschäft mit Schließlösungen aller Art, aber auch biometrischen Scannen usw. scheinen sie gut positioniert und haben ein schon längerfristiges 2-stelliges Umsatzwachstum. Der Markt dürfte auch in Zukunft weiter steigen. Die Margen sehen auch nicht schlecht aus. Und mit einem ber. KGV von knapp 19 sind sie auch nicht zu hoch bewertet. Außerdem haben sie eine gute Divdendenhistorie (wenn da nicht das Quellensteuerproblem wäre).

            Nicht im Industrie- aber im Materialbereich ist zum Beispiel mit Hexpol eine weitere schwedische Firma interessant. Die hatten seit 2013 ein Umsatzwachstum von durchschnittlich 13% p.a. aber sind seit 2015 eher seitwärts gelaufen (seit 2013 wäre auch der Return für den Investor bei 11% gelegen). Das gefällt mir gut, da bei gutem Umsatzwachstum und gleichzeitiger Stagnation die Bewertung ja immer besser wird.

            Damals bei der Recherche zu Tomra Systems bin ich über die verschiedensten skandinavischen Investmentesellschaften gestolpert. Und die haben einige Perlen in den Portfolios.

            Meine Investments im US-Industriemarkt hatte ich ja schon oben erwähnt. Ich glaube auch, dass sich das zumindest die kommenden Jahre gut entwickeln wird. Immerhin sind sich Repuplikaner und Demokraten einig mehr im Land zu fertigen und Abstand von China zu nehmen. Das lassen sie sich auch einiges Kosten. Da dürfte auch die nächste Wahl nichts dran ändern.

            Beste Grüße,
            Chrischaan

  4. Hi Thomas, ja diese Kursverdoppelungsaktien innerhalb 10 Jahre habe ich bis auf Costco, Berkshire, Nvidia und Eli Lilly auch alle im Depot. Nvidia habe ich bei der Corona Pandemie rausgeworfen und eine Eli Lilly deutlich früher. War beides ein Fehler.Und trotzdem habe ich auch Tabakaktien. Man vergisst nämlich eines, weder die Kursperformance noch die Dividendenrendite ist entscheidend, sondern einzig und allein die Gesamtrendite. Also bestehend aus ausbezahlter Dividende und Kursperformance. Und plötzlich kann so manche Aktie, welche doch überhaupt keine gute Kursperformance hatte, plötzlich als Kursverdoppler mithalten. Und wenn man sich z.B. eine Philip Morris anschaut, die stand am 29.08.2013 bei US$ EUR 83,88. Seitdem wurden US$ 44,43 an Dividenden ausbezahlt. Heute steht der Kurs bei US$ 96,45 + Dividende US$ 44,43 = US$ 140,88. Zugegeben sind keine 100% sondern nur 68% innerhalb 10 Jahren aber das ist deutlich mehr als man auf den ersten Blick vermuten könnte. Ja und die Kursperformance war wirklich schlecht in diesr Zeit. Klar bei einer Microsoft und Novo Nordisk, Linde, Appel, Accenture, Abbott Laboratories, AbbVie, Adesso, Bechtle, Ametek, Amazon oder Broadcom in meinem Depot, kommt eine Philip Morris nicht dran.

    Das Problem ist nur, wer hat mir vor 10 Jahren gesagt, dass vorgenannte Aktien eine solche Performance haben werden und eine Philip Morris nicht, da hätte ich sonst mein gesamtes Geld nur in diese Werte investiert. Alles Aktien mit mehr als deutlich 100% in den letzten 10 Jahren. Tabakaktien hin oder her, deshalb bin ich der Meinung die Mischung mach es. Keiner weiß wie es kommen wird.

    Aber vom Grundsatz entspricht das weitgehend meinem Investmentansatz. Nur in Aktien zu investieren, welche tatsächlich die letzten Jahrzehnte der Kurs von links unten nach rechts oben geht, da ich der Meinung bin, dass diese Firmen in der Vergangenheit wohl nicht alles falsch gemacht haben und habe Hoffnung, dass dies auch für die Zukunft gilt. Aber selbst für Tabakaktien trifft das zu, wenn man wirklich den sehr langfristigen übergeordneten Langfristchart betrachtet. Nur deutlich langsamer.

    Dieser Ansatz ist auf jeden Fall deutlich effektiver als z.B Aktien kaufen, welche seit Jahren eine schlechte Performance haben und auf eine Trendumkehr zu warten.Ich weiß zwar nicht welche Aktien in der Zukunft steigen, aber bei manchen Aktien bin ich mir fast sicher, dass es nichts wird oder besser ist die Hände wegzulassen. Sorry Ben, es würde mich überraschen wenn das was wird mit Touax. Der Kurs geht seit 2007 unter Schwankungen auch nur in eine Richtung und das ist Richtung Süden. Mag sein, das Touax aufgrund irgendwelcher Ereignise zum Superperformer mutiert, schade dann wäre ich nicht dabei. Warum soll die Aktie einer Firma welche seit 16 Jahren unter Schwankungen fällt, ausgerechnet jetzt wieder steigen? Irgendetwas liegt da vermutlich im Argen. Die Wahrscheinlichkeit dass solche Aktien ihren Trend fortsetzen ist genauso groß, als dass Aktien wie Linde, Novo Nordisk usw. ebenfalls unter Schwankungen ihren Trend fortsetzen werden. Eben nur in die andere Richtung.

    Grundsätzlich bin ich auch der Meinung von Tobs, dass man gewisse Schwankungen über 1-2 Perioden aushalten muss, vorausgestzt nur der Aktienkurs gibt nach, die Unternehmensergebnisse passen aber einigermaßen noch und es ist kein grundsätzlicher Wandel feststellbar. Und die Tabakaktien werden schon lange totgesagt, der Kurs stagniert, die Ergebnisse sind unter dem Strich aber einigermaßen stabil. Solange halte ich das aus. Die meisten Anleger sind ohnehin zu kurzfristig orientiert. 2 Jahre sind langfristig. Das wird nichts.

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