Die Aktie gehört zu den absoluten Top-Titeln meines Depots. Die Performance der letzten Jahre war weit überdurchschnittlich und der Aktienkurs kannte kein Halten mehr.
Doch – wie so oft – ist nun ein wenig Ernüchterung eingekehrt. Die Geschäftsergebnisse sind zwar immer noch außerordentlich gut. Aber es fehlen die positiven Überraschungen. Was auf dem aktuellen hohen Niveau auch kein Wunder ist.
Lange nicht gesehen – aber auch das ist im Gesundheitsbereich üblich – hatten wir einen Misserfolg im Forschungsbereich. Das führte nun zu Abschreibungen und unterstützte den Börsenhöhenflug nicht weiter.
Nun konsolidiert die Aktie also und ich lese schon von ersten Analysten und Anlegern, die die Aktie verkaufen.
Warum ich daran nicht denke, sondern voll investiert bleibe, und wie ich die weiteren Perspektiven des dänischen Konzerns nun einschätze, erfährst Du in diesem Beitrag.
Exakt zwei Jahre ist mein letzter Nachkauf bei Novo Nordisk nun her. Seitdem hat sich die Aktie mehr als verdoppelt! Den Insulinhersteller habe ich hier ausführlich vorgestellt. Investiert bin ich allerdings schon seit 2016 und habe seitdem eine eindrucksvolle Entwicklung mitgemacht:

Kurz zur Einordnung meiner Performance die Historie der Käufe:
| Kaufdatum | Stückzahl | Kaufkurs* |
|---|---|---|
| 28.10.2016 | 50 | 32,98 |
| 24.07.2017 | 50 | 35,60 |
| 07.04.2021 | 20 | 57,39 |
| 03.08.2022 | 30 | 100,24 |
| GESAMT | 150 | 50,56 |
| Aktiensplit 2:1 | 300 | 25,28 |
Mein durchschnittlicher Einstand je Aktie liegt inkl. Kaufgebühren bei 25,34 €. Der aktuelle Kurs ist rund 100 € höher.
Dividendenzahlung
Novo Nordisk zahlt im März und im August eine Dividende. Dabei kommt im März der größere Teil, da es sich um die Schlussdividende handelt. Er betrug in diesem Jahr 6,40 DKK je Aktie. Als Zwischendividende werden nun 3,50 DKK bezahlt. Gegenüber dem letzten Jahr ist das eine Erhöhung um 16,7% (Vorjahr: 3,00 DKK splitbereinigt). In meinem Depot befinden sich 300 Aktien von Novo-Nordisk, sodass die Brutto-Dividende 1.050 DKK beträgt. Sie wurde von maxblue zum Kurs von 7,4969 in Euro umgerechnet. Nach Abzug der vergleichsweise hohen Steuern verbleibt eine Netto-Dividende von 87,46 €. Sie wurde mit Wertstellung 21.08.2024 überwiesen.

Eine Dividendenrendite zu berechnen, ist bei Novo-Nordisk gar nicht so leicht. Denn die Dividende steigt kontinuierlich und deshalb kann sich die Berechnung nur auf den Rückblick beziehen. Jedenfalls gab es im März 6,40 DKK je Aktie und nun 3,50 DKK je Aktie. Das sind zusammen 9,90 DKK. Wobei damit die Schlussdividende für 2023 und die Zwischendividende für 2024 addiert sind. Bei einem Aktienkurs von 914,90 DKK ergibt das eine aktuelle Dividendenrendite von 1,1%. Aufgrund der traditionellen Erhöhungen dürfte die tatsächliche Dividendenrendite bei einem heutigen Kauf darüber liegen.
Meine persönliche Dividendenrendite (Yield on Cost) hat von diesen Erhöhungen bereits stark profitiert. Bezahlt habe ich für meine 300 Aktien 7.602,95 €. Die 9,90 DKK Dividende je Aktie in diesem Jahr ergeben einen Bruttowert von 2.970 DKK. Umgerechnet zum aktuellen Wechselkurs sind das 396,16 €. Daraus errechnet sich ein YoC von 5,2%.
