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Nach 25 Jahren endlich wieder ein neues Allzeithoch

3D-Illustration mit extrudiertem Cisco-Logo im Vordergrund, bestehend aus roten Buchstaben und stilisierten blauen Netzwerkbalken. Im Hintergrund ein dynamisch steigender Aktienchart mit weißer Linie und grünen Balken auf einem blauen Raster. Die Szene vermittelt Wachstum, Technologie und Börsenerfolg.
4.7
(40)

Aktienkurse können in einer Blase in ungeahnte Höhen steigen. Wird dann die Luft abgelassen, können sich Anleger nach einiger Zeit nicht mehr vorstellen, dass die Aktie jemals wieder auf ein solches Niveau zurücksteigen könnte.

Der führende Netzwerkausrüster ist ein grandioses Beispiel dafür. In der Dotcom-Blase schienen die Geschäftsmöglichkeiten unendlich und jede Bewertung dafür gerechtfertigt. Als dann alle nur noch schwarz sahen, lag der Aktienkurs in Trümmern.

Und es sollte tatsächlich 25 Jahre dauern, bis ein neues Allzeithoch erreicht wurde. Aktionäre, die auf dem Höhepunkt der Blase einstiegen, blicken also auf ein verlorenes Vierteljahrhundert zurück. Da nützen auch die gezahlten und stetig erhöhten Dividenden nur wenig.

Gleichzeitig ist es aber auch ein mahnendes Beispiel dafür, sich von der Vergangenheit nicht beeindrucken zu lassen. Denn wer erst später zu einer solideren Bewertung gekauft hat, freut sich nun über Kursgewinne in einer vergleichsweise kurzen Zeit. Denn innerhalb der letzten 5 Jahre hat sich der Aktienkurs verdoppelt.

Und seit einiger Zeit profitiert das Unternehmen wieder von einer neuen Sicht auf die Geschäfte: KI und der massive Ausbau von Rechenkapazitäten und Datacentern sorgen nicht nur für glänzende Perspektive, sondern jetzt schon für steigende Umsätze.

Gemeinsam mit dem Top-Thema Cybersecurity ist das Unternehmen nun auf einmal wieder attraktiv aufgestellt und bietet offenbar mehr Chancen als Risiken.

Wie ich die Perspektiven nun einschätze und mit meinem eigenen Investments verfahre, erfährst Du in diesem Beitrag.

Cisco Systems hat nun endlich die Vergangenheit zurückgelassen. Nachdem bisher immer auf das Allzeithoch im März 2000 bei 80 US$ hingewiesen werden musste, steht nun seit dem 10. Dezember 2025 eine neue Marke in den Büchern: 80,25 US$ war da der Schlusskurs. Und im Tagesverlauf ging es sogar bis 80,82 US$ aufwärts. Es scheint, als habe der Markt dieses neue Allzeithoch in jedem Fall erreichen wollen. Denn danach setzte erst mal eine gewisse Konsolidierung ein. Das Niveau im mittleren 70er Bereich ist aber immer noch deutlich höher als in der jüngeren Vergangenheit.

Ich selbst bin in Teilschritten zwischen 2020 und 2023 in das Unternehmen eingestiegen. Hier habe ich die Aktie vorgestellt.

Der 10-Jahres-Chart zeigt allerdings auch, dass zwischenzeitliche Kursrückgänge durchaus an der Tagesordnung sind. Die Aktie ist auch deshalb kein Witwen- und Waisen-Papier, sondern bedarf durchaus einer gewissen kontinuierlichen Beobachtung:

10-Jahres-Chart Cisco Systems in US-Dollar
10-Jahres-Chart Cisco Systems in US-Dollar

Dividendenzahlung

Cisco zahlt erneut eine Quartalsdividende von 0,41 US$ je Aktie. Es ist die vierte Quartalsdividende mit diesem Betrag. Für die 100 Aktien in meinem Dividendendepot ergibt das eine Brutto-Dividende von 41 US$. Sie wurde von flatex mit dem EZB-Referenzkurs des Vortages von 1,1728 in Euro umgerechnet. Nach Abzug der Steuern verbleibt eine Netto-Dividende von 26,03 €. Sie wurde mit Wertstellung 21.01.2026 überwiesen.

Dividendengutschrift Cisco Systems im Januar 2026

Annualisiere ich die Quartalsdividende, wurden in einem Jahr 1,64 US$ Dividende gezahlt. Bei einem Aktienkurs von 73,69 US$ (Schlusskurs am Dividendenzahltag) entspricht das einer Dividendenrendite von 2,2%. Allerdings sollte das nun die letzte Quartalsdividende zu diesem Satz gewesen sein. Bei einem heutigen Kauf dürfte die tatsächliche Jahresdividende deshalb etwas höher liegen.

Meine persönliche Dividendenrendite (Yield on Cost) berechnet sich auf den addierten Einstand meiner verschiedenen Käufe. Insgesamt habe ich für die 100 Aktien 4.165,16 € bezahlt. Nehme ich an, dass der Wechselkurs dieser Dividendenzahlung für jede Quartalsdividende genommen wird (was natürlich nicht zutrifft!), dann erhalte ich eine Bruttodividende für ein Jahr von 139,84 €. Daraus errechnet sich dann ein YoC von 3,4%.

Perspektive

Cisco hat zuletzt schon über das 1. Quartal des laufenden Geschäftsjahres berichtet. Dieses Quartal umfasste den Zeitraum von August bis Oktober 2025, läuft aber schon unter der Überschrift „2026“.

Zum Start in das neue Geschäftsjahr konnte Cisco seinen Umsatz um 8% gegenüber dem Vorjahresquartal steigern. Das Wachstum lag damit genau so hoch wie im Schlussquartal des vorherigen Geschäftsjahres. Damit konnte das Momentum gehalten werden. Im gesamten vorherigen Geschäftsjahr lag das Umsatzwachstum bei 5%.

Deutlich ausgebaut werden konnte nun der Gewinn je Aktie. Er legte um 10% zu (Non-GAAP). Das lag oberhalb der eigenen Prognose und kam entsprechend positiv an der Börse an. Ebenfalls oberhalb der eigenen Erwartungen lagen die operativen Margen.

Cisco konnte über ein Wachstum in allen Bereichen, Regionen und allen Produktkategorien berichten. Im Netzwerkbereich erreichte Cisco im fünften Quartal in Folge ein zweistelliges Wachstum.

