Es war das Unternehmen in meinem Depot, das gefühlt die letzten 2 Jahre auf der Kippe stand. Jederzeit war mit einer Dividendenkürzung oder -streichung zu rechnen. Und auch ein Insolvenzantrag war im Bereich des Möglichen.
Das Management hat jedoch stets darauf gesetzt, die Probleme in den Griff zu kriegen und die Dividende unverdrossen weiterbezahlt. Auch wenn sie nicht verdient wurde und neue Schulden dafür aufgenommen werden mussten.
Das war definitiv keine gute Konstellation und die Dividendenrendite lag wiederholt bei über 10%.
Heute sieht es nun erstmals so aus, als wäre die Krise überwunden. Die Geschäftsergebnisse haben sich stabilisiert und die Jahresprognose konnte erhöht werden. Und selbstredend hat sich der Aktienkurs auch deutlich erholt.
Nun stellt sich die Frage, ob es Zeit ist, das eigene Investment wieder zu reduzieren oder weiterhin vom hohen Yield on Cost zu profitieren. Und natürlich bewegt mich die Frage, ob die Erholung von Dauer ist oder doch noch Risiken lauern.
Meine Antwortversuche auf diese Themen erfährst Du in diesem Beitrag.
Omega Healthcare Investors (OHI) ist erstmals seit einer gefühlten halben Ewigkeit nicht mehr der Titel mit der höchsten Dividendenrendite in meinem Depot. Von ehemals über 10% ist sie gute 3%-Punkte zurückgekommen und wird nun im Depot aktuell von BCE und BASF übertroffen. Den in Seniorenimmobilien investierenden REIT habe ich hier vorgestellt. Die Chartentwicklung der letzten 10 Jahren zeigt das Auf und Ab des Kurses deutlich – bemerkenswert ist nun der Aufwärtstrend der letzten Monate, der die Aktie von 30 US$ auf zuletzt 38,81 US$ angehoben hat:

Meine Strategie für dieses Investment verfolgt seit einiger Zeit das Ziel, mein Risiko durch die hohe Ausschüttung schnellstmöglich zurückzuführen.
Dividendenzahlung
Omega Healthcare Investors zahlt erneut eine Quartalsdividende von 0,67 US$. Für die 300 Aktien in meinem Dividendendepot ergibt das eine Brutto-Dividende von 201 US$. Aufgrund des Verlustes aus dem Verkauf von Civitas Social Housing aus dem letzten Jahr ist mein Allgemeiner Verlusttopf (dort werden Verluste aus REITs eingebucht!) noch gefüllt. Deshalb wurde mir hier nur die Quellensteuer abgezogen. Die Dividende wurde von der Consorsbank zum Kurs von 1,1066 in Euro umgerechnet. Es verbleibt eine Netto-Dividende von 154,39 €. Sie wurde mit Wertstellung 15.08.2024 überwiesen.