Perspektiven
Ein Yield on Cost von über 5% für einen Wachstumswert wie Novo Nordisk ist schon außergewöhnlich. Vor allem zeigt er die stetigen Dividendenerhöhungen, die inzwischen regelmäßig im zweistelligen Prozentbereich liegen.
Und angesichts der starken Unternehmensergebnisse gehe ich auch davon aus, dass sich an diesen Erhöhungen wenig ändern wird. Dank des Adipositas-Mittels Semaglutid (Obesity) und dem Hype um die „Schlankmacher-Spritze“ hat Novo Nordisk eine eigene Konjunktur.
Soeben hat Novo Nordisk seine Halbjahreszahlen veröffentlicht. Dabei konnte der Umsatz erneut um 24% zulegen. Das ist schon sehr beachtlich, da die Basis ja kontinuierlich ansteigt und solche Wachstumsraten auf Dauer kaum von einem Unternehmen erzielt werden.
Diesmal hinkt jedoch der operative Gewinn mit einem Wachstum von +18% deutlich hinterher. Darin enthalten ist allerdings ein Einmaleffekt aus Abschreibungen. Denn die 3. Phase klinischer Studien mit dem Wirkstoff Ocedurenon (CLARION-CKD) führte zu einem vorzeitigen Ende der Forschung. Das ist besonders ärgerlich, weil Novo Nordisk die Rechte an der Entwicklung erst im letzten Jahr erworben hatte. Und nun den kompletten Kaufpreis abschreiben muss. 5,7 Mrd. DKK beträgt diese Abschreibung. Der operative Gewinn des 1. Halbjahrs lag bei 57,8 Mrd. DKK (Vorjahr: 48,9 Mrd. DKK). Ohne die Abschreibung wäre deshalb ein Wachstum von 30% möglich gewesen. Auf das Gesamtjahr soll die Abschreibung rund 6%-Punkte Gewinnwachstum „kosten“.
Unabhängig von den wirtschaftlichen Folgen ist es vor allem bedauerlich, dass die Phase-3-Studie nicht erfolgreich war. Denn Ocedurenon sollte Patienten mit fortgeschrittener chronischer Nierenerkrankung bei unkontrolliertem Blutdruck helfen.
So setzt Novo Nordisk nun weiterhin vor allem auf seinen Insulinwirkstoff und das Schlankmachmittel. In manchen US-Großstädten sollen bereits 4% der Bevölkerung regelmäßig zur Abnehm-Spritze greifen.
Novo Nordisk ist zwar nicht der alleinige Anbieter, aber doch einer der größten Profiteure von dem Wachstum.
Gleichzeitig steigt aus meiner Sicht auch das Risiko von Nebenwirkungen. Denn je weiter sich die Anwendung verbreitet, umso eher wird es auch seltene Neben- bzw. Wechselwirkungen geben, die dann aber für entsprechende Schlagzeilen sorgen. Dessen sollte man sich als Investor auch immer bewusst sein. Gewinne ohne Risiko gibt es nicht!
Für das Gesamtjahr 2024 erwartet Novo Nordisk nun ein Umsatzwachstum in der Range von 22 bis 28%. Der operative Gewinn soll um 20 bis 28% zulegen. Das war zugleich eine Prognoseanhebung und verdeutlicht den Rückenwind, den Novo Nordisk aktuell weiterhin hat.
Und das ist nicht nur Obesity als Schlankmacher, sondern auch Insulin. Dort steig der Marktanteil um 1,5%-Punkte auf 34,5%. Und das war auch mein ursprünglicher Investmentcase. Diabetes ist weit verbreitet und leider mit steigendem Wohlstand auch auf Wachstumskurs. Und Novo Nordisk ist hier der Marktführer, der seinen Marktanteil kontinuierlich ausbaut.