Besonders spannend ist bei den Ergebnissen zum 1. Quartal klassischerweise die erstmals veröffentlichte Guidance für das gesamte Geschäftsjahr. Cisco erwartet für 2026 (aber Vorsicht, das ist der Zeitraum von August 2025 bis Juli 2026) einen Umsatz von 60,2 bis 61,0 Mrd. US$. Das wäre ein Wachstum gegenüber dem Vorjahr (56,7 Mrd. US$) von 6,2% bis 7,6%. Der Gewinn je Aktie (Non-GAAP) soll von 3,81 US$ auf 4,08 bis 4,14 US$ steigen. Das wäre ein Wachstum von 7,1% bis 8,7%.

Diese Prognose zeigt den Optimismus des Managements. Denn Cisco hat gelernt und zuletzt eher zurückhaltende Prognosen abgegeben. Gerade nach dem 1. Quartal stehen ja noch 3 Quartale aus und es kann noch viel passieren.

Im letzten Geschäftsjahr hat Cisco deshalb seine Prognose bei jedem Quartalsergebnis angehoben. Und da die Börse ja verwöhnt ist, ist das nun auch die Erwartung des Marktes für das laufende Geschäftsjahr.

Ich kann mir deshalb gut vorstellen, dass der Gewinn je Aktie im Ergebnis um einen zweistelligen Prozentsatz steigen wird.

Ein Indikator könnte die anstehende Dividendenerhöhung sein. Im letzten Jahr hat Cisco sie am 12. Februar verkündet. In den Vorjahren lag sie immer bei 1 Cent, so dass das im Vorjahr nur noch 2,5% Steigerung entsprach.

Aus meiner Sicht wäre eine erneute Steigerung nur um 1 Cent deshalb eine Enttäuschung. Angesichts des Wachstums im letzten Geschäftsjahr und der Prognose für das laufende Geschäftsjahr erwarte ich deshalb eine Dividendenerhöhung um 2 Cent auf 0,43 US$ (+4,9%). Als Restrisiko schätze ich lediglich ein, dass das Management an dem traditionellen Cent festhält und zusätzlich eine deutliche Steigerung des Aktienrückkaufprogramms ankündigt.

Da die Aktie aber nun nahe des Allzeithochs notiert, ist das Fenster für stärkere Aktienrückkäufe nicht optimal. Ich wünsche mir deshalb eher eine stärkere Dividendenerhöhung.

Nach vielen Jahren eher symbolischer Erhöhungen ist die Zeit nun reif für ein Signal.

Denn Cisco hat nun aktuell alle Trümpfe in der Hand. Das Management spricht bereits davon, das stärkste Geschäftsjahr der Unternehmensgeschichte vor sich zu haben.

Cisco profitiert dabei weiterhin von seiner Aufstellung im Bereich AI und Cyber Security. Als Netzwerkausrüster ist Cisco ein wichtiger Baustein der AI Infrastruktur. Und der Bereich boomt! Im 1. Quartal konnte der Umsatz dort um 15% gesteigert werden. Der Security-Bereich verlor hingegen 2%, was ich allerdings nicht überbewerten würde.

Insgesamt fühle ich mich als Aktionär von Cisco aktuell sehr wohl. Die Phase schwächeren Wachstum liegt hinter uns und nun wächst das Unternehmen wieder deutlich.

Wie lang das allerdings anhalten wird, bleibt zu beobachten. Für das Kalenderjahr 2026 sehe ich weiter grün.

Bisher gehörte Cisco für mich zu den Langweilern im Depot. Das Unternehmen hat eine gute Marktpositionierung in seinen Kernbereichen und treue Kunden. Dazu profitiert es von Zukunftsthemen. Aber das schnelle Wachstum weckt nun natürlich auch entsprechende Erwartungen. Sollten sie nicht erfüllt werden können oder sich das Wachstum wieder abflachen, droht ein Abverkauf der Aktie.

Deshalb fühle ich mich mit einem Depotgewicht von 1,1% weiterhin wohl, möchte aber nicht mehr zukaufen. Dafür ist die Aktie nicht mehr günstig genug.

Cisco ist ein Titel, den ich aktuell liegen lasse, der für mich aber kein Kerninvestment darstellt. Sollten dunkle Wolken aufziehen, dann würde ich mich von den Aktien auch trennen. Aber so lange die Sonne scheint, genieße ich die Kursentwicklung und blicke nun gespannt auf den Februar, wenn die diesjährige Dividendenerhöhung verkündet wird.

Auf einen Blick:

Unternehmen:Cisco Systems
ISIN:US17275R1023
Im Divantis-Depot seit:14.08.2020
Letzter Nachkauf am:16.11.2023
Stückzahl im Divantis-Depot:100
Durchschnittskaufkurs inkl. Gebühren:41,65 €
Gesamtkaufpreis:4.165,16 €
Bisher erhaltene Netto-Dividenden:434,22 €
Aktuelle Strategie:Halten und Dividende kassieren

für diesen Beitrag verwendete Quellen:
Cisco Reports First Quarter Earnings

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Kommentare

25 Antworten zu „Nach 25 Jahren endlich wieder ein neues Allzeithoch“

  1. Avatar von Thomas
    Thomas

    meine Cisco bleiben weiter ebenso einfach liegen. Nix damit geplant.
    Trotzdem immer wieder interessant, sich jedesmal quartärlich mit dem Umfeld zu beschäftigen.

    Cisco hat sich seit einem Quartal besser als der Wettbewerb behauptet bzw. entwickelt. Sie haben den Trend gedreht. Arista verliert zur Zeit eher.
    Cisco steht im Moment performancemäßig an der Spitze der Netzwerkausrüster USA. Wahrscheinlich gut, das sie auch beim Thema AI und Cybersecurity alles aus einer Hand anbieten und das auch gut für Endanwender/Kunden nutzbringend synchronisieren
    z.Bsp. hier
    https://www.itpro.com/business/business-strategy/cisco-looks-to-showcase-unique-value-with-revamped-360-partner-program
    sie machen die Pace im Segment.
    Beim Blick auf die Heatmap bei Finviz fällt mir auf, das die Gruppe der Software-Applications quer Beet stark verloren hat. schneller Blick quer Beet -15 bis -20%
    was den Leuten die nicht genauer hinschauen, gar nicht auffällt weil andere/Hardware stark steigen.