Bisher war ich immer sehr zurückhaltend bei der Berechnung der Dividendenrendite von Omega Healthcare Investors. Inzwischen sieht es aber tatsächlich so aus, als sei die Dividendenzahlung deutlich wahrscheinlicher als eine Kürzung oder ein Ausfall. So unterstelle ich nun, dass die Quartalsdividende unverändert viermal im Jahr bezahlt wird und daraus eine Jahresdividende von 2,68 US$ entsteht. Bei einem Aktienkurs von 38,83 US$ ergibt sich daraus eine Dividendenrendite von 6,9%.
Meine persönliche Dividendenrendite (Yield on Cost) ist – neben der Stetigkeit der Dividendenzahlungen- vom US-Dollar-Kurs abhängig. Unterstelle ich für ein gesamtes Jahr den Umrechnungskurs dieser Dividendenzahlung, dann erhalte ich für meine 300 Aktien 804 US$ und einen Eurobetrag von 737,48 € brutto. Bezogen auf meinen bezahlten Einstand von 7.984,35 € entspricht das 9,2%. Mit einem stärkeren US-Dollar steigt diese Rendite, genauso geht sie bei einem schwächeren US-Dollar zurück.
Perspektiven
Was positive Quartalsergebnisse und eine Anhebung der Prognose doch auslösen können! Es scheint, als hätte die Börse nur auf positive Nachrichten gewartet, um dann die Aktie von Omega Healthcare Investors in alte Höhen zurückzubefördern.
Der Nareit FFO (Funds From Operations) lag im 1. Quartal 2024 noch bei 0,60 US$ je Aktie. Im 2. Quartal stieg er nun auf 0,72 US$. Das ist deutlich – auch im Vergleich zum Vorjahresquartal (0,63 US$). 14,3% Zuwachs – das kann sich sehen lassen.
Für die Dividenden relevanter ist die Kennzahl „Funds Available for Distribution“. Sie lag im 1. Quartal mit 0,65 US$ je Aktie noch 2 Cent unter der bezahlten Dividende. Im 2. Quartal ging es nun auf 0,68 US$ hoch. Damit wurde die Dividende wieder verdient und ist auch durch den Cash-Flow abgedeckt. Im Vorjahresquartal lag der Wert übrigens sogar bei 0,70 US$, das war aber ein Ausreißer.
Die wichtigste Nachricht war aber zweifelsohne die Anhebung der Prognose für den adjustierten FFO. Bisher war eine Spanne von 2,70 bis 2,80 US$ erwartet worden. Nun werden 2,78 bis 2,84 US$ erwartet. Damit ist das untere Ende der neuen Spanne fast so hoch wie das bisherige obere Ende. Und das ist nun wirklich ein positives Signal!
Entsprechend kommentierte auch das Management das 2. Quartal und bezeichnete es als „stark“. Vor allem zeigte es sich zufrieden mit den Restrukturierungen bei den in Schwierigkeiten befindlichen Mietern. Die ergriffenen Maßnahmen (insbesondere Streckung der Mietzahlungen) zeigten nun Wirkung. Aber teilweise profitierte OHI auch von Insolvenzen. Sie führten nämlich dazu, dass die Betreiber die vollen Mieten zahlen mussten, um den Geschäftsbetrieb aufrecht zu erhalten. Die Stundungen waren mit den Chapter-11-Anträgen hinfällig geworden. Und offenbar macht sich das Management nun auch keine Sorgen, dass die Insolvenzverfahren zu Problemen für OHI führen könnten.
Ich freue mich natürlich über diese Entwicklung und die Prognoseanhebung. Aber mir fehlt noch der Glaube, dass nun wirklich alles ausgestanden sein soll. Dafür ist es ein zu zartes Pflänzchen. Die nächsten Quartale müssen nun erst mal die Bestätigung bringen.
Neu einsteigen würde ich auf dem aktuellen Kursniveau nun nicht mehr. Dafür ist mir auf der einen Seite die Dividendenrendite schon zu niedrig und gleichzeitig die Risiken noch nicht gelöst.
Durch den Kursanstieg ist meine Depotposition nun erstmals fünfstellig. In dieser Kategorie befinden sich in meinem Depot eigentlich nur äußerst solide Titel. OHI passt da nicht dazu. Auf der anderen Seite habe ich mir durch die Nachkäufe eine hohe Rendite auf meinen Einstand gesichert.
Und mein Risiko ist für mich auch nicht der aktuelle Depotwert, sondern mein Einstand abzüglich der erhaltenen Nettodividenden. Und da habe ich inzwischen ein Drittel meines Einsatzes zurückerhalten. Mein ausstehendes Kapital beträgt nur noch rund 5.200 €. Und deshalb sehe ich auch keinen Grund, die Position zu verkleinern.
Ich werde weiterhin hohe Quartalsdividenden kassieren und mein Risiko weiter reduzieren. Alles was dann an Kursentwicklung zusätzlich kommt, nehme ich gerne mit. Aber auch Kursrückgänge – die ich durchaus jederzeit wieder für möglich halte – werde ich gut aushalten.
OHI ist noch lang nicht über den Berg und die Aktien weiterhin risikobehaftet. Der Unterschied zu den letzten Monaten ist nun aber, dass das Risiko aktuell eher unterschätzt und deshalb nicht angemessen bezahlt wird. Wer also noch nicht investiert ist, sollte aus meiner Sicht eher vorsichtig bleiben.
Auf einen Blick:
| Unternehmen: | Omega Healthcare Investors, Inc. |
| ISIN: | US6819361006 |
| Im Divantis-Depot seit: | 19.05.2017 |
| Letzter Nachkauf am: | 10.01.2023 |
| Stückzahl im Divantis-Depot: | 300 |
| Durchschnittskaufkurs inkl. Gebühren: | 26,61 € |
| Gesamtkaufpreis: | 7.984,35 € |
| Bisher erhaltene Netto-Dividenden: | 3.453,51 € |
| Aktuelle Strategie: | Halten und Dividende kassieren |
| für diesen Beitrag verwendete Quellen: |
| Omega Reports Second Quarter 2024 Results and Recent Developments |


Kommentar verfassen