Trotzdem ist Novo Nordisk natürlich ambitioniert bewertet. Denn der Aktienkurs ist deutlich stärker als die Ergebnisse gestiegen. Im 1. Halbjahr stieg der Gewinn je Aktie von 8,71 auf 10,17 DKK (+17%). 2023 lag der Gewinn im gesamten Jahr bei 18,62 DKK.
Lege ich das obere Ende der Prognose an (Novo Nordisk übertrifft sie fast schon traditionell), dann werden 2024 verdient ca. 23,83 DKK verdient. Bei einem Aktienkurs von 914,90 DKK entspricht das einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 38,4. Günstig ist das nicht.
Ich kenne noch die Faustregel, dass das KGV nur so hoch wie das Gewinnwachstum sein soll. Sicherlich kann man bei Novo Nordisk noch einen kleinen Aufschlag akzeptieren. Aber mehr als 30 halte ich für zu teuer. Umgerechnet würde das etwa einem Aktienkurs von 95,80 € entsprechen.
Natürlich ist das kein Kursziel und ich will die Aktie auch nicht schlecht schreiben. Aber für mich ist es psychologisch wichtig, mir so einen Kurs zu visualisieren. Denn dann bleibe ich entspannt, wenn es abwärts gehen sollte. Und muss mir bei einem Kurs von 100 € auch keine Gedanken über einen Nachkauf machen.
Meine Anlagestrategie bei Novo Nordisk sieht weiterhin so aus, dass ich die Aktie einfach halte. Das Gewinnwachstum wird sich vermutlich schon angesichts des Basiseffekts irgendwann abschwächen, aber es wird langfristig weiter für steigende Dividenden, Aktienrückkäufe und auch einen steigenden Aktienkurs sorgen. Im Aktienkurs ist allerdings zunächst einmal die Fahnenstange erreicht und es wird dauern, bis die Gewinne in die Bewertung hineinwachsen.
Aufgrund meines komfortablen Einstandskurses bin ich allerdings völlig entspannt und lasse die Position einfach laufen – in welche Richtung auch immer. Der Depotanteil liegt aktuell bei 7,4%, was schon ein Gewicht darstellt.
Manchmal denke ich kurz darüber nach, wenigstens meinen Einsatz durch einen Teilverkauf wieder vom Tisch zu nehmen. Aber warum sollte ich das machen? Ich sehe langfristig keine besseren Investments und möchte auch erleben, wohin die Reise noch führt. Mit etwa +400% hat sich meine Position aktuell verfünffacht. Und warum sollte Novo Nordisk nicht in ein paar Jahren ein Tenbagger in meinem Depot werden? Sollte das Wachstum nur moderat sinken und keine bedeutenden Risiken und Nebenwirkungen auftreten, dann ist das nur eine Frage der Zeit. Und mit jeder Dividendenzahlung sinkt mein Einsatz sowieso.
Deshalb halte ich es hier mit André Kostolany: Einfach schlafen legen und Novo Nordisk unangetastet liegen lassen!
Auf einen Blick:
| Unternehmen: | Novo Nordisk |
| ISIN: | DK0062498333 |
| Im Divantis-Depot seit: | 28.10.2016 |
| Letzter Nachkauf am: | 11.08.2025 |
| Stückzahl im Divantis-Depot: | 400 |
| Durchschnittskaufkurs inkl. Gebühren: | 30,00 € |
| Gesamtkaufpreis: | 11.999,65 € |
| Bisher erhaltene Netto-Dividenden: | 1.203,80 € |
| Aktuelle Strategie: | Halten und Dividende kassieren |
| für diesen Beitrag verwendete Quellen: |
| Financial report for the period 1 January 2024 to 30 June 2024 |
| Novo Nordisk stops the ocedurenone CLARION-CKD trial and recognises impairment loss |


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