    Hier leistet der Kahlschlag durch AI ganze Arbeit.
    früher waren die Softwareprogrammierer und Nerds die neuen Lieblinge der Damenwelt, aber hier setzt durch AI eine fürchterliche Inflation des geistigen/finanziellen Wertes der Programmierer und CodeWriter ein.
    Es wird mir beim Blick auf die Quartalsentwicklung der Software-Applications schlagartig bewußt. Die Ai leistet jetzt ihre Arbeit besser und schneller und fehlerfreier als menschliche Coder. Sie frißt ihre Kinder .(

    Jedenfalls da würde ich im Moment auch nix reinstecken wollen.

    Hardware jedenfalls kann AI nicht selber herstellen und Cisco hat auch in Zukunft als unerläßliche Schnittstelle zwischen den einzelnen Servern etc. und Knotenpunkten
    (jedem einzelnen) seinen wichtigen Platz, solange sie nicht von anderen verdrängt werden und danach sieht es nicht aus.

    Positiv fällt mir nebenbei Sandisk Corp. auf, die auch Nischenprodukte wie wechselbare Flashspeicher herstellen. Die laufen auch gut und werden gebraucht.

    Bens anderer Langweiler (sry :-) Texas Instruments btw auch gut dabei.

    Muss uns jetzt der Dollar Sorgen machen?
    Weiss ich auch nicht genau, aber auch die Amerikaner lieben Aktien im Depot mehr als Dollar auf dem Konto.

    So werden die US Aktien steigen während der Dollar fällt und wir schauen plus minus null zu und kassieren Dividenden.

    Was würden wir für Jubelarien über US Aktien feieren, wenn der EUR/USD bei 1,00 stehen würde. das wären für uns plus 20% Unterschied.

    Aber so ist es nunmal und bleibt weiter spannend.
    Ich schaue mir das Dreieck Dollar/Yen/Gold engmaschig weiter genau an.
    Wenn das so weiter geht, sehen wir die 6k Gold per oz. schon Anfang Februar und das finde ich nicht mehr normal.
    Wenn sich anfangen , die Putzfrauen und Friseure über Gold zu unterhalten, dann ist es mit dem peak bald vorbei, aber soweit ist noch nicht.
    Nur Meinung.
    Zocken/Spekulationen werde ich weiter nicht.

    1. Avatar von Chrischaan
      Chrischaan

      Hi Thomas,

      das mit dem Softwaresektor ist tatsächlich sehr offensichtlich. Darlings wie Salesforce oder Adobe (Nano Banana gab immer so eine Pushnachricht alla „No need Photoshop“ raus) aber auch Intuit oder die HR-Dienstleister von Automatic Data oder Paychex.

      Auf der einen Seite steigert AI tatsächlich die Coding-Produktivität. Und wahrscheinlich wrden dadurch auch Arbeitsplätze obsolet. Aber auf der anderen Seiten sind es ja die Unternehmen selbst, die ihre AI-Agents oder Anwendungen versilbern.

      Auch ist eine Salesforce oder Adobe oder SAP ja noch viel mehr als nur eine Coding-Bude. Da gibt es ja riesige Netzwerke, unzählige Schnittstellen, buchalterische Vorgaben etc. Ich bin mir da nicht so sicher ob dies durch AI wirklich so disruptiert wird, dass diese Unternehmen an sich wegfallen werden. Ich könnte mir auch gut vorstellen, dass diese Unsicherheitsphase eher ein Umbruch ist, aus denen die Unternehmen anders hervorgehen, aber dennoch stark bleiben.

      Aber klar, dass weiß man nie genau.

      Ich habe jedenfalls Microsoft und Alphabet als Mischlinge zwischen Infrastruktur und Software im Depot und auch bei Automatic Data nachgelegt.

      Firmen Wie Relx oder Wolters Kluwers wurden ja auch deswegen abgestraft. Aber wird deren Expertise und deren Wissensdatenbanken (die nicht öffentlich zur Kanibalisierung durch andere AI-Anbieter zur Verfügung stehen dürften) wirklich unwichtig?

      Auf jeden Fall beobachte ich den Bereich. Die haben immer noch gute MArgen, gutes Wachstum und meist starke Bilanzen.

      Gruß,
      Chrischaan

  2. Avatar von Thomas
    Thomas

    Ergänzung, eventuell könnte es ein, das der Ölpreis bei stärkerem Dollarverfall stärker steigt. Soll mir auch recht sein.

  3. Avatar von UrsprungsFrank
    UrsprungsFrank

    Eine Hausse geht auch immer in eine Hausmädchen-Hausse über. Das ist ja quasi systemkonform. Nur muss nicht eine Milchmännchen-Hausse auch ein Vorbote eines Crash sein.

    Wenn Ben über den Cisco-Hochstand sich erfreut, ist der Dollarverlust gegenzurechnen. Anders gesagt, Cisco-Aktionäre können sich nach 25 Jahren zwar wieder über ihren Einstandskurs freuen, nur sie haben dennoch ziemlich düster nicht den Gegenwert ihrer Cisco-Aktien wie vor einem viertel Jahrhundert.

    Polen, derzeit neben China und der kleinen Slowakei, kaufen Gold wie verrückt. Ihnen allen sind alle Währungen dieser Welt nicht mehr viel wert. Es geht um Sachwerte. Der Referenzwert frr Währungen ist ihnen wurscht. Aktie sind auch Sachwerte😌

    Seid Euch also sicher, es dauert nicht mehr lange und wir sind alle Dollar-Millionäre, kurze Zeit später auch in EURO.

    Gruß Frank

    1. Avatar von Hansi
      Hansi

      Hallo Frank,
      es war ein mal vor ganz langer Zeit,
      da ging ein Kind zur Bank und der Bankmitarbeiter fragte :
      Sie möchten in Dollar wechseln ?!?
      Und schon hielt das Kind seine ersten Dollar in der Hand. Jahre später ging es zurück und machte seinen ersten Trade.
      Also 1,61 DM für einen Dollar hat das Kind sicher nicht bezahlt.

      Der Dollar schwankt halt zwischen 0,90 und 1,60 je Euro. USA ist auch ein Importland und kann sich eine Kernschmelze des Dollars nicht erlauben, auch wenn es bei der Schuldenlast verlockend ist.

