Kaufen, liegen lassen und freuen

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Es gibt ja so Aktien, die ein nahezu perfektes Chartbild haben. Sie starten links Unten und gehen nach rechts Oben. Dumm nur, dass man das nur in der Vergangenheitsbetrachtung sieht. Und nicht sicher sein kann, dass sich die Entwicklung nach dem eigenen Einstieg genau so fortsetzt.

Mit dieser Aktie ging es mir im letzten Jahr so. Ich wollte sie schon immer haben, sie war mir aber auch immer zu teuer. Dann habe ich mich trotzdem zu einem Kauf durchgerungen und ein paar Wochen später erst mal den Corona-Crash miterlebt.

Das Chartbild war auf einmal nicht mehr so makellos. Und trotzdem hat die Aktie ihre Qualität bewiesen. Das lässt sich nun, ein Jahr später, exakt belegen.

Alle Details zur Dividendenzahlung und zu den weiteren Aussichten erfährst Du in diesem Beitrag.

Qualität hat ihren Preis, der Beweis ist die Aktie von L’Oréal, die ich hier vorgestellt habe.

Dividendenzahlung

L’Oréal zahlt in diesem Jahr eine Dividende von 4,00 € je Aktie. Gegenüber dem Vorjahr (3,85 €) ist das eine Erhöhung um 3,9%. Das hört sich gut an, wird aber etwas eingetrübt, wenn man sich erinnert, dass letztes Jahr eigentlich schon eine Dividende in Höhe von 4,25 € angekündigt war. Sie wurde im Zuge der Corona-Pandemie dann widerrufen. Mit der jetzigen Dividendenerhöhung sind wir also immer noch unter dem mal angekündigten Niveau.

Für die 5 Aktien in meinem Depot ergibt die jetzige Dividende einen Brutto-Betrag von 20,00 €. Der DKB-Broker hat – in bewährter Art und Weise bei französischen Aktien – die Quellensteuer voll auf die deutsche Kapitalertragsteuer angerechnet. Übrig bleibt so eine Netto-Dividende von 14,87 €. Sie wurde mit Wertstellung 29.04.2021 überwiesen.

L'Oréal Dividendengutschrift im April 2021

Wenn Du am Treueprogramm von L’Oréal teilnimmst, dann erhältst Du in diesem Jahr sogar 4,40 € Dividende je Aktie. Warum ich meine Aktie nicht dafür registriert habe, habe ich hier beschrieben.

Perspektiven

Eigentlich wollte ich ja zur Dividendenzahlung mehr als die 5 Aktien von L’Oréal haben. Wie das manchmal so ist, man kann nicht alles haben! Denn leider hat die Aktie keinen Rückschlag mehr erlitten, sondern sich seit dem Corona-Crash kontinuierlich nach Oben gearbeitet.

Das war der erneute Beweis, warum Qualität ihren Preis hat und sich auch in der Krise bewährt. Der Aktienkurs ist auf Allzeithoch und die Dividende wieder angehoben worden.

Dabei musste auch L’Oréal im vergangenen Jahr Rückgänge verzeichnen. Bedingt durch die Pandemie ging der Umsatz um 4,1% auf 28 Mrd. € zurück. Der Gewinn je Aktie pendelte sich auf 7,30 € ein, ein Minus von 5,7%.

Aber es gab nicht nur Rückgänge, sondern auch Wachstum. Der Onlinehandel stieg um 62% und erreicht mittlerweile einen Umsatzanteil von 26,6%.

Das Unternehmen hat mit den starken Zahlen gezeigt, dass es eine erhebliche Widerstandskraft besitzt und sich gleichzeitig gut auf veränderte Verhältnisse einstellen kann. Fundamental ist die Aktie für mich weiterhin ein klarer Kauf.

Die Aktie ist aber weiterhin sehr teuer und wird dies wohl auch in der Zukunft bleiben. Das muss man mögen oder eben auch nicht. Schnäppchen sehen anders aus!

Ich werde mir die Aktie im zweiten Halbjahr noch mal genauer anschauen und dann entscheiden, ob ich noch mal nachkaufe. Das hängt dann weniger von L’Oréal, sondern mehr von der Gesamtsituation des Marktes ab. Gibt es keine sich aufdrängenden Alternativen, dann ist das eine gute Gelegenheit für einen Nachkauf. Denn schließlich will ich meine gesamten Dividendenerträge reinvestieren und damit die Erträge der nächsten Jahre weiter erhöhen. Und bei L’Oréal bin ich mir sicher, dass die Dividende weiter steigt oder zumindest konstant bleibt. Das ist eine Aktie, die ich nie mehr verkaufen werde.

Auf einen Blick:

Unternehmen:L'Oréal S.A.
ISIN:FR0000120321
Im Divantis-Depot seit:10.02.2020
Letzter Nachkauf am:--
Stückzahl im Divantis-Depot:5
Durchschnittskaufkurs inkl. Gebühren:269,00 €
Gesamtkaufpreis:1.345,02 €
Bisher erhaltene Netto-Dividenden:29,36 €
Aktuelle Strategie:Bei Kursschwäche nachkaufen

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3 Gedanken zu „Kaufen, liegen lassen und freuen“

    1. Sonny, ja, du hast völlig recht.
      Der Warren-Buffet-Indikator für Markterhitzung lag kürzlich bei 220. Die Grenze oberhalb einer Überhitzung liegt nach diesem Indikator bei 80. Oh weija!
      Über finviz.com kann man per Screener leicht Aktien finden, die unter ihrem 52-Wochen-Hoch liegen, eine nützliche Anlaufstelle.

      Konkret habe ich kürzlich im Dip Amgen nachgekauft.
      Wer sich traut, kauft auch in China nach (Alibaba, Tencent, Xiaomi beispielsweise).
      Als Fan erneuerbarer Energien werde ich ganz konkret die Schwäche von Brookfield Renewable nutzen und diese Woche (oder etwas später) den Dip für einen Nachkauf nutzen (wohl in D nicht kaufbar, deshalb gehe ich über NYSE).

      1. BEP hat heute morgen Zahlen vorgelegt und die Erwartungen verfehlt. Ich hoffe, dass sie bis auf 35 runterkommen, dann kauf ich nach.
        Zum Buffet-Indikator hat er glaub ich selbst gesagt, dass es nicht immer der beste Indikator ist und er gerade aufgrund seiner Einfachheit nicht in einer Niedrigzinsphase greift. Cathie-Woods hat als Grund den technologischen Wandel angeführt.
        Ich habe aktuell FB, NFLX, ABBV und BMY auf der engeren Nachkaufliste.

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