  4. Avatar von Tobs
    Tobs

    Hallo Ursprungsfrank,

    im Grunde genommen ist das Währungsrisiko doch wie das Aktienrisiko: Bis zu einem gewissen Grad ist es überhaupt keines oder anders: Das Risiko verschwindet zwar nicht, aber übersetzt sich in die weniger gefährliche Volatilität, wenn man a) sehr langfristig investiert und b) zumindest einen gewissen Grundoptimismus bewahrt. Schwankungen sind kein Risiko, wenn ich nicht realisiere, im Gegenteil, sie können sogar – stets die Beibehaltung der langfristigen Perspektive vorausgesetzt – das Risiko mindern (günstiger Einkauf und entsprechend Puffer). Das gilt doch erst Recht, wenn die Unternehmen immer noch 1a sind, aber „nur“ die Währung gerade schwächelt.

    Mein Eindruck: Diejenigen, die sich gerade zu sehr am schwächelnden USD aufziehen, sind entweder keine sehr erfahrenen Anleger oder/und keine Anleger mit wirklicher Bestandshalterabsicht.

    Was der USD gerade fabriziert, ist langfristig kein Random Walk, sondern strukturelle Zyklik. In den letzten 20 Jahren haben wir eine Bandbreite von 1,05-1,60 USD für den Euro gesehen. 1,15-1,20 scheint so etwas wie ein „fairer“ Mittelwert gewesen zu sein. Und außerhalb dieses Mittelwerts war mal der Euro und mal der USD stärker. Letztlich ist der USD (wie jede Währung) zins-, kapitalfluss- und auch narrativ getrieben. Jetzt gerade erleben wir das Narrativ „Peak US Exceptionalism“. Möglich, dass der USD nun noch schwächer wird und das einige Jahre bleiben wird. Denn die anderen Extreme haben auch einige Jahre gehalten. Vorher hat dominierte „US Exceptionalism“ wegen der Tech Dominanz. Und davor hatten wir eine US Schwäche wegen der Nachwehen der Finanzkrise. Aber warum sollte nun der Wert des USD nur noch linear fallen? Warum sollte der USD nicht seinen Mean-Reversion Charakter beibehalten? Bei allen Schwierigkeiten in den USA, gibt es genügend Anknüpfungstatsachen für die Prognose, dass der USD „irgendwann“ wieder stärker wird und nicht vergessen, die anderen Währungen/deren Regierungen haben ihre eigenen Schwierigkeiten.

    Und da kommen wir doch zur zeitlichen Perspektive: Die währungsbedingten „Verluste“ sind doch nur „Buchverluste“. Jetzt mal ehrlich, was juckt das den Anleger, der seit 20 Jahren McDonalds oder Procter & Gamble im Depot hat und diese Aktien auch nicht wieder rausrücken wird? Und die Dividenden wachsen in USD weiterhin. Jetzt kommt in Euro eben temporär etwas weniger bei raus, wobei die weiterhin steigenden Dividenden das abfedern.

    Eigentlich ist der Nachkauf von den US-Unternehmen ist doch gerade jetzt interessant: Die Unternehmen sind nicht schlechter geworden, ich bekomme mehr Anteile und bekomme ein kostenloses FX-Call-Exposure! Denn desto schwächer der USD wird und ich weiter kaufe, um so mehr bekomme ich währungsbedingten Rückenwind, wenn sich der USD wieder seinem Mittelwert annähert. Wer jetzt oder ab jetzt US-Unternehmen kauft, bekommt gratis mehrjährigen Rückenwind.

    Kurz: Der USD ist im Moment unbeliebt. Für mich gilt bei Währungen dasselbe wie bei Unternehmen: Ungeliebt ist oft der beste Zeitpunkt, um langfristige Cashflows einzusammeln. Betonung: Wenn man eben wirklich laaangfristig einkauft. Ich kenne niemanden, der ein Vermögen gemacht hat, wenn er nur bei fantastischen Nachrichten Assets eingesammelt hat…

    Anmerkung: Mein US-Exposure liegt <25 Prozent und ich hätte noch ein bisschen Platz, jetzt US-Unternehmen zu schnappen. In den letzten Jahren zuvor waren sie mir schlichtweg zu teuer…

    1. Avatar von Hansi
      Hansi

      Hallo Tobs,

      persönlich denke ich nur in Dollar.
      Egal ob US-Aktie , Euro-Aktie , Yen, Tenge , alles egal! Dollar rules!
      Die Konzerne sind in der Regel international aufgestellt. Selbst wenn US-Anteil 25% ist, ist er höher. Man kann den Anteil sowieso nicht beziffern. Hab ich z.b nur eine Aktie CK Hutchison, dann würde man sagen, ey der Hansi hat nen China-Exposure von 100% im Depot. Selbst wenn ich nur Euro-Pharmawerte im Depot hätte, werde ich vermutlich ein US-Exposure von über 50% haben. Die Firmen haben Produktionskapazitäten, Waren und das zählt.Wenn ein Wirtschaftsraum mal der Währungsdepp ist, ist halt der andere kurzfristig der Gewinner und bei nem internationalen Depot ist das alles egal. Als ob die Japaner ihre intern. Verkaufspreise in Yen kalkulieren.
      Am meisten Sorgen macht mit riesiges China-Exposure, obwohl mein Depotanteil 0% ausweist.

    2. Avatar von BörsenHai
      BörsenHai

      Hallo Hansi,

      „Die Konzerne sind international aufgestellt“ führt zwar zu einer internationalen Marktstrategie, aber deshalb wäre das Invest dennoch in eine US Aktie.
      Das sollte man nicht vermischen.

      Das eine ist die Marktgröße und -breite, die eine gewisse Ruhe in Umsatz und Gewinn reinbringen quasi in das tägliche Business, das andere ist die Lokation und die Art wie das Management arbeitet.
      Mag eine Geschäftsführung in D existieren, wenn der BigBoss in den USA zur deutschen Niederlassung sagt: Da entlang, dann ist das so, dann geht es – genau! – da entlang und nicht dort. Und in der Führung von Unternehmen gibt es große kulturelle Unterschiede, dessen muss sich jeder bewusst sein.

    3. Avatar von Hansi
      Hansi

      Hallo Börsenhai,

      die Konzerne müssen sich den Kulturen ihrer jeweiligen Märkte anpassen. Heute sind die Konzernspitzen doch häufig so international besetzt, da spielt es doch keine Rolle mehr. Deutscher schmeißt US-Firma, Amerikaner ist deutscher Firmenboss. Japaner ticken ganz anders. Auf den ganze Planeten Verschwendung, Bunga Bunga und vergessene Koffer. Compliance na klar, wo sind die Eigenbelege! Am Ende auch egal. Gewinne sprudeln trotzdem.

      Das ISIN-Exposure wird nur dann interessant und ggf. schrecklich, wenn Sanktionen kommen und anschließend eine Njet- Ansage kommt:
      Du bringst deine Anteile nach Mütterchen Russland zurück!
      Du darfst nicht handeln !
      Wenn doch mal verkaufst 60% russ. Quellensteuer!
      Russ. Broker darf dich mit 3% Depotgebühr p.a. grillen!

      Hoffen wir mal, dass diese Methoden nicht international Schule macht.

    4. Avatar von BörsenHai
      BörsenHai

      Hallo hansi,

      wenn Du gesagt hättest statt „deutscher“ „indischer“ wäre ich dabei. ;)
      Dennoch existiert ein Unterschied zwischen Standort (ISIN incl. Unternehmenskultur) und wo der Markt des Papiers ist. ;)

  5. Avatar von Andreas P.
    Andreas P.

    Obwohl ich schon etwas länger an der Börse investiere, gefällt mir die augenblickliche Gemengelage um den USD nicht besonders.

    Ob der schwächere USD tatsächlich spürbare Gewinne in den Bilanzen – und damit in den Kursen – der international agierenden US-Konzerne hinterlässt, bleibt zunächst einmal eine Hoffnung.

    Der amerikanische Präsident begrüßt den Währungsverfall des USD ausdrücklich und forciert ihn damit weiter. Der nächste FED-Chef wird vermutlich ebenfalls mit Senkungen des Leitzinses zu einer weiteren Abschwächung beitragen. Zumindest in der noch verbleibenden dreijährigen Amtszeit des amerikanischen Präsidenten.

    Ob und wie ein möglicher Anstieg der Inflation in den USA hier eine Grenze setzen kann, vermag ich nicht einzuschätzen.

    Persönlich stelle ich mich darauf ein, dass der Kurs des USD zum EUR in der zweiten Jahreshälfte 2026 eher in Richtung 1,35 bewegt, als 1,20.

    Als problematisch betrachte ich im Übrigen den hiermit einhergehenden wachsenden Vertrauensverlust in die amerikanische Währung. Wer kauft dann eigentlich noch USD-Anleihen? Kann das an den Finanzmärkten auch noch zum Problem werden?

    „Diesmal ist alles anders.“ Daran glaube ich zwar nicht. Die Währungsschwankungen werden sich vermutlich auf längere Sicht gesehen schon wieder ausgleichen. Das kann aber dauern.

    Sorry für die Portion Pessimismus.

    Viele Grüße

    Andreas P.

  6. Avatar von UrsprungsFrank
    UrsprungsFrank

    Eine Hausse geht auch immer in eine Hausmädchen-Hausse über. Das ist ja quasi systemkonform. Nur muss nicht eine Milchmännchen-Hausse auch ein Vorbote eines Crash sein.

    Wenn Ben über den Cisco-Hochstand sich erfreut, ist der Dollarverlust gegenzurechnen. Anders gesagt, Cisco-Aktionäre können sich nach 25 Jahren zwar wieder über ihren Einstandskurs freuen, nur sie haben dennoch ziemlich düster nicht den Gegenwert ihrer Cisco-Aktien wie vor einem viertel Jahrhundert.

    Polen, derzeit neben China und der kleinen Slowakei, kaufen Gold wie verrückt. Ihnen allen sind alle Währungen dieser Welt nicht mehr viel wert. Es geht um Sachwerte. Der Referenzwert frr Währungen ist ihnen wurscht. Aktie sind auch Sachwerte😌

    Seid Euch also sicher, es dauert nicht mehr lange und wir sind alle Dollar-Millionäre, kurze Zeit später auch in EURO.

    Gruß Frank

  7. Avatar von Thomas
    Thomas

    @Andreas P.
    wie ich sehe, Gold schon über 5,5k USD/oz
    für hintergrundinteressierte hier eine gute kurze historisch argumentative Übersicht inkl. fundiertem Ausblick, warum und aus welchen Gründen wir heute an dem Preis stehen, wo wir stehen.
    https://www.dasinvestment.com/gold-ueber-5000-dollar-marke-die-waehrungskrise/
    Das einzige, was dem Treiben ein Ende bereiten könnte, wäre eine radikale Zinsanhebung in den USA a la Paul Volcker und genau das Gegenteil davon wird passieren. Die USA können sich einen solchen Zinsdienst gar nicht mehr leisten.
    es wird immer mal ein neuer Fed-Kandidat durchs Dorf getrieben und bis es soweit ist, könnten noch drei andere Kandidaten verschlissen werden. Die Midterms sind erst im November d.J. Powell geht spätestens im Mai. Im ganzen späten Frühjahr und Sommer 2026 kann der neue sicherlich Trumphörige Fed-Präsident ganze Arbeit verrichten und den Dollar ganz in den Keller vs Gold schicken.
    Wer weiß, was Trump noch so alles für erratische Wendungen vollzieht, vor allem wenn es an den Märkten plötzlich eng werden sollte.

    1. Avatar von Andreas P.
      Andreas P.

      Hallo Thomas,

      den stark steigenden Goldpreis deute ich aus meiner Sicht u.a. als Negativindikator für das Vertrauen in die amerikanische Währungspolitik.

      Weltleitwährung hin oder her. Die Dollar-Depots schmelzen derzeit wie Speiseeis im Hochsommer dahin. Da nützen auch (nur noch gering) steigende Dividenden in USD wenig.

      Auch bin ich sehr interessiert daran, wie in den USA der gerichtliche Streit um die erhobenen Zölle ausgeht. Sollten diese ganz oder teilweise zurückgenommen werden müssen und Rückzahlungen in größerem Umfang anstehen, bin ich auf die Reaktion der Finanzmärkte gespannt.

      Alles nur meine ganz persönliche, unmaßgebliche Meinung.

      Viele Grüße

      Andreas P.

      PS: Eigentlich bin ich von der Grundveranlagung her Optimist.

    2. Avatar von Hansi
      Hansi

      Silber und Goldmärkte sind auch kleinere Märkte, die sich aufgebläht haben.
      Der Silberanstieg die letzten Monate kann allein nicht nur durch das Angebot/Nachfrage-Defizit enstanden sein. Es würde mich nicht wundern, wenn da eine Menge Zocker und auch gehebelte Geschäfte unterwegs waren. Anders lässt sich der heutige Crash von 25% bei Silber und 10% bei Gold nicht erklären. Nackte Panik.
      Irgendwann wird das auch bei Kryptowährungen passieren, dort ist nur heiße Luft.
      Wenn sowas an der Börse passieren sollte, dann beginnt wirklich eine neue Zeitrechnung.

    3. Avatar von Chrischaan
      Chrischaan

      Da wird es bestimmt immer Zocker eben, die über gewisse Papiere den Preis bewegen können. Das dürfte auf jeden Fall stimmen. Und der Anstieg bei Gold war ja schon toll die letzten Jahre. Silber beobachte ich nicht so.

      Ich finde es da manchmal interessant den logarithmischen Chart anzusehen.

      https://www.macrotrends.net/1333/historical-gold-prices-100-year-chart

      Da hat man in den 70er einen noch stärkeren Anstieg. Dann 2 Jahrzehnte außer Spesen nichts gewesen. Dann wieder ordentlicher Anstieg. 1 Jahrzehnt nicht viel und nun ging es wieder los. Aber eben gar nicht sooo spektakuär anders als in den 70ern und in den frühen 2000ern.

      Ich bin mir nicht sicher, ob ich Gold mit Bitcoin, Tulpen oder anderen Dingen zu sehr vergleichen würde. Gold hat schon eine ziemlich herausragende Stellung in den letzten Jahrtausenden. Und die Unsicherheiten, denen die Aktien noch trotzen, sind ja auch nicht von der Hand zu weisen.

      Die aktuelle weltweite politische und wirtschaftliche Ordnung steht, denke ich, stärker zur Debatte als je zuvor. Der Westen scheint auf einem absteigenden Ast. Der Osten/Süden wird wirtschaftlich aufholen, evtl. überholen (wenn es in vielen Punkten nicht schon geschehen ist). Aber es besteht da schon Unsicherheit, ob man als Investor so einfach davon porfitieren kann, wie das die letzten Jahrzehnte in der USA und anderen westlichen Staaten der Fall war. Auch dürfte der Wandel nicht ohne Reibung verlaufen. Und dort wo diese Aufbricht (siehe Russland vs. Ukraine bzw. Europa) ist dann das schöne angelegte unternehmerische Kapital auch schneller weg / langfristig nicht mehr verfügbar als einem lieb ist.

      Dann die Entwertung des Geldes ist eine weitere Quelle für den Goldanstieg. Und man wird noch mehr ausmachen können.

      Erfahrene Anleger reden ja gern von einem Recency Bias wenn andere verkaufen wenn es einen Crash oder eine Rezession gibt. Die schwachen Hände sehen nur die aktuellen Informationen, aber die starken Hände haben einen weiteren Blick und greifen dann zu. Und das ist auch gut so. Dennoch ist es manchmal gut sich gedanklichen Experimenten hinzugeben: Was wenn unsere Sicherheit, dass es immer wieder einen Aufschwung gibt, von dem wir (und nicht Oligarchen, Alleinherrscher oder andere Konstrukte) auch profitieren, eher einem Recency Bias in größerer Skalierung unterliegt? Gold scheint schon vor 6000 bis 7000 Jahren eine Rolle gespielt zu haben. Aktien wahrscheinlich seit 500 Jahren (evtl. auch länger). Das ist schon ein mächtiger Unterschied. Aber der Zeitraum in dem wir auch davon profitieren, dürfte nochmals sehr viel kürzer sein. Vor diesem Horizont ist es nicht so verwunderlich, dass Gold gerade bzw. immer mal wieder stark anzieht. Ich finde das ist kein Warnsignal hinsichtlich Zockern, sondern hinsichtlich der aktuell Instabilität von Politik und damit auch Wirtschaft. So und nun Schluss mit dem Gedankenexperiment.

      Alles nur Meinung!

      Beste Grüße,
      Chrischaan

    4. Avatar von Tobs
      Tobs

      Hi Chrischaan, ich weiß ja, dass Gold fasziniert!

      Aber wenn Gold vor 6.000 Jahren schon eine Rolle gespielt hat, ok – das beeindruckt. Jedoch: Solange und vermutlich länger haben Menschen auch schöne Muscheln getauscht. :-)

      Eins darf nie vergessen werden: Gold hat keinen inneren Wert. Ich muss also hoffen, dass jemand anderes mehr dafür bezahlen will als ich es getan habe, obwohl keine Cash Flows zu Grunde liegen. Das ist 1:1 Pokemons, wenn man außen vor lässt, dass Gold auch Industriemetall ist. Wenn man darüber mal philosophiert, kann man sich fragen, wie geeignet Gold als Kriseninstrument eigentlich wirklich ist, wenn’s richtig haarig wird. Ob die Leute dann wirklich auf Gold hot sein werden? Kann sein, muss aber nicht.

    5. Avatar von Chrischaan
      Chrischaan

      Hi Tobs,

      da hast du völlig recht, für Gold kann man keinen inneren Wert im Sinne der abgezinsten Cashfows der kommenden Jahre berechnen. Irgendjemand muss es einfach teurer abkaufen. Genauso wie mit Pokemon-Karten. Ich höre mir ja gern Warren Buffett an und er beschreibt dieses Prinzip ganz herrlich. Er beschreibt die Größe des Würfels den man aus den bekannten Goldreserven formen könnte. Man könnte ihn liebkosen, streicheln, bewundern… Aber nichts mehr. Keine jährlichen Einnahmen etc. pp.

      Ich gebe zu, Gold ist ein Punkt, in dem ich anderer Meinung bin, als Warren Buffett. Ich sauge vieles von ihm auf. Aber bei seiner Meinung zu Gold bin ich etwas skeptisch (wahrscheinlich fälschlicherweise, aber man will sich ja sein bisschen Eigenständigkeit bewahren;-)).

      Ein weiteres Gedankenexperiment dazu. Warum sollte ich in Coca-Cola, Pepsi oder McDonalds investieren ( oder den entsprechenden Marken in anderen Regionen)? Welcher innerer Wert ist da zu bekommen? Bei McDonalds gibt es noch etwas Grund und Boden. Aber ansonsten? Nur die Hoffnung, das Menschen auch morgen noch diese ungesunden und völlig überteuerten Softdrinks oder Burger kaufen. Die Hoffnung, dass unsere Kinder und wir auch morgen noch auf die Werbung hereinfallen? Warum sollte ich mehr vertrauen in die 50-100 Jahre alten Marken haben (was ja an sich schon stark ist!), als in die 6000 Jahre alte Marke Gold? Letztere hat quasi jede Krise überlebt die es gab. Vorher genannte Marken nur die Vorherrschaft der USA (oder eben alternative Marken die evtl. kommende Vorrherrschaft Chinas oder wem auch immer).

      Ich kann nicht sagen wie sich Gold entwickeln wird, ob ich es auch sicher verkaufen kann wenn es hart auf hart kommt. Was ich sagen wollten, ist, dass es mich, ob der aktuellen globalen Entwicklungen nicht wundert, dass sich in eine seit jahrtausenden bewährte Marke geflüchtet wird. Zumindest teilweise als Versicherung. Und das ich nicht glaube, dass der aktuelle Preis reine Spekulation ist.

      Danke für die guten Beiträge hier im Blog und den Kommentaren!

      Beste Grüße,
      Chrischaan

    6. Avatar von BörsenHai
      BörsenHai

      Tobs und Chrischaan,

      vor 6000 Jahren war eher der Feuerstein Handelsware/Tauschgut.
      Gold eher als Schmuck angesehen oder als Verzierung.
      Schöne Steine und Muscheln, um den Status zu zeigen.

      Feuersteine waren aber für alle ein begehrtes Gut. Wie sonst startet man ein Feuer unter ungünstigen Voraussetzungen.
      Steine für Klingen waren ebenfalls sehr gefragt (Messer, Pfeile, Speere oder Operationen). Und es ist belegt, dass der Handel florierte, so waren Steine aus dem Rus in F gefunden, Steine aus dem Allgäu im Raum Schwarzes Meer.

      Ob Gold/Silber, Zigaretten, Alkohol, gute Stoffe oder Garn, Samen, Handwerkszeug oder Wissen mal mehr bringt, wird die Zukunft zeigen.
      Alles wird Dir abgenommen, wenn der Empfänger damit etwas anfangen kann oder einem Dritten zur Verfügung stellen muss. ;)

  8. Avatar von Thomas
    Thomas

    Der Supreme Court hat wahrscheinlich auch Bauchschmerzen und schiebt die Entscheidung vor sich her.
    Es war für mich ganz gut, schon länger das Gros der Neukäufe außerhalb des Dollar zu positionieren . Ich lasse aber alles was im USD da ist liegen. Wenn der Punkt kommt, wo es dort wieder Sinn macht wird man es sehen.
    Richtig gute Qualitätstitel funktionieren trotzdem weiterhin.
    Es läuft im groben unter dem Stichpunkt: Debasementtrade.

  9. Avatar von Thomas
    Thomas

    Hi Crischaan,
    Der starke Rückgang bei Gold und Silber ist im Grunde nur ein reinigendes Gewitter nach einem nicht ohne Ursachen ungesunden Anstieg. In ein bis zwei Tagen kommt das bestimmt zum Stillstand. Das Trump die Nominierung Kevin Warsh`s notgedrungen vorgezogen hat, ist nur dieser Situation geschuldet.

    Keines der Schulden-Probleme der USA und/oder anderen globalen hochverschuldeten Regierungen hat sich damit geändert oder wäre gelöst, die Treasury-Yields bleiben unverändert hoch.

    Im Iran wird eine schwere, massive Drohkulisse durch die USA aufgebaut. Mal sehen, was am WE passiert.

    Trump will mit aller Macht die Dominanz der USA durchsetzen. Der Markt folgt aber nur halbherzig, argwöhnisch, skeptisch und ist jederzeit zum Absprung bereit.

    Kommt IT ins Rutschen?

    Ich setze weiter auf Debasement.

    1. Avatar von Chrischaan
      Chrischaan

      Grundsätzlich absolut deiner Meinung! Klar kann Gold kurzfristig durch Spekulanten getrieben sein. Aber welche der Unsicherheiten ist wirklich gelöst? Und wenn nun sogar die USA als „Hüterin der maritimen Wirtschaftsordnung“ und „Verteidigerin des Völkerrechts“ (bewusst etwas übertriebene Ausdrucksweise) umschwenken in Richtung Machtpolitik (war unter der Oberfläche schon immer so, ich weiß), dann werden solche Dinge wie Verlust ganzer Unternehmenszweige oder Beschlagnahmung von Kapital auf einmal noch realer. Hier will Kanada ein Handelsabkommen mit China, zack, ich drohe 100% Zölle an. Ein Diktator dort, wahrscheinlich ziemlich verquickt mit Russland und China, ich lasse ihn entführen. Aus machtpolitischer alles irgendwie verständlich. Will hier kein moralinsaures Geschwätz von mir geben ;-), aber es bedroht letztlich stark die in den letzten Jahrzehnten „gewohnte Ordnung“. Nichts hassen Kapitalmärkte mehr als Unsicherheit. Und dagegen eine kleine, jahrtausendalte Absicherung zu haben, kann bestimmt nicht schaden. Ob Gold noch weiter steigt, dürfte weniger eine Frage der Spekulanten sein (kurzfristig haben die schon Einfluss, klar), sondern eine, ob diese Unsicherheiten weiter präsent bleiben oder sich wieder legen.

      An der Gesamtkapitalallokation jedes Einzelnen führt dann aber doch kein Weg an Aktien vorbei. Auch wenn das Truthahn-Risiko zu Thanks-Giving größer wird, besteht ja dennoch ein Risiko auf Opportunitätskosten im Falle, dass sich die Spannungen doch wieder legen. Wie gesagt, in dieser herausfordernden Situation etwas Gold als Versicherung zu haben, kann nicht schaden. Wenn dann aber physisch und nicht bei der Sparkasse im Tresorraum. ;-)

  10. Avatar von BörsenHai
    BörsenHai

    Hallo Ben,

    hast Du zufällig noch die KGVs in 1999 oder 2000 während der Internetblase?

    Die Käufe waren 1999 WalMart und GE. Da sieht es ebenso düster aus. Ist ja auch kein Wunder: Jeder Kurs wurde nach oben getragen. Ich bin mir aber nicht sicher, ob ein Vergleich Stand heute mit der Internetblase „legitim“ ist.

    Gefühlt war damals (falls überhaupt positiv!) ein KGV weit höher als heute in der sogenannten „KI-Blase“. Ich erinnere mich noch, dass die Porschehändler 2001 und 2002 den Hof voller Gebrauchter hatte. Niemand schaute auf die „reelle Erwartung“ sondern nur: „Das wird was, was Neues, das schlägt ein!“ Die Zeit der Extremspekulation.

    Was man anmerken muss: Cisco ist einer der wenigen Unternehmen, die damals groß in Mode waren und heute noch existieren. Davon gibt es nicht mehr viele.

  11. Avatar von UrsprungsFrank
    UrsprungsFrank

    Die Aussage, „… wer streut, der rutscht nicht“, hat bei mir in diesen Tagen einen sehr aktuellen Bezug. Über die Zeit bedingt sich die Aktualität aus dem Satz natürlich für die Anlage. Gold und Platin als Beimischung machen also schon deshalb Sinn.

    Allerdings gibt es nichts anderes Haptisches auf der Welt, dass mit der Unveränderlichkeit und Einmaligkeit von Gold/Platin gleichzusetzen ist. Eben weil Gold in der Industrie trotz aller Innovationen nur marginal benötigt wird und damit nach Endnutzung nicht wieder mühevoll recycelt wird oder gleich in den Müll landet. Jede Immobilie, jedes Kunstwerk muss ständig instand gehalten werden und geht doch irgendwann kaputt – Gold nicht. Währungen, pah, Bitcoin , haha , Marmor und Granit, pah, nichts anderes als Gold lässt sich in akkumulierter Form einfach so bei Seite legen.Es muss nicht gekühlt werden, nicht vor Licht geschützt, mit stets vorgehaltener Energie evoziert werden, Hitze und Säuren können es lösbar machen, nicht aber für ewig verschwinden lassen (wie bei Diamanten). Und dieser intrinsische Wert ist enorm für das Sicherheitsgefühl der menschlichen Selbstermächtigung. Nicht umsonst ist es den Göttern auf allen Kontinenten zu allen Zeiten zu stiften.

    Seid dem Holozän hat sich neben Gold im Grunde nur die DNA des Homo unveränderlich gezeigt (viele andere Lebewesen sind bereits ausgerottet oder können noch es werden. Wie sollte es nicht also da zu einer unumstößlichen Seelenverwandtschaft Mensch Gold führen … ;-)

    Interessant ist, dass es in der USA zu einem nie dagewesenen Oligarchen-System gekommen ist, welches die Politik komplett beherrscht und korrumpiert. Der Präsident hört schon genau hin, was diese wollen. Das liegt daran, dass seit ein paar Jahrzehnten das Kartell-Recht in diesem Land ausgehöhlt wurde. Das ist neu und keiner weiß, wohin es führt. Russland ist hingegen traditionalistisch. Die Adligen ehemalige Oligarchen stehen weiterhin unter der Knute des Oberboss alias Zar. Die Zukunft ist dort absehbarer.

    Gruß Frank

  12. Avatar von Thomas
    Thomas

    eigentlich sehr ernüchternde Gedanken zum US Debt.

    ich habe mal willkürlich seit 1970 abgefragt, es hätte auch 1950 oder 1990 sein könne, im Ergebnis wäre es das gleiche geblieben.

    Wir hatten in der Zeit seit 1970 7 verschiedene Fed-Präsidenten (und 10 verschiedene US Präsidenten)
    Die Fed-Chairmans hießen Arthur F. Burns, G. William Miller, Paul A. Volcker, Alan Greenspan, Ben S. Bernanke, Janet L. Yellen und Jerome H. Powell.
    Ab Paul Volcker dürften die meisten Namen den älteren Lesern hier geläufig sein.

    Wir dürfen davon ausgehen, das hier die besten der besten ihren Job geleistet haben, sie haben die besten Universitäten der Ivy-League und Colleges besucht und hatten immer den neuesten Stand der Wissenschaft der Ökonomie/ Finanzwissenschaften/Volkswirtschaftslehre und die bestbezahlten Assistenten, Fellows und Researchressourcen zur Verfügung gehabt. Außerdem Zugriff realtime auf alle relevanten Finanz- und Börsendaten der Welt.

    Die USA hatten seit 1970 etwa 20 Wirtschafts-Nobelpreisträger wie zum Beispiel
    Milton Friedman, Harry Markowitz, Joseph Stiglitz, Paul Krugman
    usw usf.

    ob jetzt Dems oder Reps am Ruder waren ist btw. völlig wurscht.
    Egal ob Kriegs- oder Friedenszeit.

    und jetzt meine etwas despektierliche Frage :

    Und was haben sie (die FED Chairmans) damit alle durch die Bank ohne Ansehen der Person in ihrer Zeit alle gleichermaßen fertiggebracht: ?

    US Schulden nach den ersten zehn Jahren etwa verdreifacht.
    Nach zwanzig Jahren etwa verachtfacht.
    Nach dreißig Jahren versechzehnfacht.
    Nach vierzig Jahren verfünfunddreißigfacht.
    Nach fünfzig Jahren verzweiundsiebzigfacht.

    Zur Zeit etwa verhundertfacht.

    to be continued.

    Jetzt wieder meine despektierliche Frage zu Kevin Warsh.

    Was soll die arme Seele Kevin Warsh groß anders machen?

    Wenn wir die Datenreihe so grob fortsetzen, werden werden die US-Debts am Ende seiner Amtszeit, wenn wir 8 Jahre unterstellen, eine etwa einhundertfünfzig bis einhundertsiebzigfache (eventuell 200x) höhere Verschuldung des US Debts seit 1970 haben. Thats all.

    Keiner von denen hat es besser gewußt und auch Warsh wird es nicht besser wissen.

    Wir könnten jetzt in Europa oder China oder sonstwo nachsehen, die haben alle das gleiche gemacht.

    Leute, erzählt mir nichts vom Pferd.

    Börsenhai schreibt beispielsweise : “ Ob Gold/Silber, Zigaretten, Alkohol, gute Stoffe oder Garn etc“ usw usf.

    Das einzige was langfristig für Vermögen zählt im Leben, sind Besitz von squarefeets, acres, Muskeln (im übertragenen Sinne Macht Soldaten Polizei usw), und der Besitz von Gold, Elektrizitätswerken, Nahrungsmittelproduktion. Wasserwerke, Pharmawerke, Internetprovider usw. usf.
    Nothing else.
    Papiergeld gehört glaube ich nicht dazu.

    wenn jetzt Europa aufgeschreckt wie ein Hühnerhaufen es tatsächlich mal fertigbringen sollte, sich selbst zu verteidigen, dann braucht es die USA eigentlich gar nicht mehr bzw. der ökonomische Wert der USA für die Europäer würde stark fallen.

    Wie immer, verlass Dich am besten auf Dich selbst, dann bist Du nicht verlassen…

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